Operation Steinmetz

Operationsleitung: CPT Katsuo Uzun,
Feldcommando: CO Lt. Bazut Morelle, SCO Sgt. Harald Svenson
Communications & Intelligence: SSG Philippe Boucard, SGT Compton Breslin
Logistik: Finnja Skorgen, PFC Christoph Fink, Pria L. Clark
Operations Host Support: CW2 Mike Goodfellow
Transport: CW2 Miller

Operationsbasis: Moskuwa HQ
Einsatzbeginn: Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2073

Einordnung

Mit der Rückkehr der SFG 77 nach Moskuwa und dem Kontakt zum Operations Host ist CPT Uzun darum bemüht, das Kommando über die SFG offiziell wieder zu erlangen und eine lang ersehnte Landmission endlich umzusetzen. Die Vorbereitungen für eine Task Force Landfall laufen hinter den Kulissen auf Hochtouren. In dieser Zeit gibt es nur ein kleines Zeitfenster, in der die SFG 77 noch relativ frei nach eigener Agenda agieren kann. Die Suche nach Lena Mason wird angesichts der drängenden, politischen und militärischen Lage keine Priorität mehr genießen, sobald die SFG 77 die vollen Aufklärungsdaten übermittelt und das CCOM eine neue strategische Richtlinie erarbeitet hat. Klar ist freilich, dass jede vermisste oder getötete Angestellte ein Debakel darstellt.

Einsatzziel

Klärung des Verbleibs von Lena Mason. Befreiung im Falle einer tatsächlichen Entführung. Bergung und Rückführung des Leichnams im Todesfall.

Aufklärung

Fink: „Also, ich habe den Vorgang von Lenas Entführung wie folgt rekonstruiert: Am 13. Oktober war eine Lieferung für Lena bei ihrem Fixer fällig. Es handelte sich um den M-12 Mörser, den Sergeant Svenson bestellt hatte. Der Fixer, Alobé Dubata, war ein relativ etablierter Kontakt. Der Großteil der umfangreichen Schwarzmarktbeschaffungen für die SFG 77 ging durch seine Kanäle. Wenn ich Lena richtig verstand, kannte sie den Mann schon viel früher, also bevor es überhaupt ein AIM MATTERS gab.“

„Lena kam früh morgens vom Treffen zurück. Den Mörser hatte sie dabei. Sie hatte etwas sehr Alarmierendes zu berichten. Der Fixer war derzeit auf Informationssuche und hat Lena gesagt, dass eine Gruppe Shadowrunner – sie wissen schon, diese illegalen Subjekte, die zumeist als Söldner ohne Vertrag arbeiten – eine Menge Geld auf die Straße geworfen haben, um Konzernagenten in Moskuwa zu finden. Raten sie es? Es fielen die Decknamen der SFG 77. Lena war der Ansicht, dass dies eine Folge der OP Real Estate sein musste. Die Leute, die sie da aufgeschreckt hatten, haben sich aggressiv umgehört. Lena hat erstmal nur gesagt, dass sie sich erkundigt. Spezifisch hat man nach ‚fremden Konzernagenten im Neo District‘ gesucht. „

„Am Folgetag, dem 14. Oktober, war die SFG 77 dann 96 Stunden übefällig. Ich habe den Regeln gemäß Meldung gemacht und einen Notstand an das CCOM formuliert. Dann passierte erstmal nichts. Und dann am 16. Oktober ging es ja plötzlich mit dem Putsch in Lome los, und den Eskalationen im Operationsgebiet der OP Stichwahl. Lena hat sich dann entschlossen die Initiative zu ergreifen. Sie hat… hat mich da überstimmt. Oder umgestimmt. Ich … ich hätte sie wohl aufhalten sollen. Ich habe dies jedoch versäumt. Nach zwei Stunden hat sich Lena per Funk gemeldet, recht eilig. Sie hat berichtet, dass sie Alobé Dubata gesagt hat, dass ihre Auftraggeber – also wir – vermisst sind und dass sie im Gegenzug eine beträchtliche Summe von 90.000 =Y= angeboten hat, um etwas über die Auftraggeber der Suche zu erfahren. Sie hat also versucht den Fixer umzudrehen und den ‚Finderlohn‘ zu überbieten. Ich habe sie gewarnt, aber sie war zuversichtlich. Alobé Dubata war darauf eingegangen. Sie funkte von einem Mietwagen auf einem Parkplatz in Subtown Valley Reach aus und wollte dann direkt zum HQ zurückfahren, um die Geldsumme zu liquidieren. Nach diesem Funkspruch habe ich nichts mehr von ihr gehört.“

Clark: „Als ich mir Ende Oktober einen Überblick verschafft habe, habe ich mit Fink besprochen, dass wir versuchen von OP Real Estate aus vorsichtig weiter zu arbeiten um mehr über Lenas Verbleib zu erfahren. Das Appartment war uns zu heiß. Ich habe mich dann entschieden diese Sistren und Aidren zu kontaktieren. Ich bin genau dem Pfad gefolgt, den das Team am 9. Oktober gegangen war: In die Disko am Nachtmarkt von Quartier Neo. Miss Skorgen hat von einem Fahrzeug aus den Feldeinsatz koordiniert und ich bin als Köder raus. Es hat eigentlich ganz gut geklappt.“

Sistren & Aidren

„Die Frau hat mich tatsächlich nach einer Weile erkannt. Ich habe mich als Anette Pascal Armière vom Yutani Biodiversity Grain Project ausgegeben. Es schien mir, dass sie durchaus aufrichtig an Evan Choi interessiert war und sich Sorgen machte. Ich habe mich dann entschieden bei einer gesunden Halbwahrheit zu bleiben: ich hätte Sicherheitspersonal angeheuert um meinen Journalistenkontakt aufzuspüren. Es gab Ärger im Appartment, dann Gerüchte auf der Straße und so weiter. Dann sind sie aufgetaut und haben von ihrer Begegnung mit der SFG 77 erzählt. Wir sind dann in eine Art Tattoo-Studio und haben dort zusammengesessen. Von den Gerüchten hatten sie nichts gehört, also von der Suche nach unseren Teammitgliedern durch Shadowrunner. Aber den Alobé Dubata, den kannten sie sofort. Das ist ein bekannter Fixer, involviert in allerlei Schmuggelei, Kleinkriminalität und Glücksspiel. Ich habe dann an Aufklärungsmaterial gesammelt was mir das Risiko wert war. Immerhin bin ich ja scheinbar doch einigen Kontakten von Evan Choi bekannt…:“

Fixer Turf Alobé Dubata

Der Fixer Alobé Dubata hat seine Domäne in der Unterstadt des Valley Reach District von Moskuwa, also relativ nah am alten HQ. Das Gebiet ist aber kompliziert zu erreichen, da Zugänge über die Highway-Rampen nicht überall möglich ist. Momentan wird der Abgang zur Unterstadt durch Mercenary Inc. kontrolliert. Ich musste durch eine mobile Kontrolle passieren.

Soweit ich sehen konnte, hat der Fixer seinen Shop unter oder hinter einem Restaurant und Spiellokal. Das Gebiet liegt teilweise unter der Oberstadt von Valley Reach. Ich bin vorbeigefahren und habe einige Bilder von Front und Hintereingang gemacht.

Fixer Shop – Front des Lagerhauses und Restaurants
Fixer Shop – Nebeneingang in das Spiellokal. Hauptzugang durch das Restaurant.

Wie man auf den Bildern sieht, ist es keine gute Gegend. Die Krisensituation hat nicht dazu beigetragen, dass sich das Niveau insgesamt hebt. Berichten zufolge hat die Schwarmarktaktivität in Moskuwa und Askuwa stark zugenommen, seit dem 16. Oktober. Es gibt Gerüchte die besagen, dies würde unmittelbar mit Schwarzen Idola zusammenhängen, die angeblich von diesen Dingen profitieren. Es gibt auch Hinweise in den lokalen Medien, dass Mercenyry Inc. vereinzelt in Unterweltaktivitäten verwickelt ist, etwa durch bestochene Sicherheitskontrollen.

Sistren und Aidren haben mir gesagt, dass das Restaurant (Sunda Pelete) nur eine Front für den Fixer Shop ist. Das Spiellokal sei lizensiert, es gilt vor allem der Geldwäsche. Es wird hauptsächlich von Afrikanern frequentiert. Es sei aber üblich, dass weiße Anzugträger regelmäßig für „Geschäfte“ aufschlagen. Alobé Dubata soll ein Fon sein und eigentlich aus Askuwa kommen. Er ist nicht zu 100% etabliert, hat Stress gehabt, sein Einflussgebiet aus Askuwa zu verlegen. Daher setzt er auch auf einen einzigen, klaren Fokus: Ankauf, Verkauf und Transport illegaler Waren mit sehr niedriger Provision.

Unterstützung

Skorgen: „Das neue HQ ist prinzipiell in der Lage Einsätze im Stadtgebiet zu koordinieren, vorausgesetzt ihr Funk bricht nicht ab. Sie haben sechs Sturmgewehre, einige Handgranaten, AIM TacComs und ein paar andere Spielsachen hier verfügbar. Auch zwei E-Bikes. Ich habe keine Ahnung, wie sie die Sache in der verfügbaren Zeit anstellen wollen. Aber wenn sie ihrem Teammitglied nachspüren wollen, kann ich sie wohl nicht davon abbringen. Ich wäre ihnen jedenfalls verbunden, wenn sie mich aus dem Feld möglichst raushalten. Ich habe mich schon genug exponiert, als ich das alte HQ beschattet habe. Das Letzte was ich brauche sind gewaltbereite Kriminelle, die noch nie eine weiße Elfe gesehen haben. Ich bin sicher nicht ihre Frau für den Einsatz in Dahomeys Unterwelt. Wenn es denn sein muss, kann ich ein Ersatzfahrzeug bereit halten, für eine Kommunikationsbrücke oder eine Evakuierung im Notfall. Aber bitte, Sergeants, Lieutenant… wenn ich ihre Paramedic sein muss, haben sie AIM MATTERS gegen die Wand gefahren, garantiert.“

Goodfellow: „Yo, LT! Hab‘ gehört die Zahl der schriftlichen Anfragen an meine Person übersteigt schon meine Gehaltsstufe! Da müssen sie mal nachlegen, damit das wieder ins Gleichgewicht kommt, Sir! Schlechte Nachricht auch: der Captain sagt, dass Operations Host Administrator nicht in Krisengebiete gesetzt werden und er will, dass jemand den Host betreut, dem er vertraut. Also muss ich leider in meiner stickigen Terminalkabine bleiben, Sir! Aber, auch eine gute Nachricht: ich kann den Operations Host in Moskuwa direkt betreuen. Wenn der Funk steht, kann ich den Einsatz über Trideo verfolgen und bei Bedarf Aufklärungsdaten parallel auswerten. Direkte Angriffe über die Matrix vor Ort sind aber nicht autorisiert. Da der Censorship Host aktiv ist, ist das Risiko ziemlich groß.“

Lance: „Wie ich gehört habe, pressen sie voran und wollen eine Rettungsmission durchführen, falls die MIA in Reichweite ist. Sie wissen, dass ihnen die Zeit dafür wegläuft? Der Captain kann – oder will – sie nicht davon abhalten, aber die Ausgangslage ist schlecht. Wir können sie noch nicht vor Ort unterstützen. Heh? Sie lachen? Natürlich, als wenn sie Unterstützung bräuchten oder in diesem Landstrich jemals gehabt hätten. Ich werfe meine 10 cent trotzdem rein, ganz auf inoffizielle Anweisung: Lena Mason ist laut Aktenlage 2069 für Tierschmuggel tätig gewesen. Ihr Fixer Alobé Dubata stammt wahrscheinlich aus dieser Zeit. Sie wissen was das heißt: Wenn sie einen Exit gewählt hat, hat sie Kontakte, die bereits mindestens vier Jahre alt sind, vor Ort. Ich will keine Pessimistin sein und auch die Akten sagen, Lena Mason sei loyal. Aber denken sie daran, dass eine Entführung nur eine Möglichkeit von vielen ist.“

Phase 2: Kurzfristige Auswertungen

„Yo! Leute, ihr zieht da den krassen Scheiß ab und bei mir kommt nicht mal Trideoqualität an. Das kann’s ja wohl nicht sein. Die Skorgen hat gesagt ich soll ein paar Posts setzen und Bilder auf Foren platzieren, Fake-Accounts und so. Ok, ich hab’s gemacht. Sollte vielleicht ein bißchen was bringen, wenn die Clark im Quartier Neo auf Panik macht und Leute mobilisieren will.“

„Außerdem – wegen Lena – ich hab mal so getan als hätte ich das ganz fette, riesige, blinkende Absperrband nicht gesehen, das mir der Captain um den Kopf gewickelt hat, damit ich nicht in die Dahomey-Hosts eindringe. Den Ort, den euch die Handlanger von dem Schieber Alobé verraten haben, den konnte ich ausfindig machen. Er liegt im Elizabeth Mangun Quartier, Moskuwa Downtown Low. Es handelt sich um ein Cargo Terminal, das Unternehmen ab und an von der Quartierverwaltung mieten um dort Fracht zwischenzulagern. Früher war es ein Abwasseraufbereitungshof oder sowas, „Waste Water Treatment“. Jetzt lagern da eure Reifen! Im Prinzip ist es eine umzäunte Freifläche zwischen den eng umliegend gebauten Hochhäusern der Unterstadt. Aktuelle Bilder habe ich nicht, aber ihr habt ja mal einen kurzen EInblick mit der Drohne gehabt. Was ich aber besorgen konnte, jaja, lobt mich nur, ist ein Ausschnitt des Bebauungsplans!“

Bebauungsplan, Quartier Elizabeth Mangun, Downtown Low, Moskuwa, 2073

„Das Zielgelände mit den Reifen ist die Freifläche im Ostteil – das ist links. Es misst etwa 60 mal 30 Meter, also gut 1.800 Quadratmeter. Ein Teil ist mit abgewrackten Überresten der alten Betriebsgebäude bebaut.“

„Aaaauuuußerdem konnte ich mir das Handy von der Tussi mit den Narben näher anschauen, die ihr umgelegt hab in dem Restaurant. – Alter, was sag‘ ich hier eigentlich? Ihr seid voll auf dem Mafia-Tripp, oder? – Jedenfalls, im Handyspeicher waren automatische Anruferportraits versteckt, die von der Besitzerin eigentlich geblockt wurden. Aber natürlich hat das Ding sie trotzdem irgendwo gespeichert. Ich kann die Portraits leider nicht zuordnen, zu den Namen, aber das sind die Favoriten, wahrscheinlich diese Dandys, zu denen sie gehört hat:

Die Elfe rechts oben mit den Narben ist die ehemalige Besitzerin des Handys, die hieß ja scheinbar „Tic“. Die Namen in der Prioritätenliste sind in alphabetischer Reihenfolge: Albert, Aton, Brosso, Clemens, Liz, Orlin, Pickup, Sento, Spike, Villeroy und Wilco.“

„Mehr hab‘ ich leider nicht machen können in der Zeit. Ich hoffe, das hilft! Haut sie alle um und Lena raus!“

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