Archiv der Kategorie: Interner Chat

Norges Meinung

„Also, nein. Bin ich nicht dafür. Ich habe euch gesagt wo ich die Informationen her habe und Copper will Sanis Hintergrund überprüfen. Er kann ja bei ihrem Blog mal anfangen. Aber ich will eigentlich nicht das sie oder die Forschugnsgruppe zu arg mit uns in Verbindung gebracht werden kann. Wir werden ja eher rein gehen, Lena rausholen und dann sind wir fort. Die Forschungsgruppe bleibt wohl wesentlich länger in dem Gebiet für ihre Forschungen. Ich bin überzeugt das jede Verbindung die zwischen uns aufgedeckt werden könnte die Forschungsgruppe und damit Sani, in größere Gefahr bringt und das will ich vermeiden. Hatte ich dir ja schon im Auto vom Flughafen erzählt. Ihr seid das Team, ihr sollt es Wissen, aber ich will da eigentlich nicht zu arg alles miteinander vermsichen. Die ofiziellen Seiten würde ich gerne raushalten von dem Hintergrund wo die Infos hergekommen sind.“

Lange Rede kurzer Sinn, Norge wäre wohl schlicht dagegen wie man erkennen kann.

Parachutiste

„Salut mon amis

Ich bin wieder in Finester und voll im Fallschirmspringer Training. Das Massif Central zeigt sich von seiner schönen Seite um diese Jahreszeit.
Nach einem Auffrischerkurs bin ich nun im fortgeschrittenen Training, springen mit reichliche Ausrüstung und Ghillisuit ist nicht ganz unkompliziert.
Herrschaften, es ist zeit sich wieder zusammen zu finden, die Task Force macht Fortschritte und wir werden über kurz oder lang wieder aktiv werden.

visez vrai
Bazut

Dans le futur

Am Tage nach dem ‚ahhhme‘ Zwischenfall im Hotel wird Régicite sein Team zusammenholen. Nachdem er sich nochmals bei allen für die Unterstützung bedankt hat, kommt er auf zukünftige Pläne zu sprechen:
„Es gibt noch eine letzte Sache, die wir alle zu erledigen haben. Dafür führt uns der Weg nach Nord-Amerika, wahrscheinlich nach Denver. Die Überführung von Hillers Leiche hat ob der Umstände etwas länger gedauert, aber ich halte es für angemessen, dass die SFG-77 bei ihrer Reise vor Ort ist, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Ich werde euch informieren, sobald ich die endgültigen Details weiß.“

Dann wendet er sich an Norge:
„Möchtest du einmal deine Freundin darüber in Kenntnis setzten, dass die AIM eine Taskforce zum internationalen Menschenschmuggel aufbaut und mit ihr mal ein paar Gedankenspiel machen, ob und wie eine Zusammenarbeit erstrebenswert ist?“

„Wie sehen die Pläne der von euch anderen aus? Ich werde noch einige Zeit hier bleiben, ein wenig Familiendinge machen und meine neu gewonnen Klarheit mit Atra ausloten… mal sehen, wo das noch hinführt.
Ansonsten muss ich mich noch einer neurologischen Schulter-Op unterziehen, damit ich nicht wieder zusammenklappe, wenn ich versuche, mit was anderem als meiner Nerfgun zu schießen!
Vielleicht mache ich auf dem Weg nach Denver in Japan Zwischenstation um Nama Malik zu besuchen…
Noch einiges an offen Enden…
Wissen wir eigentlich, wo Mary Beth Owens aktuell steckt???“

Feuer über Beijing

Am 28. April 2074 hatte die SFG 77 einen illegalen Einsatz in Beijing gestartet, um der wundersamen Atra Khalipour bei einer dringenden Angelegenheit zu helfen. Eine Angelegenheit, die ihren Worten nach auch den entrückten Franklin „Brick“ Milestone direkt betroffen hatte.

Hotel Xiāngzōng am 12. Oktober 2073

Die Helden führte es auf die Spitze des vom Feuer verwüsteten Hotels Xiāngzōng im Stadtbezirk Xīn Píndào. Ein Feuer, das, wie sich später herausstellen sollte, durch Wut und Scham der Atra Khalipour ausgebrochen war. Aber sie war nicht die einzige, die dieses Feuer geschürt hatte. Die SGF 77 drang zum schicksalhaften Hotelzimmer 6301 vor und entdeckte nicht nur seltsame Keilschriftzeichen in den Wänden eingebrannt, wie sie Brick einst auf sich trug. Man fand auch ein hinterbliebenes Glühen, ein Stück Kohle, ein Überbleibsel des ersten Funkens, der das Feuer entzündet hatte. Zoé gelang es, diesen Funken, den sie als Träne Atras interpretierte, zur Besitzerin heil zu überführen. Régicide und Copper konnten indes die dritte Kraft am Ort enthüllen, die unfraglich als Brandbeschleuniger des Infernos gedient haben mochte. Ein „Residuum“ einer Schlange aus Feuer, die Atra später mit dem Drachen Lung in Verbindung bringen sollte.

Die Hotelruine hatte den Forschenden rasch preisgegeben, dass hier ein Feuer am Gange gewesen war, das nicht allen Regeln der Physik gehorsam folgen wollte. Das hatten auch andere bemerkt. Denn das Hotelzimmer 6301 wurde bewacht. Zwar konnte die SFG 77 die Annäherung an diesen „Lost Place“ erstaunlich lange geheim halten, doch irgendwann kam es anderen zur Kenntnis, dass man herumschnüffelte. War es der Bewegungsmelder oder hatte sich ein Luftelementar nicht fristgerecht gemeldet? Man würde es wohl nie erfahren.

Projizierender Magier des Kantonesischen Innenministeriums.

Positive hatte die deutlichste Begegnung mit dieser Partei. Er wurde von einem projizierenden Magier in kantonesischer Beamtenkleidung gestellt und befragt. Später würde Atra erhellen, dass es sich um einen Arkaner Ermittler des Cantonese Ministry for the Interior gehandelt haben musste. Genauergenommen um ein Mitglied einer Sonderkommission, deren Aufgabe darin besteht das Wirken und die Berührungen des Drachen Lung zu suchen, zu sichern und zu verstehen.

Als Norge eine goldene Feuerschlange auf 64. Stockwerk der Hotelruine in den Himmel gleiten sah, da war spätestens klar, dass die SFG 77 hier mächtig dazwischen gepfuscht hatte. Leider blieb das Residuum des Lung nicht auf den Kameraufnahmen erhalten, doch die Erinnerung an diese Feuerschlange sollte sich bestens einprägen.

Flucht war dann geboten, denn die seltsame Materialkiste mit der Aufschrift 人03自单9109 entpuppte sich als Kampfroboter, Cyborg oder Kampfdroide. Was genau es denn nun war, blieb unklar. Die Kampfmaschine starrte in den diesigen Nachthimmel hinter Régicide her, der sich einmal mehr als ein kommandierender Offizier inszenierte, der die erste Reihe nicht scheuhte.

人03自单9109

Die Episode in Beijing endete letztlich mit einigen Antworten. Atra war sich nun, nachdem Zoé die „Träne“ zurückgebracht hatte und das Team Bericht erstatten konnte, sehr sicher, dass das, was einmal Brick war, vom Roten Lung entführt worden war. Brick war etwas einzigartiges geworden. Was Etusan III aus ihm gemacht hatte, konnte keiner sagen. Doch es war eng mit dem Element Feuer verbunden. Atra hatte großes Interesse daran gezeigt, Brick festzuhalten, ihn zu verstehen. Und nun war er in den Klauen einer größeren Macht, die sich jeden direkten Zugriffs entzog. Vorerst.

Auf weltlicherer Ebene hatte nun die SFG 77 auch das erstemal vereint und offen mit Atra gesprochen. Geleistete Eide der Verschwiegenheit waren (zum Teil) aufgelöst worden. Atra war sehr eng mit Régicides Schicksal verbunden und auch Zoé hatte ein herzliches Band zu ihr geknüpft, wie es schien. Aber es gab auch Grund für Zweifel und Sorge. Anderen Mitgliedern der SFG 77 war nicht verborgen geblieben, dass Atra trotz ihres feurigen Wesens auch eine kühle Seite hatte, der ein Menschenleben wenig wert sein konnte.

Als die SFG 77 Beijing verließ hatte Atra ihnen mitgeteilt, dass sie ihre Verstrickungen mit den Triaden nun zu einem Höhepunkt treiben wolle. Sie wusste nun, was zu tun sei. Seit Jahren hatte sie sich zwischen dem Weißen Lotus und der Schwarzen Gruppe fest verschweißt und in ein Netzwerk aus Eiden und Pakten hineingegraben. Nun wollte sie den Vorstoß zur dritten großen Triade wagen, dem Roten Drachen. Was für ein Zufall… Atra hatte nun also ein klares Ziel vor Augen: Warum hatte der Rote Lung seine Klauen nach Brick ausgestreckt? Wohin war er verschleppt worden und was hatte er mit diesem Wesen vor?

Die SFG 77 sollte erfahren, wenn Atra Fortschritte machen würde.

Feuerschlange

Régicites Antwort an Norge

Norge bekommt schon kurz nach dem die Radio-Socceres aktive geworden ist eine Antwort:
„Norsken min er rusten, men den var likevel nok. Gode ​​murere er vanskelig å finne, men jeg og den lille løvinnen jobber fremdeles her med Sila min. Hun har allerede spurt om deg og de andre, det ulmer igjen. Så det ville være bra hvis du ville komme til oss her, jeg vil også invitere de korte og svart -hvite. Billetten er da på meg!*
I vennskap, Bazut“

In anderen teilen der Welt erreichen Postive und Copper Nachrichten von ähnlichem Inhalt.

*Mein Norwegisch ist eingerostet, aber es hat trotzdem gereicht. Gute Maurer sind schwer zu finden, aber ich und die kleine Löwin sind hier bei meiner Sila noch eingespannt. Die hat schon nach dir und den anderen gefragt, es brodelt mal wieder. Deshalb wäre es gut, wenn du hier zu uns kommen würdes, ich werde den Kurzen und den Schwarz-Weißen auch einladen. Das Ticket geht dann auf mich!
In Freundschaft, Bazut

Himba-Frage und Safehouse

Positive und Régicite hatten sich zügig Gedanken über die Zukunft in Dahomey gemacht. Ein Aspekt war die Himba-Frage, eine anderer die Sammlung von militärischem und arkanem Equipment unter dem Radar von AIM.

Die für Positive so bedeutsame Himba-Frage bestand vor allem darin, dass er eine vermeintliche Schuld zu begleichen hatte. In den Jahren 2068 bis 2070 war er dort die Marionette Dunkler Idola gewesen. Das Nigerianische Prinzenpaar war an diesem Missbrauch seiner Person maßgeblich beteiligt gewesen. Doch so ganz passiv und unbeteiligt war „Negative“ seiner Zeit eben auch nicht gewesen. Nun hatte Prinzessin Annabelle Positive ein geleutertes Geschenk gemacht: vermuteter Aufenthaltsort der entführten Himba und Hintergründe der ganzen Angelegenheit.

Zusätzlich war bereits kurz nach Ende der Mission Untamed Pride zu vernehmen, dass AIM auf internationaler Ebene die Einrichtung einer robusten Task Force Human Trafficking anstreben will. Der SFG 77 wurde hier eine besondere Rolle zugedacht. Details sind noch unklar, zahlreiche politischen Abstimmungen laufen im Hintergrund. Wichtige Beteiligte, wie etwa Lia Clark und MAJ Uzun haben jedoch durchscheinen lassen, dass man die Himba-Frage als ein Paradebeispiel für die Art von Verschleppung und Menschenhandel ansehen würde, der sich die Task Force widmen soll. Insofern ist absehbar, dass Positives Anliegen eine gute Chance hat, offizielles Missionsziel zu werden.

Hinsichtlich der Einrichtung eines unregistrierten Safehouses und Ausrüstungsdepots in Dahomey boten sich der SFG 77 einige günstige Optionen. Insbesondere Sistren und Aidren, das Geschwisterpaar aus Nakatombe, erklärten sich bereit, Positive bei solch einer Sache zu unterstützen. Marun und die Scrapper waren gegen Bezahlung bereit erbeutetes oder verwaistes Material aus abgelegenen Gebieten nach Nakatombe zu schaffen. Über die zeit von zwei Monaten entstand so eine Lagerhalle voll Versastzstücke, Ersatzteile, Munition, Waffen und bunte Ausrüstung aller Art. Auch LT-1 konnte nahe Nakatombe verbracht werden.

Die arkane Beute aus dem Unterwasserdom im Schwemmland konnte nur teilweise geborgen werden. Dinge waren scheinbar sehr kurze Zeit nach dem Kampf dort bereits entfernt oder geplündert worden. Eine schwarze Statue der Andikan war noch da, sowie zahlreiches, arkanes Zubehör zur Ausgestaltung von schamanistischen und arkanen Rufkreisen. Zwei Zauberfoki waren ebenfalls erhalten geblieben. Einen für die Zauberkategorie Wasser (Spell Category Focus, Force 3) und einen Zauberfokus zur einmaligen Anwendung (Expendable Spell Focus, Transmutation, Force 4).

Nouvelle voie, nouveau nom ?

Régicite hat nach dem Ende von „Untamed Pride“ noch ein paar Dinge zu erledigen, bevor er sich seinen eigene Verpflichtungen hingibt.

Für ihn ist es eine klare Sache, dass er Positive, egal wie dessen Zukunft aussieht, darin unterstützen wird, die Verschleppung der Himba in Ordnung zu bringen. Da es aber sein kann, dass die AIM kein eigenes Firmeninteresse entwickeln wird, um die zu tun, nutzt er jetzt die Gelegenheit, um einen Stash an Material anzulegen, der nicht der AIM gehört und diese Sachen in Nakatombe einzulagern. Das geht von LT-1 über Handfeuerwaffen und Schutzausrüstung, einer Menge Tech-Krempel bis zu einer Jet-Drone. Hierfür wird er die Unterstützung des ganzen Teams benötigen.

Ebenfalls wird er sich mit den Scrapern um Marun kurzschließen und eine Möglichkeit ausloten, Kontakt zu halten. Dieser komische Haufen von Misfits hat auf ihn einen bleibenden Eindruck gemacht, gerade so, als ob es da gewisse Ähnlichkeiten geben würde…

Doch zuerst hat er sich mit Zoe zusammengesetzt und mit ihr über das Erlebte gesprochen. Schon vor einiger Zeit hatte ist ihm klar geworden, dass er der Falsche ist, um die Geheimnisse dieses Landes zu verstehen, zu leben oder gar zu repräsentieren. Ein zweites Mal könnt er nur ein Helfer, ein Wegbereiter für Andere sein. Zuerst für Brick, dann für Positive und schließlich für Zoe. Zoe, die hier in Afrika mehr als einmal über sich selbst hinaus gewachsen ist und alles riskiert hat, um andere zu helfen.

Nachdem einige Woche vergangen sind, ist es Zeit, seinen eigenen Weg fortzusetzen. Dann stellt er Zoe die wichtige Frage: „Ich werde nun nach Bejing zurückkehren. Nicht nur das ich meine Tochter sehen will, ich muss mich auch mit meiner ruhelosen Sila außeinander setzten.“ er schmunzelt über seinen eigenen Wort.

Dann wird sein Blick nachdenklicher, er schaut in sich selber hinein:
„Mein eigener Pfad ist mir immer noch verborgen, Afrika hat mich verändert, es hat mich Weiser und Stärker gemacht, mich gleichzeitig Demut und Barmherzigkeit gelehrt und schließlich meinen zertrümmerten Sinn für die Erhabenheit der Welt repariert.
Meine Fähigkeit zur Ehrfurcht war ein Scherbenhaufen, von dem ich glaubte, dass er nur noch ausreicht, kurze Reflexionen in das große, kosmische Ganze zu erhaschen. Elefanten, Affe, Löwe, der Steinwald, das Orakel…
seit du mich kennst, habe ich niemals vorgegeben, dass ich ein rationaler Mann mit gesundem Geist bin…
ich bin so beschädigt, wie man beschädigt sein kann…
war so beschädigt…
ich war innerlich schon lange tot…
Da ist wieder ein Puls, bin noch nicht gut, aber es wird besser…“

Dann kehrt sein Blick ins hier und jetzt zurück:
„Aber ich bin kein bisschen schlauer geworden. Ich weiß immer noch nicht, wo mein eigene Weg mich hinführt…“
Sein Blick sucht Zoes Augen:
„Und ich habe das Gefühl, dass du etwas mehr in die Geschichte um das rauchlose Feuer involviert bist, als du zugeben willst, oder?“
Er winkt ab, scheinbar erwarte er keinen spontane Antwort: „Lass mich einfach wissen, ob ich einen Reise alleine oder für Zwei plane!“

Er wendet sich zum gehen, nach ein paar Schritten dreht er sich um, diemal ist das Lächeln auf seinem Gesicht breit und ungezwungen:
„Ach übrigens, mir gefällt die neue Haarfarbe…Lionnecœur!“

Veränderte Welten

Copper hatte sich nach dem Ende der Einsätze in Dahomey erstmal 4 Wochen in einem Lazarett in Finistère erholt. Die ersten 2 Wochen davon verbrachte er mit der Anfertigung eines zwar lückenlosen, gut dokumentierten, jedoch gelinde ausgedrückt ‚kreativen‘ Abschlussberichts für die SFG77. Der Einsatz und die SFG glänzten darin wie das Kronjuwel einer phantastischen Prinzessin.

Im Anschluss schlief er bis zu seiner Entlassung beinahe durch. In seinen wachen Phasen versuchte er, all die Ereignisse in Dahomey Revue passieren zu lassen, sich klar zu werden über die Welt, die seine persönlichen Ansichten so durchgewirbelt hatte – jedoch ohne Erfolg. Seine Gedanken fanden zu keiner Struktur mehr. Er war als gefestigter Charakter in Dahomey angekommen, und als ein völlig anderer hatte ihn das Land wieder ausgespuckt. Und jetzt, da er wieder in einer zivilisierten Umgebung war, rangen die 2 Charaktere um die Vorherrschaft. Er musste den Kopf frei bekommen, sich irgendwo entscheiden, wie es weitergehen sollte, wer er denn nun sein wollte, jetzt wo ihn die Zustände nicht mehr zwangen… oder hatten sie ihn vorher gezwungen?

Copper reichte Urlaub ein, hatte sich ja Einiges angesammelt, und sie waren ja aufgefordert worden, sich Zeit zu nehmen nach dem großen Einsatz. Also dahin, wo man sich selbst finden kann, ab in die Heimat, vielleicht war ja dort der Kopf frei zu bekommen. Einen neuen Nadelstreif, eine neue Melone, ein neues Schulterholster, so hart konnte Selbstfindung schließlich nicht werden. Er hatte 6 Wochen Urlaub eingereicht, das musste reichen. Ordnung musste her, Struktur, Klarheit!

12 Stunden später war er in Bossier City, Luisiana, CAS gelandet. 4 Stunden, und der neue Anzug saß, Dreiteiler, Western Style, integrierte Schutzausrüstung. 3 weitere Stunden, Melone, Holster, Revolver, alles perfekt. Nochmal 2 Stunden und er betrat eine alte Stammkneipe, das Custers! ‚Nigger müssen draußen bleiben‘ prangte am Eingang. Hatte er fast vergessen. Der gleiche alte Spruch, die gleiche Art Barkeeper, 2 weitere Gäste, die gleiche Sorte Typen wie früher, nur mit neuen Gesichtern. Er musste lächeln, sein altes Leben, so einfach konnte es sein. Er warf ein fröhliches ‚Hallo Männer!‘ in die Runde…

27 Minuten später, ein schwarzer Polizist starrt auf sein Trid-Tablet ‚Und warum genau sind sie in eine bekannte Rassistenabsteige gegangen, und haben die anwesenden Gangmitglieder in einem altafrikanischen Dialekt begrüßt, Mr. Harmon?‘ ‚Muss mir rausgerutscht sein, Officer.‘ ‚Rausgerutscht?‘ ‚Ja, Officer‘ ‚Und wie erklären sie, dass da drinnen 2 erschossene Idioten und einer mit einem KLAPPSPEER im Hals liegen?‘ ‚Selbstverteidigung, Officer.‘ ‚Selbstverteidigung?‘ ‚Ja, Officer.‘ ‚Und wieso tötet ein Mitarbeiter einer afrikanischen Farming-Gesellschaft 3 Typen in Amerika in Selbstverteidigung?‘ ‚Also das war so, Off…‘ ‚Halten sie bloß den Rand, Mann.‘ ‚Ja, Officer.‘ ‚Detective Sergeant Breslin, oder? Wir waren mal auf dem gleichen Revier.‘ ‚Scheiße.‘ ‚Also wieso das da drinnen, Breslin?‘ ‚Selbstfindung.‘ ‚Selbstfindung?‘ ‚Ich wollte wissen, ob ich noch der Alte bin.‘ ‚Der Alte war ein Wixer, und sind sie es noch?‘ ‚Bin nicht mehr der Alte.‘ … Der Officer wendet sich ab ‚Schade, das wir zu spät kamen, um die Täter noch zu ergreifen.‘ ‚Danke, Officer.‘

1 Stunde später erreicht Copper den Flughafen von Bossier City. 12 Sunden später Finistère. Der Offizier vom Dienst nimmt die Urlaubsrücknahme entgegen. ‚Hm, 33 Stunden und 27 Minuten, nicht gerade ein üppiger Urlaub, wie wars?‘ ‚Bin jetzt ein Niggerfreund.‘ Copper wirkt fröhlich.

Norges Aktivitäten

Norge hat sich mal eine Auszeit von allem genommen, um ein anderes Projekt voranzutreiben. Sani hat das durchaus verstanden und konnte so ja in der Zeit auch ihren Zielen und Projekten endlich mal wieder voll widmen. So reiste Norge für eine Woche in die Bretagne, um dort in den Werkstätten der Services Support Division der AIM zu arbeiten. Natürlich nicht alleine.

Er nimmt gleich Kontakt mit den verschiedenen Spezialisten auf. Nachdem man gemerkt hat, dass da nicht einfach nur ein Frontschwein kommt, sondern jemand, der sich schon detaillierte Gedanken gemacht und technische Zeichnungen angefertigt hat, waren die Spezialisten der verschiedenen Abteilungen doch schnell bei der Sache, das Projekt umzusetzen. So waren hauptsächlich Spezialisten für Materialwissenschaft, Elektronik und Matrix mit involviert.

Nachdem das Projekt abgeschlossen war, reiste Norge dann wieder nach
Trondheim zurück, um Zeit mit Sani zu verbringen und endlich auch Regicide eine Nachricht zukommen zu lassen.

„Yui, ich habe einen Auftrag für dich.“

Die Radio Sorceress ist ganz Ohr und wendet Norge den Kopf leicht zu. Die übergroßen Augen glänzen erwartungsvoll.

„Oh, toll! Was kann ich für Dich tun, Harald-san?“

„Du mußt Bazut Morelle eine Nachricht zukommen lassen. Privat, aber mit höchster Priorität. Das bedeutet, ich möchte, dass die Nachricht solange bei ihm oben auftaucht, bis er sie gelesen hat. Ist das im Rahmen deiner Möglichkeiten?“

„Hai, Harald-san! Kein Problem!“ Die Puppe verneigt sich steif und ihr Haarschmuck fährt kleine Antennen aus.

„Folgendes übermittelst du ihm: ‚Hallo mon amie. Du leter etter en dyktig murer en gang. Jeg mottok en referanse til en ekspert på sitt område. Vennligst kom til Trondheim så snart som mulig. Hilsen din venn Harald.“‘

Norge wartet kurz, damit klar ist, das die Nachricht schon zu Ende ist.

„Und abschicken, Yui“ gibt er dann das Signal.

Yui nickt: „Mit Priorität über die Enge Freunde Liste versendet! Ich hake nach, wenn er es heute nicht liest!“

Nun wird er nur mal warten müssen, bis Regicide sich meldet oder vorbeikommt. Das er in der Aufregung bis auf das „mon amie“ nur Norwegisch gesprochen hat, ist ihm gar nicht aufgefallen. Aber er wird es ja schon irgendwie übersetzt bekommen.

Norges Lauschangriff

Wie?

Diese Frage stellt sich Norge häufig in der letzten Zeit.

Wie kann ich das zur Sprache bringen. Einfach so beim Abendessen geht das ja nun nicht.

Also wälzte er seine Gedanken.

Scheiße, dass Copper nicht da ist. Der ist gut mit Ideen. Oder Régicide, der war schonmal verheiratet und Positive hat es ja irgendwie geschafft, den Eisberg anzutauen. Zoé wäre wohl auch eine Hilfe. Ist immerhin eine Frau.

Aber so blieb es halt komplett an ihm hängen, denn es war zu früh, die anderen einzuweihen. Aber wenn er lange genug überlegt, kommt auch Norge ab und zu mal ein Geistesblitz.

Dann kam der Tag, da die Wunde am Arm weit genug verheilt war, um sich einen neuen aussuchen zu können. Norge nahm Sani mit zum Krankenhaus, welches AIM in Trondheim ausgesucht hat. Natürlich die Universitätsklinik. Sani sollte da schon mitentscheiden und es zeigte sich schnell, dass Norge sehr angetan war von den stärksten Modellen. Hätte Sani da nicht eingegriffen, wäre der rechte Arm wohl sehr mächtig geworden, mit den stärksten Servos, die es momentan dafür am Markt gibt. So konnte sie Norge runterhandeln auf ein Modell mit mittleren Servos, welche ihm im Einsatz sicher einen Vorteil bringen, mit denen der Arm aber noch aussieht wie ein normaler Arm am Körper. Man sieht es halt nicht auf den ersten Blick und selbst beim zweiten muß man wissen, worauf man achten muß.

Ausgesucht war er und nun würde er angepasst werden. Das dauert nochmal ein paar Tage. Bis zu zwei Wochen, aber darauf kam es ja nun nicht an. Abends saßen Norge und Sani bei einem neuen Film beisammen. Norge gab sich schweigsam. Das war sein Plan. Er wußte, dass Sani dann früher oder später die Frage stellen würde, und so kam es dann auch.

Sani: „Woran denkst du?“

Norge schreckt auf, als wäre er in Gedanken gewesen, und nicht als ob er genau auf diese Frage gewartet hätte.

Norge: „Hm, an eine Kameradin, die wir beim letzten Einsatz verloren haben. Wir haben versucht, sie zurückzuholen, aber das hat nicht geklappt. Sie wurde wohl verschleppt, wer weiß, ob sie überhaupt noch lebt. War eine engagierte Mitarbeiterin. Lena Mason. Ich schätze, den Namen werde ich nie vergessen. Hat zu viel riskiert, nur um uns den Einsatz ein wenig einfacher zu machen.“

Das war Norges Antwort. Nun schielt er rüber zu Sani und wartet auf ihre Reaktion. Wie tief sitzt sie da drin? Wie kam sie da rein und wie bekommt man sie da wieder raus?

Verdammt. Wieder zu viele „Wie“. Alle wird er nicht alleine beantworten können.

Sani hört sich die Sorgen von Norge aufmerksam und mitfühlend an und reagiert nachdenklich. Sie fragt nicht weiter nach. Der Rest des Films spielt sich vor schweigenden Zuschauern ab. Norge muss seine Willenskraft strapazieren, um die betretene Stille auszuhalten, doch er hält durch. Dankenswerterweise ist der Film ein ordentlicher Actionstreifen mit deutlicher Bekenntnis zur Komödie. Eine Football-Mannschaft voller Mutanten, Metas und Menschmaschinen, die die Welt vor sich selbst rettet. Hat schon stellenweise etwas von der SFG 77. Am Ende gibt es ein Happy End und der Film wird lustig aufgelöst. Das Thema Lena Mason verschwindet langsam aus dem Wohnzimmer. Den Rest des Abends verbringt Sani damit, für Zerstreuung zu sorgen und umschifft weiträumig jedes Thema, das mit Verschleppung oder Krieg assoziiert werden könnte.

Später in der Nacht liegt Norge im Gästezimmer. Wie er schnell gelernt hat, bevorzugt es Sani, irgendwann in der Nacht alleine zu sein, auch wenn sie Norges Nähe schätzt. Vielleicht auch ein respektvolles Zugeständnis an die Sorgen des Vaters.

Es ist jetzt 5:33 und Norge wird von Gedanken wachgehalten. Hat Sani den Namen nicht erkannt? Vielleicht war er ihr gar nicht so geläufig oder gar wichtig, wie Norge. „Lena Mason“, kein Name, den man sich merken muss. Insbesondere nicht als Japanerin, oder? Wenn Sani ihn nicht erkannt hat, dann ist das erstmal eine gute Nachricht, denn dann kann sie wohl kaum mit der Entführung zusammenhängen. Aber wie kommt Norge dann an weitere Informationen? Sollte er seine kleine Spionage zugeben? Aber was ist, wenn Sani den Namen doch erkannt hat?

Norge hebt den Kopf aus dem Kissen. Da flüstert doch jemand. Noch bevor Norge klar nachgedacht hat, ist er schon lautlos wie ein Schatten in den Flur vorgerückt. Die Wohnung ist still, nur ein Metallpendel auf dem Trideoschirm tickt im Sekundentakt. Sani scheint sich in ihrem Zimmer leise zu unterhalten, sie führt ein Telefongespräch.

Es ist eine moralische Frage. Soll Norge lauschen oder nicht?

Viel Zeit bleibt ihm nicht. Will er lauschen, muß es schnell gehen, sonst verpasst er vielleicht was. Will er nicht lauschen, könnte er schon so im Flur recht ertappt werden, was zu Fragen führen würde. Aber es steht soviel auf dem Spiel. Noch während er überlegend auf der Lippe kaut, stellt er sich so vor die Tür, dass er den Flur im Auge hat, und legt den Kopf sachte an die Tür. Dabei denkt er noch:

Wäre nur Zoe da, die hätte ich mit ihren Superohren einfach an die Zimmerwand gehalten und sie hätte alles gehört.

So konzentriert er sich, möglichst viel mitzuhören; seine übrigen Sinne sind angespannt und achten auf die Umgebung im Haus, um bei dem Lauschangriff nicht überrascht zu werden:

„…dachte nur, dass es vielleicht nicht sehr klug ist. Er hat einen Arm verloren. Ich denke, er ist ja in einem Krieg gewesen, oder sowas in der Art. Ich will nicht, dass er da in ein Trauma fällt oder sich das verschlimmert. … Ja, eigentlich schon. Ich meine, er wirkt schon gefasst, so äußerlich. … Nein, hat er nicht. … Ich denke schon, dass sie noch lebt. Ich meine, ich weiß es nicht. Aber die Information habe ich vielleicht einfach auch nicht gesehen. … Ok. Du bist der Psychologe. … Nein, natürlich darf ich das nicht. … Ich weiß es nicht. Wenn er die Hintergründe kennt, wäre das schon, – also das wäre unglaublich. Das wäre der größte Zufall den ich je erlebt hätte. … Ok. Hab ich kapiert. Du weißt doch genau, wie es um mich bestellt ist. Sowas kümmert mich einfach nicht. Nicht mehr. Das ist mir einfach egal. … Ok. Ja, mach ich. Danke. … Ja, bis bald. Mach ich. Ciao.“

Schritte zur Tür. Ein Rascheln, ein Kimono. Norge ist bereits zurück in seinem Zimmer, als Sani die Tür zum Flur öffnet und kurz darauf bei Norge klopft. Als er öffnet, dreht sie ein leuchtendes Tablet um, so dass Norge in dem blassen Lichtkegel aufleuchtet. Sein wacher Blick fällt auf Lena Masons Portrait nebst Lebenslauf.

„Ist das die Frau, die Du suchst?“

Etwas später sitzen Norge und Sani vor einem virtuellen Kaminfeuer. Die Sonne ist in Trondheim noch nicht zu sehen, aber es ist Morgen. Eine Aussprache, die beide zum Staunen gebracht hat, geht dem Ende zu. Sani fasst die Sache zusammen:

„Sie ist ein Opfer einer Entführung, und wir haben uns diese Beispielfälle ansehen müssen, damit wir die Natur der Lage besser verstehen. Es ist eine gefährliche Sache, eine Expedition. Ehrlich, eigentlich ohne Wiederkehr. Niemand weiß, was einen da erwartet. Aber diesmal soll es eben Erfolge geben. Die Yutani Corporation hat es zu einem geheimen Spitzenprojekt erklärt. Der weiße Fleck auf unserem Globus muss verschwinden. Wir wollen, nein müssen wissen, was da wirklich los ist. Ich meine, wir fliegen zum Mond, zum Mars, und jenseits! Aber wir können doch nicht ignorieren, dass unser Ende, oder unsere Erlösung, direkt vor unserer Haustür liegt, versteckt unter einem Mantel aus Angst, Gerüchten, Magnetfeldern und arkanen Mauern?! Deine Freundin ist jedenfalls nicht die einzige, die hinter den Schleier verschleppt wurde. Und mein Vater, die ganze Forschungsgruppe, wir werden da reingehen, wenn wir soweit sind. Vielleicht in zwei Monaten, oder in zwei Jahren. Es hängt von sehr vielen Faktoren ab. Das meiste ist streng geheim. Aber ehrlich gesagt, wir gehen da nicht hin, um den Opfern zu helfen. Das reinkommen ist das Problem, über das Rauskommen macht man sich erstmal gar nicht so viele Gedanken. Wenn Radiowellen rauskommen, sind wir schon mehr als glücklich. Und das wäre ein riesen Erfolg.“

Sie schüttelt müde den Kopf.

„Tut mir wirklich leid. Ich wollte es Dir erst nicht sagen, aber es ist vielleicht besser so. Die Chance, lebend aus Sibirien herauszukommen, vor allem wenn man hineinverkauft wurde, ist sehr gering. Das Erwachte Yakut ist jenseits unserer Reichweite.“