Lieutenant,
es freut mich, dass Sie direkt an mich denken. Ich bin bereits vor Ort im Safe House. Aber leider kann ich derzeit wenig in der Richtung bieten, die sie genannt haben. Momentan bin ich vor allem mit der falschen Unternehmensfront beschäftigt, damit alles seine Ordnung hat und wir in Ruhe gelassen werden.
Ein großes Problem ist die, wie ja bekannt wurde, große Unsicherheit bezüglich lokaler Informationen. Die Matrixzensur ist glaube ich nicht nur ein Gerücht. Wir sitzen hier im Prinzip in einer Blase der Misinformation. Es wird vor gesperrten Straßen gewarnt und Navigationssysteme sparen manche Bereiche der Region aus, aber ich glaube nicht, Sir, dass wir uns ernsthaft auf lokale Medien oder Informationssysteme stützen können, solange die Matrixzensur aufrecht erhalten wird.
Wie Frau Clark mir mitteilte, sind die Informationen über den Staudamm durch den verschollenen Informanten zu uns gekommen. Ich denke, das ist insgesamt der wesentlich bessere Weg als die Medien oder Informationsportale derzeit: verlässliche, persönliche Auskünfte. Klar ist jedenfalls, dass der Staudamm die ganze Region kritisch mit Strom versorgt. Also dann auch im Grenzbereich nach Nigeria hin. Ein Ausfall dürfte wohl „nigerianische“ Dahomey genauso treffen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich entnehme den historischen Nachrichten, dass der Staudamm auch für die Orichalkum-Raffinierung durchaus relevant ist. Aber wo genau die Leistung hin verteilt wird, weiß ich nicht. Gebaut wurde der Staudamm 2052 von der britischen Firma Weyland Industries. Der Betrieb liegt heute aber wohl hauptsächlich in der Hand von lokalem Personal.
Über Guerillas oder derlei habe ich leider gar keine Informationen, Sir.
PV. Christoph Fink