Paula Situation

Hallo Lena,
wie hoch schätzt du das Risiko ein wenn man eine private Waffe einschmuggeln will? Also wie oft wird man erwischt? Kennst du die richtigen Stellen die geschmiert werden müssen? Da wir ja länger vor Ort sein werden, würde ich Paula doch ungerne zurücklassen, zumal sie uns doch unter Umständen helfen kann in diversen Situationen. Wenn du sagst das es kein Problem ist, holen wir sie her. Selbst bei 90% würde ich das Risiko eingehen. 70% wären mir aber schon zu gefährlich.
Gruß
Norge

Oma kommt heim

Auch in Kanada hatte Hochsommer geherrscht, aber das war nicht zu vergleichen. 33°C, die stechende Sonne, die die Luft über dem Flugfeld zum flirren bracht, zusammen mit einer Luftfeuchte, die das Atmen schwer machte.

Negative verließ das Flugzeug und stieg mit den übrigen Passagieren in den bereit stehenden E-Bus, das Handgepäck in der Hand. Kaum hatte er den Wartebereich des Terminals betreten, wurde er auch schon aufgehalten. „Mr. Mlongo, würden sie mir bitte folgen?!“ Die beiden orkische Sicherheitsmitarbeiterinnen deuteten unmissverständlich auf eine separate Türe mit der Aufschrift „douane“. Wortlos und ohne zu zögern öffnete er die Türe und trat in ein schmucklose Zimmer, dominiert von einem Schreibtisch.

Er hatte den Anblick erwartet: die metallene Transportbox stand zwischen ihm und dem elfischen Zollbeamten. „Mr. Mlongo, darf ich bitten?!?“ weiß ihn dieser an, und wenige Momente später stand  die schmucklose irdene Urne vor ihnen, halb ausgewickelt aus dem dicken Stoff und der Holzwolle. „Sie haben in den Frachtpapieren eine Überführung ausgewiesen, allerdings existiert in unseren Datenbanken niemand mit dem Namen „Chinemelum Nwokeabia“. Wen führen sie hier mit sich, wo fand die unvollständig deklarierte Exhumierung statt und wohin soll die Asche gebracht werden?“

Drei Wochen vorher hatte Negative in Quebec in einem ähnlich kargen Büro mit exakt den selben gefälschten Dokumenten gesessen, und schon dort überraschte es ihn, welch große Motivation ihm der letzte Wille seiner Großmutter war. Schon dort hatte er mit Geduld und ruhigen Erklärungen Erfolg gehabt. Aber das sie schon vor ihrem Gang ins Exil ihren Namen in Kakuve geändert hatte, wurde ihm erst hier in ihrer Heimat klar.

Seine Transportbox auf dem Trolley verließ er den Flughafen und betrat die brodelnde Stadt Lomé.

Lena zu Beschaffung und Safe House

In den ersten Stunden der Einsatzvorbereitungen werden die grundlegenden Dinge immer wieder über Trideo angesprochen. So ist auch Lena oft mit von der Partie im Operations Host und gibt dem Lieutenant und der SFG 77 Auskunft.

Hallo!

Also, Lieutenant, der Schwarzmarkt bietet ein üppiges Portfolio, wenn ich das so sagen darf. Durch die grenznahe Lage nach Nigeria sind vor allem Handfeuerwaffen, Gewehre und auch Sturmgewehre greifbar. Die kommen durch die Vielzahl von Milizen und Söldnergruppen seit Jahrzehnten ins Land. Das meiste ist solide und gebrauchte Ware der Mittelklasse. Zum Beispiel Gewehre von Colt und AK. Schwere Waffen sind auch machbar. Könnte unter Umständen natürlich etwas länger dauern. Bei Sprengstoffen würde ich raten, dass wir bei Bedarf auf Improvisationen zurückgreifen. Also lieber eine improvisierte Schrappnellgranate als eine Claymore. Ich mein‘ das wegen dem Risiko aufzufallen. Sowohl bei der Anschaffung als auch beim Einsatz. Em… also. .. ja gut, eine improvisierte Mine fällt auch auf wenn sie hoch geht… aber ich meine, dass jemand nacher herumschnüffeln könnte und sich bei Semtex am Kinnbart kratzt!

Generell gilt, wie überall sonst auch, dass militärisches Equipment jeder Art sehr teuer werden kann und auch Aufsehen erregt. Je mehr Improvsationstalent genutzt wird, desto besser fahren wir!

Die Einführung persönlicher Waffen ist möglich. Wir gehen in Lome an Land und der Grenzschmuggel wird letztlich mit einigem Aufwand und Fahrzeugwechsel verbunden sein. Sie können nur einführen, was sie am Mann führen können ohne übermäßiges Aufsehen zu erwecken. Ich rate allerdings davon ab, das Risiko einzugehen mit Waffen in Verbindung gebracht zu werden. Personen und Material zu trennen ist normalerweise ein Standard, auf den ich bei sowas poche! Stellen sie sich vor wir kommen in eine Kontrolle, trotz allem! Die Einreise ist der kritischste Punkt.

Mit dem Fahrzeug haben Collette… ich meine Chief Hiller und ich, gewartet, bis wir genaueres wissen. Zivilfahrzeuge jeder Art sind auch kurzfistig verfügbar. Fliegen ist da schon schwieriger. Da fehlt uns noch die Infrastruktur. Um ungesehen zu starten und zu landen, bräuchten wir ein sicheres Gelände. Chief Hiller meinte, die Tombu-Villa wäre ideal, da es dort Lagerhallen gibt, die man als Hangar missbrauchen könnte. Und em… was das Bootshaus angeht, also… wo sollte das sein? Moskuwa hat keine Flussverbindung. Welchen Wasserzugang meinen Sie? Den Fluss Bura, der vom Staudamm aus nach Süden geht? Ich kann natürlich sowas mieten, wenn es sowas gibt. Auch ein Boot. Aber wir haben kein Personal und keine Ressourcen um ein zweites Gelände derzeit adäquat zu sichern.

Was wollten Sie noch wissen? … Ach ja, genau. Die Privatwohnung gehört einer afrikanischen Familie. Wohl so fünf Leute oder so. Ich habe nurmal kurz Hallo gesagt. Sie haben zwei Kinder. Eines noch ziemlich klein. Der Mann ist Anzugträger, arbeitet nachts. Die Frau geht fast gar nicht aus dem Haus, soweit ich das mitbekommen habe. Die Wohnungen hier im Safe House sind verdammt gut isoliert. Habe nicht viel mitbekommen. Die von mir wohl auch nicht.

Das „Büro“ ist wohl eher so eine Art em… Studio oder so? Ich glaube, da werden ab und an Fotos gemacht. Es ist meistens dunkel. Ich habe nur einmal einen Fotografen mit ein paar Models gesehen. Im Erdgeschoss ist ein Talentstudio. Ich glaube, das hängt zusammen.

Lena salutiert und lächelt hoffnungsvoll über das Trideo.

Fink berichtet

Lieutenant,

es freut mich, dass Sie direkt an mich denken. Ich bin bereits vor Ort im Safe House. Aber leider kann ich derzeit wenig in der Richtung bieten, die sie genannt haben. Momentan bin ich vor allem mit der falschen Unternehmensfront beschäftigt, damit alles seine Ordnung hat und wir in Ruhe gelassen werden.

Ein großes Problem ist die, wie ja bekannt wurde, große Unsicherheit bezüglich lokaler Informationen. Die Matrixzensur ist glaube ich nicht nur ein Gerücht. Wir sitzen hier im Prinzip in einer Blase der Misinformation. Es wird vor gesperrten Straßen gewarnt und Navigationssysteme sparen manche Bereiche der Region aus, aber ich glaube nicht, Sir, dass wir uns ernsthaft auf lokale Medien oder Informationssysteme stützen können, solange die Matrixzensur aufrecht erhalten wird.

Wie Frau Clark mir mitteilte, sind die Informationen über den Staudamm durch den verschollenen Informanten zu uns gekommen. Ich denke, das ist insgesamt der wesentlich bessere Weg als die Medien oder Informationsportale derzeit: verlässliche, persönliche Auskünfte. Klar ist jedenfalls, dass der Staudamm die ganze Region kritisch mit Strom versorgt. Also dann auch im Grenzbereich nach Nigeria hin. Ein Ausfall dürfte wohl „nigerianische“ Dahomey genauso treffen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich entnehme den historischen Nachrichten, dass der Staudamm auch für die Orichalkum-Raffinierung durchaus relevant ist. Aber wo genau die Leistung hin verteilt wird, weiß ich nicht. Gebaut wurde der Staudamm 2052 von der britischen Firma Weyland Industries. Der Betrieb liegt heute aber wohl hauptsächlich in der Hand von lokalem Personal.

Über Guerillas oder derlei habe ich leider gar keine Informationen, Sir.

PV. Christoph Fink

First Questions

From:
Lt. Bazut „Regicite“ Morelle
To:
SFG77 (aktive): Svenson, Bucard, Breslin, Fink, Miller, Mason, Goodfellow

Mes camerades

Zunächst möchte ich eine Sache klarstellen. In dieser Einheit folgen wir einem bestimmten Führungsstil, der sich auch durch den Wechsel des Kommandanten nicht ändern wird. Wir folgen einer strengen, militärischen Befehlskette…solange die Kugeln fliegen. Ansonsten folgen wir intern den Regeln einer Familientherapiegruppe, Jeder sagt, was er zu sagen hat, auch die unschönen Sachen, Jeder akzeptiert, dass es ohne den Anderen nicht geht und Keiner lässt den Anderen hängen!

Ich habe von offizieller Seite meine Zweifel geäußert, dass wir als Team sofort in einen Kampfeinsatz gehen, jedoch habe ich ganz stark das Gefühl, das Command genau das von uns will. Also richtet euch geistig Mal darauf ein.
Dann ist unsere ganze Improvisationsgabe gefragt!

Lena, gib uns einen kurzen Überblick, was wir vom lokalen Schwarzmark erwarten können (aktuell und kurzfristig, so wie längerfristig).
Wie sieht es mit der Einfuhr unsere persönlichen Waffen aus?

Jeder ist aufgefordert, alles aus seinem persönlichen Ausrüstungspool einzuführen, was möglich ist, wie es mit Waffen aussieht, wird uns Lena berichten

Zum Safe House: Wer wohnt in der Privatwohnung unseres Stockwerkes, wem gehört das Büro, was passiert unter und über uns? An der nicht weit entfernten Wasserfront gibt es Bootshäuser. Könnten wir davon eines erwerben/miete?

Miller, wie beschaffen wir uns Transportmittel? Wenn Command von uns will, dass wir am Tawani-See aktiv werden, müssen wir fliegen können. Wie sieht es mit einem Boot aus?

Spricht jemand die lokale Sprache…was ist die lokale Sprache/Sprachen? Die meisten Dahomeys sprechen Englisch, zumindest Pidgen English, aber gibt es lokale Besonderheiten?

Fink, bitte die lokalen Informationsnetze oder Informationen zur lokalen Situation durchsuchen und Lage zusammen fassen. Besonders interessant sind die Umstände des Staudamms (Bau, Landverlust, Energiezufuhr und -nutzer usw), lokale vs nationalen Interessen, lokale nigerianische Guerillagruppen usw.

Wage, können wir bereits mit deiner Unterstützung netzseitig rechnen, auch wenn du physisch noch nicht vor Ort sein kannst?

Breslin, ich fürchte ein lockeres „ravi de vous rencontrer“ wird hier nichts. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich bin nicht begeistert, dass eine der ersten Sachen, die ich nach meiner Beförderung höre, ist, dass ich einen neuen Mann ins Team bekomme, den niemand kennt. Andererseits hat diese Team genau so ihren Anfang gefunden. Das bedeutet also, dass du gleich die Gelegenheit bekommst, uns zu beeindrucken oder zu enttäuschen, also „pas de pression“

Salut
Bazut

La Meije II und danach

Weder Phillip noch Mike hatten Zeit für einen Skiurlaub. Nun, Phillip meinte sowas wie, er wolle nicht als schwarzer Fleck auf dem Gletscher auffallen. Mike war mit seiner Fortbildung und der neuen Anstellung von der er noch nicht richtig was sagen wollte beschäftigt.

So waren es letztlich Harald und Bazut die sich 8 Tage lang auf und neben der Skipisten erholten. Harald war sehr gelöst und schien das vergangene weitesgehend abgeschüttelt und hinter sich gelassen zu haben. Nur an einem Abend am Kaminfeuer bei einem Glas mit guten Brandwein, da redete man nochmal über den letzten Einsatz und stieß auf Brick an.

Ein paar Tage später kam er wieder auf die Basis in Marseille an und gerade als er es sich dort so bequem zu machen drohte das sein Tagesablauf darunter leiden würde, man stelle sich nur vor, er schlief nun schon bis 5:30 Uhr durch, eine Zeit wo er doch schon die erste Einheit durch hatte und beim Frühstück saß. Genau in dem Moment, da wurde er benachrichtigt sich in einem der Trideo Räume einzufinden. Dort wurde er von Cpt. Uzun informiert was denn als nächstes kommen würde.

To Africa

// 30.September 2073 //

Im „Guest House“ des Hotel Les Melezes, in einem Alpinen Dorf im Ecrins National Park, auf dem Gletscher des La Meije sitzt Bazut Morelle vor seinem Lap Top und schreibt eine Nachricht. Er trägt einen Skianzug; Stiefel, Mütze, Brille und Handschuhe stehen neben ihm, seine Skier und der gepackter Koffer wartet neben der Tür.

Die Tür geht auf und der blonde Ork, ebenfalls angetan in Skimontur, bewaffnet mit seinen Brettern schaut herein:
„Fertig?“
„Qui, moi second!“
„Häh?“
„Erkläre ich dir später. Auf dem Flug haben wir einen Videokonferenz mit dem Capitaine, ich denke es wird interessant!“

Der Ork nickt und reicht den Koffer an einen Hotelbediensteten weiter, welcher schon mit Norges Seesack beladen ist. Die beiden haben ihren Urlaub um einen Tag verkürzt, beide überrascht das man ihnen so viel Zeit gelassen hat. Jetzt noch einen letzte Talabfahrt, eine Zugfahrt nach Finistère und dann ein Flug…Afrika!

La Meije

From:
Lt. Bazut „Regicite“ Morelle
To:
SFG. Harald Svenson

Kaff?! KAFFF!!! Si mein Err, sind ein üngehöbelter Barbar! Kaff!!!
Mon deu, la bouillabaisse du Narr, la bouillabaisse 🙂

Ich habe noch einen Geschäftstermin mit dem Capitaine, er sagt, er hätte etwas Wichtiges bezüglich meiner und der Zukunft der SGF77 zu besprechen. Mache mich aber morgen Abend auf dem Weg. Unterlagen, Hotelzimmer und Skipass anbei, Urlaub geht auf mich, habe den Gutschein, den die Firma mir für das Fernseheinterview ausgestellt hat, eingelöst. Da ich aber niemals als Redner zu Thema Meta-Menschen eingeladen worden wäre ohne die Arbeit mit euch, scheint es nur fair, dass wir das teilen.

Michelle ist die unverstümmelte, kultivierte, anti-amerikanisierte Version von Mike. Michael, Michelle oder Mikael für den Herrn Skandinavier…manchmal weiß ich einfach nicht so recht, ob du einfach nur wirklich gut darin bis mich zu verarschen oder…
Egal, frag „Mike“ und „Phill“ ob sie auch kommen wollen.

Sehe dich auf dem La Meije

Salut
Bazut

Regruppierung SFG 77

Es zeichnete sich am Horizont ab, dass die SFG 77 nicht tot sein würde. Es war zu still geworden, verdächtig still. Personal wurde bewegt, aber ohne klare Linie, ohne Konzept. So, als wollte man Spuren verwischen und bloß kein Aufsehen erregen. Die Shigeruu, nicht ohne Grund in der jüngsten Vergangenheit in den Blick einiger neugieriger Augen gerückt, wurde nach und nach aufgegeben. Das Personal der SFG 77 bröckelte langsam weg. Zumindestens sah es so aus. Doch die Sache schien Methode gehabt zu haben. Captain Katsuo Uzun erreicht die Teammitglieder an verschiedenen Orten über eine gesicherte Trideo-Verbindung zu einer Konferenzschaltung am 01. Oktober 2073.

„Meine Damen, meine Herren, es tut gut, sie alle wohlauf zu sehen. Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass man sie nicht vergessen hat.“

Der Captain sitzt an einem Arbeitstisch in einem unbekanntem Lageraum. Ein Soldat steht rechts von ihm bis zur Brust im Bild. Wahrscheinlich Kara Lance. Sie legt ein Tablet vor ihm ab und verschwindet wieder aus dem Bild.

„Eigentlich war eine Regruppierung erst für den fünfzehnten geplant, aber nun haben sich die Dinge doch dramatisch beschleunigt. Sie wurden soeben mit ihren Zugangskennungen für den neuen Operations Host freigegeben. Alles was ich brauche, ist eine Bestätigung ihrerseits, dass sie mit an Bord sind. Tja, und worum geht es? ich weiß gar nicht, wo ich am besten Anfangen soll.“

Er rückt die Brille zurück und studiert das Tablet kurz.

„Das Central Command hat die SFG 77 beauftragt in einem neuen Gewand eine strategische Kampagne von AIM in Westafrika zu unterstützen. Es geht darum eine Firmenstrategie des Policy Boards umzusetzen. Wir nennen die Kampagne derzeit ‚AIM matters‘. Es geht kurz gesagt darum, in dem westafrikanischen Land Dahomey endlich Fuß zu fassen und vor Ort eine AIM-Präsenz aufzubauen. Da gibt es faktisch bisher gar nichts von uns – zumindest an Land. Das ist eigentlich eine Kampagne der Regional Division Group 4, Afrika, aus dem Policy Board und der Kundengewinnung im Services Department. Diese Kampagne hat in diesem Sommer aber eine höhere Prioritätsstufe bekommen. Das CCOM hat zugewilligt, eine Special Forces Group verdeckt in Dahomey einzusetzen, um die Tür dort mit etwas mehr Nachdruck aufzumachen, da höfliches anklopfen wohl nicht wirklich half. Die SFG arbeitet also eng mit dem Policy Board in dieser Sache zusammen. – Das strategische Ziel besteht darin, für AIM den Markt zu eröffnen und in Zukunft eine Rolle im Sicherheitswesen von Dahomey zu spielen – ‚AIM matters‘, eben. Etwas konkreter geht es um einen Staudamm in ‚Geiselhaft‘, mit dem Dahomey unseres Wissens nach zurzeit erpresst wird. Die Sache ist aber nicht so einfach wie es sich anhört. Wir brauchen dort unten strategische Partner um das anzugehen; das ist alles ziemlich komplex. An dieser Stelle ist es nicht angemessen, dass ich zu sehr ins Detail gehe. Wir sollen das jedenfalls auf taktischer und strategischer Ebene operativ umsetzen. Und sie, meine Herren, spielen hoffentlich eine Schlüsselrolle dabei!“

Uzun schmunzelt kurz, wird dann aber ernster.

„Seit einigen Wochen gibt es Probleme in Dahomey, das eigentlich als ein sehr stabiles afrikanisches Land gilt. Es kommt zu Gewalt im Norden. Und jetzt, vor zwei Tagen, auch in der Hauptstadt. Dort ist zurzeit Philippe Boucard auch vor Ort. Ich hatte ihn vor einiger Zeit gebeten dort ein wenig die Lage zu beobachten. Ich zeige ihnen die aktuelle Meldung, sie geht natürlich außerhalb von Arfrika eher unter, aber Channel 9 hat etwas darüber gebracht:“


Am 29. September kam es in der westafrikanischen Hafenstadt Lome ebenfalls zu Ausschreitungen im Zuge durchgeführter Regionalwahlen. Für sechs Stunden wurden öffentliche Plätze und Gebäude sowie der Nahverkehr durch scheinbar organisierte und unangemeldete Proteste zum erliegen gebracht. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und der Bevölkerung. Nach den sechs Stunden voller Chaos löste sich alles wie auf Kommando auf und Normalität kehrte wieder ein. Viele Fragezeichen bleiben jedoch zurück.

Mit Lome ist es nun auch die größte Stadt im Zukunftsstaat Dahomey, die von Erschütterungen heimgesucht wird. Erst vorgestern wurde bekannt, dass eine massive Matrixzensur Gewalteskalationen im nördlichen Grenzgebiet zwischen Dahomey und Nigeria vor dem Auge der Öffentlichkeit verborgen hält. Nun überschlagen sich Gerüchte und bruchstückhafte Berichterstattung über zügellose Bandenkriminalität und organisiertes Vorgehen von Milizgruppen zu beiden Seiten des Grenzgebietes. Die Zentralregierung in Dahomey räumt ein, dass es in einigen der nördlichen Bundesstaaten Ausgangssperren gab und eine nigerianische Aggression stattgefunden hat. Nigeria verneint dies jedoch konsequent und spricht davon, dass sich die Bevölkerung im befriedeten Grenzgürtel gegen gezielte Angriffe auf lokale Minderheiten zur Wehr gesetzt hätte. Das nigerianische Militär habe daraufhin aus humanitäten Gründen eingegriffen, um diesem gezielten „Staatsterrorismus“ aus Dahomey entgegenzuwirken und die Bevölkerung zu schützen. – Es ist an dieser Stelle kaum möglich, verlässliche Informationen zu erhalten. Die Weltöffentlichkeit fordert nun mit Nachdruck Transparenz und eine Aufhebung jedweder tatsächlich vorgenommenen Matrixzensur. Eine solche Nachrichtenzensur wäre ein Verstoß gegen geltendes Völkerrecht und könnte weitreichende Folgen haben. – Channel 9, Lome.

Katsuo Uzun rückt sich wieder ins Bild.

„Philippe Boucard hat uns dankenswerter Weise aus Lome direkt mit Informationen versorgt. Er befindet sich derzeit in einem sicheren Hotel und ist uns ja auch zugeschaltet. Besten Dank, Mr. Boucard, für ihre ersten ‚Stiefel am Boden‘. – Nun, das Einsatzgebiet ist jedoch nicht in Lome, sondern in der Nordregion, die in den Nachrichten erwähnt wird. Die Area of Interest erstreckt sich über eine ausgedehnte Region im diffusen Grenzgebiet.

Die SFG 77 wird für diese längerfristige Kampagne auf neue, selbstständigere Füße gestellt werden. Sie erhalten, wenn sie einwilligen, Festanstellungen und einen Rang gemäß der üblichen Struktur in unseren Special Forces Groups. Damit verbunden ist ein regelmäßiges Grundgehalt, Finanzverantwortung und eine Sicherheitsfreigabe. Sonderzahlungen als Zulage zum Grundgehalt sind abhängig von Fortschritten, wie sie das aus bisherigen Missionen kennen. Ihre Arbeitsweise vor Ort können sie weitestgegehend selbst bestimmen. Sie bekommen hierfür eine Kostenstelle und ein Budget. Wie sie es von mir gewohnt sind, arbeite ich flexibel und mit hohem Vertrauen in ihre Kompetenzen. Die Auswahl der Missionsprioritäten und der Einsatzregeln wird dafür maßgeblich auf sie vor Ort übergehen. Zumindest in der Anfangsphase werden sie verdeckt vor Ort sein. Die genaueren Umstände über ihre erste Operationsbasis und die aktuelle Lage erhalten sie bald gesondert. Vorerst möchte ich ihnen erläutern, wie das Team zusammengestellt ist.“

Key Role Person Clearance Fond
77A Detachment Commander CPT Katsuo Uzun B3 CCOM
77R Radio Sergeant SPC Kara Lance B1 CCOM
77L Logistics Sergeant 1SG Jean-Yves Somborne B1 SERV
77E Communications Sergeant CW2 Mike Goodfellow B1 SERV
770A Assistant Detachment Commander 1LT Bazut Morellè B2 SFG 77
77Z Operations Sergeant SSG Philippe Boucard B2 SFG 77
77B Weapons Sergeant SFC Harald Svenson B2 SFG 77
77F Intelligence Sergeant SGT Compton Breslin B2 SFG 77
77LA Assistant Logistics Sergeant WO1 Lena Mason C2 SFG 77
77O Vehicle Operator / Rigger CW3 Collette Hiller C2 SFG 77
77P Administration PFC Christoph Fink C2 SFG 77

„Die Stabsstellen sind nicht vor Ort in Dahomey. Damit meine ich Sergeant Somborne, Specialist Lance und mich – sowie auch Miss Clark, die Kampagnenleiterin aus dem Policy Board. Vor Ort hat Lieutenant Morellè das Kommando. Ob und wann die SFG 77 als geschlossener Kampfverband geführt wird und die militärischen Strukturen den zivilen Tagesablauf ablösen, obliegt seiner Entscheidung.
Gemäß ihren typischen Fähigkeiten wurden ihnen die Rollen für SFG-Sergeants zugeteilt. Sie können diese Rollen aber frei auslegen und sind nicht dadurch gebunden. Da sie alle eine B2-Sichereheitsfreigabe erhalten, können sie Personal mit Freigaben bis zu C2 vor Ort selbst einweisen – oder auch aus dem Dienst nehmen.

Wir haben aufgrund ihrer vergangenen positiven Evaluationen Lena Mason und Christoph Fink aus dem Bereitschaftspool für eine dauerhafte Anstellung gewinnen können. Miss Mason hat bereits das Safe House in der Stadt Moskuwa als Operationsbasis vorbereitet. Christoph Fink übernimmt die Finanzabwicklung und Administration. Chief Hiller wird ihr Fahrzeug-Operator, da Zoé Miller voraussichtlich nicht verfügbar sein wird. Ich hoffe diese Wahl ist für sie akzeptabel. Chief Goodfellow ist derzeit noch als Stabsstelle der SFG 77 im Hauptquartier in Finistère, aber er kümmert sich bereits um die Sicherheit unseres Operations Host von dort aus. Es ist durchaus denkbar, dass er später in die Area of Interest nach Dahomey verlegt wird. Der Vorteil ist, dass Personal, das nicht direkt in Dahomey im Einsatz ist, ihre Kostenstelle nicht belastet. Die Finanzaufstellung und das Budget wird ihnen mitgeteilt, wenn sie einwilligen.

Und dann sehen sie natürlich, dass wir das SFG 77 im Kern verstärkt haben. Sergeant Breslin wird ihnen als neuer Kamerad zugeteilt. Er hat mehrere Jahre Erfahrung bei AIM in Kairo sammeln dürfen und ist ein Ermittler mit Kampferfahrung. Er wird sie vor allem im Bereich der Lageermittlung und nachrichtendienstlichen Angelegenheiten unterstützen. Machen sie sich alsbald bekannt! Wir denken, dass sie sich gut ergänzen werden.“

Der Captain beendet die ausführliche Einführung und schließt ab:

„Als nächstes brauche ich natürlich ersteinmal ihre Zustimmung, um sie für alles weitere an Bord zu holen. Dann heisst es so schnell wie möglich in das Safe House nach Moskuwa einrücken. Lena Mason hat hierzu die Details für sie. Dann werden auf dem Operations Host die vertraulichen Details zur Area of Interest bereit gestellt und sie können sich einen Überblick über die Lage und aktuellen Missionsoptionen machen. Deputy Secretary Clark wird sie beizeiten in die Kampagne „AIM matters“ etwas genauer einweihen. Ein Dossier zur Region können sie bereits einsehen. Logistik und Finanzen erledigen sich nebenher. Specialist Lance und ich sind nach wie vor ihre Ansprechpartner hier im Stab des CCOM. Prinzipiell können sie aber alle Beteiligten über den Internen Chat des Operations Host ansprechen. Das ist soweit alles, was ich ihnen zur speziellen Natur dieser Einsatzverwendung zu sagen habe.“

Mit dem knappen Schluss überlässt er das Wort den anderen im Trideo-Chat und lehnt sich zurück. Die Miene ernst und nachdenklich. Er blickt erneut auf das Tablet und gibt es an Lance mit einem überraschten Kopfschütteln zurück. Scheinbar entwickeln sich die Dinge in Dahomey bereits weiter, während man spricht.

Die Antwort

Norge bekommt die Nachricht von Regicide, als er schon in Marseille auf der Basis ist. Da er nichts und niemanden dort zugewiesen wurde, tippt er bei einem kleinem Nachmittagswodka seine Antwort an Regicide und schickt sie ab.

Hey Bazut, schön, von dir zu hören. Ich hänge hier in einem Kaff fest. Hast du sicher noch nie von gehört. Marseille oder so 😉
Das mit dem Skiurlaub hört sich gut an. Ein paar Überstunden habe ich ja noch abzubauen und ebenso das Image des süßen Ork,s welches sich in Teilen deiner Familie eingeschlichen hat.
Phillip gehts soweit gut, denke ich. Hat seinen Dienst auf der Shigeruu abgeleistet und ist seit einem Monat unterwegs; also noch vor meiner Verlegung abgereist. Genaueres hat er nicht gesagt, aber er ist wohl erreichbar. Wer zum Geier ist Michelle? Ist das Zoes Zweitname? Hätte nicht gedacht, dass jemand, der so winzig ist, zwei Namen braucht. Von ihr habe ich nichts mehr gehört. Mit Mike habe ich noch ein Bier im Eis getrunken. Der ist schwer geschafft von seinen Lehrgängen und wurde auch versetzt vor kurzem.
Ich mach mich dann mal auf den Weg – wenn du mir sagst wohin.
Bis bald
Harald

Gesagt getan. Norge geht zum zuständigen Vorgesetzten und hört sich zum xten mal an, dass er zur besonderen Verwendung auf dem Stützpunkt ist. Also beantragt er 10 freie Tage, um Skiurlaub zu machen. Fehlt nur noch der Zielort.

Worldwide Security Solutions