Heute Abend trat eine ernste und emotionale Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaire, vor eine Pressekonferenz des Japanischen Consortiums und nahm zu den jüngsten Entwicklungen der Invasion von Kumamoto Stellung. Channel 9 stellt die Erklärung in voller Länge bereit:
Sehr geehrte Damen und Herren,
am gestrigen Abend führte das Consortium für Wirtschaftsentwicklung und Ressourcenerschließung im Pazifikraum einen Militärschlag zur Befreiung der japanischen Stadt Kinto durch. Stadt und Region, die durch das kantonesische Unternehmen Xunxao Gongsi bewirtschaftet wird, waren Ausgangspunkt eines lange geplanten Invasionsversuchs der südjapanischen Halbinsel durch die Streitkräfte des COC.
Der Militärschlag richtete sich gegen befestigte Stellungen im Stadtgebiet Kinto, mit deren Hilfe die Streitkräfte der COC die örtliche Bevölkerung faktisch als Geiseln in diesem Konflikt zu nehmen gedachten. Die Intention und kühle Kalkulierung dieses verbrecherischen Akts sind durch tragfähige Beweise und Zeugenaussagen beteiligter, führender Personen der Xunxao Gongsi belegt worden. Es wird derzeit die Einrichtung einer Untersuchungskommision des Internationalen Kommerzialrats sowie von Wirtschaftsembargos durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die Cantonese Confederation vorbereitet.
Im Vollbewusstsein der militärisch sehr anspruchsvollen Rückeroberung Kintos, mit der faktischen Geiselhaft eines Teils der Bevölkerung, verlangte die Planung und Durchführung besondere Präzision. Gestern um 1300 Uhr lokaler Ortszeit wurde das Stadtgebiet von allen kantonesischen Kräften befreit. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Beteilgten, die eine erfolgreiche Rückeroberung unter geringstmöglichen, zivilen Verlusten möglich machten. Insbesondere gilt mein Dank den Soldatinnen und Soldaten im engsten Stadtkampf sowie der hervorragenden Planung des Generalstabs des Japanischen Imperiums, Indonesiens und AIM. Unsere Segenswünsche, unsere Dankbarkeit und unsere tiefe Anteilnahme gilt den Gefallenen beider Seiten, sowie deren Angehörigen.
Während der Großteil der Stadtbevölkerung auf erkämpften Rückzugskorridoren – aber auch mit eigener, findiger Selbsthilfe – das umkämpfte Gebiet unbeschadet verlassen konnte, sind zahlreiche Opfer unter den Trümmern der kantonesischen Stellungen noch zu bergen. Die kommenden Tage werden uns Mut und Stärke abverlangen, wenn die schrecklichen Folgen dieser Geiselhaft in Gänze enthüllt worden sind.
Indes ist mit der Befreiung Kintos ein zentraler Sieg im Pazifikkonflikt errungen. Die heimtückische Vorbereitung eines Angriffskrieges gegen Japanisches Territorium kam damit zum erliegen. Der von der COC erhoffte Brückenkopf für eine Invasion Kumamotos kam nicht zustande. Ein langwieriger Bodenkrieg mit zehntausenden Opfern, ein blutiges Würgen und Ringen der benachbarten Völker, ist damit entschlossen und frühzeitig abgwendet worden.
An dieser Stelle möchte ich auf die herausragende Leistung einer kleinen Gruppe von Spezialkräften aus der Task Force Blue Shark verweisen. Unter großem persönlichen Risiko und mit hoher Professionalität gelang es den Männern und Frauen trollischer, orkischer, elfischer, gnomischer und menschlicher Natur, Vortstandsmitglieder der Xunxao Gongsi unter schwerem Beschuss aus dem umkämpften Gebiet zu evakuieren. Chief Financial Officer Mesuko Tari und Chief Investment Officer Helen Brightwater haben ihre dankbare Bereitschaft zur vollständigen Aufklärung der Geschehnisse und Hintergründe erklärt. Beide haben sich als Kronzeugen für Strafverfahren zur Verfügung gestellt und liefern damit einen wichtigen Schlüssel zur rechtsstaatlichen Aufbereitung des Angriffs. Unser Dank gilt auch dem nachrichtendienstlichen Personal, das die Notlage der Geretteten zuerst zur Kenntnis brachte.
Bereits jetzt wurde es durch die mutige Evakuierung der beiden Personen möglich zu verstehen, wie es der COC gelingen konnte, solch massive Kriegsvorbereitungen auf japanischem Boden voranzutreiben. Durch Inpflichtnahme der kantonesisch kontrollierten Xunxao Gongsi wurden seit über 15 Jahren Import, Export und Investitionen des Unternehmens verschleiert und manipuliert, um die Einfuhr von Kriegswaffen und Soldaten in der Region zu verbergen. Während die Verstrickung der obersten Führungsebene sowie des Sicherheitswesens der Xunxao Gonsi noch unklar sind, ist eines offenbar: Misstrauen und Konkurrenz haben diese Eskalation seit über einem Jahrzehnt ausgebrütet. Die gestrigen Ereignisse haben ihre Wurzeln tatsächlich in einer krisenhaften Geschichte, die weit in die alte Welt nationalstaatlicher Politik zurückreicht.
Es ist genau dieser Moment, an dem wir uns zur Besonnenheit ermahnen müssen. Das Eigentum und das Recht auf Selbstbestimmung der Unternehmen und ihrer Völker ist der Garant unserer Freiheit und Zukunft. Wir haben eine Verantwortung mit geschichtlicher Tragweite. Wir müssen uns von den Dämonen vererbter Missgunst endlich befreien. Man darf nicht müde werden, es immer und immer wieder anzumahnen: der Weg der militärischen Konfliktlösung hat schon zu allen Zeiten die Rechnungen aller Beteiligten ins unermessliche getrieben. Man muss unablässig daran arbeiten, sich von diesem Erbe zu befreien.
Im Mittelpunkt des gegenwärtigen Pazifikkonflikts steht die kluge Nutzung dessen, was Mutter Erde Gaia uns mit mahnendem Blick überantwortet hat. In den Tiefen des Pazifiks liegen die Schlüssel verborgen, um die technologische und soziale Zukunft der Menschheit auf eine neue Stufe zu heben. Umso schwerer wiegt es, dass die zukunftsweisenden Hochsee-Plattformen in der Region immer mehr zu Anrgiffszielen hybrider Kriegsführung werden.
Was mit Kappa YC begann, wurde unlängst durch den schockierenden Untergang der Hope2029 einmal mehr bewiesen. Ich darf an dieser Stelle bekannt machen, dass ein Luftlandebattalion von AIM auf Wunsch des Betreibers auf die High Energy Midway Plattform verlegt wurde. Damit soll ein klares Zeichen für unsere Entschlossenheit gesetzt werden. Jeder Art terroristischer Absicht wird resolut entgegen getreten werden. Der drohende Schaden für Umwelt und Metamenschen muss von diesen sensiblen und wichtigen Baustellen unserer Zukunft unbedingt abgewendet werden.
Wir bekräftigen an dieser Stelle erneut, dass wir die Ressourcenerschließung und den Einsatz neuer Technologien im Pazifikraum mit offenen Armen gegenüber den kantonesischen Unternehmen und Bürgern betreiben wollen. Grundbedingung hierfür ist die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen im Pazifikraum, die Rückkehr von Streitkräften der COC und ihrer Allianzpartner in ihre international anerkannten Hoheitsgewässer sowie die Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen auf Augenhöhe.
Ich danke ihnen für die Aufmerksamkeit.
03. Mai 2072, Channel 9 Hong Kong