Initiative Tradestop

Pünktlich zum Stichtag beginnt heute, am 1. Juli 2074, die Initiative Tradestop auf Basis eines multilateralen Vertrags zwischen 121 Staaten und Konzernen, darunter solche Größen wie Ares Macrotechnologies, UCAS, CAS, Japanese Imperial State, Yutani Corporation und zahlreiche weiteren großen wie kleinen Namen.

Am vergangenen Mittwoch war dem Vertragsschluss eine Debatte und ein Aufruf in der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorausgegangen. Dem folgten die 121 Erstzeichner nun heute symbolisch zur Vertragszeichnung auf der PASS Coral Ring im Japanischen Meer in einer feierlichen Zeichnung.

Die Initiative Tradestop ist eine politische Konsequenz jahrzehntelanger Kämpfe gegen illegalen Menschenhandel, Sklaverei, organisierte Verschleppung und den kriminellen Abwerbepraktiken von Spitzenkräften durch staatliche oder Konzernakteure.

Betrachtet man sich die Gesamtliste der Erstzeichner dann wird deutlich, dass sich hier viele Konflikt- und Grabenlinien aus dem jüngst beendeten Pazifikkonflikt wiederfinden. Die Russische Föderation sowie die Cantonese Confederation befinden sich nicht unter den Vertragszeichnern, ebenso fehlen wichtige Akteure des mittel- und südamerikanischen Kontinents sowie einige große Namen der Megacorporations.

Während illegaler Menschenhandel und erzwungene Migration seit Jahrzehnten ein leidiges Thema ist, haben die jüngsten Ereignisse im Dahomey-Konflikt zur Initiative Tradestop geführt. Dort war bekannt geworden, dass massive Verschleppung von ganzen Bevölkerungsgruppen aber auch einzelner hochqualifizierter Personen stattgefunden hatte. Im Schutze der erwachten Dschungelgebiete sind die Schmuggel- und Schlepperrouten nach wie vor unklar. Personen aus dem direkten Umfeld der Konfliktparteien in Dahomey sprechen von weitreichenden Verschleppungen auf hohem technisch-logistischem Niveau unter Beihilfe mächtiger politischer Akteure.

Neben der humanitären Dimension haben insbesondere Ares Macrotechnologies und die Yutani Corporation darauf verwiesen, dass staatlich organisiertes Kidnapping und zwangsförmige Abwerbung von Spitzenpersonal aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einen massiven Umfang angenommen hat, gegen den die Initiative Tradestop vorgehen soll.

Ob die Initiative überhaupt etwas praktisch bewirken kann und ob dies dann eher im Dienst der Humanität oder Spionageabwehr steht, bleibt abzuwarten. Die Association Internationale des Mercenaires (AIM) hat sich ein robustes Mandat der Erstzeichner gesichert, ebenso die Konzerntruppen von Ares Macrotechnologies (inklusive weitreichender Ausstattungsaufträge). Ein Kontingent von Kriminal- und Ermittlungsbeamten aus dem Umfeld von Interpol sowie nationaler Behörden aus über 40 Zeichnerparteien soll die Ermittlungen und Dokumantetionen koordinieren.

Jacqueline Walters, CEO der AIM, gab am Rande einer Pressekonferenz an, dass sich ihre Organisation insbesondere der Verschleppungen im Zusammenhang mit dem Dahomey-Konflikt annehmen wird. Vertreter der Ares Macrotechnologies sprechen von einer massiven Cyberoffensive, die gemeinsam mit Renraku finanziert werden soll. Die Yutani Corporation sieht ihr Hauptinteresse laut einer matrixgenerierten Meme-Botschaft der CEO Miru im Bereich der Arbeitskräftemigration und der Verschleppung von „Verwandten aus der Yutani-Familie“, was auf den Konzernkrieg zwischen japanischen und chinesischen Konzernen verweisen dürfte. Hier war es unlängst zu mehreren aufsehenerregenden Entführungen und Vermisstenmeldungen hochrangiger Konzernmitglieder gekommen.

Channel 9 Singapur, 1. Juli 2074