Back in Black

Drei Tage nach dem SimSense-Vorfall. Sigrid Johannsdottir hatte vor 40 Stunden entscheiden, davon abzusehen, ihren Kollegen einzufliegen; und hatte die Angelegenheit selbst in Händen behalten. Zwischenzeitlich war sie sich ihrer Sache nicht immer sicher, mehrfach griff sie ein in die Gedankenwelten des Elfen, und es gelang ihr, die Gedankenwelt so zu manipulieren, dass die wirren Erinnerungen an drogengeschwängerte Szenen, Elend, roter Sand und Gewalt nicht die Oberhand gewinnen konnten. Mehrfach konnte sie erahnen, was wohl vor sieben Jahren in Namibia vorgefallen war, einen rechten Reim konnte sie sich aber darauf nicht machen. Besonders die offenbar sporadisch auftretenden Aggressionsschübe und die oft vorher und nachher auftretende Verzweiflung machten die Gefühlswelt kaum einzuordnen. Ganz offenbar aber war Negative in einer Spirale von Gewalt gefangen, viele wie übersteuert wirkende Kampfszenen belegten. Die Trollin lies es sich nicht nehmen, alle Eindrücke zu dokumentieren, zum einen aus Sorge, Negative blieb in seinem Gedankengebäude gefangen, zum anderen aus rein wissenschaftlichem Interesse; diese Situation war nun einmal einzigartig. 

Doch jetzt schlug Negative mit einem Mal die Augen auf und unterbrach damit die Gedanken von Johannsdottir. Desorientiert blickt er sich um. „Wie spät ist es? Wie lange war ich weg?“. „41 Stunden und 14 Minuten“ antwortete sie ruhig und setzte sich neben die Krankenliege. „Freut mich, dass Du wieder hier bist! Bleib ruhig liegen, Du bist hier sicher.“ Sie hält ihm einen Becher Wasser hin und beobachtet ihn scharf. „Was ist das letzte, an das Du Dich erinnerst?“. Der Elf hält inne und überlegt: „Es fühlt sich an wie zweigeteilt. Zum einen die Erinnerung an die Situation im Vorschiff mit den anderen, wie Zoe die Maschinerie anwirft. Diese Erinnerung endet abrupt. Dann erinnere ich mich an die Manipulationen per SimSense. Es war, als würde man sich in einem Museum mit einem fremden Führer seine eigene Erinnerungen anschaut. Man öffnet zwar die Türen zu den Räumen, aber was zu erfahren ist, auf das hat man nicht mehr so direkten Zugriff mehr, wie man es gewohnt ist von seinen eigenen Erinnerungen. Im Nachhinein unschön, dieses Gefühl. Aber…“ Er lässt den Blick über die Utensilien in Johannsdottirs Büro schweifen. Seine Augen bleiben an einem offen daliegenden Notizbuch hängen…“ Aber warum bin ich hier? Was hast Du damit überhaupt zu tun? Du warst bei mir, nicht wahr? Was weißt du alles? Vermutlich mehr als ich! Schließlich ist bei mir von den drei Monaten in Gefangenschaft nur noch Fetzen übrig. Steht darin was?“ Er deutet auf das Notizbuch. „Ich möchte das lesen! Später! Jetzt möchte ich mit Zoe reden! Wie geht es ihr? Ist sie bei Bewußtsein? War sie bei der Mission dabei? Wie ging das Ganze aus? Ansonsten sollten wir weiter zusammenarbeiten, denke ich…“ und umarmt gerührt die Trollin.