Goodfellow zur Lage der Kommunikation

Erst relativ spät schaltet sich Mike in die emsigen Vorbereitungen ein. Im virtuellen Bereitschaftsraum erscheint er als der Wageslave: eine Manga-Vision eines wütenden Büroangestellten in Schwarz und Weiß.

„Lieutenant, Sergeants!“, der Wageslave salutiert.

„Ich möchte kurz melden welchen Kommunikationsraum wir derzeit beherrschen.“

Sein Icon erstellt ein Schaubild der aktuellen Lage des Operations Host. Irgendwie ist sehr viel Rot um einen zerbrechlichen, grünen Tunnel versammelt. Was nicht ermutigend wirkt.

„Derzeit ist HQ Moskuwa über das LTG an den AIM Operations Host angebunden, das heisst, die Verbindung zum Stab geht über einen gesicherten Tunnel. Meine Hauptaufgabe – und die von zwei Kameraden hier in Finistère – besteht vor allem darin, die Verbindung durch den Matrixraum von Dahomey abzusichern. Das ist ziemlich harte Arbeit, muss ich sagen. Denn Dahomey hat scheinbar tatsächlich eine massive Filterinstanz vor nahezu jeden Datenverkehr gesetzt. Das hat in der Matrix-Szene gerade Wellen der Empörung in Tsunami-Dimension losgetreten. So ziemlich jeder Decker greift gerade den „Government Surveillance Filter“ und den „Censorship Host“ an. Beides sind Netz-Entitäten, die aber noch gar nicht bestätigt sind. Kurz gesagt: hier ist die Hölle los. Das gibt uns einerseits „Deckung“, macht uns andererseits das agieren sehr schwer. Immer wieder haben wir hier Eindringversuche von durchaus auch fähigen Deckern. Die greifen wir dann sofort an, wenn ich sie nicht überreden kann, dass unser Host hier gerade nicht auf der Prioritätenliste stehen sollte. Außerdem hat auch der Cencorship Host etwas gegen uns. Das LTG verfolgt uns immer wieder recht hartnäckig.

Also, em, das war jetzt ziemlich viel Gejammer, ja? Also faktisch bedeutet das, dass ich gerade im LTG von Dahomey nicht viel machen kann. Solange die Funktionsweise der Zensurinstanzen unklar sind, ist klassisches Decking gerade sehr riskant.

Die Nahkommunikation des Teams sollte also über klassischen Funk laufen. Vermeiden Sie unbedingt den dienstlichen Einsatz von Mobilfunktelefonen oder ähnlichen Systemen! Der einzige sichere Kommunikationsweg vom Feld zum Stab ist über Funk in das HQ und von dort in den Operations Host.

Um Sergeant Norge also zu antworten: Operation Uplink wäre sehr hilfreich, weil wir uns wahrscheinlich als legitimierte Matrixinstanz registrieren könnten. Wir würden dann den Surveillance Filter umgehen und vom Cencorship Host als staatlich legitimiert anerkannt werden. Da hätten wir ganz andere Möglichkeiten in Dahomeys Matrix-LTG zu agieren! Wir könnten Dronen und Funk über Breitband-Moilfunknetze laufen lassen und hätten damit quasi unbegrenzte Reichweite in der AOI. Außerdem gibt es angeblich einen Filter des landesweiten Überwachungssystems, der registrierte Personen und Fahrzeuge ausfiltert. Das wurde zum Schutz von staatlichen Sicherheitsbehörden eingeführt. Wenn dann Norge in eine Überwachungskamera grinst, würde das verpixelt gespeichert. Seine Identitätserkennung würde auf einen falschen Datenbankeintrag verweisen. Je nachdem wie vorsichtig wir sind, könnte das eine ganze Weile funktionieren.

Dann noch was: wenn wir die Tombu-Villa oder ein anderes vergleichbares Areal sicher hätten, könnten wir den Operations Host über einen leistungsstarken Satellitentransponder mit dem Stab verbinden. Dadurch wären wir nicht mehr den Angriffen aus dem LTG von Dahomey ausgesetzt. Das wäre der erste Schritt, den ich anstreben würde um die Kommunikationssicherheit zu erhöhen, Sir.“