Am Abend des 08.10. sind alle Berichte abgegeben, alle Informationen ausgetauscht… jetzt muss nur noch entschieden werden, wie es weitergeht. Der Lt. sitzt auf einer Waffenkiste und trinkt Kaffee aus seiner Thermoskanne…
„Dann haben wir wohl alle Fakten auf dem Tisch“ deutet auf den Tisch voller Fakten:
„Jetzt müssen wir uns nur noch darüber klar werden, wie wir vorgehen wollen. Bisher haben wir schnell und unter hartem Zeitdruck gehandelt, das könnten wir auch so beibehalten. Ich sehe jedoch nicht, wie uns das weitere Vorteile einbringt. Im Gegenteil, wir sind immer noch nicht an einem Punkt, von dem aus wir effektiv und sicher operieren können.
Ich habe mir ein paar lose Gedanken gemacht, möchte aber jetzt von jedem hören, was er für sinnvoll hält. Direkte Vorschläge sind hierbei genauso gut wie allgemeine Gedanken.
In zwei Gebieten in der grauen Zone wird in zwei Tagen gewählt, nach den Vorkommnissen in Ihuma und den sporadischen Informationen, die wir gesammelt haben, besteht die Chance, dass es auch dort zu Vorfällen kommt.
Wir wollen den Informanten Evan Choi finden, was bedeutet, dass wir in seine Wohnung einsteigen müssen. Nach den gesammelten Informationen scheint dies für uns machbar.
Wir wollen die Tombu Villa sichern und den Uplink für uns gewinnen, beides ist mit größerem Aufwand verbunden. Für den Uplink gilt es die örtliche Lage zu beobachten, für Tombu müsste ausgiebige Recon betrieben werden.
Erste Frage: Wie sehen die geeigneten Profis den Aufwand in die Wohnung einzudringen? Können wir das morgen erledigen? Wenn nicht, kein Problem. Wenn ja, dann lasst es uns tun.
Ich habe immer noch keine Idee, was wir in dem Wahlgebieten tun wollen. Wenn wir eine Sache aus unserem Road Trip gelernt haben, dann dass dort draußen Leute unterwegs sind, die auf alles schießen, was sich bewegt… aber warum? Wenn die versucht hätten, uns auszurauben… ok. Aber uns einfach nur umbringen?
Wir haben kein Fahrzeug, mit welchem wir uns effektiv bewegen können, also kommt das Operieren außerhalb der Ortschaften kaum in Frage. Die Fahrzeugfrage muss unbedingt geklärt werden.
Wer hält es für eine gute Idee, dass wir uns am Wahltag dort in der Gegend aufhalten, beobachten, vor Ort sind und versuchen so viel wie möglich an Daten zu sammeln? Negative eröffnet Shop in einem Hotelzimmer mit der Funkausrüstung… keine Ahnung, ob das ein effektives Vorgehen ist. Wir könnten auch einfach hier bleiben und unsere eigentlichen Mission vorbereiten.
Heute Abend um 2400 läuft das Ultimatum der CCMA für Dahomeys Matrixzensur aus. Das wird ein interessanter Moment bei den Protesten um das Uplink Gebäude.
Ich möchte keine großen Aktionen vom Zaun brechen, ohne gut darauf vorbereitet zu sein. Bis dahin sollte unser Vorgehen so wenig invasiv wie möglich sein.
Also,wie sieht es aus?
Lena gibt die aktuelle Lage zum fahrbaren Untersatz in die Runde:
Kameraden,
da wir bisher kein eigenes Fahrzeug hatten, habe ich mich heute Morgen mit Chief Hiller beratschlagt und eben die Bestätigung bekommen, dass wir noch heute einen Van abholen können. War ein Schnäppchen. Für 22.000 Nuyen habe ich einen gebrauchten Karu Hauler Van bekommen. Ist eine afrikanische Produktion. Ich wollte was mit Diesel, wegen der Power und Ausdauer. In Dahomey läuft ja fast alles nur noch mit Elekto. Der Wagen kann sechs Leute bequem fassen und hat noch Platz für einiges an Ausrüstung. Der Van war früher von einem Lieferdienst im Einsatz. Sollte also unauffällig daherkommen, im Stadtbild.
Außerdem habe ich eine Transponder Library bekommen. Chief Hiller und ich werden die sofort einbauen, wenn der Van da ist. Damit kann man im GridLink unterwegs sein, wechselt aber ständig die Signatur. Macht es schwerer den Wagen zu tracken. Die Morphing License Plate steht auch noch aus. Kommt aber die Tage.
20731008 – 19:54:22
„Danke Lena! Wieder mal gut gemacht! Regicide: solltest Du in ein paar Tagen mal wieder einen Bericht nach oben schicken, ist das hier insgesamt eine Erwähnung wert.
Der Lt. nickt.
Negative wendet sich der eingeblendeten CCOM-Nachricht zu. Ein Lächeln in den Gesichtern zeigt bei allen – außer Copper – die Vorfreude, wieder als quasi komplettes Team weitermachen zu können:
„Ehrlich gesagt, ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich sie so bald wiedersehen werde. Ich bin gespannt, wie es ihr geht.“ Sein Blick trübt sich etwas „Denn falls sie noch nicht wieder ganz hergestellt ist, wird es möglicherweise Situationen geben, in denen ihr Wohl vor dem der Mission steht. Ich denke, wir sollten uns dessen lieber jetzt wie später klar machen. Auch, damit Copper weiß, woran er ist.“
Er bleibt einen Moment nachdenklich…
„Aber jetzt zur Mission. Meine Meinung: die Wohnung sollte für uns hier kein Problem sein. Unsere Ausrüstung sollte dafür auch ausreichen. Zuschlagen würde ich über den Lift. Kameras außer Kraft setzen müssen wir in beiden Fällen, aber wenn die Türen erstmal zu sind, können wir in aller Ruhe den Scanner knacken. Bei einem Zugriff über die Hintertüre haben wir diese Zeit möglicherweise nicht, einfach weil das Viertel recht belebt ist. Es sein denn, wir suchen uns eine Tageszeit aus, wo es ruhiger ist. Also z.B. morgen mittag gegen 1300. Oder wir nutzen eine mögliche Aufruhr durch eine nicht freigegebene Dahomey-Matrix!? Dann müsste der Zugriff in ca. 12 Stunden passieren. Außerdem: eine Tarnung wäre vielleicht hilfreich… Wer geht rein? Norge, Copper und ich?
Was das weitere Vorgehen betrifft: sollten keine besonderen Vorkommnisse in der Wohnung geschehen, steht wie gesagt der Tombu Villa nichts im Wege. Transportwege gibt es dann ja zwei, entweder wieder über Land oder mit dem neuen Van. Vermutlich macht Letztere mehr Sinn, auch wenn es länger dauert, nach Norden zu kommen. Allerdings müsste dann die Drohne mit, um vorab aufzuklären.
20731008 – 20:02:54
Zoe betritt den Raum als Negative gerade zu Ende gesprochen hat. Sie sieht sichtlich fertig aus, nach einer langen Reise:
„Wo soll eine Drohne hin um aufzuklären?“
Ein breites Grinsen zieht sich über ihr Gesicht als sie in die Runde blickt. Sie lässt ihren viel zu großen Rucksack an Ort und Stelle fallen und begrüßt Regicide, Norge und Negative herzliche mit einer Umarmung. Negative sieht sie einen Moment länger an, beschließt dann aber ihn unter 4 Augen nach der auffälligen Veränderung in seinem Gesicht zu fragen. Dingo läuft wedelnd die Runde ab und bleibt nur vor Copper einen Moment skeptisch stehen. Nachdem er sieht, dass Zoe ihn freundlich mit Handschlag begrüßt und sich vorstellt, trollt er sich in eine Ecke:
„Wie geht es euch? Ihr müsst mir alles erzählen! Ich habe euch wirklich vermisst, aber die Auszeit war sehr wichtig für mich.“ nach einer kurzen Pause ergänzt sie „Macht euch keine Sorgen, ohne psychiatrische Freigabe hätte AIM mich nicht fest angestellt.“
Sie zwinkert Negative zu und dieser fragt sich, wie viel Zoe von seinen Worten schon mitbekommen hatte…
Bazut ist sichtlich froh, das Zoe zurück ist. Wenn man nach 20min Begrüßung und Wohnungsführung wieder zusammen kommt, besieht er sich sein, für ihn nun endlich vollständiges, Team und nickt…ganz so als wollte er sagen „Dann können wir jetzt ja richtig anfangen“
Was er wirklich tut ist die Situation und den Plan zusammen zu fassen:
„Philippè, Zoé diese Sache ist eure Expertise. Also habt ihr für diese Aktion Operatives Comando, Plan, Zeiten, Anweisungen an den Rest!
Ein Blick zu den Beiden:
„Wenn der Plan so bestehen bleibt werden wir morgen Mittag in die Wohnung von Choi eindringen, korrekt? Was der Rest von uns zur Unterstützung tun soll müsst ihr dann noch genauer festlegen.“
,Norge meldet sich zu Wort:
Sieht ja nach einer kurzen Einsatzzeit aus, bei der wir nicht unbedingt auffallen wollen. Ich lasse die schweren Waffen dann mal zurück. Pistole und ein paar verschiedene Granaten sollten dafür ja vollkommen ausreichen. Oder wollen wir auf alles vorbereitet sein? Ich denke mal mit MG oder Sturmgewehr fallen wir da sofort auf und ziehen Aufmerksamkeit auf uns die wir nicht haben wollen. Das ich das Sani Zeug dabei habe, versteht sich ja von selbst.“
Régicide nickt:
Korrekt, keine schwere Bewaffnung. Ich würde sogar noch weiter gehen und ganz auf Waffen verzichten. Wenn wir als Non-SIN in eine Kontrolle geraten ist das hier nicht ganz so tragisch, mit Waffen wird es dann sofort komplex.
Hérault braucht sowieso keine Waffe um gefährlich zu sein…ich wohl auch nicht, wie sieht der Rest das?
Taser?
Und ich habe noch meine vertrautes Animal-Master, das ist auch noch eine Variante für Low-Profile, Less-Lethal Option!
Er denkt einen Moment nach, auch, um den anderen Zeit zu geben, ihre Meinungen kundzutun. Dann fährt er fort:
„Heute Abend zieht es mich nach Süd-Westen. Ich denke, um Mitternacht ist das ein interessanter Ort, um Beobachtungen zu machen. Wenn um 0000 das Ultimatum der CCMA für Dahomeys Matrixzensur ausläuft und Dahomey sich nicht fügt und die nicht zumindest einen Teil des Systems wieder freigeben, kann es sein, dass es dort zu Ausschreitungen kommt.
Dann möchte ich vor Ort sein, um zu beobachten. Hier interessieren mich vor allem:
Gibt es auf seiten der Demonstranten einen Organisationsstruktur, die über das zu Erwartende hinaus geht. Gibt es Agitatoren, eine gezielten Aufruf zur Gewalt verbreiten oder das Gegenteil?
Auf der anderen Seite möchte ich sehen und auch dokumentieren, wie sich Merc Inc. verhält. Die Amerikaner haben nicht den besten Ruf, was ihrer Deeskalationstaktiken angeht; und wenn es hier zu Zwischenfällen kommt, möchte ich es in Bild und Ton haben. Zusätzlich könnte es uns Aufschluss darüber geben, wie die Sicherheit aufgebaut und strukturiert ist.
Ich weiß nicht, ob wir im Olympic Ozean ohne Reservierung und SIN einen Tisch bekommen, aber wir suchen uns einen Platz, wo wir gut zu Abend essen können, dann observieren wir die Lage. Wenn nichts passiert, besuchen wir danach den Spa und regenerieren, wenn etwas los ist, heißt es Kameras frei.
Christophè, ich möchte dich im lokalen Netz haben. Wenn sie die Sperre lösen, kannst du direkt mit einer Recherche der Lokalnachrichten anfangen – und wenn nicht, möchte ich, dass du die zensierten Nachrichten verfolgst, offiziell muss dazu Stellung bezogen werden..ggf. Political Chat Rooms und, so weit möglich, das Shadownet im Auge behälts und uns berichtest. Colletté, Lena ich denke, dass ihr eure Zeit sinnvoll füllen werdet. Wenn aber eine von euch das Bedürfnis hat, mal raus zu kommen, könnt ihr auch mit in den Einsatz gehen. Das stelle ich euch frei.
Und jetzt kontaktieren wir noch Goodfellow und lassen uns erklären, wie wir für ihn einen Uplink zu Serven, Admin oder der Techwarte für ihn herstellen können. Das nötige Werkzeug dafür kommt ins Auto, nur für den Fall der Fälle!“
Kaum ist Zoe gebührend willkommen geheißen und die Diskussion beendet, verschwinden Negative und Lena an das Matrix-Terminal im HQ. Eine gute Stunde später verschafft sich ein sichtlich zufriedener Elf Platz an einem der Tische. Er verteilt frische Yovo Doko und setzt sich scheinbar gutgelaunt an einen der Tische im HQ. Dort packt er einen nicht zu großen Pappkarton aus und schraubt einige Minuten an einigen ausgestanzten Metallteilen und Elektromotoren. Dazu tauchen einige Schachteln mit dünnen Schnüren und Plastikflaschen mit klaren Flüssigkeiten auf…
Kurze Zeit später hängt der billige 3D-Drucker an einem Tablet und rüttelt gemächlich vor sich hin. Das 3D-Modell eines Fingerabdrucks entsteht langsam aus dem Hartplastik. Nebenbei mischt Negative mit dem Chemiebaukasten eine eigenartig riechende Gummi-Melasse, die er dünn über das fertige Positiv gießt. Nach dem Aushärten zieht er vorsichtig den Film ab und begutachtet den Abdruck unter der Lupe: „Scheint ganz ok zu sein…“ murmelt er.
„Könnte klappen…“.