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Goodfellow Situation

Also ich würde sagen, ihr seht das ein wenig zu schwarz. Ist ja auch nicht gut, alles, was irgendwo auf der Welt geschieht, auf sich zu projizieren. Da sollte man schon aufpassen. Man kann ja mit Mike reden und unter uns fragen, ob er Hilfe braucht, damit habe ich kein Problem. Vielleicht ist er dann aufgeschlossener als über Funk. Aber man sollte eben auch nicht zu viel reininterpretieren. Was wissen wir denn, was sie gemacht hat, um aus China rauszufliegen – im wahrsten Sinne des Wortes?

Er zieht an seiner Zigarre und bläst eine nicht sehr wohlriechende blaue Wolke nach oben, um keinen mehr als nötig zu belästigen. Dann bietet er auch gleich Copper eine an.

Dazu möchte ich auch dringend abraten, in irgendeiner Weise offiziell vorzugehen. Denn dann wird folgendes passieren: militärisches Standardvorgehen, wenn eine Einheit in Gefahr ist kompromittiert zu sein? Man löst die Einheit auf und wir werden zusammen keinen Einsatz mehr haben, insofern wir überhaupt je wieder ins Feld geschickt werden. Denn bis die Sache geklärt ist, werden wir irgendwo, wo es mehr oder weniger schön ist, festgesetzt sein. Und ich meine damit nicht, das wir in ein 4 Sterne Hotel kommen. Das Risiko wird sich AIM nicht leisten.
Danach können wir dann, sofern noch irgendwie ein Interesse daran besteht, Lena rausholen, aber ohne die Unterstützung an Logistik und Material von AIM. Höchstens als private Leute, mit dem, was wir halt so aufzubieten haben, in unserem Urlaub, von dem sich bei mir zumindest genug angehäuft hat. Aber ich hatte da eigentlich anderes vor als mich in ein schon mit dem Backup von AIM recht ungewisses Abenteuer einzulassen.
Also: was auch unternommen wird, ich gehe eher das Risiko ein, dass Mike kompromittiert ist oder gehe bei allen zukünftigen Unternehmen davon aus, als dass ich mir den Mund verbrenne. Wolltest ja meine Meinung hören, Bazut…

Nach einer Beratung zwischen dem Capitain und Norge

Nachdem le Captitaine seine Gedanken mit le Adjuton geteilt hat, kriegt er direkt seine Antworten.

Also, dann arbeiten wir die Liste mal ab…

Zu 1 und 2:

Warum die Umstände? Machen wir es auf dem kleinen Dienstweg. Wageslave sabotiert die Überwachung, Snoopy hält mit den Drohnen Wache und was Copper und ich nicht aus ihnen rauskitzeln können, macht dann Positive. Erspart dir viel Lauferei, mon Capitain.

Zu 3:

Da halte ich mich wie bisher lieber raus. Also ich helfe euch, wenn ich gebraucht werde. Habe ja die Pflaster und so, aber ansonsten halte ich es immer noch für nen Fehler, dass wir die damals raus geholt haben. Scheiße und ich hatte das Kommando damals.

Zu 4:

Verdammt… wo ist die 4? SO GEHT DAS NICHT!

Zu 5:

Kein Problem. Die Norwegische Armee verwendet Zeug das bis -30° Celsius, -22° Fahrenheit für Copper. Also Werksgarantie vom Hersteller, dass man bei dieser Temperatur dauerhaft vor Erfrierungen geschützt ist. Geht natürlich auch noch tiefer, würde sagen bis -50° Celsius, für Copper sind das dann -58° Fahrenheit. Aber irgendwann ist natürlich Schluß. Da fallen dann die Zehen ab und die Kälte kriecht in die Knochen.

Naturprodukte wie die angesprochene Merinowolle und Pelze wären wohl noch besser, aber die werden wir wohl kaum bekommen. Waren ja letztes Jahrtausend schon unbezahlbar für die normalen Leute.

Bei Waffenöl gilt das gleiche. Ich kenne da eins, das hält unsre Waffen auch bei extremer Kälte einsatzfähig und zur Not haben wir ja Speere, nicht war? Es sei denn, Copper hat seine wieder in Kneipenbesucher gesteckt. War er nicht gestern einen trinken?

Ansonsten, Iglu bauen und Zelte, das hab ich alles drauf. Das ist kein Problem.

Zu 6:

Wer war Owen nochmal?

Auszüge aus einem Einsatztagebuch (Gedanken eines Norges)

Operation Sommerregen war ja ein voller Erfolg. Selten, wenn nicht nie, einen Einsatz so Problemlos über die Bühne gebracht. Bin gespannt wann es weiter geht und wohin man uns schickt.

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Ok, Afrika solls sein. Wieder die gleiche Ecke. Habe drum ersucht von dem Einsatz frei gestellt zu werden, wurde abgelehnt. Also muß ich wohl hin. Schöner Scheiß. Zudem ist es Positive wohl Negativ aufgestoßen. Habs dann aber mit ihm geklärt.

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Natoll. Ein paar Tage vor dem Einsatz hat es Copper erwischt. Hat sich beim Treppe runter laufen den Fuß gebrochen oder geprellt. Kann also nicht mit. Ist im Innendienst und lacht sich ins Fäustchen. Ist ja schon mal ein schlechtes Omen. Was ist das mit dem Zwerg? Legt sich mit ner schwarzen Idola an und läßt sich halb von ihr verschlingen, haut den Cappo um und ist zu doof ne Treppe runter zu laufen ohne sich zu verletzen.

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Oh Natoll. Der Plan ist das wir aus 7Km höhe abspringen sollen. 7000 verdammte Meter!!! So ne verdammte Scheiße. Das macht doch keinen Spaß. Immerhin ist der Rest vom Plan ganz schön. Leise rein, leise raus. Naja, planen wir öfter. Aber die Aufklärung hat ne Schwachstelle auf dem dach und da wir ja eh aus verdammten 7000 Metern Höhe aus einer Scheiß METALLRÖHRE mit Flügeln springen, bietet es sich ja dann an aufs Dach zu hüpfen. Bis auf den Scheiß Sprung klingt der Plan sogar vernünftig. Könnte was werden.

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EINEN SCHEIß IST ES WAS GEWORDEN! Wenn ich die von der Aufklärung in die Finger kriege mach ich die fertig. Hätte der Capitain nicht kurz vor der Landung mal übers Dach geblickt, wären wir voll zerrissen worden. Hatte sich dann natürlich was mit leise rein und leise raus. Ging komplett den Bach runter. Natürlich haben wir den Einsatz durchgezogen und haben es hin bekommen. Aber es war verdammt hart und knapp. Kein Vergleich zu Sommerregen. Bin gespannt wo es als nächstes hingeht.

PN an Positive

Keine Sorge, du hast dich mehr als klar ausgedrückt und ich sehe nicht wo ich was falsch hätte verstehen sollen oder können.
Es ist auch nicht so, dass ich nicht die Notwendigkeit der Operation in Frage stelle. Auch glaube ich durchaus, dass du dich im Rahmen der Operation halten wirst und es kein Rachefeldzug ist.

Nur ist es für mich so, dass ich genug auf dem Kontinent geleistet habe in meinen Augen und dass ich genug Körperteile von mir dort gelassen habe.

Norges Meinung

„Also, nein. Bin ich nicht dafür. Ich habe euch gesagt wo ich die Informationen her habe und Copper will Sanis Hintergrund überprüfen. Er kann ja bei ihrem Blog mal anfangen. Aber ich will eigentlich nicht das sie oder die Forschugnsgruppe zu arg mit uns in Verbindung gebracht werden kann. Wir werden ja eher rein gehen, Lena rausholen und dann sind wir fort. Die Forschungsgruppe bleibt wohl wesentlich länger in dem Gebiet für ihre Forschungen. Ich bin überzeugt das jede Verbindung die zwischen uns aufgedeckt werden könnte die Forschungsgruppe und damit Sani, in größere Gefahr bringt und das will ich vermeiden. Hatte ich dir ja schon im Auto vom Flughafen erzählt. Ihr seid das Team, ihr sollt es Wissen, aber ich will da eigentlich nicht zu arg alles miteinander vermsichen. Die ofiziellen Seiten würde ich gerne raushalten von dem Hintergrund wo die Infos hergekommen sind.“

Lange Rede kurzer Sinn, Norge wäre wohl schlicht dagegen wie man erkennen kann.

Norges Aktivitäten

Norge hat sich mal eine Auszeit von allem genommen, um ein anderes Projekt voranzutreiben. Sani hat das durchaus verstanden und konnte so ja in der Zeit auch ihren Zielen und Projekten endlich mal wieder voll widmen. So reiste Norge für eine Woche in die Bretagne, um dort in den Werkstätten der Services Support Division der AIM zu arbeiten. Natürlich nicht alleine.

Er nimmt gleich Kontakt mit den verschiedenen Spezialisten auf. Nachdem man gemerkt hat, dass da nicht einfach nur ein Frontschwein kommt, sondern jemand, der sich schon detaillierte Gedanken gemacht und technische Zeichnungen angefertigt hat, waren die Spezialisten der verschiedenen Abteilungen doch schnell bei der Sache, das Projekt umzusetzen. So waren hauptsächlich Spezialisten für Materialwissenschaft, Elektronik und Matrix mit involviert.

Nachdem das Projekt abgeschlossen war, reiste Norge dann wieder nach
Trondheim zurück, um Zeit mit Sani zu verbringen und endlich auch Regicide eine Nachricht zukommen zu lassen.

„Yui, ich habe einen Auftrag für dich.“

Die Radio Sorceress ist ganz Ohr und wendet Norge den Kopf leicht zu. Die übergroßen Augen glänzen erwartungsvoll.

„Oh, toll! Was kann ich für Dich tun, Harald-san?“

„Du mußt Bazut Morelle eine Nachricht zukommen lassen. Privat, aber mit höchster Priorität. Das bedeutet, ich möchte, dass die Nachricht solange bei ihm oben auftaucht, bis er sie gelesen hat. Ist das im Rahmen deiner Möglichkeiten?“

„Hai, Harald-san! Kein Problem!“ Die Puppe verneigt sich steif und ihr Haarschmuck fährt kleine Antennen aus.

„Folgendes übermittelst du ihm: ‚Hallo mon amie. Du leter etter en dyktig murer en gang. Jeg mottok en referanse til en ekspert på sitt område. Vennligst kom til Trondheim så snart som mulig. Hilsen din venn Harald.“‘

Norge wartet kurz, damit klar ist, das die Nachricht schon zu Ende ist.

„Und abschicken, Yui“ gibt er dann das Signal.

Yui nickt: „Mit Priorität über die Enge Freunde Liste versendet! Ich hake nach, wenn er es heute nicht liest!“

Nun wird er nur mal warten müssen, bis Regicide sich meldet oder vorbeikommt. Das er in der Aufregung bis auf das „mon amie“ nur Norwegisch gesprochen hat, ist ihm gar nicht aufgefallen. Aber er wird es ja schon irgendwie übersetzt bekommen.

Norges Lauschangriff

Wie?

Diese Frage stellt sich Norge häufig in der letzten Zeit.

Wie kann ich das zur Sprache bringen. Einfach so beim Abendessen geht das ja nun nicht.

Also wälzte er seine Gedanken.

Scheiße, dass Copper nicht da ist. Der ist gut mit Ideen. Oder Régicide, der war schonmal verheiratet und Positive hat es ja irgendwie geschafft, den Eisberg anzutauen. Zoé wäre wohl auch eine Hilfe. Ist immerhin eine Frau.

Aber so blieb es halt komplett an ihm hängen, denn es war zu früh, die anderen einzuweihen. Aber wenn er lange genug überlegt, kommt auch Norge ab und zu mal ein Geistesblitz.

Dann kam der Tag, da die Wunde am Arm weit genug verheilt war, um sich einen neuen aussuchen zu können. Norge nahm Sani mit zum Krankenhaus, welches AIM in Trondheim ausgesucht hat. Natürlich die Universitätsklinik. Sani sollte da schon mitentscheiden und es zeigte sich schnell, dass Norge sehr angetan war von den stärksten Modellen. Hätte Sani da nicht eingegriffen, wäre der rechte Arm wohl sehr mächtig geworden, mit den stärksten Servos, die es momentan dafür am Markt gibt. So konnte sie Norge runterhandeln auf ein Modell mit mittleren Servos, welche ihm im Einsatz sicher einen Vorteil bringen, mit denen der Arm aber noch aussieht wie ein normaler Arm am Körper. Man sieht es halt nicht auf den ersten Blick und selbst beim zweiten muß man wissen, worauf man achten muß.

Ausgesucht war er und nun würde er angepasst werden. Das dauert nochmal ein paar Tage. Bis zu zwei Wochen, aber darauf kam es ja nun nicht an. Abends saßen Norge und Sani bei einem neuen Film beisammen. Norge gab sich schweigsam. Das war sein Plan. Er wußte, dass Sani dann früher oder später die Frage stellen würde, und so kam es dann auch.

Sani: „Woran denkst du?“

Norge schreckt auf, als wäre er in Gedanken gewesen, und nicht als ob er genau auf diese Frage gewartet hätte.

Norge: „Hm, an eine Kameradin, die wir beim letzten Einsatz verloren haben. Wir haben versucht, sie zurückzuholen, aber das hat nicht geklappt. Sie wurde wohl verschleppt, wer weiß, ob sie überhaupt noch lebt. War eine engagierte Mitarbeiterin. Lena Mason. Ich schätze, den Namen werde ich nie vergessen. Hat zu viel riskiert, nur um uns den Einsatz ein wenig einfacher zu machen.“

Das war Norges Antwort. Nun schielt er rüber zu Sani und wartet auf ihre Reaktion. Wie tief sitzt sie da drin? Wie kam sie da rein und wie bekommt man sie da wieder raus?

Verdammt. Wieder zu viele „Wie“. Alle wird er nicht alleine beantworten können.

Sani hört sich die Sorgen von Norge aufmerksam und mitfühlend an und reagiert nachdenklich. Sie fragt nicht weiter nach. Der Rest des Films spielt sich vor schweigenden Zuschauern ab. Norge muss seine Willenskraft strapazieren, um die betretene Stille auszuhalten, doch er hält durch. Dankenswerterweise ist der Film ein ordentlicher Actionstreifen mit deutlicher Bekenntnis zur Komödie. Eine Football-Mannschaft voller Mutanten, Metas und Menschmaschinen, die die Welt vor sich selbst rettet. Hat schon stellenweise etwas von der SFG 77. Am Ende gibt es ein Happy End und der Film wird lustig aufgelöst. Das Thema Lena Mason verschwindet langsam aus dem Wohnzimmer. Den Rest des Abends verbringt Sani damit, für Zerstreuung zu sorgen und umschifft weiträumig jedes Thema, das mit Verschleppung oder Krieg assoziiert werden könnte.

Später in der Nacht liegt Norge im Gästezimmer. Wie er schnell gelernt hat, bevorzugt es Sani, irgendwann in der Nacht alleine zu sein, auch wenn sie Norges Nähe schätzt. Vielleicht auch ein respektvolles Zugeständnis an die Sorgen des Vaters.

Es ist jetzt 5:33 und Norge wird von Gedanken wachgehalten. Hat Sani den Namen nicht erkannt? Vielleicht war er ihr gar nicht so geläufig oder gar wichtig, wie Norge. „Lena Mason“, kein Name, den man sich merken muss. Insbesondere nicht als Japanerin, oder? Wenn Sani ihn nicht erkannt hat, dann ist das erstmal eine gute Nachricht, denn dann kann sie wohl kaum mit der Entführung zusammenhängen. Aber wie kommt Norge dann an weitere Informationen? Sollte er seine kleine Spionage zugeben? Aber was ist, wenn Sani den Namen doch erkannt hat?

Norge hebt den Kopf aus dem Kissen. Da flüstert doch jemand. Noch bevor Norge klar nachgedacht hat, ist er schon lautlos wie ein Schatten in den Flur vorgerückt. Die Wohnung ist still, nur ein Metallpendel auf dem Trideoschirm tickt im Sekundentakt. Sani scheint sich in ihrem Zimmer leise zu unterhalten, sie führt ein Telefongespräch.

Es ist eine moralische Frage. Soll Norge lauschen oder nicht?

Viel Zeit bleibt ihm nicht. Will er lauschen, muß es schnell gehen, sonst verpasst er vielleicht was. Will er nicht lauschen, könnte er schon so im Flur recht ertappt werden, was zu Fragen führen würde. Aber es steht soviel auf dem Spiel. Noch während er überlegend auf der Lippe kaut, stellt er sich so vor die Tür, dass er den Flur im Auge hat, und legt den Kopf sachte an die Tür. Dabei denkt er noch:

Wäre nur Zoe da, die hätte ich mit ihren Superohren einfach an die Zimmerwand gehalten und sie hätte alles gehört.

So konzentriert er sich, möglichst viel mitzuhören; seine übrigen Sinne sind angespannt und achten auf die Umgebung im Haus, um bei dem Lauschangriff nicht überrascht zu werden:

„…dachte nur, dass es vielleicht nicht sehr klug ist. Er hat einen Arm verloren. Ich denke, er ist ja in einem Krieg gewesen, oder sowas in der Art. Ich will nicht, dass er da in ein Trauma fällt oder sich das verschlimmert. … Ja, eigentlich schon. Ich meine, er wirkt schon gefasst, so äußerlich. … Nein, hat er nicht. … Ich denke schon, dass sie noch lebt. Ich meine, ich weiß es nicht. Aber die Information habe ich vielleicht einfach auch nicht gesehen. … Ok. Du bist der Psychologe. … Nein, natürlich darf ich das nicht. … Ich weiß es nicht. Wenn er die Hintergründe kennt, wäre das schon, – also das wäre unglaublich. Das wäre der größte Zufall den ich je erlebt hätte. … Ok. Hab ich kapiert. Du weißt doch genau, wie es um mich bestellt ist. Sowas kümmert mich einfach nicht. Nicht mehr. Das ist mir einfach egal. … Ok. Ja, mach ich. Danke. … Ja, bis bald. Mach ich. Ciao.“

Schritte zur Tür. Ein Rascheln, ein Kimono. Norge ist bereits zurück in seinem Zimmer, als Sani die Tür zum Flur öffnet und kurz darauf bei Norge klopft. Als er öffnet, dreht sie ein leuchtendes Tablet um, so dass Norge in dem blassen Lichtkegel aufleuchtet. Sein wacher Blick fällt auf Lena Masons Portrait nebst Lebenslauf.

„Ist das die Frau, die Du suchst?“

Etwas später sitzen Norge und Sani vor einem virtuellen Kaminfeuer. Die Sonne ist in Trondheim noch nicht zu sehen, aber es ist Morgen. Eine Aussprache, die beide zum Staunen gebracht hat, geht dem Ende zu. Sani fasst die Sache zusammen:

„Sie ist ein Opfer einer Entführung, und wir haben uns diese Beispielfälle ansehen müssen, damit wir die Natur der Lage besser verstehen. Es ist eine gefährliche Sache, eine Expedition. Ehrlich, eigentlich ohne Wiederkehr. Niemand weiß, was einen da erwartet. Aber diesmal soll es eben Erfolge geben. Die Yutani Corporation hat es zu einem geheimen Spitzenprojekt erklärt. Der weiße Fleck auf unserem Globus muss verschwinden. Wir wollen, nein müssen wissen, was da wirklich los ist. Ich meine, wir fliegen zum Mond, zum Mars, und jenseits! Aber wir können doch nicht ignorieren, dass unser Ende, oder unsere Erlösung, direkt vor unserer Haustür liegt, versteckt unter einem Mantel aus Angst, Gerüchten, Magnetfeldern und arkanen Mauern?! Deine Freundin ist jedenfalls nicht die einzige, die hinter den Schleier verschleppt wurde. Und mein Vater, die ganze Forschungsgruppe, wir werden da reingehen, wenn wir soweit sind. Vielleicht in zwei Monaten, oder in zwei Jahren. Es hängt von sehr vielen Faktoren ab. Das meiste ist streng geheim. Aber ehrlich gesagt, wir gehen da nicht hin, um den Opfern zu helfen. Das reinkommen ist das Problem, über das Rauskommen macht man sich erstmal gar nicht so viele Gedanken. Wenn Radiowellen rauskommen, sind wir schon mehr als glücklich. Und das wäre ein riesen Erfolg.“

Sie schüttelt müde den Kopf.

„Tut mir wirklich leid. Ich wollte es Dir erst nicht sagen, aber es ist vielleicht besser so. Die Chance, lebend aus Sibirien herauszukommen, vor allem wenn man hineinverkauft wurde, ist sehr gering. Das Erwachte Yakut ist jenseits unserer Reichweite.“

Norge und Hitashi Sani

Direkt am ersten Tag nach der Ehrung der SFG77 nimmt Norge Abschied vom Team. Sein Antrag auf Reha in der Heimat wurde bewilligt und so machte er sich flugs auf den Weg zurück nach Norwegen. Genauer Trondheim. Er wollte die Auszeit auch dazu nutzen, mal wieder ein wenig Heimatluft zu schnuppern und nicht zuletzt war ja Hitashi Sani in Trondheim. Auch sie wollte er endlich mal kennen lernen und reinen Wein einschenken. Er hat ihr ja nie direkt die Unwahrheit gesagt mit dem, was er tat, aber doch einiges zurückgehalten. Da er schon das Interesse hat, dass da was draus wird, wollte er ihr bei mehreren Gesprächen erklären, was er so genau macht. Zumindest soweit es nicht unter Verschluss gelandet ist.

Ein erstes Treffen wurde schon über Trideo ausgemacht, auch wenn es wohl im Beisein ihres Vaters stattfinden würde. Ohne dessen Einwilligung würde es wohl auch keine weiteren realen Treffen geben. Zumindest nicht offiziell. Ob er Sani dann dennoch weiter sehen würde, hing wohl hauptsächlich von ihr selbst ab.

An dem Abend dann zog er seinen feinsten Anzug an. Das Hemd mit dem Blutspritzer am Kragen hatte er schon vor längerer Zeit ausgetauscht. Ja, es war der Anzug aus Südafrika, der irgendwie seinen Weg in die private Garderobe von Norge gefunden hatte. Immerhin sein feinstes Stück Stoff. Aber wie sich herausstellen sollte, hatte sich Norge zu viele Sorgen gemacht.

Der alte Hitashi-san hatte Norge zuerst in der geräumigen Mietwohnung begrüßt, in dem Sani und er zur Zeit lebten. Eine gut möblierte aber zweckmäßige Übergangslösung ohne viel persönlichen Schmuck. Es war eine Übergangslösung für den dienstlichen Aufenthalt von Vater und Tochter, wie Norge bereits wusste. Überhaupt kannte er sich durch die virtuellen Treffen mit Sani schon ziemlich gut in der Wohnung aus. Sie war tadellos aufgeräumt und sauber.

Der Vater war von Norge zuerst eingeschüchtert und überrascht zugleich. Seine zierliche Tochter, der muskulöse Krieger, beide orkischen Blutes. Man sah ihm an, dass er überrascht war. Über Norge, über seine Tochter und vielleicht auch sich selbst. Da Norge so gut gekleidet war, lud der Vater spontan alle zum auswärtigen Essen ein. Das war Sani erst nicht so recht, wollte sie die Begegnung doch so kurz wie möglich halten.

Das Fischrestaurant mit Blick über den Hafen war Oberklasse. Vielleicht wollte der Vater Norge auf die Probe stellen, doch der schlug sich wacker. Er hatte ja nicht nur Heimvorteil, sondern beharrte auch stets auf die japanische Etikette, vom Platznehmen über die Bestellung bis zum Anstoßen. So verlief der Abend ganz angenehm, auch wenn Sani immer etwas angespannt blieb.

Norge konnte etwas zu seiner Arbeit sagen und er erfuhr im Gegenzug, dass Vater und Tochter beide für die gleiche Firma arbeiteten: Tomorrow Plant Inc., ein Tochterunternehmen der Yutani-Familie. Was für ein Zufall… Der Vater war Geo-Ingenieur und die Tochter eine junge Meteorologin. Sie arbeiteten zur Zeit eng mit der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) zusammen.

Der Vater schien die gemeinsame Zeit mit der Tochter und Norge durchaus zu genießen. Etwas, das wohl nicht häufig außerhalb von Arbeitstreffen vorkam. Zwei Dinge fielen Norge im Nachinein auf. Über die Mutter von Sani wurde kein Wort verloren und der Vater hatte mehrmals am Rande bemerkt, dass Sani „sowieso nicht allzuviel Zeit habe“ und dass sie diese Zeit auch mit Freunden verbringen sollte.

So konnte Norge mit seiner Etikette den Vater doch so sehr beeindrucken, dass er nichts dagegen hatte, dass die beiden sich weiter treffen. Sie lernen sich immer besser kennen. Auch der Kontakt über Trideo wird immer häufiger. Bei einem dieser „Telefonate“ ging Sani kurz hinaus und Norge konnte auf den Bildschirm von Sanis Rechner sehen und erkannte da den Namen und das Bild einer ihm doch sehr wichtigen Person. Lena Mason. Norge schaltet schnell und macht eine Aufnahme von dem Bild und nimmt sich vor, Sani persönlich in einer ruhigen Stunde darauf anzusprechen. Immerhin geht es in dem Artikel um Menschenhandel und so weiter.

Wie immer Sani da auch reingeschliddert war, Norge wollte sie zuerst damit konfrontieren und schauen, wie und vor allem wie tief sie da drinnen steckte, bevor er irgendwas weiterleiten würde. So verabredete er sich dann auch zu einem weiteren Treffen mit ihr, die Datei gut abgespeichert und gesichert auf mehreren Datenspeichern. Das Bild durfte so oder so erstmal nicht verloren gehen.

A-gi-ta-tion

Hmja…Agitation… eine krankhafte Unruhe, bei der es zu heftigen und hastigen Bewegungen des Patienten kommt, Sypmtome sind Zittern und gesteigerter Bewegungsdrang. Eine Agitation tritt vor allem bei Psychosen oder im Delirium auf, allerdings auch im normalen Schlaf, etwa als Begleiterscheinung sehr lebhafter Träume auf. Nicht zu verwechseln mit normaler Nervosität.

Norge spricht das sehr ruhig und fixiert dabei Skorgen doch sehr deutlich. Wohl aufgrund der für ihn sehr herablassenden Art wie sie zur SFG spricht. Eine ganz klare Herausforderung oder eine Erwiederung der unausgesprochenen Herausforderung die er empfindet.

Glauben sie nur nicht das sie hier eine Gruppe halbwilder haben die keine Ahnung von Fremdwörtern haben. Wir Wissen schon worauf es ankommt und werden sicher zum nötigenZeitpunkt voll auf der Höhe sein die es Bedarf Captain….a.D.

Er endet mit seiner kurzen Rede und zündet sich seine vorletzte stinkende Zigarre an und reicht Copper seine letzte rüber. Verdammt, wie hasste er es wenn diese überheblich wirkende Elfe doch recht hatte.