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Die Observation des Matrix Providers

Als am 07. Oktober 2073 Negative und Régicide zu einem Roadtrip ins Umland aufbrachen, machten sich Copper und Norge daran zwei potentielle Missionsziele zu observieren. In der Mittagshitze des Tages begannen sie mit dem Matrix Provider in Moskuwa.

Am südwestlichen Ende von Moskuwa befand sich der Dahomey LTG Matrix Provider. Ein massives Gebäude in einer AA-Gegend, schon aus einigen Kilometern aufgrund der markanten, rot-weißen Antennen auf dem Dach erkennbar. Praktisch der gesamte Matrix-Verkehr von Dahomey wurde von dort aus überwacht oder lief ohnehin durch die trolldicken Glasfaserbündel. Einiges pulsierte auch über Mikrowellen- oder Laserbrücken weit ins Umland hinein. Die Masse der Erdkabel konnte man nur erahnen. Das Gebäude selbst war sicher 50 Jahre alt und entsprechend gewachsen und modernisiert worden.

Dahomey LTG Matrix Provider

Eine Observation aus dem Nahbereich war zu Fuß möglich. Für Fahrzeuge am Boden und in der Luft war die unmittelbare Umgebung des Matrix Providers gesperrt. Der Konkurrent Mercenary Inc. hatte die Verantwortung und patroullierte im, auf, an und neben dem Gebäude. Anlass dazu gab es auch durchaus. An zwei Seiten des Gebäudes hatte sich ein kompaktes und verschanztes Protestcamp gebildet. Angehörige aller Metatypen, Nationen und Hautfarben prangerten dort den unerhörten Fall von Matrixzensur an, der noch immer andauerte. Die Lage war angespannt, es gab öffentliche Reden. Presse war vor Ort und die Sicherheitsleute hielten sich zurück – im Moment. Copper dürfte aus seiner Zeit in Kairo einen Vergleich ziehen können. Danach war es beeindruckend, dass Dahomey dieses Protestcamp mit mindestens 800 bis 1000 Personen duldete. Bis in die Seitenstraßen wucherte die Zeltstadt hinein. Bei knapp über 50 °C über dem flimmernden Asphalt war es für die Metamenschen eine Tortur. Alle warteten auf die Nacht.

Hauptpforte Westeingang

Das Gebäude selber war nach dem klassischen Vorbild der Fortress Economy (ein Begriff der in Seattle erfunden worden war) ausgebaut. Ein paar Schlaglichter: Die Hauptforte an der Westseite glich einem Grenzübergang zwischen UCAS und COC, wenn man sich einen vorstellen wollte. Reiner Personaleinlass, Cyberware-Scanner, Metalldetektoren, Hunde, schwere Waffen, Walker-Dronen in Orkgröße (die neuen Modelle, mit der Wendigkeit eines elfischen Basketballspielers), Sicherheitsdrohnen im Außenbereich, vollautomatische Flugabwehgeschütze auf dem Dach (davon konnte man nur im Gespräch mit den Demonstranten erfahren; gestern waren vier unerlaubte Drohnen abgeschossen worden).

Alles war dazu da, die absolute Unangreifbarkeit zu suggerieren und Null-Toleranz zur Schau zu stellen. Soweit erwartbar. Wie sah es wirklich aus? Laut Mike Goodfellow wäre es notwendig, eine Glasfaserleitung, einen Host, Slave oder einen Datenserver direkt anzuzapfen, welche direkt mit dem Cencorship Host oder der Matrix Filter Authority verbunden sein müsste. Als mögliche Angriffspunkte sah er die Serverfarm, die Administratorenbereiche oder möglicherweise die Technikwarte auf dem Dach. Die einzige Schwachstelle, die Copper und Norge finden konnten, waren Hinweise auf ausgedehnte Kelleranlagen. Es war ja zu erwarten, dass die Matrix-Server tief verbaut worden waren. Um das Gebäude herum gab es interessante Lüftungsgitter und Gittertore in der Nordwand, die Rampen nach unten versperrten. Die unterirdische Ausdehnung war möglicherweise immens. Nicht auszuschließen, dass es hier potentielle Angriffswege gab. Vielleicht von Nachbargebäuden aus? Die Option über das Dach leuchtete im Moment nicht ein, hatte aber generell auch seinen Charme. Es war auf jeden Fall leichter zugänglich als die Eingeweide im Keller.

In der Gesamtbewertung für eine mögliche Operation Uplink kamen Copper und Norge zu dem Schluss, dass es eine brilliante und minutiöse Operation sein müsste. Eine Mission Impossible im engeren Sinn. Ohne Insiderwissen in der ein oder anderen Form war hier nichts zu gewinnen im Moment.  Andererseits, … da war dieses stetig wachsende Protestcamp vor der Tür. Würde sich hier vielleicht bald ein Fenster öffnen, das entschlossene Einsatzkräfte für sich zu nutzen wüssten?

Ergebnisse der Observation

Rough Road

„Der Tag hat wie geplant angefangen. Colletté hat einen 1A Wasserlandung hingelegt und wir sind an der Westseite des Tawani-Sees an Land gegangen und haben unseren Mietwagen entgegen genommen.“

Am späten Nachmittag hatte sich Hiller im HQ gemeldet. Endlich in Funkreichweite hatte sie mitgeteilt, es hätte leichte Probleme gegeben, aber sie wären in ca. 2 Std. wieder zurück. Nun saßen Negative und Régicide wieder im Aufenthaltsraum, beide dabei, große Mengen Flüssigkeit auf zu nehmen, Aftersun aufzutragen und gemeinsam zu berichten, was vorgefallen war. Nebenbei bandagiert Norge den Knöchel des Lt. und Lena reicht Negative einen Eisbeutel für seinen Hinterkopf. Beide sind Verpflastert und Verbunden, doch der Team Medic hat festgestellt, dass keiner der beiden ernsthaft verletzt ist.
„Zuerst haben wir uns Ihuma genähert. Die Straßensperren in die Stadt sind nach wie vor aktiv. Es werden Kontrollen durchgeführt. Die Bewohner kehren zurück, der Betrieb ist rege, aber das Risiko einer Kontrolle ist sehr groß. Wir wollten nicht das Risiko eingeht, 
ohne Teamsupport in den Ort einzudringen.

Die Unbenannte Siedlung haben wir über Nebenwege erreicht. Es handelt sich um einfache, aber moderne Gebäude (ca. 30), die entlang einer dicht bewaldeten Straße eine lose Siedlung bilden. Oder besser: bildeten. Sämtliche Gebäude wurden nämlich fortgeschafft. Nur noch Fundamente und die Überreste, die Bagger und Schaufellader hinterließen, waren zu finden. Der Ort ist von der Karte getilgt. In wenigen Monaten wird hier nichts mehr daran erinnern, dass es eine Siedlung gab.
Arkane Anomalien gab es keine. Doch ein Chemie-Check durch Negative im Dorf war positiv. Wir konnten die selben Spuren entdecken wie bei dem Elefanten, „brennende Autoreifen und Elektroschrott“ beschreibt die Mischung am besten. Die Reste fanden sich in den Baumwipfeln und an den umliegenden Büschen. Straße und verbliebenes Erdreich direkt im Siedlungsgebiet wurde offenbar mit einer neutralisierenden Substanz besprüht.
Wir haben dann einen Platz zum Rasten aufgesucht und die Funkausrüstung aufgestellt.
Das Abhören von relevanten Funkverbindungen war anspruchsvoll, aber mit unserem Equipment möglich. Die abgehörten Informationen bestätigen die aktuelle Gesamtlage: Es wird nach Verbrechern und Gewalttätern gesucht, Mercenary Inc. operiert in der Grauen Zone und fokussiert dabei scheinbar auf Aufklärung und Gebietsüberwachung . Hilfswerke und Katastrophenschutz helfen bei Brandbekämpfung und der Rückführung und Versorgung geflüchteter Bevölkerung. Viele un-oder leicht verschlüsselte Frequenzen funken in einer unbekannten Sprache. Das hat uns aufmerken lassen.
Aber der Hammer kommt noch: Mercenary Inc. hat Reporter und lokale Berichterstatter kaserniert/interniert und nach Süden verbracht. Da wurde scheinbar Presse gefangengenommen und deportiert. Von den derben Funksprüchen her sollte jedem Menschenrechtler ein Auge nervös zucken. Diese Dinge passier(t)en wohl am Westufer des Sees. Leider gab es nicht genug Details für ein Operationsprofil, da hätten wir sonst sofort zugeschlagen. Merc Inc macht seinem Ruf als die Grauen alle Ehre, keine Bedenken, ihrem Auftraggeber willfährig zu sein, Internationales Recht zum Trotz.

Wir sind außerdem in der Siedlung, in der wir den Jungen gelassen haben, vorbeigefahren. Nakabe sagte uns aber, dass er sich im frühen Morgengrauen Leuten angeschlossen hat, die nach Norden vorbeizogen.
Eine kurzer Abstecher zum See war auch wenig erfolgversprechend. Der Panzer samt Dorf wird von Sicherheitsbehörden Dahomeys („Ordnungsbehörde“) gesichert. Der Panzer wurde geborgen. Scheinbar werden Untersuchungen vorgenommen. Wir wollten uns hier nicht herumdrücken. Kontrollen sind dicht. Fragliche Geister waren ebenfalls nicht zu sehen.

Dann haben wir uns aufgemacht nach Nakotombe, der Ort, den uns Sikunah Giwa als möglicher Treffpunkt genannt hat. Und hier wurde die Sache dann komplex. In der Grauen Zone arbeiteten wir uns einen schmale Straße entlang durch ein dichtes Stück Mangrovenwald, als 200m vor uns eine Radpanzer auf die Straße setzt, den Turm herumschwingt und die Straße mit 40mm Geschossen eindeckt. Zu unserem Glück wollte sie fahren, den Turm drehen und schießen und das alles auf einmal. Deshalb haben sie zum einen nicht getroffen, zum zweiten gab es keine Diskussion über Absichten und Motive. Rein in die Mangroven, wir sind vielleicht vierzig Meter weit gekommen, als wir in einem verholzen Sumpfloch hängen geblieben sind. Wir hatten gerade genug Zeit, die Rucksäcke zu schnappen und uns davon zumachen. Wir waren 100m vom Auto weg, als die Bofors ihr Ziel gefunden und unseren E-Jeep in Schrapnell verwandelt hat. Dann hieß es Schleichen, Ausweichen und Verschwinden. Schätzungsweise 30  Gegner, keine Uniformen, hauptsächlich Schwarze, die einen lokalen Dialektsprechen, der nicht zuzuordnen war. Möglicherweise eine Variante des Hausa. Der erste Kontakt ging so schnell und der Wagen wurde so gründlich und schnell zerlegt, dass die sicher keine Ahnung hatten, wen sie da überhaupt aufgebracht haben. Das Suchparameter war eher unkoordiniert, obwohl wir einen Drohne gehört haben. Aber es war in den Mangroven so heiß und zugewachsen, dass die ihnen nicht geholfen hat. Nach ca. 40min waren wir aus dem Gebiet heraus, ohne weiteren direkten Kontakt.

Wir haben uns zu Fuß nach Nakotombe durchgeschlagen. Hier haben wir wieder das Funk-Equipment in Betrieb genommen und Hiller erreicht.
Sikunah Giwa war leider nicht vor Ort, man hat uns jedoch freundlich aufgenommen und versichert, ihr eine Nachricht zu übermitteln, wenn sie zurück kehrt. Wir haben die Nummer eines Einmalhandys bei einem lokalen Familienoberhaupt hinterlassen und dessen Nummer im Gegenzug erhalten.
In der Provinz Nakotombe (westlich von Tembe) wird ebenfalls am 10. Oktober gewählt. Heute morgen sind wir dann an Bord eines einheimischen Pickups zum Tawani-See zurückgekehrt, Colletté hat uns eingesammelt und den Rest kennt ihr.

So, und was war hier so los?“

Road Trip

07.10.7314:27
Das Büro von Lt. Bazut „Régicide“ Morelle sieht noch sehr nach temporärem Army-Quartier aus. Bettzeug und Toilettenartikel wären auch in einem Zelt, Shelter, Bunker oder auf einem Hiking Trip nicht auffällig, High-End zivile Campingausrüstung.
Ein Arbeitstisch, dominiert von einer Waffenkiste, in der mehrere Gewehre, .50BMG, 7,62Nato, 12Gauge & Narcojet Injection Arrows, die darauf warteten, ausgepackt zu werden.
Ein Schreibtisch mit Sub-Notbook, einem 60×60 DigiMapPad sowie der einzige persönliche Touch: Ein Bilderrahmen mit drei Bilder, das Erste zeigt eine dem Team nicht bekannte Frau mit dunkelbraunen Locken, ein vielleicht 1,5 Jahre altes Kind mit schockierend roten Haaren auf dem Arm. Die zwei anderen sind ähnlich. Auf dem einen sieht man ein 5 jähriges Mädchen, welche zwischen zwei Zoes sitzt und fröhlich in die Kamera kreischt. Während die linke Zoe wohl die Echte ist, ist die Rechte eine überraschend gute Plüschimitation. Die pinken Haare von zwei Zoes und die unnatürlich feuerroten Haare des kleinen Mädchens sorgen für eine Farbüberladung gigantischen Ausmaßes. Negative, Hiller und Régicide haben eine Karte der Tawanie Region aufgerufen und besprechen die Route die ihrer heutiger Intel-Run nehmen wird. Nach 20min sind die Details geklärt, als Lena den Raum betritt und den KeyPlug des Mietwagen auf den Tisch stellt:
„Ein kleiner E-Jeep, voll geladen, Zusatzakku, Solardach, Vollkasko…keine Kaffeemaschine, hab nachgefragt!“
„Enttäuschend… Die anderes Sache“ Régicide flüstert verschwörerisch, als ob er ein A kaufen wollte.
„Ich bin dran“ sie lächelt. Er nickt.

Norge und Copper kommen hinzu, letzte Besprechung vor dem Aufbruch:
„Ok, wir sind dann mal weg, wenn alles nach Plan läuft, sind wir so gegen 23h zurück, kann aber auch spät werden, immerhin können wir im Auto schlafen und uns nach Hause fahren lassen.“
„Den Autopilot sollten sie aber nur nutzen, wenn sie eine der Bundesstraßen erreicht haben“ gibt Lena zu bedenken. Der Lt. nickt: „Compris!“Er wendet sich an Copper & Norge: „Führt eine Observation von Uplink durch, ich will nur sehen, womit wir es zu tun haben, ich erwarte nicht viel. Dann schaut euch die Wohnung von Choi an. Wenn ihr es unauffällig hinbekommt, in die Wohnung einzudringen…aber geht kein Risiko ein. Wenn wir zurück sind, brauchen wir genug Infos, um das schnell und sicher über die Bühne zu bringen.  Also, Sicherheitssystem, Kameras, Typ und Seriennummer der Mag.Schlösserund so weiter! Handelt nach eigenem Ermessen“ und direkt zu Norge: „Aber nicht mehr als ein Ping!“

Dann wendet er sich an Lena & Hiller:
„Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Drohnenproblematik komplexer ist als nur die Tatsache, dass sie für den gegebenen Einsatz nicht eignet war. Ich werde diesen Fehler nicht nochmal machen. Wir behalten die Drohnen und bringen sie effektiv zum Einsatz! Installiert die Updates und wenn wir zurück sind, werden wir einen Brainsession zu Einsatzparametern, Transport und Tanken/Wartung machen.
Collette, gib mir ein paar genauere Parameter zu dem Fluggerät, wichtig sind für mich: Zuladung und Lademethode, Bedürfnisse an die Landefläche und wie gut das Ding ist, um Sachen im Wasser abzulassen. Reichweite und Geschwindigkeit.  Hole Erkundigungen ein, sobald wir uns in Tombu installiert haben, vielleicht sogar für unseren Einsatz auf Tombu, brauchen wir Fluggerät. Planung dieses Einsatzes und der Kauf des Fluggerätes gehen dann Hand in Hand“

Letzte Details werden besprochen und Fragen und Antworten ausgetauscht. Als Letztes wandert die verbeulte und verkratzte Thermosflasche, die Régicide schon seit Op.Ursus bei sich hat, in seinen Rucksack.
„Bon, wir sehen uns zum Frühstück“

08.10.7313:15
Régicide & Negative sind noch nicht zurück…ob wohl was schief gelaufen ist?

Hiller erneut zur Flugzeugfrage

Die Pilotin hatte die harsche Kritik an der beschafften Drone nicht so sonderlich gut vertragen, aber davon merkte Régicide nichts. Alle anderen jedoch schon. Derzeit stand die MCT Nissan Quadcopter im Bereitschaftsraum und es war nun unklar, was mit den eingetroffenen Udates für den Autopiloten und die Sensorik geschehen sollte. So einfach verkaufen konnte Lena das Ding wohl nicht. Zumindest nicht im Moment. Die SFG 77 war nicht in der Lage derzeit effektiv als Verkäufer am Schwarzmarkt aufzutreten.

„Sir, in Anbetracht der Einsatzregion und erwartbaren Einsatzparameter für unseren kleinen Ausflug hier wäre meine Empfehlung ein Schwenkflügler auf Rotorbasis. Ares TR-55 in Transportausstattung. Ein abgetakeltes Arbeitspferd mit 10.000+ Flugstunden könnte man unter 200.000 Nuyen möglicherweise bekommen. Das könnten wir fit machen. Mit entsprechender Werkstatt und Materialzugang halte ich so ein Modell bis mindestens 15k Flugstunden in der Luft. Irgendwann ist das natürlich nicht mehr rentabel. Nach militärischem AIM Standard kostet die Flugstunde im Jahresschnitt 8.000 Nuyen, aber mit dem aktuellen Marktzugang sollten wir mit ein bis zwei Grands hinkommen. Wir arbeiten hier ja nicht grade nach Feldhandbuch. Hangarplatz ist allerdings ein Muss bei solchen Vögeln. Die stehen nicht gern tagelang im tropischen Regen oder in Wüstenwinden rum. Im Einsatz sind die robust, brauchen aber eine Hundehütte für die Wartung.“

After the misson is before the misson

07.10.2073 06:05:49

Mike Goodfellow schreckt hoch. Doch glatt einen abstrusten Traum geträumt von schwarzen Kriegern, die, verwoben ineinander und mit komischen Kreisen im Gesicht und sonst komplett nackt, versuchen, sich aus einem Panzer zu befreien… eigenartig.
Die kleine blinkende LED an seinem Bildschirm holt ihn zurück ins Jetzt. Er öffnet die Nachricht von Negative.

„Guten Morgen.
Besorg mir doch bitte alles, was Du bis 0830 zu unserem ‚rich bro with attitude‘ aka Amobi findest, inklusive dem Prinzenpaar, den Firmen, für die er arbeitet und den Spezies, die er so schützt. Also alles.
Danke!
Negative“
Er verdreht die Augen und macht sich an die Arbeit

7.10.2073 – 1045

Die SFG77 triff sich nach ein paar turbulenten Tagen und immerhin einer ruhigen Nacht zu einer morgendlichen Strategiebesprechung. Régicide hat das Team darüber informiert was er noch mit dem Cpt. besprochen hat, abgesehn vom letzten Part. Aber erst nachdem das Team sicher zuhause angekommen, geschlafen und gegessen hat und das Debriefing durchgeführt und die Berichte geschrieben sind, kommt Régicide auf die Dinge zu sprechen, die ihn empfindlich gestört haben:

„Dieses Ding war ein komplettes Debakel!“ er legt die Hand auf die Kiste in der die ungenutzte Flugdrone verpackt ist.
„Wie kann es sein das ich eine Drone mitführe, welche für die Operation, für die Team -zusammensetzung und die Logistik vollkommen ungeeignet ist?
Scheinbar versteht man in eingeweihten Kreisen unter einer mittelschweren Überwachungsdrone etwas anderes, als ich darunter verstehe. In der Reichweite möglicher Dronengrößen, wenn ich das als mittel ansetzte, gibt es dann auch noch Mico, Mini, sehr klein, Klein, mittelklein, Mittel, mittelgroß, groß, sehr groß, riesig und gigantisch?
Fakt war: Ich bekomme ein Drone zur Verfügung gestellt, welche alle vier Personen meines Team benötigt, um sie zu bewegen, welche eine große, stabile Aufbau und Landefläche braucht und ich sie damit nicht aus dem ausgewählten Transportmittel heraus einsetzten kann. Die Drone hat 60 min Flugzeit und einen Reichweite von 30 km, danach fällt sie vom Himmel, dafür muss sie mit 150l Jetfuel betankt werden. Wie, wann und wo erscheint es sinnvoll das wir einen solche logistisch Leistung erbringen können?
Ich kann jetzt Online gehen und mit mir einen kleine Elektrondrone bestellen, welche ich in einem Rucksack transportieren, aus dem Fenster werfen und fliegen lassen und wenn sie wieder gelandet ist, mit einem neue Akku bestücken kann. Wenn ich ein High-End Modell nehme, kriege ich ähnliche Leistung für ein 10tel des Preises. Wenn niemand dazu noch etwas beizutragen hat, kann das Ding an den Hersteller zurück! Ich sehe unseren Dornenbedarf komplett anders, wenn also keinen guten Vorschläge kommen…als schwerer Waffenträger?“

Er gibt der Kiste einen letzten abfälligen Blick! Dann fährt er fort:
Meine Gedanken zu Dronen sehen wie folgt aus, hierzu möchte ich Meinungen hören: Ein hochfliegender Starflügler mit Elektromotor und Solarsegelfläche. Das Gerät muss nicht handlich sein, hier sind 200kg in Ordnung. Start und Landung von einer reg. Straße. Maximale Flugzeit ist entscheidend , mindestens 12 Std, besser 24 Std. Zweck einer solchen Drone wäre, weiträumige Boden und Luftaufklärung ohne Details, aber vor allem als eine zuverlässige Relaistation für Richtfunk und Sat-Uplinks.
Kleine, handliche Flugdronen, leise, unauffällig, Reichweite und Höhe sind nicht so entscheidend wie Ausdauer & Sensorik und Signatur. Unsere erste Begegnung mit den Guerilla und den Panzer hätte mit Hilfe einer solchen Drone sicherer und besser statt finden können. Einen Drone, die die Gegner auffinden und markieren kann, gleichzeitig aber nicht entdeckt wird.
Dann brauchen ein Fahrzeug, welches wir in unserem Sinne herrichten können. Hat hierzu jemand besondere Idee? Eine 2,5t Militärtruck oder einen großen Pick Up, vielleicht sogar beides? Gute Autopiloten sind wichtig, da wir so wenig Personal sind und nicht immer mehrere Fahrer abstellen können?“

Schließlich kommt er nochmal auf die Veränderungen in Negatves Gesicht zu sprechen:
Zu den Kreisen in deinem Gesicht: Zauber der Gestaltwandlung können sowas, allerdings sind das Zauber, die aktiv unterhalten werden müssen. Scheidet also aus. Varianten der permanenten Transmutation wie etwa „Makeover“ verändern nur regenerative Kleinigkeiten wie Haare, Bartrasur, Länge und Sauberkeit der Fingernägel und Kleidung. Scheidet also auch aus.
Wie gesagt, sie sind nicht magisch, das heißt die Magie, die verantwortlich dafür war, hat gewirkt und ist jetzt vorbei. Man darf dabei eines nicht vergessen: die Welt erwacht! Goblinisierung und Magie verändern die Metamenschen ständig, auch wenn die großen Wellen vorbei sind. Ein Trollhorn ist auch nicht magisch, genau sowenig wie die Elfenohren. Wenn du wissenschaftlich an die Sache rangehen möchtest, geh mal zum Hautarzt und lass in untersuchen, was los ist…mein Tipp: das ist kein Tattoo oder ähnliches, deine Zellen in diesem Bereich produzieren einfach kein Melanin mehr.
Permanente Veränderungen an einer Person, die sich nicht auf regenerative Kleinigkeiten beziehen, bedeutet theoretisch und praktisch ein Eingriff in die Essenz der Person. Aus dieser Perspektive betrachtet, wären die Kreise in deinem Gesicht also durchaus eine heftige Sache. Was das bedeutet, kommt allerdings primär auf dich an. Was das Schicksal mit uns macht, ist keine Zufall und auch nicht unabhängig von dem, was wir tun, denken, fühlen. So viel habe ich mittlerweile von Adra gelernt…!
Es folgt ein kurzer Moment der amüsierten Introspektive, dann fährt er fort:
„Also, was ist passiert? Wurde dir Gewalt angetan, wurdest du gegen deinen Willen verunstaltet? Oder war es nur ein einzelner Zwischenfall, die magische Welt und du, ein kurzen Treffen von Gegensätzen und die Spuren die so was hinterlässt.
Oder war es ein un moment significatif? Ein Schritt, der alle neuen Schritte für immer verändert. Ein Teil von dir, der nun hervorbricht…peut être nur einen besondere Variante von „Willkommen Zuhause“?

Negative ergreift das Wort:

„Danke für deine Infos zu meinem neuen Gesicht, Regicide. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich denke, hier werde ich mir anderweitig Auskunft holen. Wenn wir hier fertig besprochen haben, werd ich mich aufs Motorrad setzen und auf dem hiesigen Voodoo-Markt mein Glück versuchen. Vielleicht kennt das ja jemand…“

Sein Blick fokussiert sich wieder
„Aber jetzt sollten wir tatsächlich über die Umstände und die Zukunft reden!
Regicide, du hast recht, die Drone und die Ausstattung generell: das war nicht der Standard, den wir gewohnt waren. Aber das war Teil der Mission! Ich glaube, sich über diese beiden Punkte lange aufzuregen führt uns nicht weiter, zumal weder Hiller noch Lena klare Anweisungen hatten und selbst nicht wußten, was wir brauchen.“ Er deutet auf die Türe hinter ihm. „Die drei da draußen trifft hier also keine Schuld. Soweit ich das sehe, machen die einen guten Job! Alleine das Ding so fix zu beschaffen ist keine Kleinigkeit.“ Er hält kurz inne, steht dann auf und aktiviert dann das virtuelle Flipchart.
„Also: hier stehen deine Vorschläge, und ich füge dem hinzu, dass dieses Ding vermutlich teuer wird – und die Frage, ob wir es überhaupt brauchen, muß erstmal beantwortet sein. Wir sind offiziell hier, weil wir Leute überzeugen sollen. Es ist zwar wichtig zu wissen, was der vermeintliche Gegner macht, aber nicht zentral!
Außerdem sehe ich die Gefahr der nigerianischen Flugabwehr – Dronen ohne Riggersteuerung sind einfache Ziele. Jemand wie Zoe könnte hier verdammt hilfreich sein! Denn selbst mit Drone – man braucht jemand, der deren Daten auch auswertet, idealerweise zeitnah.“

Aber lass uns nach vorne schauen. Meine Meinung bezüglich des weiteren Vorgehens sieht so aus: Er tippt auf der virtuellen Karte auf Moskuwa
Bis zum 10. Oktober und den Wahlen in Tembe ist noch drei Tage Zeit, deshalb würde ich vorschlagen, heute Nacht hier tätig zu werden, also entweder den Matrixuplink und die Wohnung des Journalisten anzugehen. In beiden Fällen scheint mir das keine mehrtägige oder riskante Mission zu werden. Dem stehen mögliche interessante Infos gegenüber; bzw., und das ist vielleicht noch spannender, Einblick in das Vorgehen von Dahomey bzgl. der Matrixzensur.
Danach sollten wir – also am 8.10. gegen Abend und wenn die erworbenen Informationen nichts am Stand ändern – nach Norden aufbrechen und entweder Tombu Villa oder den Wahlkreis ansteuern.“
Er unterbricht sich… sein Finger liegt auf der Karte östlich von Ihuma
„Was haben die dort gemacht??? Wieso Scheinwerfer? Ich denke, wir sind uns hier einig, dass die Vorkommnisse magischer Natur, die Mrs. Clark so gering schätzt, eine gewichtige Rolle spielen in dem Ganzen. Wo ich ihre Kritik teile: Wir waren zu feige, zu vorsichtig. Wir hatten nach dem Landgang mehrere Punkte, wo wir direkter hätten agieren sollen. Vielleicht passiert uns das ausgestattet mit unserem vertrauten Material nicht mehr.
Copper, Norge, was meint ihr? Weiteres Vorgehen?“

Nach dem Negative geendet hat, antwortet ihm Bazut:
„Du trittst mir nicht zu Nahe, wenn du dir jemand anderen suchst, der dir bei diesen Themen weiter helfen kann…Ich denke, das war mehr oder weniger das, was ich zum Ausdruck bringen wollte“ er lächelt.
„Das mit der Sache: keiner hat Schuld, stimmt aber nicht! Es gab Parameter und einen Auftrag, die Drone war ein échec total. Daran ändert die Tatsache, daß die beiden Ansonsten sehr gute Arbeit geleistet haben, nichts. Es war ein échec ohne harte Konsequenzen, aus dem man nur lernen kann und nichts hart bereuen muss. Problem erkannt, analysiert, Haken dran, weitermachen!
In der Op wurden auch andere Fehler gemacht“ dabei schaut er Negative sehr deutlich an:
„Der Größte war mein Eigener! Ich habe die Anfangssituation um den Panzer viel zu schnell hoch eskaliert, was dich und Comptòn massive in Gefahr gebracht hat. Hérault hat meinen Fehler schnell genug ausgewetzt, so das es auch hier ohne große Reue weiter gehen kann. Würde ich mir aber einreden, das ich das gut geregelt habe, wäre das einfach Connerie. Verstehen, Analysieren, Lehre daraus ziehen, Haken dran!
So, gibt es noch was, was wir als direkte Kritik in den Raum werfen müssen? Wenn ja, raus damit!

Das Mademoiselle Clark gerne die Akte mit der Aufschrift ‚Evil Master Plan‘ haben wollte, ist mir klar. Aber ihrer Kritik war Unsinn. Wir haben daüber diskutiert, wie gute es wäre, Akimbo abzugreifen, wir haben sogar Szenarios in Erwägung gezogen, ihn zu entführen und dann zu liquidieren! Wir haben es nicht getan, nicht weil wir nicht den Mut gehabt haben, sondern weil es taktisch sinnlos war! Gleiches bei der unbekannten Siedlung, Hochsicherheitszaun, Drone, Doppel-Patrouillen! Taktisch keinen Sinn. Mademoiselle Clark wollte so viel mehr…und die Leute in der Hölle wollen Eiswasser!

Ansonsten wollte ich ein paar Gedanken mit euch Teilen, bezüglich unseres weiteren Vorgehens. Ich stimmt mit Philippé überein, dass wir die beiden Ziele hier in Moskuwa begutachten müssen. Ebenso brauchen wir von seines Miss Clark mehr Intel zu ihrem Informanten, das werde ich gleich beantragen.
Ich habe aber ein ganz anderes Gefühl zu der Wahlaktion. Der Auftrag suggeriert etwas, was mir auf vielen Ebenen nicht gefällt! Ich sehe keinen Grund, noch viel weniger eine Berechtigung, sich in die freien, demokratischen Wahlen diese Bezirks einzumischen. Gibt es hinweise auf eine mögliche Manipulation? Ja! Ist Dahomey in den letzten Jahren sehr gut mit seinem demokratischen Prozess zurecht gekommen und ist es die Aufgabe der Sicherheitsbehörden sich darum zu kümmer? Ebenso Ja!
Es gibt keinen Beweise für einen Manipulation, keine wirklichen Spüren oder Verdächtigen, alles was wir haben, ist Hörensagen…und der dubiose Wunsch der AIM, sich unverzichtbar zu machen.“
Dann verfällt er komplett in Französisch:
„Ich werde nicht in die freien Wahlen einer Bevölkerung stören, ohne deutlich mehr Beweise und einen lokalen, legitimen Auftrag zu besitzen!“

Er schaut seinen Teammitglieder an, fährt energisch fort:
„Was sich für mich als unverzichtbar darstellt, und hier möchte ich wissen, wir ihr das seht, ist einen Art von Status, welcher begründet, dass wir hier sind. Mit dieser Existenz in der Illegalität komme ich nicht gut zurecht. Deshalb möchte ich den Einbruch bei dem Informanten in den nächsten Tagen durchführen, um die Anonymität zu nutzen und mich dann auf die Tombu-Villa zu konzentrieren.

Also, was in den nächsten Tagen ansteht: Ich werde Intel anfordern und dann mit Philippé einen Tour zum Tawaniesee machen, um ein paar Dinge nachzubereiten. Gleichzeitig werden Comptòn und Hèrault die Wohnung und den Matrix-Hub observieren und nach eigenem Ermessen Vorstöße Richtung der Wohnung durchführen.
Zur Ausrüstung: Es gilt, unsere Transportmittelfrage zu bearbeiten. Hierzu habe ich meinen Gedanken schon geäußert, weiter Gedanken und Vorschläge an Lena.
Colletté, wenn das hier ein Wunschkonzert wäre, was für ein Flugzeug würdest du haben wollen und was geht in dieser Richtung was wir haben könnten…Für nicht mehr als 200.000?

Waffen und Ausrüstungsgesuche an Lena, bitte mit Details, damit sie ihre Arbeit machen kann. Philippè, wie viel Aufwand müsstest du betreiben, um vos excellentes radios auf vollen Battletech Standard zu bringen?

Ich werde außerdem bei Cpt Uzun den Antrag stellen, Michelle hierher zu verlegen. Goodfellow war bisher immer der Mann, der plötzlich da war, wenn man noch jemand Kompetentes gebraucht hat. Ich will ihm hier im Feld haben. Des Weiteren werde ich ihn bitten, Zoé zu kontaktieren und seinen Bemühungen sie unter Vertrag zu nehmen nochmal ernsthaft zu betreiben!

Er endet und nimmt trinkt die nächste Tasse Kaffee, die ihm gerade jemand eingeschenkt hat.

Norge hört sich das beim Frühstück in aller Seelenruhe an. Dabei trinkt er seinen Kaffee und genießt eine Zimtschnecke. Als Regicide geendet hat, streckt er sich kurz und antwortet dann:
„Also als erstes und nur weil es mir wirklich am Herzen liegt, das die Dinge und Orte so benannt werden wie sie sind, es heißt „der unbenannte Ort“, nicht der unbekannte. Man kennt ihn und hat vergessen, ihm einen Namen zu geben. Deshalb unbenannt. Ist nicht so schwer zu merken.

Dann zu Frau Clark. Tja, gibt ein kurzes Kommentar. Ich habe Leuten schon für weniger die Nase gebrochen.

Nun zum Wichtigen: die nächste Operation. In der Tat finde ich die höchste Priorität liegt auf der Villa. Da bin ich voll auf einer Linie mit dir Regicide. Neben der Legalität gibt es uns auch schnelleren Nachschub und eine Basis im Hinterland. Ein Zwischenstopp, wenn wir länger unterwegs sind, um ein Flugzeug oder Hubschrauber aufzutanken, und was sonst noch alles dazu gehört.
Die Wahlen zu stören bereitet mir keine Kopfschmerzen, wenn wir das für das Ziel, welches wir haben, einsetzen können. Also einfach nur stören macht keinen Sinn. Da brauchen wir einen Plan, damit wir das auch ausnutzen können.
Den Uplink observieren? Macht das wirklich noch Sinn? So wie ich es verstanden habe, bekommt Dahomey doch eh viel Druck, dass die Zensur aufgehoben wird. Ich denke, dass ist ein Problem, auf das wir uns nicht unbedingt konzentrieren müssen. Aber wenn du das willst, opfern wir die Zeit natürlich.
Die Wohnung könnte tatsächlich was bringen, sofern Breslin so Kram hat, da was zu finden nach den vielen Tagen. Kommt ja aus dem Kriminalbereich. Ab wann wird nochmal aus einer Rettungs eine Bergemission? Naja. Versuchen kann man es ja mal.
200.000 Y für ein Flugzeug? Dann haben wir fast 50% weg. Ist das auf Dauer echt billiger als eins leihen? Oder wir fragen den Cpt. ob sowas vielleicht als Zusatz drin ist und nicht unser Budget belastet?“

Damit lehnt sich Norge wieder zurück und schiebt sich das letzte Stück der Zimtschnecke in den Mund und kaut sie genüßlich während er den anderen zuhört.

 

Material- und Kostenbericht

Eine Kurznachricht im AIM Host für Régicide.

„Hallo Lieutenant, ist hoffentlich gerade nicht unpassend, aber ich wollte kurz sagen, dass heute, also am Freitag, den 06.  Oktober 2073, fast alle Bestellungen da sind. Nur die Mörsergranaten samt Mörser, das Remote Control Deck und die letzten Wünsche von Sergeant Norge stehen noch aus. Da weiß ich noch nicht, ob das alles zu bekommen ist. Die private Habe vom Team ist ebenfalls angekommen. Außerdem hat mich Fink drauf hingewiesen, dass wir fast ein Viertel unseres Budgets bereits investiert haben. Genaugenommen wurden für AIM MATTERS vor Ort 239.779 Nuyen ausgegeben. Da ist alles reingerechnet. Natürlich haben wir damit auch einen Grundstock, von dem wir in Zukunft zehren werden. Ich wollte nur sagen, dass wir bei den nächsten Operationen nicht so üppig bestellen sollten.

Übrigens sind auch die Upgrades für die Drone da. Chief Hiller und ich machen uns dran, das Ding aufzurüsten.

Lena out.“

Rückflug

Noch während der Wind die letzten Wassertropfen von den Schwimmkörpern fegte, begann Regicide, das Geschehene in Worte zu fassen. Der Rest drückte sich auf der Bank im Innern des Flugzeugs, zwischen Ausrüstung und dem arg ramponierten Boot. Norge musterte das Gesicht des Elfen – die symmetrischen Kreise an Stirn und Wangen zeichneten sich deutlich ab. Als hätte Negative es bemerkt, lehnte er sich vor zum Leutnant
„Was ist das nun, Regicide? Kannst Du die Kreise im Astralraum sehen? Haben die eine Wirkung auf mich?“ unterbrach Negative seinen Vorgesetzten.

„Ja genau, sag doch mal was dazu!“
Norge hatte wohl nur darauf gewartet das Negative das Thema endlich anspricht. Auch wenn er ihn immer wieder mit breitem Grinsen ansah, so machte er sich doch auch seine Gedanken über die Veränderung von dem Elfen.
„
Wenn wir uns wieder was eingefangen haben, sollten wir das schneller rausfinden als damals mit dem Etusan Mist. Vor allem sollten gleich alle bescheid Wissen damit wir diesmal vielleicht schneller auf sowas reagieren können.“
Der Ork verschafft sich ein wenig mehr Platz in dem er das Gepäck zusammendrückt und wartet ab. Er schnauft hörbar aus und holt sich eine Zigarre aus seiner angelegten Ausrüstung. Eigentlich erstmal nur ein Metallzylinder, aber Regicide und Negative wissen genau was darin ist.

Régicide athmet einmal tiefe ein und aus, krammt in seiner Tasche, findet seine Termosflasche, schaut die beiden an…schraubt die Flasche auf, schaut intensive in Negatvies Gesicht, schenkt sich Kaffee ein, trinkt und kurz bevor in Norges Auge ein paar Äderchen platzen, sagt er:
„Langfassung wenn wir zuhause sind! Kurzfassung…Man sieht die Kreise im Astralraum, sie sind wie Teile deiner Haut, die ich auch im Astralraum sehen kann. Nicht magisch, kein Leuchten und nicht kontaminiert.“
Er beugt sich vor, entzündet mit der Spitze seinen verzierten Messers Norges Zigarre, reicht Negative einen Becher Kaffee und deutet auf das Funkegrät:
„Michelle, Sichere Verbindung, Datadump!
Vite, Vite mon ami magique!“

Opening AIM channel
th3 vva9esla\/3 online
encryption established
transmission started
1: encrypted dataset „APC data“
2: BTL data complete chip
3: Picture pack – OP Genozid
4: Video pack – OP Genozid

Ein gutgelaunter CWO Goodfellow erscheint auf dem Bildschirm, als Negative nach etwa einer Stunde Flugzeit noch aus dem Flugzeug einen gesicherten Trideokanal zur AIM etablieren kann:
„Hey Negative! Die Daten sind angekommen. Ich kümmere mich sofort darum! Wie ist es denn gelaufen? Und was ist denn das für eine steile Kriegsbemalung?“

Eine Pause entsteht. Eine unangenehm lange Pause. Eine Pause, in der Goodfellows Mimik alle Schattierungen durchmacht von ausgelassen über das Erkennen seiner Respektlosigkeit zu Erwartung einer klaren Ansage…Aber Negative antwortet nur gedankenverloren:
„Manchmal ändert das Land die Leute mehr, als die Leute das Land ändern…“
Aber schnell findet er seinen Fokus wieder: „Ping mich sofort an, wenn Du an den gesicherten Daten dran bis! Das ist viel wichtiger als der BTL. Den Rest sichern und entsprechend weiterleiten. Die Zusammenfassung des vorläufigen Abschlußberichts liefert Regicide in wenigen Minuten. An die Arbeit!!!“

Nicht ganz zwei Stunden nachdem Negative die Datenanalyse an Goodfellow weitergereicht hat, kommt eine erste Rückmeldung aufgezeichnet ans Einsatzteam vor Ort.

„Yo Sarge! Habe den Kram soweit angeschaut. Wird alles noch etwas dauern, aber mal pronto ’ne Einordnung. Und em… cooles Makeup. Ihr seid ja richtig upper class, ich seh schon. Also nix für ungut. Ist ok so für mich!“

Verschiedene Prozessfortschritte werden eingeblendet und verdecken das Gesicht des Chief. Es sind wohl Entschlüsselungsroutinen.

„Also das geilste zuerst. Die APC Data oder was auch immer. Die Entschlüsselung ist ziemlich hart. Die Datenstruktur ist aber schon klar. ich kenn mich mit dem Kram aus. Das sind BattleTac Manöverdateien. Das benutzt man in virtuellen Gefechtsfeldern um Soldaten in Großmanöver einzubinden. Also ich meine, das sind keine Mitschnitte von eingetretenen Türen, sondern der Soldat war vielleicht Gruppenführer oder Rigger und hat an einem virtuellen Manöver oder einer Schlachtfeldsimulation teilgenommen. Diese Dateien werden als Evaluation ausgegeben, quasi zur Leistungsbeurteilung und zur Manöverkritik. Vielleicht auch zur strategischen Anpassung. Von der Datenmenge her würde ich sagen, das waren mehr als zehntausend beteiligte Nodes, also strategische Akteursobjekte. Kommt ein bißchen auf die Zeitdauer an und Komplexität an, aber auf jeden Fall Regimentsmanöver oder Mobile Expditionary Unit oder sowas. Könnte was echt Großes sein! Also ‚geiler Scheiss‘ drauf!“

Ein virtueller Stempel auf der laufenden Entschlüsselung vermerkt: ‚heavy shit‘.

„Den BTL kann man nicht wirklich analysiseren. Ist jedenfalls schwarzer Kram. Simsense ohne RAS-Override, man kann also als Zombie rumlaufen – gemischte Realität und so. Full sensory, würde ich meinen, aber keine Div-X oder Raw Data. Will sagen: irgend eine Designerfahrung, vielleicht gemischt mit realen Erlebnissen. Das Problem ist, dass man slotten muss um zu erleben was drauf ist. Das lässt sich nicht decodieren, weil BTL eine unmittelbare Erfahrung induziert die man auch nicht einfach kopieren oder runterrechnen kann. Man kann hächstens ein Simsense Record aufzeichnen während jemans das Ding gerade geslottet hat. Aä? Klar wie ich’s mein? Jedenfalls sind die Daten die ich habe größtenteils nutzlos. Ihr habt nicht das Equipment um das wirklich von dem Chip runter zu kopieren. Und selbst wenn, würde es auch nichts bringen. Entweder ihr slottet, oder findet jemand, der es für euch macht und schneidet dem das Erlebnis mit ’nem Simrig mit. Wo ist denn Zoé? Habt ihr so einen Simsense Panzer bei der Hand?“

Diese Dateien bekommen den Stempel ‚mindfucking shit‘!

„Was die Bilder und Videos angeht, bisher größtenteils Fehlanzeige. Aber ich bleibe dran. Wen ich aber habe ist die Grinsekatze aus dem Café mit den Checkern. Der Kerl heisst Amobi und scheint ein reicher Typ zu sein. Ein Nigerianer, der in Nigeria als Tierschützer und Investor auftritt und gerade auch Wahlkampfreden in der Matrix schwingt. Er unterstützt da ein ‚Prinzenpaar‘ in der Wahl. Komisch, ich dachte Nigeria wär’ne Diktatur. Wusste gar nicht, dass die ’nen König haben. Aber dieser Amobi ist wohl eher ein kleines Licht in der Hinsicht. Macht wohl in Finanzen, Kredite und kleine Unternehmenssubventionen und sowas.“

Amobi

Amobi bekommt den Stempel ‚rich bro with attitude‘. „Also Sarge, man sieht sich! AIM true.“

Misson Prep

Régicide war im vollen Mission-Prep Mode…um dann fest zu stellen das die zwei Dinge die ihn am meisten vor einer Mission beschäftigen,. Obsessives brüten über Plänen, Karten und Grundrissen und das präparieren von Ausrüstung, diesmal nicht besonders viel Zeit bedürfen. Zum einen gibt es diesmal kein 3D Modell das er stundenlang auswendig lernen kann, zum anderen gibt es bicht viel an Ausrüstung!

Diejenigen die Bazut Morelle kennen, wie viele kleine Taschen, Päckchen und Kleinkram er an seinem Körper verstaut, kann nachvollziehen das er für einen kurzen Moment ein wenig verstört aussieht wenn seine Ausrüstung in einen kleinen Rucksack passt:
Eine neues, leeres Smartphone mit Pre-Paid-Karte und ein Sat.Telefon; zusätzlich eine Mail an Wage; ein paar Handfesseln und seine 9000Ny Kamera die das Team in einer kalten Nacht in Inarie gekauft hat. Kein Werkzeug, keine Tech Gizmos, Smartbrille, Kopfhörer….nur seine Foki und Fetische…und sein Messer.
„Very Jedi“
…der Gedanke lässt ihn schmunzeln…mittlerweile hat also auch Mikes Einfluss sich in ihm eingenistet.

Schließlich findet er dann doch noch ein paar Dinge um seine Zeit herum zu bringen. Neben dem gemeinsamen Beladen des Flugzeuges müssen die E-Bike getestet werden, ein weiteres Schmunzeln über das massive Gerät für Norge und die Zwergenvariante.
Er sucht sich eine Satz Kleidung zusammen um möglichst unauffällig auszusehen. Durch seinen Skiurlaub, in dem er sich reichlich gesonnt hat, schließlich wusste er ja das es nach Afrika geht, hat er einen sehr gesunde Bräune bekommen. Im Gegensatz zu anderen Rothaarigen, geht er nicht in Flamen auf wenn er sich der Sonne aussetzt. Gebräunt und in entsprechenden Klamotten kann er einen überzeugenden Nordafrikaner abgeben, Sprache eingeschlossen. Negativ, abgesehen von den Ohren, sieht einfach aus wie ein Einheimischer und Norge sieht immer aus wie….Norge!
Zuletzt ist das Gewehr zu checken. Da Lena aber gute Arbeit geleistet hat und es keine Gelegenheit gibt die Waffe einzuschießen, bleibt hier nicht viel zu tun. Zusammen mit der Tatsache das er er fast 6 Monate keine Waffe abgefeuert hat, hofft er einfach das er keine Langstreckenschüsse abgeben muss. Oder das eine Person die meint, das Leute aus ihren Häusern zu treiben ein guter Zeitvertreib ist, sich unklugerweise in Messerreichweite begibt.
Oder noch einfacher…Norge!

Erster Apell, Offizier an Deck

Dass sich Régicide Zeit nimmt, die drei Unterstützungsmitglieder der SFG 77 persönlich und herzlich zu begrüßen, kommt gut an. In dem nun langsam doch etwas explodierendem Chaos der eiligen Einsatzvorbereitung hatte damit wohl keiner so recht gerechnet. Lena ist fast etwas beschämt und wird leicht rot bei dem förmlichen Lob. Die Wangen bleiben rot, nach dem ersten Glas Wein. Fink einmal persönlich kennenzulernen ist ebenfalls interessant. Er könnte vom Auftreten Butler gewesen sein. Ein leiser Typ, sehr höflich und unaufdringlich, bedankt er sich für den „Vorschuss an Anerkennung“, wie er sich ausdrückt. Die etwas unterkühlte Pilotin scheint durchaus überrascht von Régicides Geste. Vielleicht sogar angenehm! Wie Rigger, vor allem Piloten, halt manchmal so sind, ist der Grad ihrer Coolness ab und an schwer erträglich. Aber die kleine Aufmerksamkeit kommt gut an. Von den Dreien ist Chief Hiller auch diejenige, die am meisten militärische Routine verinnerlicht hat. So bedankt sie sich dann auch leise beim Händedruck, für den Sie Haltung annimmt: „Danke, Lieutenant.“

Régicide arrive

Bazut Morelle verlässt den Flughafen von Lome am Abend des 02. Oktober. Nach kurzen Aufenthalt in der Stadt besteigt er einen Hyper-Loop und läßt sich mit knapper Unterschallgeschwindigkeit Richtung Norden schießen. Jedoch fährt er nicht bis Maskuwa, sondern steigt in Natitingou aus. Nach einer Übernachtung mietet er sich ein Auto und fährt die letzten hundert Kilometer.
Nach der lange Pause von seinem Team und seiner Arbeit, den vielen Dingen, die passiert sind…die Person, die er geworden ist…wäre es nicht besser gewesen, wenn man Zeit gehabt hätte, sich wieder einzugewöhnen, einen Rhythmus zu finden, sich vorzubereiten?
Vielleicht ist aber auch gut so. Ein inneres Gefühl sagt ihm, dass an dieser Stelle etwas Neues beginnt, für ihn bereits begonnen hat. Seine Entscheidung, den Pakt mit Adra zu erneuern…über kurz oder lang würde er mit den anderen darüber sprechen müssen, aber für den Moment war es nur für ihn wichtig. Den ab diesem Moment war er nicht mehr der, der er einmal gewesen war. Das Ziel diese Weges war noch nicht in Sicht, aber die Reise hatte begonnen.
Das selbe galt für die 77. Francois war nicht mehr hier, Zoe für den Moment auch nicht! Der Pazifik-Konflikt ist vorüber, ein neuer Auftrag, ein neues Land, neue Mitarbeiter, ein neues Team-Mitglied. Das war keine neue Folge, nicht die nächste Season, nicht Mal ein andere Serie. Für Régicide war es als ob er den Fernseher ausgemacht und ein angefangen hat in einem unbekannten, riesigem Buch zu lesen.
Jetzt war es Zeit für le professionnel, nicht den Soldaten, der er einmal war, sondern für den Krieger des rauchlosen Feuers, zu dem er finden würde, wenn die Zeit reif ist.

Darum die Autofahrt, für den ersten Eindruck von Dahomey, ein Land, das er nur aus den Nachrichten kannte. Die Autofahrt verlief soweit ereignislos, der E-SUV, den er gemietet hatte, rauschte fast lautlos die moderne Straße hinunter; und wenn man es gewollt hatte, hätten Autopilot und Grid-Link den Wagen von selbst bis in die Tiefgarage der HQ gefahren.

Dahomey war so ganz anders als das Afrika, das er kannte. Ganz anders als die Krisengebiete im Sudan, wo er vor vielen Jahren als Mitglied einer Einsatzgruppe der GIGN einen Geiselnahme in einem autonomen Konzerngebiet mit starken Bindungen zu Frankreich vereitelt hat. In Dahomey war nicht alles staubig und dreckig, dominiert von Megaindustriebau und Vavelas. Es war auch anders als Süd-Afrika, wo Apartheid zum Chic des modernen Lebens gehört und die Arm/Reich Schere so weit auseinander klafft, dass man sie als Lineal benutzen kann.
Dahomey war anders, und nur die wenigen Stunden, die er hier verbracht hatte, reichen aus, um Bazut verständlich zu machen, warum Philippè einen träumerischen Blick bekommt, wenn er von zuhause erzählt. Diesen Land zu mögen…schon nach einen Blick in den Astralraum des Urwaldes, macht klar, diese Land zu mögen ist nicht sehr schwer.

Als Bazut seinen Cred Stick aus dem Bordcomputer zieht und das Auto selbständig zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt, hat Lena ihn bereits in der Tiefgarage in Empfang genommen. Er lässt sich von ihr das ganze HQ zeigen, alle Mühe und Arbeit, die sie investiert hat, alle Ausrüstung und Besorgungen. Zunächst ist er dabei sehr sachlich, fragt nach, wann die restliche Ausrüstung ankommt, wie weit die Vorbereitungen sind. Hiller wird in dieses lange Gespräch miteinbezogen, ebenso Fink und Negative, und am Ende auch Norge, wenn er von seinem Rundgang zurückkommt.
Schließlich wendet er sich den drei Personen zu, die den Team zur Unterstützung zugewiesen wurden. Seine Miene wird sanfter, freundlicher:
„Was ihr drei hier in den letzten Tagen auf die Beiden gestellt habt, ist eine beeindruckende Leistung. Vous avez fait du bon travail! Ich habe schon erwähnt, dass ich mit der Auswahl unseres Supports-Teams sehr zufrieden bin, was ich aber noch nicht gesagt habe…“
Er schüttelt jedem von den Dreien die Hand:
“Willkommen in der soixante dix-sept. Ihr seid jetzt Teil des Teams!“

Dann wird eine Flasche Rotwein geöffnet und dazu benutzt, die eine Ecke der Übersichtskarte am wieder aufrollen zu hindern. Da es keine Informationen gibt, die eine Detailplanung zulassen, findet ein lockere Ideenaustausch statt. Wie geht man vor, in welche unterschiedlichen Schritten nähert man sich dem Problem, Hiller erklärt die Fähigkeiten des Flugzeuges und die Anflugrouten.
Bazut lehnt sich zurück…das hier ist ein gutes Team, sein Team! Lt.Morelle…diese Tatsache setzt sich nun als wirkliche Realität in seinem Kopf fest!
tres bon, commençons…dann lehnt er sich vor um seinen abschließenden Fragen zu stellen.