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ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 5

… Eine Garbe aus einer automatischen Waffe verwandelt die Frontscheibe in Millionen Splitter. Hinter einem der beigen Felsbrocken in dieser Wüste flackern unregelmäßig zwei Mündungsfeuer. Im Rückspiegel tauchen mehrere Jeeps auf. Aus den Seitenfenstern fallen Schüsse auf das hintere Begleitfahrzeug. Der Blick zuckt rüber zum Fahrer, aber sein Kopf besteht nur noch aus Unterkiefer, der Rest verteilt sich auf der blau-rot-grünen Flagge hinter dem Sitz. Negative reißt eine MP hoch und erwidert das Feuer, die vertraute Optik einer SmartGun-Verbindung wischt über mehrere uniformierte Gegner, die mit Motorrädern durch die Steinwüste fegen. Langsam neigt sich aber die Sicht in einem unnatürlichen Winkel, und der Straßengraben erscheint von oben ins Bild… Als die Schwärze weicht, fällt der Blick in 4 Mündungen. Ein Gewehrkolben beendet die Szene erneut.

Die Ansicht zerfällt plötzlich in ein Zucken aus brennender Autoreifen, blutigem Fleisch, Schreien… Zoe bricht der Schweiß aus, und sie versucht sich zu bewegen… aber die Darstellung fällt direkt in eine grellbunte Welt aus wirbelnden Farben, Klängen, Schreien. Eine Horde finstere, blutiger Gestallten wirft sich auf Negative, schwarze, verkohlte Leiber, gelb glühende Augen, so viele Augen…Dann schwingt er seinen Knobkierie und die Kreaturen fliegen auseinander wie ein haufen Laub, Blut spritz, fetzen von Haut und Knochen verglühen, die nächste Welle kommt, wieder schwingt er den Knüppel, mehr Blut, mehr… BLUT… BLUT…BLUT…

 

Zoe zuckt auf den roten Ausschalter, aber offenbar zu spät. Sowohl sie als auch Negative fallen bewußtlos von den Sesseln.

 

ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 4

Der Raum im Vorschiff war mit allen nötigen Equipment ausgestattet, darunter auch einer Sitzecke (woher Negative die hatte auftreiben können, war einmal mehr unklar) um einen Trideo-Schirm inkl. Lautsprecher. Daneben die SimSense-Einrichtung mit bequemen Sesseln für Negative und Zoe.

Eine kurze Diskussion entbrennt um die Vorgehensweise, aber man einigt sich darauf, dass das Experiment den größten Sinn hat, wenn Zoe versucht, Erlebnisse von vor sieben Jahren zu erkennen. Negative an Zoe: „Ich hab Dir ja erzählt, wo ich vor der AIM war. Finde doch raus, wo und für wen ich gearbeitet habe. Das passt von der Zeit sehr gut. Einen Aufhänger habe ich nicht, aber jetzt, da ich weiß, was Du sehen willst, ist es sicher nicht zu tief vergraben“

Die Prozedur beginnt – und ist zunächst reichlich unspektakulär. Auf dem Bildschirm sind zuerst undeutlich, dann immer klarer zuerst einzelne unzusammenhängende, dann immer flüssigere Szenen zu sehen. Ganz offensichtlich spielt sich alles in Afrika ab.

… die erste Szene spielt sich an einem Strand ab. Etwa 10 ausschließlich dunkelhäutige Menschen und Metamenschen auf ihren Surfbretten zeichnen sich gut gegen den Sonnenuntergang ab, während die Perspektive auf eine kleine Bar am Strand schwenkt, wo einige trainierte Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft gesellig beisammen sitzen. Zoe wird später von den deutlich erinnerten Gerüchen von Lagerfeuer, Rum und Marihuana berichten, aber auch von einer Grundanspannung, die Negative damals gefühlt hat…

… ein starkes Ruckeln und Beben bestimmt die nächste Szene. Draußen gleist die Sonne, Negative gegenüber sitzen vier Bewaffnete in beiger Kampfmontur ohne Abzeichen und kontrollieren ihre Ausrüstung. Man sitzt auf der Landefläche eines PickUps, die karge Landschaft rauscht vorbei. An einer Weggabelung ist ein Schild zu erkennen, aber erst, als sich Zoe sichtlich anstrengt, wird die Aufschrift sichtbar: „DeBeers Omnitech – Mining Range – 15 miles“. Der Staub brennt in den Augen…

… die Dunkelheit ist undurchdringlich, Negatives Gefühl aber ist absolute Langeweile. Offenbar auf Kontrollgang passiert er mehrere Baracken, dann Unterstände, wo im Scheinwerferlicht Maschinen und LKW gewartet werden. Im Hintergrund werden Gegenstände verladen. Auch hier strengt sich Zoe sichtlich an und kann ein Gespräch erlauschen. „Die Vorkommen sind offenbar bald erschöpft. Ich gebe das nach oben weiter.“ erklärt eine weibliche Stimme nüchtern. Eine männliche Stimme gibt zurück:“ die magische Analyse bestätigt das. Kein Orichalkum mehr hier. Es wird Zeit, aus dieser verdammten Wüste rauszukommen. Am besten mit dem Zeug“. Ein kurzer Gruß auf Afrikaans geht zu seiner Ablöse, der ihm neben einer Flasche auch einen kleinen Datenchip zusteckt…

… wieder in einem Fahrzeug, jetzt aber im Führerhaus eines schweren Lastwagens. Aus dem Radio tönt laut Reggae, der schwarze Fahrer wiegt sich im Rhythmus und ignoriert die Hinweise von Negative, er solle auf die verdammte Strasse achten…

 

tbc…

 

Bazut macht nur einen kurzen Abstecher nach hause. Nach seiner Ankunft auf der Shigeruu, sobald die ersten Grundzüge des Einsatzes festgelegt wurden, wirft er sich in die Vorbereitungen.

Für diesen Auftrag hat Régicit einen eigenen, permanenten Link zur Bildübertagung der SpyEye beantragt. Sobald die Drone in Position ist, wird er die Übertragung dauerhaft offen halten und entweder in seiner Smartbrille, auf einem Monitor oder einem Handgelenkbildschirm beobachten. So macht er sich mit dem üblichen Crew verhalten und den Aktivitäten auf dem Oberdeck vertraut.

Die Aufsteige-Stange kann nicht kurzfristig improvisiert werden, weil die zu überbrückende Höhe recht beeindruckend ist, zudem muss der Aufstieg geübt werden. Wenn diese Aktion bei der Shigeruu, unter guten Bedingungen, schon nicht funktioniert muss der Plan adaptiert werden.
Also werden geeignete Stangen (Glasfaser mit minimaler Flexibilität) besorgt und entsprechende Verbindungsteil konstruiert, an denen man sich zusätzlich einhacken kann. Ebenso wird eine Schlauchboot benötigt:
„Wenn wir vor haben Zoe an einer 15m Stange anzuheben, muss sie auch 15m entfernt von uns sein. Wir vertrauen also ein kleines Schlauchoot, so können wir die länge beliebig festlegen. Wieder runter ist natürlich viel einfacher, das kann sie rutschen. Für den Aufstieg und die Fixierung an der Bordwand, etwas was wir auch vorher trainieren werden, brauchen wir starke Saugnäpfe. Hier sollten wir mit einigen Modellen experimentieren. So etwas brauche ich auch, für einen möglichen Sniper-Perch auf dem Oberdeck.“

Das wichtigste Training das Régicit durchführt ist das er sich mit Hilfe der SimSense Anlage mit dem Schiff selber vertraut macht. Er wird die Gänge und Räume (abgesehen von den umgebauten Bereichen versteht sich) so lange durchlaufen, bis er sich auswendig kennt. Das wichtigste für ihn sind hierbei die versteckten Bereiche, besonders die Zwischenwände in denen Röhren und Leitungen verlegt sind. Er scoutet Wege in den Maschinenraum, zum Dieseltank und in die Wäscherei, auf die Brücke und die Oberdeckkräne.


Régicit konstruiert, zusammen mit Negative, die zwei Sprengladungen welche für den Tank und den Verdichter gebraucht werden um Plan Z durchzuführen. Er hofft, das er Brick davon überzeugen kann die Ladungen auf der JUNO zu lassen. Ebenso konstruieren sie drei Pyrotechnik-Geräte, fernsteuerbare Ladungen mit Brandbeschleunigern, für Plan B.
Wenn noch genug Zeit bleibt wird Régicit sich in die Funktionen des Tauchbootes einweisen lassen und seine Tauchausbildung auffrischen. Mehr als die Grundlagen der Steuerung sind nicht möglich, aber es sollte eine zweite Person geben die die Lucken schließen und das Boot abtauchen lassen kann.

Negatvis „freiwillige“ Meldung, als zweite Testperson herzuhalten hat ihn sichtlich überascht, er macht aber keinen Hehl daraus das er von der Entscheidung des Elfen ausgesprochen possitiv angetan ist. 


ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 3

Nachdenklich sieht Negative die Türe ins Schloss fallen. Er wendet sich hinüber zu seinem kleinen Schrein, wo über dem sorgsam gepflegten Bonsai-Baobab der Anhänger von Kakuve liegt. „Das hätte Dir auch gefallen, was!? Aber wenn schon jemand in meinen Kopf steigt, dann doch besser jemand, der nicht im Sinn hat, mich zu belehren und zu bevormunden, oder?!“  murmelt er leise zu dem alten Schmuckstück.

 

Am nächsten Morgen in der Bordkantine sitzt die SFG 77 zusammen an einem der Hartplast-Tische. Der Soykaff dampft und es herrscht betriebsame Atmosphäre, sowohl im Schiff als auch in der Runde, wo verschieden Details des in Kürze anstehenden Einsatzes diskutiert werden.

Zoe blickt des Öfteren verstohlen in die Runde; aber erst, als sich Norge und Brick schon zum Aufbruch wenden, bricht Negative das Schweigen: „Ich habs mir überlegt! Ich stell mich zur Verfügung; Zoe kann mich als Versuchskaninchen haben. Auch wenn mich der Pathos anwidert, der so ne Aussage unweigerlich mitbringt: wenn schon, dann mit euch! Heute Abend 2200. Ich mach nen Raum im Vorschiff klar, da haben wir unsere Ruhe.“ Er blickt in teils ernste, teils erstaunte Augen; schließlich wußte keiner so recht, wie der undurchsichtige Elf zu bitten oder gar drängen sei. Regicide bricht das Schweigen: „Wenn Du das von Dir aus anbietest, ist das sicher interessant, oder Zoe? Sollen wir dabei sein?“

Zoe lässt nicht locker – Teil 2

Zoe zögert einen Moment und sagt dann fast abwesend: „Wollen? Ein Teil von mir schreit förmlich nach dem Nervenkitzel in eine andere Welt abzutauchen. Gerade hier auf der Shigeruu. So sehr, dass ich hoffe mein Versprechen an mich selbst danach halten zu können.“

Sie blickt ihm wieder in die Augen und findet zu der Energie und Entschlossenheit zurück die sie für ihr Anliegen braucht. „Ja ich kenne das Gefühl und ich kann dich gut verstehen. Der Job für die AIM verlangt mir viele Dinge ab und ich habe schon versucht dem einen oder anderen Gefühl zu entfliehen. Ich denke wir wissen beide, dass das eine Illusion ist, die ihren Preis hat – aber wenn ich uns nicht alle auf hoher See in Gefahr bringen will, sollte ich das was von mir erwartet wird im Griff haben. Und da kannst im Moment nur du uns – mir helfen! Negative, wenn es nicht wirklich wichtig wäre würde ich dich sofort in Ruhe lassen, das weißt du!“

Entschlossen sagt sie dann mit einen ermutigenden Zwinkern „melde Dich wenn Du bereit bist!“

tbc

Zoe lässt nicht locker…

Zoe lässt nicht locker. Sie klopft nach dem Versuch mit Regicide nachts an die Türe von Negatives Kajüte. Der Elf öffnet vorsichtig, entspannt sich aber rasch beim Anblick der Gnomin. Er begrüßt sie herzlich und lässt sie ein. Zoe blickt sich in der aufgeräumten und wenig dekorierten Kajüte um und schaudert etwas ob der Kühle. Sie kommt daher rasch zur Sache: „Du weißt so gut wie ich, dass wir mit der SimSense-Einrichtung nur vorwärts kommen, wenn sich jemand mit Datajack auf die Sache einlässt. Da bleiben nicht viele!“ kommt Zoe rasch zum Punkt. Negative bietet ihr eine Tasse Tee an, schenkt zwei „Shigeruu“-Tassen ein, reicht Zoe eine und setzt sich auf das Bett und seufzt: „Ich kann deinen Enthusiasmus verstehen, die Simsense auszuprobieren, aber ich bin da ein denkbar schlechtes Versuchskaninchen. Und weil Du mir nicht und nicht locker lassen wirst, muß ich wohl etwas ausholen. Bevor ich bei der AIM untergekommen bin, war ich ein paar Jahre in Namibia – oder besser gesagt Azanischen Konföderation und naja, mir ging es in der Zeit nicht wirklich gut. Ich hatte psychische Probleme und dabei durchaus auch Kontakt zu BTL. Man, dieses Zeug entwickelt einen Sog, dem echt hart zu widerstehen ist. Du kannst einfach nicht aufhören, noch mehr von diesen Eindrücken zu kriegen! Deshalb habe ich ein echtes Problem damit, wenn Du mir nochmal mit so einer SimSense-Grütze in meinen Kopf willst. Falls Du Dich erinnerst: als diese Scheisse zusammen mit anderen Drogen hier an Bord aufgetaucht sind, hab ich deshalb so harsch reagiert, weil ich am Totenbett meiner Großmutter Kakuve geschworen habe, die Finger davon zu lassen. Daran werde ich mich halten!“

Zoe lässt nicht locker. „Das ist ja nun nicht das Gleiche, das weißt Du so gut wie ich! Wir werden ja nicht irgendwelche hypersensitive Eindrücke in deinen Kopf drücken, sondern umgekehrt will ich fühlen, was Du gefühlt hast!“

Negative antwortet sarkastisch: „Da antworte ich das Selbe wie der Norm: willst Du das wirklich?

tbc…

SPC Mike Goodfellow befand sich schon in hektischer Aufruhr, als das Team (oder erste Teile des Teams) zur Shigeruu zurückkehrten. CPT Uzun hatte ihn doch tatsächlich für die logistische Unterstützung bei Operation Ancient Mariner abordnen lassen. Er war im Groben informiert, aber offenbar nicht über die Ergebnisse aus Kapstadt. Frederic Denton war ihm kein Begriff und auch dieser Drei-Stufen-Plan war ihm unbekannt. Er bemerkte recht schnell, dass er ein langes Gespräch mit Captain Uzun gehabt hatte. Das Gespräch hatte ihn ziemlich überfordert. Aber im Wesentlichen hat Uzun ihm wohl seinen Status klar gemacht. Und der sah nicht vor, dass er zum obersten Geheimnisträger bei Operation Ancient Mariner werden würde.

Auf der Shigeruu hatte Goodfellow vor allem einen virtuellen Gefechtsraum eingerichtet, abgestimmt auf die neusten Standards der Kommunikationsausrüstung, die man beim Einsatz erhalten würde. Scheinbar würde die SFG 77 Hand an so manch teures Spielzeug legen dürfen. Nicht zuletzt auch das Tauchboot, eine Yamatetsu Manta. Im virtuellen Gefechtsraum konnte man das Modell bereits betreten und Zoé hätte die Gelegenheit, sich mit der Steuerung des Tauchboots vertraut zu machen und zu üben. Auch die Karastraße war modelliert, mitsamt Unterwassergeografie und Eisbergen. Es wurde deutlich, warum so viele Schiffe auf eine Durchfahrt warten mussten. Die Eisbrecher schafften es in dieser Jahreszeit nur, die Karastraße auf zwei Kilometer Breite eisfrei zu halten. Auf der virtuellen Seekarte sah man Dutzende von Handelsschiffen weit vertstreut vor den beiden Mündungen der Karastraße liegen. Wie Murmeln auf einem glänzenden Marmorboden. Etwas, das bisher nicht wirklich berücksichtigt worden war, wurde urplötzlich deutlich: man war da draußen nicht alleine. Ähnlich wie am Bosporus oder bei Gibraltar würde die Stokoschka in einer Traube von Fernhandelsschiffen dümpeln. Aus Sicherheitsgründen lag aber mind. 1 Seemeile zwischen den Schiffen.

Neben den Seekarten umfasste der virtuelle Gefechtsraum natürlich auch ein Schiffsmodell, soweit es eben bekannt war. Da die Stokoschka eine deutlich modifizierte Variante ihrer Baureihe darstellte, hatte man sich entschlossen nur die Sachen zu modellieren, von denen man sicher sein konnte, dass sie zutrafen. Dronenhangars, Labore und vielleicht auch ein Sicherheitssystem gehörten nicht zur Standardausstattung dieses Schiffes.

Drittens bot der Gefechtsraum auch Gelegenheit sich tatsächlich zu „treffen“. Ein digitaler Lageraum erlaubte es Captain Uzun von der Cassiopeia, Offizieren auf der HDT Juno und der SFG 77 auf der Shigeruu über Matrix-Terminals zusammenzukommen und den Einsatz an einem virtuellen Kartentisch vorzubereiten.

Während Goodfellow also mit der Einrichtung des virtuellen Gefechtsraums vorrangig beauftragt war, kam die Simsense-Technologie dann hinzu, als das ganze Team auf die HDT Juno verlegt wurde. Dort fand sich dann das Tauchboot vor. Man konnte das Klima schnuppern und vielleicht auch so manchen, nervösen Einsatzeifer entwickeln. Zur Simsense-Technologie äußerte sich Goodfellow allgemein so:

„Also, das ist wie auf dem Special Transport Ground, in Indonesien. Im Wesentlichen. Jedenfalls was die Master Unit angeht. Der Simsense-Prozessor verarbeitet Direct-X Signale in Echtzeit, rechnet sie in leicht reduzierte ATC-Signale runter und in der Suppe kann dann Zoé quasi mitschwimmen. Anders als in Indonesien hat man also ungefilterte Hirnsignale. Die volle Erlebnisdichte. Das ist schon krass. Heisse BTLs werden so gestrickt. Wenn Mr. Morellè das mit dem Trode-Net macht, besteht keinerlei Risiko, außer vielleicht die dreckigen Geheimnisse, die er über die anderen im Team so angesammelt hat. Hehe! Also ne, ich mein rein biotechnisch besteht null Gefahr. – In dem Moment, wo ein Versuchskaninchen über Datajack dranhängt und Zoé dann den roten Schalter umlegt, ist man in einer ganz neuen Dimension. Je nachdem, wie gut Zoé mit der Simsense-Interpretation zurecht kommt, kann sie die Bewusstseinscharakteristiken einer erinnerten Situation rekonstruieren. Also wie groß die Erlebnisdichte, der Seinsglaube und auch die Modalitäten waren. Man könnte also erfahren, ob die Zielperson eine bestimmte Szene mit großer Gewissheit erinnert, ob die Eindrücke verlässlich sind und welche Emotionen dabei vorherrschten. Wenn’s gut läuft, könnte Zoé wohl rauskriegen, ob jemand sich nur was eingebildet hat oder sich die Erinnerung rückblickend schön redet, was durcheinanderwirft und soweiter. So wie das erste Date oder die Flitterwochen, ne?

Naja, und was das Reprogramming angeht. Das ist umgepoltes ASIST-Biofeedback. Der Simsense-Server sendet einfach ASIST-Signale über dem Grenzwert an das Gehirn und dann ist Schluss mit dem Kurzzeitgedächtnis. Kann auch nem Decker oder Rigger passieren. Das funktioniert aber nur mit dem Kurzzeitgedächtnis so schnell und einfach. Langzeiterinnerungen können nur nach Wochen oder sogar Monaten umprogrammiert werden. Das ist krass illegaler Scheiß. Ich hab gehört, die chinesische BTL-Szene hat das an Superreiche verkauft, um sich ihre Vergangenheit zu polieren. Und der Marionetten-Päsident von Aztlan 2046 soll angeblich einen Konzernkrieg im Kopf gehabt haben, den es niemals gegeben hat. Für solche Gespenster braucht es aber ne BTL-Klinik, sag ich mal. Das kriegt der Server im Tauchboot nicht gebacken.

Also, coooole Sachen! Wann soll das starten? Macht jemand Popcorn?“

Danke Regicide! Das wird uns sicher sehr helfen die nötigen Informationen zu erhalten, großartig dass Du dazu bereit bist, das weiß ich sehr zu schätzen! Ich kann aber nicht dafür garantieren dass das keine Nebenwirkungen hat!

Deine Klamotten kannst Du aber erst mal anlassen. Sie muss grinsen
In der Praxis sieht das so aus, dass wir uns ein konkretes Erlebnis quasi aussuchen und Dir vorher nicht sagen worum es gehen wird, damit du nicht ohnehin daran denkst. Das heißt Sex fällt raus, das hast Du ja offenbar eh dauernd präsent. Sie kann sich ein noch breiteres grinsen nicht verkneifen, reißt sich dann aber zusammen.

Die anderen sie blickt in die Runde stellen dann konkrete Fragen zu diesem Ereignis. Also nehmen wir als Beispiel an, wir beschließen dass es um Deinen letzten Skiurlaub geht. Dann müssen wir überlegen, wie wir dieses Ereignis wieder in Deine Gedanken bringen können. Im Idealfall haben wir also davon ein Foto mit Urlaubsgrüßen von Dir geschickt bekommen. Das wird Dir dann gezeigt. Wenn wir wissen, dass Du da gerade immer ein bestimmtes Lied gehört hast, spielen wir Dir das vor.
Sobald Du also damit konfrontiert wirst, werden Deine Gedanken in diese Richtung gehen. Dir fällt ein, dass es zu warm war für die Talabfahrt, dieses Bild spiegle ich dann den anderen auf den Monitor. Also können diese Dich fragen; wie bist Du dann ins Tal gekommen. In dem Moment denkst Du automatisch an die Seilbahn und dass da 3 Personen mit Dir drin saßen. Das kann ich nun wieder auf den Monitor spielen um Deine Erinnerung an die Personen zu schärfen und den Anderen eine Möglichkeit zu geben tiefer nachzufragen.
Ich kann die ganze Zeit nicht mit euch kommunizieren, aber euch hören und euch Bilder übermitteln. Und später auswerten was vielleicht nicht offensichtlich war, zumal die Bilder sicher oft verschwommene Erinnerungen sind. Ich hoffe so konnte ich von der Vorgehensweise ein gutes Bild für euch zeichnen. Alles was wir also für unser Missionsziel dann von dem verseuchten Habitat und dem Unfall vorab herausfinden können, alles was wir an Bildern, Tönen, weiteren Personen in seine Aufmerksamkeit bringen können hilft uns, eine Art Einstieg zu seinen Erlebnissen an dem Tag zu bekommen.

Was ich mit Regicide vorab auch testen möchte, ist wie einfach ich aus der Nummer wieder rauskomme. Meine Idee wäre, dass für den Fall dass ich das nicht mehr so gut steuern kann, ihr wenn alle Fragen gestellt sind, Regicide etwas vor die Nase haltet was aber mich ansprechen soll und ihn für den Moment aus seinen Gedanken reißt. Zum Beispiel ein Bild von Dingo oder so.

Aber es kommt noch eine weitere Sache ins Spiel und somit musst Du, Regicide auch keine Sorgen um Deine dunklen Gedanken haben. Du hast keinen Data-Jack. Das heißt, bei Dir kann ich das ganze nur oberflächlich betrachten was mir für den ersten Versuch ohnehin viel lieber ist. Aber im Idealfall finden wir noch jemand, mit dem wir das gleiche danach nochmal machen können in den ich tiefer eintauchen kann und auch die Gedanken und Gefühle miterlebe. Zumal das dann auch Einblick in die unbewussten Dinge geben kann, die derjenige selbst gar nicht im Fokus hat.

Ich werde mich mit Goodfellow besprechen ab wann uns die Technik zur verfügung steht.

 

Bazut sieht Zoe einen kurzen Moment an, dann zuck er die Schultern und zieht die Krawatte aus:
„Ok, du kannst mich benutzen.“
Wahrscheinlich wir es Leute geben die in nun mit Bestürzung, Überraschung oder Unglauben anstarren:
„Was??? Ich habe euch bereits die eine Sache erzählt die ich sogar vor mir selber verheimlichen wollte. Was kann noch passieren? Das Zoe meine sexuellen Vorlieben erfährt? Ich bin keine Gnomen-Fetischist und auch kein sexueller Gewalttäter,  das wird für sie wahrscheinlich viel peinlicher als für mich!“
Dann sieht er Zoe an:
„Aber ich bin keine guter Mann, da ist eine Menge dunkler Gedanken in meinen Kopf…also sei dir sicher das du das wirklich tun willst. Ok, wie weit muss ich mich ausziehen?“

Ich habe ein wichtiges Anliegen bezüglich der Vorbereitungen für Operation Ancient Mariner.

Die Theorie der ganzen Bewusstseins-Infiltrierung ist mir bekannt. Allerdings weiß ich nicht, welchen Teil man mir zugänglich macht und welchen nicht. Ihr werdet auch gleich verstehen woher meine Bedenken kommen. Die ganze Technik zur Bewusstseinsmanipulation die wir an Bord haben werden kommt aus den Kellern der Yutani Corporation. Offiziell gibt es diese Möglichkeiten gar nicht… Das wird Norge bestimmt besonders begeistern, aber ich bin damit auch alles andere als glücklich. Vor allem weil wir das einsetzten sollen ohne dass wir ernsthaft darauf geschult werden oder wissen was genau die Auswirkungen sein werden. Mal ganz abgesehen von den moralischen Aspekten, aber wozu wir da aufgerufen werden ist doch grob fahrlässig.

Aber zu viele Fragen zu stellen kommt in diesem Job nicht so gut an, damit müssen wir wohl leben. Als ich CPT Uzun gefragt habe, ob es die Möglichkeit gibt, dass ich mich auch in der Praxis mit der Technik vertraut mache um dann im Ernstfall auch vorbereitet zu sein, und ob dafür eine Person zur Verfügung steht, ist er mir etwas ausgewichen. Ich würde es mal so interpretieren, wir können Zugriff darauf erhalten, müssen aber unsere eigenen Versuchskaninchen stellen. Freiwillige vor! Ich fürchte ich hänge da ohnehin drin. Und Goodfellow will ich auch dabei haben!

Ach ja, um die Frage direkt zu beantworten; Nein, das ist leider kein Scherz.