Alle Beiträge von Collette Hiller

Hiller erneut zur Flugzeugfrage

Die Pilotin hatte die harsche Kritik an der beschafften Drone nicht so sonderlich gut vertragen, aber davon merkte Régicide nichts. Alle anderen jedoch schon. Derzeit stand die MCT Nissan Quadcopter im Bereitschaftsraum und es war nun unklar, was mit den eingetroffenen Udates für den Autopiloten und die Sensorik geschehen sollte. So einfach verkaufen konnte Lena das Ding wohl nicht. Zumindest nicht im Moment. Die SFG 77 war nicht in der Lage derzeit effektiv als Verkäufer am Schwarzmarkt aufzutreten.

„Sir, in Anbetracht der Einsatzregion und erwartbaren Einsatzparameter für unseren kleinen Ausflug hier wäre meine Empfehlung ein Schwenkflügler auf Rotorbasis. Ares TR-55 in Transportausstattung. Ein abgetakeltes Arbeitspferd mit 10.000+ Flugstunden könnte man unter 200.000 Nuyen möglicherweise bekommen. Das könnten wir fit machen. Mit entsprechender Werkstatt und Materialzugang halte ich so ein Modell bis mindestens 15k Flugstunden in der Luft. Irgendwann ist das natürlich nicht mehr rentabel. Nach militärischem AIM Standard kostet die Flugstunde im Jahresschnitt 8.000 Nuyen, aber mit dem aktuellen Marktzugang sollten wir mit ein bis zwei Grands hinkommen. Wir arbeiten hier ja nicht grade nach Feldhandbuch. Hangarplatz ist allerdings ein Muss bei solchen Vögeln. Die stehen nicht gern tagelang im tropischen Regen oder in Wüstenwinden rum. Im Einsatz sind die robust, brauchen aber eine Hundehütte für die Wartung.“

Hiller zur Dronenfrage

Hiller meldet sich nach intensiver Recherche am Abend des 02. Oktober 2073 wieder bei Régicide.

„Also, Sir. Zusammen mit Lena habe ich die Möglichkeiten eingeschätzt, die wir haben. Erstens: Schwarzmarktkauf. Kein Risiko eingehen. Eine Drone kann leicht mal irgendwo liegen bleiben. Zum Beispiel auf einem Leichenhaufen. Ich würde also abraten auf dem freien Markt zu kaufen.

Zweitens: Ich bin keine Dronenpilotin. Ich kann den Scheiss fliegen, wenn es sein muss. Aber ich hasse dass. Für das was sie brauchen, braucht es eh keinen Rigger. Daher würde ich empfehlen Sensorik und die Piloten-KI einer Zivildrone einem Upgrade zu unterziehen. Lena und ich können das gemeinsam machen. Dann kann auch ein Teammitglied im Feld die Steuerung über das TacCom zuverlässig übernehmen. Die Signalstärke ist ohnehin ein Problem. Genauer gesagt: die Reichweite.

MCT-Nissan Quadcopter

Wir empfehlen also eine modifizierte MCT-Nissan Quadcopter anzuschaffen. Für Aufklärung im Nahbereich ist das optimal. Mit Upgrades würde das 27.562 Nuyen kosten. Damit liegen wir nur 2.000 über dem offiziellen Einkaufspreis. Die Drone selbst könnte Lena schon heute besorgen. Die Sensorik- und KI-Upgrades wären in sieben bis zehn Tagen geliefert, verbaut und einsatzbereit.

Oh, und: jemand sollte ein Remote Control Deck mitbringen, wenn ich doch mal in die Drone springen soll. Ich hab‘ so ein Ding nicht.“

Hiller präzisiert Wasserflugzeug

Nach einer längeren Recherche parallel zum Gespräch meldet sich Collette Hiller wieder zu Wort:

„Sir, ich habe mir einen groben Überblick verschafft. Mit unserem momentanen Standbein hier in dieser westafrikanischen Sauna denke ich nicht, dass wir über eine kleine zweimotorige Option hinausgehen sollten. Also beispielsweise eine Focker Cloud 9 für acht Mann nebst Ausrüstung. Ein paar Räder und ein aufblasbares Faltboot kriegen wir da unter. Für alle gröberen Spielereien, wie Quads oder Speeder brauchen wir schon was in der Liga eines HS 895 Skytruck. Für ein Bus oder ein gepanzertes Fahrzeug eine Lockheed C 260 oder am besten einen Schwenkflügler, Osprey zum Beispiel.  Transport-Starrflügler mit Wassertauglichkeit gibt es so bis zwölf Tonnen Nutzlast. Die kann man aber aufgrund der Bauweise nicht einfach im Wasser über die Laderampe be- und entladen. Dafür ist eine Anlandung nötig. Will man mit dem Boot aus dem Fluggerät rausfahren, wie in den Filmen, dann kommt man um einen schweren Schwenkflügler nicht rum. Oder um einen Stunt!

Das Ding ist aber: es ist eine Frage der Abwägung. Geringe Signatur scheint unser Gebot zu sein. Das geht auf Kosten der Traglast. Außerdem vermietet keiner eine C260 tageweise an eine Pilotin, die er nicht kennt. So funktioniert die Branche nicht. Das gibt nur Ärger, das zu versuchen. Solange wir kein solideres Standbein haben, sollten wir mit kleinem Spielzeug spielen. Mit der Tombu Villa hätten wir Logistik und Platz für eine langfristige Anmietung. Die hat eine pistenfähige Betonstraße. Außerdem könnten wir dann auch eigene Modifikationen am Fahrzeug vornehmen, für Sonderverwendungen etwa. Mit eigener Flugpiste wäre auch ein Gebrauchtkauf oder… „, kurz grinst sie breit, „eine feindliche Bestandsüberführung durchaus eine erwägenswerte Option.“

Hiller zum Wasserflugzeug

Nachdem die Videokonferenz schon einige Zeit Fahrt aufnimmt, lehnt sich auch die eher gelangweilt wirkende Pilotin nach vorne. In ihrer verspiegelten Brille lässt sich das mobile, kleine Terminal erkennen, vor dem sie bis eben ziemlich ungeniert herumlungerte. Im Gegensatz zu Lena trägt sie einen militärischen Overall mit veraltetem UCAS-Muster. Neben ihr scheint eine beachtliche Zimmerpflanze zu stehen. Die grünen Äste ragen etwas ins Bild.

„Lieutenant, es gibt zwei zivile Flugfelder hier in der südlichen Region der AOI; also südlich Acht Nord. Eines hier in Moskuwa, Ostende, das andere in Subuti, da wo sich die beiden großen Flüsse treffen. Subuti ist mit Verlaub gesagt scheiße für uns. Im Auftrag von Dahomey – oder Nigeria, was weiß ich – ist der Zivilflugplatz zu einem Militärflugplatz geworden. – Bleibt also nur Moskuwa. Wir können einen zivilen zweimotorigen Starrflügler mit Wasserkufen mieten, kein Ding. In den hügeligen Konturen NOE zu fliegen ist auch nicht problematisch. Das Vögelchen sollte halt möglichst sauber bleiben, sonst haben wir gleich Ärger am Hals. Einschusslöcher und sowas, ne? Ist klar.“

Sie lehnt sich wieder zurück.

„Ich schätze mit meinen Flugstunden auf der zivilen Lizenz bekomme ich so eine flugfähige Ente für drei- bis fünftausend Nuyen am Tag. Klar ist: wir haben keinen eigenen Hangar. Also muss das mit ein bißchen Diskretion laufen.“