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Epilog: Norge

Es war ein langer Einsatz und Norge kann es kaum erwarten aus dem verfluchten Land heraus zu kommen und wieder in der Welt zu reisen wo ein Schiff einen Anker braucht um an Ort und Stelle zu bleiben und nicht Personen um über weite Strecken irgendwohin katapultiert zu werden. Bis zu Letzt blieben ihm die Geheimnisse Jakutien fremder als den anderen. Umso erfreulicher war er das es über den bekannten Leuchtturm hinaus ging. Zumindest für ihn und mit ihm auch Sani und der Leichnam von Zoe den er gut gekühlt mit sich nahm. Der Weg den er schon zur Einreise oder eher zur Invasion gewählt hätte. Ob es dann letztlich zu diesem Ende gekommen wäre ist fraglich, das gibt er zu. Aber nun wo der Einsatz geglückt ist, will er lieber nicht nochmal ein Risiko eingehen mit Abbildern von Toten. Davon hat er endgültig die Schnauze voll.

In der Welt angekommen, schreibt er seine Kündigung und beantragt den Resturlaub bei AIM. Da steht ihm genug zu das er bis zum Vertragsende sicher nicht mehr arbeiten muss. So hat er praktisch von Anfang an frei.

So reist er nach Neuseeland, Zoe im Gepäck. Mit Mirus Hilfe gelingt es sicherlich eventuell noch lebende Familienmitglieder oder alte Freunde zu finden und sie ordentlich zu beerdigen. An einem Ort wo nicht nur Vagabunden hinkommen sondern eben auch jene die Zoe immer im Herzen hatten, egal wo sie war und was sie da tat. Die Weltenbummler unter ihren Freunden haben sicher auch kein Problem nach Neuseeland zu reisen.

So sorgt er für eine angemessene Grabstätte. Es soll ja auch was her machen, aber er setzt nur bei zwei Sache seinen Kopf wirklich stur durch. Eine Plakette muss unbedingt mit drauf auf den Grabstein oder die Grabplatte, je nachdem für was man sich entscheidet. Die Gedenkplakette besteht aus dem zur Zeit Widerstandsfähigsten Metall das es gibt und ist Korrosionsbeständig. Eingraviert wird folgendes:

Hier ruht Zoe Miller. Mechanikerin, Pilotin, Löwin, niemals eine Soldatin…

Dann folgen, eingraviert, alle Orden, Auszeichnungen und Operationsmedaillien welche sie in ihrer Zeit gesammelt hat, wie als Widerspruch zur letzten Aussage das sie niemals eine Soldatin war. Weiter unten steht wieder eingraviert.

…immer Teil der Familie.

In Trauer SFG77

Das zweite auf das er bestand war, das eine kleine, an eine Kerze erinnernde, ewige Flamme installiert wurde. Sie wird mit einem bestimmten Gas betrieben welches nahezu rauchlos verbrennt. Auch wenn Norge das zu ihren Lebzeiten stets kritisierte, so weiß er dennoch das es ihr und wohl auch manch anderem richtig erscheinen würde auch an diesen Aspekt ihres Lebens zu erinnern. Als letztes wird der Standort des Grabes oder der Gedenkstätte an alle die es angeht weitergeleitet. Selbst Mike bekommt auf den Norge bekannten Adressen den Standort geschickt. Denn Norge ist nach wie vor der Meinung das Mike irgendiwe überlebt hat und sich ein feines Leben mit seiner Verlobten oder wahrschienlich mittlerweile Frau macht, vorausgesetzt er hat es nicht versaut.

Als alles arangiert und ausgeführt war fällt eine Last von Norge ab und er fliegt umgehend nach Japan um einige Zeit bei Sani zu entspannen und in dieser Zeit kapselt er sich wohl auch ziemlich ab. Ist schwer bis gar nicht zu erreichen und Sani kümmert sich wohlauch gut um ihn, was ihn letztlich aus der Depression holt und er sich wieder an gewisse Dinge erinnert welche sich ereignet haben. So meldet er sich bei Miru und bittet um eine Stelle in der Waffenforschung, Schwerpunkt Energiewaffen. Er bringt ja imemrhin praktische Erfahrung mit und dazu noch Forschungsobjekte, ein Lasergewehr und eine Laserpistole, welche er aus Jakutien mitbrachte. Aber natürlich will er nicht nur an Handfeuerwaffen forschen. Lange wurde er ja belächelt wenn er von Orbitallasern geredet hat und nun steht ja fest das es eben diese gibt, oder doch zumindest einen. So wird er sich wohl einige Jahre der Forschung widmen und lernen und später auch sein wIssen weiter geben.

Der Hauptaugenmerk leigt aber die ganze Zeit auf seiner Beziehung zu Sani und natürlich werden auch Kinder ein Thema sein. Ein Haufen kleiner Orks, wenn es nach ihm geht, mindestens 5. Wenn es ruhig bleibt in seinem Leben wird wohl auch die Dermalpanzerung entfernt und der Cyberarm gegen einen Nachgezüchteten ersetzt werden. Mit Mirus Hilfe wird das sicherlich ebenso ermöglicht werden wie eben auch die Forschungsstelle bei Yutani. Mit anderen Worten, Norge und Sani werden ein ruhigeres Leben führen, fern ab von Kugelhagel  und Eiswüsten oder Sandwüsten und Dschungeln. Abgesehen vom Stadtdschungel. Er läßt sich sogar von Sani dazu überreden bei ihrem Wetterblog, den sie ja betreibt, mit aufzutreten, natürlich mit eigenem Avatar.

Und Norge wird glücklich damit sein. Mit der Zeit würde er dann sicherlich auch wieder anrufe oder Besuche annehmen. Selbst von seinem Cpt. und Positive. Ja, man kann durchaus sagen das Norge mit sich im Reinen ist. Man kann sogar sagen das es für ihn bei alldem ein Happy End gab… bis hier hin.

Die Rückeroberung von Snoopy 1 (Aus Norges Sicht)

Nun geht es los, unsre Eismetzen steigen aus und fangen an das Loch zu bohren, den Stollen wie wohl Copper sagen würde. Dabei möchte ich festhalten das der Begriff Eismetze nicht despektierlich gemeint ist. Nunja, es freut mich natürlich schon das sich Atra darüber ärgert. Ich meine nur weil ich ihr sagte ich erschieße sie nicht und gehe nicht gegen sie vor, bedeutet das ja nun nicht das wir dicke Freunde sind. Nach wie vor halte ich sie für schädlich. Was Zoe angeht hat es sich ja leider bewahrheitet.

Aber zurück zum aktuellen geschehen. Die heizen dem Gletscher mächtig ein und es kommt dazu das Eisbrocken, also eigentlich Eisfelsen, herabrauschen und uns Schwierigkeiten bereiten. Hätte nur mal einer davor gewarnt das sowas passieren kann…..

Aber trotz allem kommen sie voran und nachdem ich den kleinen Hitzkopf mal aus dem Wasser gefischt und trocken geschüttelt habe bis sie wieder brannte, ging es sogar ohne weitere Probleme bis zum Durchbruch. Ich hab Zoe ein paar Hitze Packs unter die Kleidung geschoben, scheint sie nötig zu haben und Régicide hat seinen Zauber gewirkt, aber dann mussten wir uns um dringenderes kümmern. Die beiden haben ihren Teil getan.

Wir klären für die Verhältnisse gut auf, aber eigentlich ist es völlig ungenügend wenn ich an die vorhergehenden Aktionen denke. Trotzdem gilts nun. Wir müssen handeln. Leise wollen wir Snoopy einnehmen und es gelingen uns gute Anfangserfolge. Zwei Wachen, wovon eine überraschend auftauchte, werden ausgeschaltet. Eine dritte bewegt sich unvorhergesehen weg on Snoopy und wir machen uns bereit die Rampe zu nehmen. Als Ablenkung dient die Welle im Fluß welche die Gegner ablenken soll.

Obwohl das nur halb gelingt, die zwei direkt im Verladebereich von Snoopy erwarten uns mit angelegten Waffen, gelingt es und sie zu überrumpeln. Dann der erste Rückschlag. Wir werden von hinten beschossen und werden in Deckung gezwungen. Regicide wurde getroffen aber das Geschoss schlug nicht durch. Schwein gehabt Frenchi. Ich vernebele die Rampe und gebe durch dass die Einstiegszone heiß ist. Positive und Sani müssen nachrücken, sonst geht es schief. Der Rauch wird ihnen schon genug Deckung geben.

Da müssen wir uns schon der nächsten Gegner erwehren welche aus dem inneren von Snoopy kommen. Sie nehmen uns unter Dauerfeuer und wir müssen ausweichen. Granaten fliegen und wir erwidern das Feuer und es folgen Explosionen. Es wird zunehmend unübersichtlich. Ich stürme vor und erledige die verwundeten Gegner. Gnade kann es im Augenblick genauso wenig geben wie Gefangene. Keine Zeit uns mit sowas zu belasten. Positive und Sani rücken nach, irgendwer hatte bei unsrem vorgehen Snoopy abgeschaltet. Hat uns wohl den Arsch gerettet. Sani versucht das wieder in Gang zu bekommen, was aber nur teilweise zu gelingen schient. Ich mach weiter.

Ich finde hinten in den Beschleunigungskammern Naama Malik die ins Koma gelegt wurde. Ich starte ein sanftes Aufwachprogramm. In drei stunden wird sie da wohl raus sein. Egal warum sie ins Koma gelegt wurde, wenn der Gegner das macht, ist es für uns sicher gut sie da raus zu  holen. Dann wird es erneut ernst. Ich verliere Regicide und Positive mit Sani aus den Augen, muß mich um den Heckbereich kümmern. Da will wer ein. Ich baue mir eine Stellung aus den schwersten Kisten die auch ein wenig was aushalten wenn es gleich zum Kampf kommt. Ein schwerer Laser bearbeitet die Rampe, ebenso einige Raketen. Kurz gibt es widersprüchliche Befehle, aber dann ist es soweit und es geht los.

Die Rampe kracht runter, ich werfe beide Molotowcocktails auf die Rampe und setze sie in Brand. Rufe Chinesische Schmähungen herunter. Will den Feind reizen ,aber er greift dennoch zuerst mit dem Panzer an. Nein, erst fliegen wieder Granaten umher, auch von meiner Seite. Alles aber ungezielt und es richtet nur materiellen Schaden an, davon aber sicher reichlich. Ich wills nicht sein der da alles wieder zusammenlöten muß.

Der Panzer rollt an und schießt hier und dorthin, kann aber meine Deckung wohl nicht einordnen. Ich schieße mit nem Raketenwerfer und treffe vorzüglich, fast zu gut. Das Ding geht hoch und nimmt die drei Infanteristen hinter sich mit. Sie werden Opfer von den Trümmerstücken. Dann kommen drei weitere. Einer geht in Flammen auf. Naja, muß da wohl Atra für danken, aber nur im Kopf. Wär ja noch schöner. Der zweite wird von einem Geist in den Nahkampf gezwungen aber der Letzte bricht durch. Längst weiß ich nicht mehr wie es bei den anderen aussieht. Positive verlangte ne Statusmeldung. Ist Regicide ausgefallen? Egal, ich melde und gehe der Kampf geht los. Er ist gut, verdammt gut. Schneller als ich. Keine Chance bei nem Schusswechsel. Ich weiche aus und gehe in den Nahkampf aber auch das beherrscht der Bursche. Wo ist Copper wenn mal gebraucht würde? Selten wurde ich so gefordert. Naja bei Übungskämpfen mit Brick schon, aber hier geht’s um alles. Er nimmt mich in einen tödlichen Griff den ich gerade so noch sprengen kann und zahle es ihm mit gleicher Münze heim. Aber er hat wohl bisher noch keine wirklich harten Gegner gehabt auf dem Niveau. Im geht die Kraft aus, mein Glück. Wirklich ne Schande so nen guten Kämpfer ausschalten zu müssen. Der hatte was drauf.

Am Ende ist Snoopy wohl unser und wie ich sehen kann hat das Team soweit überlebt und es sind alle gut durchgekommen. Leise wollten wir sein. Naja. Wird sich zeigen ob sie was auf dem Schiff nebenan was gemerkt haben.

Miru komm!

Wir sind durch Yakutien gestolpert. Die Dinge entfalten sich. Ich komme kaum hinterher. Vieles wurde vorhergesehen. Die Stimmung ist gut. Das Schlimmste ist eingetroffen, aber keiner zögert, keiner ist verzagt. Wir haben uns immer und immer wieder gesagt, dass diese Expedition ein Opfer erfordern wird. Ich verstehe jetzt, dass das jeder verstanden hat.

Wir sitzen in einem improvisierten Tauchboot. Ich weiß nicht, was kommen wird. Ich denke, es wir einen Kampf geben. Der Drache ist hier. Er wird kommen. Die Feuerfrau ist sich sicher, und Haraldsans Freunde sind es auch. Wir haben die Schlüssel in der Hand. Aber es kann alles scheitern. Vielleicht haben wir uns auch verrannt, und wie bei der Mangold-Zobel-Expedition wird man vielleicht nur wahnsinnige Hüllen bergen, die nichts mehr mit uns gemeinsam haben. Wird das Land uns auffressen um seine Geheimnisse zu bewahren?

Miru, ich möchte Dir danken, für Dein Vertrauen. Ich bin demütig für Deine Sanftheit und Güte, mich so anzunehmen wie ich bin. Auch wenn die Last der Aufgaben mich erdrückt, bin ich so berührt von Deinem Vertrauen, von Deiner kindlichen Klarheit, die so viel Weisheit kennt. Dein Blick ist anders. Du durchschaust uns alle. Und auch, wenn mich das schamhaft zurückschrecken lässt, verstehe ich nun, dass Du mich niemals verurteilen würdest. Bewerten, ja, Aber nicht verurteilen. Ich werde nicht sehr alt werden. Aber dennoch zögerst Du nicht, in mich zu investieren.

Ich möchte Dir danken, für die Liebe und Wärme und unerschütterliche Loyalität, die ich in Haraldsan gefunden habe – nur durch Dich. Ein Band auf kurze Zeit, wie wir alle wissen. Ich möchte aber in Deiner Erinnerung unendlich sein. Du wirst uns alle überleben. Das ist die Gabe, die Deine Mutter Dir gegeben hat. Ich fühle mich schlecht, darüber etwas zu schreiben, denn eigentlich weiß ich nichts über Dich. Aber dennoch habe ich niemals so viel Menschlichkeit gespürt, als in Dir.

Miru-sama, Du bist unzerstörbar und zerbrechlich zugleich. Du bist die Gabe des grünen Blattes. Ein schöner, unvergänglicher Augenblick. Und ich werde mit Haraldsan einen neuen Morgen erleben, oder einen letzten Sonnenuntergang.

Ein paar Worte…

Der schnelle Aufbruch nach dem Ritual, das hoffentlich – abgesehen von einem merkwürdigen Fuchs-Wesen – unbemerkte Zurückfinden zu den Tunneln; Zoe hatte noch wenig Gelegenheit, in sich hineinzuhorchen. Doch eines ist bereits ganz deutlich. Sie spürt trotz der harschen Wetterbedingungen eine angenehme, sich von innen ausbreitende Wärme. Und, worüber sie fast ein wenig überrascht ist, sie spürt sich ganz klar selbst. Sie, Zoe, ist noch da. Vielleicht durch den neuen Funken der gerade anfängt zu glühen, mehr als seit vielen Wochen, in denen sie nur noch ausgebrannt war.

Als sich die Gruppe einen Moment sammelt, ist es überfällig, dass Zoe ein paar Worte verliert. Sie schaut jeden einzelnen an und sagt mit bedrückter Stimme, aber in aufrechter Haltung: 

„Was vorhin passiert ist, war eine gemeinsame Entscheidung vor langer Zeit. Ich habe sie jetzt nur mit allen Konsequenzen ausgeführt, auch wenn ich euer aller Bedenken und Widerstand gespürt habe. Denn für mich war dieser Weg schon lange klar und bereits gegangen. Ich habe Bricks Präsenz immer wieder gespürt und Atra hat mir schon lange aufgezeigt, wie mein Beitrag dazu aussehen kann, das Einzigartige was er geworden ist zu retten.

Régicite, du hast uns erst vor ein paar Tagen noch daran erinnert, dass wir nicht aus den Augen verlieren dürfen, was unser Ziel ist: dem Drachen Brick und Atra zu entziehen. Es gab für mich drei Gründe in dieses Land zu kommen. Lena, Brick und Atra. Einen Grund mussten wir bereits schmerzlich aufgeben. Und ich war nicht bereit, noch einen weiteren aufzugeben. Ich glaube, dass ich damit sowohl seine, als auch meine Seele am Ende befreien kann. Als ich damals ganz naiv entschieden habe, mich auf den Weg des Feuers zu begeben, habe ich dabei dir vertraut und deiner Verbindung zu Atra und ich wollte dich auf deinem eigenen Weg bestärken, ohne selbst zu wissen, wohin es mich eigentlich führt. Inzwischen ist das Feuer nicht mehr nur das Licht, das mir den Weg weist, sondern mein mächtiger Verbündeter. Und auch wenn das einen Preis hat, zahle ich ihn inzwischen frei und selbstbestimmt. So wie auch Brick es bei seiner Transformation getan hat. Von Lung entrissen und für andere Zwecke benutzt zu werden, hat er nicht entschieden und nicht gewollt. Er wollte am Ende genauso wie du Herr über seine Entscheidungen sein. Ich glaube, dass du Régicite, mit deinem Weitblick und deiner Willenskraft schon immer ganz dein eigener Herr warst, auch als Soldat. Feuer lässt sich nicht einfangen und nicht kontrollieren und das ist gut so. In einer Situation wie der unseren, in der nichts sicher ist, in der wir Verluste hinnehmen müssen und uns manchmal wie ein Spielball zwischen größeren Mächten fühlen, verlieren wir vielleicht das Gefühl von Selbstbestimmtheit. Und dann wird es um so schwerer, vertrauensvoll loszulassen. Aber ich hoffe sehr, dass das erneute Zeichen, dass das Feuer in seiner ganzen Stärke sich mit uns verbindet auch dir und uns allen wieder mehr Kraft und Vertrauen auf diesem Weg geben kann.   

Norge, ich habe deine Worte gehört, dass Brick ein Soldat war und er nicht gewollt hätte, dass sich jemand für ihn opfert. Er selbst ist aus dieser Rolle ausgebrochen und hat sich nur seinem eigenen Befehl folgend geopfert. Genau diese Entscheidung will ich in Ehren halten, indem ich die Macht, die er für das Gute einsetzen wollte, einem Wesen entzogen habe, das ihn für seine Zwecke missbraucht hat. Ich habe ihn dabei nicht gezwungen, sondern ihm eine Möglichkeit angeboten. Dabei habe ich das Erbe angenommen, das er mir mitgeben wollte. Ich weiß, dass das nicht jeder von euch so sieht, aber ich bin davon überzeugt, dass wir dieses Erbe und seine Stärke auf dem weiteren Weg zwingend brauchen.  

Positive, ich erinnere mich noch an deine Worte damals in Afrika. Dass manchmal das Land die Leute mehr ändert, als die Leute das Land ändern. Jakutien hat mich verändert. In meinem Herzen ist so lange ich existiere ein Platz für euch. Ich selbst werde aber keinen richtigen Platz mehr in der Welt finden, der ein Zuhause sein kann. Und alles was ich mir noch wünschen kann, ist, dass die neue Flamme in mir uns noch einmal Zeit und Kraft gibt, damit etwas sinnvolles zu tun. Vereint, als Gruppe, als Familie in voller Stärke. 

Brick selbst hat in seinem Nachruf noch von uns als seine Familie gesprochen und, dass er mit uns noch in ein paar Ärsche treten wollte.“ 

– Zoe muss an der Stelle kurz grinsen und sagt dann mit voller Zuversicht und ganz ohne Wehmut:

„Es wird hier unsere letzte gemeinsame Mission werden. Also lasst uns noch ein letztes Mal gemeinsam, auch mit Bricks Andenken in ein paar Ärsche treten!“

reconnaissance

Régicite füllt seine Thermosflasche mit dem heißen Wasser das Norge vorbereitet hat. Heute mit Instant-Kaffee, scheinbar will er sich die letzten Portionen echten Kaffees für eine besondere Gelegenheit aufbewahren.

„Alles was Norge gesagt hat, würde ich so als richtig und wichtig abspeichern. Ich denke das es lediglich zwei Dinge gibt, die eine höhere Wahrscheinlichkeit haben wahr zu sein:
Das Feenvolk scheint bestrebt, seinen Kontakt mit der restlichen Welt verringern oder abbrechen zu wohlen. Ich persönlich habe dazu keine Meinung, außer vielleicht das es auf lange Sicht ein sinnloses Unterfangen ist.
Wenn es zu einer Verhandlung zwischen Denen und Miru kommen kann…besser als Krieg führen.
Ebenfalls glaube ich, das sie Lung als einen Gegenspieler einstufen, mit dem sie fertig werden müssen…“

Er hält kurz inne, trinkt Kaffee
„Gegenspieler oder Feind…ich glaube nicht mal das Lung unser Feind ist. Seine und unsere Agenda, die Unterschiedlichkeit unsere Existenz…wir können gar keine Gegner sein!
Miru und Lung, das geht vielleicht. Die halb menschliche, halb digitale Entität aus der 6ten Welt und die unsterbliche, magische Kreatur die aus der 4ten, vielleicht sogar aus der 2ten Welt stammt…da gibt es wenigsten die Chance das man sich ebenbürtig ist. Für das Feevolk aus der magischen Anderswelt, jenseits des Astalraums gilt das gleiche.
Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren was unser Ziel ist:
Dem Drachen Brick und Atra zu entziehen und heimlich davon zu gleiten, ungesehen und erst bemerkt wenn es zu spät ist“

Das wechselt er von philosophischem zu praktischen Modus um:
„Zunächts ist es zeit für einen medizinischen Check-Up, wahrscheinlich verbunden mit einer Dosis Breitband-Antibiotika und hochkalorischer und vitamingeladener Nahrungssubstitute. Wenn uns Norge dann wieder diensttauglich geschrieben hat, geht es weiter.
Er und Ich werden heute Nacht einen ersten Erkundungsgang machen. Es gibt dabei folgende primäre Ziele.
1. Diverse Funkempfänger an unterschiedlichen Stellen zu installieren und zu verkabeln, so das Positive und Zoe beginnen können Sig.Int zu betreiben. Das Dronennetzwerk und Kommunikation sind hierbei die Hauptziele.
2. Die generelle Übersicht der Lage zu schärfen und unsere Karte der Anlage und umgebung mit möglichst vielen Details zu füllen.
3. Eine Position zu erreichen, von der aus wir einen ersten Blick in den Canyon selber werfen können.
4. Einen Eindruck der astralen Lage zu gewinnen.
Sekundär wäre einen Eindruck der Arbeiterschaft zu kriegen, Hochauflösende Bilder der Hightech Anlage zu machen und zu evaluieren ob die Unterirdischen Anlagen auch mit dem Tunnelnetzwerk dem wir gefolgt sind verbunden sind…
Habe noch was vergessen?“

Als erste Handlung beginnt er dann die Ghilli-Suits zu preparieren, das frische Grün der Landschaft um den Bunker zu entfernen und mit Farben und Spannungsregler dem Memogewebe mehr den Anschein von Felsen und Geröll zu geben.
Ebenfalls bekommen die aktiven Systeme von IR Abschirmung und Signaturverwischung die nötige Aufmerksamkeit.

Der Canyon aus Feuer

Mit enormer Geschwindigkeit hatte die SFG 77 den Übergang von der Transportplattform am Bunkerberg bis zum mutmaßlichen Aufenthaltsort der Atra genommen. Oder war es die Zeitwahrnehmung gewesen, die einen Streich gespielt hatte?

Wenn sich die Geschwindigkeit des Übergangs aus der Qualität und Intensität der Anker erklären ließe, dann musste das Band zu Atra ziemlich stark sein. Während Zoé erklärtermaßen als Anker galt (wie ein Rantanplan) und auch der Captain immerhin die Keilschriftzeichen dieser Kreatur in seinen Unterarm geschnitten hatte kam letztlich vielleicht auch die Gunst der Stunde hinzu. Das Feenwesen Zadawar hatte das Band der Gruppe zum „Canyon aus Feuer“ immerhin deutlich gesehen. Hatte das Wesen auch den Übergang begünstigen können? Immerhin sprachen alle immer von deren Einheit mit dem Land.

Zoés Drohne konnte aus dem gewundenen, natürlichen Tunnel, dem sie alle gefolgt waren, durch einen Spalt entkommen und einen ersten Blick erheischen. Am auffälligsten war die schroffe, felsige und gebirgige Landschaft, von Schnee bedeckt. Darin eingebettet, wie ein schmissiger Schnitt, eine markante Wärmequelle: ein Canyon aus Feuer.

Von der Blickrichtung der SFG – von Süd nach Nord – kann man technische, menschengemachte Aufbauten neueren und älteren Datums deutlich ausmachen. Sie säumen die südliche Bruchkannte des Canyons. Es gibt zudem künstliches Licht an den Anlagen. Manches grell und kalt, anderes wärmer. Hier wird gearbeitet. Doch was genau, vermag man nur zu erahnen. Immerhin war von einer „Weltenschmiede“ die Rede gewesen. Eine Experimentalstation, die dem Lung als Labor dienen solle. Es soll um arkane Elemente und deren Reaktionen gehen. Etusan III kam in die Erinnerung. Und die Legierungen der „Silent Company“, wie man die Grenzgänger der Agooji im Dschungel Dahomeys genannt hatte.

Die hochmodernen Bereiche der Anlage heben sich deutlich, auch aus der Ferne, von älteren, eher administrativen oder mechanischen Teilen ab. Hier wird mit elektrischen Feldern gearbeitet, Hochspannung scheint zugegen und einiges wirkt brisant und zerbrechlich. Ohne genauere Untersuchung oder technische Expertise lässt sich nur spekulieren. Ein Gutteil der Anlage könnte zudem unterirdisch sein. Eine Vermutung, die sich Positive aufgrund seiner Kenntnisse im Bereich chemischer Verfahrenstechnik erlaubt.

Andere Teile sind offenkundig weniger hochmodern. Dort sieht man auch die meiste Bewegung. Fahrzeuge, Menschen, Bodendrohnen. Zoés Drohne kann ohne größere Risiken ausmachen, dass es einen medizinischen Trakt gibt. Der ist entsprechend gekennzeichnet. Und es gibt Unterkünfte.

Alle Gebäudeteile besitzen nur wenige Kennzeichnungen oder Hinweisschilder, diese sind aber ausschließlich auf vereinfachtem Mandarin gehalten.

Sicherheitstechnisch ist eines offenkundig: Drohnen spielen hier eine Rolle, und auch Sensoren.

Diese Sensormasten, von denen es mindestens vier gibt, sind aktive Radare, aber ihre hochmoderne Technik wird sicherlich noch andere Funktionen beherbergen. Hier fehlt es an Informationen.

Kleine, effiziente Rotordrohnen flitzen über Anlage und Canyon in größerer Zahl umher. Sie verwenden aktive Positionsleuchten und scheinen neben der Überwachung vielleicht auch anderen Zwecken zu dienen. Transport, Kommunikation oder was auch immer. Es befinden sich locker zehn oder zwölf gleichzeitig in der Luft. Manchmal mehr. Sie sind gut erkennbar.

Auffällig ist, dass die gesamte Szenerie die Sensorik von Zoés Drohne stark herausfordert. Das mag am Erwachten Yakut liegen, am Canyon aus Feuer, aus Störsendern oder sich überlagernden Signalen. Schwer zu sagen. Aber es ist ein Signaldickicht.

Nicht zuletzt gibt es auch bekannte Gesichter. Während Arbeiter und Personal, von denen man etwa ein Dutzend bisher beobachtet hat, sich wenig vom Grau, Schwarz und Weiß der Gebäude und Umgebung abheben, stechen Soldaten in Schwarz, Gold und Silber hervor. Manchmal begleitet von Bodendrohnen oder trainierten Hunden. Deren Körperpanzerung wurde bereits gesehen. In London, unter den Agooji, und nicht zuletzt erinnerte auch einiges bei einer Konfrontation in Beijing entfernt an diese Art Ausrüstung.

Ein Blick in den Canyon ist von der aktuellen Position verwehrt. Auf der Norseite scheint es auch Anlagen zu geben, jedoch deutlich weniger.

Nach der wohlverdienten Rast

Norge steht recht früh auf. Lange schläft er ja nie. Er macht sich daran etwas Frühstück vorzubereiten und erhitzt ein wenig Wasser für Regicide’s Kaffee. Er selbst bekommt das Zeug ja nicht runter. Wenn alle wach und aufnahmefähig sind ergreift er das Wort.

„Also, ich fand das ja schon alles sehr schön und gut was dieses Feenwesen gesagt hat. Hört sich doch toll an, oder? Die sind gar nicht die Bösen und die Agoshi sind nur aus der not und Angst zu verbündeten geworden. Hört sich gut an, oder? Fast zu gut? Ich gebe zu es ist schon sowas wie ich es gerne hören will. War auch sehr überzeugt, aber so nach einigem Nachdenken… Zoe hatte schon recht. Das könnte ja auch durchaus manipulativ gewesen sein. Es hat seine Lage erkannt und war uns merh oder weniger ausgeliefert und hat uns erzählt was wir hören wollten? Klar ist es auch eines unsrer Ziele was wir jetzt vorhaben… ein wahnwitziges Ziel… wenigstens lenken wir ihn ur ab den Drachen… aber nunja. Ich denke ihr wißt was ich meine. Es hört sich doch zu gut an um wirklich wahr sein zu können. Wir sollten im Hinterkopf haben das uns das Feenwesen nur verarscht hat. tut mir leid das ich mal derjenige bin der die Paranoia auspackt. Just because youre paranoid, doesnt mean ther not after you, wie es so schön heißt. Schön wenns stimmt, aber wir sollten nicht blind jemanden vertrauen der bisher für uns als Feind galt, meiner Meinung nach. Oder wie seht ihr das?“

Norge schaut in die Runde und wartet mal ab. Immerhin ein Gesprächsthema während Zoe wohl sicherlich die Fernerkundung mit Drohnen vorbereitet und auc so die Planung voranschreitet.

Richard Owens Kommunikation – Einblicke

Die London-Situation (Chat)

Re: London-Situation

Ja, das ist korrekt. Hart getroffen. Die Dandys sind nur noch eingeschränkt einsatzfähig. Ist das Nach DH kommuniziert?

Re: Re: London-Situation

Die Überstellung an unsere Sache ist noch nicht erledigt. Kein Grund was zu kommunizieren. Schicken Sie mir die aktuellen Informationen zu dem Verbleib der SPC auf den Sammel-Host. Ich rufe ab, sobald ich kann. – Können Sie die verbliebenen Dandys mit einem russischen Team zusammenlegen und verlegen? Wie sieht die Logistik aus?

Re: Re: Re: London-Situation

Ist gut. Wir versuchen eng an ihr dran zu bleiben. – Wir können uns regruppieren, sicher. Die Logistik ist verlässlich, aber wir brauchen einen Plan.

Re: Re: Re: Re: London-Situation

Die Task Force alleine reicht nicht mehr. Wir müssen persönlicher werden. Setzen Sie El-Hamrad, Jeff Briggs und die Prinzessin auf die Liste und arbeiten Sie eine Strategie aus. Ausführungsbefehl abwarten. Bezüglich der Task Force müssen wir mit den Indonesiern arbeiten. Wir haben ein mögliches Ziel: Saito Kamura. Ich brauche Sie dafür als Mittelsmann. Ich habe zu viel hier zu tun. Wir müssen den gesamten Schmuggelweg umbauen.

Re: Re: Re: Re: Re: London-Situation

Verstanden.

Technische Beurteilung (Audio)

Richard Owen: Jetzt. Aufnahme läuft. Halten Sie sich knapp, keine Namen.

Techniker: Wenn die Specialist feindlichen Kräften in die Hände fällt, dann hat der Gesandte vom Hof recht. Wir müssen alles zurückbauen. Sie kennt die Frequenzen für die Spektographie und den Algorithmus für die Satellitenbildauswertung. Im Prinzip könnten feindliche Kräfte dann in ein beliebiges Abwurf- oder Aufstiegsmanöver eingreifen.

Richard Owen: Aufstiege machen wir seit ein paar Jahren nicht mehr. Zu gefährlich. – Was ist die sicherste Option?

Techniker: Um die Grenzen nicht zu gefährden, denn ich denke darum geht es dem dunklen Hof vor allem, müssen wir die Technik zurückbauen, damit wir keinen Anker im Land haben. Und einer vom Hof muss die Leylinien durchschütteln. Und alle Übergänge müssen versiegelt werden. Nichts mehr von uns da: keine Spur mehr hin. Und wenn die Linienkreuzungen durchgerüttelt werden, keine Spektographie mehr.

Richard Owen: [längere Stille] In Ordnung. Ich gebe das weiter. Machen wir es. Ist die einzige Option den Druck rauszunehmen.

Techniker: Ich denke, die Entscheidung ist sowieso schon gefallen. Sieht mir nicht so aus, als wenn Sie noch eine Wahl haben.

Richard Owen: Und wie kommen Sie darauf?

Techniker: Das Kindermädchen. Wenn die hier ist, wo ist dann Ihre Tochter?

Richard Owen: Machen Sie sich nicht Gedanken um Dinge, von denen Sie nichts verstehen. Meiner Tochter geht es sehr gut. Und das „Kindermädchen“ bekommt neue Aufgaben.

Das lebende Comlink (Audio)

Richard Owen: Ist er soweit?

[Unnatürlich tiefe Stimme]: Ja. Sage jetzt den Namen von dem, an den er sich erinnern soll.

Richard Owen: Evan? Evan! Hier, ich bin hier. [benommenes Stöhnen] Erinnere Dich an die Handmaid Samira! Ich will mit Samira sprechen! Samira, die Handmaid der Enomi.

[mehrere Minuten vergehen. Menschliches Stöhnen, Erbrechen und Würgen. Ab und an gedämpfte Umgebungsgeräusche]

Evan [mit entstellter Stimme]: Ich höre Dich. Richtige Zeit, richtiger Ort. Das ist gut. Ich werde Dir jetzt eine Reihe von Namen nennen, die auf Dich warten. Der Landtransport kann stattfinden, wenn Du Dich an sie hälst. Du musst mir dann sagen, was Priorität auf dem Lieferweg hat. Dann fehlt nur noch die Bezahlung. Was wir wollen, hast Du bereits vor drei Wochen gehört. Es ist dann also alles gesagt. Hier jetzt die Namen:

[Die entfremdete Stimme nennt langsam und schauerlich deutlich vierzehn Namen, die meisten russisch, einige afrikanisch]