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Une promenade

Régicite beendet seine Einträge und legt zwei Dateien im nun etablierten Battlenet der 77 ab. Eintrag 18 ins Feldlogbuch und eine Liste von Notizen zur Situation, für den Rest des Teams zur Kommentierung (Missionsseite). Dann legt er sich Schlafen, der Plan für den 18.09 ist reichlich Ruhe und ein Spaziergang.
Nach einem ausgiebigen Nachtschlaf macht er sich auf, die beiden Scrapper zu besuchen, ggf. auch in Begleitung, wenn jemand sich anschließen will. Er bringt ihnen 5l Wasser, welches er am Steinbaum gesammelt hat mit und bespricht mit ihnen zunächst, was vorgefallen und die möglichen Pläne, die sich nun ergeben.
Dann verwickelt er die beiden in ein ausgiebiges Gespräch zum Thema Panzerung und Schutzanzüge. Régicite braucht neue Schutzkleidung, gleichzeitig möchte er sich die Expertiese der Scrapper zu Nutze machen, um die extremen Witterungsverhältnisse für sich und sein Team erträglicher zu machen. In den nächsten Tagen wird er sich damit beschäftigen, für sich selbst und wenn möglich auch für Zoe, eine neue „Rüstung“ zusammen mit Webbing und Klimakontrolle zusammen zu stellen, so gut das unter den Umständen geht und gleichzeitig auch für den Rest des Team eine Klimaanpassung für ihrer jeweiligen Rüstungen vorzunehmen.
Schließlich wird er die zunächst die Scrapper und dann die Frafa, welche er vor einigen Tagen kennengelernt hat, zur geographischen Lage des Sandorakels befragen, um einen Eindruck von der Gegend zu gewinnen.
Letztlich steht dann noch auf der persönlichen Vorbereitungsliste die Konstruktion eines neuen Ghillisuits, welches sich eben genau für diese Gelände eignet.

Vorbereitungen für die nächsten Mission ist das (wieder)Zusammenstellen vollständiger Campingausrüstung für alle Teammitglieder. Ein Upgrade von Tarps und Hängematten zu Feldbetten mit Klima-Moskitonetzen wird ernsthaft in Erwägung gezogen.
Für den Aufstieg zu den Primordial Flowers bringt er die restliche Kletterausrüstung aus dem Leyland mit, ebenfalls wird er bei den jungen Fon-Bergsteigern um zusätzliches Klettermaterial, welche er sich ausleihen kann, bitten.
Für den Ausstieg wird auch der zugesagte Proviant für die Flower zusammengestellt, genug für mindestens die nächsten fünf Tage.

Am späten Nachmittag beobachtet er Norge bei der Steinmetzerei. Davon inspiriert wendet er sich seinen eigenen, inneren Gefühlen zu. Von Anfang an hat diese Land, besonders das wilde Land, einen bleibenden Eindruck auf ihn gemacht. Vielleicht ist es an der Zeit, herauszufinden, wie tief diese Verbindung geht. So beginnt er die Steine abzuschreiten, den Blick gesenkt, sein Gefühl in sein Inneres gerichtet. Dort findet er etwas Neues und doch nun schon sehr Vertrautes. Wenn es stimmt, was Adra sagt, dann war es schon immer Teil von ihm, wenn er an die Verbindung zwischen Ihm und Ihr denkt, ist das schwer zu verneinen. Aber ist das rauchlose Feuer ein ebenso ganzheitliches Konzept wie die Totems oder die Idola? Wenn ja, vielleicht lässt sich dann ja hier auch etwas finden was das Vertraute in Ihm widerspiegelt. Da gab es doch auch eine Idola deren Name vertraut klang…Sila?

Wenn in den nächsten Tag andere ruhige Momente entstehen, sieht man ihn, Tee trinkend und Hookah rauchend, eine alte Steintafel studiern und ein Papiernotizbuch mit reichliche wirren Einträgen füllen.

Norges Steinbild

Norges Vorhaben stieß nicht auf Schwierigkeiten. Der viertletzte Stein war ohne Verzierungen errichtet worden und zeigte vor allem bunter Farbmuster, Handabdrücke und Tiersilouetten von bewegender Einfachheit. Werkzeuge wurden von Hand zu Hand gereicht und nachdem Norge mit Kreide vorgezeichnet hatte, konnte er alsbald in der Hitze des Tages loslegen. Die schweißtreibende Arbeit war die erste Hauerei an diesem Setzstein. Die Ästhetik der japanischen Schriftzeichen fügte sich erstaunlich gut in den Kontext. Norge bekam auch ein paar Hinweise von anderen Arbeitern, wie er den Stein zu behauen hatte. Während der Arbeit schaute aus Norges Tasche eine kleine Figur interessiert zu, wie sich die Zeichen für das japanische Wort „anblicken“, „ansehen“ oder „bezeugen“ aus dem Fels formten: miru.

Norges Auszeit

Norge nutzt seine Zeit, die er zum Ausruhen hat. Innerhalb kurzer Zeit hat er sich einen Plan im Kopf zurecht gelegt. Der Stein des Anstoßes gaben dabei die Erlebnisse der letzten Wochen. Copper, der von einem Geist verschlungen wird, um nur eins zu nennen und das es eine schwarze Idola der Matrix gibt, deren Maske von einem Geist bewacht wird, wäre ein anderes dieser Erlebnisse.

Nach einem ausgiebigen Schlaf macht er sich erst auf zu den Hausa; und nachdem er dort einige Zeit verbrachte und sich mit den Leuten unterhalten hatte, machte er sich auf zu den Bariba, wo er ungefähr die selbe Zeit verbrachte. Er ging dabei jeweils nach dem gleichen Muster vor. Da es selbst nach mehreren Wochen keinen Sinn ergab, den Norwegischen Ork als Einheimischen zu tarnen, machte er sich auch keine Mühe damit. Aber er ging ohne Waffen los, nur mit einer kleinen Tasche. In dieser befanden sich Kekse, Kaugummis und ähnliches, Welches zum bestechen der Kinder gedacht war und sie so dazu zu bringen, mit den richtigen Leuten reden zu können. In beiden Lagern kam er so zu Leuten, die sich zumindest halbwegs oder sogar sehr gut mit den Steinen und den Idola auskennen. Zumindest in soweit das Norge klar gemacht wurde, dass es nicht schlimm wäre, wenn er auf einem der „herrenlosen“ Steine etwas hinterlassen würde. Sowohl bei den Hausa als auch bei den Bariba bekam er da die gleichen Auskünfte.

Nach der zweiten Schlafpause machte er sich dann auf zu einem dieser Steine. Er fragte nach Hammer und Meißel und begann, Folgendes hinein zu schlagen, was natürlich eine Zeitlang dauert. Nicht übermäßig groß, aber doch gut sichtbar entstehen nach und nach folgende Zeichen 見ル.

Atempause im Steinwald

Am Abend des 17. November 2073 hatte die einberufene Versammlung die Machenschaften der Agooji den Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Gruppen enthüllt. Ulowa, Vertreter und Mitglied in der Verfassungsgruppe für die Fon, hatte seine Mittäterschaft eingeräumt. Somit war nach dem Giftgasangriff auch der Rückfallplan eines Verrats vereitelt worden.

Die verordnete Ruhepause war dringend nötig und half der SFG 77 Körper und Geist wieder in einen etwas ausgeglicheneren Zustand zu bringen. Norge und ein Arzt der Hilfsorganisation prüften die Teammitglieder (inklusive Tukka und Rafik) auf ihren Gesundheitszustand. Die ständige Belastungssituation, die Kämpfe, Verfolgungen und das Adrenalin der vergangenen Tage und Wochen hatten dafür gesorgt, dass jeder im Team einsatzbereit blieb. In der nun angeordneten Ruhephase zeigte Norges Gesundheitscheck die physische Einsatzbereitschaft, gleichzeitig schlug die Erschöpfung voll durch. Möglicherweise waren 48 Stunden Pause unbermeidbar. Am meisten hatte es wohl Negative mitgenommen. Seine innere Flamme hatte den Körper ziemlich ausgelaugt. Andererseits waren alle soweit einsatztaulich, angesichts der Umstände. – Tukka und Rafik waren kerngesund und ließen den Gesundheitscheck amüsiert über sich ergehen. Die seelische und psychische Belastung der SFG 77 galt für die beiden nicht. Sie nahmen die Ereignisse als gegeben. Sorgen waren auf die unmittelbaren Dinge beschränkt. Bedauern, Zweifel oder Zukunftsängste kannten sie nicht. Nach wie vor war es Negative, der die beiden weiterhin irgendwie an die SFG 77 band.

Mit den jüngsten Ereignissen und ihrem tatkräftigen Wirken hatte die SFG 77 sich einem Teil der Großen Zusammenkunft bekannt gemacht. Als „Fremde“ konnte das Team Aufgaben und Rollen übernehmen, die den Versammelten unmöglich waren. Interne Ermittlungen, Kampfhandlungen oder politische Intrigen waren dem Kernzweck der Zusammenkunft stark entgegengesetzt, weshalb die involvierten Akteure vor Ort die SFG 77 als eine „Spielerin auf der Tribüne“ zu schätzen begannen. Trotz Negatives Beziehung zum nigerianischen Prinzenpaar wurde die SFG 77 allgemein als eine neutrale Kraft wahrgenommen. Negatives Beziehung zur Schwarzen Idola Andikan schien kein breit bekanntes Wissen zu sein. Auch wenn man annehmen durfte, dass kundige Augen die Zeichen zu deuten wussten, gab es keine Hysterie. So boten die verschiedenen Gruppen in den Folgetagen auch verschiedene Hilfestellungen an:

  • Rago lässt im Namen der Hausa ausrichten, dass er vom Wirken der SFG 77 in Nakatombe gehört habe. Er bietet dem Team an, Unterstützung nach Nakatombe zu senden. Dabei denkt er an eine zivile Instandsetzunggruppe und eine Wahlaufsicht einer „Übergangsbehörde“ (ehemals Ordnungsbehörde), die im Wesentlichen versucht lokale Infrastruktur wieder aufzubauen, politische Beobachtung und Beratung durchzuführen und die abgelegenen Gebiete auf eine Zeit nach dem Chaos vorzubereiten. Außerdem bietet Rago Zugang zu seiner Werft am Tawani-See. Neben Zugang zu Booten könnte die Werft auch für die Betankung von Helikoptern sehr hilfreich sein. Rago wartet auf eine Rückmeldung.
  • Ilewin lässt unkompliziert mitteilen, dass er von Gerüchten gehört hat, wonach das Sandorakel durch die SFG 77 befreit werden soll. Er bietet seine Unterstützung für die Eroberung und die anschließende Besatzung an. Er kann zehn berittene Infanteristen und weitere zehn Soldaten in zwei leichten Fahrzeugen bereitsstellen, die im begrenzten Rahmen durch Wüstengeister getarnt werden. Die Tarnung bezieht sich vor allem auf Wärmesignatur und Staubentwicklung, z.B. bei einer Offensive. Diese Kämpfer könnten anschließend am Sandorakel verbleiben und mittelfristig verstärkt werden.
  • Auch Odam möchte gerne etwas im Austausch geben, doch die Möglichkeiten der Bariba scheinen begrenzt. Er überbringt der SFG 77 Schmuckstücke aus dem alten Bariba-Königshaus und eine Art Dpesche, die er als Pfand zum Einlösen von Hilfsbereitschaft ansieht. Darin wird der SFG 77 in Bildern und Sprache eine gute Beziehung zur Familie von Odam bescheinigt. Odam hofft, dass dies hilfreich im überfluteten Schwemmland, in der Region um die Villa Tombu oder anderen Gebieten der Bariba sein könnte.
  • Das Prinzenpaar bietet Negative vier Kämpfer aus der Prinzengarde für ein Vorgehen am Sandorakel an, darunter zwei Trolle, die nun im Prinzip Negatives Personenschützer sind – wenn er sie nicht anderweitig anweist. Außerdem eröffnen die Geschwister das Angebot, loyale Milizen aus der Grauen Zone zum Schutz nach Nakatombe zu senden. Sie verweisen auf die drohende Vergeltungsgefahr durch Agooji oder Mercenary Inc.
  • Die Fon bieten den SFG 77 letztlich durch Pelebe ein geschütztes Lager an. Dort wäre das Team von allen Alltagssorgen befreit, vom Trubel abgeschirmt und auch durch zahlreiche (zivile) Personen geschützt. Privatsphäre und freier Zugang wären natürlich (im Rahmen des Möglichen) garantiert. Pelebe formuliert dies als ein Angebot der Wiedergutmachung.

Desweiteren ergaben sich rasch auch Antworten auf einige Fragen der SFG 77:

  • Leider lässt sich kein Derrenger für Copper auftreiben. Die Orichalkum-Munition muss also in anderen Kammern Platz finden.
  • Ein Decker und entsprechendes Equipment ist nicht verfügbar. Zugang zur Matrix oder die Entschlüsselung der Headmemory ist in der Große Zusammenkunft nicht absehbar. Die Scrapper in Nakatombe sind die wohl beste Adresse, für die Datenentschlüsselung derzeit.
  • Ulowa hatte Negative Informationen zum Wirken der Idola versprochen, soweit möglich. Für die Fon sind die Idola vor allem ein Aspekt der Hausschreine und des Vodun. Es werden viele allgemeine Dinge bestätigt, die der SFG 77 bereits bekannt sind. Im Wesentlichen entsprechen die zahlreichen Idola dem, was man normalerweise als Totem bezeichnet, nur dass Idola abstraktere und oftmals gesellschaftliche Konzepte des Zusammenlebens ausdrücken. Dem stehen die Totems als reine Tier- und Naturgeister gegenüber. Einige Idola haben derzeit überregionale Bekanntheit erlangt. Dazu zählen als Schwarze Idola: Afkarasar (auch „Opiumtraum“ genannt), Andikan („die Eroberin“), Mambu („Blut und Boden“), Zimba („Maschinenzombie“). Als Weiße Idola mit überregionaler Bedeutung gelten: Massuutu („Heilung des Landes“), Labima („die ewige Kunstfertige“), Zambede („der Atem des Hauses“). Zudem fallen die Namen Assomba, als Idola der Familienbande, Validane, als Idola des Wirtschaftshandelns, und Silah, als Eidgöttin. Deren Ausrichtungen sind jedoch unklar oder gelten als widersprüchlich. Sie sind also möglicherweise entartet oder nicht – oder beides. Ansonsten sind auch traditionelle Schamanen der Fon und Hausa der Ansicht, dass die Primordial Flower intimes und geheimes Wissen über die Gegenwart der Idola besitzen. Das bedeutet, dass auch Schamanen teilweise nicht so recht verstehen, was die moderne Welt aus ihren Idola gemacht hat oder wie sie miteinander in Beziehung stehen. Insofern betrachtet man die Primordial Flower als eine Art Medium, durch die man verstehen kann, wie die Welt der Idola durch die Brille der aktuellen Moderne aussieht.
  • Eine Fernaufklärung des Sandorakels wurde von Norge und anderen ohne Rückgriff auf Drohnen vorgeschlagen. Die Scrapper Wasotu und Lomo sehen sich prinzipiell dazu in der Lage, sofern sie entweder Reittiere oder wüstentaugliche Fahrzeuge erhalten. Sie sagen aber auch, dass sie das mit den anderen in Nakatombe besprechen möchten, sofern nicht Leib und Leben direkt davon abhängt. Auch die Frafa lassen sich vom Sinn einer Aufklärung überzeugen. Sie können sich vorstellen, einige Krieger zusammen zu entsenden, um einfach mal nach der tatsächlichen Lage zu schauen. Frafa-Krieger sind keine ausgebildeten Soldaten. Dementsprechend dürften sie ihre eigene Sicherheitslage und auch die potentiellen Feindkräfte nur unzureichend einschätzen können. Die Scrapper scheinen Katz-und Maus-Spiel mit Konzernen eher gewohnt.
  • Befragt man Ulowa nach den gewünschten Einflüssen der Agooji auf die neu entstehende Verfassung, dann sind die Informationen nicht sehr präzise. Die Agooji haben scheinbar nicht detailliert versucht über Ulowa EInfluss zu nehmen. Zwei Dinge hält Ulowa jedoch für sicher: Am meisten haben die Agooji (nach Aussage der nun toten Kaita) die Aufhebung des Territorialprinzips begrüßt, also die Zersetzung des Staates Dahomey. Dieser Teil, der ein zentraler Pfeiler im Entwurf der neuen Vision von Dahomey ist, kommt den Agooji sehr entgegen. Die größte Sorge oder Furcht haben die Agooji vor der Einführung des Prinzips eines symbolischen Tauschs als Verfassungsgrundsatz. Darin liegt der Versuch, die mystische und moderne Welt gereglt miteinander in Ausgleich zu bringen. Das passt bei den Agooji wohl nicht so gut in den Plan.
  • Der symbolische Tausch, der als Verfassungsgrundsatz vor Ort diskutiert wird, bezieht sich auf ein vormodernes Konzept des Zusammenlebens, das am besten in Abgrenzung von Markt- oder Warentausch zu verstehen ist. Ulowa und insbesondere Ilewin können erklären, dass der symbolische Tausch keinen „Wert“ kennt, sondern ein „Ordnungsprinzip“ ist. So wie etwa ein Gastgeschenk und die Gastfreundschaft oder eine Beerdigung als Tausch zwischen dieser und jener Welt, oder eine Hochzeit etc. Der symbolische Tausch vermittelt also Ordnungen des Zusammenlebens und insbesondere auch zwischen der profanen und mystischen Welt. Man gibt in den Tausch kein „Eigentum“ und auch keinen „Einsatz“ sondern seine Stellung, seine gesellschaftliche Rolle, ganze Lebensabschnitte, Anerkennung usw. Da sich der symbolische Tausch auch auf die mystische Welt erstreckt, umfasst er in der Erwachten Welt mittelbar auch Gesundheit (Abwesenheit von bösen Geistern und Göttern), Glück, Rache der Ahnen, Nachfahren, Bestand der Natur und des materiellen Besitzes. Wenn nun beispielweise ein Politiker ein Amt (Macht) auf Zeit im Sinne des symbolischen Tauschs übernimmt, dann kann der adäquate Gegenwert keine „Kompensation“ sein (etwa Lohn), sondern Ohmmacht. Er muss etwas vollumfängliches und adäquates dafür aufgeben (z.B. für einige Zeit das Familienleben oder seine bisherige Stellung). Daher ist diese uralte, prähistorische Form des Tauschhandels im Falle des Extrems ein Handel mit dem Tod, weil gewisse Dinge nur mit dem Tod erworben werden können. Andernfalls wäre die Ordnung des Zusammenlebens gestört. Daher spricht die Verfassung an dieser Stelle wörtlich vom Tod. Wer das höchste Amt in einem Zweckverband Dahomeys ausüben will, verlässt die private Ordnung, Familie und andere Beziehungen und kehrt dahin niemals zurück. Im Anschluss an das Amt tritt dann der Übergang in die Ahnenwelt. Copper, der sich einmal mit Grundlagen der Rechtslehre beschäftigt hat, oder Negative, der gerade dabei ist, diese Welt für sich zu erdecken, erkennen vielleicht in Rafik und Tukka zwei Menschen, die nur im symbolischen Tausch leben und den modernen, marktförmigen Tausch von Werten, Waren, Summen und Anhäufungen nicht verstehen. Régicide dürfte die Idee des symbolischen Tauschs am ehesten aus dem Umgang mit Geistern bekannt sein. Allerdings sind diese mystischen Prinzipien nicht eins zu eins auf die rein menschliche Welt zu übertragen. – Warum der symbolische Tausch? Die Verfassungsgebende Versammlung ist scheinbar der Ansicht, dass die Moderne am kapitalistischen und warenförmigen Tausch zugrunde geht und sieht im Rückgang auf eine völlig andere Tauschform eine Chance, Dahomey zu helfen. Den Agooji ist das nicht willkommen, weil diese Tauschform möglicherweise die Entartung der Idola durch moderne Lebensweisen verringert. Tradition und Moderne, spirituelle und materielle Welt, Religion und Wissenschaft könnten im symbolischen Tausch vielleicht zusammenfinden.
  • Negatives Idee, dass die Geistreise ante oder post mortem der Agooji mit den Idola zusammenhängen könnte, lässt sich nicht sicher prüfen. Negatives bisherige Unterweisungen in den Prinzipien Andikans zeigen durchaus Spielraum zur Interpretation. So schützt Andikan ihre Gemeinschaft verbissen und effizient, was konsequenterweise auch bedeuten kann, dass ihre Mitglieder selbst nach dem Tod noch gebunden bleiben oder auch Verrat in der Gefangenschaft durch eine Trennung von Körper und Geist vereitelt wird. Auch eine Bestrafung im Falle des Scheiterns könnte eine Erklärung sein. Hier fehlt es aber an weiteren Hinweisen. Prinzipiell ist die Annahme, dass Idola diesen Effekt mit beeinflussen oder hervorrufen, wahrscheinlich. Man denke etwa an den Capo der Afkarasar, der sich auch nicht mit seinem Tod zufrieden gab.

Un Pause et une décision

Zurückgelehnt in den Kissen unter dem Zelt, den Schlauch einer Hookah im Mundwinkel, macht Régicide Notizen auf seinem Pad, wahrscheinlich verfasst er einen Eintrag ins Missionslog. Nach dem Negative und Norge das weitere vorgehen angerissen haben, verlangt er nach Aufmerksamkeit:
„Nous avons tous besoin d’une pause! Ich ordne 30Std. Ruhe, so wie zwei Mal min. 7Std Schlaf an!“
Er blickt zu Norge herüber:
„Zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit! In Rücksprache mit dem Team Medic, wird ebenfalls eine Gesundheitscheck fällig. Keine Dehydration, Hitzschlag oder Hühneraugen! Das obliegt Hérault, er muss jeden von uns für Einsatztauglich erklären.

Nächste Aktion ist der Aufstieg zu den Primordial Flowers, 19.11/0600h! Primär eine Informationsbeschaffungsmaßnahmen, aber wer er zur Selbstfindung und zur Entspannung nutzen will, kann das tun…sicher das ich es so nutzen werde!

Zum weiteren Vorgehen:
Philippè hat mit Sicherheit recht, diese Sache hier ist noch nicht ausgestanden. Was für uns aber am entscheidendsten ist, bleibt die Frage nach den Motiven und den Endzielen der Agoji. Befragt Ulowa, nehmt euch den Verfassungsentwurf vor, mir ist gerade beim überfliegen nur das mit diesem „Austausch und dem Austausch im Tod“! Aufgefallen. Was hat es damit auf sich?

Dann gilt es eine wichtige Entscheidung bezüglich den Sandorakel zu treffen. Comptòn hat zurecht angemerkt das unser Eingreifen hier nicht unbemerkt bleiben wird, so das es sein kann das die Truppen beim Orakel Verstärkung bekommen. Quick`n`Dirty, wie der CAS-ler sagen würde, ist das einzige Mittel dagegen. Das bedeutet hier Unterstützung zu sammeln, direkt nach dem Abstieg aufzubrechen, das Gebiet zu erkunden und dann sofort zuzuschlagen, mit dem was wir haben.
Oder wir Planen etwas langfristiger. Das wäre aber mit einer Rückreise nach Nakatombe verbunden, also einen Tag Reise, dann einen Tag mit dem verladen und bearbeiten von Material, so das wir unsere Mini-Mirage auch zum Einsatz bringen können und dann die Rückreise, dann Aufklärung und dann zuschlagen.
Egal in welcher Variante, ich sehe eine Recon faible impact wie von Hérault vorgegeben als das einzige sinnvolle Mittel, der Überraschungseffekt ist zu wertvoll um ihn leichtfertig zu vergeben.

Ich werde morgen nochmal zu unserem Fahrzeug spazieren und die restliche Kletterausrüstung holen, so das wir eine durchgehende Seilschaft einrichten können. Wenn noch jemand was von dort braucht, sagt bescheit.“
Das geblubber der Wasserpfeife nimmt wieder fahrt auf, als der Lt. sich wieder seinem Pad zuwendet.

Sandorakel

„Kein schlechter Vorschlag, Norge. Und ich denke außerdem, dass uns die Leute hier was schulden!“ antwortet Zoe. Die SFG 77 befindet sich immer noch unter dem Zelt, in dem vor einigen Stunden die Zusammenkunft stattfand und genießt die Kühle der Nacht.

„Ich denke, dass wir auch von hier aus Einiges an Aufklärung tun können. Dein Vorschlag passt das gut ins Bild, Norge. Bevor wir in diese Richtung aufbrechen, müssen wir uns alle Informationen holen, die wir holen können. Die Frafa sind möglicherweise interessante Ansprechpartern. Zoe, kümmere dich bitte darum!“ wirft der Lt an und fährt fort: „Negative, Copper: Ulowa ist hier noch nicht fertig. Weil wir immer noch zu wenig Informationen über den Gegner haben, schaut euch doch bitte den Verfassungsentwurf an. Was genau war die Intention der Agoji, was wollten sie in die Verfassung schreiben lassen? Bevor sich Ulowa zurückzieht, muß er darauf antworten! Am Besten direkt morgen früh.“

„Ich würde diese Informationsbeschaffung gerne erweitern, Lt. Du hast die Mission fürs Erste für beendet erklärt – aber ich werde das Gefühl nicht los, dass der Einfluß der Agoji hier nicht vollständig getilgt ist. Zur Theorie kannst du da sicher mehr sagen, aber dass sich die möglicherweise mächtigste Vertreterin der Gegner hier so aus dem Verkehr ziehen kann, indem sie ihren Geist irgenwo hinschickt oder er hingeschickt oder gezogen wird… Hällst du es nicht für möglich, dass sowas auch ein Werk der Idola sein könnte? Ich für meinen Teil will das auf jeden Fall erfragen, welche da in Frage käme.“ wendet Negative ein. Er bemerkt die Blicke der Anwesenden. „Ja, möglich, dass die Antwort auf diese Frage mit Andikan zu tun hat. Aber bevor wir nichts dazu wissen, sind solche Gedanken wenig hilfreich. Und ja, wenn mir was wie auch immer in den Sinn dazu käme, ich würde es euch sagen!

Alternativen

Norge wartet bis die SFG alleine ist und ergreift dann, eine Zigarre paffend, das Wort.

Also, ich habe mir das noch mal durch den Kopf gehen lassen. Es waren ja erste Gedanken zum weiteren Vorgehen. Mit Jetdrohne aufklären usw. Sicherlich würden wir eine Momentaufnahme bekommen wenn wir das machen, aber wohl kaum ein klares oder gar umfassendes Bild. Dazu würden wir dann auch eine Schlagkräftige Waffe aus den Händen geben und, da es zu befürchten steht das die Drohne durchaus bemerkt wird durch feindliche Drohnen oder entsprechende Sensorik, würde das Überraschungsmoment wohl weg fallen.
Aus diesem Grund habe ich mal einen alternativen Vorschlag. Ich schicke voraus das dies wohl nur funktiniert wenn die Wüstenleute mitmachen. Eine Nahaufklärung, durchgeführt durch eben diese. Ich gehe davon aus das immer noch Leute wie sie durch die Wüste ziehen und sich wohl auch dem Platz des Orakels mal mehr oder wenige nähern. Wenn sie entsprechend unauffällig sind, sollte es ihnen möglich sein den Ort aus zu spähen und uns zu berichten.

Kommen wir zu den Vorteilen die ich dabei sehe:
1. Wir bekommen mehr als nur eine Momentaufnahme bei einem Überflug.
2. Die Jetdrohne bleibt uns als Luftunterstützung erhalten.
3. Ein etwaiger Überraschungsmoment bleibt erhalten.
4. Wenn wir es schaffen das die Wüstenleute weiter mitmischen, zumindest zum Teil, haben wir eine Beobachterin für den Mörser, welcher dadurch effektiver wird, als auch für die Jetdrohne sofern Snoopy das braucht. Zumindest könnte man darauf zurückgreifen.

Das wäre erstmal mein Vorschlag.

Nach diesen letzten Worten lehnt er sich zurück und wartet wohl darauf das sich die Freunde zu seinem Vorschlag äußern.

Back in BUSINESS

Am Abend des 08.10. sind alle Berichte abgegeben, alle Informationen ausgetauscht… jetzt muss nur noch entschieden werden, wie es weitergeht. Der Lt. sitzt auf einer Waffenkiste und trinkt Kaffee aus seiner Thermoskanne…

„Dann haben wir wohl alle Fakten auf dem Tisch“ deutet auf den Tisch voller Fakten:
„Jetzt müssen wir uns nur noch darüber klar werden, wie wir vorgehen wollen. Bisher haben wir schnell und unter hartem Zeitdruck gehandelt, das könnten wir auch so beibehalten. Ich sehe jedoch nicht, wie uns das weitere Vorteile einbringt. Im Gegenteil, wir sind immer noch nicht an einem Punkt, von dem aus wir effektiv und sicher operieren können.
Ich habe mir ein paar lose Gedanken gemacht, möchte aber jetzt von jedem hören, was er für sinnvoll hält. Direkte Vorschläge sind hierbei genauso gut wie allgemeine Gedanken.
In zwei Gebieten in der grauen Zone wird in zwei Tagen gewählt, nach den Vorkommnissen in Ihuma und den sporadischen Informationen, die wir gesammelt haben, besteht die Chance, dass es auch dort zu Vorfällen kommt.
Wir wollen den Informanten Evan Choi finden, was bedeutet, dass wir in seine Wohnung einsteigen müssen. Nach den gesammelten Informationen scheint dies für uns machbar.
Wir wollen die Tombu Villa sichern und den Uplink für uns gewinnen, beides ist mit größerem Aufwand verbunden. Für den Uplink gilt es die örtliche Lage zu beobachten, für Tombu müsste ausgiebige Recon betrieben werden.
Erste Frage: Wie sehen die geeigneten Profis den Aufwand in die Wohnung einzudringen? Können wir das morgen erledigen? Wenn nicht, kein Problem. Wenn ja, dann lasst es uns tun.

Ich habe immer noch keine Idee, was wir in dem Wahlgebieten tun wollen. Wenn wir eine Sache aus unserem Road Trip gelernt haben, dann dass dort draußen Leute unterwegs sind, die auf alles schießen, was sich bewegt… aber warum? Wenn die versucht hätten, uns auszurauben… ok. Aber uns einfach nur umbringen?
Wir haben kein Fahrzeug, mit welchem wir uns effektiv bewegen können, also kommt das Operieren außerhalb der Ortschaften kaum in Frage. Die Fahrzeugfrage muss unbedingt geklärt werden.
Wer hält es für eine gute Idee, dass wir uns am Wahltag dort in der Gegend aufhalten, beobachten, vor Ort sind und versuchen so viel wie möglich an Daten zu sammeln? Negative eröffnet Shop in einem Hotelzimmer mit der Funkausrüstung… keine Ahnung, ob das ein effektives Vorgehen ist. Wir könnten auch einfach hier bleiben und unsere eigentlichen Mission vorbereiten.
Heute Abend um 2400 läuft das Ultimatum der CCMA für Dahomeys Matrixzensur aus.  Das wird ein interessanter Moment bei den Protesten um das Uplink Gebäude.
Ich möchte keine großen Aktionen vom Zaun brechen, ohne gut darauf vorbereitet zu sein. Bis dahin sollte unser Vorgehen so wenig invasiv wie möglich sein.
Also,wie sieht es aus?

Lena gibt die aktuelle Lage zum fahrbaren Untersatz in die Runde:
Kameraden,
da wir bisher kein eigenes Fahrzeug hatten, habe ich mich heute Morgen mit Chief Hiller beratschlagt und eben die Bestätigung bekommen, dass wir noch heute einen Van abholen können. War ein Schnäppchen. Für 22.000 Nuyen habe ich einen gebrauchten Karu Hauler Van bekommen. Ist eine afrikanische Produktion. Ich wollte was mit Diesel, wegen der Power und Ausdauer. In Dahomey läuft ja fast alles nur noch mit Elekto. Der Wagen kann sechs Leute bequem fassen und hat noch Platz für einiges an Ausrüstung. Der Van war früher von einem Lieferdienst im Einsatz. Sollte also unauffällig daherkommen, im Stadtbild.
Außerdem habe ich eine Transponder Library bekommen. Chief Hiller und ich werden die sofort einbauen, wenn der Van da ist. Damit kann man im GridLink unterwegs sein, wechselt aber ständig die Signatur. Macht es schwerer den Wagen zu tracken. Die Morphing License Plate steht auch noch aus. Kommt aber die Tage.

20731008 – 19:54:22
„Danke Lena! Wieder mal gut gemacht! Regicide: solltest Du in ein paar Tagen mal wieder einen Bericht nach oben schicken, ist das hier insgesamt eine Erwähnung wert.
Der Lt. nickt.
Negative wendet sich der eingeblendeten CCOM-Nachricht zu. Ein Lächeln in den Gesichtern zeigt bei allen – außer Copper – die Vorfreude, wieder als quasi komplettes Team weitermachen zu können:
„Ehrlich gesagt, ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich sie so bald wiedersehen werde. Ich bin gespannt, wie es ihr geht.“ Sein Blick trübt sich etwas „Denn falls sie noch nicht wieder ganz hergestellt ist, wird es möglicherweise Situationen geben, in denen ihr Wohl vor dem der Mission steht. Ich denke, wir sollten uns dessen lieber jetzt wie später klar machen. Auch, damit Copper weiß, woran er ist.“ 
Er bleibt einen Moment nachdenklich… 
„Aber jetzt zur Mission. Meine Meinung: die Wohnung sollte für uns hier kein Problem sein. Unsere Ausrüstung sollte dafür auch ausreichen. Zuschlagen würde ich über den Lift. Kameras außer Kraft setzen müssen wir in beiden Fällen,  aber wenn die Türen erstmal zu sind, können wir in aller Ruhe den Scanner knacken. Bei einem Zugriff über die Hintertüre haben wir diese Zeit möglicherweise nicht, einfach weil das Viertel recht belebt ist. Es sein denn, wir suchen uns eine Tageszeit aus, wo es ruhiger ist. Also z.B. morgen mittag gegen 1300. Oder wir nutzen eine mögliche Aufruhr durch eine nicht freigegebene Dahomey-Matrix!? Dann müsste der Zugriff in ca. 12 Stunden passieren. Außerdem: eine Tarnung wäre vielleicht hilfreich… Wer geht rein? Norge, Copper und ich?
Was das weitere Vorgehen betrifft: sollten keine besonderen Vorkommnisse in der Wohnung geschehen, steht wie gesagt der Tombu Villa nichts im Wege. Transportwege gibt es dann ja zwei, entweder wieder über Land oder mit dem neuen Van. Vermutlich macht Letztere mehr Sinn, auch wenn es länger dauert, nach Norden zu kommen. Allerdings müsste dann die Drohne mit, um vorab aufzuklären.

20731008 – 20:02:54
Zoe betritt den Raum als Negative gerade zu Ende gesprochen hat. Sie sieht sichtlich fertig aus, nach einer langen Reise:
„Wo soll eine Drohne hin um aufzuklären?“
Ein breites Grinsen zieht sich über ihr Gesicht als sie in die Runde blickt. Sie lässt ihren viel zu großen Rucksack an Ort und Stelle fallen und begrüßt Regicide, Norge und Negative herzliche mit einer Umarmung. Negative sieht sie einen Moment länger an, beschließt dann aber ihn unter 4 Augen nach der auffälligen Veränderung in seinem Gesicht zu fragen. Dingo läuft wedelnd die Runde ab und bleibt nur vor Copper einen Moment skeptisch stehen. Nachdem er sieht, dass Zoe ihn freundlich mit Handschlag begrüßt und sich vorstellt, trollt er sich in eine Ecke:
„Wie geht es euch? Ihr müsst mir alles erzählen! Ich habe euch wirklich vermisst, aber die Auszeit war sehr wichtig für mich.“ nach einer kurzen Pause ergänzt sie „Macht euch keine Sorgen, ohne psychiatrische Freigabe hätte AIM mich nicht fest angestellt.“
Sie zwinkert Negative zu und dieser fragt sich, wie viel Zoe von seinen Worten schon mitbekommen hatte… 

Bazut ist sichtlich froh, das Zoe zurück ist. Wenn man nach 20min Begrüßung und Wohnungsführung wieder zusammen kommt, besieht er sich sein, für ihn nun endlich vollständiges, Team und nickt…ganz so als wollte er sagen „Dann können wir jetzt ja richtig anfangen“

Was er wirklich tut ist die Situation und den Plan zusammen zu fassen:

„Philippè, Zoé diese Sache ist eure Expertise. Also habt ihr für diese Aktion Operatives Comando, Plan, Zeiten, Anweisungen an den Rest!
Ein Blick zu den Beiden:
„Wenn der Plan so bestehen bleibt werden wir morgen Mittag in die Wohnung von Choi eindringen, korrekt? Was der Rest von uns zur Unterstützung tun soll müsst ihr dann noch genauer festlegen.“

,Norge meldet sich zu Wort:
Sieht ja nach einer kurzen Einsatzzeit aus, bei der wir nicht unbedingt auffallen wollen. Ich lasse die schweren Waffen dann mal zurück. Pistole und ein paar verschiedene Granaten sollten dafür ja vollkommen ausreichen. Oder wollen wir auf alles vorbereitet sein? Ich denke mal mit MG oder Sturmgewehr fallen wir da sofort auf und ziehen Aufmerksamkeit auf uns die wir nicht haben wollen. Das ich das Sani Zeug dabei habe, versteht sich ja von selbst.“

Régicide nickt:
Korrekt, keine schwere Bewaffnung. Ich würde sogar noch weiter gehen und ganz auf Waffen verzichten. Wenn wir als Non-SIN in eine Kontrolle geraten ist das hier nicht ganz so tragisch, mit Waffen wird es dann sofort komplex.
Hérault braucht sowieso keine Waffe um gefährlich zu sein…ich wohl auch nicht, wie sieht der Rest das?
Taser?
Und ich habe noch meine vertrautes Animal-Master, das ist auch noch eine Variante für Low-Profile, Less-Lethal Option!

Er denkt einen Moment nach, auch, um den anderen Zeit zu geben, ihre Meinungen kundzutun. Dann fährt er fort:
„Heute Abend zieht es mich nach Süd-Westen. Ich denke, um Mitternacht ist das ein interessanter Ort, um Beobachtungen zu machen. Wenn um 0000 das Ultimatum der CCMA für Dahomeys Matrixzensur ausläuft und Dahomey sich nicht fügt und die nicht zumindest einen Teil des Systems wieder freigeben, kann es sein, dass es dort zu Ausschreitungen kommt.
Dann möchte ich vor Ort sein, um zu beobachten. Hier interessieren mich vor allem:
Gibt es auf seiten der Demonstranten einen Organisationsstruktur, die über das zu Erwartende hinaus geht. Gibt es Agitatoren, eine gezielten Aufruf zur Gewalt verbreiten oder das Gegenteil?
Auf der anderen Seite möchte ich sehen und auch dokumentieren, wie sich Merc Inc. verhält. Die Amerikaner haben nicht den besten Ruf, was ihrer Deeskalationstaktiken angeht; und wenn es hier zu Zwischenfällen kommt, möchte ich es in Bild und Ton haben. Zusätzlich könnte es uns Aufschluss darüber geben, wie die Sicherheit aufgebaut und strukturiert ist.
Ich weiß nicht, ob wir im Olympic Ozean ohne Reservierung und SIN einen Tisch bekommen, aber wir suchen uns einen Platz, wo wir gut zu Abend essen können, dann observieren wir die Lage. Wenn nichts passiert, besuchen wir danach den Spa und regenerieren, wenn etwas los ist, heißt es Kameras frei.
Christophè, ich möchte dich im lokalen Netz haben. Wenn sie die Sperre lösen, kannst du direkt mit einer Recherche der Lokalnachrichten anfangen – und wenn nicht, möchte ich, dass du die zensierten Nachrichten verfolgst, offiziell muss dazu Stellung bezogen werden..ggf. Political Chat Rooms und, so weit möglich, das Shadownet im Auge behälts und uns berichtest. Colletté, Lena ich denke, dass ihr eure Zeit sinnvoll füllen werdet. Wenn aber eine von euch das Bedürfnis hat, mal raus zu kommen, könnt ihr auch mit in den Einsatz gehen. Das stelle ich euch frei.
Und jetzt kontaktieren wir noch Goodfellow und lassen uns erklären, wie wir für ihn einen Uplink zu Serven, Admin oder der Techwarte für ihn herstellen können. Das nötige Werkzeug dafür kommt ins Auto, nur für den Fall der Fälle!“

Kaum ist Zoe gebührend willkommen geheißen und die Diskussion beendet, verschwinden Negative und Lena an das Matrix-Terminal im HQ. Eine gute Stunde später verschafft sich ein sichtlich zufriedener Elf Platz an einem der Tische. Er verteilt frische Yovo Doko und setzt sich scheinbar gutgelaunt an einen der Tische im HQ. Dort packt er einen nicht zu großen Pappkarton aus und schraubt einige Minuten an einigen ausgestanzten Metallteilen und Elektromotoren. Dazu tauchen einige Schachteln mit dünnen Schnüren und Plastikflaschen mit klaren Flüssigkeiten auf…
Kurze Zeit später hängt der billige 3D-Drucker an einem Tablet und rüttelt gemächlich vor sich hin. Das 3D-Modell eines Fingerabdrucks entsteht langsam aus dem Hartplastik. Nebenbei mischt Negative mit dem Chemiebaukasten eine eigenartig riechende Gummi-Melasse, die er dünn über das fertige Positiv gießt. Nach dem Aushärten zieht er vorsichtig den Film ab und begutachtet den Abdruck unter der Lupe: „Scheint ganz ok zu sein…“ murmelt er.
„Könnte klappen…“.

Indienststellung Zoé Miller

Lieutenant Morellè,

das CCOM hat mir soeben mitgeteilt, dass Zoé Miller das Beschäftigungsverhältnis mit AIM akzeptiert hat. Sie wird als CW2 der SFG 77 zugeteilt. Sicherheitsfreigabe B2. Sie übernimmt die Rolle 77O von Chief C. Hiller, welche wiederum als Assistant Vehicle Operator (770O) vorerst im Team verbleibt. Bitte wägen Sie ab, ob sie das Budget weiterhin mit Chief Hiller belasten möchten.

Chief Z. Miller hat bereits Zugang zum Operations Host. Rechnen Sie mit einer Verfügbarkeit kurz vor dem nächsten Einsatzbeginn.

Herzliche Grüße,

CPT Katsuo Uzun

Die Observation der Informantenwohnung

Es war bereits beginnende Nacht des 07. Oktober 2073 gewesen, als Copper und Norge ihre Observation, wie vom Lieutenant gewünscht, mit dem Appartment des verschwundenen Informanten Evan Choi fortsetzten. Möglicherweise hatten sie sich auch etwas mehr Zeit gelassen, die aufziehende Dämmerung und Kühle genossen, eines der unzähligen Restaurants besucht oder gar beim HQ vorbeigeschaut um eine Dusche zu nehmen. Jedenfalls war nun Nacht. Die wesentlich angenehmere Tageshälfte in Moskuwa.

Quartier Néo, Moskuwa

Die Wohnung des verlustig gegangenen Informanten lag im Stadtquartier „Néo“, am Ostende der Stadt. Ein sehr modernes und junges Viertel, das sich ungefähr zu gleichen Teilen auf Konzerne, Kultur und Nachtleben verteilte. Insgesamt war es das jüngste und am dichtesten (dauerhaft) besiedelte Stadtgebiet von Moskuwa. Wie auch im Valley Reach, gab es neben topmodernen Glas- und Stahlpalästen auch Gebäude, die der traditionellen Lebensweise in moderner Form verpflichtet geblieben waren. Allerdings trugen insbesondere das Vergnügungsviertel und die zweitklassigen Konzernbauten dazu bei, dass Quartier Néo noch ein Stück mehr den klassischen Großstädten, wie Seattle oder Denver, nachahmte.

Die Wohnung von Evan Choi befand sich im „Gebäude 25538“, zwischen den Schatten von Konzernhochhäusern und dem Vergnügungsviertel gelegen. Der Weg von der GridLink Station oder Tunnelbahn führte Norge und Copper aber zuerst über den Nachtmarkt Moska. In bunten Farben mischte sich hier ein lokaler Markt mit Schaustellerei, Livemusik und kommerziellen Verkaufsständen, viele davon mobil. Das Stadtquartier zelebrierte hier sich selbst unter freiem Himmel. Keine Sicherheitskräfte, keine Kameras, keine Patroullien. Dafür öffentliche (echte) Grünanlagen unter schützenden Klimadächern, Grillfeiern und sogar eine Kunstausstellung für Wandmalerei.

Dem Nachtmarkt schloss sich unvermittelt das Vergnügungsviertel an. Schrill und laut wankten hier Konzernbeamte im Anzug, Neo-Tribals in Körperbemalung und ausländische Gäste Arm in Arm von Cocktailbar zu Striptease-Shows. Dazu gab es Trideo-Center, Spielhallen, Schnappskeller, Fitnessclubs, Geschäfte für Luxuswaren und Importprodkute aus aller Welt. Arm war das Viertel jedenfalls nicht. Als die Lichter weniger wurden befand man sich dann im Schatten der Konzernbauten, den „Power Banks“. Und an der dünnen Linie des Zwielichts lag Gebäude 25538.

Gebäude 25538, Quartier Néo, Moskuwa

Der nicht ungewöhnliche, warme regen, der überraschend einsetzte, hielt die Metas nicht davon ab, auf der Straße zu bleiben. Gebäude 25538 lag an einem beliebten Pendelweg zwischen Power Banks und Moska. Der Betrieb war daher rege. Das erleichterte die Observation. Mal aus einem Café, dann einmal direkt zum Haus ran, mit einem Drohnen-Taxi vorbei – ja, sogar kurz darüber hinweg. Nach gut zwei Stunden hatte man das Gefühl, alles gesehen zu haben.

Evan Chois Wohung lag im Obergeschoss an einer Straßenecke. Unter seiner Wohnung gab es eine Implantatpraxis sowie ein kleines Kaufhaus für Kleinwaren aus dem Haushaltsbereich. Im Souterrain hatte sich ein nobles, persisches Restaurant breit gemacht. Ansonsten bot die weitere Nachbarschaft auch so einiges. Eine Automatenfiliale der Afrikanischen Bankenallianz, Cafés, Shops, einen großen Kindergarten und zahlreiche kleine und mittelgroße Wohnungen, die wahrscheinlich em ehesten die Lohnsklaven mit mittlerem Gehaltsscheck von den Power Banks anzogen. Immer wieder fielen gut platzierte Kameras auf. So richtig ungesehen konnte man sich hier wohl nur bewegen, wenn man sich sehr gut auskannte.

Evan Chois Wohnung konnte man auf zwei Wegen erreichen. Ein Fahrstuhl, der von der Straße in das Kaufhaus führte, hatte mit Schlüsselkarte und Fingerabdruck einen Vorrang für das Appartment im Obergeschoss. Copper und Norge wollten nicht riskieren, den Fahrstuhl zur Rush Hour zu manipulieren. Vielleicht wäre das auch gar nicht so einfach. Der Standard hier schien hoch.

Der zweite Eingang lag in der hinteren Häuserfront, etwas zurückgesetzt. Dort war es dunkler, Müll wurde gelagert und deutlich weniger gut Betuchte wanderten auf den parallelen Pfaden zum Licht der Einkaufsmeile. Nur wer die Abkürzungen kannte, ging hier entlang. Ein Fingerabdruckscan war notwendig, um in das Treppenhaus zu gelangen. Durch die Glasfassade konnte man erahnen, dass die Treppe bis auf das Niveau von Evan Chois Wohnung führte. Zwei Kameras hatten den Eingang zum Treppenhaus fest im Blick. Gut sichtbare Schilder wiesen dankenswerterweise darauf hin, dass das Gebäude von EncoTech überwacht wurde. Ein Eindringen schien hier zumindest für die Spezialisten im Team kein großes Ding.

Copper und Norge konnten zwar das treppenhaus nicht betreten, setzten die Beobachtung der Wohnung aber für ein paar Stunden von außen fort. Es passierte nichts. Die Wohnung war dunkel, die Glasfronten hatten die Jalousien entweder offen oder auf Halbmast, wahrscheinlich im Rhythmus von Wetter und Sonne gesteuert. Gegen drei Uhr morgens, am 08. Oktober 2073, kehrten sie zum HQ zurück – es sei denn, sie hatten noch andere Pläne.

Ergebnisse