After the misson is before the misson

07.10.2073 06:05:49

Mike Goodfellow schreckt hoch. Doch glatt einen abstrusten Traum geträumt von schwarzen Kriegern, die, verwoben ineinander und mit komischen Kreisen im Gesicht und sonst komplett nackt, versuchen, sich aus einem Panzer zu befreien… eigenartig.
Die kleine blinkende LED an seinem Bildschirm holt ihn zurück ins Jetzt. Er öffnet die Nachricht von Negative.

„Guten Morgen.
Besorg mir doch bitte alles, was Du bis 0830 zu unserem ‚rich bro with attitude‘ aka Amobi findest, inklusive dem Prinzenpaar, den Firmen, für die er arbeitet und den Spezies, die er so schützt. Also alles.
Danke!
Negative“
Er verdreht die Augen und macht sich an die Arbeit

7.10.2073 – 1045

Die SFG77 triff sich nach ein paar turbulenten Tagen und immerhin einer ruhigen Nacht zu einer morgendlichen Strategiebesprechung. Régicide hat das Team darüber informiert was er noch mit dem Cpt. besprochen hat, abgesehn vom letzten Part. Aber erst nachdem das Team sicher zuhause angekommen, geschlafen und gegessen hat und das Debriefing durchgeführt und die Berichte geschrieben sind, kommt Régicide auf die Dinge zu sprechen, die ihn empfindlich gestört haben:

„Dieses Ding war ein komplettes Debakel!“ er legt die Hand auf die Kiste in der die ungenutzte Flugdrone verpackt ist.
„Wie kann es sein das ich eine Drone mitführe, welche für die Operation, für die Team -zusammensetzung und die Logistik vollkommen ungeeignet ist?
Scheinbar versteht man in eingeweihten Kreisen unter einer mittelschweren Überwachungsdrone etwas anderes, als ich darunter verstehe. In der Reichweite möglicher Dronengrößen, wenn ich das als mittel ansetzte, gibt es dann auch noch Mico, Mini, sehr klein, Klein, mittelklein, Mittel, mittelgroß, groß, sehr groß, riesig und gigantisch?
Fakt war: Ich bekomme ein Drone zur Verfügung gestellt, welche alle vier Personen meines Team benötigt, um sie zu bewegen, welche eine große, stabile Aufbau und Landefläche braucht und ich sie damit nicht aus dem ausgewählten Transportmittel heraus einsetzten kann. Die Drone hat 60 min Flugzeit und einen Reichweite von 30 km, danach fällt sie vom Himmel, dafür muss sie mit 150l Jetfuel betankt werden. Wie, wann und wo erscheint es sinnvoll das wir einen solche logistisch Leistung erbringen können?
Ich kann jetzt Online gehen und mit mir einen kleine Elektrondrone bestellen, welche ich in einem Rucksack transportieren, aus dem Fenster werfen und fliegen lassen und wenn sie wieder gelandet ist, mit einem neue Akku bestücken kann. Wenn ich ein High-End Modell nehme, kriege ich ähnliche Leistung für ein 10tel des Preises. Wenn niemand dazu noch etwas beizutragen hat, kann das Ding an den Hersteller zurück! Ich sehe unseren Dornenbedarf komplett anders, wenn also keinen guten Vorschläge kommen…als schwerer Waffenträger?“

Er gibt der Kiste einen letzten abfälligen Blick! Dann fährt er fort:
Meine Gedanken zu Dronen sehen wie folgt aus, hierzu möchte ich Meinungen hören: Ein hochfliegender Starflügler mit Elektromotor und Solarsegelfläche. Das Gerät muss nicht handlich sein, hier sind 200kg in Ordnung. Start und Landung von einer reg. Straße. Maximale Flugzeit ist entscheidend , mindestens 12 Std, besser 24 Std. Zweck einer solchen Drone wäre, weiträumige Boden und Luftaufklärung ohne Details, aber vor allem als eine zuverlässige Relaistation für Richtfunk und Sat-Uplinks.
Kleine, handliche Flugdronen, leise, unauffällig, Reichweite und Höhe sind nicht so entscheidend wie Ausdauer & Sensorik und Signatur. Unsere erste Begegnung mit den Guerilla und den Panzer hätte mit Hilfe einer solchen Drone sicherer und besser statt finden können. Einen Drone, die die Gegner auffinden und markieren kann, gleichzeitig aber nicht entdeckt wird.
Dann brauchen ein Fahrzeug, welches wir in unserem Sinne herrichten können. Hat hierzu jemand besondere Idee? Eine 2,5t Militärtruck oder einen großen Pick Up, vielleicht sogar beides? Gute Autopiloten sind wichtig, da wir so wenig Personal sind und nicht immer mehrere Fahrer abstellen können?“

Schließlich kommt er nochmal auf die Veränderungen in Negatves Gesicht zu sprechen:
Zu den Kreisen in deinem Gesicht: Zauber der Gestaltwandlung können sowas, allerdings sind das Zauber, die aktiv unterhalten werden müssen. Scheidet also aus. Varianten der permanenten Transmutation wie etwa „Makeover“ verändern nur regenerative Kleinigkeiten wie Haare, Bartrasur, Länge und Sauberkeit der Fingernägel und Kleidung. Scheidet also auch aus.
Wie gesagt, sie sind nicht magisch, das heißt die Magie, die verantwortlich dafür war, hat gewirkt und ist jetzt vorbei. Man darf dabei eines nicht vergessen: die Welt erwacht! Goblinisierung und Magie verändern die Metamenschen ständig, auch wenn die großen Wellen vorbei sind. Ein Trollhorn ist auch nicht magisch, genau sowenig wie die Elfenohren. Wenn du wissenschaftlich an die Sache rangehen möchtest, geh mal zum Hautarzt und lass in untersuchen, was los ist…mein Tipp: das ist kein Tattoo oder ähnliches, deine Zellen in diesem Bereich produzieren einfach kein Melanin mehr.
Permanente Veränderungen an einer Person, die sich nicht auf regenerative Kleinigkeiten beziehen, bedeutet theoretisch und praktisch ein Eingriff in die Essenz der Person. Aus dieser Perspektive betrachtet, wären die Kreise in deinem Gesicht also durchaus eine heftige Sache. Was das bedeutet, kommt allerdings primär auf dich an. Was das Schicksal mit uns macht, ist keine Zufall und auch nicht unabhängig von dem, was wir tun, denken, fühlen. So viel habe ich mittlerweile von Adra gelernt…!
Es folgt ein kurzer Moment der amüsierten Introspektive, dann fährt er fort:
„Also, was ist passiert? Wurde dir Gewalt angetan, wurdest du gegen deinen Willen verunstaltet? Oder war es nur ein einzelner Zwischenfall, die magische Welt und du, ein kurzen Treffen von Gegensätzen und die Spuren die so was hinterlässt.
Oder war es ein un moment significatif? Ein Schritt, der alle neuen Schritte für immer verändert. Ein Teil von dir, der nun hervorbricht…peut être nur einen besondere Variante von „Willkommen Zuhause“?

Negative ergreift das Wort:

„Danke für deine Infos zu meinem neuen Gesicht, Regicide. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, hier werde ich mir anderweitig Auskunft holen. Wenn wir hier fertig besprochen haben, werd ich mich aufs Motorrad setzen und auf dem hiesigen Voodoo-Markt mein Glück versuchen. Vielleicht kennt das ja jemand…“

Sein Blick fokussiert sich wieder
„Aber jetzt sollten wir tatsächlich über die Umstände und die Zukunft reden!
Regicide, du hast recht, die Drone und die Ausstattung generell: das war nicht der Standard, den wir gewohnt waren. Aber das war Teil der Mission! Ich glaube, sich über diese beiden Punkte lange aufzuregen führt uns nicht weiter, zumal weder Hiller noch Lena klare Anweisungen hatten und selbst nicht wußten, was wir brauchen.“ Er deutet auf die Türe hinter ihm. „Die drei da draußen trifft hier also keine Schuld. Soweit ich das sehe, machen die einen guten Job! Alleine das Ding so fix zu beschaffen ist keine Kleinigkeit.“ Er hält kurz inne, steht dann auf und aktiviert dann das virtuelle Flipchart.
„Also: hier stehen deine Vorschläge, und ich füge dem hinzu, dass dieses Ding vermutlich teuer wird – und die Frage, ob wir es überhaupt brauchen, muß erstmal beantwortet sein. Wir sind offiziell hier, weil wir Leute überzeugen sollen. Es ist zwar wichtig zu wissen, was der vermeintliche Gegner macht, aber nicht zentral!
Außerdem sehe ich die Gefahr der nigerianischen Flugabwehr – Dronen ohne Riggersteuerung sind einfache Ziele. Jemand wie Zoe könnte hier verdammt hilfreich sein! Denn selbst mit Drone – man braucht jemand, der deren Daten auch auswertet, idealerweise zeitnah.“

Aber lass uns nach vorne schauen. Meine Meinung bezüglich des weiteren Vorgehens sieht so aus: Er tippt auf der virtuellen Karte auf Moskuwa
Bis zum 10. Oktober und den Wahlen in Tembe ist noch drei Tage Zeit, deshalb würde ich vorschlagen, heute Nacht hier tätig zu werden, also entweder den Matrixuplink und die Wohnung des Journalisten anzugehen. In beiden Fällen scheint mir das keine mehrtägige oder riskante Mission zu werden. Dem stehen mögliche interessante Infos gegenüber; bzw., und das ist vielleicht noch spannender, Einblick in das Vorgehen von Dahomey bzgl. der Matrixzensur.
Danach sollten wir – also am 8.10. gegen Abend und wenn die erworbenen Informationen nichts am Stand ändern – nach Norden aufbrechen und entweder Tombu Villa oder den Wahlkreis ansteuern.“
Er unterbricht sich… sein Finger liegt auf der Karte östlich von Ihuma
„Was haben die dort gemacht??? Wieso Scheinwerfer? Ich denke, wir sind uns hier einig, dass die Vorkommnisse magischer Natur, die Mrs. Clark so gering schätzt, eine gewichtige Rolle spielen in dem Ganzen. Wo ich ihre Kritik teile: Wir waren zu feige, zu vorsichtig. Wir hatten nach dem Landgang mehrere Punkte, wo wir direkter hätten agieren sollen. Vielleicht passiert uns das ausgestattet mit unserem vertrauten Material nicht mehr.
Copper, Norge, was meint ihr? Weiteres Vorgehen?“

Nach dem Negative geendet hat, antwortet ihm Bazut:
„Du trittst mir nicht zu Nahe, wenn du dir jemand anderen suchst, der dir bei diesen Themen weiter helfen kann…Ich denke, das war mehr oder weniger das, was ich zum Ausdruck bringen wollte“ er lächelt.
„Das mit der Sache: keiner hat Schuld, stimmt aber nicht! Es gab Parameter und einen Auftrag, die Drone war ein échec total. Daran ändert die Tatsache, daß die beiden Ansonsten sehr gute Arbeit geleistet haben, nichts. Es war ein échec ohne harte Konsequenzen, aus dem man nur lernen kann und nichts hart bereuen muss. Problem erkannt, analysiert, Haken dran, weitermachen!
In der Op wurden auch andere Fehler gemacht“ dabei schaut er Negative sehr deutlich an:
„Der Größte war mein Eigener! Ich habe die Anfangssituation um den Panzer viel zu schnell hoch eskaliert, was dich und Comptòn massive in Gefahr gebracht hat. Hérault hat meinen Fehler schnell genug ausgewetzt, so das es auch hier ohne große Reue weiter gehen kann. Würde ich mir aber einreden, das ich das gut geregelt habe, wäre das einfach Connerie. Verstehen, Analysieren, Lehre daraus ziehen, Haken dran!
So, gibt es noch was, was wir als direkte Kritik in den Raum werfen müssen? Wenn ja, raus damit!

Das Mademoiselle Clark gerne die Akte mit der Aufschrift ‚Evil Master Plan‘ haben wollte, ist mir klar. Aber ihrer Kritik war Unsinn. Wir haben daüber diskutiert, wie gute es wäre, Akimbo abzugreifen, wir haben sogar Szenarios in Erwägung gezogen, ihn zu entführen und dann zu liquidieren! Wir haben es nicht getan, nicht weil wir nicht den Mut gehabt haben, sondern weil es taktisch sinnlos war! Gleiches bei der unbekannten Siedlung, Hochsicherheitszaun, Drone, Doppel-Patrouillen! Taktisch keinen Sinn. Mademoiselle Clark wollte so viel mehr…und die Leute in der Hölle wollen Eiswasser!

Ansonsten wollte ich ein paar Gedanken mit euch Teilen, bezüglich unseres weiteren Vorgehens. Ich stimmt mit Philippé überein, dass wir die beiden Ziele hier in Moskuwa begutachten müssen. Ebenso brauchen wir von seines Miss Clark mehr Intel zu ihrem Informanten, das werde ich gleich beantragen.
Ich habe aber ein ganz anderes Gefühl zu der Wahlaktion. Der Auftrag suggeriert etwas, was mir auf vielen Ebenen nicht gefällt! Ich sehe keinen Grund, noch viel weniger eine Berechtigung, sich in die freien, demokratischen Wahlen diese Bezirks einzumischen. Gibt es hinweise auf eine mögliche Manipulation? Ja! Ist Dahomey in den letzten Jahren sehr gut mit seinem demokratischen Prozess zurecht gekommen und ist es die Aufgabe der Sicherheitsbehörden sich darum zu kümmer? Ebenso Ja!
Es gibt keinen Beweise für einen Manipulation, keine wirklichen Spüren oder Verdächtigen, alles was wir haben, ist Hörensagen…und der dubiose Wunsch der AIM, sich unverzichtbar zu machen.“
Dann verfällt er komplett in Französisch:
„Ich werde nicht in die freien Wahlen einer Bevölkerung stören, ohne deutlich mehr Beweise und einen lokalen, legitimen Auftrag zu besitzen!“

Er schaut seinen Teammitglieder an, fährt energisch fort:
„Was sich für mich als unverzichtbar darstellt, und hier möchte ich wissen, wir ihr das seht, ist einen Art von Status, welcher begründet, dass wir hier sind. Mit dieser Existenz in der Illegalität komme ich nicht gut zurecht. Deshalb möchte ich den Einbruch bei dem Informanten in den nächsten Tagen durchführen, um die Anonymität zu nutzen und mich dann auf die Tombu-Villa zu konzentrieren.

Also, was in den nächsten Tagen ansteht: Ich werde Intel anfordern und dann mit Philippé einen Tour zum Tawaniesee machen, um ein paar Dinge nachzubereiten. Gleichzeitig werden Comptòn und Hèrault die Wohnung und den Matrix-Hub observieren und nach eigenem Ermessen Vorstöße Richtung der Wohnung durchführen.
Zur Ausrüstung: Es gilt, unsere Transportmittelfrage zu bearbeiten. Hierzu habe ich meinen Gedanken schon geäußert, weiter Gedanken und Vorschläge an Lena.
Colletté, wenn das hier ein Wunschkonzert wäre, was für ein Flugzeug würdest du haben wollen und was geht in dieser Richtung was wir haben könnten…Für nicht mehr als 200.000?

Waffen und Ausrüstungsgesuche an Lena, bitte mit Details, damit sie ihre Arbeit machen kann. Philippè, wie viel Aufwand müsstest du betreiben, um vos excellentes radios auf vollen Battletech Standard zu bringen?

Ich werde außerdem bei Cpt Uzun den Antrag stellen, Michelle hierher zu verlegen. Goodfellow war bisher immer der Mann, der plötzlich da war, wenn man noch jemand Kompetentes gebraucht hat. Ich will ihm hier im Feld haben. Des Weiteren werde ich ihn bitten, Zoé zu kontaktieren und seinen Bemühungen sie unter Vertrag zu nehmen nochmal ernsthaft zu betreiben!

Er endet und nimmt trinkt die nächste Tasse Kaffee, die ihm gerade jemand eingeschenkt hat.

Norge hört sich das beim Frühstück in aller Seelenruhe an. Dabei trinkt er seinen Kaffee und genießt eine Zimtschnecke. Als Regicide geendet hat, streckt er sich kurz und antwortet dann:
„Also als erstes und nur weil es mir wirklich am Herzen liegt, das die Dinge und Orte so benannt werden wie sie sind, es heißt „der unbenannte Ort“, nicht der unbekannte. Man kennt ihn und hat vergessen, ihm einen Namen zu geben. Deshalb unbenannt. Ist nicht so schwer zu merken.

Dann zu Frau Clark. Tja, gibt ein kurzes Kommentar. Ich habe Leuten schon für weniger die Nase gebrochen.

Nun zum Wichtigen: die nächste Operation. In der Tat finde ich die höchste Priorität liegt auf der Villa. Da bin ich voll auf einer Linie mit dir Regicide. Neben der Legalität gibt es uns auch schnelleren Nachschub und eine Basis im Hinterland. Ein Zwischenstopp, wenn wir länger unterwegs sind, um ein Flugzeug oder Hubschrauber aufzutanken, und was sonst noch alles dazu gehört.
Die Wahlen zu stören bereitet mir keine Kopfschmerzen, wenn wir das für das Ziel, welches wir haben, einsetzen können. Also einfach nur stören macht keinen Sinn. Da brauchen wir einen Plan, damit wir das auch ausnutzen können.
Den Uplink observieren? Macht das wirklich noch Sinn? So wie ich es verstanden habe, bekommt Dahomey doch eh viel Druck, dass die Zensur aufgehoben wird. Ich denke, dass ist ein Problem, auf das wir uns nicht unbedingt konzentrieren müssen. Aber wenn du das willst, opfern wir die Zeit natürlich.
Die Wohnung könnte tatsächlich was bringen, sofern Breslin so Kram hat, da was zu finden nach den vielen Tagen. Kommt ja aus dem Kriminalbereich. Ab wann wird nochmal aus einer Rettungs eine Bergemission? Naja. Versuchen kann man es ja mal.
200.000 Y für ein Flugzeug? Dann haben wir fast 50% weg. Ist das auf Dauer echt billiger als eins leihen? Oder wir fragen den Cpt. ob sowas vielleicht als Zusatz drin ist und nicht unser Budget belastet?“

Damit lehnt sich Norge wieder zurück und schiebt sich das letzte Stück der Zimtschnecke in den Mund und kaut sie genüßlich während er den anderen zuhört.