Wenige Minuten nach der Veröffentlichung
Captain Skorgen hat viele Jahre auf der Shigeruu verbracht, abseits und unauffällig, hat sie sich und ihr Geheimnis verborgen. Sie hat sich nicht beklagt und keine Wellen geschlagen.
Nun wurde sie herausgefordert und anstatt sich still und ruhig zu verhalten, geht sie zum Angriff über. Für sie war klar das diese Sache sich gegen sie wenden würde, wenn sie nicht Herrin der Lage wird. Ihr Plan war einfach: Die Täter festsetzten, die Beweismittel sichern und sich dann mit dem Policie Board in Verbindung zu setzten. Millestone war der erste auf ihrer Liste. Nach dem sie ihn zu sich zitiert hatte enthob sie ihn seines Posten und ließ ihn in die Arrestzelle werfen. Dann berief sie eine große Konferenz aller Department Heads ein und diktierte ihre Anordnungen. Sie war die Kapitänin diese Schiffes und niemand an Bord war in der Lage sich gegen ihrer Befehle zu stellen.
Das war ihr erster großer Irrtum. Als sich die Tür den Konferenzraums öffnete und die weißberobte Gestalt den Raum betrat sank die Temperatur um 20 Grad und Eisblumen bilden sich auf den Fenstern.
Unweigerlich bekommen alle Menschen eine von zwei Eindrücken wenn sie Sigrid Johansdottier zu ersten mal treffen. Entweder ist es die leicht exzentrische Akademikerin mit dem unbändigen Wissensdrang. Oder es ist die leicht entrückte weiße Gestalt, freundlich, hilfsbereit, besorgt um die Menschen und ihre Beziehung zur Feenwelt, die Priesterin der alten Welt und der neuen Welt.
Die Führungsriege der Shigeruu lernte an diesem Tag die dritte Version kennen. Druiden sind Beschützer, Behüter, Krieger wieder dem Bösen. In einem Moment totaler Hilflosigkeit waren ihr eine Gruppen von Männer und einer kleinen Frau zur Hilfe gekommen und hatten das beschützt was ihr am teuersten auf der Welt war…nun war sie an der Reihe.
Die Furcht vor einer höheren Macht ist etwas was den Menschen des frühen 21zigten Jahrhunderts abhanden gekommen ist. Die erwachte Welt lehrt diese Lexion seit nunmehr fast 40zig Jahren. Heute war es für Finnja Skorgen und die Schneelandführung zeit, erleuchtet zu werden.
Schon wenige Stunden später war das Schiff voll von Gerüchten über die Geschehnisse. Offensichtlich hatte es keinen Schwertkampf zwischen den beiden Frauen gegeben, noch hatte Johansdottier die Captain in ein Schaf verwandelt.
Fakt war, das Skorgens Kampagne der Wind aus den Segeln genommen wurde. Sigrid Johannsdottier hatte sich zwischen die Captain und das Einsatzteam gestellt. Ihre volle Autorität war aber nicht nur die einer Druidin, sondern eines angesehene Mitglieds des Wittan. Eine Gruppe von mächtigen Zauberern, welche sie zu einer gemeinsamen Mission zusammen tun sind viel mehr als Kollegen. Sie bilden einen Zirkel, welcher sich gegenseitig stützt und trägt. Das Wittan war ein langjähriger und vor allem prestigeträchtiger Kunde der AIM. Zudem waren die magischen Lehranstalten nicht zu unterschätzenden politische Machtfaktoren, allen voran das Konzil von Köln, welches in Teilen Zentraleuropas großen Einfluss geniest.
Skorgens Autorität hatte als Flutwelle angefangen und war an dieser weißen Klippe zerschellt.
Gerüchten zufolge habe Monsieur St.Coix (Voltaires Deckidentität mit der er sich euch auch schon bei Golden Gap vorgestellt hat), einen Kompromissvorschlag gemacht, bevor die Situation ernsthaft eskalieren konnte. Der Zwerg, ein Sonderermittler der AIM, war vor wenigen Stunden an Bord gekommen.
Chief Millestone wird beauftragt, persönlich für den Schutz der von Mutter und Tochter Johansdottier zu sorgen und seine Aufgaben als Sec. Chief von seinem Stellvertretter erledigen zu lassen. Das mit der Auflage einstweilen das Schiff nicht zu verlassen bis die Untersuchungskommission eintreffen würde. Da Mademoiselle Sigridsdottier seit ihrer Rettung sowieso unter permanentem Schutz steht und sie zu Mr. Millestone das größte Vertrauen hat, träfe sich das doch sowieso gut. Der Rest des SFG-77 würde normal ihren Pflichten unter Op. Schneeland nachgehen.
Monsieur St.Coix übernahm die Sicherung der Beweise und leitete die Bergung und Sortierung sämtlichen Materials welches gesammelt wurde ein.
24 Stunden später
Als die Ermittler der skandinavischen Polizei und der demokratische Beobachter an Bord kamen, wurden diese vor vollenden Tatsachen gestellt.
Nein, die Beweismittel könnte sie nicht einsehen, eine forensisches Team das von St.Croix eingeflogen wurde, sicherte diese im Moment.
Ja, man würde sie über die Ergebnisse informieren sobald die Zuständigkeiten geklärt wären.
Nein, die Identitäten des Einsatzteam wären geheim, alle Fragen könnte sie an St.Croix richten!
Ja, Dr. Johansdottier würde für einen Zeugenaussage zur Verfügung stehen.
Nein, das gälte nicht für die Entführungsopfer.
Nein, die Zeugenvernehmung würde nicht ohne Beisein eines AIM Mitarbeiters und einer Leibwache stattfinden!
Nein, St.Croix interessiere sich nicht im geringsten dafür mit wem er Rede, bis der Status der Untersuchung nicht geklärt ist, gelten diese Regeln!
Die nächsten 40 Stunden
Voltaire und sein Team arbeiten Fieberhaft an der Untersuchung der gesammelten Beweismittel. Die SFG bleibt für die meiste Zeit außen vor. Zum einen muss eure Identität geschützt werden, die Chance das jemand mit den Ermittlern redet und eure Namen ins spiel kommen ist sowieso schon recht recht groß. Zum anderen habt ihr Voltaire sehr deutlich zu verstehen gegeben das ihr ihm nicht vertraut und nicht in seine Aktionen verwickelt werden wollt.
Das scheint er zu respektieren, gleichzeitig muss er seine Operation vor Eingriffen und Mitwissern von außerhalb schützen. Das schließt die Mitglieder von SGF-77 nun aber ein, etwas was er offensichtlich bedauert. Gleichzeitig versucht er sein bestes um das Team abzuschirmen.
Niemand der Crew entkommt einer Lextion über Schweigepflicht und was einem Plappermaul alles passieren kann….
hier draußen….
im Eismeers….
ganz allein….
Keiner Redet!
Ebenso löst er alle Ausrüstung welche vorher in der Asservatenkammer war aus der Beweismittelsammlung, dazu gehören auch diverse Ausrüstungsboxen welche als Skikästen getarnt sind, vier Matrak-Autoketten mit starken Elektromotoren, einige elektronischen Bauteile, Waffen und ein schnittiger Hubschrauber. All diese Material wird verzeichnet und eingelagert.
Als während der Untersuchung die Frage aufkommt, wie das Team an die Waffen gekommen sein, findet sich ein Eintrag in den Richtlinien der Asservatenkammern auf der Shigeruu. Da heißt es, das der Chief of Security, der Master at Arms und der VIP Security Officer, so wie jedes Mitglied der SOC, auf die Asservatenkammern zugreifen darf, wenn die Einsatzregeln die Anwendung von tödlicher Gewalt und/oder eine Selbstaktivierung zur Übernahmen von Sicherheitsaufgaben vorsehen. Beides ist für Schneeland der Fall. Somit zerrinnt einer der Vorwürfe gegen Brick durch eine simplen Akteneintrag.
Schließlich wird Brick von der euch bekannten Ärztin aus Voltaires Team untersucht. Sie verkündet von vornherein, das sie selber keine Ahnung von diesen Themen hat, aber wenn sie genug Proben und Kulturen von Brick anlegt, kann sie vielleicht ein paar unauffällige und vor allem anonyme Nachforschungen anstellen, allen voran eine unabhängiges Labor beauftragen.
Gleichzeitig fragt sie ihn, ob er sich das mit der Impfung nicht doch noch mal überlegen wolle. Die Handgranate von Hun waren gefüllt mit „Black Bleeder“ ein Cocktail von Keimen und Erregern welche innerhalb von weniger als einer Minute schwere Blutungen der Schleimhäute und Hysterie hervorruft. Eine der Waffen vor der sie gewarnt hat und gegen die die Impfung bestimmt war.
78 Stunden später
Als General Lambert den Status von Skorgen und Millestone als „Beurlaubt mit Meldepflicht“ festlegt und das Untersuchungsteam der AIM an Bord kommt, packt Voltaire die Koffer. Er übergibt die Beweise der skandinavischen Bundespolizei, gleichzeitig Rät er dem Team, die Details der verbrannten Leichen herunter zu spielen und mögliche Kopien des Hun-Videos zu vernichten. Wenn die Skandinavier es in die Hände bekommen, werde das nur negative Folgen haben, dass ein Idiot das Video im Netz veröffentlicht ist dann nicht mal das Schlimmste.
Voltaire verabschiedet sich von jeden des Teams, verspricht Brick das sich seine Ärztin bei ihm melden wird und verlässt die Shigeruu mit den Worten:
„Ich wünsche ihnen allen viel Glück, wenn es noch etwas gibt was ich für sie tun kann, lassen sie es mich wissen. Wahrscheinlich ist das das letzte Mal das wir uns sehen, ich entschuldige mich das ich sie in diese Sache hineingezogen habe. Aber solche Zufälle wiederholen sich nicht und ich werde nicht mehr versuchen sie für meine Operation zu gewinnen oder sie in Zukunft mit meinen Untersuchungen, komischen Ideen oder Kugeln belästigen. Always AIM true“