Dossier Nigeria

Nigeria ist ein Staat in West-Afrika. Er grenzt im Westen an Dahomey, im Norden an Niger, im Osten an den Chad und Kamerun und im Süden an den Golf von Guinea. Nigeria ist eine föderale Republik.

Geschichte

Nigeria verfolgt seit Mitte des Jahrhunderts einen imperialistischen und isolationistischen Kurs und ist mit diesem sehr erfolgreich, solange man Erfolg an Gebietsgewinn und Zuwachs von Reichtum misst. Mit den gescheiterten Verhandlungen um Dahomey begann Nigeria einen kriegerischen Konflikt gegen alle seine Nachbarn. Im laufe der Sahel-Kriege (2039-2063) eignete sich Nigeria einen großen Teil des afrikanischen Orichalkum-Gürtels an. Hierbei wurde es von diversen Konzernen, verbündeten Staaten und ausländischen Interessengruppen unterstütz, die alle daran interessiert waren, sich ihren Teil des Rohstoffschatzes zu sichern. Abgesehn von einer verheerenden Niederlage gegen Dahomey zu Beginn des Konfliktes, war Nigeria mit seinen imperialen Ambitionen sehr erfolgreich und hat seine Landfläche um fast 20% vergrößert. Das ausgedehnte Staatsgebiet hält Bodenschätze von schwer schätzbarem Wert.

Nach einer Zeit der Militärdiktatur folgte 2054 eine Übergangsregierung welche sich als stärker und effektiver als die Militärjunta und deren ausländischen Gönner zeigte. Es kam zu Wahlen und dem Errichten einer neuen oligarchischen Elite, welche den Kurs des Landes radikal veränderte. Alle äußeren Einflüsse wurden unterbunden, alles fremde Eigentum verstaatlicht und fast sechzehntausend Beamte der früheren Regierung, Lobbyisten und Militärs wurden verhaftet. Die meisten dieser Personen sitzen noch heute im Gefängnis.

Struktur

Seit 2054 wird Nigeria von einer republikanisch anmutenden, Zwei-Parteien-Koalition autokratisch regiert. In permanenter Koalition sichern sie sich die absolute Zweidrittelmehrheit des Parlaments. Die Präsidenten der vergangene Jahre sind, mit wenigen Ausnahmen, Marionetten einer herrschenden Elite von nationalistischen, patriotische Idealisten; ein Gemisch aus Intellektuellen und Ökonomen mit einer handvoll Militaristen um die Sache abzurunden.

Unter dieser Regierung ist der politische Kurs des Landes wirtschaftlich ausgerichtet und politisch zwar isoliert, aber gemäßigt. Nigeria hat in den letzten 20 Jahren keinen Angriffskrieg geführt, reagiert aber extrem aggressiv auf alle Versuche, das sich angeeignete Land wieder abzugeben.

Nigeria verbietet den Besitz von Land und substantiellem Eigentum durch Ausländer. Das bedeutet das auch die Großkonzerne anfangs Probleme hatten sich zu etablieren. Heutzutage haben sich Regelungen etabliert, die wirtschaftliches Handeln ermöglichen. Das bedeutet für Nigeria zwar, gewisse ökonomische Vorteile auszuschlagen, bewahrt dem land aber eine solide Unabhängigkeit von internationalen Konzerninteressen.

Die „Graue Zone“

Die nördliche Grenze zwischen Dahomey und Nigeria ist völkerrechtlich nicht eindeutig festgelegt und wird als „Graue Zone“ bezeichnet. Als 2063 der Frieden nach den Sahel-Kriegen abschließend besiegelt wurde, hatte man bereits mehrere Jahre über die Grenzfrage diskutiert. Man entschied sich nach Vorbild des 2+4-Vertrags für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg dafür eine Lösung zu finden, denen alle zustimmen konnten und die einen abschließenden Vertragscharakter vermeidet. Daher wurde vereinbart, dass beide Länder Ansprüche haben, die sie aber nicht zentral einfordern oder in Frage stellen. Das Überschneidungsgebiet wird vielmehr vor allem durch lokale Kommunalverwaltungen gesteuert und beherrscht. Beide Länder haben sich lediglich darauf verständigt, die Grenzen der Kommunalbereiche zu respektieren und einen Minimalkonsens hinsichtlich öffentlicher Ordnung und Infrastruktur durchzusetzen. Im wesentlichen heißt das: die lokalen Führer und Kommunalverwaltungen regulieren den Alltag überwiegend friedlich und einvernehmlich. Es bleibt diesen lokalen Gruppen selbst überlassen, ob sie sich als Nigerianer oder Dahomeys sehen wollen. Weder Dahomey noch Nigeria stationieren staatliches Militär in diesem Bereich. Beide Seiten haben aber polizeiliche Befugnisse in einem sehr engen Rahmen, den der Friedensvertrag ihnen setzte.

Der Hauptgrund für diese seltsame Konstruktion liegt darin, daß man eine gewaltsame Grenzziehung um jeden Preis vermeiden wollte. Der endgültige Gebietsanspruch ist daher völkerrechtlich fragwürdig. Genau das war der Grund, warum man sich überhaupt einigen konnte ohne Mauern und Gräben im Kolonialstil zu ziehen.

Über die kommunale Struktur, also welche Bevölkerungsgruppe welche Sippen umfasst und wo genau die Kommunalgrenzen verlaufen, haben wir keine Information. Teilweise verschieben sich Grenzen nach Jahreszeiten und Ernteerträgen. Das erscheint in voller Komplexität aber auch nur nebensächlich. Ethnische oder traditionale Vielfalt spielt im modernen Dahomey nur noch eine untergeordnete Rolle.

Politische Akteure in der Grauen Zone

In Folge der Operation Genozid wurde die SFG 77 darauf aufmerksam, dass die politische Lage in der „Grauen Zone“ besonderen Bedingungen unterlegen ist. Es wurde von einem „Prinzenpaar“ berichtet, das scheinbar über Kommunalgrenzen hinweg als politischer Akteur auftritt. Das ist jedoch offiziell nicht transparent nachzuvollziehen. Zum einen gibt es keinen Adel und kein Feudalwesen in Nigeria, zum anderen darf niemand in der Grauen Zone für mehrere Wahlbezirke gleichzeitig antreten. Daher liegt die Vermutung nahe, dass das „Prinzenpaar“ aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität stammt und über Mittelsleute seinen Einfluss in mehreren Wahlbezirken propagiert.

Das sog. nigerianische „Prinzenpaar“

Ein lokaler, nigerianischer Unterstützer des Prinzenpaares in den Wahlbezirken Ihuma und Tembe ist der Investor und Tierschützer Amobi. Er unterstützt Kleinbetriebe mit Subventionen und engagiert sich im Kampf gegen Schmuggel seltener und erwachter Kreaturen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er in die organisierte Kriminlität der Grauen Zone verstrickt ist.

Amobi

Bevölkerung und Religion

Nigeria ist mit 288 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es leidet an starker Überbevölkerung. Nigeria hat den Rang als stärkste afrikanische Okonomie an Dahomey verloren, dennoch liegt es weltweit weit vorn; vor allem bedingt durch die gigantische Menge an Rohstoffen ist Nigeria heute das viertreichste Land der Erde. In dieser Rangliste muss beachtet werden, dass zum einen die Ökonomien der Großkonzerne (AA+) nicht mitgezählt werden, zum anderen wenig über den tatsächlichen Lebensstandard der Menschen ausgesagt wird.

Auf dem IHDI (Inequality-adjusted Human Development Index) liegt Nigeria auf Platz 114/192 was in keinem Verhältnis zum Reichtum des Landes steht. Dreiundvierzig Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, in absoluter Armut von unter 2 Nuyen pro Tag.

Nigeria ist ein Land mit großer kultureller Vielfalt: 250 ethnische Gruppen, 9 Meta-Formen, es werden 514 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Französisch und Igbo sind die beiden Amtssprachen des Landes. Amnesty International stellt fest, dass der Meta-Rassismuss in Nigeria wenig ausgeprägt ist, nicht so liberal wie in Dahomey, aber deutlich liberaler als anderswo auf dem Kontinent. Meta-Menschen und andere nicht-menschliche Intelligente Lebewesen sind in der Regierung des Landes massiv unterrepräsentiert. Die Anzahl von Metamenschen liegt 10% unterhalb des Weltdurchschnittes, ansonsten sind alle Metaformen vertreten.

Weiß oder Schwarz ist in Nigeria der vorherrschende Faktor, die ausgrenzung nicht-afrikanischer Metamenschen ist allgegenwärig. Nigeria ist ein Land, in dem Ausländer keinen leichten Stand haben, dies gilt besonders für Weiße. Schwere Übergriffe sind selten, allerdings sind alle normalen Aktivitäten mit Problemen verbunden. Fahren eines Fahrzeuges, Ausüben eines Berufes, Mieten einer Wohnung, alles nur mit Sondererlaubnis.

In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Obwohl kaum noch ein Zehntel der Bevölkerung traditionellen Religionen angehören, sind die Übergänge zwischen ihnen und dem afrikanischen Volksislam, dem Christentum westafrikanischer Kirchen und ihren lokalen Varianten fließend. Ahnenkult und Fetischismus spielen bei nigerianischen Christen und Muslimen eine große Rolle. In Nordnigeria gehören die Besessenheitskulte der Bori- und Dodo-Geister zu den von der muslimischen Mehrheit verschmähten Traditionen. Im Süden wird der Einfluss der Religion der Yoruba bei den Festlichkeiten in der heiligen Stadt Ile-Ife ersichtlich, allerdings werden auch schon lange abgelegte und von den modernen Yoruba abgelehnten Blutrituale wieder aufgenommen. Es kam in der Vergangenheit oft zu Streitigkeiten zwischen den Religionsgruppen.

Sicherheitslage

Nigeria hat große Probleme mit Kriminalität. Die Schere zwischen Arm und Reich ist so ausgeprägt, gleichzeitig ist alle bekannt das das Land gewaltigen Reichtum ansammelt. In den letzten Jahren haben diverse, großangelegte Sozialreformen jedoch für eine Entspannung in der gewalttätigen Alltagskriminalität geführt. Ein weitreichendes Programm, welches primär darauf ausgerichtet ist einen winzigen Teil des erwirtschafteten Reichtums an die Unterschicht weiterzugeben, hat sich als sehr erfolgreich für den sozialen Frieden erwiesen, besonders in den Städten. Organisiertes Verbrechen, Wirtschaftskriminalität und Schmuggel stellen gewaltige Probleme für die Regierung da. Dies gilt insbesondere für die sogenannte „Graue Zone“. Ein völkerrechtlich umstrittenes Grenzgebiet zu Dahomey.

Schwerwiegend ist auch das Problem der Guerilla in Nigeria, welche in allen Kriminalitätsfeldern aktiv sind. Insbesondere seit der dritten Militärdiktatur 2049 haben sich zahlreiche Bürgerwehren, Schutztruppen, Milizen, Geheimbünde und Gangs formiert, die sich teils als ethnische, teils als religiöse, teils als politische Bewegungen verstehen.
Nahezu alle diese Gruppen sind in die maritime und urbane Piraterie verwickelt die per Schiff auf den Seewegen oder auf den Highways zumeist während der Fahrt ausgeführt wird. Ebenfalls sind Entführungen keine Seltenheit. Dahinter stehen in der Regel die selben kriminelle Banden oder Rebellenorganisationen. Während kriminelle Organisationen sich von der Entführung ein Lösegeld versprechen, kämpfen Rebellenorganisationen oft für politische Forderungen. Die meisten Geiseln kommen nach Zahlung eines Lösegelds nach einigen Tagen wieder frei.

Wirtschaftliche & technologische Position

Nigeria ist der größte Produzent natürlichen Oricalkums der Welt. Mehr als zwei Drittel der Fördermenge wird als Rohmaterial verkauft, nur ein geringer Anteil wird im Land selber raffiniert. Nötige Technologie und Know How zur wirklichen Veredelung ist nicht vorhanden, ausländischen Konzernen wird kein Zugang erlaubt. Sämtliche Förderung unterliegt der staatlichen Bergbaugesellschaft Ori-Ore. Diese verkauft sogar den Ausschuss ihrer eigenen Raffinerieanlagen nach Dahomey, eine zweite Ausbeute ist immer noch lukrativ. Die seltenen Erden, die während der Orichalkumförderung abfallen, machen diesen Tagebau zum lukrativsten Bergbau der Welt.

Doch der offene Tagebau hat eine tiefe Narbe in die Sahel-Zone gerissen und ein vergiftest Brachland zurück gelassen. Nigeria ist so sehr mit dem Abbau und der Verbesserungen seiner Arbeitsmethoden beschäftigt, dass Renaturalisierung eine nachrangige Priorität besitzt. Der Wunsch ist durchaus vorhanden, doch die Chemikalienverschmutzung ist so stark, das der Aufwand unüberwindlich scheint.

Problematisch ist die Vielzahl der illegalen Schürfstellen. Selbst mit primitiven Mittel ist die Ausbeute an Orichalkum und seltenen Erden groß genug, besonders da Arbeitskosten minimal sind und 90% der Arbeit leicht erlernbare Fähigkeiten erfordert.

Nigeria ist einer der großen Produzenten von Multifuel. Während die Mega-Produzenten, wie etwa Atzlan, ihr Multifuel aus Meeresalgen gewinnen, setzt Nigeria immer noch auf sein Erdöl, versetzt mit unterschiedlichen Biodiesel-Produkten. Ein Forschungszweig, in den Nigeria massiv investiert. Das Mobilitätskonzept des Landes baut massiv auf Verbrennungsmotoren. Das bedeutet, dass Nigeria, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, quasi unabhängig in Puncto Treibstoff ist.

Umweltbedrohungen

Schwerste Schäden entstanden im Niger-Delta durch die seit mehr als 100 Jahren andauernde Erdölförderung. Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht. Laut einer im August 2061 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen werden mindestens bis zu 24 Millionen Menschen durch die gravierende Umweltverschmutzung bedroht. Ebenfalls wird die erwachte Welt in diesen Gebieten zur Gefahr, nicht nur für Personen sondern auch für die Schifffahrt und Industrieanlagen. Mutierte Kreaturen und korrumpierte Geister sind keine Einzelfälle mehr. Eine Sanierung der verseuchten Gebiete ist angedacht, eine konkrete Planung gibt es wegen der gewaltigen Problemlage noch nicht.

Ebenfalls stellen Guerillas eine Problem für die Produktion da. Kriminelle Banden zapfen Öl- oder Mulifuel-Pipelines an oder entführen die wertvollen Zusatzstofftransporte und verkaufen das abgezapfte Material auf dem Schwarzmarkt. Da dies sehr oft unter Billigung der Bevölkerung geschieht, kommt es häufig zu Menschenansammlungen an den illegalen Entnahmestellen. Ausgelöst durch Funkenbildung hat es schon eine Vielzahl von Explosionen gegeben, die teilweise mehrere hunderte Menschenleben gefordert haben.

Bei einer Explosion einer Pipeline bei Abule Egba am 26. Dezember 2069 kamen etwa 800 Menschen ums Leben, eine Explosion der Iljegun-Pipeline am 16. Mai 2072 forderte etwa 100 Todesopfer. Im Mai 2065 traten aus einer Pipeline in Akwa Ibom binnen sieben Tagen über 3000 Barrel Öl aus und zerstörten einen der größten Mangrovenwälder der Erde.

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