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Zoé und Mike im Gespräch

Mikes geflüsterte Worte wären fast im Lärm untergegangen, aber Zoes Ohren entgeht fast nichts. Sie lächelt Mike zuversichtlich an. „Dich hat doch bestimmt schon Nancys Hochzeitsplaner angesprochen?“ Sie macht eine kurze Pause um Mikes Reaktion abzuwarten. „Die ganze Organisation überfordert einen ja schnell mal, ich helfe dir gerne bei den Vorbereitungen! Lass uns das alles mal in Ruhe besprechen und heute Abend einfach feiern!“ Sie klopft ihm auf die Schulter (zum Glück sitzen beide gerade) und nickt einladend Richtung Tanzfläche. Mike wird direkt klar sein, dass Zoe keine Zeit verlieren will, die anderen in Kenntnis zu setzen.
„Captain? Schwing mal das Tanzbein!“ Es ergibt sich ein etwas absurdes Bild. Auf der Tanzfläche fallen Größenunterschiede irgendwie nochmal mehr auf… „Wir müssen uns noch um ganz schön viel kümmern vor der Hochzeit! Wir können Mike ja nichtmal alleine zum Anzug kaufen schicken!“

Ich finde das mit dem Bierchen klingt gut. Und dann kann ich ja mit Mike den Abend bei nem BTL-Chip ausklingen lassen und mal nachhorchen.

Goodfellow

Als der CPT beginnt, das überfällige Thema anzusprechen, nickt Zoe bestätigend. Doch schnell wird ihr klar, dass seine übliche und oft auch überlebenssichernde Entschlossenheit ihr hier zu weit geht. Feuer lodert, denkt sie sich…

„Captain, bei allem Respekt, ich werde nicht zwanghaft in Mikes Gedanken und Gefühle eindringen. Mir ist klar, wie prekär die Situation ist, jedoch wissen wir noch nicht einmal, ob unsere Sorge Berufskrankheit oder wirklich begründet ist. Wenn allerdings jemand ihm – beziehungsweise seiner Freundin – die Pistole auf die Brust setzt, werden wir wenig bewegen, indem wir ihn in die Ecke drängen. Wenn er sich nicht von selbst dem Team anvertraut, werden wir mit Druck gar nichts erreichen. Ich schlage vor, dass wir in Ruhe mit Mike sprechen und ihm das Gefühl von Sicherheit und Unterstützung vermitteln und nicht zu einer eventuell weiteren Bedrohung für ihn werden. Wir sollten daher auch nicht zu fünft über ihn herfallen. Zumal (sie blickt auf Regicide) du sein Vorgesetzter bist. Also wenn wir nicht den offiziellen Weg einschlagen – wofür ich sehr bin, solange wir nur einen Verdacht haben – gehen wir als Freunde auf ihn zu. Nicht mit der Brechstange.“

Owen

@norge Richard Owen war IMA Mitarbeiter auf den ein internationaler Haftbefehl ausgestellt ist. Ich kann dir die Details nochmal zukommen lassen wenn der Fall für uns nochmal relevant wird.

Mary Beth Owen

Wenn ich mich nicht täusche war der letzte Stand zu Mary Beth Owen folgender:

Es gab ein Interview in den UCAS. Dann erhielt sie eine neue YC SIN und danach ist sie nicht mehr sichtbar geworden. Wenn sie damals noch Ärzte gebraucht hat, wurde sie in keinen international zugänglichen Datenbanken registriert. Die YC-SIN von Mary Beth Owen ist nach wie vor unbekannt. 

Die letzte Annahme war also, dass der Konzern sie entweder versteckt, oder sie nicht mehr am Leben ist. Aber die damals schon kalte Spur ist jetzt auch noch mehrere Jahre alt. Ich weiß nicht, ob wir die jemals wieder aufnehmen können. 

„Natürlich bleiben wir in Kontakt Negative. Ich brauche dringend eine Pause von dem allem hier. Aber nicht von euch. Wenn ich Dir irgendwie behilflich sein kann, ob in Manila oder sonst wo, dann lass es mich wissen!“

Als Negative den Raum verlassen hat, blickt sie auf die Blumen von Norge und lächelt. Eine schräge neue Familie hat sie hier gefunden. Sofort geht ihr Gedanke wieder zu Brick und eine Träne kullert ihr über die vom lächeln noch angespannte Wange. Sie schluckt, atmet tief ein und beschließt, dass Negative recht hat; es ist Zeit zu gehen.

Beim Packen fällt Ihr Blick fällt auf die beiden Kerzen, die sie für Zobitsch und Helena jeden Abend an dem es möglich war heimlich angezündet hat – ungeachtet aller Vorschriften. „Ich weiß nicht, ob du damit etwas zu tun hast Atra, aber danke.“ sagt sie leise vor sich hin. Dass Zobitzsch die Chance auf einen Neuanfang hat, hellt ihr Gemüt deutlich auf.

Auf dem Gang trifft sie Goodfellow. „Hey Mike, zu Dir wollte ich gerade. Wie geht es Dir?“ Sie klettert auf ihre Gepäckdrohne um halbwegs auf Augenhöhe zu sein. In dem Moment fällt ihr auf, dass sie eigentlich gar nicht weiß, was sie noch sagen soll… Sie fällt ihm um den Hals und drückt ihn vermutlich ein bisschen länger, als ihm lieb ist. „Kommst Du mit zurück zur Shigeruu? Ich mache dort nur einen kleinen Zwischenstopp, Dingo und mein Motorrad warten dort auf mich und ich will mich noch einmal persönlich von Norge verabschieden.“

Mike begrüßt sie ebenfalls herzlich. „Ach, Du bist wieder on top? Sehr gut! – Ja, mir geht es soweit gut. War eine knappe Sache, ich erinnere mich nur noch verschwommen an das ganze Chaos… hey,“ die herzliche Umarmung erwiedert er etwas ungelenk. „Ich soll auf die Shigeruu zurückkehren, aye. Dort wartet die Weiterbildung zum Warrant Officer und das ganze Gedöns mit dem Host dort. Aber ich werde erst in einem Monat zurückkehren können. Ich soll hier noch was für das Battalionskommando abwickeln. Technikkram. Für zwei Wochen geht es auf die AIMS Hedgehog vor Avar. Also, Zoé, grüß‘ mir Norge und die andern auch von mir. Ich schließ bald auf die Shigeruu auf. Und… hab gehört Du hast eine Auszeit verordnet bekommen. Du hast ein Glück!“, lacht er. „Komm bloß zurück. Wir sind ein gutes Team. Ich hab zwei, drei Jahre gebraucht um mich an das Militär zu gewöhnen. Aber wenn erstmal alles klar ist, ist alles klar. Also, lass es Dir gutgehen. Das wird schon alles! Aim true.“

„Mike, Du wirst auf jeden Fall von mir hören. Ob ich zu AIM zurückkehre weiß ich im Moment noch nicht. Aber das will ich die nächste Zeit herausfinden. Pass auf Dich auf!“

Bevor sie von Board geht, sucht sie ein letztes Mal Regicide auf, erkundigt sich wie es ihm geht und wie Naama all das verkraftet hat. Und sie bedankt sich dafür, dass sie kein Schlangenfutter wurde und dass er Naama mitgenommen hat, als sie nicht mehr in der Lage war sich dahingehend durchzusetzen.

to be continued…

Zoe hört Uzuns Worte wie durch einen Schleier. Sie ist froh, dass er die Auszeit anspricht, diese wollte sie ohnehin erbitten. Die Neuigkeiten zu Zobitzsch muss sie erst einmal sacken lassen, für den Moment weiß sie nicht was sie fühlt. 

„Danke Captain! Für alles!“ ruft sie Uzun schwach hinterher. Sie ist sich nicht sicher ob er sie gehört hat. Aber das ist im Moment nicht wichtig. Sie fühlt sich so unerträglich müde und schlummert sofort wieder weg, mit den Gedanken bei Dingo, ihrem Motorrad und einer langen Fahrt ohne konkretes Ziel. Ob sie jemals den Weg zu AIM zurückfinden wird, ist noch ungewiss…

Regicide, halt mal den Ball flach! Erstens war das keine nette Begrüßung und zweitens habe ich damit angefangen. Es waren fachliche Fragen gezielt an Uzun und an Goodfellow gerichtet, auf die er mir geantwortet hat, nicht allen. Somit gibt es keinen Anlass jemand in den Senkel zu stellen. Ich habe auch nicht verstanden was Du für Foki bestellt hast, traue aber Deiner Fachkompetenz dass es das richtige ist. Wenn alle angesprochen werden gebe ich Dir recht, da sollten wir uns verständlich ausdrücken. Und uns vor allem im Team in gutem Umgang üben, gerade wenn noch keine Extrembedingung herrscht.

Hey Mike, herzlich willkommen bei der SFG77. Wurde ja auch Zeit, dass das mal offiziell wurde! Ehrenmitglied warst Du ja eh schon lange 😉

Fortsetzung: das Team sitzt zusammen

Régicide erzähl von Dingen die er in Bejing von Atra erfahren hat:
„…das muss am letzten Tag gewesen sein, ich hatte angedeutet was uns passiert ist, sie hatte angedeutet das sie mehr wissen muss um helfen zu können…und dann habe ich mich entschieden ihr alles zu erzählen“
Er schaut in die Runde, wohl um zu sehen wie stark die Empörung ob diese Protokollbruches ist, dann beginnt er sie Situation zu beweschreiben…

Nach einer ersten Schilderung der Gesamtsituation steht sie auf und entzündet sich eine Zigarette. Nach langen Sekunden blickt sie dann zu Régicide und sagt: „Hast Du verstanden, was mit dieser … Simsense-Analyse passiert ist? Ein technischer Eingriff hat einen Zauber, vielleicht sogar einen verborgenen Fluch aufgedeckt und ausgelöst. Es sollte da eine Grenze geben, zwischen beiden Seiten. Die Schuldfrage wurde ausgesetzt. Wer ist da schuldig? Der, der Verbotenes denkt, oder der verbotenes Denken für einen anderen denkt? Das mystische Band der Einheit zweier Geister ist durch ein technisches ersetzt worden.“ Weitere Konsequenzen dieser Beobachtung überlässt sie vorerst Régicide.

Albertsson erweckt Atras größtes Interesse. Die geschilderten Hergänge schätzt sie so ein, dass er Amtswalter höherer Mächte war. Ein Diener. Sie stellt die Option in den Raum, dass Albertsson nach verrichteter Aufgabe sich selbst umbrachte. Oder er war nur die Hülle einer Kraft, die sich seiner bediente. Und wo ist diese Kraft jetzt? Sie blickte Régicide süffisant an. Würde er etwa sehr bald einer persönlichen Herausforderung gegenübertreten? Wenn Atras Augen das Schicksal sehen können, dann glommen sie doch ziemlich lüstern auf. Sie prophezeihte Régicide, dass er herausgefordert werden wird. Er täte gut daran, als bedingungsloser Sieger aus eigener Kraft aus dieser Sache hervorzugehen.

Die chaotischen Vorgänge im Habitat Umiko widern Atra an. Sie verabscheut das kopflose Gewimmel und den Wahnsinn von Kreaturen, die nicht mehr Herr ihrer selbst sind. Das bezieht sie wohl vor allem auf die acht Evakuierten. Sie sieht darin ein Bild der Aufhebung aller Ordnung und Grenzen. Es wundert sie nicht sonderlich, dass sich Wasserkreaturen in das Bild mischen (die sie natürlich: hasst! :). Sirenen, wie man seit Odysseus weiß, wollen nur selbstgerecht fremdes Leid mehren. Der Kraken, der aus vielen kleinen Kraken zu bestehen scheint, ist ebenfalls ein Bild der Urkräfte, die keine positive Richtung haben, sondern die Welt in die graue und stumme Vorzeit ohne Leben und Bewegung reißen wollen. Wenn die Kraft des Etusan sich aus solchen Kräften speist, dann kann das nichts Gutes bedeuten. Brick sei aber das Beispiel dafür, dass Etusan selbst frei von Wertung scheint. Was man daraus macht, darauf kommt es scheinbar an.

Zum transparenten Menschen kann sie nichts sagen. Sie runzelt die Stirn dazu. Zu verschwommen sind die Möglichkeiten. Sie warnt letztlich davor, die traumhaften Erinnerungen eines verfluchten, schwachen Menschen als das Maß aller Dinge zu nehmen. Sie zieht es vor Dinge zu ignorieren, die nicht für sich sprechen. Und der transparente Mensch, spricht ihr nichts zu.