Nachdem die Videokonferenz schon einige Zeit Fahrt aufnimmt, lehnt sich auch die eher gelangweilt wirkende Pilotin nach vorne. In ihrer verspiegelten Brille lässt sich das mobile, kleine Terminal erkennen, vor dem sie bis eben ziemlich ungeniert herumlungerte. Im Gegensatz zu Lena trägt sie einen militärischen Overall mit veraltetem UCAS-Muster. Neben ihr scheint eine beachtliche Zimmerpflanze zu stehen. Die grünen Äste ragen etwas ins Bild.
„Lieutenant, es gibt zwei zivile Flugfelder hier in der südlichen Region der AOI; also südlich Acht Nord. Eines hier in Moskuwa, Ostende, das andere in Subuti, da wo sich die beiden großen Flüsse treffen. Subuti ist mit Verlaub gesagt scheiße für uns. Im Auftrag von Dahomey – oder Nigeria, was weiß ich – ist der Zivilflugplatz zu einem Militärflugplatz geworden. – Bleibt also nur Moskuwa. Wir können einen zivilen zweimotorigen Starrflügler mit Wasserkufen mieten, kein Ding. In den hügeligen Konturen NOE zu fliegen ist auch nicht problematisch. Das Vögelchen sollte halt möglichst sauber bleiben, sonst haben wir gleich Ärger am Hals. Einschusslöcher und sowas, ne? Ist klar.“
Sie lehnt sich wieder zurück.
„Ich schätze mit meinen Flugstunden auf der zivilen Lizenz bekomme ich so eine flugfähige Ente für drei- bis fünftausend Nuyen am Tag. Klar ist: wir haben keinen eigenen Hangar. Also muss das mit ein bißchen Diskretion laufen.“