Weyland Industries ist ein vergleichsweise junger britischer Megakonzern, der sich stark auf Spitzentechnologie und Weltraumoperationen konzentriert. Das Unternehmen ist dafür bekannt, dass es Pionierarbeit in neuen Technologiebereichen leistet und die kommende Generation von Forschung und Entwicklung dominieren und leiten will.
So ist Weyland Industries eng mit Spitzenuniversitäten und -zentren wie dem MITM, Silicon Valley und der hauseigenen Weyland International University in Denver verbunden.
Weyland Industries hat den denkbar schlechten Ruf, amoralisch und von der Idee besessen zu sein, dass Technologie die Menschheit endlich auf eine neue Evolutionsstufe heben wird, koste es, was es wolle.
Dies hat zu massiven Protesten und Angriffen von Konkurrenten geführt. Weyland Industries ist dafür bekannt, dass es regelmäßig Sicherheits-, Rechts- und Moralvorschriften missachtet, um Spitzenforschung zu betreiben. Auf der anderen Seite hat Weyland Industries einen Beitrag für die Welt bereits geleistet, wenn man der PR-Abteilung glauben schenkt.
Weyland Industries ist ein führendes Unternehmen in den Bereichen Gesundheitswesen, Cyberware und Mensch-Maschine-Interaktion. Der Gründer von Weyland Industries, Charles Bishop Weyland, schuf Weyland Industries im Jahr 2023 durch den Zusammenschluss von sieben hochrangigen Unternehmen.
Insider berichten
Man hört es beharrlich, dass Weyland Industries eines der schlimmsten Unternehmen in der Geschichte der Menschheit ist, soweit es die soziale Lage der Angestellten betrifft. Weyland Industries betreibe zudem aggressiven Kapitalismus, verdeckte Sklavenarbeit, Ausbeutung öffentlicher Ressourcen und ähnliches. Insbesondere die Ausbeutung der Umwelt hat in den letzten 30 Jahren zu öffentlicher Empörung und langen Debatten und Kämpfen geführt.
Insider berichten, dass es keinen anderen Megakonzern gibt, der mehr Geld und Personal in die Entwicklung von medizinischen Zukunftstechnologien investiert als Weyland Industries. Gesundheitswesen, Medizin, Körpermodifikationen und Raumfahrttechnologie profitieren in hohem Maße von Weyland Industries. Es ist nicht übertrieben, Weyland Industries als das Heilmittel für viele jahrhundertealte Krankheiten und Gebrechen zu bezeichnen.
In letzter Zeit scheint Charles Bishop Weyland die Grenzen für eine weitere Entwicklung und ein Wachstum von Weyland Industries auszuloten. Stellares Engagement rückt in den Fokus. Und hier unten, auf der Erde, spricht Charles Bishop Weyland zunehmend über eine neue Richtung für die gesamte Menschheit. Eine neue Perspektive für die Gestaltung der Zukunft – und so weiter und so fort. Wie gut passt das doch zu den Gerüchten über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Yutani Corporation, die sich kürzlich erst zur Galleonsfigur der Weltraumeroberung erklärt hat.
Der Elefant im Raum
In den Hinterzimmern der Konzernwelt knistert es bereits. Die internationale Wirtschaft, die Finanzmärkte und einige Nationalstaaten wissen sehr wohl, dass zwischen Weyland Industries und der Yutani Corporation etwas im Gange ist. Die Medien recherchieren nach Details, finden aber nichts Zuverlässiges. Die Global Player provozieren und sticheln, aber sie erhalten keine belastbaren Aussagen.
So bleibt es bei Gerüchten, dass die Yutani Corporation nach neuen strategischen Allianzen sucht und Weyland Industries dabei sein könnte. Einige runzeln die Stirn sorgenvoll und sehen die gut versteckten Hinweise, die auf einen tatsächlichen Zusammenschluss hindeuten. Und diese wenigen trauen sich nicht, es lautstark auf Channel 9 zu verbreiten. Doch wir bleiben für sie am Ball!
Wie gestallten sich die Beziehungen mit dem Feevolk?
Das Feenvolk und die Expeditionsgruppe, beziehungsweise die Yutani Corporation, treten noch vor Ort, an der JISS Soko, miteinander in einen ersten Kontakt. Positive ist es, der sich um eine positive [sic] Kontaktaufnahme bemüht. Dazu kommt es aufgrund des Tunnels, den die SFG 77 unter Snoopy-One erschaffen hatte. Der Nachtfuchs war ein Vorbote des Feenvolks. Und Naama war seltsamerweise ein Anker für seltsame Kreaturen. Diese seltsamen Kreaturen entpuppen sich als mutmaßliche Vertreter des Feenvolks. So kommt es zu ersten Verhandlungen.
Durch Positive und Hitashi Sani (Norge?) ist die Devise der Yutani Corporation: vorsichtige, kleine Schritte. Die Vertreibung von Lung aus Yakutien legt den Grundstein für spätere Verhandlungen.
Auf welchem Weg ist man denn nun letztlich aus Yakutien rausgekommen?
Der Ort der Schlacht gegen Lung wird zu einem Nexus. Allerlei Parteien finden sich (zwangsläufig) dort ein. Ein recht trivialer Weg aus Yakutien heraus ergibt sich aus Owens Netzwerk. Ein Schmuggelweg in den Kaukasus, der durch Tunnel im Gebirge führt. Dieser Weg war der SFG 77 theoretisch seit Operation Vodka bekannt. Er ist der erste und einfachste Weg, der sich anbietet. AIM sichert den Tunnelausgang und nimmt „Flüchtlinge“ in einem abgelegenen Landstrich in Empfang.
Eine persönlichere Alternative aus Yakutien besteht durch ein Abbild von Finnja Skorgen. Sie kann der SFG 77 als Lotsin dienen. Dieser Weg ist bisher relativ unbestimmt geblieben. Er ist eine Option, die sich nicht bisher realisiert hat, aber sie existiert.
Nach etwa einem Jahr gelingt es auch der Yutani Corporation das erste Mal, Yakutien auf dem Luftweg zu verlassen.
Wie lange hat es also noch gedauert, nach der Demütigung des Drachen, bis die SFG 77 Yakutien frühestens verlassen konnte?
Nach etwa fünf Tagen kam ein Versorungs- und Verstärkungsabwurf durch die Yutani Corporation auf die Position von Snoopy-One. Nach etwa drei weiteren Wochen war ein Abzug durch den Schmuggelweg im Kaukasus möglich.
Finnja Skorgen als Lotsin wäre bereits nach wenigen Tagen verfügbar. Der Weg hinaus dauert dann etwa zehn Tage.
Wer sich entscheidet bei der Speerspitze zu bleiben, könnte nach einem Jahr Yakutien relativ gesichert über den Luftweg verlassen.
Wann ist die Fusion der AIM mit Yutani?
Offiziell wird am 1. August 2076 verkündet, dass AIM nun ein Tochterunternehmen der Yutani Corporation ist und sich für die Stabilisierung des Welthandels und der Verwirklichung von Weltraumkolonisation einsetzen wird (aber vor allem auf der Erde, durch Sicherung von Ressourcen und Produktionsstätten). Die Fusion ist bereits im Januar 2076 ein offenes Geheimnis in Insiderkreisen.
Wie gestalten sich die Beziehungen mit dem Feenvolk?
Nach einer kritischen Phase der ersten Kontaktaufnahme zwischen dem Feenvolk und der Yutani Corporation scheint das Feenvolk in den Hintergrund zu treten. Für Außenstehende bleibt die Existenz des Feenvolkes weitestgehend spekulativ. Die Yutani Corporation beginnt einen Ressourcenabbau unter der Agenda der Weltraumbesiedelung.
Die Gerüchte, dass es eine Welt hinter der Welt in Yakutien gibt, und dass sich das Feenvolk seinerseits auch unbemerkt nach außen hin öffnet und in die Gesellschaft der 6. Welt eindringt, halten sich hartnäckig. In der Lebenszeit der Helden bleibt eine offene Konfrontation aus. Das Feenvolk ist real, wie die SFG 77 weiß. Aber dessen Wirken bleibt ein Mysterium und ein Spielfeld der Verschwörungstheorien. Offiziell erhebt das Feenvolk niemals völkerrechtlichen Anspruch auf Yakutien als Königreich. Es bleibt nach juristischen und politischen Maßstäben schwer fassbar.
Wie stressig sind die Agooji in den nächsten Jahren?
Die Agooji wurden nun zweifach in die Kniehe gezwungen. Der Tod von Enomi durch die Klauen der Löwin und der Einzug der Yutani Corporation in Yakutien hat beide Machtanker zerstört (man denke auch an den Kubus aus schwarzem Stein!). Die Idola Andikan hüllt sich in ihr positives Kleid. Die Agooji werden zu einer Sekte.
In den folgenden Jahren verkörpern die Agooji ein zorniges, ein wütendes Afrika. Sie transportieren einige Wahrheiten weiter, die nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch in der westlichen Welt anklang finden. Sie kämpfen terroristisch gegen Regierungen und Unternehmen. Die Idee, Gemeinschaften auf archaischen, rohen Zuständen aufzubauen und gegen koloniale Kontinuitäten zu kämpfen, verfängt im Taumel der 6. Welt.
Das Königreich Dahomey steht irgendwann vor der moralischen Verantwortung, sich mit den Agooji zu versöhnen, doch das wird kein Thema vor den 2090er Jahren werden.
Dass sich Schicksal entfaltet, an den unwahrscheinlichsten Orten – in die unwahrscheinlichsten Orte hinein – ist eine Lehre des Anbeginns der Zeit. Warum wundere ich mich so sehr?
Eis um mich. Schnee um mich. Wasser um mich. Ich möchte eine Kerze sein, im Nichts. Eine zerbrechliche Kerze, auf der Anrichte eines Königs, der so gut im Herz aber so schlecht im Handeln war. Ein verratener König.
Nur eine Kerze, mehr braucht es nicht.
Du bist meine Kerze. Du bist schon erloschen. Aber dennoch bist Du schön. Endlich wirst Du, was Du schon immer warst, Du Riesin. Die Vergangenheit ruft nach Dir. Erlösung ist nah. Wir haben uns schon immer gekannt.
Und wer wurde noch, wer er immer war? Mein Soldat. Meine Liebe. Was kümmert mich Liebe, der Sterblichen Tand? Nichts. Und doch alles. Tollkühn bist Du, wie ein entfesselter Narr. Nein, wie ein entfesselter Sterblicher, ein entfesselter Liebender, ein Lebender. In vollen Zügen schlürfst Du die Neige der Zeit. Das Schicksal rauscht durch unser aller Adern und Du reitest auf Flüssen aus Eis wie ein Sturm. Ich hasse Dich, ich bewundere Dich. Du willst kein Soldat mehr sein. Dann muss ich es Dir eben lassen. Geh endlich, bring uns beiden den Frieden. Aber erwarte keine Abschiedsworte von mir. Für einen Moment werden wir nah genug sein, dass keine Worte mehr nötig sind.
Dein Kind ist aus der Gleichung. Sie wird es einst alles verstehen. Wir nicht.
Hass – wo bist Du? Wer hasst mich? Hinter Deinen Augen, habe ich Mordgedanken gelesen. Als wenn Du eine Waffe gegen mich wenden könntest, die mich zur Strecke bringt! Ich habe Dich durchschaut, weil Du, ohne es zu wissen, die Klaviatur des Schicksals spielst. Ich lache trocken und wenig amüsiert. Denn auch wenn Du keine Waffe gegen mich hast, sind es Deine Mordgedanken, von denen die wahre Gefahr ausgeht. Verflucht seien all die Sterblichen, die zur Bedeutungslosigkeit bestimmt sind – bis die Bestimmung ihnen Bedeutung verleiht. Dann sind sie die Pest.
Und dann der befreite Sklave vom alten Kontinent. Ich habe Dir nichts zu sagen, weil Du die Sprache des Nichts verstehst. Du bist vom Schicksal getrieben, genau wie ich. Du weißt, was es bedeutet, ein Erbe des ersten Feuers zu sein. Dass Du den Weg zurück gefunden hast, zu Deinen Wurzeln, durch das Dickicht der Sklaverei, ist ohne Maß und ohne Wertung. Du hast Großes berührt und das hat Dich für immer gezeichnet. Glücklicher Verfluchter.
Aber unter all den genannten bist Du, Riesin, meine Kerze. Du bist schon erloschen. Aber dennoch bist Du schön. Endlich wirst Du, was Du schon immer warst, Du Riesin. Das freiwillige Opfer stürzt Königreiche und Welten. Wer alles gibt, wird alles erhalten. Die Macht der Gabe ist unendlich und als Eidgöttin bin ich Sklavin einer Sterblichen Gabe. Das ist der Pakt der ersten Stunde.
Mit enormer Geschwindigkeit hatte die SFG 77 den Übergang von der Transportplattform am Bunkerberg bis zum mutmaßlichen Aufenthaltsort der Atra genommen. Oder war es die Zeitwahrnehmung gewesen, die einen Streich gespielt hatte?
Wenn sich die Geschwindigkeit des Übergangs aus der Qualität und Intensität der Anker erklären ließe, dann musste das Band zu Atra ziemlich stark sein. Während Zoé erklärtermaßen als Anker galt (wie ein Rantanplan) und auch der Captain immerhin die Keilschriftzeichen dieser Kreatur in seinen Unterarm geschnitten hatte kam letztlich vielleicht auch die Gunst der Stunde hinzu. Das Feenwesen Zadawar hatte das Band der Gruppe zum „Canyon aus Feuer“ immerhin deutlich gesehen. Hatte das Wesen auch den Übergang begünstigen können? Immerhin sprachen alle immer von deren Einheit mit dem Land.
Zoés Drohne konnte aus dem gewundenen, natürlichen Tunnel, dem sie alle gefolgt waren, durch einen Spalt entkommen und einen ersten Blick erheischen. Am auffälligsten war die schroffe, felsige und gebirgige Landschaft, von Schnee bedeckt. Darin eingebettet, wie ein schmissiger Schnitt, eine markante Wärmequelle: ein Canyon aus Feuer.
Von der Blickrichtung der SFG – von Süd nach Nord – kann man technische, menschengemachte Aufbauten neueren und älteren Datums deutlich ausmachen. Sie säumen die südliche Bruchkannte des Canyons. Es gibt zudem künstliches Licht an den Anlagen. Manches grell und kalt, anderes wärmer. Hier wird gearbeitet. Doch was genau, vermag man nur zu erahnen. Immerhin war von einer „Weltenschmiede“ die Rede gewesen. Eine Experimentalstation, die dem Lung als Labor dienen solle. Es soll um arkane Elemente und deren Reaktionen gehen. Etusan III kam in die Erinnerung. Und die Legierungen der „Silent Company“, wie man die Grenzgänger der Agooji im Dschungel Dahomeys genannt hatte.
Die hochmodernen Bereiche der Anlage heben sich deutlich, auch aus der Ferne, von älteren, eher administrativen oder mechanischen Teilen ab. Hier wird mit elektrischen Feldern gearbeitet, Hochspannung scheint zugegen und einiges wirkt brisant und zerbrechlich. Ohne genauere Untersuchung oder technische Expertise lässt sich nur spekulieren. Ein Gutteil der Anlage könnte zudem unterirdisch sein. Eine Vermutung, die sich Positive aufgrund seiner Kenntnisse im Bereich chemischer Verfahrenstechnik erlaubt.
Andere Teile sind offenkundig weniger hochmodern. Dort sieht man auch die meiste Bewegung. Fahrzeuge, Menschen, Bodendrohnen. Zoés Drohne kann ohne größere Risiken ausmachen, dass es einen medizinischen Trakt gibt. Der ist entsprechend gekennzeichnet. Und es gibt Unterkünfte.
Alle Gebäudeteile besitzen nur wenige Kennzeichnungen oder Hinweisschilder, diese sind aber ausschließlich auf vereinfachtem Mandarin gehalten.
Sicherheitstechnisch ist eines offenkundig: Drohnen spielen hier eine Rolle, und auch Sensoren.
Diese Sensormasten, von denen es mindestens vier gibt, sind aktive Radare, aber ihre hochmoderne Technik wird sicherlich noch andere Funktionen beherbergen. Hier fehlt es an Informationen.
Kleine, effiziente Rotordrohnen flitzen über Anlage und Canyon in größerer Zahl umher. Sie verwenden aktive Positionsleuchten und scheinen neben der Überwachung vielleicht auch anderen Zwecken zu dienen. Transport, Kommunikation oder was auch immer. Es befinden sich locker zehn oder zwölf gleichzeitig in der Luft. Manchmal mehr. Sie sind gut erkennbar.
Auffällig ist, dass die gesamte Szenerie die Sensorik von Zoés Drohne stark herausfordert. Das mag am Erwachten Yakut liegen, am Canyon aus Feuer, aus Störsendern oder sich überlagernden Signalen. Schwer zu sagen. Aber es ist ein Signaldickicht.
Nicht zuletzt gibt es auch bekannte Gesichter. Während Arbeiter und Personal, von denen man etwa ein Dutzend bisher beobachtet hat, sich wenig vom Grau, Schwarz und Weiß der Gebäude und Umgebung abheben, stechen Soldaten in Schwarz, Gold und Silber hervor. Manchmal begleitet von Bodendrohnen oder trainierten Hunden. Deren Körperpanzerung wurde bereits gesehen. In London, unter den Agooji, und nicht zuletzt erinnerte auch einiges bei einer Konfrontation in Beijing entfernt an diese Art Ausrüstung.
Ein Blick in den Canyon ist von der aktuellen Position verwehrt. Auf der Norseite scheint es auch Anlagen zu geben, jedoch deutlich weniger.
Ja, das ist korrekt. Hart getroffen. Die Dandys sind nur noch eingeschränkt einsatzfähig. Ist das Nach DH kommuniziert?
Re: Re: London-Situation
Die Überstellung an unsere Sache ist noch nicht erledigt. Kein Grund was zu kommunizieren. Schicken Sie mir die aktuellen Informationen zu dem Verbleib der SPC auf den Sammel-Host. Ich rufe ab, sobald ich kann. – Können Sie die verbliebenen Dandys mit einem russischen Team zusammenlegen und verlegen? Wie sieht die Logistik aus?
Re: Re: Re: London-Situation
Ist gut. Wir versuchen eng an ihr dran zu bleiben. – Wir können uns regruppieren, sicher. Die Logistik ist verlässlich, aber wir brauchen einen Plan.
Re: Re: Re: Re: London-Situation
Die Task Force alleine reicht nicht mehr. Wir müssen persönlicher werden. Setzen Sie El-Hamrad, Jeff Briggs und die Prinzessin auf die Liste und arbeiten Sie eine Strategie aus. Ausführungsbefehl abwarten. Bezüglich der Task Force müssen wir mit den Indonesiern arbeiten. Wir haben ein mögliches Ziel: Saito Kamura. Ich brauche Sie dafür als Mittelsmann. Ich habe zu viel hier zu tun. Wir müssen den gesamten Schmuggelweg umbauen.
Re: Re: Re: Re: Re: London-Situation
Verstanden.
Technische Beurteilung (Audio)
Richard Owen: Jetzt. Aufnahme läuft. Halten Sie sich knapp, keine Namen.
Techniker: Wenn die Specialist feindlichen Kräften in die Hände fällt, dann hat der Gesandte vom Hof recht. Wir müssen alles zurückbauen. Sie kennt die Frequenzen für die Spektographie und den Algorithmus für die Satellitenbildauswertung. Im Prinzip könnten feindliche Kräfte dann in ein beliebiges Abwurf- oder Aufstiegsmanöver eingreifen.
Richard Owen: Aufstiege machen wir seit ein paar Jahren nicht mehr. Zu gefährlich. – Was ist die sicherste Option?
Techniker: Um die Grenzen nicht zu gefährden, denn ich denke darum geht es dem dunklen Hof vor allem, müssen wir die Technik zurückbauen, damit wir keinen Anker im Land haben. Und einer vom Hof muss die Leylinien durchschütteln. Und alle Übergänge müssen versiegelt werden. Nichts mehr von uns da: keine Spur mehr hin. Und wenn die Linienkreuzungen durchgerüttelt werden, keine Spektographie mehr.
Richard Owen: [längere Stille] In Ordnung. Ich gebe das weiter. Machen wir es. Ist die einzige Option den Druck rauszunehmen.
Techniker: Ich denke, die Entscheidung ist sowieso schon gefallen. Sieht mir nicht so aus, als wenn Sie noch eine Wahl haben.
Richard Owen: Und wie kommen Sie darauf?
Techniker: Das Kindermädchen. Wenn die hier ist, wo ist dann Ihre Tochter?
Richard Owen: Machen Sie sich nicht Gedanken um Dinge, von denen Sie nichts verstehen. Meiner Tochter geht es sehr gut. Und das „Kindermädchen“ bekommt neue Aufgaben.
Das lebende Comlink (Audio)
Richard Owen: Ist er soweit?
[Unnatürlich tiefe Stimme]: Ja. Sage jetzt den Namen von dem, an den er sich erinnern soll.
Richard Owen: Evan? Evan! Hier, ich bin hier. [benommenes Stöhnen] Erinnere Dich an die Handmaid Samira! Ich will mit Samira sprechen! Samira, die Handmaid der Enomi.
[mehrere Minuten vergehen. Menschliches Stöhnen, Erbrechen und Würgen. Ab und an gedämpfte Umgebungsgeräusche]
Evan [mit entstellter Stimme]: Ich höre Dich. Richtige Zeit, richtiger Ort. Das ist gut. Ich werde Dir jetzt eine Reihe von Namen nennen, die auf Dich warten. Der Landtransport kann stattfinden, wenn Du Dich an sie hälst. Du musst mir dann sagen, was Priorität auf dem Lieferweg hat. Dann fehlt nur noch die Bezahlung. Was wir wollen, hast Du bereits vor drei Wochen gehört. Es ist dann also alles gesagt. Hier jetzt die Namen:
[Die entfremdete Stimme nennt langsam und schauerlich deutlich vierzehn Namen, die meisten russisch, einige afrikanisch]
für Ihren anhaltenden treuen und engagierten Dienst für die Association Internationale des Mercenaires möchten wir Ihnen sehr herzlich danken.
Sie haben zudem einen erheblichen Beitrag zur Aufklärung und Strafverfolgung der immer noch nachwirkenden Rechtsverletzungen und kriminellen Handlungen der Rechsvorläuferin von AIM beigetragen. Die IMA Transition Task Force hat nach Vorschlag des Board of Directors und Zustimmung des Policy Board eine Sonderzahlung von 260.000 =Y= freigegeben, die von Ihnen gemeinsam abgerufen werden kann.
Mit der Abrufung der Sonderzahlung geht die Verpflichtung einher, die Geldmittel nicht für gegen die Unternehmensziele von AIM gerichtete Aktivitäten einzusetzen.
Nachrichtlich an: Central Command Services Dpt. Section A (London) Joint Task Force „Tradestop“, Command Authority
Auf Grundlage des CCOM-Beschlusses 7252/74 vom 21. Oktober 2074 wird die Einheit SFG 77 aus der 1. AEF ausgegliedert und ab sofort dem Services Department Section A: Operations, unterstellt. Neuer formaler Dienstort ist London, UK.
Dienstauftrag: Kooperation mit den Vertragspartnern YST – Yutani Space Technologies, Tomorrow Plant Inc. und Asakaturo Research zur Vorbereitung und Durchführung der Expedition Schneeblind.
Als Sicherheitsfreigabe wird im Zusammenhang mit Expedition Schneeblind für das oben adressierte Personal erteilt: B3
Personal: Kommandeur der SFG 77 ist Brigadegeneral Timotheus Master, Services Section A: Operations, London. Ihre Ansprechpartnerin für Personal-, Finanz-, Vertragsfragen und Logistik ist Frau Veronica El-Hamrad. Interessenvertreter der Vertragspartner ist Customer Agent der Yutani Corporation Ako Tameo (YC). Wissenschaftliche Leitung hat Frau Hitashi Sani (YC) inne. Als Demokratische Beobachter sind derzeit nominiert: Hoshin Kenjiro (JIS), Mandala Isemi (AU), Wasili Nowikow (RF). Eine Bestätigung durch den Ausschuss für Demokratische Beobachter in bewaffneten Konflikten der Vereinten Nationen (UNCDOAC) steht aus.
Weitere Details erfolgen mit dem Mobilisierungsbefehl und der Verlegung zum Einsatzort zur Expeditionsvorbereitung.
Vier Tage sind seit dem verheerenden Sonnensturmereignis vergangen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 2074 hatte ein solarer Magnetsturm bisher ungekannter Ausmaße zuerst die tagseitige Erdhalbkugel mit einem geomagnetischem Sturm überzogen, in den Folgetagen wurde deutlich, dass auch die Schattenseite der Erde nicht verschont bleiben würde. Wir ziehen Resümee.
Jenseits der Skala
Die International Oceanic and Atmospheric Administration (IOAA) erfasste Sonnenstürme mit geomagnetischen Auswirkungen auf die Erde bisher auf fünf Skalenstufen, G1 bis G5. Mit G5 wurden dabei geomagnetische Stürme mit „extremen“ Folgen theoretisch und aufgrund von erdgeschichtlichen Befunden beschrieben:
G5: Weitreichender Ausfall der Stromversorgung und des energetischen Schutzsystems. Verbreitete Blackouts und Zusammenbruch überregionaler und trans-nationaler Energieversorgung. Schaden an Umspannwerken und Kraftwerken. Zerstörung von ungeschützten Elektrokleingeräten, Autobatterien und Schaltanlagen. – Stromleiter können kurzzeitig Spitzenströme von mehreren 100 Ampere verzeichnen. Hochfrequente Funksender und -empfänger sind weiträumig für mehrere Tage nicht verwendbar. Niederfrequenzfunk für mehrere Stunden unbrauchbar. Ausfälle von Satellitennavigation und Satellitenfunk für mehrere Stunden. – Sichtbarkeit von Aurora Borealis („Nordlichter“) bis zum 40. Breitengrad (Südspanien, Ankara, Süditalien).
Diese ohnehin bereits eher theoretisch fundierten Schadensmerkmale wurden nun im Laufe der letzten vier Tage revidiert und ausgeweitet, so dass die astronautische und geologische Fachwelt von einem R8-Ereignis spricht. Die Schadensmerkmale werden gegenwärtig noch täglich erweitert und präzisiert.
London, Flugzeugabsturz Downtown und Ausschreitungen
Größtes Unglück der Luftfahrtgeschichte
Die Zahlen der Todesopfer durch Flugzeugabstürze im Frühmorgen des 9. Oktober 2074 (UTC+0) werden beständig nach oben korrigiert. Die Internationale Luftfahrtbehörde hat derzeit 1.302 Unglücke in Folge des R8-Ereignisses registriert. Die Zahl der Vermissten und Todesopfer wird auf über 100.000 Metamenschen geschätzt (ohne bodennahen Flugverkehr).
Betroffen waren vor allem elektrobetriebene Flugzeuge, Helikopter und Vektorschubfahrzeuge sowie kleinere Linienmaschinen, Privatjets und einige der größeren Luftverkehrsflotten für den internationalen Luftverkehr, deren Maschinen nicht mit ausreichenden redundanten Systemen und elektromagnetischen Abschirmungen versehen waren.
Nur in wenigen Fällen gelangen den Pilotinnen und Piloten Notlandungen. Durch den häufigen Totalausfall von Bordelektroniken werden die meisten modernen Fluggeräte nicht mehr manövrierfähig. Dennoch gab es auch Berichte von kleineren und größeren Wundern, wie etwa der Wasserlandung eines Suborbitalflugs, der sich im Landeanflug auf Taipeh befand. Alle 680 Passagiere überlebten unverletzt.
Häuserkampf in Haifa
Urbane Gewalt
In allen Metropolen mit mehr als 5 Millionen Einwohnern kam es zu nachhaltigen Stromausfällen und zum Versagen kritischer Infrastrukturen. Die ohnehin bereits angespannten Lagen in den großen Metroplexen der Welt entlud sich in raschen und massiven Wellen von Plünderungen, Bürgeraufständen und entfesselter Kriminalität.
Die Top 10 der modernsten Metroplexe und Arkologien verkrafteten diese kritischen Stunden erstaunlisch gut. Vielerorts waren Kapazitäten vorhanden, die ausgefallenen Systeme rasch zu ersetzen oder auf Redundanzen auszuweichen. Hierzu zählen unter anderem Mexiko City, Neo-Tokyo, Seattle, Denver und Taipeh. Dennoch werden Wochen, wenn nicht gar Monate, vergehen, den militärischen und zivilen Frieden wieder auf einem Niveau von vor dem R8-Ereignis herzustellen.
Aus abgelegenen Regionen der Welt erreichen uns vielfach noch gar keine verlässlichen Nachrichten, so beispielsweise aus kleineren Arkologien des nördlichen Pazifikraums. Aber auch Städte wie Berlin, Aachen, London oder Washington versinken weiterhin in Anarchie. Alle Großkonzerne mit A+ Einstufung haben den Krisennotstand ausgerufen und ziehen sämtliche konzerneigenen Sicherheitskräfte auf ihr Konzernterritorium zurück. Nur von wenigen Ausnahmen wird berichtet, etwa in Denver oder Neo-Tokyo.
Im Westjordanland wurde am Folgetag des Ereignisses mit einer Luft- und Bodenoffensive seitens der arabischen Anrainer begonnen. Isreal befindet sich in einem Verteidigungskrieg. Auch innerhalb des Territoriums Deutscher Staaten gab es Grenzübertritte öffentlicher und privater Sicherheitsdienstleister sowie die einseitige Besetzung kritischer Infrastruktur. Rund um die Vertragsstadt Denver wurden Truppen aller sechs Anrainer zusammengezogen.
Denver Datahaven, Unknown SAN
Ein dritter Crash?
Auch die letzten Beetle-Heads und Matrix-Zombies haben mittlerweile das Ereignis zu spüren bekommen. Während sich die CEO der Yutani Corporation und der CEO von Novatech positiv gestimmt gaben und eine baldige Rekonstruktion aller Host-Strukturen ankündigten (konzernintern natürlich), wurden viele Unternehmen und Staaten, aber auch Privatmenschen, stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Datenverluste sind, trotz häufiger Redundanzen und der Dezentralität des Matrix-Netzes, noch gar nicht abzuschätzen.
Besonders brisant ist die Lage in der Vertragsstadt Denver, CO, wo sich der weltweit größte, illegale Datahaven befindet. Dort wurden über Jahrzehnte illegale Kopien von Datenbeständen aus allen Ecken der Welt und aus allen Lebensbereichen gesammelt, archiviert, und illegal im sogenannten „Shadowland“ vermarktet oder verschlossen gehalten. Autonome Akteure des Datahaven haben nun damit begonnen Unternehmen weltweit mit Erpressungen unter Druck zu setzen – im Datahaven finden sich nun ironischerweise oftmals die noch einzig verbliebenen, unzerstörten Datanbestände vieler Konzerne und staatlichen Einrichtungen.
Für den Normalverbraucher blieb der Jubel jedoch aus. Es ist absehbar, dass sich die Finanzwelt von den Ereignissen erholen wird – abgesehen vom spekulativen Finanzmarkt, dessen Fortgang, wie immer, höchst ungewiss ist.
Trondheim, künstlerische Interpretation eines Ortsansässigen
Arkane Manifestationen
Die Erwachte Welt blieb nicht verschont. Hochmoderne Staaten, wie Japan oder Dahomey, scheinen aus technologischer Sicht das R8-Ereignis gut überstanden zu haben. Grüne Energien, hochmoderne Leitertechnik und Redundanzsysteme ersparten ihnen einen monatelangen Wiederaufbau ihrer Infrastrukturen, doch auf der magischen Seite der Welt, sieht dies womöglich anders aus.
Norwegens NTNMU sowie die Universität von Kairo berichteten als erstes über schwerwiegende Veränderungen. So zerstörten riesenhafte Manifestationen im Hinterland Norwegens offenbar Hochspannungsleitungen und bewegten sich auf die besiedelte Küstenregion zu. Die Meinungen gehen auseinander, ob es sich dabei um aufgeweckte, sogenannte „Große Wanderer“ handeln könne, oder um riesenhafte Troll-Geister. Die NTNMU ermittelt. Auch wird darüber spekuliert, ob das Sinken der CASS Shigeruu als Vorbote des R8-Ereignisses gewertet werden könnte.
Aus Kairo wurde zuerst von schweren Erdbeben berichtet, die große Teile des Stadtgebiets in die Abgründe tiefer Schluchten gerissen hätten. Mittlerweile gilt als gesichert, dass es sich bei den Bruchlinien im Boden um die Verlaufswege alter Gräber- und Palastanlagen handelte; so etwa der Pharaonenweg vom Königspalast der IV. Dynastie zur Grabbaustelle des Cheops und von dort zur 20 Kilometer südlich gelegenen Grabanlage Saqqara. Das R8-Ereignis hat scheinbar antike Ley-Linien und das arkane Potential von Architekturmagie neu belebt. Ähnliche Phänomene werden aus dem Dschungel Zentralamerikas und Beijing berichtet. Das Arkane Labyrinth der Verbotenen Stadt habe „die Grenzen zwischen der arkanen und weltlichen Repräsentation des Kaisertums verwischt.“
Illegale Straßenklinik in Denver
SURGE
Während die Großereignisse die Welt erschüttern und in Atem halten, sickern immer mehr auch Folgen im Kleinen durch. An vielen Orten der Welt werden Metamenschen in Krankenstationen eingewiesen, die körperliche aber auch geistige Veränderungen erfahren haben. Die Biomedizin spricht von „Spontaner rezessiv-genetischer Expression“ (Sudden Recessive Genetic Expression, SURGE). Hörner, Fell, Farben, Klauen, Schwänze – wie weit die Palette der Veränderungen am metamenschlichen Körper reicht, ist noch nicht absehbar. Es kam bereits, wie nach den Goblinisierungswellen, zu Internierungen, Lagerbildung und gezielten Falschinformationen sowie dem „Verschwindenlassen“ von Opfern des SURGE-Effekts.
Bisher gab es jedoch keine Berichte einer tiefergehenden, genetischen Goblinisierungswelle.
Der Blick nach vorn
Die Sonne ist Teil allen Lebens auf unserer Erde. Sie war es von Anfang an. Sie ist die ultimative Bedingung aller lebenden Existenz in unserem Sternensystem. Ihre kulturelle, religiöse, arkane Bedeutung ist enorm und vielleicht viel mächtiger, als wir bisher dachten. Als eine fundamentale Bedingung unserer Existenz kann man sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Das ist in gewisser Hinsicht beruhigend: unsere Möglichkeiten sind trotz aller Errungenschaften begrenzt.
Drei Großkonzerne von Weltrang haben derzeit die Möglichkeiten und den Willen, die technische Sonnenbeobachtung wieder flächendeckend und stabil herzustellen und aufgrund der gemachten Erfahrungen zu verbessern und zu intensivieren. Dies sind Ares Macrotechnologies, Mitsuhama Computer Technologies sowie YSM – Advanced Space Mining, eine Tochter der Yutani Corporation.
Letztere haben angekündigt innerhalb der nächsten zwei Jahre einhundert Sonden auf die Alfvén-Oberfläche um die Sonne zu platzieren, die sich in einer Entfernung von etwa 18 Sonnenradien zum Mittelpunkt der Sonne befindet.
Zum Zeitpunkt des R8-Ereignisses betrug die Frühwarnzeit nach Angaben der großen astronomischen Forschungsinstitute im Idealfall 18 Minuten. Die ersten Warnungen großer Konzerne an ihre Luftflotten auf interkontinentalen Strecken wurden etwa 15 Minuten vor dem Ereignis ausgegeben. Etwa 95% erreichte eine Warnung zu spät.
Was bedeuten diese Zahlen für unsere Zukunft? Haben wir nun wieder 5 Millionen Jahre Zeit, bis zum nächsten R8-Ereignis, wie es uns die Statistiker beschwichtigend erklären wollen?