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27.03.2074 – FS

Der Südpazifik zwischen Vanuatu und Hawaii zeigte sich von seiner ungnädigen Seite. Die Gischt schwappte aus den Speigatten, und der junge Scheich sorgte lautstark für etwas mehr Futter für die Fische unter den schäumenden Wellen. Kreidebleich wankte er zurück in die Kajüte und würdigte der Gestalt, die sich breitbeinig vor der Brücke aufgebaut hatte, keines Blicks. Sie ließ den Monitor an ihrem Handgelenk aufleuchten. „Knapp 17 Knoten bei 11.2 m/s nur unter Fock und Besan; eigentlich eine wichtige Lektion in Sachen Papis Segelyacht auf hoher See“, dachte sie und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Doch schnell verhärteten sich ihre Züge wieder. Sie erinnerte sich an die letzten drei Monate…

Tief drinnen hatte sie die Entscheidung schon geahnt, wie die Sache ausgehen würde, noch bevor der Einsatz ganz beendet war, man die Auswirkungen überblicken konnte und weit bevor die Ehrungen begannen. Dabei stand sie nicht in der ersten Reihe, aber man hatte sie ordentlich entlohnt für den Fronteinsatz, den sie ja eigentlich nicht mehr gewollt hatte und dem sie nur ihm zu liebe und zu ungünstigen Bedingungen zugestimmt hatte.

Denn natürlich war sie rasch zum fünften Rad am Wagen geworden. Ihr Positive hatte sich verändert. Zum Guten in einer idealen Welt… aber das hier ist die sechste Welt, und die hatte sich in ihrer ganzen Macht gezeigt.

Er wird seine Verpflichtungen seinem Land gegenüber erfüllen, seine Rolle beim Menschenhandel mit den Himba aufklären und deshalb einen „Vertrag“ mit dieser ominösen Prinzessin eingehen – das war die knappe Zusammenfassung der letzten Unterhaltung zwischen ihnen beiden, die sie am 6.1.74 geführt hatten, während die Sonne hinter der neu entstandenen Baumsavanne unterging. „Dämliche Romantik“ schoß es ihr durch den Kopf. „In den wichtigen Momenten hat er das wie auch immer hingekriegt, mich einzuwickeln. Zum Kotzen“.

Wie der Zufall es dann so gewollt hatte, stolperte sie nur zwei Tage nach dem Abflug aus dem Golf von Guinea auf eine Annonce aus den Emiraten und lies sich die Gelegenheit, Abstand von diesem Land mit all seinen Verrückten, Idealisten und abstrusen magischen Erscheinungen nicht entgehen. Die See unter den Füßen – und dann auch noch auf einer modernen Hochseeyacht als Captain.

Sie spie in die Wellen und entschied sich, das Jungchen aus seiner Kabine zu ziehen für einen Crashkurs in Sachen Takelage. Zur Beruhigung der Nerven. „Dämlicher Wichser! Aber weiter weg von ihm und all den anderen Irren geht ja nicht…“ dachte sie beim Verlassen des Decks. Abgesehen von Brick tief unten stimmte ihr Gedanke.

Norge und Hitashi Sani

Direkt am ersten Tag nach der Ehrung der SFG77 nimmt Norge Abschied vom Team. Sein Antrag auf Reha in der Heimat wurde bewilligt und so machte er sich flugs auf den Weg zurück nach Norwegen. Genauer Trondheim. Er wollte die Auszeit auch dazu nutzen, mal wieder ein wenig Heimatluft zu schnuppern und nicht zuletzt war ja Hitashi Sani in Trondheim. Auch sie wollte er endlich mal kennen lernen und reinen Wein einschenken. Er hat ihr ja nie direkt die Unwahrheit gesagt mit dem, was er tat, aber doch einiges zurückgehalten. Da er schon das Interesse hat, dass da was draus wird, wollte er ihr bei mehreren Gesprächen erklären, was er so genau macht. Zumindest soweit es nicht unter Verschluss gelandet ist.

Ein erstes Treffen wurde schon über Trideo ausgemacht, auch wenn es wohl im Beisein ihres Vaters stattfinden würde. Ohne dessen Einwilligung würde es wohl auch keine weiteren realen Treffen geben. Zumindest nicht offiziell. Ob er Sani dann dennoch weiter sehen würde, hing wohl hauptsächlich von ihr selbst ab.

An dem Abend dann zog er seinen feinsten Anzug an. Das Hemd mit dem Blutspritzer am Kragen hatte er schon vor längerer Zeit ausgetauscht. Ja, es war der Anzug aus Südafrika, der irgendwie seinen Weg in die private Garderobe von Norge gefunden hatte. Immerhin sein feinstes Stück Stoff. Aber wie sich herausstellen sollte, hatte sich Norge zu viele Sorgen gemacht.

Der alte Hitashi-san hatte Norge zuerst in der geräumigen Mietwohnung begrüßt, in dem Sani und er zur Zeit lebten. Eine gut möblierte aber zweckmäßige Übergangslösung ohne viel persönlichen Schmuck. Es war eine Übergangslösung für den dienstlichen Aufenthalt von Vater und Tochter, wie Norge bereits wusste. Überhaupt kannte er sich durch die virtuellen Treffen mit Sani schon ziemlich gut in der Wohnung aus. Sie war tadellos aufgeräumt und sauber.

Der Vater war von Norge zuerst eingeschüchtert und überrascht zugleich. Seine zierliche Tochter, der muskulöse Krieger, beide orkischen Blutes. Man sah ihm an, dass er überrascht war. Über Norge, über seine Tochter und vielleicht auch sich selbst. Da Norge so gut gekleidet war, lud der Vater spontan alle zum auswärtigen Essen ein. Das war Sani erst nicht so recht, wollte sie die Begegnung doch so kurz wie möglich halten.

Das Fischrestaurant mit Blick über den Hafen war Oberklasse. Vielleicht wollte der Vater Norge auf die Probe stellen, doch der schlug sich wacker. Er hatte ja nicht nur Heimvorteil, sondern beharrte auch stets auf die japanische Etikette, vom Platznehmen über die Bestellung bis zum Anstoßen. So verlief der Abend ganz angenehm, auch wenn Sani immer etwas angespannt blieb.

Norge konnte etwas zu seiner Arbeit sagen und er erfuhr im Gegenzug, dass Vater und Tochter beide für die gleiche Firma arbeiteten: Tomorrow Plant Inc., ein Tochterunternehmen der Yutani-Familie. Was für ein Zufall… Der Vater war Geo-Ingenieur und die Tochter eine junge Meteorologin. Sie arbeiteten zur Zeit eng mit der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) zusammen.

Der Vater schien die gemeinsame Zeit mit der Tochter und Norge durchaus zu genießen. Etwas, das wohl nicht häufig außerhalb von Arbeitstreffen vorkam. Zwei Dinge fielen Norge im Nachinein auf. Über die Mutter von Sani wurde kein Wort verloren und der Vater hatte mehrmals am Rande bemerkt, dass Sani „sowieso nicht allzuviel Zeit habe“ und dass sie diese Zeit auch mit Freunden verbringen sollte.

So konnte Norge mit seiner Etikette den Vater doch so sehr beeindrucken, dass er nichts dagegen hatte, dass die beiden sich weiter treffen. Sie lernen sich immer besser kennen. Auch der Kontakt über Trideo wird immer häufiger. Bei einem dieser „Telefonate“ ging Sani kurz hinaus und Norge konnte auf den Bildschirm von Sanis Rechner sehen und erkannte da den Namen und das Bild einer ihm doch sehr wichtigen Person. Lena Mason. Norge schaltet schnell und macht eine Aufnahme von dem Bild und nimmt sich vor, Sani persönlich in einer ruhigen Stunde darauf anzusprechen. Immerhin geht es in dem Artikel um Menschenhandel und so weiter.

Wie immer Sani da auch reingeschliddert war, Norge wollte sie zuerst damit konfrontieren und schauen, wie und vor allem wie tief sie da drinnen steckte, bevor er irgendwas weiterleiten würde. So verabredete er sich dann auch zu einem weiteren Treffen mit ihr, die Datei gut abgespeichert und gesichert auf mehreren Datenspeichern. Das Bild durfte so oder so erstmal nicht verloren gehen.

L’étape suivante

Während die S34 auf dem Weg ist um am schwimmenden Mark anzudocken, ist die SFG77 zur Sunray zurück gekehrt. Regicite hat das Team zur besprechung zusammen geholt:
„Bevor wir klären wie unser weiteres Vorgehen aussieht möchte ich ein paar Sachen zur letzten Aktion sagen um ein zukünftiges Vorgehen zu verbessern.

Un:
Wenn ich dazu auffordere jemanden festzusetzen oder ruhig zu stellen ist die aller, aller letzten Methode die ich angewendet wissen will, das die Person brutal zusammengeschlagen wird! Die Reinfolge ist: Polizeigriff und Mund zuhalten, dann Knebel und Handfesseln, dann Würgegriff zur Betäubung, dann Betäubungsmittel und dann, wenn nicht mehr anderes geht, kommen die Fäuste!
Wenn ich jemanden zusammengeschlagen haben will werde ich das eindeutich formulieren!

Deux:
Wenn eine Situation offensichtlich außer Kontrolle geraten ist oder schlecht verläuft brauche ich niemanden der wir über Funk ins Ohr brüllt das die Situation außer Kontrolle geraten ist oder schlecht läuft. Das einzige was ich dann brauche ist ein kurzer, knapper Vorschlag zur Verbesserung der Situation, das bedeutet mein Optionen zum weiteren Vorgehen zu vergrößern.

Trois:
Die Situation mit Copper auf der Insel war komplette Scheiße. Wie ich mich darauf einlassen könnte, das Leben einer meiner Leute derart zu riskieren ist mir im Nachhinein schleierhaft. Die Shamanin wollte eine Illusion von Kontrolle über die Situation habe, diesem Wunsch hätte ich niemals stattgeben dürfen. Im Zweifelsfall hätten wir die beiden zwingen müssen uns die Informationen zu geben. Das war mein Versagen und dafür entschuldige ich mich Copper. Dein mutiger Einsatz hat sich schließlich ausgezahlt, so weit hätte es aber nicht kommen dürfen.

Bien, nun zum weiteren Vorgehen. Es müssen Gespräche mit den abgestoßenen „Löwinen“ geführt werden, ebenfalls müssen wir die Gemeinschaft auf dem Markt über die Gefahr informieren und eine möglich Nacht der langen Messer verhindern.
Positive sollte versuchen mit der Inkarnation der Idola und ihren „Priestern“, Behütern in Kontakt zu kommen und sie über die Umstände des Löwen aufklären. Norge mischt sich unter die Mediziner und führt Gespräche mit den „Leidenden“. Zoe und Copper suchen sich ihrer eigenen Ansatzpunkt und folgen ihrem Training und Instinkt wo sie ihrer Nachforschungen ansetzten wollen.
Ich…weiß noch nicht genau was ich tun werde, gehe vielleicht ich dem MercInc Kontakt mal nach…ich will aber die Situation der Ausgestoßenen noch einmal Astral auf mich wirken lassen.

Vorschläge und Anmerkungen? Ansonsten folgen wir, während wir auf dem Mark sind Coppers und Zoes Anweisungen zur Informationsfindung!
Geheimhaltung ist wahrscheinlich keine großer Faktor mehr, auf der S34 ist ein riesiger Schmetterling…Solange also unsere Ermittler keine anderen Anweisungen ergehen lassen, trage ich erstmals wieder Uniform, alle anderen Nach eigenem ermessen.
Lediglich die Sunray werden wir „verheimlichen“, es reicht wenn eine gegebenen Opposition glaubt das wir mit der S34 und kleinen Booten unterwegs sind.
Wenn wir schließlich mit unseren Ermittlungen durch sind ist der nächste Schritt eine Erkundung des gefluteten Sprawls in dem auch das „Katzenhaus“ liegt.

un nouveau jour

Régicide beobachtet den Astralraum, sieht wie die Auren verschwimmen, transformieren und kann nicht umhin zuzugeben, dass ihn dieser Vorgang tief bewegt. Zu sehen, wie der Horror und die scheußliche Arkana aufgelöst wird, einzig durch das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft einer Gruppe Menschen, welche sich mit gemeinsamer Absicht bewegen, beeindruckt ihn.
Er beschreibt diesen Vorgang so gut er kann Zoe, welche nach ihrem Erlebnis in der Mördergrube immer noch etwas fahl um die Nase wirkt und den Moralbooster gut gebrauchen kann. Die Gnomin ist so weit über sich herausgewachsen wie noch nie, sie verdient jeden Anteil an diesem Erfolg… der Erfolg, der für ihn selber keiner ist. Lena ist noch immer verschwunden. Operation failed!

Es bleibt nur wenig Zeit, zu tun, was nötig ist, deshalb bewegt sich die SFG77 noch ein letztes Mal mit Vorsatz heute Nacht.
Während Positive sich der Menge und seinem Heiligtum widmet und damit auch einer der Hauptpersonen sein wird, die sich mit der Ordnungsbehörde auseinander setzten muss, macht der Rest sich an die Arbeit.
Neben der Aufgabe, so unbemerkt wie möglich zu verschwinden, muss eine letzte Beweissicherung gemacht werden. Die Leichen der Dandys werden eingeladen, wo möglich, oder geplündert, wo das nicht machbar ist. Ebenso der Dealer. Ritualgegenstände, Computer, Equipment im Gebäude, alles kann noch Hinweise liefern. Copper wird sein forensisches Wissen nutzen, um ggf. noch Spuren zu verwischen, dann verschwinden die Mitglieder der SFG77 nach und nach in der auslaufenden Nacht.

Bei einem späten Frühstück am nächsten Tag erhalten die nicht direkt am Einsatz Beteiligten einen Bericht über das Vorgefallene. Dann gibt der Lt. noch ein paar generelle Anweisungen:
„Auf Anweisung des Team Medics werde ich mich für ein paar Tage in ein Krankenhaus einweisen und nebenher eine 4000kcal Diät machen. Bis wir einen Zeitplan für den nächsten Einsatz erhalten, sind alle auf leichten Dienst. Ein paar Dinge sind noch zu erledigen. Ich habe letzte Nacht noch den Afkarasar-Fokus auf eine Schiene gelegt und zugesehen, wie ein Hochgeschwindigkeitszug Splitter daraus macht. Wir haben das Ritual verhindert, eine Leistung, auf die wir mit Recht stolz sein können.“
Hier bleibt einiges Ungesagt, aber jeder, der Régicide ein wenig kennt, wird verstehen, dass er das zwar ernst meint, für ihn selber ist es aber nur ein kleiner Ausgleicht für das gescheiterte Ziel. Falscher Optimismus ist nicht des Lts Stärke:
„Ich möchte die Suche nach Lena langfristig anlegen. Da es nun eine ganze Gruppe von Menschen gibt, die bei der Überwindung von Afkarasar dabei waren und wir nun schon einiges mehr über die Dandys wissen, vor allem ihr Aussehen, geht es darum, diese zu finden und so viele Informationen zu sammeln wie möglich, und zwar ohne das wir da sind. Christophè wird hierfür die Hauptverantwortung tragen. Es geht darum, auf der Straße und im Netz nach Informationen zu fahnden. Das betrifft besonders auch die die Besucher des neuen Schreins. Wir müssen die Dandys lokal unmöglich machen, Geld für wichtige Hinweise aussetzten usw. Vielleicht setzten wir eine Belohnung auf Lenas Rückführung aus? 50.000¥? Wir sichern einem Dandy, der sie uns lebend zurückbringt, dazu noch Sicherheit und Relocation an, mal sehen ob, sich ein Überläufer findet. Hier möchte ich vom Brain Trust ein paar gute Ideen, während ich in der Klinik bin.
Letztlich muss noch mehr Tech Ausrüstung angeschafft werden, besonderes unsere Dronenflotte muss erweitert werde, aber auch über Programme und Cyberdecks sollte ausgiebig nachgedacht werden.“


Nach einem ausgiebigen Gespräch mit den Teammitgliedern beginnt eine weitere Transformation, von Rouge Agents und Soldiers of Fortune zurück zu einer Special Forces Einheit, von „Lasst uns das RICHTIGE tun“ zurück zu „Wir tun was angeordnet ist“. Régicide selbst ist gespannt, wie gut das funktionieren wird.

Miru-Puppen weiterhin im Handel

Denver Data Haven hat die Miru-Puppenkollektion nach dem riesen Hype um Überwachung und Massenmanipulation intensiv geprüft und entlarvt die Puppenkollektion als „überrschend simple Social Media KI“ mit wenig Innovation. Ein „lauer Aufguss“ von lange Bekanntem in einer Spielzeugpuppe. Der Yutani Customer Support sagt hingegen, es handle sich um ein funktionales Sammel- und Spielzeugprodukt in dem zum Teil substantielle Features eingebaut sind, so wie etwa Learn Bots, Therapeutische KIs, Sprachassistenten, Karriere- oder Medientools. Es handele sich ausdrücklich nicht nur um ein Kinderprodukt sondern um eine Lebens-, Arbeits- und Haushaltshilfe für alle Altersklassen.

Radio Sorceress

Die designierte CEO der Yutani Corporation wendete sich in einem spontanen Interview in Tokio schmollend und patzig an die Kritiker:

„Die kleinen Miru sind genauso Teil der Yutani-Familie wie wir alle. Ich verstehe die gehässigen Kritiker nicht. Jeder hat etwas lieb gewonnenes, das er wie einen guten Freund behandelt. Die Shinto-Schreine Japans sind eng bewohnt mit Stoffteddys und Unique Social Bots, die ihre Besitzer ein Leben lang begleitet haben! Und im übrigen hat es mit Überwachung überhaupt nichts zu tun, wenn eine Familie aufeinander aufpasst!“

Haiku-san

Die CEO „Miru“ hatte vor zwei Wochen die lange gehegten Gerüchte bestätigt, wonach sie die ehemals verstorbene Tochter der zurückgetretenen Miss Yutani ist, deren Bewusstsein im frühkindlichen Alter aufgrund einer schweren Erkrankung digitalisiert wurde. Demnach wäre Miru die erste Megacorporate CEO der Welt ohne substantielle, leibliche Körpererfahrung und die erste Person deren natürliches Bewusstsein eine psychologische Entwicklung in reiner Digitalform vollzogen hätte. Ihre hypride Stellung zwischen KI, Metamensch und den mittlerweile wieder als ausgestorben geltenden Otaku gibt nach wie vor Anlass zu hitzigen Spekulationen über den Status der Miru als Person und ihrer Qualifizierung als CEO.

Die UCAS Jugend- und Konsumentenschutzbehörde kündigte jedenfalls an, sich nicht auf die Unbedenklichkeitsbescheinigung von Yutani Corporation oder des illegalen Hackerkollektivs aus Denver verlassen zu wollen. Bis auf weiteres bleiben die Miru-Puppen allerdings auch im nordamerikanischen Sortiment der meisten Einzelhandelsunternehmen. Der beachtliche Umsatz ist ein starkes Argument.

soit prêt

„Philippè, bemühe mal den Chemiker der du bist und sage mir ob das funktioniert/Sinn ergibt“
Der Lt. ist gerade in HQ zurück gekehrt und hat die Zusammenfassung der Situation mit grimmigem Wohlwollen entgegen genommen. Er hat über die ansage von Norge an Skorgen nur gelächelt und darauf verzichtet noch einen drauf zu setzten. Wenn sie es jetzt nicht verstanden hat…
Er hat sich mit dem Team zusammen gesetzt und bespricht die letzten Taktiken:
„Wenn wir große Plastikflaschen mit Wasser und feuerhemmenden Chemikalien Füllen, mit einem Zünder und CO2 Kanister versehen, können wir damit Feuerlöschgranaten improvisieren. 1,5l Flaschen für Uns, 5l Kanister für den Norweger? Zum einen möchte ich gewappnet sein um einen Ausbruch des Feuers im Reifenlager im Keim wieder zu ersticken, ich habe mal gehört das es einen Moment braucht bis reifen so richtig gut brennen, aber die Pest sind sie wieder zu löschen. Ebenso hat Zoe bewiesen das mache der Afkarasageister schlecht auf Feuerlöscher reagieren. Wenn das geht, so 10 keine und zwei große Feuerlöscher.
Zum anderen möchte ich einen massiven Rauchbecher. Dicker, schwarzer Qualm. So können wir die Feuerwehr und die Ortungsbehörden auf den Plan rufen lange bevor das Feuer angefangen hat. Ich nehme nicht an das eine Rauchsäule unterhalb von Downtown ignoriert wird.

Wir müssen noch die Bewaffnung bergen und eine Dauerobservation per Dronen einrichten. Dem Bebauungsplan Michel ausgegraben hat, müssen geparkte Fahrzeuge und Kameras, Orte an denn sich Personen aufhalten und rituelle Aufstellungen hinzugefügt werden. Wir verlegen nach und nach zum Zielgebiet, bringen auch die Fahrzeuge in die Nähe.

Was wir nun noch entscheiden müssen ist ob wir Aufruhr noch verstärken können in dem wir eine weitere Gruppe aktivieren. Gibt es eine Masuto Schrein andere weiße Idola oder eine Versammlung ihrer Anhänger an der ich und Positiv eine weiter Empörung auslösen können?

Dann verfinstert sich seine Mine:

„Ich weiß das die Chance Lena zu finden gering sind. Trotzdem werden wir nichts unversucht lassen. Das bedeutet; wir brauchen Gefangen. Jemand der Dandys muss uns Rede und Antwort stehen. Und diesmal gibt es keine Rücksicht…

A-gi-ta-tion

Hmja…Agitation… eine krankhafte Unruhe, bei der es zu heftigen und hastigen Bewegungen des Patienten kommt, Sypmtome sind Zittern und gesteigerter Bewegungsdrang. Eine Agitation tritt vor allem bei Psychosen oder im Delirium auf, allerdings auch im normalen Schlaf, etwa als Begleiterscheinung sehr lebhafter Träume auf. Nicht zu verwechseln mit normaler Nervosität.

Norge spricht das sehr ruhig und fixiert dabei Skorgen doch sehr deutlich. Wohl aufgrund der für ihn sehr herablassenden Art wie sie zur SFG spricht. Eine ganz klare Herausforderung oder eine Erwiederung der unausgesprochenen Herausforderung die er empfindet.

Glauben sie nur nicht das sie hier eine Gruppe halbwilder haben die keine Ahnung von Fremdwörtern haben. Wir Wissen schon worauf es ankommt und werden sicher zum nötigenZeitpunkt voll auf der Höhe sein die es Bedarf Captain….a.D.

Er endet mit seiner kurzen Rede und zündet sich seine vorletzte stinkende Zigarre an und reicht Copper seine letzte rüber. Verdammt, wie hasste er es wenn diese überheblich wirkende Elfe doch recht hatte.

Agitation

Das Zeitfenster wurde zunehmend kleiner um Lena zu finden, bevor das CCOM die Sachlage neu bewertet haben würde und damit die SFG 77 absehbar wieder in die Pflicht genommen war. Es war zu vermuten, dass die Operationsvorschläge der SFG 77 bereits über die Schreibtische gereicht wurden. Während der Lieutenant nun den Afkarasar-Fetisch verbarg und sich der Rest eine kurze Auszeit gönnte, machte sich Pria Clark unter Beihilfe von Copper daran, einen schnellen Weg zur Mobilisierung einer gewogenen Öffentlichkeit zu finden.

Clark ging gemeinsam mit Copper ihre Aufzeichnungen und Analysen der vergangenen Wochen durch. Sie hatte vor allem eine politische und mediale Analyse verfolgt, zahlreiche Demonstrationen beobachtet, Kundgebungen beobachtet und einige vorsichtige Kontakte zu sozialen Bewegungen in Moskuwa geknüpft. Die Informationslage war nicht schlecht. Am Terminal rauschten Protokolle, Diagramme und Bilder vorbei.

„Jeder Stadtteil organisiert dezentral Zusammenkünfte unter Aufsicht von Mercenary Inc. Die meisten führen die Idola Massuutu als Schutzpatronin an. Ich würde das nicht religiös nennen, aber definitiv eine Art Galleonsfigur der Proteste gegen Korruption, Polizeiherrschaft und die Auflösung der staatlichen Strukturen. Moskuwa ist ja relativ stabil und normalisiert, die Proteste sind untereinander also relativ zersplittert. Einige setzen sich für verschiedene Staats- und Verfassungsformen ein, andere demonstrieren eher gegen die Megacorporations oder die straffe Polizeibesatzung in der Stadt. Andere treten für traditionelle Lebensformen, Ökologie und sozi-ökologischen Schamanismus ein. Von gut zehn Gruppen habe ich Kernfiguren identifiziert. Einige davon sind Sistren und Aidren bekannt. Hier würde ich ansetzen, da wir so wenig Zeit haben. Aber wie wir hier jetzt so schnell eine Masse mobilisieren sollen ohne uns selbst zu exponieren…?“

Clark starrte auf die Daten, Copper runzelte die Stirn und dachte nach. Doch am schnellsten schoss plötzlich Finnja Skorgen aus dem Backstage hervor:

„Agitation. Das Wort, nach dem sie suchen, heißt Agitation.“

Die Anwesenden drehten die Hälse zur Elfe um, die mit dem Rücken vor dem Fenster in das nächtliche Moskuwa stand, ihr Gesicht im Schatten verborgen. Sie erklärte:

„Sie brauchen jemanden, der das macht, was wir nicht können, ohne dass er oder sie weiß, dass er etwas macht, was eigentlich gar nicht sein Wille ist. Nehmen Sie die Gruppe mit der besten Kommunikationsinfrastruktur und erzählen Sie ihr was auch immer sie müssen, damit die glauben, dass Reifen wegtragen ihrem Ziel zugute kommt. Dann gehen Sie zur nächsten Gruppe, mit der die erste am wenigsten kann und konkurriert, und mobilisieren auch die. Dann sorgen sie dafür, dass beide Gruppen voneinander wissen. Dann wird sich keiner erlauben seine Chance verstreichen zu lassen. Beide müssen sich so nahestehen, dass sie miteinander auf die Straße gehen können, aber gleichzeitig sollten sie sich nicht ausstehen. Haben Sie jetzt bloß keine Skrupel vor Lügen. Wir haben vielleicht noch Zeit bis Sonnenaufgang, am Tag macht hier keiner was. Und manchmal ist es besser um Vergebung zu bitten, als um Erlaubnis.“

Clark schaute die Elfe eindringlich an, verwarf aber jede Frage, die auf der Lippe lag. Sie wendete sich den Analysedaten zu:

„Also gut, die harte Tour. Es gibt im Quartier Neo eine traditionell ausgerichtete Jugendpartei die starke Demonstrationen mobilisiert hat und viel über die Medien macht. Denen sind die Idola wichtig, das ist ein präsentes Thema. Die haben einen Massuutu-Schrein eröffnet, beim Nachtmarkt. Aus dem gleichen Viertel gibt es auch eine etwas konservativere Gruppe der Anwohner, die Zambede in den Vordergrund stellen. Beide Gruppen konkurrieren miteinander um den höheren Status im Viertel, aber beide stehen entschlossen gegen Schwarze Idola. Außerdem sind viele radikale Aktivisten darunter, mutmaßlich Fon, die auch schonmal mit Schlingen auf MercInc-Dronen schießen oder Megas taggen.“

Skorgen nickte: „Klingt gut. Dann nutzen Sie Sistren und Aidren um das mit Afkarasar bei einer der beiden Gruppen zu lancieren. Der anderen erzählt jemand, dass Mercenary Inc. der Reifenaktion für diese Idola tatenlos zusehen wird oder sie sogar beschützt. Quasi eine Bannmeile in Downtown Low. Das wird die Sache anheizen. Egal was sie erzählen: es darf kein Zweifel bestehen, dass alles genau so ist wie sie es sagen. Nehmen sie ausgewählte Bilder mit, egal woher, hauptsache es passt. Und wenn ihr Decker auf dem Schiff, Goodfellow, verfügbar ist, soll er passende Berichte in den Medien platzieren.“

Lance stand unmittelbar auf und nahm ihren Schleier vom Kleiderhaken.

„Gut. Ich gehe sofort ins Quartier Neo und greife mir Sistren und Aidren.“

Skorgen nickte erneut : „Ich rede mit dem Decker, damit er weiß, was genau er tun soll.“ Ihr Blick ging dann zu den anderen der SFG 77:

„Ich schlage vor, sie beeilen sich mit dem Ausruhen und improvisieren einen Plan für die Operation vor Ort. Wenn der Lieutenant zurück kommt, wird die Sache vielleicht schneller anlaufen als wir glauben. Sie wollen ihre Logistikerin zurück? Dann richten sie sich auf eine harte Scheiße ein. Der Tag hat noch nichtmal begonnen für sie.“

armée citoyenne

Noch bevor Régicide zu seiner Radtour aufbrechen kann, hält er inne. Scheinbar hatte er eine Idee und versucht nun, sie zurecht zu spinnen:
„Wir sind angeschlagen, unterbewaffnet und allein….keine guten Voraussetzungen“ Er denkt, geht einmal auf und ab:
„Was Copper sagt ist richtig, wir brauchen Leute die bereit sind Autoreifen zu tragen… Leute die den Einfluss der schwarzen Idola entgegen treten… bereit sind für ihrer Sache ein zustehen…ihr Land…ihrer Stadt…“
Nochmal hin und her, dann wendet er sich an Clark & Fink Er erklärt noch einmal kurz, mit welchem Ansinnen die Menschen bei der großen Versammlung arbeiten, Steine stellen, Tiere treiben, Gemeinschaft leben:
„Gibt es in Moskuva auch so einen Platz. Einen Schrein der Masuto? Wo sind die Menschen die friedlich und ruhig die Mahnwache am Matrixverteiler gehalten haben? Wo sind die Idealisten, die Pro-Dahomey Dahomeys? Wenn wir einen oder mehrere Gruppen & Plätze finden können wo man solches tut, finden wir die Leute die Copper beschrieben hat.“

Wenn die Recherchearbeiten eingeleitet sind, denkt er noch einen Schritt weiter:
„Ich werde den Afkarasa Fetish gleich von hier weg schaffen, will in aber erst noch nicht zerstöre. Ich würde ihn lieber als Beweisstück mitnehmen.
Wir werden wieder unsere bewährte Geschichte erzählen, Grundsätzlich die Wahrheit, nur vieles Ungesagt. Wir sind Sicherheitsdienstleister von außerhalb Dahomeys. Ein Kameradin ist entführt worden, wir sind hier um sie zu finden. Dabei haben sind wir auf die Aktivitäten von Afkarasa und ihrer Vertreter gestoßen, haben vom Ritual erfahren, brauchen Hilfe es zu verhindern und wollen unsere Kameradin finden.
Sollte es uns so gelingen die positiven Kräfte der Stadt gegen Afkarasa aufzubringen, können wir dann die Situation beobachten und helfend einschreiten. Wir brauchen Gefangene, nur einer dieser Leute kann uns sagen ob Lena noch lebt und wo sie jetzt ist.“

Er verlässt das neue HQ, sucht einen Park in der Nähe auf und versteckt den Fokus im hexametischen Mittel mehrerer Bäume oder eines Brunnens. Wird nicht viel helfen, aber schaden kann es nicht. Ebenso stellt er einen von Zoes Minifliegern auf um den Ort im Auge zu behalten.
Wenn er wieder ins HQ kommt, schaut er Erwartungsvoll. Gibt es für Lenas Rettung noch einen Chance?

Une suggestion

Es handelt sich in Dahomey nicht um einen mehrseitigen Konflikt unterschiedlicher Parteien, sondern um einen hinterhältigen Angriffskrieg einer Volksgruppe gegen alle anderen, Massenmord und eine humanitäre Katastrophe werden hierbei als angemessen Mittel angesehen (siehe Sgt. Breslin/Intel/Agosji).
Somit gibt es eine klare Opposition, welche unter allen Umständen daran gehindert werden muss, ihrer Ziel durch zu setzten.
Beurteilt nach der Lage vor Ort gibt die SFG77 drei Operationskonzepte in die Planungsgruppe:

OP. Return to Sender
Missionsziel: Überführung physischer Beweise und Kriegsverbrecher zum gewaltsamen Umsturz der öffentlich Ordnung in Dahomey
Kurzbeschreibung:
In Ort Nakatombe (siehe OP. Stocktacking) liegen zur Zeit die gesammelten Beweismittel der SFG77 zum Agoji Komplott als auch Kriegsverbrecher (siehe Anhang Sgt. Breslin/ Intel/POW). Diese müssen überführt und dem CCOM zugänglich gemacht werden.
SFG77 schlägt vor, zu einem ausgemachten Zeitpunkt eine Übergabe in der Nähe von Nakatombe durchzuführen. Ein verdeckter Anflug auf das Zielgebiet ist möglich, eine VTOL Transporter könnte die Strecke in wenigen Stunden überbrücken. Dies würde Ebenfalls die Evakuierung von gestrandeten Zivilisten ermögliche, als auch nötige Ausrüstung an die SFG77 auszuliefern.
Es sollte in Erwägung gezogen werden, in Nakatombe einen kleinen Vorposten einzurichten. Ein Platoon Infanterie mit schweren Waffen können hier einen bisher wichtigen Brückenkopf sichern und weitere Operationen besonders im Rahmen von OP. Good Neighbors. Beide OPs könnten in Tandem durchgeführt werden.

Op. Good Neighbors
Missionsziel: Aufnahme von Verhandlung zum Einsatz der AIM im Dahomey Inland.
Kurzbeschreibung:
In Rahmen der großen Zusammenkunft (siehe OP Buffalo Forward) konnte die SFG77 gute Kontakte innerhalb der verfassungsgebenden Gruppe in Dahomey knüpfen. Die Situation ist ideal um einen Auftraggeber und Partner für AIM zu finden.
(Insert Clark)
Nach der Auffassung der SFG77 steht dem Land eine weitere humanitäre Katastrophe voraus (siehe OP. Walkabout Recon Mbande/Todesopfer). Deshalb wäre das Abwenden dieser Lage ein wünschenswertes und über alle Zweifel erhabenes Unternehmen. Gleichzeitig wäre es das perfekte Tandem mit OP. Untamed Pride
Op. Untamed Pride
Missionsziel: Sichern von entscheidenden Personen und Entitäten für die Zukunft Dahomeys.
Kurzbeschreibung:
Im Zuge der Ermittlungen gegen die Agoji ist ein entscheidender Faktor der gegnerischen Strategie aufgedeckt worden. Der Ziele der Agoji stehen antagonistische zum wirken der mächtigen Totems und deren menschliche Avatare und Archonten (siehe Anhang Lt.Morelle/Intel/ Magische Faktoren/Totems) Diese Realität geht soweit, das die Agoji, in einer Verzweiflungstat den Bura Staudam gesprengt haben um das Totem Löwe zu schädigen (siehe Anhang/Sgt.Breslin/Intel/Bura-Staudam).
Die Sicherung der Auserwählten des Löwen sollte in allen strategischen Überlegungen oberste Priorität einnehmen. Gleichzeitig ermöglicht OP Untamed Pride eine Erkundung der Lage im überfluteten Gebiet, Kontaktaufnahme mit einheimischen Personen und das Aufklären von Feindbewegungen.

Régicide legt das Pad auf den Tisch. Erst Lena, dann Dahomey. Über diese Vorschläge soll der Rest des Team eh erst drüber schauen…