Archiv der Kategorie: Interner Chat

Die Ereignisse überschlagen sich. Lawine ist der richtige Ausdruck, denkt Zoe sich, als alle um Régicide zusammen sitzen. Doch ob diese bald zum Stillstand kommt? Sie hat dabei einen gewaltigen Feuerball im Kopf, der sich von allem, was er mitreißt, nährt und immer gewaltiger wird. Im Gegensatz zu Régicide fühlt sie sich unruhig, getrieben und mit Ziel vor Augen. Yakutien! Atra! Brick! Sie weiß nur nicht mehr, wie sie das ohne die AIM angehen soll. Sie versucht sich zu besinnen und ihre innere Ruhe wieder zu finden und macht sich so gemeinsam mit Régicide zu den bisherigen Schauplätzen in Afrika auf. Sie hat nun oft genug gespürt, dass sie mehr Kraft in sich trägt und tragen kann, als man von außen meinen würde. Und daran kann sie sich hier besinnen. Was sind da schon ein paar Hindernisse – und loderndes Feuer kann man in Bahnen lenken… Es geht weiter. Immer weiter. Denn anhalten kann Zoe nicht mehr. Die letzten Tage hat sie immer wieder daran gedacht zu verschwinden und irgendwo im hintersten Eck der Welt wieder ein paar Touristen durch die Gegend zu fliegen. Aber von manchen Erlebnissen gibt es kein Zurück mehr. 

Quatre semaines plus tard

Der Ankunft in der grauen Zone und der Einberufung des Treffens in Anabelles Haus, ändert sich Régicide verhalten und Stimmung sehr stark. Zwei Wochen lang war die SFG-77 unterwegs, all ihrer Fähigkeiten und Kontakte ausnutzend, um Verfolger abzuschütteln, Spuren zu verwischen und schließlich unbemerkt in der grauen Zone anzukommen. In dieser Zeit hat der Cpt. nie aufgehört zu arbeiten und zu organisieren, sei es aktiv das Ausweichmanöver (niemand spricht von Flucht) durchzuführen, den Bericht an die AIM zu verfassen oder generell das zu tun, was ein Offizier eben so zu tun hat. Etwa sein Team daran zu erinnern, dass sie die Besten der Besten der Besten sind und ihnen dann aus dem Weg zu gehen, während sie ihrer Arbeit tun.

Dann ist man angekommen, die Prinzessin erweist sich als gute Gastgeberin und die Lage in Dahomey scheint auf den ersten Blick stetig bergauf zu gehen. Dann wurde der Bericht an die AIM den Anwälte übergeben… und dann heißt es innehalten. Damit setzt die Notwenigkeit der Cpt. zu sein aus. Auch er muss innehalten.
Doch wer innehält, wird mit sich selbst konfrontiert und seid langer Zeit findet Régicide keine Problem in sich selbst. Sein ganzes Leben lang hat er sich angetrieben und gleichzeitig der Willkür andere ausgesetzt gefühlt.
Diesmal nicht…
Ebenso fehlt im eine Idee für den nächsten Schritt oder eine Richtung, die er einschlagen kann…
Und zum ersten Mal im seinem Leben ist er nicht besorgt. Wenn man akzeptiert, dass es keine Zufälle gibt, erlaubt es einem manchmal den Luxus, sich nicht von der Lawine mitreißen zu lassen, sondern über sie hinweg zu gleiten, sich keine Gedanken um Trümmer und Geröll zu machen, da in diesem Moment alles in Bewegung ist. Wenn alles wieder zur Ruhe gekommen ist, sieht alles neu und anders aus. Egal, was die Lawine mitreißt, den Berg wird sie nicht beschädigen.
Selbst wenn jemand in der Lawine untergegangen ist, kann man erst dann versuchen, ihn zu retten. Wenn er diesen Vergleich in der gemeinsamen Runde zur Sprache bringt, muss er über die Analogie von Feuer und Eis selber schmunzeln. Fast so wie in seiner ersten Vision von Atra…
Wenn die Lawine aufgehört hat zu rollen, wird er sie suchen gehen, bis dahin heißt es, sich auf diesen Moment vorzubereiten.

In den 10 Tagen, die zwischen er der Ankunft in Dahomey und der Antwort der AIM sowie dem Treffen vergehen, wird Régicide sehr viel Zeit mit seiner Tochter verbringen. Besonders wird er mit ihr durch das Land reisen und viele der Plätze besuchen, die für ihn an diesem Ort so bedeutungsvoll waren. Jeder, der ihn begleiten will, ist dabei willkommen. Der Ort des Löwen und der große Baum, das Tal der bunten Steine, der Steinwald. Er wird ein Treffen mit Marun und den Scrapper vereinbaren, nur um ein oder zwei Tage die Gemeinschaft zu genießen. Familie mit Familie. Wenn das Sandorakel zur Sprache kommt, wird er wissend mit dem Kopf nicken:
„Ja, auch ein Platz, den wir aufsuche sollten, aber erst, wenn die Lawine vorbei ist. Wenn wir wissen, wie alles liegt, kann uns dann eine gezielte Frage vielleicht eine gute Richtung vorgeben.“

4 Wochen nach der Flucht

4 Wochen sind vorbei – und Norge fühlt sich wohl. Die Abschlussuntersuchung im Krankenhaus war positiv; und so nimmt Norge es auf sich, mal wieder mit dem altem Leben Kontakt aufzunehmen, auch wenn das Neue als Willem doch sehr ruhig und beschaulich ist.
Er hat sich eine SIN besorgt, die immerhin gut genug ist, sich Tickets für den Nahverkehr kaufen zu können. So reist er nach Hamburg und ruft dort von einem öffentlichem Café aus seinen Account auf, um Nachrichten von Harald Svensson zu lesen. Da stößt er dann auch auf das Schreiben von AIM und rechnet kurz nach. Nun, die 7 Tage wird er wohl kaum einhalten können, wenn er auf Kontakt zu den anderen Wert legt. Aber es gibt ihm immerhin ein wenig Klarheit, wo er bei der AIM nun steht. Es entlockt ihm erstmal nur ein schwaches Grinsen. Ist ja nicht das erste Mal, dass er unehrenhaft entlassen würde. Gut, Anklagen wegen Mord etc., das ist immerhin neu.

Als nächstes schreibt er einige Nachrichten. Erst eine an Sani, um ihr mitzuteilen, dass er wieder wohlauf ist, aber das es wohl zu gefährlich wäre, intensiveren Kontakt aufzunehmen. Auch das diese Nachricht wohl abgefangen wird. Deshalb nur so viel, das es ihm gut geht und sie sich keine Sorgen machen muß.
Als nächstes schreibt er Clark an, bedankt sich für die Blumen am Krankenbett und die Genesungswünsche. Es gehe ihm gut und er hofft, alles wird sich klären.

Weiter benutzt er die SIN und den Account nicht mehr. Meldet sich ab und verpackt die SIN gut. Als nächstes kommt dann sie SIN von Rikard Agmundson heraus, und er überlegt was, er tun soll. Irgendwie muß er ja die anderen kontaktieren, aber einfach so anschreiben, das geht wohl nicht. Nicht mal mit dieser eher unbekannteren SIN aus dem Südafrika Einsatz. Immerhin wurde die ja nie aktiviert. Es besteht die Gefahr, dass man auch diese überwacht, aber ganz risikolos wird es eh kaum gehen, zumindest nicht ohne seine jetzige SIN zu belasten.
So schreibt er unter dem Namen Agmundson die Frau von Positive an. „Skandinavien sendet ein PING. Sag das mal deinem Göttergatten. Kontaktaufnahme erwünscht. Kontrolliere den Account in 3 Tagen.“

Bleibt zu hoffen, dass die beiden sich über solche Merkwürdigkeiten doch mal unterhalten und es auf diesem Weg mon Capitain erfährt, denkt er sich dabei.
Dann kauft er sich wieder mit der Schrott-SIN eine Karte zurück nach Aachen und wartet die drei Tage ab, ehe er sich eine Karte nach Stuttgart kauft. Dort will er dann nachschauen, ob es eine Nachricht gibt. Wenn nicht, wird er wohl offensichtlicher mit Zaunpfählen winken müssen.

Die offizielle Antwort von AIM

Es dauert gut eine Woche, bis über die Anwaltskanzlei eine Note als Antwort auf die eingegebenen Einsatzberichte, Forderungen und Stellungnahmen an die SFG 77 ergeht:

An: Westhouse Legal Services, NY, UCAS

in juristischer Standschaft und Vertretung für

Bazut Morellè sowie Zoé Miller, Harald Svenson, Philippe Boucard, Compton Breslin in der Rechtssache AIM #9822 (fahrlässige Tötung, Erpressung, Verletzung der Dienstaufsichtspflicht, Geheimnisverrat, ungerechtfertigter Einsatz tödlicher Gewalt, unerlaubtes Entfernen von der Truppe, u.a.) .

Die Association Internationale des Mercenaires (AIM) begrüßt die Bereitschaft der vertretenen Personen zur Aufklärung anhängiger Ermittlungsfälle und Sicherheitsverstöße auf dem Territorium der Exklave 1192-2070 (Finistère) vollumfänglich beizutragen.

Der Einheitsverband SFG 77 ist aufgelöst. Die vertretenen Personen sind der 214th Marine Battalion der 1st AIM AEF „Empower“ als Stammeinheit zugeordnet. Die Rückmeldefrist für das Battalionsbüro Finistère, Komplex Hafen, Gebäude A, Zimmer 12094, beträgt sieben Kalendertage ohne disziplinarische Konsequenzen.

Mit sofortiger Wirkung sind die vertretenen Personen aus jeglichen laufenden Einsatzverpflichtungen entbunden und suspendiert, da sie Beteiligte an laufenden strafrechtlichen und disziplinarrechtlichen Ermittlungen sind. Bezüge und Privatvermögen sind bis zur ordentlichen Rückmeldung beim Battalionshauptquartier Finistère sowie der Rückführung aller noch im Feld mitgeführten Sachposten eingefroren.

Verpflichtungen der vertretenen Personen aus Vertragsvereinbarungen über die Tätigkeit als Spezialkräfte für AIM bleiben unbetroffen. Hierzu zählen insbesondere Vereinbarungen über Interessenschutz, Geheimhaltung, Eigentumsschutz, Geheimnisverrat, unerlaubte Nebentätigkeiten sowie Erklärungen zur Verfassungstreue.

AIM bekräftigt ihr Verständnis für das sensible und schutzbedürftige Arbeitsverhältnis ihres Personals in Sondereinsatzbereichen und sichert vollen physischen und Identitätsschutz der vertretenen Personen und deren persönlichen Umfelder für die Dauer der Ermittlungen zu.

Ein Rechtsbeistand wird den vertretenen Personen auf Wunsch bereitgestellt.

gez. Francis, Law Division, Administration Department

gez. GEN Lambert, CCOM, 1st AEF HQ

Nachricht an Zoé wegen Suspendierung

Liebe Frau Zoé Miller,

mit großem Bedauern nehmen wir ihr Ausscheiden aus dem langjährigen aktiven Dienst bei der Association Internationale des Mercenaires zur Kenntnis.

Wir bedanken uns für ihr persönliches Engagement für die AIM-Familie und hoffen, dass sie auf ihre Dienstzeit mit besten Erinnerungen und reich an interessanten Erfahrungen zurückblicken werden.

Die Nachlassverwaltung des Citizen Office hat, verbunden mit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, eine notarielle Benachrichtigung aktiviert.

Verfügende Person: Hiller, Collette (ID 0.9.096546V3), verschieden am 2073-10-12; Nachlassöffnung am 2074-01-14.

Begünstigte Person: Miller, Zoé (ID 0.9.057646W4)

Datum der Verfügung: 2072-12-30

Ort der Verfügung: Civic Office; Finistère

Sie können die Nachlassangelegenheiten jederzeit zu unseren Öffnungszeiten im Erbschafts- und Nachlassbüro regeln. Wir stehen Ihnen sehr gerne persönlich zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ihr Civic Office

Hinweis: Diese Nachricht wurde maschinell erstellt und dient nicht als notrariell beglaubigter Nachweis eines gültigen Erbschaftsanspruchs.

Soirée

Annabelle-Anwesen, Graue Zone, Dahomey

Die Flucht der SFG 77 fand in Dahomeys Grauer Zone, auf dem Anwesen von Annabelle und Positive, ihr vorläufiges Ende – oder besser einen Zwischenhalt. Die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen, war die größte Sorge gewesen bisher.

Zuerst hatte man natürlich Norge in die sichere Obhut des Willem van de Flierdt gegeben. Die Funkstille dauerte nun schon in der dritten Woche an – und das war auch so vereinbart gewesen. Dann kam die bestätigte Nachricht über Major Uzuns Tod öffentlich einsehbar über jedes beliebige Trideo-Gerät. Zu dem Zeitpunkt saß die SFG 77 noch in Europa fest. Doch mittlerweile fand man auf dem abgelegenen Landsitz von Prinzessin Annabelle einen vorrübergehenden Hafen.

Mike hatte sich mittlerweile gemeldet und die SFG 77 arbeitete an einer juristischen Strategie, mit der vertrackten Situation umzugehen. Eine aktuelle Kernfrage war nun, wen man wie genau einbinden sollte. In dieser Situation, die von Für und Wider, Hin und Her geprägt war, ergriff überraschenderweise Prinzessin Annabelle die Initiative, als sie Positive und auch andere informierte:

Annabelles Initiative

„Ich habe mir das nun ein paar Tage angehört. Ja, und meine Anwälte ja auch. Wir haben gute Mittelsmänner. Aber es hört sich schlicht und ergreifend nicht richtig an, nun, wenn man wirklich einmal Hilfe braucht, über Dritte und Vierte nach Unterstützung zu buhlen. Ich habe mich daher entschieden, einen Gesellschaftsabend auszurichten. Miss Pria Clark hat bereits zugesagt. Rago und Odam übrigens auch. Und so Andikan will! – werde ich von mir aus auch die Elefantenpriesterin einladen, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass sie aussschlagen wird. Sofern sie nicht ohnehin im Buschland verschollen ist. Auch Sistren und Aidren aus Moskuwa habe ich eine diskrete Einladung geschickt. – Jaja, ich weiß schon.“ Sie winkt ab. „Aber wenn Freundschaftsbande diese Belastung nicht aushalten, dann sind sie es nicht wert. Und eine Gemeinschaft, die nicht den Mut findet, zusammenzukommen, ist keine.“

Einwände gegen eine Einladung von Clark schmettert Annabelle mit einer interessanten Einsicht ab: „Wenn AIM herausfindet, dass sich eine abtrünnige Spezialeinheit hier versteckt, dann werden die diplomatischen Konsequenzen eine Eiszeit einläuten. Glaubt mir, niemand will so eine Eiszeit. Weder ich, noch AIM, am allerwenigsten Miss Clark. Also wenn sie hier ist, euch sieht und alles aus erster Hand hört, dann versteht sie, wie ernst die Lage ist. Sie wird das so delikat behandeln, wie es auch angemessen ist.“

Und so begibt es sich, dass es auf Annabelles Anwesen auf erstaunlich unkomplizierte Weise zu einem diskreten Gesellschaftsabend kommt. Anwesend sind Clark, Sistren & Aidren, Odam und Rago.

Clarks Einsichten

Bewacht durch Annabelles Sicherheitsdienst, Zoés Drohnen und Andikans Schutzgeistern finden die SFG 77 und Pria Clark endlich Zeit für ein vertrauliches Wiedersehen am Kaminfeuer. Der Ausblick über die bewaldeten Hügel der Grauen Zone rufen Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse wach. Doch schlussendlich dominiert ein Thema das Gespräch: die Flucht der SFG 77.

„Ich finde diesen juristischen Schriftsatz gut! Er zeigt immerhin, dass ihr euch ernsthaft Gedanken gemacht habt. Einiges ist sicher ziemlich dreiste Behauptung oder Wunschdenken, aber es ist auf jeden Fall besser, als zu schweigen. Ihr müsst nur vorsichtig sein, dass ihr nicht zu viel auftischt. Wer weiß, wie die Sache ausgeht, und bei Verhandlungen sind zu viele Details manchmal auch hinderlich. Ich kann euch jedenfalls die richtigen Schreibtische nennen, auf denen das landen sollte, über Anwälte.“

Pria ist von der ganzen Entwicklung um die SFG 77 ziemlich aufgekratzt und nervös. Sie scheint die Sorgen der SFG zu teilen und zupft nachdenklich an ihrem Cocktailschirmchen, während sie ins Feuer schaut. Dann lässt sie den Blick über Zoé, Positive, Régicide und Copper schweifen:

„Ich habe Gerüchte gehört, was in Finistère grade los ist. Aber bevor ich damit anfange, folgender Satz: Als die Kampagne AIM Matters so durchgeschlagen hatte, da bekam ich meine fünf Minuten mit Jacqueline Walters. Und sie hat gesagt – und ich zitiere: ‚Captain Uzun hat gezeigt, dass er keine Soldaten geformt, sondern eine Familie gegründet hat. Das sind herausragende Personen, jeder von ihnen. Ich kann nicht sagen, ob das rückblickend der richtige Weg sein wird, aber ich bin mir sicher, dass wenn es schief geht, der Fehler bei uns liegen wird.‘ Den Satz habe ich nie vergessen. Und jetzt habe ich mir ihren Auftritt angesehen, den Nachruf, im Trideo, ihr wisst schon. Ich habe es mir viermal angehört: sie gibt euch Deckung. Aber sie kann im Moment auch nichts machen. Die Sache ist fest in CCOM-Hand. Womit ich jetzt auch bei den Gerüchten angelangt bin…“

Pria kratzt sich im Nacken und fährt sich durch den wilden Haarschopf.

„General Lambert war schon immer der härsteste Gegenspieler von Uzun. Er hat ihm das Leben so schwer gemacht! Das weiß jeder im CCOM. Jetzt will er alles rückgängig machen, die ganzen Doktrinen über adaptive Spezialkräfte. Uzuns Vermächtnis. Das haben mir einige Freunde in Finistère bestätigt. Er ist der Verantwortliche für die Aufarbeitung des Attentats und der aktuellen Situation um die SFG 77 und ich bin mir absolut sicher: er will euch den Hahn zudrehen, ein für allemal.“

„Dummerweise, und das macht mir wirklich Sorgen, scheint es ernste Beweise zu geben, die euch mit dem Tod von Major Uzun in Verbindung bringen. Kara Lance hat euch mit der Flucht belastet, sie ist derzeit als potentielle Mitverschwörerin inhaftiert und wird durch die Innenrevision in London verhört. Fink soll sich vor einer laufenden Kamera in Finistère selbst gerichtet und die SFG 77 dabei belastet haben. Lance hat noch versucht, ihn aufzuhalten. Das ist alles eine unglaubliche Misère!“

Pria deutet auf den juristischen Schriftsatz der SFG 77.

„Und außerdem, habe ich nichts von solchen Beweisen gehört, wie sie da zitiert werden. Ein Angriff auf Norge? Davon höre ich das erste Mal. Die Linie der Ermittlung ist derzeit, dass die SFG 77 Personen erpresst hat, um Uzuns Tod einzufädeln, zu decken, und sich abzusetzen. Wenn es andere Beweise gibt, sind sie entweder sehr gut unter Verschluss oder sie haben die Verantwortlichen nicht erreicht. – Nun, oder sie werden ignoriert.“

Möglicherweise sorgen Clarks Neuigkeiten und Perspektiven für eine hitzige Entrüstung unter einigen der Anwesenden. Es wird die Frage laut, ob nicht wirklich feindliche Kräfte vom Ausmaß der Agooji oder Yakutiens involviert sein müssen; alles, nur um Initiative Tradestop, AIM und die SFG 77 zu schwächen? Aber wäre das nicht eine wahnwitzige Verschwörungstheorie?? Clark teilt eine Sorge jedenfalls ganz klar:

„Wenn es eine Intrige gegen AIM ist, dann wird euer Schriftsatz das nicht auflösen. Mein Tipp wäre: ihr müsst etwas auftreiben, das euch ungeteiltes Gehör und ungeteilte Glaubwürdigkeit verleiht. Irgendwas, das so gut ist, dass ihr damit direkt an diesem General Lambert vorbei bis zur Chefetage gehen könnt. Jacqueline Walters kann sich nicht in eine laufende Ermittlung einmischen, es sei denn, ihr habt einen Beweis, der die Tragweite der Intrige klar aufzeigt. Ich glaube, dann würde sie und das ganze Internal Audit hart durchregieren. Aber in so eine Schlammschlacht über juristische Positionen innerhalb des CCOM und dieses und jenes Beweisstück, da kann sie euch nicht helfen, auch wenn sie das vielleicht gerne würde. Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr das Schicksal der SFG 77 am Herzen liegt. – Wenn ihr etwas Felsenfestes besorgen könnt, das wirklich aufzeigt, wie weit das alles vielleicht um sich greift, mit den Agooji, der Initiative Tradestop und so weiter, dann bringe ich es vertraulich direkt in Jacqueline Walters Vorzimmer. Das kann ich euch versprechen. Aber mit weniger wird es nicht funktionieren, fürchte ich.“

Lebenszeichen von Mike

Mike lässt Zoé eine verschlüsselte Trideo-Aufzeichnung zukommen, nachdem sie mehrere subtile Wege der Kontaktaufnahme versucht hat. Das Datenpaket erreich Zoés falsche SIN (Alleyne Reinolds). Die Trideo-Aufzeichnung ist konstruiert, also ein Matrix-Konstrukt. Man sieht den Wageslave in einer Hängematte an einem Strand.

„Hey Zoé! Wie die Affen seid ihr auf die Bäume geflohen, oder wie?! Unglaublich. Ich hoffe, es geht euch allen gut. Das wenige, das zu mir durchdringt, klingt jedenfalls ernst.„

„Erstmal danke, dass ihr euch um Nancy gekümmert habt. Uns geht es soweit gut. Wir wohnen übergangsweise in einem Appartment im AIM Township.“

Der Wageslave kratzt sich etwas verlegen am Kopf.

„Es gab eine Menge Befragungen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Die Spionageabwehr hat auch Nancy befragt. Also mir dreht sich irgendwie alles und… also wir haben einfach alles auf den Tisch geworfen und geplaudert, was das Zeug hält. Sorry, falls da jetzt was in die falsche Richtung ging, aber in meinem Kopfsalat kamen immer mehr Widersprüche zusammen, also habe ich Flucht nach vorn gemacht.“

Der Wageslave hebt den Zeigefinger, um eventuelle Einwände abzuzschmettern:

„Ich habe die Voltaire-Karte gespielt! Ja, genau. Der Zwerg von der Shigeruu. Weil, also ich hab mal nachgedacht. Erinnerst Du Dich an OP Schneeland, wegen Johansdottir und so? Die Joiner? Diese Feuerwesen? Und der Angriff? Also ich hab da ganz weit ausgeholt und Voltaire wurde tatsächlich hinzugezogen. Dann ist mir diese alte Dechiffrierung eingefallen, das Datenpaket von Aaron Brown! Die läuft ja seit fast zwei Jahren! Kannst Du Dir das vorstellen?! Die sind schier ausgerastet, als ich diese Box aufgemacht habe!“

„Jetzt ist es so, dass ich täglich mit einer Eskorte in den Bunker gebracht werde. Wir versuchen die Daten der Shigeruu zu retten – oder besser gesagt, ich rekonstruiere, welche Datenflüsse überhaupt stattgefunden haben. Der Vanishing Host der NTSU hatte zum Zeitpunkt der Havarie tatsächlich eine Verbindung, und so wie es aussieht, sind massig Daten an die Norweger geflossen, als die Shigeruu sank. Die haben möglicherweise das komplette Bild. Ob das wirklich Antworten bringt, weiß kein Mensch. AIM und NTSU streiten sich grade richtig heftig um diese Daten, wegen der Schadensersatzfrage. So wie es aussieht, wird es einen Decker-Angriff geben, um Firmeninteressen zu schützen. Die NTSU blockt einfach alles ab, dabei zeigen mir die Telemetriedaten, dass die Daten vom Untergang haben müssen! Die rücken aber nix raus.“

„Tja, also ein riesiger Haufen Scheiße, aber immerhin lassen sie mich wühlen. – Die zweite große Baustelle war Beijing, da haben Nancy und ich einfach berichtet, was wir eben konnten. Das ihr mal zu Besuch wart. Von dieser Atra, von der Ausweisung, und die Aktion mit Mijuni, wie ihr Nancy geholfen habt. Major Uzun ist ja jetzt tot, vielleicht hagelt es also nicht direkt auf den Captain durch… aber insgesamt scheint die interne Ermittlung grade auch andere Sorgen zu haben als Beijing. Da stehen aber noch Befragungstermine aus für Nancy und mich. Aber ich glaube nicht, dass das momentan gegen die Shigeruu und den dritten Punkt ankommt…“

Wageslave schaukelt nervöser in der virtuellen Hängematte.

„Der dritte Punkt… Der Major soll tot sein. Also er wurde beerdigt. Ich nehme mal an, dass es also stimmt. Und… also es sieht so aus, als wenn ihr damit was zu tun habt? So zumindest das Wort auf der Straße. General Lambert – ja, der gleiche wie damals auf der Shigeruu – ist mit der Aufklärung der ganzen Anschlag-Sache betraut. Ja, das ist der Idiot auf der Beerdigungsaufzeichnung, der den Schirm nicht aufkriegt. Der hat mich sowas von in die Mangel genommen. Der lässt kein gutes Haar an uns… Zum Glück war ich zum Zeitpunkt der Ereignisse in den Shigeruu-Befragungen, aber ich glaube nicht, dass ich da so ganz unbeschadet rauskomme aus der Sache. Dieser Lambert will die SFG 77 demontieren, von unten bis oben. Der geht alles durch, jedes kleine Fehlverhalten, alles will er wissen. Ich versuche es so wie Copper zu machen: nah an der Wirklichkeit, nicht mehr Lügen als nötig. Aber ich frag mich, ob nah an der Wirklichkeit nicht schon zu nah ist.“

„Wenn Voltaire und diese Ermittlungsgruppe für die Shigeruu mich nicht als Operations Host Admin bräuchten, hätte General Lambert mich wahrscheinlich schon in ein tiefes Loch gesperrt. Vor dem müsst ihr euch in Acht nehmen. Dem kam Uzuns Tod grade recht, um loszuwettern gegen uns.“

Wageslave atmet durch und überlegt.

„Mir steht das Wasser ziemlich bis zum Hals. Ich bekomm‘ kaum Infos über die ganze Sache um Uzun. Die haben mir sogar mein Deck weggenommen! Aber da haben sie mich etwas unterschätzt, hähä. Ansonsten können Nancy und ich uns wenigstens frei bewegen hier in der Basis. Nur ausreisen dürfen wir im Moment nicht, solange das alles läuft. Ich habe außerdem gehört, Fink hätte sich selbst erschossen und Lance sei inhaftiert worden, weil sie euch gedeckt hat. Vielleicht wisst ihr da mehr?“

Der Bericht läuft ins Leere. Wageslave weiß nicht mehr, was er weiter berichten soll.

„Naja, also jetzt hoffe ich mal, dass diese Nachricht Dich erreicht, Zoé. Wenn Du Kontakt aufnehmen willst, dann besorg eine saubere Verbindung und wähle die Trix-Adresse NA-29993076523. Das landet über Umwege bei uns im Appartment auf der Soda-Maschine. Wenn ich da bin, kann ich rangehen.“

„Gruß an die andern… AIM true.“

Contempler

Nach dem der Bericht auf den Weg gebracht wurde, ist es Zeit die Lage neu zu überdenken:
Im Moment ist die Situation mit AIM komplett ungeklärt, der Rest des Team ist geistig schon an einem Punkt, an dem Régicide noch lange nicht angekommen ist. Die Antwort der Firma ist entscheidend für alles! Die AIM muss zunächst mal einen Status für die SFG-77 festlegen, also entweder Régicides Meldung bestätigen, neue Befehle erteilen oder eine Anklage erheben… all das ist möglich und wird die Weichen für die Zukunft unweigerlich verstellen. Was auch immer passiert, es wird Kommunikation mit der Rechtsabteilung bedeuten, so wie mit der Internen Ermittlung. Erst, nachdem wir gesehen haben, wie sich das alles gestaltet, erst dann können wir entscheiden wie es weiter geht.
Wenn wir Pria Clark erreichen könnten, wäre das sicherlich auch von Vorteil; die Frage ist, ob wir sie damit nicht in Gefahr bringen… Andererseits ist es zunächst nicht illegitim, mit anderen AIM Mitarbeitern zu kommunizieren, bis sich die Firma zur Lage geäußert hat. Und auf der Abschussliste der Agooshi ist sie auch schon, wenn auch nicht so weit oben wie wir.

Das bringt uns direkt zu einem anderes Problem, mit dem wir uns nun auseinander setzten müssen: Das wir zurück in Afrika sind…wir haben Feinde hier. Die Agooshi sind immer noch aktiv, die Grenzgänger sind immer noch im Dschungel verborgen, und ich weiß nicht, wie die Sache zwischen den Geschwistern aussieht, die Prinzessin und ihr Bruder haben sich ja nicht unter den besten Bedingungen getrennt.

Wir sollten in Bewegung bleiben, den wir haben auch Freunde hier, Zeit, ein wenig die Runde zu machen und alte Bekanntschaften aufzusuchen. Das wird die Lage klarer machen, Informationen sammeln…die Stammesführer, Sakuna Giwa, Sistren und Aidran…und die Scrapper.
Und ich werde mich weiterhin der Aufgabe widmen, ein Vater zu sein. Für den Moment ist Hénora hier und bei mir, das bedeutet, dass ich diese Zeit so gut es geht ausnutzen muss. Vielleicht ist das meine letzte Chance, so soll es sich zumindest Lohnen. Mal sehen wie gut meiner Kleinen Afrika gefällt.

rapport de bataille

Régicide verfasst einen ausführlichen Bericht für AIM. Dieser soll wie besprochen an das Special Operations Command, das Policy Board, das Direktorat, Human Ressource und an die Interne Ermittlungsabteilung gehen. Der Bericht besteht im wesentlichen aus drei Teilen.

Der erste Teil wird nur an SOC gesendet und besteht aus dem vom Copper zusammengestellten Bericht zu den Vorfällen auf der Shigeruu. Er beinhaltet alle Details zu den Vorgängen auf dem Schiff, wie sie bereits mit Major Uzun besprochen wurden. Abgesehen von Norge gibt es die angeforderten Viedo-Interviews, alle direkten und auch spekulativen Berichte. Lediglich die direkte Ursache bleibt unbeantwortet.

Als Zweites folgt eine genauer und ins letzte Detail ausgeführter Bericht zu den akuten Vorfällen. Alle unternommen Schritte und Entscheidungen, die getroffen wurden, werden erläutert, Régicide lässt keinen Zweifel daran, dass er sich absolut im Recht sieht, er erläutert alle Entscheidungen, die er getroffen hat, zitierten den Dienstweg und begründet die Moment, an denen er die Standartprozeduren verlassen hat. Zusammengefasst ist die Argumentation folgende:

Nach dem Attentat auf den direkten Vorgesetzten hat die SFG-77 sich gesammelt, um weiter Befehle abzuwarten. Im Zuge dieser Sammlung kam es zu einem weiteren Attentatsversuch auf ein Mitglied der SFG-77 durch einen legitimen Mitarbeiter des Sicherheitsapparates der AIM. Zu diesem Zeitpunkt hat der CO SFG-77, Cpt. Bazut Morrel die Einheit in vollen Alarmzustand versetzt und eine Prozess des Ausweichen und Entfernen angeordnet. Mit seiner Autorität hat er eine Fluggerät bereitmachen lassen und Starterlaubnis erwirkt (Hiermit stellt sich Régicide zwischen alle Vorwürfe die man Lance oder Alcolumbre machen kann, da beide nominell seinem Kommando unterliegen)

Im dritten Teil dann folgt der Report seines aktuelle Status und eine Reihe von Vorwürfen, die er seitens der AIM erhebt.

1. Die Umstände um Major Uzuns Tod, die Tatsache, dass das Attentat von langer Seite her vorbereitet wurde, der Zusammenhang zwischen den Nachforschungen des Majors zu Svensons Implantaten und möglicher Verwicklungen der Agooshi (oder andere äußeren Einflüsse) mit Kontakten und Vorfällen innerhalb der AIM.

2. Er protestiert gegen den Angriff auf sein Team. Mitarbeiter der AIM haben mehrfach tödliche Gewalt gegen die SFG-77 angewendet. Abgesehen von den Attentaten verurteile er den Angriff auf das Dropship. Es gab und gibt für einen solches Vorgehen keine legitime Erklärung, im besten Fall handelt sich um katastrophales Versagen seitens des Krisenkommandos von Finestére, im schlimmsten Fall für einen Beweis von Korruption an höchster Stelle.
Der Abflug des Dropships war legitim, die Befehle der Umkehr nicht. Hier wurde weder die Befehlskette eingehalten noch angemessen reagiert. Die Umstände und der Einsatzmodus, unter dem die SGF-77 zu diesem Zeitpunkt operierte, machte eine direkte Rückkehr in ein offensichtlich feindlich unterwandertes Zielgebiet unmöglich. Der direkte Vorgesetzte der SFG-77, in Nachfolge für Major Uzun hat zu keinen Zeitpunkt Kontakt mit Cpt. Morell aufgenommen, seine Befehle widerrufen oder andere Befehle erteilt. Dann kam es zu einem weiteren Attentatsversuch, als das Feuer auf die SFG-77 eröffnet wurde. Kein Handlung rechtfertigt dieses Vorgehen. Selbst wenn man der SFG-77 unerlaubtes Entfernen von der Truppe vorwirft, ist ein Beschuss über französischem Hoheitsgebiet, welcher direkt das Leben von Zivilisten, sowohl an Bord als auch im Zielgebiet gefährdet, unentschuldbar.
Der SFG-77 hätten Befehle in direkter Befehlskette erteilt werden müssen. Gleichzeitig hatten man Garantie erschaffen können, z.B. die Umleitung des Dropships zu einem neutralen Landplatz, um den von Cpt. Morell angeordneten Einsatzstatus aufheben zu können.
Die Beweise zu diesem Vorfall, besonders die Videoaufnahmen des Angriffs auf Norge, stellen eine wichtige Grundlage der Argumentation da.

3. Cpt. Morell protestiert den Umgang mit Mike Goodfellow. Als Goodfellows kommandierender Offizier hätte man ihn über jedwede Situation, Ermittlung oder Lageänderung informieren müssen. Selbst wenn man ihn seinem Kommando entzogen und ein Ermittlung eingeleitet hat, hätte das zuvor kommuniziert werden müssen, außer die Interne Abteilung hat eine Untersuchung der SFG-77 eingeleitet. In jedem Fall verlangt er eine Erklärung und Rechtfertigung für diese Vorgehen. Nicht zuletzt würde Nancy Choi von uns nach Finestére überführt. Als Zivilistin ohne Verbindung zur AIM ist es höchst suspekt und vermutlich nicht legal, sowohl ihre Kommunikationswege zu beschneiden als auch ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken. Auch hierzu verlangt er Aufklärung

Der aktuelle Status der SFG-77 wird als: Im Einsatz, Modus Unabhängig/Geheim angegeben (Hier benutzt Régicide die selben Parameter und Vorschriften, die auch in der Extremsituation in Dahomey angewendet wurden).
Cpt. Morell macht kategorisch klar, das er 100% im Recht ist (Von diesem Standpunkt aus wird er eine zünftiges Disziplinarverfahren gegen ihn beginnen) und stellt dann die nötigen Voraussetzungen für eine Rückkehr der SFG-77:
1. Ein lückenlose Aufklärung um das Attentat auf Major Uzun
2. Ein lückenlose Aufklärung um das versuchte Attentat auf Sgt. Svenson
3. Eine disziplinarische Nachverfolgung der Beschusses seines Teams, im besonderen die Nachverfolgung des Befehls so wie die Anklage gegen sowohl den Sicherheitsbeamten, der einen klaren Mordversuch unternommen hat, als auch die Piloten, welche einem offensichtlich illegalen Befehl Folge geleistet haben.
4. Eine Einberufung einer unabhängigen Untersuchungskommission, durchgeführt durch die Interne Ermittlungsabteilung der AIM, ebenfalls das Zuweisen eines internen Rechtsbeistandes für die SFG-77.
5. Eine Einberufung einer unabhängigen Untersuchungskommission, getragen von den Mitglieder der Trade Stop Initiative unter voller Kooperation der AIM. Eine rein interne Untersuchung erscheint unter diesen Umständen allein nicht ausreichend.

Régicide legt den Bericht dem Team vor und während Copper noch am Fehlerlesen ist, stellt er die Frage: „Wie senden mir das ganze Zeug nun an die AIM. Mit wem nehmen wir zusätzlich Kontakt auf? Und wie holen wir Mike aus der Sache heraus?
Ich hoffe, das es Norge gut geht, mal sehen, wann er was von sich hören läßt.“

Nach dem er sich mit dem Team beraten hat, sind er und Positive damit beschäftigt eine sichere Möglichkeit zu finden seine vielen Berichte abzugeben. Mit der Hilfe von Prinzessin Anabelle ist es die Hoffnung, über eine große Anwaltskanzlei, welche auch als Front für andere Personen und Gruppen dient, die nicht gefunden werden wollen, das Infobündel weiter zu reichen. Informationen die die AIM dringend brauchen wird um das eigene Haus aufzuräumen.

Willem van de Flierdt

Norge hat sich von der SFG 77 getrennt und sucht die Wohnung seines „zweiten Lebens“ in Aachen auf. Dort angekommen, in Willem van de Flierdts Alltag, ist Norges erste Sorge ein Biomonitor in seiner Brust, der seine Geoposition regelmäßig in den Äther sendet. Noch bevor er sich wegen seines Armes ins Krankenhaus begibt, kauft er daher zwei Mirui-Puppen. Eine Haiku-san für Willem und eine Radio Sorceress für Norge, in der Hoffnung, dass er Kontakt zu Miru findet.

Wie es die Eigenart der Miru-Puppen ist, brauchen sie eine gewisse gemeinsame Zeit mit ihren Besitzern, um Vertrauen aufzubauen und zu lernen. Daher ist die neue Radio Sorceress zu Beginn entsprechend reserviert. Doch es scheint, als „erinnere“ sie sich an Teile seines vergangenen Lebens, nachdem er seine Notlage berichtet hat. Natürlich ist die Radio Sorceress eben genau das: eine Hüterin und Zauberin der persönlichen Kommunikation und der Social Media! Entsprechend unbeholfen sind die Versuche, Flucht, verlorenen Arm oder die Trennung von seinen Freunden zu vermitteln. Doch nach einem Tag intensiver Beschäftigung gibt es Lichtblicke: Die Radio Sorceress versteht, dass er sich verfolgt fühlt. Sie beginnt damit, sich mit allen Geräten in seinem Umfeld zu vernetzen und Tipps zu Sicherheitseinstellungen zu geben (oder einfach selbst zu verwalten). Und dann kommt plötzlich der Moment, an dem Norge lächeln muss: die Radio Sorceress bemerkt, dass Norge einen Biomonitor in sich trägt. Einen, der sie neugierig macht. Es dauert eine viertel Stunde des neugierigen Fragens, dann schaltet die Radio Sorceress den GPS-Tracker einfach ab. Möglicherweise konnten Norge und Radio Sorceress an den Rand von Mirus Bewusstsein herankommen. Eindeutig zeigt sich Mirus Einfluss jedoch erst einmal nicht.

Dann geht es endlich ins Krankenhaus! Seinen Kameraden – und insbesondere Zoés Flugkünsten – sei Dank, konnte Norge Finistère ohne Folgeverletzung verlassen. Und abgesehen vom Stress der Flucht war das frisch transplantierte Körperteil unbeschadet geblieben. Zunehmende Schmerzen im Arm während der Flucht und dann in Aachen konnte Norge selbst medikamentieren. Dann wurde es Zeit für die stationäre Versorgung.

Nach einer Woche im Krankenbett wird Willem van de Flierdt entlassen und beginnt sein Leben. Er beginnt die Kontakte zu Orkgruppierungen in Aachen zu erneuern und neue zu knüpfen. Immerhin verbrachte er schon einige Zeit hier in seinen Urlauben und kann die hiesige Sprache doch sehr gut. Er beginnt als Rettungssanitäter zu arbeiten. In Amerika würde man wohl Streetdoc sagen. Tatsächlich versucht er auch zur Straßengang, die bei ihm in der Gegend das Sagen hat, Verbindungen zu knüpfen und bietet günstige Behandlungen ohne Fragen an als Gegenleistung für den üblichen Schutz.

In so einer schlechten Gegend lebt er ja nun auch nicht, aber nur auf die örtlichen Sicherheitsdienste mag er sich lieber nicht verlassen. Zusätzlich kauft er sich eine billige Straßen-SIN mit anderem Namen. Nichts aufwendiges, aber eine, mit der er anonym einkaufen und die Transportmittel benutzen kann.

Dazu bietet er seine Dienste natürlich auch der Bevölkerung an und verdient sich so seinen Lebensunterhalt. Für den Übergang wird er aber wohl an seine Reserven müssen, die er auf dieser SIN geparkt hatte, was ja immerhin ein stolzes Sümmchen ist. Das wenige, was er als Harald Svenson in den Diensten der AIM brauchte, ließ ja genügend an Gehalt und Prämien als Sparvermögen offen und das floß hier her.

So lebt Willem dann wohl die nächsten Wochen, geht in die Ambulante Behandlung und führt Reha-Maßnahmen durch, um seinen Arm zu stärken und versucht, sich aus allem Ärger raus zu halten. Bis zum Ablauf der vier Wochen wird er versuchen, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Erst danach macht er sich wieder Gedanken, wie es den anderen wohl gehen mag, vorausgesetzt, diese würden sich nicht früher melden.