Überblick
In dieser Region gibt es drei vorherrschende politische Systeme:
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Eine Reihe von Staaten, die unter fester Konzernkontrolle stehen und nur noch nominell selbstverwaltet sind. Repräsentanten dieser Art sind der Niger, Chad und Sudan.
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Eine von Isolation und Imperialismus geprägte Politik, gestützt auf den neu erworbenen Wohlstand aus erwachten Bodenschätzen. Allen voran ist hier Nigeria zu nennen. Auch Kamerun, Mali und Liberia verfolgen eine solche Politik.
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Eine neue Form pluralistischer Gesellschaft, welche im Zuge des Erwachens zu einer sozialen und kulturellen Blüte gelangt sind. Technologischer und ökonomischer Fortschritt wurde hier innovativ und positiv in die Entwicklung der Gesellschaft investiert. Der Gipfel dieses Prozesses ist Dahomey.

Direkt vorweg möchte ich darauf hinweisen, dass die öffentliche Darstellung einzelner Länder und System von Propaganda nur so strotzen. Dieser Punkt wird am Ende noch einmal aufgegriffen.
Geschichte und Sahel-Kriege (2030-)
Seit dem Erwachen hat Afrika eine rasante Wandlung erlebt. Die Entwicklungsprozesse und Verhältnisse, welche Anfang des Jahrhunderts abzusehen waren, haben sich spätestens mit dem Wiederkehren der Magie radikal verändert. Die Einkehr der Magie als fester Teil der Gesellschaft war für die meisten afrikanischen Staaten deutlich leichter als für den größten Teil der restlichen Welt. Die Goblinisierung hat die extremsten Auswüchse angenommen. Die afrikanischen Nationen sind zugleich die tolerantesten und rassistischsten der Welt.
Generalisiert kann man sagen, dass Afrika mehr als die anderen Großregionen profitierte. Doch diese Generalisierung trägt schon viele Vorurteile in sich. Afrika ist ein Kontinent, so divers wie kaum ein anderer. Und dennoch – oder deswegen – wird davon gesprochen, als ob es eine einzige, kleine Bananenrepublik wäre. Erschwerend kommt hinzu, dass die betroffenen Länder selbst oftmals ein Selbstbild propagieren, dass einer neutralen und faktenbasierten Betrachtung nicht stand hält. Da man aber ohne Generalisierung keinen groben Überblick gewinnen kann, muss man wenigstens versuchen auf die historisch entscheidenden Faktoren einzugehen.
Heute teilt man Afrika grob in sechs Zonen ein, welche etwas anders als noch vor 50 Jahren verortet werden. Betrachtet werden in diesem Dossier West- und Zentralafrika. Prägend für diese Zone sind die Sahel-Kriege gewesen, welche zwischen 2039 und 2056 hitzig geführt wurden. Erst 2063 wurden sie mit einem offiziellen Friedensschluss beendet, deren Auswirkungen sind aber noch heute zu spüren. 
Die Sahelzone ist die in Afrika liegende, langgestreckte, semiaride Übergangszone vom eigentlichen, sich nördlich anschließenden Wüstengebiet der Sahara bis zur Trocken- oder Feuchtsavanne im Süden. Der Sahel ist ein langgestreckter und recht breiter Gürtel vom Atlantik bis zum Roten Meer und ein sich daran anschließender schmaler Streifen bis zum Indischen Ozean.
Misst man dabei die Strecke von Dakar (Senegal) am Atlantik über das Tschadbecken bis zum Roten Meer (Eritrea), so kommt man auf etwa 6.000 km Länge – weiter bis zum Horn von Afrika (Somalia) sind es insgesamt 7.500 km Länge. Dabei umfasst das Gebiet einen Streifen mit einer Breite von 300km (150 km im Jahr 2020), im Osten im Bereich des Roten Meeres, bis 1200km (800 km im Jahr 2020), im Westen bei Dakar. Während sich in den 20er Jahren die Wüste in südliche Richtung jährlich um 7–10 km vergrößerte und großangelegte Maßnahmen unternommen wurden um dies einzudämmen, hat das Erwachen die Sahelzone nicht nur wieder in ihrer alten Größen zurück gebracht, sondern auch der Sahara ein gutes Stück Fläche abgenommen.
Rohstoffe und die Rolle der Staaten
Die Sahel-Kriege starteten als Rohstoffkriege, als man in der afrikanischen Sahelzone natürlich vorkommendes Orichalkum entdeckte. Zeitgleich begann ein Aufblühen der Landschaften, das sie in fast schon prähistorische Paradiese verwandelte, angefüllt mit den Wundern von Flora und Fauna der erwachten Welt. Leider erweckte diese lebendige Vielfalt viele Begehrlichkeiten bei jenen, die darin primär auszubeutende Ressourcen erkannten. Heute ist bekannt, dass die größten Veränderungen in der Rohstofflage nicht innerhalb der Sahelzone passiert sind, sondern an ihrer südlichsten Grenze. Und dort auch nur auf einem ca. 2000 km langen Streifen. Er betrifft vor allem die Länder Dahomey, Nigeria, Mali, Niger und Tschad.
Neben diesen genannten Staaten, waren noch weitere an den Sahel-Kriegen beteiligt. Alle Staaten der Region entwickelten aus einer Wiederentdeckung ihrer alten, prä-kolonialistischen Erbschaften und solider Gier neue imperialistische Ambitionen. Wenn man diese Ambitionen als Maßstab des Erfolges anlegt und 2063 Bilanz zieht, ist Kamerun der Verlierer, Mali ein unentschiedener Austeiger und Dahomey sowie Nigeria die Gewinner dieser Kriege. Abgesehen natürlich von den Konzernstaaten, deren Volksregierungen nur mehr auf dem Papier fortbestehen.
Doch gleichzeitig wurden Kämpfe um alte Identitäten geführt. Es erfolgte ein radikales Abschütteln kolonialistischer Strukturen und eine Ablehnung nationalstaatlicher Ideen und reißbrettgezogener Grenzen. Im Zuge der rasanten, weltweiten Veränderungen, des Aufweichens nationaler Strukturen und den Folgen des Erwachens endete die heiße Phase der Sahel-Kriege in einem „Wir gegen die Anderen“ – mit der traurigen Realisierung, dass zwar jeder eine Antwort auf die Frage hatte, wer „die Anderen“ sind, aber nur Dahomey und Nigeria auch eine sichere Antwort für das „Wir“ geben konnten.
Politische Situation
Konzernstaaten
Die großflächigen Staaten Zentralafrikas, welche einen Großteil der Sahelzone abdecken, der Niger, Chad und Sudan, werden heute oft als die “Konzernstaaten” bezeichnet. Mehr als 70 Prozent der Landfläche ist im Besitz von internationalen Konglomeraten. Dies verschärft sich dadurch, dass wiederum mehr als 70 Prozent dieser Flächen extraterritorialer Kontrolle und somit der Gesetzgebung von Konzernen unterliegen. Damit nehmen diese drei Länder die ersten drei Plätze der Liste konzernkontrollierter Staaten ein.
Es herrscht ein extremes Ungleichgewicht zwischen der Bevölkerungszugehörigkeit; es gibt mehr Menschen mit Konzernidentität als mit der jeweiliger Staatsangehörigkeit. Ethnische Minderheiten und Volksgruppen haben keinen Einfluss auf die jeweilige Landespolitik. Dies ist gekoppelt mit einer hohen Gastarbeitermigration und einem steilen Gefälle des Lebensstandards. Alles zusammen sorgt für ein hohes Konfliktpotenzial.
Dahomey und Nigeria als politische Gegner
Dominiert wird die Region allerdings von Dahomey und Nigeria. Nach vier Jahren diplomatischer Vorarbeit durch die Afrikanische Union wurde die Verfassung von Dahomey 2041 ratifiziert. Dahomey ist ungefähr der Zusammenschluss der Staaten Benin, Togo, Ghana, Burkina Faso und der Elfenbeinküste, wobei die Staatsgrenzen nicht völlig identisch mit denen vor dem Erwachen waren. Am Anfang diese Vereinigungsprozesses war Nigeria noch Teil dieser Verhandlungen. Das ursprüngliche Vorhaben hätte Nigeria unter dem neu geschaffenen Dahomey einschließen sollen. Doch die damalige, nigerianische Militärjunta war weder von einem Stoppen des Krieges noch von einer demokratischen Kooperation zu überzeugen. Daher war die erste, außenpolitische Handlung des neuen Staates Dahomey eine Kriegserklärung gegen Nigeria, nachdem nigerianische Truppen in das von der Koalition gehaltene Gebiet im Niger eindrangen. Dieser Konflikt endete für Nigeria in einer schmachvollen und schweren Niederlage. Der nigerianische Angriff war vorausgeahnt worden und von einer durch ausländische Söldner ausgebildeten, geführten und verstärkten Armee im Keim erstickt worden. Die gesamte südwestliche Spitze des Niger gehört heute zu Dahomey, nachdem die Bevölkerung 2051 in freien Wahlen mit überwältigender Mehrheit für einen Anschluss gestimmt hatten.

Die Situation in Nigeria
Nigeria ist eine parlamentarische Demokratie, welche jedoch seit fast 20 Jahren fest in der Hand zweier Parteien liegt. In permanenter Koalition sichern sie sich eine Zweidrittelmehrheit des Parlaments. Die Präsidenten der vergangene Jahre sind, mit wenigen Ausnahmen, Marionetten einer herrschenden Elite von nationalistischen, patriotische Idealisten, ein Gemisch aus Intellektuellen und Ökonomen, mit einer Handvoll Militaristen, um die Sache abzurunden. Nigeria ist mit 218 mio Einwohner das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Das Land leidet an starker Überbevölkerung. Nigeria hat den Rang als stärkste afrikanische Ökonomie an Dahomey verloren, dennoch liegt es weltweit auf Platz 18 der Bruttoinlandsprodukte; vor allem bedingt durch die gigantische Menge an erwachten Rohstoffen ist Nigeria heute das viertreichste Land der Erde. In dieser Rangliste muss beachtet werden, dass zum einen die Ökonomien der Großkonzerne (AA+) nicht mitgezählt werden, zum anderen wenig über den tätsachlichen Lebenstandard der Menschen ausgesagt wird.
Situation in Dahomey
Dahomey ist eine föderale Republik und gilt als eines der großen Beispiele für gelungene Staatenbildung in der Sechsten Welt. Dahomey ist ein technologisches Wunderwerk, eingebettet in eine der wildesten Landschaften der Erde. New Old Africa! Das Bild von traditionell gekleideten Afrikanerinnen und Afrikanern mit vollverchromten Cyberimplantaten, verziert mit traditionellen Gravuren; im Hintergrund ein Bahnhof, kombiniert mit einem botanischen Garten unter lautlosen Überschallzügen – dieses Bild wurde in Dahomey erfunden.
Dahomey ist ein zentral reguliertes und dezentral regiertes Land, während die nationalen Gremien für die Außenpolitik, Gesetzgebung und nationale Großinitiativen zuständig sind, fällt die alltägliche Verwaltung in die Hände lokaler Abgeordneter. Dahomey hat 105 mio Einwohner und ist eine der stärksten und schnellsten wachsenden Ökonomien der Welt. Die erwachten Bodenschätze sind auch für Dahomey der Schlüssel zu seinem kometenhaften Aufstieg, jedoch ist das Land deutlich nachhaltiger, was Abbau und Verbrauch dieser Ressourcen angeht.
Relativierungen
Wie bereits eingangs angemerkt folgt hier erneut der Hinweis, sich nicht zu sehr von Oberflächlichkeiten täuschen zu lassen. Dahomey ist nicht das Paradies, als das es sich selbst darstellt und nicht die Verschwörungshochburg, zu der es andere aufblasen. Dahomey ist eine Gesellschaft, die Beeindruckendes geleistet hat, sich jedoch den Zwängen moderner Realpolitik nicht so weit entziehen konnte, wie es sich dies gewünscht hatte.
Nigeria wiederum ist nicht der Schurkenstaat, als der er dargestellt wird, nicht das Opfer ihn umringender Aggressoren, als das es sich selber darstellt, sondern eine tief zerrüttete Nation, in der es im Moment keinen Königsweg aus den Krisen zu geben scheint.
Die Konzernstaaten sind nicht die reinen Marionetten, als die sie dargestellt werden, nicht die perfekten Vorbilder ökonomischer Ordnung, wie es die PR-Abteilungen glauben lassen wollen, sondern Nationen, deren Identität zerbröselt ist und in denen nun unterschiedliche Volksgruppen versuchen, unterschiedliche Wege zu gehen.
Exkurs: Orichalkum und sein Abbau
Orichalkum (grch. ὀρείχαλκος, dtsch. Bergerz) ist eine arkane Legierung, von der lange Zeit angenommen wurde das sie nur mit den Mitteln der Alchemie hergestellt werden kann. Die Legierung ähnelt Gold in Farbe und Reflexivität, hat aber eine deutliche orangenen Farbton. Es hat das Gewicht von Aluminium, kann durch keine bekannte Säure aufgelöst werden, besitzt die 11-fache Zerreißfestigkeit und Härte von Stahl und einen Schmelzpunkt von 9000°C. Diese Eigenschaften sind nicht naturwissenschaftlich sondern nur durch die arkanen Eigenschaften des Materials zu erklären. Im Unterschied zu dem erst vor wenigen Jahren entdeckten Etusan III ist Orichalkum nicht arkan reaktiv.
Für die Herstellung von Orichalkum benötigt man Anteile von Gold-, Silber-, Kupfer- und Quecksilberradikale, magisch veredelte Elemente, welche wiederum aufwendige alchemistische Raffinierung erfordert. Orichalkum ist sehr wertvoll, da der Herstellungsprozess langwierig ist und die Rohmaterialien teuer. Die magische Legierung wird insbesondere für die Herstellung von Foki benötigt. Die Entdeckung des natürlichen Oricalkums hat eine kommerziellen Einsatz des Materials überhaupt erst möglich gemacht. In der Anwendung in magischen Foki muss das natürliche Material ebenfalls Nachbearbeitet werden, was dazu führt das die meisten Foki weiterhin mit alchemisch hergestelltem Orichalkum konstruiert werden, da der Taumaturg auf diese Weise die Menge und spezifischen Eigenschaften seiner Legierung auf den Zweck anpassen kann. Für Fetische und als Ritualmaterial ist das natürliche Orichalkum aber gut geeignet. Doch die Eigenschaften des Materials sind so vielseitig, dass es auch unzählige kommerzielle Anwendungen gibt, besonders in Bereichen, wo Mengen im Mikrogrammbereich ausreichen.
Alchemistisches Orichalkum ist verständlicherweise eines der teuersten Legierungen der Welt. Ein Gramm wird heutzutage mit etwa 9000¥ gehandelt. In Bezug auf Reinheit, schonendem Abbau und Arbeitsbedingungen gibt es eine gigantische Spannweite. Ähnlich wie mit Blutdiamanten versuchte man sich an Zertifizierung, die jedoch weltweit durch hochprofessionalisierte Schmugglerringe unterlaufen wird.
Der Orichalkum-Abbau findet in der Regel im offenen Tagebau statt – ein hässlicher, landschaftszerstörender Prozess. Das Mineral ist in feinsten Partikeln im Boden verstreut, somit muss die gesamte Landschaft umgegraben, gewaschen, gesiebt und gefiltert werden. Zurück bleibt im schlechtesten Fall eine verkraterte Mondlandschaft. Der Prozess ist ähnlich wie der Abbau seltener Erden. Zudem ist es der Expertise und Vorsicht des Abbauers geschuldet, wieviel der toxischen Chemikalien, die bei der Raffinerierung benutzt werden, in die Umwelt gelangen. Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass beim Orichalkum-Abbau weitere Seltene Erden als Nebenprodukte abfallen, was den Tagebau noch lukrativer gestaltet. In Afrika wurden bereits 19% der Fläche des Orichalkumgürtels einer Renaturalisierung. Im besten Fall entsteht eine jungfräulicher, mineralreicher, lockere Boden, welcher zwar mit natürlicher Bodenbildung nichts mehr zu tun hat, von der Natur aber zügig zurück erobert werden kann. Der Abbau wird in den unterschiedlichen Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt.