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Returned!

Bazut „Règicide“ Morelle erscheint nach mehreren Monaten wieder im System der AIM. Wenn man nachvollzieht, was er seit seiner Krankenhausentlassung getan hat, hat er am 10.05 in Finistère seinen Urlaub angetreten und diesen nach einem kurzen Familienbesuch, zusammen mit seiner Tochter Hénora in Frankreich verbracht, abgeschiedenen und unspektakulär.

Die SFG weiß, dass er in Bejing bei Atra war. Wenn man versucht hat, in zu erreichen, ging das über die Yutani SIN, ansonsten hört man von ihm erst wieder Ende September, wenn er sich in Finistère zum Dienst meldet. Kurz vorher hat er versucht, Norge zu erreichen:
„Hérault, wie es aussieht, hat die Firma uns doch nicht vergessen. Bevor sie uns also wieder an einen der ungastlichsten Orte der Welt versetzten, was hältst du davon, wenn wir auf den Gletscher des La Meije unseren verpassten Skiurlaub nachholen! Ich muss dringend ein bisschen Sport machen, zudem habe ich seit Op. URSUS nicht mehr auf meinen Brettern gestanden.
Wo stecken den Philippe & Michelle, vielleicht wollen die auch mit!“

Die vielen Dinge, die Bazut nun bewegen, den Pfad, den er eingeschlagen und die Entscheidungen, die getroffen wurde…die Geheimnisse, die er nun hütet…all das kann nur von Angesicht zu Angesicht besprochen werden!

Wageslaves neue Karriere!

Mike Goodfellow hatte alles in allem einen ordentlichen Aufschwung durch den mehr oder weniger zufälligen Kontakt mit der SFG 77 erlebt. Im Fahrwasser der Spezialeinheit konnte er sich abheben und einige Schnitzer aus der Vergangenheit auspolieren. Das teilweise schwere Gegenfeuer (Operation Schneeland) hatten andere eingesteckt, was natürlich schade war. Aber die Arbeit auf der Shigeruu war herausfordernd gewesen. Er konnte zeigen, dass er das drauf hatte, was die UCAS Army damals nicht anerkennen wollte. Und so eröffnete ihm Corre Sverdrup Anfang 2073 ja auch die Aussicht, endlich den Chief Warrant Officer als Matrix Operator anzustreben.

Die damit verbundene Ausbildung ließ den schnell überforderten Mike über lange Strecken des Jahres 2073 abtauchen. Er musste im Sommer das Training & Qualification Battalion mehrmals besuchen. Gleichzeitig ging die Integration der Shigeruu-Netzwerke in die Endphase der ersten Meilensteine. Norge sah er in diesen Tagen selten. Wenn, dann war es aber meist herzlich. Insgesamt blühte Mike doch auf. Sogar seine Freundin Nancy schien „zufrieden“ zu sein, wie sich die Dinge so entwickelten. Nur die Geister der Shigeruu wussten, wie er es hinbekam, die Fernbeziehung am laufen zu halten!

Etwas trübselig wurde Mike dann bei einem letzten Bier mit Norge Ende August auf der Shigeruu. Mittlerweile war er frisch gebackener Chief Warrant. Es hatte aber einen ziemlichen Stress mit Corre gegeben. Oder zwischen Corre und Uzun. Denn eigentlich hatte Mike zugesagt, seine Karriere auf dem festgefrorenen Flugzeugträger weiter zu führen. Doch dann hatte Captain Uzun kurzerhand die CCOM-Karte gespielt und Mike sollte nun längerfristig abgeordnet werden. Tja. Das hieß Tasche packen und nach Finistère fliegen. Scheinbar wollte das CCOM eine Netzwerkinfrastruktur mit Simsense-Technologie auf zwei Kriegsschiffen im Hafen der AIM-Enklave montieren. Goodbye Goodfellow! Goodbye Shigeruu! Corre sah sein Kompetenzteam zusehends zerbröseln.

Der Wageslave war durchaus traurig, von Norge Abschied nehmen zu müssen. Immerhin würde man sich wahrscheinlich so schnell nicht mehr wiedersehen. Und nachdem Zoé Luft in der weiten Welt schnupperte, Brick im Wesentlichen tot und der „Ghost“ nach wie vor nicht gerade zum Herzbuben von Mike avanciert war, blieb nur noch Régicide. Irgendwas war da mit Beijing… Mike hatte keine Ahnung, was genau mit dem Magier vor sich ging. Vielleicht lag es daran, dass er ein Magier war.

Auf jeden Fall war Mike ziemlich überzeugt davon, dass die SFG 77 aufgelöst worden war. Aber die gemeinsame, kurze Zeit würde er nicht vergessen. Mit Norge verband ihn ohnehin ein etwas engeres Band, wegen dem einen „Gefallen“. Und erreichbar blieb Mike auf jeden Fall. Die Matrix war immer nur ein paar Neuronen entfernt!

Abschied

Vor gut zwei Wochen kam der neue Kapitän an Bord, und obwohl er sich wohl langsam einleben wollte, wie er sagte, und nicht gleich alles über den Haufen werfen wolle, hatte Norge gleich kein gutes Gefühl. Nein, das würde auf Dauer nicht funktionieren. So verkroch er sich die letzten Tage des Augusts und vergrub sich in seine Arbeit. Nebenbei machte er eine Liste mit 5 Personen für Corre. Darauf standen jene, die Norge für befähigt hielt, den Job zu übernehmen. Das hatte er ihm versprochen und das würde er auch erledigen. Auch würde er ihm die Liste natürlich persönlich übergeben.

So traf er Corre am 31. August auch nicht von ungefähr. Man könnte sagen, er hat ihn abgepasst. Man ging in eine ruhige Ecke der Messe und dort eröffnete Norge dann das Gespräch:

„Tja, was soll man sagen. Du hast sicherlich schon gemerkt das die Chemie zwischen mir und dem Neuen nicht so stimmt. Keine Ahnung, woran es genau liegt, aber ich werde meinen Vertrag nicht verlängern. Hier ist eine Liste der Leute, die den Job machen können und ich meine damit nicht nur, dass sie ihn erledigen können, sondern halt, dass sie ihn ordentlich machen werden. Die werden nichts anbrennen lassen. Denen klaut keiner irgendwas aus den Magazinen. Naja, es sei denn eine SFG kommt vorbei.“ Er zwinkert Corre beim letzten Zusatz kurz zu. „Ich werde nachher meine Versetzung beantragen. Mal schauen, wohin es mich verschlägt. Ich hoffe, du kommst hier oben klar mit dem Neuen. Man sieht sich sicher irgendwann mal wieder!“

Norge lies nach einigen Sätzen Corre sitzen und schrieb Cpt. Uzun an, dass er seinen Vertrag für die Shigeruu nicht verlängern würde. 2 Tage später kam der Befehl für ihn, sich in der Basis bei Marseille zu melden. Der nächste Versorgungsflug am 10. September würde ihn zum Festland bringen und von dort ging es weiter. In Marseille würde er neue Befehle vom Cpt. bekommen. Vielleicht kam das alte Team ja auch doch nochmal zusammen. Schließlich hatte er als Sicherheitschef durchaus mitbekommen, wer da vor kurzem an Bord gekommen ist. Mal schauen ob man sich noch vor der Abreise mal sieht und ein paar Worte schwätzen könnte.

Negative bei Johannsdottir

// 26. Mai 2073 //

Man hatte den Termin für ein ausführliches Gespräch bewußt auf den ersten gemeinsamen freien Tag gelegt, schließlich gab es eine Menge zu bereden.

„Ich rate Dir also: mach Dich auf in deine Heimat. Und lass Dich dort leiten von den Mächten. Hab Vertrauen! Du wirst die Antworten finden, die Du suchst!“

Der Elf grübelte: „Aber was soll ich dort tun? Wo soll ich anfangen? Wohin mich wenden? Sind die konkreten Anhaltspunkte tatsächlich so unscharf erinnert?“

„Ja. Oder verschleiert. In jedem Fall tauchten sie während der Vorfälle nach der SimSense nicht auf.“ Johannsdottir fixiert Negative. „Und nein, falls Du tatsächlich mit dem Gedanken spielst, Dich nochmal unter SimSense-Einfluß…“ Die Haltung ihres Gesprächspartners ändert sich ruckartig. Er unterbricht: „Niemals! Niemals werde ich das tun! Ich kann mir die Gefahren lebhaft ausmalen. Mir kam aber zugegebenermaßen der Gedanken, Dich zu fragen, ob es nicht auf einem Deiner Wege möglich ist, meine Lücke zu füllen. Ich hoffe, Du siehst alleine die Tatsache, dass ich mit Dir darüber rede, als Zeichen des Vertrauens. Mir ist es schon unangenehm, wenn Regicide neben mir seine Zauber wirkt. Für so etwas fehlt mir einfach der Glaube…“ Ohne auf eine Replik zu warten fährt Negative fort: „Trotzdem: immer noch ist es mir mehr als unangenehm, jemand anderen nach den eigenen Erinnerungen zu befragen oder die Bruchstücke davon in fremder Leute Aufzeichnungen zu lesen. Also Afrika? Ich lasse mich also vom Zufall leiten?“

Johannsdottir schmunzelt. „Nenne es, wie Du willst. Ich war davon ausgegangen, dass Du die Mächte spätestens nach dem Abgang von Brick als einflußreicher wahrnimmst.“

„Ich wußte nicht, dass Du Dich auch mit Feuerelementaren unter dem Meer auskennst?“

„Du solltest dich so langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass eine Klarheit, wie Du sie hinter dieser Welt vermutest, nicht exisitiert.  Was aber existiert – und was nicht nur mir Macht verleiht, oder mich unterwirft, je nach Sicht und Situation – sind Entitäten, die unsere Wege beobachten, beeinflußen, bedingen.“

Negative versinkt ins Grübeln. Nach einigen Minuten legt er unter Erklärung der Trollin zwei Dinge auf den Tisch:

Vodoo-Schutz-Amulett seiner Großmutter Kakuves

 

Fotographie von „Massai Enfant Feu“ aus der Bildergalerie

 

Das Gespräch darüber dauert mehrere Stunden, und als Negative gegen 2300 das kühle Flugdeck betritt, steht sein Entschluß fest. Seine Reise wird zuerst nach Kanada, dann nach Dahomey gehen.

Shigeruu – das letzte Mal !?!

// 9. Mai 2073 //

Durch die leichten Nebelschleier kam sie schließlich in Sicht. Noch immer unbeweglich, noch immer allein mitten im Ozean; und doch zum Leben erwacht. Die Shigeruu. Ein Schmunzeln glit über das Gesicht des Elfs, als sich die Luftraumüberwachung formal korrekt und pünktlich beim Piloten des AIM-Helikopters meldete und die üblichen Phrasen ausgetauscht wurden. Scheinbar war die Arbeit nicht ganz umsonst gewesen.

Der selbe Eindruck auch auf dem Flugdeck, dass Negative wenige Minuten später unter den Füßen hat. Obwohl hier mehr Flugbewegung zu herrschen scheint, mehr Material und Personen bewegt werden, das Deck sieht sowohl strukturiert aus als auch auf angemessen hohem Überwachungsstand.

Kaum hat ihn der Bauch des Schiffs verschlungen, öffnet sich das Schott zur Air Traffic Control. Kane Pike lässt sich die Möglichkeit zur persönliche Begrüßung nicht nehmen. „Na also! Der Ghost ist zurück! Herzliches Willkommen!!! Ich bin froh, Dich nochmal lebend vor mir zu haben, nach allem, was man so hört!“ Ein kräftiger, langer Händedruck ersetzt den militärischen Gruß. „Norge übertreibt gern, wie wir wissen“, winkt Negative ab. „Aber für eine objektivere Sicht haben wir ja noch 62 Tage Zeit, lieber Kane.“ „Morgen hab ich Tag frei, komm hoch, wenns Dir passt!“ Mit diesen Worten verabschiedet der Offizier Negative Richtung Brücke.

 

Als nach zwei Stunden endlich der offizielle Teil überstanden ist, sitzen die beiden metamenschlichen SFG77-Mitglieder im Hangar nebeneinander. Norge genießt die Antonio Gimenez Double Corona, deren Einkauf und Direktimport aus Manila zusammen mit mehreren Flaschen Tanduay 65 Fine Dark Rum weniger Mühe bereitet hat als das Auffinden von Thermounterwäsche im Dschungel. Man scherzt über die selben Themen wie in der Zeit Monate zuvor und betrachtet das Treiben an den Docks. Die eigentliche Frage, die es zu klären gilt, bleibt lange unausgesprochen. Schließlich hebt Norge an: „Ich habe Corre Bescheid gegeben. Wir sind also beide noch zwei Monate hier. Und wie solls danach weitergehen?“ Negative hebt die Brauen: „Du bist also sicher, nicht hier weitermachen zu wollen? Ich hätte erwartet, dass dir diese Entscheidung schwerer fällt. Corre sprach vorher vom immer noch vakanten Posten des Chief of Security! Den haben sie doch sicher dir angeboten, oder? Ich hätte das gemacht, bevor ich ihn  mir anbiete!“ Der Ork zieht an der Zigarre. Die Qualmwolken verschlucken viel von der Antwort. Das Wort „Freiheit“ wird aber noch öfter fallen in dem Gespräch…

 

 

 

Hospital

//02. Juli 2073//

Mes Amis

Ich werde wohl im Laufe der Woche aus diesem Gesundheitsgefängnis in Tokyo entlassen, bin so weit wieder hergestellt. Würde mich freuen von euch zu hören, mir hat es nicht gefallen das man uns so auseinander gerissen hat ohne das wir über die Dinge die Vorgefallen sind sprechen konnten.
Ich werde einen Abstecher nach Hause machen und dann unsere Freundin mit den Feuerbildern aufsuchen, wenn ihr mich erreichen wollt kann euch Mhlongo meine Nummer geben, ich bin über seinen Partner erreichbar.

Salut
Bazut

Wheel Chair

// 8. Mai 2073 //

„Ich dachte du kannst schon wieder mit Krücken laufen?!“

Naama Malik brummt ihr Kommentar, halb als Frage halb als Vorwurf, als sie den Rollstuhl den Hauptkorridor der AIMS Cassiopeia entlang schiebt.

„Korrekt, aber es ist eine Formalität, da ich eigentlich noch ein Patient bin und nur verlegt und nicht entlassen werde… Zum anderen lasse ich mich gerne von dir herumkutschieren.“

Die junge Frau, knurrt, irgendwo zwischen Arger und Amüsement. Der Mann im Stuhl fährt fort: „Schließlich bis du deutlich an meiner aktuellen Lage beteiligt, ich gebe dir nur Gelegenheit deine Schuld abzugleichen. Wenn du so weiter machst sind wir in 30 bis 40 Jahren quitt“

Naama kann sich eine schmales Lächeln nicht verkeifen! Die unablässige Konfrontation mit den Umständen von Bazuts Verletzung und ihrer Rolle darin läuft seit fast zwei Wochen, dauernd bringt er es zur Sprache. Mittlerweile hat es den gewünschten Effekt. Naama hatte keine Chance ihre Gefühle zu unterdrücken oder in sich hinein zu fressen. Schuld, Selbsthass, Scham, alles sind Dinge die gnadenlos freigelegt wurden, um schließlich ihre lähmende Kraft und erdrückende Stärke zu verlieren.
Naama wird noch Zeit brauchen um die Erlebnisse zu verarbeiten, die Sache zwischen ihr und dem verletzten Mann im Rollstuhl ist aber keine eiternde, blutende Wunde mehr. Gereinigt, genäht, verbunden, jetzt braucht sie nur noch Zeit um auszuheilen, die Narbe wird klein sein.

Sie steuert den Rollstuhl in den Fahrstuhl zum Flugdeck, begleitet von einem Deck Crewmen in gelben Pullover. Die beiden ignorieren den Crewer.

„Vielleicht könnte ich dich einmal die Trans-Sibirische Eisenbahntrasse entlang schieben!“
Der Franzose überlegt kurz: „Nette Idee, lass‘ ich mir durch den Kopf gehen.“
Ein Moment der Stile entsteht.
„Ich bin für mehrere Wochen in diesem Rehazentrum in Tokio eingesperrt, wenn du so gar nicht weißt was du machen willst, kannst du ja mal vorbei schauen.“
„Ich weiß ja nicht mal wann sie mich hier weg lassen…“
„In ein paar Tagen, der Captain regelt nur noch die letzten Formalitäten…
Weißt du schon was du vor hast?“
Sie schüttelt den Kopf, zu viel ist in den letzten Tagen passiert als das sie schon Pläne für die Zukunft schmieden könnte.
„Nach dem sie mich aus dem Krankenhaus entlassen haben, wird es mich wohl nach Bejing verschlagen, ich habe meiner Tochter versprochen einen langen Urlaub mit ihr zu machen, und in Bejing gibt es jemanden den ich besuchen will. Melde dich wenn du hier weg kommt, ich lasse dich wissen wie und wo man mich erreichen kann“

Apprupt macht der Lärm des Flugdecks jede weitere Unterhaltung unmöglich, als Naama den invaliden Soldaten unter Anleitung des Crewman in den wartenden V-22 Osprey schiebt. Er wuchtet sich aus dem Stuhl in einen Flugzeugsitz.
Sie schaut auf ihn herunter: „Bazut ich…“
„Schhh, tout va bien, alles ist Ok.“
Die beiden Umarmen sich.
Sie erhascht einen letzten Blick auf das Gesicht unter dem roten Haarschopf, ein Auge zwinkert ihr zu. Sie beobachtet das Abheben des Schwenkflüglers von der Insel aus, verloren in ihrer eigenen Gedanken.

Shooting Ice

// 06. Mai 2073 //

Das Donner der .357 Magnum erschüttert den Action-Shootin Room der Shigeruu. Aufklappende Ziele, Freund Feind Identifikation, gegen die Uhr. Das Ergebnisses ist nicht übel, der Schütze hat ein sehr gutes Fundament, aber es gibt noch viele Kleinigkeiten zu verbessern.

Norge schaut konzentriert über die Schulter des Schützen und registriert die Fehler, die Unsicherheiten und die Qualitäten. In der Zeit in denen Corre Sverdrup nun zu Norge auf den Schießstand kommt, haben sich die Leistungen von „Direktor Iceship“ deutlich verbessert. Die Waffenwahl von Sverdrup war ungewöhnlich, aber der alte Revolver war in gutem Zustand und bot für einen mittelmäßig ausgebildeten Schützen einige Vorteile. Im Gegensatz von vielen anderen unerfahrenen Schützen macht Sverdrup nicht den Fehler und versucht in einer Übung bei der es um Geschwindigkeit geht möglichst schnell zu sein. Norge predigt es immer wieder: Langsam ist präzise, präzise ist schnell! Norge hat Sverrup eine neue Ladetechnik für seinen Revolver gezeigt, dieser folgt er Methodisch, Schritten für Schritt. Das dauert im Moment noch lange, dafür gibt es kaum Probleme. Geschwindigkeit kommt mit Routine.

Corre entlädt den Revolver und zeigt ihn Norge, dieser nickt „Range Save“ ruft er. Sie nehmen die Ohrenschützer und Brillen ab und treten in den Werkraum um ihre Waffen zu reinigen. Auch Paula hat ihrer Zeit auf der Schießbahn gehabt, die neuen, aus Hickcory maßgeschnitze Griffe und die Backe passen mittlerweile so perfekt das es selbst für Norges schwer wird zu beurteilen wo seine Hand endet und Paula beginnt.

Nach kurzen Plaudern und Norges Pro und Kontrabewertung der Übung kommt Corre auf ein anderes Thema zu sprechen :

„Ich bin nicht nur hier um meine Revolverfähigkeiten zu schulen, so erbaulich das auch sein mag. Ich bin hier um mit dir über deine Karriere zu sprechen. Wie denkst du darüber, dich auf den Posten des Chief of Security zu bewerben. Ich möchte jemanden in den Posten versetzen der weiß wie die Shigeruu funktioniert, jemanden die die Leute kennen und Respektieren, im Moment bedeutet das Du, Bucard oder Shanka!
Von Bucard habe ich aber bereits eine Absage bekommen. Er kommt zurück um seinen Vertag zu erfüllen, dann ist er raus. Shanka ist mehr ein Bodyguard als ein Soldat , deshalb hätte ich dich gerne in dieser Position. Überleg die Sache gut.
Von Miller habe ich einen Antarg reinbekommen ihrern Vertag aufzulösen. Das passt mir alles andere als gut in meine Konzept, aber selbst wenn ich sie dazu zwinge ihrern Vertag zu beenden, welche Art von Leistung kann ich erwarten, zudem habe ich keine Lust es mir mit der SOC und den Special Forces zu verscherzen…also werde ich den Antrag durchwinken.
Ich habe das Gefühl das ich hier einen Trend absehen kann. Wie sieht es also bei dir aus?

Du solltes dir Gedanken über deine zukünftige Karrier machen. Wenn du den Posten des Sec. Chief als Marine antrittst, dann wirst du die Sergant Ausbildung absolvieren, nach zwei Jahren spätestens folgt dann die ersten Beförderung. Die große Frage ist einfach, wie du dir deine Zukunft bei der AIM vorstellen, wo es hingehen soll wenn du dich mal nicht mehr aus Hubschrauberern abseilen willst…oder kannst?

Norge schaut erstmal ein wenig überrascht, dann nachdenklich. Er zieht an einer seiner ‚Nicht Einsatz Zigarren, also wohl schon eine recht wohlriechende und nicht so ein Stinkbalken. Er überlegt eine ganze Weile ehe er Antwortet und seine Worte wohl auch mit Bedacht wählt:

Tja Corre, ich versteh dich das du da jemanden haben willst dem du vertraust. Zutrauen würde ich mir den Job schon überall auf der Welt.
Aber ausgerechnet Bricks Job?
Ich weiß ja nicht so recht wie das ankommt hier. Vertrauen hin, vertrauen her. Die SFG 77 war wie jede Einheit unter sich was besonderes. Irgendwie käme ich mir da schon schäbig vor. Wenns noch ein wenig Zeit hat mit der Entscheidung, dann würde ich vorher gern mit den andern mal drüber reden was sie so vor haben. Keine Ahnung ob unsre Einheit aufgelöst wird oder irgendwie verändert wird. Es bringt dir ja auch nichts wenn du jemanden auf den Job hievst der dann in einem Jahr wieder weg ist. Sowas braucht ja auch eine gewisse Konstanz.
Also wieviel Zeit gibst du mir?“

Direktor Iceship nimmt die Schießbrille ab und reibt sich die Augen:
„Ganz Ehrlich, ich würde dir den Job gerne Kommissarische geben, und zwar abvorgestern. Brick braucht einen Nachfolger, ich kann mir nicht vorstellen das er etwas dagegen hätte das du das übernimmst, in seinem Sinne und Andecken, sein Team zusammen halten, den Job weiter führen usw.“

Er setzt seine normale Brille wieder auf und schaut erwartungsvoll:
„Wenn du mir in vier Wochen sagst das du ausscheiden willst, aber bis zum Sommer bleibst um einen neuen Sec.Chief und Master at Arms einzuarbeiten, bekommst du von mir das beste Arbeitszeugnis in der Geschichte der AIM und ich lasse dich gehen ohne zu knurren. Freue mich wenn du bleibt, wünsche dir das beste wenn du von Bord gehts.“
Er verstaut den wieder geladenen Revolver in seinen Holster:
„In zwei Wochen kommt ein potentieller Kapitän an Bord, dann möchte ich das das Schiff halbwegs im Normal-Modus funktioniert…“
Er hebt die Hände:
„…und ich weiß das Normal für uns hier draußen eine dehnbarere Begriff ist.
Aber die Sache läuft!

Wenn wir nicht einen magisch in den Ozean gebundenes Stück Metall wären, wären wir ganz gut aufgestellt
…wir sind ganz gut aufgestellt obwohl wir diese Stück Metall sind.
Ein letzte Runde auf dem Iceship, dann kannst du dich entscheiden ob du bleibst oder gehst, als Sec.Chief oder Master at Arms weiter machst und nebenbei hast du deine verdienste Beförderung eingesammelt.“

Norge baut Paula sorgsam zusammen. Fast liebevoll geht er mit der Waffe um. Alles wird ordentlich eingeölt und auf Leichtgängigkeit geprüft. Dabei hört er Corre geduldig zu und nimmt seine Angebote zu Kenntnis.
Das Team zusammenhalten? Keine Ahnung ob das überhaupt möglich ist. Zoe hat nen Knacks bekommen. Ob sie sich davon erholt weiß wohl im Moment noch keiner. Regicide… na der ist einerseits dem Tod von der Schippe gesprungen und andererseits hat er auch… naja egal.
Negativ ist gut weg gekommen, der macht wohl auf die ein oder andere Art weiter und Wageslave ist fest angestellt. Zwar Teil des Teams, aber er war halt beim letzten Akt nicht dabei. Bleibt der Cpt. Der wird warten auf Anweisung von oben was mit der SFG zu geschehen hat.

Zieht stark an der Zigarre und stößt eine Rauchwolke in den Raum:
„Also gut, ich mach es komissarisch. Ich bleibe fest bis zu 31.8. Ich denke bis dahin hat man sich bequemt zu offenbaren was passieren soll. Du kannst der Besatzung meinetwegen auch sagen das ich es fest mache, wenn du denkst das es für mehr Ruhe sorgt auf dem Schiff. Deine Sache. Auch wenn ich nichts davon halte die Leute diesbezüglich zum Narren zu halten. Bis zum 31. bekommst du dann auch eine Liste von Leuten die ich für befähigt halte die Arbeit witer zu führen, falls du dann eine interne Lösung anstrebst und ich aufhöre. Ein besseres Angebot wirst du nicht von mir bekommen, schlägst du ein?“

Norge hält seine rechte Hand zum Handschlag hin. Corre ergreift sie, offensichtlich erleichtert:
„Damit kann ich arbeiten! Und nein, wir werden der Mannschaft die Wahrheit sagen. Du übernimmt kommissarisch den Posten bis zum 31.08. Die Stelle wird für einen Dienstantritt am 01.09. ausgeschrieben. Wenn mich jemand fragt ob du dich bewirbst werde ich einfach antworten ‚Er hat sich noch nicht entschieden‘
Um so früher du mir sagen kannst ob du auf dem Schiff bleibst um so besser, aber die nächsten vier Wochen werden wir nicht darüber reden! Lass uns erst mal sehen ob uns der neue Kapitän zusagt!“

Manila 2 – Uzun

// 6. Mai 2073 //

Das durchgevögelte Hotelzimmer war nicht der richtige Ort für das Gespräch. Also saß der Elf an einem öffentlichen Trideo irgendwo in mitten in Manila. Der Bildschirm flammt auf. Uzun erscheint, wie immer makellos gekleidet vor nichtssagender Bürowand. Der Austausch von Höflichkeiten fällt kurz aus:

„Ich möchte sie persönlich in Kenntnis setzen, dass bzgl. der SFG77 insgesamt von unserer Seite noch keine entgültige Entscheidung getroffen wurde. Ich spreche also nur für mich selbst, wenn ich ihnen jetzt mitteile, dass von meiner Seite eine Rückkehr auf die Shigeruu nur für die verbleibende Vertragslaufzeit geplant ist. Heute ist der 6. Mai 2073. Meine Rückflüge gehen in 3 Tage, ab dem 9. Mai werde ich also die restliche Dienstzeit dafür nutzen, alles für meine Nachfolger vorzubereiten. Mein Vertrag läuft, wie sie wissen, bis Ende Juli.

Uzun nimmt die Auskünfte schweigend entgegen. Seine Stirn ist in Falten gelegt, die Finger seiner rechten Hand fixieren Notizen auf dem Touchboard vor sich. Der Elf fährt fort: „Danach werde ich mich sehr persönlichen Dingen widmen – mit Hilfe von Frau Johannsdottir.“

Uzun nickt Negative knapp zu. „Natürlich sind das nicht die Nachrichten, die ich erhoffte; aber erwartet habe ich sie. Stehen sie in Kontakt mit ihren übrigen Kameraden?“

„Nein. Dem werde ich nachgehen, wenn ich wieder im Eismeer bade…“ der Elf blinkt zu den Palmen im Park gegenüber. „Dann werde ich mich darum kümmern, dass wir wieder ein einheitliches Bild abgeben. Aber für Jeden und Jede war ein Schnitt nötig!“

Eine Pause entsteht. Uzuns Hände sind erstarrt, ebenso der Blick  von Negative. Straßenlärm der Großstadt drängt sich in den Vordergrund.

„Mehr habe ich im Moment nicht zu sagen,“ unterbricht der Elf die Gedanken. „Sobald ich die Stimmen der anderen eingefangen habe, komme ich wieder auf sie zurück!“

Das Gespräch endet so knapp, wie es begonnen hat. Der dunkelhäutige Elf erhob sich vom Trideo und blickte sich suchend um. „Winterklamotten in Manila? Muß es irgendwo geben…“

Manila 1 – Owens & Skogen

//13. April 2073//

Der Dschungelregen prasselte aufs Dacht. Die Hütte war leer. Irgendwann in den letzten zwei Tagen war die Tochter von Owns hier mit ihrer Delegation untergekommen, aber alles, was übrig war, waren ein paar aufgerissene Soykaf-Becher, Müll und einige verkohlte Holzstücke. Was immer hier auch verbrannte, mehr als feuchte kalte Asche ist nicht übrig. Draußen hatte der Dschungel die Spuren längst zugedeckt. „Nichts mehr zu holen. Alles umsonst!“ zischte die Elfe und wandte sich zum gehen. Negative blickte zu ihr, das Plastikbesteck vom Boden in DNAse freien Beuteln flog achtlos zur Seite; und sprang auf.

„Warte!“ Er blickt ihr tief in die Augen. Minuten verstrichen. Schließlich fragte er „Es wird Zeit. Wer bist Du? Warum die Shigeruu? Was ist passiert?“. Als sie sich abwendet, die Gesichtszüge angespannt und die Haltung gestrafft, springt er zwischen die morschen Türrahmen.

„Hör zu! Die Dinge haben sich geändert! Nichts kann ungeschehen werden, aber ich…“ er stockt und ein kurzes Lächeln blitzt auf“ … aber wir können was daraus machen. Was steht zwischen uns?“ Er geht auf sie zu, und sie lässt die Hand wieder vom Holster sinken.

“ Brick kann nicht mehr zwischen uns stehen. Und Johannsdottir brauche ich. Sie hat mir den verdammten Verstand gerettet!“

„Den scheinst Du aber prompt wieder verloren zu haben!“ Skogen funkelt ihn an. „Was genau machst Du hier?