01.01.2073
Mit der noch nicht ganz trockenen virtuellen Tinte unter dem über 6 Monate laufenden Vertrag zwischen dem AIM und dem neuen SysOP auf der Shigeruu beginnt Negative, sich ein wenig abzusondern von allen. Sein Fokus liegt in den Tagen bis zum Bekanntwerden der Operation Kimono eindeutig auf Dingen, die „in freier Wildbahn“ so nicht oder nicht so schnell zu erreichen sind. Es ist offensichtlich, dass der ehrgeizige Elf die Chance nutzen möchte und sich zum einen für weitere Aufgaben in der SGF 77 fit hält, zum anderen aber auch seine Fähigkeiten breiter anlegen möchte, um sich vielleicht doch dauerhaft an die AIM zu binden. Drei Schwerpunkte sind klar ersichtlich – besonders deshalb, weil Norge immer wieder den Schießstand für das Pistolentraining aufschließen muß, Goodfellow einigermaßen rüde aus den Telefonaten mit Daheim gerissen (aber nur, wenn diese das Ende der Pausenzeit erreicht haben) und mit Fragen zur komplexen Softwarestruktur im Mainframe-Server belästigt wird und alle anderen Crewmitglieder sich plötzlich der kühlen Aura des dunklen Elfs bewußt werden… und der grade eben noch NICHT im Gang zu hören oder zu sehen war.
Die Probleme von Régicide verfolgt der Elf eher aus der zweiten Reihe. In einem kurzen Intermezzo wird auch deutlich, warum. Nach dem Gespräch vom 26.1.73 nimmt Negative Régicide zur Seite:
„Ich war zwar nicht beteiligt bei der Aktion in Indonesien, aber was aus Dir geworden ist, macht mir Angst“ gibt der Elf unumwunden zu Protokoll. „Und Newton hat mit der Sache schon lange nichts mehr zu tun! Astrale Reisen! Manifeste Geister! Leichen, deren Brustkorb von magischen Händen aufgerissen werden und die dann in einem Feuer vergehen – ganz ehrlich und unter uns – je weiter ich darin Einblick bekomme, desto mehr resigniere ich. Was soll ein nicht magisch Begabter dem entgegen stellen?“ Negatives Blick verklärt sich kurz: „Meine Oma Kakuvé, bei der ich aufgewachsen bin, war Voodoo-Shamanin, was sie meinem Vater gar nicht und mir erst auf ihrem Sterbebett erzählt hat. Ich kam in dieses Krankenzimmer – und sie wußte alles von mir! Alles!“ Sein sonst schwer zu deutender Gesichtsausdruck lässt den Gegensatz zwischen Vertrauen und Verrat erahnen. „Wenn noch nicht mal Du dagegen vorgehen kannst, was bleibt uns nicht magisch Begabten dann? Den Verlust an Freiheit einfach hinzunehmen? Das fällt mir schwer! Deshalb – ich würde Dir zwar meine Hilfe anbieten, aber wie die aussehen soll, kann ich Dir nicht sagen!“