26. Januar

Der Bart ist verschwunden und auch seine Erschöpfung ist wie verflogen. Lediglich seine Verhalten hat sich leicht verändert, im privaten, mit dem Team, wirkt er gelöster, weniger Förmlich als er das üblicherweise war und in anderem Rahmen auch noch immer ist. Er spricht jeden mit Vornahmen an, auch wenn er jeweils eine französische Aussprache des Namens bevorzugt.
Für diese Unterweisung trägt er weite, lockere Leinenkleidung, er fehlt nur der Strohhut zum Schneider von Panama. Ein altmodischer Sportanzug den man in der Légion Étrangère getragen hat, als Marroko noch eine Kolonie war. Régicide scheint jedes Bedürfnis verloren zu haben, die Brandnarben zu verstecken, zumindest vor euch. Eine weitere Sache die auf fällt ist, das er seit neustem immer eine nicht gerade kleines Messer in einer verzierten Scheide bei sich trägt. Schon bei seinem nächtlichen Ausflug auf Deck hatte er es am Gürtel, seit dieser zeit habt ihr in nicht gesehen das er es abgelegt hätte. Nach ein paar erklärende Worten zum Thema beginnt er:

„Für den Muggel, ja damit meine ich euch und glaubt mir Muggel ist einer der freundlichen Begriffe. Damp, Blank, Dumpfer oder Stumpfer sind andere eher harmlose Aussagen. Wenn ihr glaubt das Tir-Tangier Elfen sich einbilden was besseres zu sein, Zaubere sind schlimmer, sie kucken auf alles und jeden herab. Was bedeutet das Tir-Tangier Elfen die Zaubern können die hochnäsigsten Wesen der Welt sind. Aber ich schweife ab….
Für den Muggel gibt es vier Grundreglen welche er sich immer wieder vor Augen führen muss.
1. Intention ist tödlicher als Stahl!
2. Enegie ist Energie, egal ob es von Magier oder Wissenschaft erzeugt wird!
3. Newtons Gesetze, sie gelten für alle!
4. Nichts ist Heilig…bis etwas heilig ist und dann ist es heilig für alle!
Ich erläutere kurz, wir gehen in den nächsten Tagen aber noch genauer auf die einzelnen Punkte ein:
1. Diese Regel gilt für alle extrasphärischen Wesen. Wenn ihr eine solche Kreatur vernichte wollt müsst ihr sie mit der Intention angreifen sie zu vernichten! Die meisten Geistwesen sind Immun gegen kontemporäre Waffen, sie sind nicht immun gegen einen Willen der sie angreift. Da die Waffe diesen Willen fokussieren muss, muss es eine Nahkampfwaffe sein oder die Fäuste, der Effekt bleibt der gleiche. Eine Waffe kann hilfreich sein, da sie dem Angriff eine physisches Hilfsmittel gibt was es einfacher macht, seine Intention zu fokussieren. Um so mehr die Person die jeweilig Waffe wertschätzt, um so besser. Das alte Jagdmesser deines Uhrgrußvaters ist also besser geeignet als eine modernes Synto-Katana, so scharf diese Dinger auch sein mögen.
2. Jeder magische Effekt reagiert auf Einwirkung, Feuerelementare kann man löschen, Wasserelementare austrocknen, Herdgeister empfinden Angst und Freude, ähnlich wie Menschen usw. Für magische Effekte gilt das selbe, alles hat Regeln denen es folgt, wer diese Regeln kennt, kann sie nutzen.
3. Das geht fließen über in Punkt 2. Aktion, Reaktion und all diese Dinge. Einen Geist kann man mit Kugeln nicht verletzten, aber die Druckwelle einer Explosion macht etwas mit seinem Manifestierten Körper. Er hat keine organe die es zu muss verarbeitet, aber davongeschleudert wird er sehr wohl, wenn ihn das zusätzlich aus seiner Domäne herausträgt…Puff.
4. Ok, das ist wirklich schwer zu erklären, das ist ein bisschen wie die riesigen, goldenen Elefanten die wir in Indonesien gesehen haben…die ich gesehen habe….Hmmm.
Ich versuche es mal so: Der initiierte Magier, der gerade mit seinem Baalsfeuerschwert euren APC zerteilt hat, ist euch dicht auf den Fersen. Ihr flieht in einen schmierigen Keller, doch zu eurer Überraschung findet ihr einen kleinen Raum mit einem Moos und Blumen bewachsenen Brunnen, es brenne Kerzen und ein grün-goldener Schimmer liegt in der Luft. Ihr legt euch auf die Lauer, doch als der Magier den Raum betritt, lässt er sein Schwert verlöschen, verneigt sich vor dem Brunnen und wäscht sich Hände und Gesicht. Was tut ihr

A: Wir eröffnen das Feuer
B: Wir legen unsere Waffen ab und machen das gleiche wie er
C: Wir springen hervor, packen ihn und opfern ihm den Geistern diese Ortes
D: Wir verschwinden heimlich

Tipp, nur eine Lösung ist total falsch. Und wenn ihr nicht glauben solltet das es so eine Raum gibt, lasst uns mal einen Abstecher nach Basrah machen.“

Dann hält er eine Serie von Vorträgen zu Heckenschützen und Hinterhalten, die er jeweils vor oder nach Norges Killhouse Übungen durchführt. Dazu hat er reichlich Material, Triedos, Diagramme, Präsentationen und Simulationen. Alle mit dem Sigel der GIGN und dem deutlichen Hinweis -Nur für den Dienstgebrauch- versehen.

Hierbei sind Scharfschützen natürlich sein besonderes Steckenpferd:
„Was ist die gefährlichste Waffe der Welt? Ein einfaches Gewehr…in den Händen eins gute ausbildeten Soldaten!
Was ist die beste Verteidigung, das ultimative Gegenmittel, die Nemesis des besten Scharfschützen?
Der Vorhang!
Niemand kann einen gezielten Schuss auf etwas ansetzten, was er nicht sehen kann. Klingt Banal? Genau das ist es auch, aber das muss euch in Fleisch und Blut über gehen. Jedes Fenster, Vorhang zu, jedes Glasscheibe, Schalosien dicht! Gibt es keine, geht der Klient nicht daran vorbei!“

Letztlich wirft er noch eine Personenschutzstrategie in den Raum, zu Prüfung durch das Team.
„Man könnte unter die VIPs einen der Personenschützer schmuggeln. Jemand der agiert und aussieht wie eine Zielperson, anstatt wie ein Bodyguard. Das eröffnet im Ernstfall einige neue Optionen, besonders wenn man von einem Entführungs- und nicht von einem Anschlagsszenario ausgeht. Für letzteres kann es aber auch hilfreich sein. Ich könnte Teil der VIPs werden…Von euch ist halt einfach niemand unauffällig genug…und diese Rolle übernehmen. Für viele meiner möglichen Aktionen, die ich im Ernstfall durchführen kann, brauche ich keinen Handlungsraum, Beinfreiheit, Waffen oder viel Ausrüstung.
Was meint ihr?“

Memorys of Fire III

Régicide nimmt die Flasche, öffnet sie und nimmt einen kleinen Schluck, nickt zu stimmend in Zoes Richtung, nippt erneut und reicht die Flasche weiter. Die Bekundungen von Zoe, das sie auch seltsame Erinnerungen hat, scheinen ihn sichtlich erleichtert zu haben. Bricks Aussage über seinen offensichtlichen Dachschaden habe ihm sogar ein Schmunzeln abgerungen.
„Die meisten Meta-Menschen heutzutage werden als Metas geboren.“
Er deutet auf Brick
„Aber nicht alle! Genau so verhält es sich mit Zauberern. Bei den meisten erwacht das latente Gen im Kleinkindalter, sorgt für einige Kuriositäten, beginnt mit der Pupertät zu wachsen und erreicht sein volles Potenzial mit dem auslaufen dieser körperlichen Entwicklung. Die tätsächliche Macht hingegen hängt von Training und Ausbildung ab.“
Er nimmt einen weiteren Schluck aus der Flasche:
„Aber nicht bei allen! Ich war so magische begabt und talentiert wie ein Ziegelstein. Nach meinem Eintritt in die Légion Étrangère und meiner Ausbildung in den Scout Snipern würde ich nach Syrien versetzt. Normal für die jungen Rekruten, der nahe Osten ist schließlich einer der stabileren Regionen der Welt. Zumindes bis zum Oktober`60. Als die ersten Anzeichen kamen wurden wir in Alarmbereitschaft versetzt, der Marschbefehl kam kurz darauf….“

Er bricht ab, starrt einen Moment ins nichts, dann setzt er die Flaschen an und zieht, lang und tief. Nach dem 5 Schluck tippt Norge gegen die Flasche, Bazut setzt gehorsam wieder ab:
„Die Legion war als einer der ersten Truppenteile vor Ort….Wie immer! Zu diesem Zeitpunkt war alles Panik, Hektik, Terror. Dämonen brachen aus der Hölle in unsere Welt und Schlachtete die Bevölkerung ab. Unserer Aufgabe war es, die persischen Truppen bei der Evakuierung der Bevölkerung zu unterstützen. Totaler Unsinn, wir waren nur ein paar Hundert. Aber General Boumont entwickelte eine Strategie die Erfolgreich war. Diese Biester gingen nicht beliebig vor, sie konzentrierten sich auf große Gruppen und bestimmt Punkte….Und an diesen erstellten wir Killzones.
Ifrits sind zwar übernatürliche Wesen, aber durch ihren Übertritt werden sie materiell, sie bluten und sie sterben. Überlegene Taktik, Ausbildung und Feuerkraft, das war die Antwort….bis zu den Drachen!“

Er erneut nimmt er einen Schluck, die andern sind nicht mehr sicher ob Régicide noch registiert das sie mit im Raum sind. Nicht wegen des Alkohols, sondern weil er sich in Trance geredet hat, sein Blick nach innen gerichtet, auf Erinnerungen die er nicht sehen will:
„Der zweite Zug hatte bereits Bekanntschaft mit ihnen gemacht….80% Verluste. Aber auch diese Monster konnten Bluten, sie waren keine echten Drachen, schwarze Zerrbilder, Alpträume in fester Form…Boumont hatte ihnen Codenamen gegeben: Petit für den Größten von ihnen, le Grande für den Kleinsten, Panther für den Dunklen und…und Roi, weil seine Hörner, Ohren und Kopffinne wie eine Comic-Krone aussahen.
Wir lauerten ihnen auf, und tatsächlich begaben sie sich in Kreuzfeuer. Das dritte Gefecht meines Lebens….gegen Drachen!
Die Lage war aussichtslos, uns allen war das klar. Es ging nur darum, den Alliierten in Īlām so viel Zeit wie möglich zu erkaufen.
Die Sniper waren auf einem Berghang eingegraben, oberhalb der Mörserstellung und des Lazaretts….keiner von uns sah den Angriff kommen, plötzlich war der Schatten über uns und einer der Drachen krachte von der Bergspitze aus in unsere Stellung. Feuer, schmerlzender Stein, schmelzendes Fleisch….
Etienne, meine Spoter, verbrannte keine 2m neben mir, in der selben Zeit die ich gebraucht habe seinen Namen zu rufen…

Bazut Krempelt den rechten Ärmel hoch, zeigt die Brandnarben:
„Die Verbrennungen waren schwer, sie haben mich den Rest des Konfliktes aussitzen lassen. Nach meinem Wechsel zur GIGN wurden der verbrannte Teil meines Gesichtes und meiner Hand mit geklontem Gewebe wieder hergestellt….wo war ich stehen geblieben? Ach ja:
Der Drache krachte in die Mörserstellung 100m unterhalb meiner Position und begann darin zu wüten. Instinktiv folgte ich dem ein gedrillten Ablauf. Das Ziel visulle ausmachen, dann im Visier wiederfinden. Als ich das Opjektiv an mein Auge drückte fand ich ein Ziel…ein riesiges, gelbes Auge…Ich sah aber noch viel mehr. Ich sah das Monster hinter der Drachenform, das Nicht-Wesen das es wirklich war und wie sein Dasein die Welt vergiftet, eine Welt die auch zum ersten Mal sah wie sie wirklich war, lebendig, pulsierend, magisch…und in Gefahr.
Das war mein erster Blick in den Astralraum, mein Erwachen. Der Monster, Roi hattes es auch bemerkt, den er sah mich an, er erkannte mich….Dann drückte ich ab. Das Auge barst und die Kreatur wand sich in Schmerzen, eine Gelegenheit die von den Kameraden für einen Gegenangriff genutzt wurde. Dutzende von Panzerabwehrraketen trafen den riesigen Leib, das Ding ergriff die Fluch….“

Bazut hebt die Flasche, nippt aber nur, langsam kehr er aus seiner Trance zurück:
„Der Name Régicide ist also eine falsche Bezeichnung, die Kameraden haben darauf bestanden.
Der„König“ den ich getötet habe lebt noch, er ist immer noch da draußen….und er weiß wer ich bin. Deshalb habe ich auf dem Schlachtfeld keine Angst. Deshalb kann ich tun was ich tue, ohne mir sorgen um die Gefahr zu machen. Ich weiß genau was mich erwartet. Seit dem Tod meiner Frau habe ich nur noch vor einer Sache Angst: Ich weiß das ER mich früher oder später finden wird, ich habe Angst davor das er meine Tochter zu erst findet!“

Man kann sehen wie er mit dem Gedanken spielt die Schnapsflasche in einem Zug zu leeren…dann schaut er in die Runde, nippt erneut und stellt sie wieder auf den Tisch“

Bricks Gesichtsausdruck nach der Vision ist schwer zu deuten. Er rangiert irgendwo zwischen genervt, angepisst und grübelnd.

Also mal ganz ehrlich. Du hast nen echten Dachschaden Regicide. Aber wer von uns hat denn keinen? Und es einfach so als Spinnerei abtun, dazu war vieles von unserem Erlebten wirklich zu abgefahren.

Lass es mich anders sagen, ich hab nicht das Gefühl, dass da was verdrängt wurde, aber ich war ja auch die ganze Zeit bei Bewusstsein. Gestunken hat die ganze Sache auf jeden Fall, und was auch immer es ergibt, ich bin dabei, auch wenn ich grad keinen Plan habe, was da los sein könnte. Irgendwie hab ich aber im Urin, dass da mehr ist, als das du nur nen Seelenklempner brauchst.

Als Regicide in der Nacht vor Zoes Zelt steht ist sie erschrocken von dem Anblick. Sie versucht ihn mit beruhigenden Worten wieder in die Bahn zu bringen und fragt was los ist, doch er ist offensichtlich zu aufgewühlt um das im Moment in Worte zu fassen. Daher begleitet sie ihn zu seiner Kajüte und sendet auf dem Weg eine Nachricht an das Team.

„Regicide, leg dich erst mal hin und komm wieder zur Ruhe, ich werden den anderen bescheid geben und wir treffen uns morgen früh als allererstes!“

Als er am Morgen die Erinnerung teilt entgleist Zoe für einen Moment das Gesicht, sie wendet sich an Regicide. 

„Ok, also ich kann dir zumindest sagen, dass ich auch das Gefühl habe, dass in dem Bunker mehr war als wir noch wissen. Ich dachte eigentlich ich hätte es mir eingebildet, aber ich hatte vor kurzem auch einen Erinnerungsfetzen an Atra, die mir sehr positiv zugesprochen hat oben auf der Waldlichtung. Dabei war sie doch irgendwann einfach verschwunden und ist nicht mit uns nach oben gekommen. Daher dachte ich erst, ich erfinde schon Dinge in der Eintönigkeit hier, aber nach Deinem Bericht glaube ich da doch eher an eine tatsächliche Erinnerung. – Ich werde nach unserem Gespräch hier auch nochmal in mich gehen und versuchen meinen Erinnerungen mit Meditation auf die Sprünge zu helfen.

Aber ganz ehrlich, warum die Indonesier an einem Zug mit ein paar Sekunden Verspätung interessiert sind und warum das überhaupt aufgefallen ist, haben wir uns schon damals gefragt!

Du hast schon einmal gesagt, dass Du nicht ohne weiteres über deine Vergangenheit sprechen kannst und wie du zu deinem Namen kamst. Aber es scheint hier einen direkten Zusammenhang zu geben und wenn du bereit bist hören wir dir gerne zu. Atra spricht dich in deinen Gedanken mit Königsmörder an, wenn sie so explizit die Übersetzung verwendet, scheint sie darauf besonders anzuspielen. Was ist passiert? Was hat es mit dem Feuer auf sich? In letzter Zeit scheint es ja in dir förmlich noch nachzubrennen.

Du sagtest mal, ich müsste dich für die Geschichte betrunken machen, ich hoffe du hast heute nichts besonderes mehr vor.“

Zoe stellt eine Flasche Schnaps auf den Tisch und zwinkert Regicide zu.

Memorys of Fire II

24. Januar, früher Morgen

„Ich weiß nicht genau was vorgeht, ich bin mir nicht mal ganz sicher ob ich bei klaren Verstand bin, aber wenn ich recht habe, dann ist mit uns etwas passiert an was wir uns nicht erinnern….oder so ähnlich. Erinnert euch an das Gespräch das wir vor diesem Auftrag hatten, das die ganze Sache irgend wie ein komischer Zufall ist. Der ganze Aufwand für einen Zug der 80 sec. Verspätung hat.“

Régicite atmet einmal tief ein und aus. Er sieht alles andere als Glücklich aus, aber die Rückstände der Krankheit die ihn geplagt haben scheinen wie weggeblasen.

„Es ist schwer das alles zu erklären….ich hatte vor ein paar Tagen so etwas wie einen Kreislaufkollaps. Ich denke ihr kennt ich gut genug um zu verstehen Je n’en fais pas collaps. Ich denke das sich zu diesem Zeitpunkt etwas in mir gelößt hat, erinnner konnte ich mich erst vor wenigen Stunden.
Es gibt einen Zauberspruch mit dessen Hilfe ich euch Zeigen kann was ich gesehen habe, es ist wie wenn ich über Entfernung mit euch spreche oder etwas zeige….
Also, wer möchte ?

Jeder der Mitglieder von SGF77 kann Teil der seltsamen Gedanken werden die Bazut heimgesucht haben:
Régicides Memorys of Fire
Wenn jeder der bereit war, gesehen hat was den geplagten Franzosen so mitgenommen hat, schaut er fragend in die Runde:

„Idee?…Meinungen?….An diesem Punkt wäre es mir schon recht wenn mir jemand versichert das ich nicht geistenkrank bin….auch wenn das, zugegeben recht viel verlangt ist“

Norge hatte sich einige Tage lang nicht sehen lassen bei den anderen. Oder machte sich für extrem wichtige Sachen mal kurz frei von seinen Tätigkeiten. Dann eines Tages rief er das Team zusammen und setzte die Termine für das Training des Personenschutzes fest. Jeden Tag 3-4 Stunden. Dabei wurde jedem eingeprägt was er für eine Funktion im Team zu erfüllen hatte und das dies die Priorität vor allem anderen hätte.

Also, Brick übernimmt die Drohnensteuerung und den Horchdienst bevor wir aus dem Fahrzeug steigen, Zoe du machst die Rückendeckung und Negative kümmert sich um die Magische Absicherung. Regicide räumt den Fluchtweg und ich kümmere mich um den Restlichen Scheiß.

Er grinst die Leute an.

War natürlich nur ein Scherz. Wir bleiben beim altbewährten.

Klar war das Regicide vor allem die Magieüberwachung übernehmen sollte. Im Ernstfall mußte er dann Brick magisch stärken so das er die Rückendeckung übernehmen konnte. Zudem mußte er mit Negative dafür sorgen das die Schutzpersonen gedeckt dem Weg folgen konnten den Norge vorgab. Das war seine aufgäbe, den Weg aus dem gefährdeten Gebiet zu kommen. Zoe sollte vor dem Aussteigen das Gebiet mit einer Drohne erkunden und wenn es zu einem Überfall kam, dann mußte sie schauen wo ihre Hilfe nützlich war. In der Tat merkt man das sich Norge schwer fällt für sie eine Rolle zu finden. So bleibt es für sie bei Aufklärung und Horchdienste.

Dann wird der Ablauf trainiert. Ein paar Crewmitglieder die Norge rekrutiert hatte, haben einige Räume hergerichtet. So wird das aussteigen aus dem Auto geübt, mal mit, mal ohne Bedrohung. Auch das gehen aus dem Zimmer oder dem Gebäude wird geübt. Ein teil der Shigeruu wurde provisorisch mit Holzverkleidungen so hergerichtet das man den Innenraum mit einem gewöhnlichenHaus verwechseln konnte. So wurde zum Beispiel trainiert das nur durch eine Tür gegangen wird von der Zoe sagte, das sie es für ungefährlich hält. dann immer Norge als erstes und dann Negative, die Schutzpersonen und Zoe, gefolgt von Regicide und Brick hinterher. Das wurde so lange geübt bis Norge dann die Varianten irgendwann ausgehen. Selbst dann aber, als der Punkt erreicht ist, läßt Norge weiter ca. 2 Stunden jeden tag üben damit es allen in Fleisch und Blut übergeht. So vergeht die Zeit bis zum Abflug mit den Übungen zum Teil.

Irgendwann zwischendrin packt er auch mal den ein oder anderen und bringt Nahkampf Kniffe bei. Zoe zeigt er so zum Beispiel ein paar extrem wichtige Punkte am Körper die sie mit ihren Nagelmessern gut erreichen kann und so einen Gegner außer Gefecht setzen kann oder zumindest so zurichten kann das er sie nicht weiter verfolgen kann. Für den Rest der schon Soldatische Ausbildung hat wird das Nahkampftraining eher eine Auffrischung. In einer Woche macht man eh niemanden zum Nahkampfspezialisten, dennoch kann sicher jeder was mitnehmen von den Erläuterungen.

Auch die Erste Hilfe Übungen sind recht überschaubar. Denn in zwei Wochen wird man nicht zum Sanitäter. So geht es um die richtige Handhabung eines Med-Kits, das man immer die Ruhe bewahren muß, denn der verwundete hat die seltenst. Verband anlegen, Patches anbringen und wer es Wissen möchte bekommt eine Einführung zur Entfernung von Projektilen. Wichtig, eine Wunde besser mit einem dreckigen Verband dicht machen als offen lassen. Infektionen lassen sich unmittelbar nach der Bedrohung behandeln, wer verblutet ist, ist tot. Schließlich ist man ja nicht im Busch.
Dies alles spielt sich zwischen dem 27. Januar bis zur Abreise auf der Shigeruu ab.

Offizier der Wache war super. Vor allem Nachts. Kaum was los und was kam, da stritten sich die anderen drum. Norge nutze das für ein wenig lauen Dienst. Er konnte seine Serie weiter schauen oder ein wenig dösen und dann rechtzeitig um 5:30 Uhr wieder fit seinen normalen Dienst ausüben. Mittlerweile wußten auch alle das man Norge in der Nacht besser in Ruhe ließ und nur für äußerst wichtige Sachen wecken oder stören sollte. Nun, so kam es das erst ausgeknoblet wurde wer denn die Ehre hatte Norge zu stören. Als dann die ersten Worte über die Lippen kamen schaute Norge nur mürrisch und schreit die Wachen an:

WAS SOLL DAS HEIßEN IHR WIßT NICHT WIE ER DAHINKAM? KONTROLLIERT DIE AUFNAHMEN UND DANN NOCHMAL!

fährt er die Leute an und schaut auf den Bildschirm, die Hand schon über dem Alarmtaster um Mann über Bord Alarm zu geben, als Regicide sich wieder umdreht. Über die Kameras verfolgt er den Weg bis er sieht das es wohl zu Zoe geht. Na die Kleine wird ihn schon wieder zurechtrücken denkt er sich. Seinen Posten lachs ausüben kann man machen, aber einfach weggehen, das ging nicht. Also blieb Norge auf der Wache und nahm sich vor Regicide am nächsten Tag darauf anzusprechen. Jedoch kam er zumindest für diese Nacht nicht mehr dazu einen ruhigen Dienst zu schieben.

Memorys of Fire

23. Januar, ankunft auf der Shigeruu, nach dem Briefing

Zoe beginnt ein Gespräch mit Régicide wenn die Anderen nicht dabei sind. Sie wirkt ein kleines bisschen distanziert im Umgang mit ihm, fragt aber um Nähe zu schaffen auf Französisch und mit ernsthafter Sorge „Was ist mit Dir los Régicide, für eine Grippe siehst Du mächtig mitgenommen aus ohne Dir zu nahe treten zu wollen. Ist etwas passiert? Brauchst Du Hilfe?“
Im weiteren Gespräch wird sie ihm auch Details von unserem „Ausflug“ mitteilen wenn er nicht schon alles mitbekommen hat.
„Zoe, ich sage dir, ich war in meinem Leben noch nicht so krank. Diese Grippe hat mich sowas von nieder gemacht. Meine Ärztin meint, das der Virus wohl mit meinem erwachten Status kollidiert ist, so etwas kann vorkommen. Ich bin nur froh das ich den Husten und die Schmerzen los bin, jetzt muss nur noch diese dauernde körperliche Erschöpfung aufhören! “
Rédicite wirkt eher genervt als beunruhigt wenn es um das Thema geht, als jemand der seine Fitness religiös betreibt, geht im die Situation sichtlich ans Gemüt, er will das es vorbei ist!!!
„Was besonders unangenehm ist, ist das mir dauernd zu heiß ist“
Als er das sagt, Schauert es ihn und er krempelt sich den Rollkragen der Gletscherthermounterwäsche noch weiter nach oben. Sie sieht Régicide an und nickt, wirkt dabei aber offensichtlich etwas hilflos. Sie würde gerne etwas für ihn tun, weiß aber nicht recht was.
„Ich hoffe es geht Dir bald besser!“ Und scherzhaft mit einem Zwinkern fügt sie hinzu „Immerhin haben wir inzwischen einen Ruf zu verlieren“

Bazut lacht: „Welchen Ruf den, als Störenfriede? Mach dir keine Gedanken, für Mitglieder von Spezialeinheiten ist das normale, eine Mystik die wir aktiven Pflegen müssten. Du weiß schon, rauchen wo, man es nicht darf, gammeln wenn andere Stram stehen, am Buffet vordregeln….“ Er schaut an ihr hoch und runter, das geht schnell: „Wie geht es dir, du siehts etwas gequalt fröhlich aus, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf?“

„Oh danke, mir geht es wieder bestens!“
Das klingt sehr ehrlich. Ein bisschen zu euphorisch, aber ehrlich.
„Ich hatte eine harte Zeit auf der Shigeruu. Die Kameraden sind großartig, ich habe Freundschaften geschlossen… aber es ist einfach verdammt dunkel hier. Und kalt – auch wenn Dir das im Moment nicht auffällt. Dieses leblose Schiff, manchmal stehe ich an der Reling um in die Ferne zu sehen, nur um mir wieder klar darüber zu werden, dass man dort nur Wasser und mehr Dunkelheit sieht. Dann die Ungewissheit was nach unserem Einsatz passiert, wie es mit der Gruppe und mit Brick weiter geht…
Und als ich gedanklich schon auf dem Sprung war, kam Corre mit seiner Bitte dass wir hier verlängern. Ich will ihn nicht enttäuschen, man hat mir hier eine großartige Chance gegeben und CPT Uzun hält das auch für eine gute Idee. Er meint, ich müsste mich so langsam vom alten Leben verabschieden wenn ich den Weg bei AIM weiter gehen will. Und nun ja, das war nicht was ich hören wollte als ich ihn um Rat gefragt habe, aber er hat ja recht.
Ich habe darüber geschlafen und mich für den Dienst hier entschieden. Und damit geht es mir jetzt großartig, weil ich wieder weiß wo es hingeht und die Entscheidung vom Tisch ist!“ Sie vergewissert sich mit einem kurzen Blick ob Regicide ihr diesen Stimmungswechsel aus dem Nichts abkauft. Da sie es sehr überzeugend und glaubhaft fröhlich von sich gibt, hat er erst einmal keinen Grund das anzuzweifeln.
„Wie geht es mit Dir weiter? Bewirbst Du Dich auch auf einen Posten hier, damit die SFG77 zusammen ist?“

Bazut nimmt Zoes „Stimmungswechsel“ ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn sie sagt das es so ist, dann ist das so. Er ist nicht der Typ der seinen Kameraden misstraut, im Gegenteil, ihn zu belügen oder zu hintergehen wäre wahrscheinlich sehr einfach. natürlich nur wenn man bereit ist das Risiko einzugehen es sich mit Régicit zu verscherzen.
Bazut Morelle kultiviert keinen gefährlichen Mythos um sich selbst, alles im allem wirkt er wie die harmloseste Person des Team, vielleicht von Zoe angesehn. Viel mehr als die anderen Mitglieder des Team ist er ein rationaler, berechnender Killer, eine Eigenschaft die sich in seinem normalen Umgang mit Fremden widerspiegelt. Wie der Schein doch trügen kann…wer würde glauben das es gerade Norge und Brick sind, die für Régicits „Zurückhaltung“ verantwortlich sind. Den der Killer befolgt befehle…oder die Anweisungen seiner Freunde.
Auf Zoes Frage antwortet er erst nach dem er einen Moment nachgedacht hat:
„Abgesehen von der Tatsache das die Shigeruu mir Kopfschmerzen macht, nicht im übertragenen Sinn sondern Wirklich….Also abgesehen davon bin ich noch immer nicht an dem Punkt angekommen das ich eine feste Anstellung bei der AIM antreten will. Ich habe schon bei meiner Einstellung einen Festvertrag angeboten bekommen, damals aber aus zwei Gründen abgelehnt.
Erstens hat es mein Stolz und ich glaube auch meine verdiene Postions nicht zugelassen. Die AIM hat mir einen Stelle als PFC angeboten, als der zweit niedrigste Mannschaftsdienstgrad den es gibt. Ich bin als Major aus der GIGN ausgeschieden und füllte mich dadurch unter Wert verkauft.“
Er macht eine kurze Pause, wirft sich zwei Schmerztabeltten in den Mund und spült sie mit einem vollen Becher zu heißem Kaffee herunter:
„Aber der zweite Grund ist der Wohl wichtigere. Ich habe mein gesamtes erwachsenes Leben in der Uniform meines Landes verbracht und war nicht bereit, diese Uniform sofort gegen eine andere zu tauschen. Ich glaube ich bin es immer noch nicht, die Uniform bedeutet mir viel und ich bin noch nicht bereit die der AIM anzulegen.“
Er mustert Zoe erneut:
„
Was meinst du mit vom alten Leben verabschieden? Strebst du eine Festanstellung bei de AIM an?“
Er schenk einen weiteren Kaffee ein, schaufelt 6 Löffel Zucker hinein und bietet in dann Zoe an. Zoe nimmt den Kaffee an und versucht beim Trinken nicht das Gesicht zu verziehen.
„Erst mal um das halbe Jahr verlängern, dann sehen wir weiter. Das ist schon mehr in die Zukunft geplant als ich es jemals zuvor habe!“
Sie lächelt motiviert und steht auf. „Danke für das Gespräch Regicide, meld Dich wie lange Du hier an Bord bist.“

24. Januar, Nacht

Norge wird geweckt. Als Officer of the watch hat er gemütlich vor dem Triedo gedöst als einer der Watchmen in am Arm rüttelt.
„Sir, wir haben einen Schlafwandler an Deck, keine Ahnung wie der da hingekommen ist, er hat keine der Türen benutzt…es ist einer von den Gästen, der Magier der zu ihrem Team gehört. Wir dachten das sie das vielleicht selber…“
Ein Blick auf die, massive verbesserte, Überwachungsanlage zeigt einen Mann der am Ende des Flugfeldes steht, definitive nicht in Kleidung die für das Wetter geeignetes ist. Doch bevor sich das schreckliche Deja Vu bewahrheiten und Régicite über die Kante stürzt, dreht er sich um und läuft zurück Richtung Außenlift. Er springt über den Rand des Decks, doch anstatt die 10m zum Hangardeck hinabzustürzen, driftet er hinunter.
„Hmmmm!“

Bazut läuft durch den Hangar, zielstrebig Richtung der Miniatur-Trailerpark-Szene welche Zoes zuhause darstellt. Bevor er herausfinden kann wie man höflich bei ihr Anklopft, öffnete sich der Beiwagen und eine leicht verschlafen aussehende Gnomin schaut ihn fragend an. Offensichtlich ist die Ansammlung von Motorrad, Zeltplanen, Liegestuhl, BBQ, Ausrüstungsboxen und Girlanden mit reichlich moderner Sicherheitstechnik ausgestattet. Bazut hat gelernt nicht überrascht zu sein, wenn Zoe in der Lage ist zu spüren ob und wie ernst eine Situation ist.
„Zoé…Ich hatte gerade einen Traum, nein mehr eine Erinnerung…Es war…beängstigend“

Régicite ist verschwitze, seine Wangen sind rot, ebenso wie seine Arme, gerade so als hatte er einen 5000m Lauf hinter sich. Sein ärmelloses Hemd lässt es zu das man seinen rechten Arm sehen kann, etwas was er bisher scheinbar verstanden hat zu verbergen. Die schweren Brandnarben die den ganze Oberarm und wohl auch Teile der Brust bedecken, wären ansonsten schon mal aufgefallen. Das entstellte Gewebe endet am Halsausschnitt in einer glatten Linie, hier hat eine Operation das Narbengewebe entfernt, welches sich wohl noch weiter nach oben gezogen hat.
Noch seltsamer ist, das er wirklich geschockt und bestürzt zu sein scheint. Der selbe Mann der euch Vorschlägt alleine in einer Geisterstadt zurück zu bleiben und alle Feinde alleine aufzuhalten oder der mit einem Breaching Charge einen Panzer im Nahkampf attackiert:
„Würdest du bitte Philippe, Hérault und Francois bescheid geben, ich glaube…nein ich weiß, das wir alle etwas vergessen haben, oder vergessen gemacht wurden…in China…in dem Bunker…“
Er holt tief Luft:
„Ich habe das Bild noch frisch in meinem Kopf, mit Hilfe eines Zaubers kann ich versuchen es euch zu zeigen…bitte, hole die anderen, wir brauchen einen Platz an dem wir ungestört sind“
Die verstrubbelten Haare, der Bart, der getriebene Blick in seinen Augen…Bazut Morelle ist kaum wieder zu erkennen!

Impressionen aus dem Wartezimmer

Über die Wochen im Dezember 2072 und Januar 2073 hatte es sich Brick, unterstützt von Norge und Zoé, zur Angelegenheit gemacht, die sich anbietenden Ärzte zu konsultieren. Im Fokus stand natürlich die Diagnose einer extremen, exotischen Strahlenkrankheit, ausgelöst durch Etusan III.

Die erste Visite erfolgte zügig nach dem Ende der Geiselsituation. Begleitet und gedeckt durch Dr. Sigrid Johannsdottir reisten Zoé, Brick und Norge nach Köln, Allianz Deutscher Länder. In den schier endlosen Labyrinthen des Rheinischen Industriekomplexes tauchten die Gefährten gemeinsam in die Schatten ein. Nicht unbedingt wortwörtlich, aber gefühlt. Johannsdottir arrangiert zwei Treffen. Das eine findet in einem Repräsentationsbau des Arkanen Konzils zu Köln statt. Es ist mehr ein kurzes Vorstellen unter Kollegen. Die eigentliche Untersuchung wird in einer lichtlosen Exklave durchgeführt, nahe der Saar-Lorraine-Luxembourg Special Administrative Zone (SAZ). Weder auf Karten noch auf Straßenschildern findet sich das Arkane Labor in der faktisch gesetzlosen F-Gegend. Doch die Kontakte von Johannsdottir halten Wort. Die SAZ, ein massives, radioaktiv verstrahltes Gebiet zwischen Deutschland und Frankreich, ist schon seit Jahrzehnten Forschungsgegenstand vieler Parteien. Bricks Problem wird zwei Tage lang in einem heruntergekommenen Bunkerkomplex beratschlagt und untersucht. Insbesondere aus arkaner Perspektive. Das Ergebnis ist recht eindeutig. Die Arkanuntersuchung ergibt, dass Brick bereits an Strahlenschäden leidet und dass die radioaktive Verseuchung mit Etusan III auch auf seine arkane Aura einwirkt. Die Verstrahlung irritiert und zerrüttet seine Verbindung zur erwachten Welt, was wohl durch seine massiven Körpermodifikationen nur noch verstärkt wird. Die Experten können Brick ein in der SAZ erprobtes Medikament vorstellen, dass die mutagenen Folgen der Verseuchung verzögert. Dadurch könnten sich massive Schädigungen des Körpers über Monate verzögern. Das Medikament verliert jedoch nach einiger Zeit seine Effektstärke. Mehr als ein Jahr rechnen die Hermetiker nicht drauf.
Eindeutig zu beobachten ist das sich zwischen Frau Professor und dem Chief etwas mehr befindet, als professionelle Höflichkeit oder das dankbare Verhalten für einen geleisteten Dienst. Zu viele kleine Gesten, zu viele vertraute Momente, zu viel Vibration in der Stimme wenn der einen des anderen Namen ausspricht.Fast schon schmerzhaft hingegen ist dabei zu zu shene, wie beide versuchen Abstand zu waren. Fast schon verkrampfe wird darauf geachtet nicht zu nahe zu rücken, es misslingt, dann wird zurückgerudert. Beide führen diese Posse auf, beiden scheint es schwer zu fallen, beide halten fest daran. Sigrid Johannsdottier leidet unter der schlimmen Diagnose von Brick mehr, als er es tut, zumindest ist es bei ihr Offensichtlicher.
Der Besuch in Deutschland dauert drei Tage. Den Rückflug tritt die Gruppe mit einem Medikamentenvorrat und einem Optostick voller Daten an. Es kommt zu keinen Zwischenfällen.

Als zweites kam es zum Treffen zwischen Brick und der Ärztin von Voltair auf der Shigeruu. Voltair hatte Wort gehalten und die Untersuchung wurde diskret behandelt. Ohnehin wollte man die Ärztin nur soweit einweihen wie nötig. Sie setzt einen Fitnesstest und eine Belastungsdiagnose an. Es ist nicht leicht, Brick an seine Belastungsgrenzen zu bringen, doch die Ärztin schafft es durchaus. Elektrische Muskelstimulation, Sauerstoffentzug und schweres Körpertraining führen zu einigen Erkenntnissen. Schwindel, Orientierungslosigkeit und Halluzination setzen ein, als Brick beim Gewichtstemmen unter Sauerstoffentzug an seine Grenzen kommt. Der Strahlungsmesser schlägt Alarm. Eine kurze Ohnmacht erfolgt. Im Ergebnis zeigt sich an den Messergebnissen, dass Brick im oberen Leistungsbereich deutlich an Konstitution eingebüßt hat. Beim Überschreiten der Belastungsgrenze droht ein rasanter Schneeballeffekt. – Nach einer Dekontaminationsdusche und einer Viertelstunde Ruhe hat sich Brick regeneriert und die Strahlung scheint verschwunden. Alsbald bemerkt er jedoch eine Versteifung seines Genicks und fehlende Artikulationsfähigkeit der Finger. Es sollte vier Tage dauern, bis sich diese Versteifungen wieder lösen. Alsbald ist auch die verstörte Ärztin verschwunden und lässt Brick mit seinem Problem allein. Er bekommt jedoch die Messergebnisse auf einem Optostick.

Der fingierte Ausflug nach London führt Brick, gedeckt von Zoé und Norge, zuerst in das King’s Hospital in einer guten A-Gegend von London. Alles passiert genau so, wie es die Einladung des World Health Refund glauben lassen wollte: der vereinbarte Termin findet in einem unspektakulären Teil der Klinik statt. Man nimmt Blut und etwas Speichel von Brick, dazu ein paar schrecklich unerortische Nacktbilder und Hautscans. Dann heisst es warten. Alsbald erlebt Brick dann etwas ähnliches wie damals im California Free State. Der verantwortliche Laborassistent ist kreidebleich und kommt mit schlechter Kunde. Scheinbar war er nicht darauf vorbereitet Brick darüber zu informieren, dass er an einer Degeneration seiner Erbanlagen leidet. Eine Art genetischer Zerfallsprozess, der begonnen hat manche Stellen seines Gewebes nicht mehr so zu erneuern, wie sie sollten. Ob es an Erbanlagen liegt, kann der Assistent nicht sagen. Etwas ratlos wischt er über das Datentableau mit den Ergebnissen und stammelt so dahin. Da die Daten streng vertraulich sind, empfiehlt er Brick unbedingt klinische Hilfe aufzusuchen. Man könne nicht sagen, ob dieser genetische Defekt rasant oder sprunghaft verlaufen wird. Insgesamt wirkt der Mann überfordert. Er kopiert jedoch bereitwillig die Ergebnisse der Genuntersuchung auf Bricks Optostick. Als Brick, von Norge gedeckt, das Hospital verlässt, bleibt Zoé noch etwas zurück und kann herausfinden, dass die Laborabteilung durch einen Datenfehler scheinbar Bricks Ergebnisse verloren hat. Man rennt noch Brick hinterher und sucht ihn, doch zu spät. Scheinbar hat jemand vergessen die Akte vor dem Schließen zu speichern…oder so.

Die letzte Station führt zum King’s Ward Medical Service, eine offene Krankenstation in Londons abgewrackter D-Gegend. Interessanterweise wird Bricks Mobiltelefon von selbst aktiv, als Zoé sich am Steuer ihres Mietwagens der Krankenstation nähert. Der Favorit auf der Navigationskarte ergänzt, dass ein Trevor Endrews gleich einen Termin hat. Und tatsächlich, als Brick durch die Tür der Krankenstation tritt, erwartet man ihn fast schon. Ein digitales Krankenblatt mit Bricks Portrait ist auf Trevor Endrews vorbereitet. Hier und da eine falsche Unterschrift, dann offenbart sich der Grund von Bricks – Trevors – Besuch. Der Trollarbeiter Trevor Endrews wurde einer schweren Strahlendosis ausgesetzt, als es bei seinem Arbeitgeber mal wieder zu einem Zwischenfall kam. Ein scheinbar bekanntes Problem im Viertel. Zahlreiche Arbeiter der Unterschicht leiden an arbeitsbedingten Gesundheitsschäden. Die Krankenstation dokumentiert derzeit hunderte von Fällen, die einmal zu einer Klage gegen die Konzerne führen sollen. So führt der Arzt an Brick eine Strahlendiagnose und einen Test auf Belastung mit Umweltstoffen und Chemikalien durch. Die Ergebnisse erhält Brick auf Wunsch, aber es kommt zu keinen unmittelbaren Ergebnissen. Im Fazit legt die Untersuchung jedoch nahe, dass Brick als „leicht geschädigt“ gilt und „Anzeichen körperlicher Einschränkungen durch Kontakt mit schädlichen Stoffen“ zeigt. Der Bericht ist ingesamt aber ziemlich umfangreich. Beim Verlassen der Anstalt passiert ein seltsames Detail. Die Verwaltungsangestellte, die Bricks Ergebnisse zusammenstellte und die Akte bearbeitete, schaut mit einem leeren Blick über den Tresen hinweg. Aus ihrem halb geöffneten Mund zieht sich ein Speichelfaden. Als Brick näherkommt händigt sie einfach das ganze Datentableau wortlos an ihn aus. Im Hintergrund sieht Brick, wie auf einem Monitor in rascher Folge Fenster geschlossen und Dateien gelöscht werden. Ein Glasfaserkabel pulsiert. Es endet im Hinterkopf der Angestellten…

Abgesehen von den erwähnten Seltsamheiten in London kommt es zu keinen Zwischenfällen. Norges und Zoés aufmerksame Begleitung lassen alle drei ziemlich sicher sein, dass sie keine  großen Wellen geschlagen haben und nicht verfolgt wurden. Im Ergebnis besitzt Brick nun eine ganz stattliche Sammlung von medizinischen Daten und Protokollen zu seiner Person. Dutzende Male sieht er sich die Inhalte an, versucht Querverbindungen und Schlussfolgerungen zu ziehen. Brick ist sich zumindest in einem sicher: das ist eine hervorragende Grundlage für eine weiterführende Behandlung. Solange bleibt ihm nur das Medikament des Kölner Konzils, auf das er seine Hoffnung vorerst setzen muss.

Norge nutzt den Weg zur Besprechung um Regicide den Datenträger mit der Filmaufnahme zu zustecken. Mit dem Kommentar das darauf was interessantes zu sehen ist im Zusammenhang mit der Probe die er untersucht hat.

Das erscheinen von Cpt. Uzun hat keinerlei Auswirkung auf Norge. Er ist weiterhin recht ausgeglichen. Viellleicht hat das vernichten des Anwesens mit dem MG einfach genug versteckte Agressionen abgebaut, oder er ist durch die Heimatnähe einfach ausgelichener. Auch das Zoe ihn schon lange nciht mehr in Fahrzeugen rumgeschleudert hat mag dazu beitragen, seine Zigarren raucht er indes weiter. Das wird er wohl nicht mehr los. NAchdem Uzun sie dann alleine läßt, antwortet er auf Bricks Frage:

Nein, zu tiun habe ich damit nichts, aber es wäre ganz der Stil von Miru. Insofern halte ich es eigentlich für eine sichere Sache. WENN es von Miru ist. Von deiner Verseuchung Wissen aber auch offizielle Stellen. Da kann durchaus was zu Yutani durchgesickert sein. Nicht das die Beweise aus der Welt schaffen wollen. Wenn du willst, komme ich auch mit. Zumindest nach London. Deutschland schau ich mir auch mal an. Soll ja ein netter Flecken sein.

Was die Shigeruu angeht, so werde ich erstmal für ein halbes oder ganzes Jahr verlängern. Die Bewerbung ist raus. Wie gesagt, den Job anständig zu Ende bringen ist da schon mein anliegen, so das man es ohne Baustelle übergeben kann an einen Nachfolger.

Eins kann ich euch in der trauten Runde ja schonmal sagen. Der Auftrag schmeckt mir nicht. Leibwächter ist eigentlich ein Scheißjob und gerade für die Yutanibonzen würde ich es lieber nciht machen, aber das kann man wohl als Befehl auffassen. Zumindest Brick und ich kommen da nciht weg von. Freue mich über jeden der von euch mitmacht, obwohl ich ein Scheißgefühl bei der Sache habe, also schlimmer wie sonst. Ich werde mir das alles ncohmal durchlesen. Sind ja einige Vorgaben dabei. MG’s werden wohl nicht dabei sein diesmal.

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