Bazut Morelle verlässt den Flughafen von Lome am Abend des 02. Oktober. Nach kurzen Aufenthalt in der Stadt besteigt er einen Hyper-Loop und läßt sich mit knapper Unterschallgeschwindigkeit Richtung Norden schießen. Jedoch fährt er nicht bis Maskuwa, sondern steigt in Natitingou aus. Nach einer Übernachtung mietet er sich ein Auto und fährt die letzten hundert Kilometer.
Nach der lange Pause von seinem Team und seiner Arbeit, den vielen Dingen, die passiert sind…die Person, die er geworden ist…wäre es nicht besser gewesen, wenn man Zeit gehabt hätte, sich wieder einzugewöhnen, einen Rhythmus zu finden, sich vorzubereiten?
Vielleicht ist aber auch gut so. Ein inneres Gefühl sagt ihm, dass an dieser Stelle etwas Neues beginnt, für ihn bereits begonnen hat. Seine Entscheidung, den Pakt mit Adra zu erneuern…über kurz oder lang würde er mit den anderen darüber sprechen müssen, aber für den Moment war es nur für ihn wichtig. Den ab diesem Moment war er nicht mehr der, der er einmal gewesen war. Das Ziel diese Weges war noch nicht in Sicht, aber die Reise hatte begonnen.
Das selbe galt für die 77. Francois war nicht mehr hier, Zoe für den Moment auch nicht! Der Pazifik-Konflikt ist vorüber, ein neuer Auftrag, ein neues Land, neue Mitarbeiter, ein neues Team-Mitglied. Das war keine neue Folge, nicht die nächste Season, nicht Mal ein andere Serie. Für Régicide war es als ob er den Fernseher ausgemacht und ein angefangen hat in einem unbekannten, riesigem Buch zu lesen.
Jetzt war es Zeit für le professionnel, nicht den Soldaten, der er einmal war, sondern für den Krieger des rauchlosen Feuers, zu dem er finden würde, wenn die Zeit reif ist.
Darum die Autofahrt, für den ersten Eindruck von Dahomey, ein Land, das er nur aus den Nachrichten kannte. Die Autofahrt verlief soweit ereignislos, der E-SUV, den er gemietet hatte, rauschte fast lautlos die moderne Straße hinunter; und wenn man es gewollt hatte, hätten Autopilot und Grid-Link den Wagen von selbst bis in die Tiefgarage der HQ gefahren.
Dahomey war so ganz anders als das Afrika, das er kannte. Ganz anders als die Krisengebiete im Sudan, wo er vor vielen Jahren als Mitglied einer Einsatzgruppe der GIGN einen Geiselnahme in einem autonomen Konzerngebiet mit starken Bindungen zu Frankreich vereitelt hat. In Dahomey war nicht alles staubig und dreckig, dominiert von Megaindustriebau und Vavelas. Es war auch anders als Süd-Afrika, wo Apartheid zum Chic des modernen Lebens gehört und die Arm/Reich Schere so weit auseinander klafft, dass man sie als Lineal benutzen kann.
Dahomey war anders, und nur die wenigen Stunden, die er hier verbracht hatte, reichen aus, um Bazut verständlich zu machen, warum Philippè einen träumerischen Blick bekommt, wenn er von zuhause erzählt. Diesen Land zu mögen…schon nach einen Blick in den Astralraum des Urwaldes, macht klar, diese Land zu mögen ist nicht sehr schwer.
Als Bazut seinen Cred Stick aus dem Bordcomputer zieht und das Auto selbständig zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt, hat Lena ihn bereits in der Tiefgarage in Empfang genommen. Er lässt sich von ihr das ganze HQ zeigen, alle Mühe und Arbeit, die sie investiert hat, alle Ausrüstung und Besorgungen. Zunächst ist er dabei sehr sachlich, fragt nach, wann die restliche Ausrüstung ankommt, wie weit die Vorbereitungen sind. Hiller wird in dieses lange Gespräch miteinbezogen, ebenso Fink und Negative, und am Ende auch Norge, wenn er von seinem Rundgang zurückkommt.
Schließlich wendet er sich den drei Personen zu, die den Team zur Unterstützung zugewiesen wurden. Seine Miene wird sanfter, freundlicher:
„Was ihr drei hier in den letzten Tagen auf die Beiden gestellt habt, ist eine beeindruckende Leistung. Vous avez fait du bon travail! Ich habe schon erwähnt, dass ich mit der Auswahl unseres Supports-Teams sehr zufrieden bin, was ich aber noch nicht gesagt habe…“
Er schüttelt jedem von den Dreien die Hand:
“Willkommen in der soixante dix-sept. Ihr seid jetzt Teil des Teams!“
Dann wird eine Flasche Rotwein geöffnet und dazu benutzt, die eine Ecke der Übersichtskarte am wieder aufrollen zu hindern. Da es keine Informationen gibt, die eine Detailplanung zulassen, findet ein lockere Ideenaustausch statt. Wie geht man vor, in welche unterschiedlichen Schritten nähert man sich dem Problem, Hiller erklärt die Fähigkeiten des Flugzeuges und die Anflugrouten.
Bazut lehnt sich zurück…das hier ist ein gutes Team, sein Team! Lt.Morelle…diese Tatsache setzt sich nun als wirkliche Realität in seinem Kopf fest!
tres bon, commençons…dann lehnt er sich vor um seinen abschließenden Fragen zu stellen.