Alle Beiträge von Regicide

Hospital

//02. Juli 2073//

Mes Amis

Ich werde wohl im Laufe der Woche aus diesem Gesundheitsgefängnis in Tokyo entlassen, bin so weit wieder hergestellt. Würde mich freuen von euch zu hören, mir hat es nicht gefallen das man uns so auseinander gerissen hat ohne das wir über die Dinge die Vorgefallen sind sprechen konnten.
Ich werde einen Abstecher nach Hause machen und dann unsere Freundin mit den Feuerbildern aufsuchen, wenn ihr mich erreichen wollt kann euch Mhlongo meine Nummer geben, ich bin über seinen Partner erreichbar.

Salut
Bazut

Wheel Chair

// 8. Mai 2073 //

„Ich dachte du kannst schon wieder mit Krücken laufen?!“

Naama Malik brummt ihr Kommentar, halb als Frage halb als Vorwurf, als sie den Rollstuhl den Hauptkorridor der AIMS Cassiopeia entlang schiebt.

„Korrekt, aber es ist eine Formalität, da ich eigentlich noch ein Patient bin und nur verlegt und nicht entlassen werde… Zum anderen lasse ich mich gerne von dir herumkutschieren.“

Die junge Frau, knurrt, irgendwo zwischen Arger und Amüsement. Der Mann im Stuhl fährt fort: „Schließlich bis du deutlich an meiner aktuellen Lage beteiligt, ich gebe dir nur Gelegenheit deine Schuld abzugleichen. Wenn du so weiter machst sind wir in 30 bis 40 Jahren quitt“

Naama kann sich eine schmales Lächeln nicht verkeifen! Die unablässige Konfrontation mit den Umständen von Bazuts Verletzung und ihrer Rolle darin läuft seit fast zwei Wochen, dauernd bringt er es zur Sprache. Mittlerweile hat es den gewünschten Effekt. Naama hatte keine Chance ihre Gefühle zu unterdrücken oder in sich hinein zu fressen. Schuld, Selbsthass, Scham, alles sind Dinge die gnadenlos freigelegt wurden, um schließlich ihre lähmende Kraft und erdrückende Stärke zu verlieren.
Naama wird noch Zeit brauchen um die Erlebnisse zu verarbeiten, die Sache zwischen ihr und dem verletzten Mann im Rollstuhl ist aber keine eiternde, blutende Wunde mehr. Gereinigt, genäht, verbunden, jetzt braucht sie nur noch Zeit um auszuheilen, die Narbe wird klein sein.

Sie steuert den Rollstuhl in den Fahrstuhl zum Flugdeck, begleitet von einem Deck Crewmen in gelben Pullover. Die beiden ignorieren den Crewer.

„Vielleicht könnte ich dich einmal die Trans-Sibirische Eisenbahntrasse entlang schieben!“
Der Franzose überlegt kurz: „Nette Idee, lass‘ ich mir durch den Kopf gehen.“
Ein Moment der Stile entsteht.
„Ich bin für mehrere Wochen in diesem Rehazentrum in Tokio eingesperrt, wenn du so gar nicht weißt was du machen willst, kannst du ja mal vorbei schauen.“
„Ich weiß ja nicht mal wann sie mich hier weg lassen…“
„In ein paar Tagen, der Captain regelt nur noch die letzten Formalitäten…
Weißt du schon was du vor hast?“
Sie schüttelt den Kopf, zu viel ist in den letzten Tagen passiert als das sie schon Pläne für die Zukunft schmieden könnte.
„Nach dem sie mich aus dem Krankenhaus entlassen haben, wird es mich wohl nach Bejing verschlagen, ich habe meiner Tochter versprochen einen langen Urlaub mit ihr zu machen, und in Bejing gibt es jemanden den ich besuchen will. Melde dich wenn du hier weg kommt, ich lasse dich wissen wie und wo man mich erreichen kann“

Apprupt macht der Lärm des Flugdecks jede weitere Unterhaltung unmöglich, als Naama den invaliden Soldaten unter Anleitung des Crewman in den wartenden V-22 Osprey schiebt. Er wuchtet sich aus dem Stuhl in einen Flugzeugsitz.
Sie schaut auf ihn herunter: „Bazut ich…“
„Schhh, tout va bien, alles ist Ok.“
Die beiden Umarmen sich.
Sie erhascht einen letzten Blick auf das Gesicht unter dem roten Haarschopf, ein Auge zwinkert ihr zu. Sie beobachtet das Abheben des Schwenkflüglers von der Insel aus, verloren in ihrer eigenen Gedanken.

Hi Goodfellow

Lass mich zu deiner Einstimmung gleich mal eine Sache klarstellen. In der 77 sprechen wir Englisch! Wir unterhalten uns so, dass der Andere uns verstehen kann, besonders wenn wir von einem Thema reden, ihn dem man selber gebildeter ist als der Rest des Teams.
CCSS, VCR, RC-Utility, Fuji-Port, Vagilanz…im Ernst! Und Zoe hast du auch gleich angesteckt.
Ich mach das doch auch nicht. Wenn ich meine Exzerpte dauernd mit Allegorien und verba aliena paraphrasieren würde sobald es um transsubstanzionele Themen oder Meta-Astralphysische Apparismen geht!
Also wir sprechen hier nicht SNT (Serius Nerd Talk) oder STTB (Star Trek Techno Babble) und auch nicht TLA (Three Letter Acronimy). Wenn das im Einsatz passiert, du einen Sit. Rep machts und alle sind nur WTF dann ist nix mehr mit LOL sondern FUBAR (Fucked up beyond recognition) und das bedeutet SRB (thorough and relentless beating) ASAP (As soon as possible) besonders für den FNG…(Fucking New Guy)

Sincèrement
Règicide
und wenn du möchtest für dich dann ab jetzt Bazut


Back on Bord

Als Bazut „Régicide“ Morelle an Bord der AIMS Cassiopeia kommt, sieht er aus wie immer…außer für die Leute die ihn kennen. Das selbe gilt für sein Verhalten. Er ist weiterhin arbeitsam, professionell und pflichtbewusst. Doch von dem 60cm Stab, den er im Arsch hat seit er bei der AIM angestellt wurde, hat jemand mindestens die Hälfte entfernt. Allzeit trug er immer nur die Uniform eines AIM Krontrakters, seinen Battle Dress oder Zivilkleidung, die genau so aus sieht wie ein Uniform. Zum größten Teil ist das immer noch so, aber in den kurzen Momenten, wenn die Situation wirklich privat ist, trägt er…Zeug. Wie jemand der keinen privaten Kleidungsstil hat und somit keine private Kleidung besitzt, trägt er das was griffbereit ist. Was er durchprobiert sind ein AIM-Navy Jogginganzug (den er nicht leiden kann), seine Skiklamotten (gut für kaltes Wetter, bequem, aber nicht für alle Gelegenheiten geeignet), ein Hawaiihemd und Shorts (Norges Idee…Shorts sind nix, Hemd…nicht übel), Unterhemd und ein Navy Bordhose (geht gar nicht). Oftmals bleibt es dann ein weißes Hemd, ohne Krawatte, ohne Unterhemd, Ärmel hochgekrempelt. Er fühlt sich damit sichtlich nicht wohl…zu leger, scheint sich aber zu zwingen etwas neues zu versuchen. Noch auffälliger sind aber andere Veränderungen.

Die alte Tätowierung auf dem rechten Oberarm würde weiter gestochen. Die Arbeit ist aufwendig, auffällig und eindeutig asiatisch geprägt, bedeckt sie nun den ganzen oberen Arm und die Schulter. Sein altes Soldatentatoo welches das Zeichen seines Bataillons abbildete: 2e régiment étranger, 2e compagnie, Tireur d’élite „guerrier fantôme“ (zweites Regiment der Fremdenlegion, zweite Kompanie – Scharfschützen „Geisterkrieger“, ist nun von Flammen eingefasst, gerade so als würde es verbrennen und vergehen. Dazwischen finden sich exotische Schriftzüge und in den Flammen verborgen, noch undeutlich und vage, das Symbol des Zoroaster. Das ganze Tätoo wirk aber noch unfertig, nicht als ob es nur halb gemacht wurde, sonder als ob es erst die erste Ebene Farbe ist, die auf die Leinwand aufgetragen wurde.

Durch seinen abgerüsteten Kleingungsstil wird es nun offensichtlich das er zu jeder Zeit ein großes Messer bei sich trägt, welche aber in einer geschlossenen Scheide verwahrt ist. Abgesehen von Norge hat es noch niemand zu Gesicht bekomme, Norge auch nur aus dem Augenwinkel, er war dann von einen riesigen Stichflamme und einer Blutfontane abgelenkt, die den Kragen seiner teuren Anzuges besprenkelte.

Régicids Vorbereitungen zu Ground Zero ähneln denen von Ancient Mariner so sehr, das es ihm fast schon unheimlich ist. Wiedereinmal verbringt er viel Zeit im Habitat (simuliert), macht Orientierungsübungen, prägt sich die Gänge und Korridore ein und achtet hierbei auf die Orte zum schleichen und verstecken (Kabelgänge, Luftschächte, Zwischenböden, Wartungsräume, Dronenröhren, Schränke, Besenkammern und Schalträume). Sein Priorität liegt auf Komplex B, der Raffinerie, dann A, dann C. Er wird auch Zeit in Komplex Z verbringen, sich hier aber auf Orientierung beschränken und nicht ins Detail gehen. Bezüglich möglicher und nötiger Zugangscodes weist er Goodfellow an, sich für eine solche Möglichkeit vor zu bereiten, Zugangscodes liegen in der Verantwortung des Habitats . Aus Gründen der Geheimhaltung kann man also nicht einfach Zugangsschlüssel beantragen, da dies nicht am Habitat vorbei gemacht werden könnte. Das Öffnen von Wartungsklappen ist dann wiederum Zoes und Negativs forte. Er möchte aber wissen ob ein Teil dieser Zugange nur mit Werkzeug zu erreichen ist, dann wird er sich mit geeigneten Material ausstatten, zumindest mit den Basics.

Da sich sein Fähigkeiten als U-Boot Kapitain so bewährt haben, wir er sich mit dem vor Ort vorzufindenden Tauchgerät auseinander setzten. Es werden drei Typen von bemannten Tauchbooten im Habitat verwendet. Das eine kennt man bereits (Manta). Ein kleineres Minisub (Cyclops) und ein größerer Schlitten (Shark) sind vom gleichen Hersteller. Der wesentliche Unterschied ist, dass diese Varianten bis 7000m tauchen können. Ob nur im Simulator oder auch Live, Bazut schult sich im Umgang mit diesen Geräten…und legt Negative so wie Norge nahe, es ebenfalls zu tun. Für Brick werden die Steuereinrichtungen dieser Fahrzeuge allesamt zu klein sein.

Zu den Roastet Plaintains von Negative steuert er frisches Obst & Fisch, so wie Schwalbennestsuppe im Wert von ein paar hundert NY und eine Flasche Cobra-Whisky bei.

[Bazut hat keine Geheimnisse vor dem Team. Alle folgenden Informationen sind für jeden zu bekommen, je nach dem wie intensive er nachfragt, nichts davon muss im aus der Nase gezogen werden. Wer interessiert ist, kriegt erzählt]

Bazut verabschiedet sich am Flughafen Trondheim von Uzun, versichert das er in wenigen Tagen nach Tokyo nachkommen wird.

Er fliegt nach Hause, besucht seine Tochter und spricht mit seinem Schwager. Der Bruder seiner Frau hat selber vier Kinder unter dehnen Hénora aufwächst. Er wir mit ihnen ein langes Gespräch führen. Über seine Tochter, über den Feuerglauben, er wird zum ersten Mal Fragen stellen deren Antworten er nicht schon zu kennen glaubt, zum ersten Mal bereit wirklich zu zuhören. Er fragt auch wie sie es sehen, was ihre Meinung ist.

Ungefähr ein Jahr nachdem die Tochter dort abgegeben wurde, eröffnete eine zoroastrische Gemeinde quasi im gleichen Gebäudekomplex. Wie in Beijing, ist der Tempel sehr dezent und ohne großen Prunk. Auch kleiner als in Beijing ist er. Er hat sich aber für die lokalen Anwohner eingesetzt, etwa durch Lobbyarbeit bei Konzernen und Quartierverwaltungen. Zu mehreren Gelegenheiten hatten Tochter und Leiheltern Einblicke in die Gemeinde und fanden zunehmend Interesse daran. Der Vater war skeptischer, weil es doch schon etwas sektenhaft daherkommt. Die Mutter beschäftigte sich mehr damit. Auch mit der zoroastrischen Diaspora etc. Die Tochter und auch die eigenen Kinder begann dann irgendwann ernsthaft über die Erwachte Welt nachzudenken und stellten immer mehr Fragen. Das doch sehr technokratische Umfeld lieferte nicht sonderlich viele Antworten für die Familie. Die Mutter entschied sich dann, zu konvertieren und damit dem eigenen Haushalt einen Berührungspunkt zum Spirituellen zu geben. Sie schätzt am Zoroastrismus, dass er zwar nur einen Gott kennt, aber eine Vielzahl dienstbarer und auch hinderlicher Kräfte anerkennt. Das passt für sie intuitiv einfach sehr gut in die moderne erwachte Welt. Der Vater schätzt derweil eher die pragmatische Seite. Der Tempel unterstützt die Familien und macht ein wenig Lokalpolitik.
Er wird auf jeden Fall ansprechen das er mit Hénora einen langen Urlaub machen wird.

Dann bucht er einen Flug nach Beijing Hierfür nutzt er die von Yutani erstellet SIN, ihm wird klar das er für sich und Hénora ebenfalls eine neue Identität braucht.
Atra aufzusuchen gestaltet sich diesmal viele einfacher. Die natürliche Vertrautheit zwischen den beiden überrascht zumindest Bazut immer noch, aber er kann mit eine freies und offenes Gespräch führen, scheinbar geht ihr da auch so.
Er hat seit dem letzten erfolglosen Versuchen sie zu Askenen (Das war als wir sie in Beijing wiedergetroffen haben)es kein zweites Mal versucht, hat es gezielt vermieden und sich fest vorgenommen es erst zu tun wenn sie ihn auffordert. Es kommt diesmal aber nicht dazu.
Drei Tage sind die beiden zusammen. Drei Tage voll intensiven Gesprächen, ruhiger Introspektive, Meditation, aber auch mal nur einen Plausch, einen kurzen Spaziergang durch die Stadt oder einem Tee. Es werden tiefe Fragen behandelt…und beantwortet!

Eine Frage die er Stellt ist, ob sie sich an ihrer Geburt und ihrem Schöpfer erinnert? Ob sie bereit ist darüber zu sprechen?

Sie ist! Es war ein Gefühl der eifrigen Ankunft. Eine Stunde Null, voll Energie und Feuer. Der Ort war im Iran, so kann man schließen. Wahrscheinlich um die Zeit der Ifrit-Krise. Sie weist darauf hin, dass sie nicht frei ist, darüber im Detail zu berichten. Ins Leben gerufen, wusste sie zuerst nichts über die Welt, was ihr aber keine Angst machte. Sie schöpft aus einem Fundus unerklärlicher Resterinnerung. So, als hätte sie mal Wikipedia gelesen, aber alles vergessen. Sie kennt also viele Antworten, aber sie kennt die Fragen nicht. Wenn sie eine neue Sprache hört, „erinnert“ sie sich rasch. Nimmt sie ein Buch in die Hand, hat sie eine vage Erinnerung, was darin geschrieben steht. Manche Dinge interessieren sie mehr, manche weniger. Man könnte auch sagen: diese „Wiederentdeckung“ der Welt funktioniert nicht bei allem und bei jedem. Sie weicht dann da ein bisschen aus. – Über den König spricht sie nur sehr indirekt. Sie formuliert Parabeln und schwenkt zu Vergleichen aus der Tagespresse. Régicide wird wohl vermuten, dass sie hier den ein oder anderen okkulten Maulkorb verpasst bekommen hat. Interessanterweise ist herauszuhören, dass sie Le Roi als Kreatur des Feuers zwar sehr achtet, sie ist ihrem Schöpfer aber wohl nicht hoffnungslose verfallen. Da ist kein Schmachten, kein unbedingter Hurra-Patriotismus. Vielmehr scheint sie ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu haben. Régicide hat den Eindruck, dass Atra sehr stolz darauf ist, aus rauchlosem Feuer geschaffen zu sein. Vielleicht hört man zwischen den bildhaften Parabeln heraus, dass sie Le Roi nicht für würdig oder berechtigt hält, so über das Feuer zu gebieten?

Er wird ihr kurze sein Nachforschungen erläutern, was er über Sila herausgefunden hat, amüsiert darüber das er das gemacht hat nach dem er sie aus dem Bunker gerettet hat. Will sie dazu etwas sagen?

Régicides Recherchen waren profund und wohl durchaus korrekt. Sie „erinnert“ sich im Gespräch an die Alte Welt. War es die erste, oder die zweite? Ihr Wissen wirkt mehr intuitiv, vage. Aber „Sila“ ist eben auch nur ein menschengemachtes Wort. Ihre Haltung zu dem Ganzen ist im Wesentlichen, dass die Sila einen ganz wichtigen Beitrag geleistet haben. Sie haben Frieden und Wachstum ermöglicht. Haben Bündnisse zementiert und die Strafen der Eidgötter vollstreckt, wenn man so will. Wenn Régicide das Thema antiker Dämonen vertieft kommt ein interessanter Zug zutage. Atra ist sich bewusst, dass ihre Art, ihr Wesen, eigentlich mal verdammt wurde. Mit dem Niedergang Assurs galten die Sila als Dämonen. Es war viele Jahre später der erleuchtete Mazda, der sie als Wesen des göttlichen Feuers der Zoroastrier rehabilitierte. Das scheint eine sehr wichtige Sache für sie zu sein. Es bedient ihren Stolz und erklärt, warum sie sich dem Tempel in Beijing so verbunden fühlt. Von all den verachteten Götzen, Dämonen und Geistern dieser Zeit, wurden die Sila als Diener des rauchlosen Feuers anerkannt. Die Blicke, die Stimme, die Gesten von Atra lassen aber auch vermuten, dass sie sich bewusst ist, dass es eine Zeit davor gab, ohne Schonbezug. Eine Zeit, in der Kreaturen wie sie verbrannt und geherrscht und terrorisiert haben. Gefürchtet, verehrt. Dieser vorsintflutliche Instinkt scheint da irgendwo noch zu sein.

Warum aber gerade Beijing? Was hält sie an diesem Ort?

Es liegt in der Natur der Sache, dass sie nichts dazu enthüllen kann, was nicht bereits offenkundig ist. Sie hat sich eine seltsame Stellung zwischen den drei Triaden erarbeitet. Eine Stellung, die Régicide zunehmend als kaum durchschaubar und höchst komplex erscheint. Sie ist zweier Gruppen Geisel, Unterpfand, Verbündete und Geheimwaffe. Régicide glaubt nicht, dass er – oder vielleicht auch die betroiffenen Triadenbosse – das wirklich durchdringen können. Was ihre Agenda in Beijing ist, könnte sie Régicide nur enthüllen, wenn er sich dieser Agenda vorher verschreibt. Das käme dem berühmten Sprung vom Kopf des Löwen gleich.

Danach kommt die Frage warum er seine Tochter hierher bringen soll. Diese Frage klingt nicht als ob er unwillig ist, sondern verstehen will.

Der Versuch sie zu verstecken, ist ohnehin gescheitert. Das Schicksal hat es vielmehr nun gefügt, dass sich die Chance bietet, die Tochter aus der Gleichung herauszunehmen. Sie könnte gar Schutz und Unterstützung durch den Tempel erfahren. Atra führt aus, dass der Hass des Le Roi auf seinen sterblichen Peiniger eine Hetzjagd ausgelöst hat. Atra glaubt, dass es nicht der richtige Weg ist, den verstorbenen Soldaten und seine Familie auzszumerzen, sondern dem in ihm gefangenen Wesen zur Befreiung zu verhelfen. Insofern sieht sich Atra als die einzige im Gefolge des Le Roi, die diesen versöhnlichen Weg ernsthaft erwägt. – Weiter wird sie deutlich: Régicide wird zur Werdung dessen, was er ist, nicht umhin kommen, von der Tochter loszulassen. Sie hatte ja bereits geschildert, dass die Verwickung zwischen dem Soldaten Morellè und der erwachten Kreatur, die er wurde, das Problem ist. Seine Frau ist verstorben. Seine Tochter könnte umkommen. Das wäre auch eine Lösung. Aber es gibt auch eine sanfte Lösung. Die Tochter behütet aufwachsen zu wissen, beschützt. Das Wissen, dass sie ihr eigenes Leben leben wird und versteht, dass der Vater ein schweres Schicksal trägt. Für diesen Weg rät sie die Tochter nach Beijing zu holen. – Darüberhinaus könnte die Tochter im Falle eines weiterführenden Handels (siehe unten) mit Atra auch ganz klar als Pofiteurin berücksichtigt werden. Etwa durch die Zusicherung von Unversehrtheit.

Letztlich wir er gestehen das er immer noch nicht weiß was sie meint, wenn sie sagt, er soll werden was zu was er bestimmt ist. Er braucht hierbei Hilfe?

Wenn Atra Régicide ansieht, so spricht sie in einer sehr ernsten Stunde, dann sieht sie eine Kreatur des Feuers, einen Vertrauten. Doch er ist in diesem Treibsand der Lebensreste des Soldaten Morellè gefangen. Das schmerzt sie. Sein arkanes Potential ist nur ein verstümmelter Arm, im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragenden Sinn. Sie würde gerne sehen, dass Régicide sich aus diesem Sumpf befreit, seine Bestimmung findet, sich als Kind des rauchlosen Feuers wiederfindet, wieder die klare Flamme wird, die damals in den Soldaten eingefahren ist. Sie hat dafür kein Rezept. Der Boden zeigt sich, während man läuft. Sie sieht jedoch drei Dinge am Horizont: 1) Régicide sollte sich von seinen weltlichen Bezügen und der Geschichte des toten Soldaten zu lösen beginnen. 2) Er sollte die Augen nach seiner Berufung weit geöffnet halten. Atras Ansicht ist, dass Régicide erkennen wird, was seine Bestimmung ist. Diese Gelegenheit sollte nicht verpasst werden. 3) Atra schlägt weiters vor, einen strategischen Pakt zu schließen. Sie könnte die Schlagkraft von Régicide und seinem Team für ihre Agenda gebrauchen. Das sagt sie ganz offen. Wenn Régicide es möglich machen würde, Aufträge an das SFG 77 zu lancieren und Erkenntnisse zu teilen, dann würde das Régicide einen Einblick in die Agenda des rauchlosen Feuers gestatten. Interessanterweise spricht sie hier nicht von der Agenda Le Rois. Als Gegenleistung wäre Atra bereit, als Lehrerin für arkane Dinge des Feuers bereitzustehen. Zauber, okkultes Wissen, Geschichte.

Noch ein Wort zu Atras „Hellsichtfähigkeit“: Während des Besuchs in Beijing fällt es Régicide immer wieder auf, dass Atra nahezu hellseherische Fähigkeiten hat. Da kommt ein betrunkener mit einer Waffe die Tür rein, als sie gerade aus dem Café geht und sie hält dem Mann die Tür auf, ohne das Gespräch mit Régicide zu unterbrechen. Ein Autounfall lässt sie nichtmal zusammenzucken. Es dauert eine ganze Weile bis Régicide versteht, dass sie nicht wirklich in die Zukunft sieht, sondern sie kennt schlichtweg keinerlei Überraschung, keinen Zweifel und keine Ratlosigkeit. Wenn etwas überraschendes passiert, akzeptiert sie die Situation sofort. Das Zögern und Hadern von Menschen ist ihr absolut fremd. Man könnte sagen, neben Kants transzendentalen Erkenntniskategorien „Raum“, „Zeit“ und „Kausalität“ verfügt sie noch über „Akzeptanz“.

Als Régicide ins Flugzeug nach Tokyo steigt, ist er beinahe entspannt. Er lächelt als der Norges Nachricht sieht. Der einen braucht einen Strand, der andere eine Spectra des rauchlosen Feuers! Er ist besorgt um Zoe, den selben Kampf den sie grade mit sich austrägt, hat er vor vielen Jahren gekämpft…und verloren. Er hofft das sie es schafft, sie sich diesen besonderen Schimmer von Menschlichkeit erhalten kann. Vielleicht kann er ihr helfen, wenn sie ihn läßt.
„Schönen guten Abend Sir, kann ich ihnen etwas bringen“, die Stewardess schaut mit einem entzückenden Lächeln auf ihn herunter.
„Perno, mit Eiswasser bitte…und die Tokyo Times“ sein Lächeln ist eher müde, sie scheint verständig und ist kurz darauf mit dem Gewünschten zurück.
„Viele Dank…“ er blickt auf ihr Namensschild „…Nancy“
„Sehr gerne, Sir“
Nancy? Nancy…, wo hatte er den Namen schon mal gehört….

Bazut macht nur einen kurzen Abstecher nach hause. Nach seiner Ankunft auf der Shigeruu, sobald die ersten Grundzüge des Einsatzes festgelegt wurden, wirft er sich in die Vorbereitungen.

Für diesen Auftrag hat Régicit einen eigenen, permanenten Link zur Bildübertagung der SpyEye beantragt. Sobald die Drone in Position ist, wird er die Übertragung dauerhaft offen halten und entweder in seiner Smartbrille, auf einem Monitor oder einem Handgelenkbildschirm beobachten. So macht er sich mit dem üblichen Crew verhalten und den Aktivitäten auf dem Oberdeck vertraut.

Die Aufsteige-Stange kann nicht kurzfristig improvisiert werden, weil die zu überbrückende Höhe recht beeindruckend ist, zudem muss der Aufstieg geübt werden. Wenn diese Aktion bei der Shigeruu, unter guten Bedingungen, schon nicht funktioniert muss der Plan adaptiert werden.
Also werden geeignete Stangen (Glasfaser mit minimaler Flexibilität) besorgt und entsprechende Verbindungsteil konstruiert, an denen man sich zusätzlich einhacken kann. Ebenso wird eine Schlauchboot benötigt:
„Wenn wir vor haben Zoe an einer 15m Stange anzuheben, muss sie auch 15m entfernt von uns sein. Wir vertrauen also ein kleines Schlauchoot, so können wir die länge beliebig festlegen. Wieder runter ist natürlich viel einfacher, das kann sie rutschen. Für den Aufstieg und die Fixierung an der Bordwand, etwas was wir auch vorher trainieren werden, brauchen wir starke Saugnäpfe. Hier sollten wir mit einigen Modellen experimentieren. So etwas brauche ich auch, für einen möglichen Sniper-Perch auf dem Oberdeck.“

Das wichtigste Training das Régicit durchführt ist das er sich mit Hilfe der SimSense Anlage mit dem Schiff selber vertraut macht. Er wird die Gänge und Räume (abgesehen von den umgebauten Bereichen versteht sich) so lange durchlaufen, bis er sich auswendig kennt. Das wichtigste für ihn sind hierbei die versteckten Bereiche, besonders die Zwischenwände in denen Röhren und Leitungen verlegt sind. Er scoutet Wege in den Maschinenraum, zum Dieseltank und in die Wäscherei, auf die Brücke und die Oberdeckkräne.


Régicit konstruiert, zusammen mit Negative, die zwei Sprengladungen welche für den Tank und den Verdichter gebraucht werden um Plan Z durchzuführen. Er hofft, das er Brick davon überzeugen kann die Ladungen auf der JUNO zu lassen. Ebenso konstruieren sie drei Pyrotechnik-Geräte, fernsteuerbare Ladungen mit Brandbeschleunigern, für Plan B.
Wenn noch genug Zeit bleibt wird Régicit sich in die Funktionen des Tauchbootes einweisen lassen und seine Tauchausbildung auffrischen. Mehr als die Grundlagen der Steuerung sind nicht möglich, aber es sollte eine zweite Person geben die die Lucken schließen und das Boot abtauchen lassen kann.

Negatvis „freiwillige“ Meldung, als zweite Testperson herzuhalten hat ihn sichtlich überascht, er macht aber keinen Hehl daraus das er von der Entscheidung des Elfen ausgesprochen possitiv angetan ist. 


Bazut sieht Zoe einen kurzen Moment an, dann zuck er die Schultern und zieht die Krawatte aus:
„Ok, du kannst mich benutzen.“
Wahrscheinlich wir es Leute geben die in nun mit Bestürzung, Überraschung oder Unglauben anstarren:
„Was??? Ich habe euch bereits die eine Sache erzählt die ich sogar vor mir selber verheimlichen wollte. Was kann noch passieren? Das Zoe meine sexuellen Vorlieben erfährt? Ich bin keine Gnomen-Fetischist und auch kein sexueller Gewalttäter,  das wird für sie wahrscheinlich viel peinlicher als für mich!“
Dann sieht er Zoe an:
„Aber ich bin keine guter Mann, da ist eine Menge dunkler Gedanken in meinen Kopf…also sei dir sicher das du das wirklich tun willst. Ok, wie weit muss ich mich ausziehen?“

Bazut scheint von Zoes Vorschlag nicht begeistert zu sein:
„Ich für meinen Teil muss sagen, das ich kein Interesse habe, mich in die Angelegenheiten dieser Leute zu involvieren. Daisuke-dono ist uns einen Gefallen schuldig, wir haben das Mandat unseres Aufrtages weite überschritten um im dienlich zu sein. Das wird er nicht vergessen.
Das selbe gilt für Tambusai. Sie für eine spätere jagt auf Owens als mögliche Hilfe warm zu halten mag sinnvoll sein, ansonsten bewegen sich diese Personen in Kreisen in dehnen ich mich nicht wieder finde…oder wieder finden will.
Versteht mich nicht falsch. Ich finde es nicht schlecht, sich in diese Art von System zu integrieren, es ist nur nichts für mich. Wenn ihr das anders seht, geben ich gerne meinen Anteil am Geld, so das ihr eure Infos-Basis ausbauen könnt…ich profitiere letztendlich auch davon.

Er wendet sich an Negative:
„Philippe, niemand findet deine Recherche als Zeitverschwendung. Wenn es uns gelingt, Owens Tochter für einen gewisse Zeit zu überwachen, kann es uns auch gelingen in zu finden. Das ist eine Polizei-Operation und ein großer Fall wird gelöst in dem man langsam und methodisch, Häppchen nach Häppchen, seine Informationen zusammen trägt und erst dann den Haftbefehl beantragt, Lange bevor man den Zugriff macht. Jetzt bleibt aber schon wieder keine Gelegenheit!
Den letzten Satz kam in einem Tonfall der zeigt das ihn etwas ärgerlich macht:
„Was mich stört ist die Tatsache das man uns erneut einem Auftrag zugeteilt hat, ohne uns zu konsultieren oder zeit zum Ausruhen zu geben. Das, gepaart mit der eher unwilligen Zahlungspolitik der AIM, fängt an mich zu irritieren.
Ich brauche mehr als fünf Tage um meine Angelegenheiten zu regeln! Vor allem wenn ich zwei der fünf Tage im Flugzeug verbringen muss! Sechs Wochen, besser noch acht. Ich kann die Op. ja einfach aussetzten, keiner Zwingt mich. Bis auf die Tatsache das man sein Team nicht alleine lässt!“

Nach dem kurzen Rant beruhigt er sich sofort:
„Die Vergangenheit zeigt das wenn ich euch alleine lasse, die Hölle über euch herein bricht und damit endet das ihr euch mit erwachten Elementen verseucht und in die Machenschaften von KIs verwickeln lasst.“
Dann noch mal zu Negativ:
„Die Sache mit dem fliegenden Arm kam zwar überraschend, aber wir alle wussten das etwas passieren würde… Und das war erst der Anfang! Francois muss einen Ausweg aus seiner Situation finden. Also noch mal, ihr solltet alle einen Plan in der Hinterhand haben um mit ihm Umzugehen wenn er einen neuen Versuch startet.“
Dann schaut er zu Brick und lächelt grimmig:
„La seule issue est à travers!“

Noch bevor die Chance ist in aktion zu verfallen, hält Régicit die anderen zurück:
„Mes Amies. Meine Einschätzung der Situation ist ein wenig anders als die eure!
Es gibt keine Vorgaben, keine Wünsch von einer oder der anderen Seite, da es noch nicht mal Seiten gibt. Denton hält sich zu Zeit wohl in Kapstadt auf. Dort müssten wir ihn erst einmal finden, dann mit ihm sprechen und in dann noch überzeugen das er an einem eventuellen Gespräch teil nimmt. Wenn wir das nicht schaffen, endet Op. Kimono!
Um das zu bewerkstelligen brauchen wir Geld. Entweder YC stellt uns einen Creditrahmen zur Verfügung…250.000NY scheinen angemessen, oder Kimono endet sofort. 250K ist für YC ein Handgeld, sollte aber für uns ausreichen um Transport, Ausrüstung, Unterkunft und Kontrakte zu bezahlen.
Also Ersten muss YC Farbe bekennen und für die Kosten aufkommen. Zweitens müssen sie ein Unterhändlerteam zusammenstellen und nach Kapstadt senden. Wenn keine Kontakt zu standen kommt, fliegen die halt unverrichteter Dinge wieder heim. Drittens müssen wir nach Kapstadt und Denton ausfindig machen. Solle diese gelingen und Er einwilligen, können wir dann Viertens einen geeigneten Unterhandlungsort ausfindig machen und die nötigen Vorkehrungen für Geheimhaltung & Sicherheit treffen.
Ich persönlich bin nicht bereit auf Wünsche, Befindlichkeiten und Vorlieben von Außen einzugehen. Entweder das läuft nun so wie wir wollen oder wir machen unsere eigenen Dinge, fliegen nach Jakarta, kassieren Owens Kopfgeld und dann ab nach Hause.“

Es ist klar, das er es ernst meint. Régicit hat keine Lust auf die Weiterführung von Kimono, es ist einzig und allein Pflichtbewusstsein das ihn dazu treibt. Wenn er die Situation nach Meinung der anderen falsch einschätzt, sollte man in schnell und glaubwürdig davon überzeugen.
„Wenn YC noch mehr Informationen zu Denton hat, also mehr als eine geographisches Datum, sollen sie damit ebenfalls herausrücken. Des weiteren würde ich noch einmal den Vorschlag machen das man die beiden Anderen, die wir während Wipelash hochgenommen haben, mitbringt und wieder auf freien Fuss setzt, als Geste des guten Willens. Perfekt wäre es wenn wir diese schon zu einem ersten Treffen mit Denton mitbringen könneten, das mag aber logistische herausfordernd sein“
Er blickt in die Runde, trink Espresso, blickt erneut:
„Meinungen, Gegenvorschläge, Ergänzungen?“