Operation Buffalo Forward

Geschehnisse und aktuelle Situation

Es war kurz vor Mitternacht zum 02. Novemer 2073. Die SFG 77 hatte sich entschieden, eine potentiell verbündete Partei vor Ort, die Schrottsammler, anzusprechen und eine Befreiung von Nakatombe zu versuchen. Das gelang.

Die Schrottsammler hatten sich dankbar und für Kooperation aufgeschlossen gezeigt. Es fand Tauschhandel statt und Negative wurde bei der Rückführung der Geretteten aus dem Tal unterstützt. Am Morgen des 02. November kam es zu einer Waffenübergabe zwischen Mercenary Inc. und der SFG 77, die sich als Abnehmer der Ware ausgegeben hatten. In Folge der Scharade wurde Nakatombe am Mittag des gleichen Tages durch den Ares Bane Drohnenträger angegriffen. Der Angriff auf Nakatombe konnte abgewehrt werden. Norge wurde schwer verletzt, die gehandelten Giftgaswaffen wurden sichergestellt.

In den kommenden 10 Tagen war die SFG 77 aufgrund der schweren Verletzung von Norge bewegungsunfähig. Nakatombe wurde als vorgeschobene Operationsbasis ausgebaut und die Lage der SFG 77 weiter konsolidiert. Zahlreiche Maßnahmen zur Informationsgewinnung und Sicherung von Nakatiombe wurden unternommen.

Am 12. November 2073 erwachte Norge aus der Bewusstlosigkeit und konnte über den status quo informiert werden. Am Abend des 13. November kam es zu einem Vergeltungsangriff gegen Nakatombe und die SFG 77, der insbesondere Copper und den sichergestellten Giftgaswaffen galt. Der Angriff wurde zurückgeschlagen und eine Geistmanifestation im Dienst der Schwarzen idola Afkarasar („Coppers Begegnung“) konnte vertrieben werden.

Coppers Begegnung

In Nakatombe befindet sich derzeit der Hauler Van (nebst Zoés Hund Dingo), der Leyland Militärlaster, fast die gesamte Ausrüstung, die MTC-Drohne sowie die Flugdrohnen und Spinnendrohnen von Zoé. Der Fuhrpark der SFG 77 wurde um zahlreiche Fahrzeuge aus Nakatombe erweitert, hinzu kommen zwei Kampfdrohnen des Ares Bane sowie technische Ausrüstung für ein erweitertes BattleTac-Netzwerk unter Einbindung der Drohnen und des sichergestellten Mörsers.

Der ehemalige Siedlungsleiter Moko Mabotou hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Er konnte kundig und schnell in die Örtlichkeiten von Nakatombe einweisen. Mittlerweile sind Teile des Ortes wieder bewohnt. Die Bewohner sind neben der SFG 77 die Geretteten aus dem Tal der bunten Steine, die Geflüchteten aus Nigeria, die Schrottsammler und einige Gefangenen.

Die SFG 77 konnte zweimal über ein Terminal und eine Satellitenantenne Verbindung zu einer öffentlichen AIM Services Emergency Hotline aufnehmen. Diese Rückmeldung war erfolgreich, aber durch nicht vorhandene Sicherheitsstandards begrenzt.

Aufklärungsrelevante Daten häufen sich derweil vor allem unter der Aufsicht von Copper (siehe auch Ergebnisse zu OP Stocktaking). Insbesondere zählen dazu die eingesammelten Kennungsmarken von Mercenary Inc., aufgezeichnete Interviews mit den Geretteten aus dem Tal der bunten Steine sowie Gefangenen, Laptops und Kartentablets von den Milizionären aus Nakatombe sowie Informationen über die und aus der anstehende Waffenübergabe im Umland südlich von Nakatombe. Neben seltsamen Fetischen aus dem Besitz der Miliz gibt es dann noch diesen seltsamen Schrein, aus dem Copper ein Stück der Leber von Schrottsammlerin Kate entfernt hatte. Dieser Schrein hat nach dem zurückgeschlagenen Vergeltungsangriff seine arkane Aura eingebüßt. Auch ohne astrale Sehkraft kann man spüren, dass er an unguter Präsenz verloren hat.

Die Schrottsammler

Bei den Schrottsammlern handelt es sich um sieben Personen, die ihren Transporter nordwestlich von Nakatombe im Wald verborgen haben. Der Anführer ist ein Elf und heisst Marun. Die gefolterte Frau Kate ist wohl menschliche Magierin und wird angeblich mit einem Kopfgeld von OriOre gesucht. Die Frau Christie war zusammen mit Marun außerhalb von Nakatombe und nicht gefangen. Sie ist Jägerin oder Scharfschützin und hat mit einer Langwaffe Feuerschutz gegeben. Von der Miliz waren gefangen: Eine junge, verschleierte Frau aus der Region mit dem Namen Wasotu, die Norge bei der Operation an Kate hilft; ein stiller Ork aus der Region mit Namen Lomo; ein Zwerg namens Boston mit auswärtigem Akzent und großem Interesse an Ersatzteilen, Werkzeugen und Waffen; eine Asiatin mit dem Namen Lia, von der man weiß, dass sie eine unverschlüsselte Funkverbindung als Headware implantiert hat. Die Beziehung zwischen der SFG 77 und den Schrottsammlern ist positiv. Es wurde Tauschhandel betrieben, die Geretteten gemeinsam zurücktransportiert, Nakatombe gemeinsam verteidigt und der Ares Bane Drohnenpanzer zerlegt. Marun und Moko Mabotou haben über eine längere Zusammenarbeit beraten. Die Schrottsammler haben nach Norges Anregung begonnen, das Umland in den Blick zu nehmen und kleine Erkundungen zu starten.

Missionsziele OP Buffalo Forward

Ausgegebene Ziele von Régicide:

  • Rückführung der Geretteten aus dem Tal der bunten Steine (erledigt)
  • Sammlung von geheimdienstlichen und aufklärungsrelevanten Daten (erledigt)
  • Befragung von Gefangenen, Schrottsammlern und Bewohnern (erledigt)
  • Untersuchung des Waffenhandels zwischen nigerianischen Milizen und Mercenary Inc. (erledigt)
  • Erholungsphasen nutzen, Kräfte sammeln (erledigt)
  • Bergung restlicher, persönlicher Ausrüstung (erledigt)
  • Rückführung der Leiche von CW3 Hiller (erledigt)
  • Medizinische Versorgung von Kate und Norge (erledigt)
  • Entscheidung über den nächsten Schritt (erledigt)

Ereignisse am Steinwald

Eine Reise zur sogenannten „Großen Zusammenkunft“ wurde erfolgreich mit Wasotu, Lomo, Tukka und Rafik sowie Sakinah Giwa unternommen. Die Zusammenkunft findet in den Wüstenrandgebieten des nordöstlichen Dahomey statt. Die Region ist durch einen markanten „Steinwald“ geprägt.

Steinwald

Vor Ort kam es zu einem Treffen mit dem nigerianischen Prinzenpaar aus der Grauen Zone, die am Treffen ebenfalls teilnehmen. Eine enge Verbindung zwischen dem Prinzenpaar, Negative und der Schwarzen Idola Andikan wurde offenbar.

Nigerianisches „Prinzenpaar“ (Promo Outfit)

Die zerstörerischen Kräfte in Dahomey haben mit der Volksgruppe „Agooji“ einen Namen erhalten. Sie scheinen maßgeblich für zahlreiche, gewaltsame und anarchische Vorfälle in ganz Dahomey verantwortlich zu sein. Um diesen Dingen auf den Grund zu gehen, hat die Große Zusammenkunft eine kleine Ermittlergruppe eingerichtet, die jedoch im Lärm der Zusammenkunft etwas untergeht. Die SFG 77 hat sich bereit erklärt als Vertretung des Prinzenpaares diese Ermittlergruppe zu unterstützen. Dabei konnten rasch große Sprünge nach vorne gemacht werden. Durch akribische Recherchen wurde der Fon Bari als potentieller Kolaborateur mit den Agooji enttarnt. Er steht im Zusammenhang mit einem gnomischen Spion, Narib, der am Lager der SFG 77 eine Wanze platziert hatte, gefangen wurde und dann unvermutet verstarb. Die Aussagen des Narib verweisen auf die Fulbe als Initiatoren des Spionageakts. Der Fon Bari belastet allerdings eher die Fon und deren Repräsentanten Ulowa.

Sowohl Ulowa als auch weitere Vertreter anwesender Gruppierungen (wie etwa die Interviewpartner von Evan Choi) sind dabei, eine Verfassungsempfehlung an die Hauptstadt Lome und eine potentielle Nachfolgeregierung zu formulieren. Dies könnte nachhaltigen Einfluss auf die Zukunft des Landes nach der Krise ausüben. Diese Empfehlung bildet zusammen mit der monumentalen Steinsetzung und dem Großen Viehtrieb die drei großen Versuche zur Verbesserung der aktuellen Lage im Rahmen der Großen Zusammenkunft. Ein vierter Faktor, die Band Primordial Flower, ist in ihrer Bedeutung noch ungeklärt.

Im Zuge der bisherigen Erkundungen zu den Idola tauchte immer wieder der Name der Untergrundband Primordial Flower auf. Die Band ist auf der Großen Zusammenkunft in misslicher Lage zugegen. Ein erster Besuch von Zoé und Régicide hat gezeigt, dass die Band sehr intime Kenntnisse über die Verstrickungen der Idola mit der 6. Welt und das Sandorakel besitzt. Die Band wird wird von einer Inkarnation des Affen-Totems begleitet, die ihr möglicherweise helfend und schützend zur Seite steht. Bisher ist unklar, ob die Band auf dem Steinbaum entrückt wurde, um sie als positive Kraft aus dem Spiel zu nehmen oder aber vor schlechten Ereignissen zu schützen.

Primordial Flower Bandlogo

Darüber hinaus wurde bekannt, dass sich in den konflikthaften Wüstengebieten 80km nördlich der Zusammenkunft ein Sandorakel befindet, das möglicherweise absichtsvoll von Söldnern besetzt ist, um die Agooji gegen Dahomey zu unterstützen. Nach den Schilderungen der Volksgruppe der Frafa und der Primordial Flower ist das Sandorakel dazu geeignet, das positive und negative Wirken der Idola in der Vergangenheit zu enthüllen und gleichzeitig die Folgen zukünftiger Handlungen (für die Idola oder Bittsteller) abzuschätzen.

Ergebnisse

Operation Buffalo Forward wurde durch LT Morellè am 17. November 2073 offiziell beendet, nachdem der Spionageangriff der Agooji beendet werden konnte. Der schuldige Ulowa, Vertreter der Volksgruppe der Fon, konnte der Kollaboration mit den Agooji und des Verrats an der Großen Zusammenkunft sowie Verfassungsversammlung überführt werden. Im diesem Zusammenhang wurde seine Kontaktperson, eine Agooji namens Kaita, enttarnt und überwältig. Sie verstarb unmittelbar danach an einer arkanen Einflussnahme unklaren Ursprungs.

Kaita, mutmaßliche Agentin der Agooji

Am Abend des 17. November fand nach Einladung durch die SFG 77 eine Aussprache der wichtigsten Gruppen auf dem Zentralplatz der Großen Verammlung statt. Die Hintergründe wurden bekannt gegeben und die Arbeit der Ermittlergruppe vorgestellt. Nach Ulowas Geständnis und selbstauferlegtem Ausscheiden aus der Verfassungsversammlung hat er den Willen bekundet, sich bis zum Ende der Angelegenheit in ein Exil zurückzuziehen. Die Parteien der Versammlung sind der SFG 77 insgesamt aufgeschlossen und erkennen deren Bedeutung als Fremde an, denen es möglich war zu agieren, ohne das delikate Gleichgewicht und die sensiblen, ungeschriebenen Regeln der Großen Zusammenkunft zu zerstören. Verschiedene Parteien haben signalisiert, das weitere Vorgehen der SFG 77 unterstützen zu wollen, insbesondere mit Blick auf das Sandorakel.

Unter den zahlreichen Hinweisen auf die Agooji und deren Arbeitsweise stechen zwei besonders hervor. Es stellte sich heraus, dass die Agooji einen möglicherweise sehr gezielt präparierten Parfümartikel aus der Luxuskollektion Égalitérnité als Markierung, Erkennungszeichen oder für einen anderen Zweck verwenden. Dieses Pflegeprodukt war nicht immer offiziell etikettiert, konnte von Negative nun aber identifiziert und bestätigt werden.

Zudem legen Ausstattung, Arbeitsweise und Professionalitätsgrad der bisher aufgedeckten Agooji nahe, dass die Gruppierung über sehr gut ausgebildete und erfahrene Spione verfügt. Copper und Zoé urteilen aufgrund ihrer Erfahrungen, dass sich professionelle, geheimdienstliche Tätigkeiten der Agooji wahrscheinlich auch schon geraume Zeit hinter den Kulissen gegen die SFG 77 richten. Auch wenn die Bedingungen alles andere als gut sind und die SFG 77 ganz akutere Probleme hat, wird Spionageabwehr und Spionageaufklärung langsam ein immer drängenderes Problem.

Buffalo Forward lieferte letztlich zahlreiche Hinweise für das mögliche, weitere Vorgehen der SFG 77. So scheint das besetzte Sandorakel am Wüstenrand sowohl von spiritueller als auch strategischer Bedeutung zu sein. Ulowa lieferte außerdem die Position einer „Luxury Mansion„, die offiziell der Collection Égalitérnité als Präsentationsfläche und Firmensitz dient und nun eine Basis der Agooji nördlich von Askuwa sein soll. Weiterhin wurde klar, dass Fon und Agooji im erwachten Dschungel (östlich der Absturzstelle von Evan Choi) eng zusammen arbeiten und gemeinsame Militärcamps unterhalten. Ulowas Aussagen legten nahe, dass diese Zusammenarbeit viele Jahre zurückreicht und die aktuelle Gewaltagenda der Agooji nicht im Sinne aller Fon ist. Nicht zuletzt konnte der Verfassungsentwurf für die Zukunft Dahomeys erbeutet werden, der unter Umständen auch relevante Informationen für die strategischen Ziele von AIM MATTERS birgt.

Die Lage und Entwicklung in Nakatombe und im HQ Moskuwa stellen nach wie vor ebenfalls relevante Punkte auf der Agenda der SFG 77 dar.

4 Kommentare zu „Operation Buffalo Forward“

  1. Prequel… 23:12… Direkt nach der ersten Kontaktaufnahme…

    Der Bildschirm war schwarz geworden, die Satellitenverbindung unterbrochen. Hatte das genügt? Schnell wurde man sich einig, dass man noch ein paar Worte nachschieben musste, damit zumindest Cpt. Uzun auf dem Laufenden war. Zoe und Cooper verliesen gerade das DeBeers Gebäude, und zwischen Negative und Regicide entspann sich eine Diskussion.

    „Ich weiß, das ist nicht in deinem Sinne, aber ich werde direkt zurückfahren, um mit der Kreatur Kontakt aufzunehmen!“ begann Negative noch im Angesicht des sich drehenden Schmetterlings.

    Regicide hob eine Augenbraue. „Wir müssen uns morgen früh bei den Waffenhändlern melden. Was für einen Sinn hätte es, ein Fünftel meines Trupps in dieser Situation in den Urwald gehen zu lassen“

    „Ich werde das machen, weil ich befürchte, dass das eine Möglichkeit für mich ist, die nie wieder kommt. Und wer kann mir hier schon helfen? Wenn ich jetzt nicht gehe, wer weiß, vielleicht trifft man das Wesen nie wieder. Oder das, was es mir zeigen will, ist fort oder vorbei.  „

    „Das Risiko ist hoch! Du hast keine Ahnung was Dich erwartet. Wie wird dich die Kreatur behandeln?“

    Du hat das Verhalten der Kreatur gesehen. Solange kein phallusfixierter Ork meinen Status untergräbt, ist sie mein Untertan!
    Und ich muß wissen, was mit meinem Gesicht ist. Vielleicht gibt es dort eine Antwort für mich. Und für uns alle, was diese Zusammenkunft angeht.“

    „Aber wir haben keinen Kontakt zueinander! Du bist dann alleine in der grünen Hölle!“

    „Ich werde Tukka und Rafik mitnehmen! Was die normale Unwägbarkeiten angeht, bin ich sicher! Es wird sich sowieso zeigen, was die beiden wollen. Ich denke nicht, dass sie mit hierher kommen wollen“

    „Warum willst du nicht noch warten mit dem Trip? Wenn wir Hiller bergen, später, zusammen? Da wäre auch noch Zeit!“

    Regicide blickte dem Elf einen Moment lange ins gezeichnete Gesicht. Für einen Moment schien es ihm, als würden die Zeichnungen noch deutlicher hervortreten. Er gab sich einen Ruck.

    „Also gut. Aber ihr brecht so bald wie möglich auf!
    Wer weiß, wie hier die Situation in drei Tagen ist. Ich kläre, wer von den Scrappern dich begleitet, d´accord?! Das Problem mit der Kontaktaufnahme bleibt, sowohl für Dich als auch für die Scrapper, die die Einwohner zurückbringen. Richte bitte einen entspechenden Kanal ein. Sowohl Du als auch die Anderen sollen sich melden, sobald sie in Reichweite sind! Und schafft wenn möglich Hillers sterbliche Überreste hierher!“ Negative nickte nur knapp und verließ den Raum.

    Regicide trat langsam ans Fenster. Draußen stand der ehemalige Dorfvorsteher verloren in den Spuren der Kampfhandlungen. Er beobachteten vom Satellitenterminal aus, wie der Elf aus dem Gebäude trat und ihn mit knappen Gesten in Richtung Fuhrpark wies. Beide verschwanden rasch aus dem Sichtfeld. LT seufzte schwer, öffnete den Funkkanal, informierte das Team über das weitere Vorgehen – und nahm erneut Kontakt zu AIM auf…

  2. 2073/11/13 21:49:22
    Zoe hatte es sich auf dem bereitgestellten Sessel im Hangar bequem gemacht. Das Fluggerät stand vorbereitet auf dem Asphalt.
    „Negative für LT“
    „LT hört“
    “ Drohne abflugbereit! Bei sofortigem Start Eintreffen im Zielgebiet gegen Mitternacht“
    “ Ruft mich dazu, wenn es soweit ist. Over and out.“
    Negative nickte der Gnomin aufmunternd zu. Sie lächelte zurück und ihr Geist ging auf in dem Utensil, das sich draußen surrend in den Nachthimmel erhob und im Dunkeln Richtung Südwesten verschwand. Der Elf trat ein paar Schritte aus dem Gebäude in lauschte der rasch verklingenden Motoren. Er blickte sich um und ging dann zurück – bis es spannend wurde, hatten sie noch Zeit…

  3. Zoe bleibt so lange wie es die Distanz zulässt in der Drohne und gibt dem Autopilot der Wandjina genaue Koordinaten zur Aufklärung der Tombu Villa. Sie soll – wie es auch die Taktik von Mercenary Inc. war – in Tangenten um das Zielgebiet fliegen und so viele Informationen über Personen, Fahrzeuge und mögliche Drohnen vor Ort sammeln wie nur möglich ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Nach einigen Kilometern überlässt Zoe die Drohne sich selbst und erwartet mit Spannung die Rückkehr zur Datenauswertung…

  4. Der fortgeschrittene Autopilot und Zoés Kenntnisse im Umgang mit Fahrzeugtaktik und geheimdienstlicher Aufklärung schicken die Drone mit einer klaren Instruktion los. Das Ergebnis ist daher überraschend aber auch eindeutig zugleich.

    Die „Villa Tombu“ besteht aus einem kostspieligen Anwesen, das einen überschaubaren Unternehmenskomplex überblickt. Große Hangarhallen und überdachte Freiluftanlagen zur LKW-Wartung und Güterverladung schmiegen sich entlang eines ausgedehnten, engen Hangabschnitts. Die Anlage schlängelt sich in einer großen Serpentine zum Gipfel einer Anhöhe empor, wo dann das Anwesen des Unternehmers thront. Das ganze Areal von ca. 40 Hektar ist umzäunt und die Botanik im inneren gepflegt. Ein kleiner Fluss trägt Frischwasser von Norden kommend an der Villa Tombu vorbei. Soweit entspricht dies den Informationen, die man bereits Anfang Oktober von CPT Uzun bekommen hatte. Doch einmal mehr, haben sich auch hier die Spielkarten in den vergangenen drei Wochen erheblich geändert.

    Das gesamte Areal ist von hunderten, vielleicht tausenden Menschen bevölkert, die dort in den Gebäuden aber auch zum Teil in weißen Großraumzelten entlang der Betriebsplätze und der breiten Zufahrtsstraßen leben. Die Drohne war scheinbar auch „überrascht“ und hat flexibel reagiert. Sie klassifizierte die Menschen als „Besatzer“, „Zivilisten“ und „Hilfsbedürftige“. Zoé wertet das Datenmaterial selbst noch einmal genauer aus. Es bleiben dann alsbald keine Zweifel. Die Tombu Villa wurde bereits vor zahlreichen Tagen als Flüchtlingslager umfunktioniert. Die Drohne identifiziert Fahrzeuge und Einzelpersonen, die scheinbar zu Hilfswerken oder privaten Akteuren gehören. Die Villa selbst dient als Krankenstation und Zentrale für die Koodinierung der geflüchteten Menschen. Das Zeltlager erstreckt sich über die Tombu-Villa hinaus viele Kilometer entlang der vom Wald dicht bedrängten Hauptstraßen. Die Lage sieht auf den Luftbildern prekär aus, die Situation scheint aber geordnet und gegenwärtig stabil.

    Als Fluchtursache finden sich keine direkten Anzeichen in der Drohnenbeobachtung. Zoé entdeckt in den Sensordaten aus maximaler Flughöhe jedoch einige Anomalien am südlichen Horizont, die sie nach Datenauswertung als Reflexionen auf einer gewaltigen Wasserfläche ausmacht. Mit einem Kloß im Hals kann sie die Ausmaße des zerstörten Bura-Staudamms erahnen, der die hoch und abgelegene Villa Tombu nördlich des Schwemmlandes zur Rettungsinsel hat werden lassen.

    Die Villa Tombu ist damit als Operationsbasis für die SFG 77 im Moment hinfällig geworden. Wenn es einmal bewaffnete Kriminelle gab, die den Ort überfallen und besetzt hatten, dann finden sich davon keine Anzeichen mehr. Überhaupt finden weder die Drohne noch Zoé Ordnungs- oder Sicherheitskräfte. Das ganze Lager ist dem drohenden Chaos und der stets möglichen Gewalt im Umland schutzlos ausgeliefert. Dieses Lager zu beschützen, liegt weit jenseits der Möglichkeiten der SFG 77. Es bräuchte eine massivere AIM-Präsenz, um die Villa Tombu in den Griff zu bekommen und die Menschen dort sinnvoll zu unterstützen.

Die Kommentare sind geschlossen.

Worldwide Security Solutions