Mujajis Reise

Meine Damen und Herren,

es berichtet für Sie Patricia Miles für Channel 9 aus Kapstadt.

Nach zähen Stunden der Ungewissheit wurde nun vom südafrikanischen Ministerium für das Erwachen (MfdE) bestätigt, dass sich am 6. März 2073, 12:00 Uhr Ortszeit, die gefiederte Schlange Mujaji vom Tafelberg erhoben hat und sich auf eine unbekannte Reise begab.

Die mystische Kreatur, die den Beinamen „Regenkönigin“ trägt, gilt als gutmütige Patronin des südlichen Teils des schwarzen Kontinents, stets bemüht um Einklang zwischen Metamenschen und Natur. Zuletzt hatte Mujaji 2050 den Tafelberg verlassen. Kundige Beobachter der afrikanischen Politik berichten, dass Mujaji in diesen dreiundzwanzig Jahren zunehmend durch internationale Konzerne, rivalisierende Extremistengruppen und politische Fraktionen unter Druck geriet. Wie lange wird Mujajis Reise dauern? Wohin wird es sie führen?

Unmittelbar nach ihrer Abreise machte sich ihre fehlende Präsenz im arkanen Raum bemerkbar. Niedere Schutzgeister aber auch höhere Geister von Heim, Herd, Hof und Land, gerieten in Aufruhr. Zahlreich brachen sie aus Pakten und Bannen aus und überwanden viele der lokalen, privaten wie staatlichen Schutzkreise. Es wurde berichtet, dass sich viel Unmut und Aggression entlud, vor allem gegen technische Anlagen und Orte jüngst vergangener Gewalttaten. Das lokale Mobilfunknetz und Satellitentransponder brachen zusammen und beeinträchtigten somit auch die Matrixpräsenz in vielen Bereichen der Stadt. Mehrere Pendelflüge wurden zur Landung gezwungen. Von drei abgestürzten Passagiermaschinen wird berichtet.

Die Regierung von Kapstadt entschied sich nach einer Krisenbeurteilung rasch dazu, die magischen Ressourcen zur Verteidigung der städtischen Sicherheit und Ordnung vor allem auf Castlen und Buisenkant, die beiden reichsten Gebiete der Stadt, zu konzentrieren. Da die Geisterwesen offenbar sehr aggressiv im Umfeld elektrischer Felder auftraten, schaltete man bis zum Abend einen Großteil der armen Randbezirke vom Stromnetz ab. Der Schritt wurde damit begründet, die Sicherheit der Bürger gegen geisterhafte Übergriffe zu verteidigen. Dennoch brachte die Stromabschaltung eine Welle lokaler Unruhen, Gewalt und Plünderungen mit sich. Die Polizeikräfte beschränkten sich auf die Sicherung von Schlüsselpositionen, an denen sie bedrohten Bürgern Schutz garantieren konnte.

Die unangekündigte Reise von Mujaji hat viele Metamenschen schwer erschüttert. Der Ältestenrat der Volksgruppe der Xhosa sprach davon, dass es Anzeichen gegeben hätte, die mit dem anhaltenden, rechten Terror der Zulu-Elfen zu tun haben. Andere Quellen berichten, Mujaji wolle eine Heilung der jüngsten, toxischen Verunreinigung im Gebiet der Großen Seen entgegen treten.

Vorerst bleibt die Losung: Wer hat Mujaji gesehen?

Patricia Miles für Channel 9

Zu zwei Dritteln eigentlich kein so schlechter Vorschlag. Aber ich bin gegen Tameo. Erstens mal, wenn ich bei Etikette richtig aufgepasst habe, hat er Brick gelobt weil er nun mal unser Vorgesetzter ist und es unter seiner Würde gewesen wäre jeden einzelnen Soldaten zu loben. Ich würde da also keine zu große Sache drauß machen von wegen das da eine besondere Verbindung entstanden wäre.
Davon abgesehen war es eigentlich mein Plan mich von Yutani so weit wie möglich weg zu halten. Ganz komme ich da nicht rum, das ist mir klar. Immerhin sind die ein guter Kunde von AIM. Aber ich muß denen ja nicht noch Geld in den Rachen werfen das wir uns sauer verdient haben. Also praktisch ihr eigenes Geld zurückzahlen. Wir sind zwar gut raus gekommen aus der Sache, aber es hätte auch anders ausgehen können. Da sollten wir schon mal genauer hinsehen wem wir Geld geben um auf gute Kontakte zu hoffen.

 

Hat seine kurze Rede ruhig und sachlich vorgetragen und nur wenn das Wort Yutani fiel, kann ein aufmerksamer Beobachter gesehen haben wie ein Auge zuckt. Danach lehnt sich Norge zurück und zieht genüßlich an seiner Zigarre. er genießt es offensichtlich das die Anspannung und der Streß der letzten Tage von ihm abgefallen ist und wieder normaler Dienst ist.

Wie seht ihr das, ich denke wir hatten einen guten Bezug zu den drei Verhandlungspartnern, wollen wir versuchen uns auch für die Zukunft eine Türe offen zu halten? Ich könnte Miss Tambusai ansprechen, Brick Mr. Tameo, der ihn besonders gelobt hat und vielleicht Negative Mr. Kenjiro, von Nobilis zu Nobilis. Wir könnten die drei jeweils mit unserem Honorar unterstützen und auf gute Kontakte hoffen und die 50.000 die Norge und Regicide erhalten teilen wir durch 5. So hätten wir uns alle Türen für künftige Eventualitäten offen gehalten, wie es aussieht, hat uns als SFG 77 das Schicksal ohnehin dauerhaft zusammengeschweißt. Und dennoch bekommt jeder einen Teil der Bezahlung.

Zur Polizei vor Ort; sie ist korrupt und stark rassistsch. Wir sollten im Fall von kleinen Konfrontationen etwas Bestechungsgeld zur Hand haben. Es kann gut sein dass sie damit von kleinen Schikanen abzubringen sind mit denen wir rechnen müssen, besonders in unserer Konstellation. Größere Konflikte sollten wir ohnehin meiden. Es gibt übrigens keinerlei Auslieferungsabkommen mit Staaten außerhalb von Afrika und auch der Corporate Court, das internationale Gericht für Konzernangelegenheiten, rauft sich regelmäßig die Haare wegen Verstößen gegen internationale Verträge. Daher ist das Land auch als Fluchtort für korrupte Banker und Politiker bekannt. Eine clevere Wahl also von Denton.

Ich hoffe sehr dass wir aus der Nummer heil wieder raus kommen und das nicht nur unseren Auftrag betreffend. Gnome werden von vielen indigenen und ungebildeten Südafrikanern bestenfalls als schlechtes Omen gesehen, im schlimmsten Fall als Teufel oder Zutat für Voodoo-Magie. Also ich kann mit vielen Szenarien für ein mögliches Ableben umgehen, aber bitte lasst mich nicht in einer Suppe enden!

 

Also erstens, nein ich halte es für einen großen Unterschied ob wir für alle oder für eine Seite den Auftrag durchführen. Davon abgesehen das wir in gewisser Weise für die AIM auch dabei sind und somit nicht als neutrale Aufpasser akzeptiert werden würden von einem Teil der Gesandschaften die dort auftauchen.

Zu Zoes Frage würde ich sagen, es ist eine offizielle Operation. Wir sind ja als SFG77 angefordert. Also erwartet man uns auch. Alles andere macht keinen Sinn.

Wir müssen uns auch überlegen mit welchen SIN die Operation stattfinden soll. Da es die Verhandlungen offiziell nicht gibt, sollten wir möglichst unter dem Radar bleiben. Oder sind unsere Alternativ-SIN zu wertvoll um sie für diesen Zweck zu verwenden? Verbinden uns die Unterhändler bereits mit unseren echten Namen?

Eine Klärung der wichtigsten Rahmendaten zeigt, dass Zoé recht na dran war, am aktuellen Stand der Dinge. Als sich Zoé positiv zurückmeldet und weitere Details fordert, wird Customer Agent Daisuke Hiku dem Team zugeteilt. Das Ganze bekommt sofort einen viel offizielleren Charakter. Man kann förmlich merken, wie die SFG 77 aus den Schatten wieder ans Licht gleitet – sofern man Licht als schäbiges Grau definiert. Jedenfalls scheint sich niemand daran zu erinnern, dass bei Operation Kimono so ca. eine Woche Zeit verschwunden ist. Details werden über Trideo-Chat mit Daisuke Hiku persönlich besprochen. Kein Wort über die Kappa YC, ein Suborbital oder Beijing.

Dem SFG 77 ist es an den groben Eckpfeilern gelegen, das merkt der gealterte aber geistesscharfe Customer Agent recht schnell. Entsprechend liefert er Antworten auf die dringendsten Fragen. Er wirkt dabei souverän und entscheidungsbefugt. Ein beruhigendes Gefühl, nach den ganzen Alleingängen?.

Schon vor dem Auftakt von Operation Kimono hatte CPT Uzun mitgeteilt, dass es Berichte über Unterhändler anderer Staaten gebe, die man ähnlich nebulös kontaktiert hatte wie AIM. Das scheint sich zu bewahrheiten. Drei Unterhändler für Japan Imperial State (JIS), Indonesien (IDS) und die Yutani Corporation (YC) stehen in Hong Kong seit einigen Tagen bereit.

Frederic Denton gelang nach Operation Whiplash die Flucht aus Kinto. Man versuchte ihn in Manila festzunehmen, doch das gelang nicht, weil die Behörden nicht kooperierten. Nach kurzem Transit floh er nach Abu Dhabi, wo man ihm jedoch die Einreise nicht gewährte. Das Reich Azania war weniger wählerisch und so endete er in Kapstadt. Daisuke Hiku betont, dass Mr. Denton Kapstadt scheinbar als Notlösung gesehen hat und Fluchtorte im Einfluss der Cantonese Confederation (COC) gar nicht erst in Erwägung zog.

Im Moment gilt Frederic Denton für JIS, IDS und ein paar andere Staaten als dringend Tatverdächtiger. Ein internationaler Haftbefehl liegt aber nicht vor. Der Mann ist also im Großen und Ganzen juristisch nicht verfolgt, wird aber von einer kleinen Gruppe von Staaten gesucht. Außer durch milden politischen Druck auf Kapstadt, ist bisher weiter nichts versucht worden. Es gab einen kurzen Trideo-Chat, in dem Denton erklärt wurde, was man ihm vorwirft und er bestritten hat, die Tatbestände zu erfüllen. Das war letztlich eine Formalität für beide Seiten. Ein Verlesen von Statements mit einem Anwalt daneben. Eine Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich. Es ist bekannt, wo er sich aufhält und wie man ihn erreichen kann. Bisher wusste man jedoch noch nichts mit Frederic Denton weiter anzufangen. Die Aufarbeitung von Kinto (Operation Whiplash) wird absehbar noch Monate dauern.

Daisuke Hiku berichtet, dass man Frederic Denton auf den Vorschlag von Zoé Miller beziehungsweise Bazut Morellè hin bereits kontaktiert hat und sich eine geeignete Option abzeichnet. Die Unterhändler suchen Frederic Denton in Kapstadt auf. Der Customer Agent bemerkt hier scharfsinnig, dass Denton sich mutmaßlich bereits am für ihn bestmöglichen Ort aufhält, was das Thema eines neutralen Ortes gar nicht wirklich aufkommen ließ. Da es hier um Vorverhandlungen geht und niemand einen Koffer voll Gold bei sich trägt, haben die Unterhändler auch keine Bedenken dem Wunschort Kapstadt nachzukommen.

In diesem Sinne aktualisiert Daisuke Hiku die Missionsparameter für Operation Kimono: die drei Unterhändler in Hong Kong einsammeln und dann nach Kapstadt fliegen, um Frederic Denton zu treffen.

Eine Zusammenführung etwaiger „versprengter Ausrüstung“ sowie der weitere Transport wird natürlich übernommen. Da es sich bei Kapstadt um eine zivilisierte, moderne Metropole handelt, wird ein Treffpunkt wahrscheinlich in einem Hotel oder in einem öffentlichen Gebäude stattfinden können (wenn Azania hier eine offizielle Rolle spielen möchte).

Nachtrag: von den damaligen vier Zielpersonen aus Operation Whiplash befinden sich Mesuko Tari und Helen Brightwater in einer Haftanstalt in Tokyo. Claudine Montbruillards Aufenthalt ist seit Abu Dhabi unbekannt. Frederic Denton ist – natürlich – in Kapstadt.

Chillen sie ihr Gesicht. Brick packt den Zettel aus einem Glückskeks wieder weg, von dem er das abgelesen hat.

Selbstverständlich brauchen wir erstmal tiefergehende Informationen zum Treffen. Wenn wir da von je einem Abgesandten reden, von 4 Parteien, hat sich ja für uns nichts geändert. Sehen wir mal wo das hin führt. Reden wir aber von 20 Typen, die tagelang verhandeln wollen, gebe ich dir Recht. Warten wir einfach auf die nötigen Informationen.

 

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