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Was geht vor in Dahomey?

06. Oktober 2073

Dahomey kommt nicht zur Ruhe.

Was vor gut zehn Tagen mit Gerüchten über gewaltsame Auseinandersetzungen am Tawani-See begonnen hatte, entwickelte sich seitdem zu einer ausgewachsenen Krise in dem sonst so vorbildlichen Staat in Westafrika. Miles Kane berichtet direkt aus Moskuwa.

„Trotz Nachrichtensperre und Matrixzensur ist es uns gelungen eine stabile Verbindung zu unseren Zuschauerinnen und Zuschauern in aller Welt aufzubauen. Wir berichten hier unter einer schweren Arbeitsbedingung. Wie lange die Verbindung toleriert wird ist ungewiss. Sicher ist, dass die Berichte von gewaltsamen Übergriffen am Tawani-See nicht abreißen. Augenzeugen wollen Vertreibungen, Flüchtlingszüge und verwaiste Dörfer entlang der Ostseite des Sees gesehen haben. Ganze Familien und Siedlungen hatten sich nach Osten aufgemacht, in die sogenannte „Graue Zone“, einem völkerrechtlich umstrittenen Gebiet zwischen Nigeria und Dahomey.

Mittlerweile wird aber auch von ersten Rückkehrern berichtet, die ihre Häuser wieder beziehen. Mutmaßlich um Plünderungen vorzubeugen oder der kriminellen Gewalt nigerianischer Banden zu entgehen. Berichte von Massenmorden konnten bisher nicht bestätigt werden. Bilder von zahlreichen Leichenfunden wurden durch Nigeria lanciert, eine Überprüfung ist aber auch hier unmöglich.

Klar ist: es treffen zwei harte Gegenpositionen aufeinander. Nigeria führt weiterhin Berichte über Angriffe offizieller Kräfte aus Dahomey gegen Minderheiten in der Grenzregion an sowie eine wohl als gesichert geltende Tötung von Mitarbeitern einer nigerianischen Wahlkampagne. Dahomey beruft sich hingegen auf ein illegales Vordringen nigerianischer Truppen in die eigentlich entmilitarisierte Graue Zone und wirft dem Nachbarstaat gezielte Destabilisierung durch kriminelle Banden vor. Denen sagt man enge Verbindungen zur politischen Elite in Nigeria nach. Dahomey befürchtet hier eine bewusste Gefährdung der anstehenden Wahlen im Seegebiet. Trotz Drängen der Afrikanischen Union und Weltgemeinschaft wurde bisher keine unabhängige Autorität im Krisengebiet zugelassen.

Staatliche Berichterstatter aus Dahomey teilen indes mit, dass man am Tawani-See mehr als einhundert Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, um örtliche Gewaltakte zu verfolgen und aufzuklären. Gesucht wird nach kriminellen Gewalttätern, die an den örtlichen Vertreibungen und Plünderung beteiligte gewesen sein sollen. Einblicke in Fahndungsmaterial belegen dies scheinbar.

Jedoch, problematisch ist und bleibt, dass Dahomey an der massiven Matrixzensur festhält. Dafür erntet das Land derzeit schärfste Kritik. Heute wurde bekannt, dass die Corporate Court Matrix Authority (CCMA) bereits am 02. Oktober eine geheime Mahnung und Sanktionsandrohung an Dahomey übermitteln ließ. Darin wird Dahomey bis zum 08. Oktober eine Frist gesetzt, die Matrixzensur aufzuheben, unabhängigen internationalen Beobachtern der CCMA Zugang zu den Datenzentren des Landes zu gewähren und die Aufklärung der Genozidvorwürfe uneingeschränkt zu unterstützen. Andernfalls drohen Dahomey Sanktionen in Form einer Abschaltung von Matrixverbindungen in sensiblen Bereichen aus Wirtschaft, Industrie und öffentlicher Infrastruktur. Ein Vorgehen, das von der Weltmatrixbehörde CCMA seit den Euro Wars nicht mehr durchgesetzt wurde. Aktienkurse von in Dahomey stark engagierten Unternehmen reagierten bereits empfindlich.

Miles Kane aus Moskuwa. Ich gebe zurück ins Studio.“

Abschied mit Ehren

Das untere Hangardeck der AIMS Cassiopeia bot einen Ausblick aus der Liftluke, in dem man sich verlieren konnte. Der heiße, rote Feuerball der untergehenden Sonne tauchte den Pazifik in Blut. Ein Abschied mit Ehren.

Angetreten war Captain Katsuo Uzun mit einer Gruppe von Stabsoffizieren und Soldaten der AIMS Cassiopeia. Insgesamt vierzig Personen. Im Gegensatz zur großen, feierlichen Ehrenformation vor einigen Monaten, war die Stimmung diesmal ernster. Der Kreis der Anwesenden war viel kleiner, die Medien waren ausgesperrt. Keine Kameras, keine ausschweifenden Reden und kein lauter Applaus.

Captain Uzun blickte vom Stehpult auf und sprach zu der versammelten Gruppe von Soldaten.

„Für einige von ihnen ist dies der vorerst letzte Sonnenuntergang im Pazifik. Heute Nacht wird sie die Logistik zu ihren Stammeinheiten ausfliegen und auch die AIMS Cassiopeia wird sich nach Westen, der Sonne folgend, in das Südchinesische Meer verabschieden.

Sie alle haben maßgebliche Beiträge zu dem bestimmenden, militärischen und politischen Konflikt der letzten eineinhalb Jahre geleistet. Als Teilnehmer der Pazifikkampagne im Rahmen der Task Force Blue Shark wird ihnen daher vom Central Command die Kampagnen-Auszeichnung für ihre Dienste verliehen.“

Auf ein Nicken hin trat Specialist Lance in weißer Uniform hervor und begann die zwei Reihen der angetretenen Soldaten abzugehen. In jede Handfläche legte sie das Band der Pazifikkampagne, das alle Teilnehmer der Task Force schmücken durfte.

Pacific Campaign 2071-2073

Katsuo Uzun fuhr fort: „Im Namen des Central Command gratuliere ich ihnen allen für ihren hervorragenden Dienst auf der AIMS Cassiopeia, im Rahmen des Special Operations Command, der See- und Luftaufklärung, des Nachrichtendienstes oder der Waffenleitstände. Ihre Zusammenarbeit hat unsere Erfolge erst möglich gemacht.

Darüberhinaus habe ich die Ehre und auch traurige Pflicht, heute zwei weitere Auszeichnungen zu verleihen.

Zum nunmehr zweiten Mal hat sich Operative Bazut Morellè durch persönlichen Einsatz und durch persönliche Opfer an Leib und Leben ausgezeichnet. Im Nahkampf sowie im arkanen Gefecht trug er Verwundungen davon, die Zeugen seines unbeugsamen Siegeswillens sind. Auch schwere Verwundungen konnten seinen Kampfeswillen und sein inneres Feuer nicht ersticken. Hierfür erkennt die Association Monsieur Morellè als Träger der Opfermedaillie zweiten Grades an.“

Die Medaille wurde den Anwesenden von Specialist Lance präsentiert.

Sacrifice Medal II

Mit Blick auf die untergehende Sonne bereitete sich Katsuo Uzun auf die letzte Verleihung vor, die er dann auch mit klaren und sachlichen Worten vollzog.

„Die zweite Verdienstmedaille wird an Sergeant Franklin Milestone heute posthum verliehen. Er empfängt aus unseren Händen die Medaille der Legio Lepidoptera, den Schmetterlingsorden. Er wird verliehen für herausragende Tapferkeit und Furchtlosigkeit unter hohem Risiko des eigenen Lebens und weit jenseits der dienstlichen Pflichten.“

Auch diese seltene Auszeichnung wurde den Anwesenden präsentiert und anschließend auf einen weißen Marmorblock gelegt, auf dem Name, Rang und Lebenszeit von Brick eingraviert worden waren.

Legio Lepidoptera

„Sergeant Milestone ließ sein Leben in den Tiefen des Pazifiks um seinen Kameraden und Freunden eine Rückkehr an die Oberfläche zu ermöglichen – und das Missionsziel zu erreichen. Sie alle kannten den Sergeant. Er war selten zu übersehen auf diesem Schiff! Einige von ihnen gehören zu denen, die ihm viel zu verdanken haben. Er wird heute mit allen militärischen Ehren in den Kreis der verstorbenen Veteranen aufgenommen. Sein Gedenkstein wird in die Grabhalle in Finistère verbracht werden, wo er zur letzten Ruhe einkehrt.

Meine Damen und Herren, lassen sie uns dem Sergeant die letzte Ehre erweisen.“

Der Captain trat neben den Stehpult und wendete sich, wie alle Anwesenden, der weißen Gedenkplatte für Brick zu. Die Sonne verbrannte im Westen den Horizont, begleitet von einer einzelnen Trompete und dem Salut der Kameraden. Dann war die Sonne hinter dem Pazifik erloschen. Bricks Feuer aber, brannte irgendwo weiter, wie einige wussten.

Verleihungsurkunden: Brick, Norge, Negative, Régicide, Wageslave, Zoé

Pazifikkonflikt beendet

Wir berichten life aus Hong Kong. Vor nicht ganz zwei Stunden traten Vertreter aller Parteien im Pazifikkonflikt gemeinsam vor laufende Kameras und haben überraschend einen Durchbruch in den Friedensverhandlungen verkündet. Ab Mitternacht werden alle kriegerischen Handlungen sowie Reisebeschränkungen, Sanktionen und Strafzölle zwischen dem Japanischen Consortium und der Cantonesischen Allianz aufgehoben. Dieser verblüffende Schritt macht seitdem die Runde um die Welt. Die Blockade der Schiffahrtswege am Chinesischen Meer, die großzügigen Flugverbotszonen über den Arcologies der Yutani Corporation und die Ausreisesperre für japanische Konzernangehörige in Beijing wurden bereits aufgehoben. Wir sprachen eben mit Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaires, die eine der Konfliktparteien in der Verkündung vertrat.

Perry Anderson (PA): Miss Walters, vielen Dank für die Gelegenheit zu einem exklusiven Gespräch.

Jacqueline Walters (JW): Sehr gerne.

PA: Es ist unglaublich. Vor etwa 18 Monaten hatten wir Gelegenheit anlässlich der Konferenz für Rohstoffhandel im Pazifikraum zu sprechen. Damals haben sie von der Piorität der Friedenssicherung bei Ressourcenkonflikten gesprochen und ihr Unternehmen in den Dienst der Ansprüche Japans gestellt. Haben sie damals geahnt, dass es zu einem militärischen Schlagabtausch diesen Ausmaßes kommen würde?

JW: Die militärische Führung von AIM, der wir viele vorausschauende Manöver und einen kühlen Kopf in diesem Konflikt verdanken, hat mit diesem Szenario kalkuliert. Ich persönlich habe damals nicht an eine solche Eskalation glauben wollen, nein.

PA: War es die Sache wert?

JW: Ich glaube, es wäre viel Leid vermeidbar gewesen, aber die politische und historische Situation hat uns die militärische Eskalation leider nicht erspart.

PA: Hat AIM also in ihrem Anspruch auf Friedenssicherung versagt?

JW: Nein. Wir haben stets die Minimierung von Verlusten verfolgt und unablässlich auf einen raschen Friedensschluss gedrängt. Die Tatsache, dass die Welt heute vom Ende des Pazifikkonflikts überrascht worden ist zeigt ja, dass wir entgegen pessimistischen Prophezeihungen hart und sehr diskret verhandelt haben.

PA: Welche Rolle spielt AIM bei diesem Friedensschluss also?

JW: Wir haben der chinesischen Aggression militärischen Ausgleich entgegengehalten und eine faire Verhandlungsführung ersteinmal sinnvoll und möglich gemacht. Unsere Partner haben uns außerdem in politischen Belangen allzeit konsultiert und wir haben durch unsere spezielle Expertise Schlüsselerfolge gesichert.

PA: Sie sprechen von der Befreiung von Frederic Denton aus chinesischer Gefangenschaft in Kapstadt?

JW: Das war sicherlich ein wichtiger Beitrag, ja. Letztlich war es aber die Beharrlichkeit der Verhandlungen, die uns zum Erfolg brachten.

PA: Können sie etwas mehr dazu sagen, worin der politische Sinneswandel der COC begründet liegt? Ein militärischer Sieg war es ja nicht!

JW: Frederic Denton hat uns mit seinen Zeugenaussagen dabei geholfen, die Sorgen der kantonesischen Partner besser zu verstehen. Das indonesische Außenministerium hat daraufhin einen klugen und fairen 5-Jahresplan vorgelegt, der es allen Pazifikstaaten erlaubt, von den Entdeckungen und Forschungserträgen der Yutani Corporation zu profitieren. Der Corporate Court hat ja angemahnt, dass ein globaler Interessenausgleich in Bezug auf natürliche Ressourcen wichtig ist, man dabei das Vorrecht der Entdeckung, des Patents und der Urheberschaft nicht ignorieren darf. Und das liegt bei der Yutani Corporation. Daher hat auch deren Politikwandel und die damit einhergehende Öffnung des Zugangs zu Etusan III und dessen Forschungserträgen dazu beigetragen, dass die COC neues Vertrauen schöpfen konnte. Uns alle eint letztlich der Wunsch nach Wachstum, Frieden und eine gemeinsam gestaltete Zukunft. Schlussendlich sind wir daher auch zuversichtlich, dass der Corporate Court der regionalen Unternehmensvereinbarungen nach Vorlage Indonesiens zustimmen wird.

PA: Wie wird es für AIM nun weitergehen?

JW: Wir haben ausgeharrt, an die Diplomatie geglaubt, militärisch entschlossen reagiert und auch Verluste erlitten. Wir werden unsere Bewegungen im Pazifikraum nun mit den chinesischen Partnern abstimmen und die Mobilisierung zurückfahren. Das gilt insbesondere für Mikronesien und Avar, für die AIM maßgeblich die militärische Logistik verwaltet hat. Die Task Force Blue Shark wird voraussichtlich im Juli aufgelöst werden.

PA: Sie machen also ernst mit dem Frieden.

JW: Selbstverständlich. Im weiteren Verlauf haben wir mit der Yutani Corporation vereinbart, dass wir die Anlagensicherheit für Etusan III weltweit prüfen und in Zukunft nach unseren Kapazitäten übernehmen werden. Das betrifft alle klassischen Servicebereiche: Betriebssicherheit, Sabotage- und Spionageabwehr sowie Arbeitsschutz.

PA: Eine Art Belohnung für gute Dienste?

JW: Eher nüchterne Sachgründe und ganzheitliches Denken. Im Zuge des Pazifikkonflikts hat AIM sich intensiv mit Etusan III, dessen Risiken und den Herausforderungen eines angemessenen Risikomanagements beschäftigen müssen. Zentrale Anlagen wurden durch unser Personal besichtigt und auf Sicherheitsdefizite hin untersucht. Wir wollen das sehr gute Vertrauensverhältnis zwischen AIM und der Yutani Corporation auch in Zukunft ausbauen.

PA: Ich verstehe. Es ist wohl nachvollziehbar, dass die Pazifikkrise zusammengeschweißt hat. Man wird abwarten müssen, ob es bei der Yutani Corporation weiterhin bei einer stabilen und konsistenten Politik bleibt, immerhin steht mit der jungen Miss Yutani Veränderung ins Haus. – Viele internationale Unternehmen werden AIM nach dieser schlagkräftigen Zurschaustellung militärischer Gewalt in den nächsten Monaten sehr genau beobachten. Wo wendet sich AIM, wo wenden sie sich als nächstes hin? Wird dort dann der nächste Brand ausbrechen?

JW: (lacht) Meine Dienstreisen sind zu 99% Vorboten von Friedensbemühungen und Rechtsschutz. Ich denke nicht, dass man aus meinem Arbeitskalender auf globale Krisen schließen sollte, nein. Der Pazifikkonflikt war in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme. Das Regelgeschäft von AIM findet weltweit, jeden einzelnen Tag statt. Jenseits der schillernden Schiffe der AIM Flotte tragen tausende von Metamenschen den Schmetterling mit Stolz auf der Arbeit in Büros, Fabriken und öffentlichen Einrichtungen. Sie gehören ebenso zum Rückgrat unseres Unternehmens.

PA: Dann bedanke ich mich für das interessante Gespräch und ihre wertvolle Zeit. Ich wünsche ihnen viel Erfolg bei der Abwicklung des anbrechenden Friedens im Pazifik.

JW: Ich danke ihnen sehr herzlich. Danke.

Washington Post, 07. April 2073

NTS News 01’2073

Unruhe am Kap

Zwei Wochen nach den Vorfällen in der Stadt am Horn sind die Unruhen noch nicht beendet, eher im Gegenteil. Strom und Netz sind schon seit einer Woche wieder restauriert, doch die Unzufriedenheit steigt. Aus einem Kataklysmus der alle getroffen hat, wurde schnell einer der die Unterschicht trifft. In Südafrika bedeute das aber sofort das es die Nicht-Weißen trifft und schon hebt das alte Monster der Apartheid wider seinen hässlichen Kopf.
Protestiert wird auf allen Ebenen. Im Parlament, im Stadtrat, in Bürgerversammlungen und auf der Straße. Und dort kam es schon mehrfach zu Ausschreitungen. Die Polizei bekam eine harte Linie vorgegeben, so das einige der Situation die als friedlicher Protests begannen schließlich eskalierten. Scheinbar gibt es auf Seiten der Protestanten gewaltbereite Elemente, es gibt Aufnahmen von Demonstranten die Steine, Brandsätze und an einer Stelle sogar Handgranaten gegen die Polizei einsetzten. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, viel hoffen auf die Rückkehr der gefiederten Schlange, zuversichtlich das sie zumindest die innere Ordnung, wenn schon nicht die Einigkeit wieder herstellen wird.
Aus den Reihen der Politik sind aber auch andere Stimmen zu vernehmen und das nicht nur aus Süd-Afrika. Hier wird das Rücksichts- und Verantwortungslose verhalten von Mujajis angeprangert. Sie sei schuld an den Ereignissen und würde es nun anderen überlassen den angerichteten Schaden wieder in Ordnung zu bringen.

 

Die Sondersendung Wyrmtalk hat für allgemeines Aussehen gesorgt. Wärend die eigendliche Diskussion, bezüglich des Konfliktes im Pazifik einen vorraussehbaren Verlauf genommen hat, Gastgeber wie Gäste haben die Weltgemeinschaft daran erinnert welche verherende Folgen ein Ressourcenkrieg hat und haben eindrucksfoll dargestellt wie es schon jetzt die Weltwirtschaft und das Leben von Millonen Negative beeinflusst. Nein, es waren Anfang und Ende die die Menschen beeindruckt und erschüttert haben und nun das Netz glühen lassen.
Wie gewohnt began die Show mit einem Diamonolog, in dem das Publikum nur den einen Teil des Gespräches hört. An statt als Dolmetscher zu fungieren ist Timmos der Gesprächspartner von Dunkelzahn und vermittelt durch seine Antworten und Fragen den ungehörten Teil der Koversation. Dunkelzahn untestreicht diese durch kleine magische Bilder und seine antrainiert menschliche Mimik.
In diesem

Da Drachen nicht in herkömmlichen Sinn sprechen können, sondern Telepathisch kommunizieren und dazu auch noch anders Denken als Saphiens, benutzen Drachen die sich öffentlich Mitteilen einen Dolmetscher, eine Beziehung die ein enges Vertrauensverhältnis voraussetzt. John Timmons & Dunkelzahn sind seit über 15 Jahren ein Team. Drüber hinaus ist Dunkelzahn, mehr als alle anderen seiner Art, in der Lage, menschliche Mimik und Geräusche nachzuahmen. Ein leißes, rumpelndes Lachen oder ein sarkastisches Schnauben. Ikonisch ist jedoch sein, während seiner Präsidentschaft weltberühmt gewordenes, “optimistisches Augenzwingern an die Nation“

Gespräch ging es um Verantwortung, Timmons addresiert die Vorwürfe welche sich gegen Mujaji richten. Was alles geschen sei und das es ihre Schuld ist und natürlich die große Frage Warum? Nach den zehnminütigen Gespräch hat die selbsgerechte Politikelite der Welt einen kräftigen Dämpfer erhalten. Ohne Mujaji wäre die Situation schon lange Eskaliert, wieder einmal hat man bewisen das man unwillig ist aus vergangen Ereigissen zu lernen, die Augen vor der Wirklichkeit verschließt und an einem Status Quo festhält der schon vor dem Erwachen nicht mehr zeitgemäss war. In leitenden Positionen in Südafrika gibt es 6% Erwachte, Zauber eingeschossen und keinen einzigen Nicht-Mensch. Das spiegelt die Demograhie des Landes nicht mal Ansatzweise wieder. Afrika als Kontinent hat die meisten NHSS (Non-Human Sentinent Species) pro Einwohnerzahl, genau so wie erwachte Zaubere & Metamenschen. Wenn sich das nicht in den Entscheidungsgremin wiederspiegt, wäre man selber daran Schuld. Auf die Frage was Mujaji gerade tun würde:
“Was meinst du damit, du weißt es auch nicht?!
Du bist dir sicher das sie sinnvoll Okupiert ist?
…und wohl auch die einzige Antwort die wir kriegen würden, selbst wenn du es wüsstest!“

Noch eindringlicher war jedoch die Abschlussrede in der sich Dunkelzahn, über Timmons, direkt an sein Zuhörer wendet:
“Ich habe was ich nun sage schon vielfach gesagt, ich sage es jetzt noch mal mit Donner! Bitte stellen sie sich vor wie es ist wenn es in der Entfehrnung donnert. Wir alle, auch Ich und die Meinen reagieren auf den Klang des Donners. Es ist Instinkt!
Wenn wir klug sind, hören wir den Donner und treffen Vorbereitungen. Gewitter oder Orkan, man muss ganz unterschiedlich reagieren.
Wer nicht auf den Donner hört, der erleidet Schaden, manchmal hat man auch Glück. Doch auch wer ihn hört muss Abschätzen was auf ihn zu kommt. Wenn sich heraus stellt das der Donner das herranrollen eines Tsunami ist, hilft es nichts das man die Fenster fest geschlossen hat. Erkenntnis kommt of zu spät, der Spielraum für das Glück ist klein“
Der Drache nimmt einmal tief Athem:
“Die Welt donnert! Das Erwachen, die Goblinisierung, Dali, Etusan, Große Wander, Ilam,  Mujajis aufbruch…mehr wird folgen…
Hört auf den Donner!“

 

Timmons entspannt sich und fügt in seiner eigenen Stimme hinzu:
“Verehrte Sentienc, wir wünschen ihnen eine erfolgreiche und sichere Reise“

Urban Brawl

Die Fans der Denver Dudes schauen auf eine lange Durststrecke zurück. Früher eine der erfolgreichsten Urban Brawl Mannschaften sorgten Skandale und Missmanagement für den Fall der großen Dudes. Nun hat es Versprechungen gegeben, ein neues Management und eine kräftige Finanzspritze des Hauptsponsors DUDE Industries. Schließlich kehrte Tyler “T“ Lomkostin, “the most dangerous Elf alive“ nach 8 Jahren Hiatus, als Trainer zu seiner Mannschaft zurück. Und nun? Nach eine eher enttäuschenden Saisonanfang holten Denver letzte Woche einen knappen Sieg gegen Detroit und beendet einen 12 Games Losing Streak. Gestern aber wurde der Traum des Rekordmeisters Anaheim, in dieser Saison ohne Niederlage zu spielen, zerschlagen. Die Assasin halten den Urban Cup nun seit vier Jahren in Folge und waren bisher Ungeschlagen. Doch Denver wendete das Blatt so radikal wie niemals zuvor. Die Dudes vernichteten die bewährte Aufstellungen der Assassins und machten ein Spiel welches auf Taktik und Punkten basiert und weniger auf hartem Kampf. Assassins Leader Mick McKay zeigt sich beeindruckt aber nicht beunruhigt.
“Niemand besiegt uns in unserem Spiel! Wir haben den Fehler gemacht, zu glauben das alle Gegner unser Spiel mitspielen. Heute hat Denver gezeigt warum sie mal zu den Größten diese Sports gehört haben. Denver ist zurück, jetzt wird die Sache interessant. Dem Rest da da drausen sagen ich, zieht euch warm an, Denver sage ich, wir sehen uns beim Super Brawl.

NTNU Kidnapping

Seit Wochen ranken sich die Gerüchte um das Kidnapping der Tochter einer Professorin der NTNU, gefolgt von einer spektakulären und erfolgreichen Rettungsaktion. Die gesamte Lage stand unter strengster Geheimhaltung, die Ermittlungen laufen noch immer auf Hochtouren. Doch heute veröffentlicht die Polizei zum ersten Mal Einzelheiten zu diesem brisanten Fall, welche die Wichtigkeit der Untersuchungen überdeutlich werden lassen. Zum einen handelt es sich bei den Opfern um niemand anderen als um die Tochter von Sigrid Johansdottier, der bekannten Druidin und arkanen Wissenschaftlerin. Ebenso scheinen die Kidnapper in direktem Zusammenhang mit den Bioterrorist welche den Anschlag auf das Aker Brygge Shoppingcenter in Oslo verübt haben, zu stehen. Da es sich um einen Fall von nationalem Interesse handelt, welcher auch internationale Schritte nach sich ziehen werden, bleiben die Einzelheiten zum Kidnapping und der Rettungsaktion weiterhin verschlossen. Auch Prof. Johannsdottier, äußerte sich zu den Umständen nicht. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Polizei, gab die NTNU einen Pressekonferenz in der zunächst der Präsident der Universität und schließlich auch Frau Professor eine Statement ablegten. Während der Präsident eine allgemeine Erklärung verlas, begab sich Johannsdottier auf einen unerwarteten Pfad:

„Meine Damen und Herren
Ich wende mich heute an sie um so die Möglichkeit zu nutzen, denen zu Danken die alles gewagt haben um das zu beschützen was mir das wichtigste ist. Ihren Name werden unbekannt bleiben, weitere namenlose Helden die sich in unzählige Helden die vor ihnen gekommen sind einreihen. Diesmal aber soll die Geschichte so nicht enden.
Durch den selbstlosen Einsatz tapfere Männer und Frauen sind weder mir noch meiner Tochter körperlicher Schaden zugefügt worden, ebenso hat mein Arbeitgeber, in weiser Voraussicht, die nötigen Maßnahmen getroffen uns gegen solche Vorfälle abzusichern, wenigsten monetär. Unsere seelischen Wunden zu heilen ist aber keine Frage des Geldes, sonder unseres eingen Taten, wie wir beschließen in die Zukunft zu blicken und diese nach unseren besten Kräften zu formen.
Wir müssen zurück geben, zurück an die Gemeinschaft der Menschen die bereit sind sich zwischen uns und die Gefahr zu werfen. Die meisten von uns schlafen nur deshalb ruhig, weil kompetente und entschlossene Sapiens bereit stehen in unserem Namen Gewalt anzuwenden. Doch manchmal bleiben sie davon nicht unbeschadet.
Die Gefahren der erwachten Welt verlangt es, dass der Einzeln über das menschliche Hinauswächst, was wir durch Cybernetik erreichen. Doch diese ist nicht ohne Nebenwirkungen. Seit einigen Jahren gibt es an der Universitätsklinik der NTNU einen Abteilung die sich mit cybernetischen Spätfolgen beschäftigt. Mit dem Geld der Versicherung und im Zusammenarbeit mit mehreren anderen Spendern gebe ich die Gründung einer Stiftung bekannt, die eine Versorgung von Soldaten pro Bono ermöglichen soll. Es ist eine Schande, aber traurige Wirklichkeit das es Fälle gibt in denen eine Versorgung nicht gewährleistet ist oder das aus dem Dienst entlassene Soldat erst Jahre später die Nebenwirkungen spürt und dann mit dem Problem alleine sind. Diese Stiftung soll einen Schritt sein diese Misstände zu bekämpfen und darauf aufmerksam machen. Der Name der Stiftung wird zu ihrer Gründung bekannt gegeben und hoffentlich im nächsten Jahr ihrer Arbeit aufnehmen.“

Mujajis Reise

Meine Damen und Herren,

es berichtet für Sie Patricia Miles für Channel 9 aus Kapstadt.

Nach zähen Stunden der Ungewissheit wurde nun vom südafrikanischen Ministerium für das Erwachen (MfdE) bestätigt, dass sich am 6. März 2073, 12:00 Uhr Ortszeit, die gefiederte Schlange Mujaji vom Tafelberg erhoben hat und sich auf eine unbekannte Reise begab.

Die mystische Kreatur, die den Beinamen „Regenkönigin“ trägt, gilt als gutmütige Patronin des südlichen Teils des schwarzen Kontinents, stets bemüht um Einklang zwischen Metamenschen und Natur. Zuletzt hatte Mujaji 2050 den Tafelberg verlassen. Kundige Beobachter der afrikanischen Politik berichten, dass Mujaji in diesen dreiundzwanzig Jahren zunehmend durch internationale Konzerne, rivalisierende Extremistengruppen und politische Fraktionen unter Druck geriet. Wie lange wird Mujajis Reise dauern? Wohin wird es sie führen?

Unmittelbar nach ihrer Abreise machte sich ihre fehlende Präsenz im arkanen Raum bemerkbar. Niedere Schutzgeister aber auch höhere Geister von Heim, Herd, Hof und Land, gerieten in Aufruhr. Zahlreich brachen sie aus Pakten und Bannen aus und überwanden viele der lokalen, privaten wie staatlichen Schutzkreise. Es wurde berichtet, dass sich viel Unmut und Aggression entlud, vor allem gegen technische Anlagen und Orte jüngst vergangener Gewalttaten. Das lokale Mobilfunknetz und Satellitentransponder brachen zusammen und beeinträchtigten somit auch die Matrixpräsenz in vielen Bereichen der Stadt. Mehrere Pendelflüge wurden zur Landung gezwungen. Von drei abgestürzten Passagiermaschinen wird berichtet.

Die Regierung von Kapstadt entschied sich nach einer Krisenbeurteilung rasch dazu, die magischen Ressourcen zur Verteidigung der städtischen Sicherheit und Ordnung vor allem auf Castlen und Buisenkant, die beiden reichsten Gebiete der Stadt, zu konzentrieren. Da die Geisterwesen offenbar sehr aggressiv im Umfeld elektrischer Felder auftraten, schaltete man bis zum Abend einen Großteil der armen Randbezirke vom Stromnetz ab. Der Schritt wurde damit begründet, die Sicherheit der Bürger gegen geisterhafte Übergriffe zu verteidigen. Dennoch brachte die Stromabschaltung eine Welle lokaler Unruhen, Gewalt und Plünderungen mit sich. Die Polizeikräfte beschränkten sich auf die Sicherung von Schlüsselpositionen, an denen sie bedrohten Bürgern Schutz garantieren konnte.

Die unangekündigte Reise von Mujaji hat viele Metamenschen schwer erschüttert. Der Ältestenrat der Volksgruppe der Xhosa sprach davon, dass es Anzeichen gegeben hätte, die mit dem anhaltenden, rechten Terror der Zulu-Elfen zu tun haben. Andere Quellen berichten, Mujaji wolle eine Heilung der jüngsten, toxischen Verunreinigung im Gebiet der Großen Seen entgegen treten.

Vorerst bleibt die Losung: Wer hat Mujaji gesehen?

Patricia Miles für Channel 9

Beijing Internal Affairs

Zahlreiche Meldungen, Trideos und Bilder umgehen derzeit die Nachrichtensperre über Beijing. Sie enthüllen eine beispiellose Eskalation von Gewalt.

Am 26. Februar 2073, 13:30 Uhr Ortszeit, erschütterte ein Sprengstoffanschlag den belebten Stadtteil Boyang. Unbekannte Attentäter brachten ein Parkdeck einer Tochterfirma von Novatech Inc. gezielt und professionell zum Einsturz. Der gesamte Verkehr auf der zentralen Verkehrsachse sowie den öffentlichen Bodenverkehrssystemen kam dadurch zum erliegen. Zeitgleich brach eine Orgie der Gewalt gegen Polizeikräfte entlang der gesamten Stadtteilgrenze zwischen Boyang und Xsunchan los.

Glaubhafte Zeugenberichte belegen, dass sich Angreifer zum Teil schwerer Waffen bedienten, gut organisiert waren und im allgemeinen Chaos ziviler Unruhen, Panik und anarchistischer und staatsfeindlicher Gewalttaten scheinbar ungehindert agieren konnten. Die Polizeikräfte griffen hart durch und mussten Stellungen in vormals „befriedeten“ Straßenzügen aufgeben. Ein Oberst der Urbanen Brigade Beijing trat vor laufenden Kameras zurück. Dies hing auch damit zusammen, dass im Zuge der Straßenschlachten die bereits zuvor scharf kritisierte schwere Infanterie der Urbanen Brigade gegen Zivilisten eingesetzt wurde. Trideoaufnahmen belegen, dass sich kleine Einheiten mit militärischer Ausrüstung und kaltblütigem Vorgehen durch öffentliche Straßen und Gebäude bewegten.

Während die Schuldzuweisungen für das Desaster vielseitig und zahlreich sind, scheint der Auslöser für die Gewalt diesmal vordergründig nicht bei den Sicherheitskräften gelegen zu haben. Erst mit dem Sprengstoffanschlag auf das Parkhaus, in dem sich zu diesem Zeitpunkt ein Einsatzposten der Urbanen Brigade befand, erfolgten die zahlreichen Angriffe. Insbesondere auf der Grauen Achse waren die Sicherheitskräfte zuerst deutlich unterlegen. Über dreißig Geschäfte wurden geplündert und achtzig Bodenfahrzeuge durch Randalierer und deren Brandsätze zerstört. Die Urbane Brigade bündelte die Einsatzkräfte an strategischen Rückfallpositionen und befriedete dann weite Teile des in Bürgerkrieg verfallenen Stadtteils. Über zweitausend Metamenschen wurden festgenommen. Die Zahl der Verletzten und Toten wird auf mehrere Hundert geschätzt. Allein zwanzig Menschen verbrannten in Fahrzeugen auf der Grauen Achse. Die Explosion des Parkhauses forderte siebzehn Metamenschenleben.

Aufgrund der Ausrüstung, Präzision und dem hohen Anteil von verhafteten Straftätern aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität wird eine maßgebliche Beteiligung der Triaden nicht ausgeschlossen. Während intime Kenner der hiesigen Kriminalität einen Territorialkampf nicht ausschließen, geht man derzeit nicht davon aus, dass es sich um klassische Rivalitäten zwischen Triaden und der Polizei handelte. Vielmehr scheint sich die Empörung und Wut über das Willkürhandeln der Polizeikräfte explosiv entladen zu haben.

Shadangshaihaishuang

Einer linksorientierten Künstler- und Transhumanismusbewegung aus dem Shadang-Zentrum, Xsunchang, gelang es als erstes, Bilder und Berichte aus der Matrixsperre Beijing hinaus zu schmuggeln. Demnach war es am Vorabend der Eskalation zu einem brutalen Polizistenmord gekommen, dem eine grundlose Hinrichtung eines jugendlichen Zivilisten durch die Beamten voraus gegangen sein soll. Beamte der Stadtpolizei sollen vier Mitglieder einer beliebten Jugendband, Shadangshaihaishuang, in eine Seitenstraße gepresst, geschlagen und einen von ihnen durch einen Kopfschuss hingerichtet haben. Eine Tonbandaufnahme wurde veröffentlicht, die den Hergang bis zum tötlichen Schuss darstellen soll. Wie es anschließend dazu kam, dass die Polizeibeamten selbst durch Schüsse, Schläge und Bisse überwältigt werden konnten, geht aus dem Tondokument nicht hervor. Die Polizei dementiert entschieden die Darstellung und liefert eine alternative Version, wonach die Jugendlichen die Beamten in eine Falle gelockt hätten. Wie dem auch wirklich sei, Tatsache ist, dass das Portrait des getöteten Jugendlichen von zahlreichen Demonstranten und Aufständischen als Banner getragen wurde. Öffentliche Gebäude in Boyang sind mit Graffitis des Jungen übersäht.

SUN² Suburban Uncomfortable News Network – cf, 2073/02/26

Nachrichtensperre über Beijing

BEIJING – Was gestern Nachmittag mit vereinzelten Sitzblockaden am Bahnhof Beijing Central Station begonnen hatte, entwickelte sich im Verlauf des Tages zu massiven Demonstrationen und Konfrontationen zwischen Zivilisten und kantonesischen Sicherheitskräften.

Die Lage verschärfte sich nach einem Brandsatz in einer öffentlichen Toilette und einem Abfallcontainer im Beijing Central Business District (CBD). Informanten vor Ort zufolge, entschied sich die Urbane Brigade Beijing kurz vor Sonnenuntergang zur Ausrufung und Durchsetzung einer Sperrmeile über dem CBD, da es immer wieder zu punktuellen Zwischenfällen und Sabotageversuchen am Verkehrssystem kam.

Örtliche Konzerne und private Sicherheitsdienstleister wurden angewisen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aus den Konzernanwesen zu entlassen, bis man diese geordnet und unter Wachschutz zu den öffentlichen Transporteinrichtungen eskortieren würde.

Die Sperrmeile und das sehr harte Durchgreifen der Urbanen Brigade provozierte bis ca. 22 Uhr Ortzeit zahlreiche unerlaubte Versammlungen und Barrikaden entlang der Nord-Süd Hauptachse durch den CBD bis hinein in die Arbeiterquartiere der nördlichen D-Gebiete. Ein angebliches Selbstmordattentat brachte unmittelbar darauf den öffentlichen Personenverkehr im zentralen Cluster von Beijing zum Erliegen.

Den lokalen Staatsmedien zufolge, richtete sich der Selbstmordangriff gezielt gegen Verkehrsleitknotenpunkte nahe der Central Station. Die Zahl der Opfer ist bisher unbekannt.

Als Reaktion auf den Angriff wurde in zwei Stadtquartieren der Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre über die Arbeiterquartiere verhängt. Gleichzeitig verhängte die COC eine umfassende Nachrichtensperre über das gesamte Stadtgebiet. Die schrecklichen Bilder und Augenzeugenberichte der nun aufziehenden Nacht, waren Ergebnisse der verzweifelten Versuche, einen Einblick in die weiteren Geschehnisse zu erhalten.

  • Kantonesische Sicherheitskräfte

Bis um ca. 24 Uhr Ortszeit konnte die Urbane Brigade die Hauptachse zwischen dem Arbeiterquartier Xsunchan und dem CBD sichern und Durchgangskontrollen einrichten. Währenddessen wurde inoffiziellen Quellen zufolge von einem Großbrand im CBD sowie zwei ungeleiteten, bewaffneten Großgruppen in Xsunchan und Baoche berichtet. Es kam zum Schusswaffeneinsatz. Auf dem künstlichen Kanal des Einkaufszentrums entstand ein Ölbrand, der die gesamte Flaniermeile in schwarzen Rauch tauchen soll. Verstärkungen aus den Polizeikasernen der Stadtränder sollen mit gepanzerten Fahrzeugen und militärischen Drohnen in die Stadt verlegt worden sein.

Aus regimekritischen Kreisen dringen immer wieder Trideos, Bilder, Funk- und Tonmitschnitte aus Beijing heraus. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich nach Mitternacht die anfänglichen, ungemeldeten Demonstrationen zu Konfrontationen mit bewaffneten Gruppen gewandelt hatten. Die Stadtregierung Beijing spricht von vorbereiteten Angriffen regierungsfeindlicher Untergrundorganisationen.

Dem gegenüber lassen sich nur wenige Beweise für ein koordiniertes Vorgehen der zahlreichen Angreifergruppen und Brandstiftungen finden. Stimmen von der Straße berichten davon, dass sich viele Straßenzüge und Quartiere mit Barrikaden und spontanen Milizen gegen das Eindringen von Sicherheitskräften und vermummten Gewalttätern gleichermaßen schützen wollen.

Die unübersichtliche Lage wird durch die Stadtregierung und der Urbanen Brigade nun seit mehr als 12 Stunden aktiv aufrecht erhalten. Diese Strategie der Desorientierung soll das koordinierte Vorgehen gegen Demonstranten und Gewalttäter begünstigen. Für Außenstehende ist es dadurch fast unmöglich, die Lage neutral zu beurteilen.

Heute, am frühen Nachmittag, hatten sich Feuer und Angriffe dann gemildert. Trotz Ausgangssperre in zahlreichen Distrikten versammelten sich vielerorts friedliche Demonstranten, die eine Mäßigung der Situation anmahnten. Dazu mischten sich Kriegsgegner, die im Zuge der jüngsten Enthüllungen über einen Kurswechsel der Yutani Corporation einen überfälligen Schritt zum Frieden im Pazifikkonflikt und ein sofortiges Ende jeglicher Gewalt einforderten. Laut Innenministerium handelt es sich dabei jedoch um regierungsfeindliche Propaganda. Die Demonstranten seien als registrierte Kriminelle bekannt.

In dieser Abendstunde des 23. Februar bleibt uns nur ein banges Abwarten. Ob die kommende Nacht und die folgenden Tage eine Entspannung bringen, ist ungewiss. Die Stadtregierung, aber auch die Regierung der COC, sind im Zugzwang. Zahlreiche Mega-Konzerne haben ernste Sorge angemeldet und auf eine rasche Befriedung gedrängt.

Ähnliche, wenn auch wesentlich weniger eskalierte, gewaltsame Ausschreitungen und Friedensdemonstrationen hatten am frühen Morgen des 23. Februar auch weitere Großstädte im Pazifikraum ereilt. So etwa in Tokyo und Java.

Channel 9 Pacific News, 23. Februar 2073

Erdbeben erschüttert den weltweiten Aktienmarkt

Yutani Corporation plant Restrukturierung. Geschäftsnachfolge veröffentlicht.

Eine Kette unglaublicher Zwischenfälle hat heute am frühen Morgen (UTC+10) den weltweiten Aktienmarkt und insbesondere die führende Konzernwelt des Pazifikraums erschüttert. Yutani Corporation Headquarter Tokio veröffentlichte zeitgleich mit dem Yutani Corporation Customer Service and Marketing Office in Denver FTZ, UCAS-Sektor, eine Presseerklärung zur Umstrukturierung des Großkonzerns. Unmittelbar davor kam es zu Entlassungen und Personalumbauten in über zweihundert Bereichen des mittleren Managements und der Produktionsleitungen in fast allen Tochterunternehmen und Holdings der Yutani Corporation. Zudem wurden die wichtigsten Kundenportale und Matrixpräsenzen weltweit für 20 Minuten vom Netz genommen und neu organisiert. Der asiatische und nordamerikanische Aktienmarkt ist um 12% gefallen.

In der Presseerklärung heisst es unter anderem zur neu verkündeten Unternehmensphilosophie:

„Der heute in Gang gesetzte Plan zur Restrukturierung der Teilorganisationen und Geschäftspläne der Yutani Corporation verfolgt konsequent den in der letzten Dekade eingeschlagenen Weg. Nach der Entdeckung und Beherrschung immer weitreichenderer, revolutionärer Technologien kann eine nach vorwärts gerichtete Vision nicht mehr im bestehenden status quo operieren.

Dies ist der Anfang einer neuen Idee, ein Schritt in eine neue Dimension einer gemeinwohlorientierten Weltgestaltung und eines neu entfachten Aufbruchssinn. Ein Schritt der ethischen Vision, in Zeiten ökonomischer Sinn- wie Finanzkrisen. Gemeinsam eine bessere Welt zu bauen, ist ein zu lange gehegter, aber unvollendeter Plan geblieben. Die Rechte auf Selbstbestimmung der vernunftbegabten, erwachten Welt sind formuliert, aber nicht eingelöst.

Die Yutani Corporation beginnt daher ein Programm zur Überwindung des Menschen durch den Menschen selbst. Als eine Bewegung, die sich ihrer ökonomischen und moralischen Integrität und Stärke bewusst ist, formuliert sie gegen die Missstände der Zeit:

* Der Sinn globaler Wirtschaftsmacht und Prosperität ist die Überwindung der Nationalstaatlichkeit. Die Zeit, in der die liberale Wirtschaftsordnung auf den Schutz und die Zwangsgewalt der Nationalstaaten angewiesen war, muss überwunden werden.
* Ethische Integrität und Identifikation aller Konzernangehörigen mit den Visionen einer gestaltbaren Welt hat Vorrang vor rein ökonomischen Erwägungen.
* Jede Tätigkeit der Yutani Corporation soll ein Beitrag zur wertegeleiteten Gestaltung der Zukunft sein.
* Die Gestaltung einer besseren Welt betrifft das internationale Wirtschaftssystem, es betrifft aber auch die Welt jedes einzelnen Mitarbeiters. Jedes Mitglied der Yutani-Familie ist ein unschätzbarer Teil des Reichtums der Yutani Corporation; auf ihnen gründet die Macht, die Zukunft zu gestalten.
* Die Fähigkeit, sich eines Verstandes bedienen zu können, ist Quell von Würde. Der Mut, sich dessen zu bedienen, ist Quell von Recht auf Mitbestimmung. Die Erwachte Welt und ihre neuen Bewohner haben die letzten Zweifel beseitigt, dass das alte Menschenbild nicht mehr gilt. Die Brücke zwischen dem Geist der Maschine und dem Geist der Natur muss geschlagen werden.
* Nicht das Reden und Politisieren (talk and debate) ist der Leitspruch der Zukunft, sondern die Visionen und das Handeln (visionize and act). Durch das Mitwirken allein, erwerben sich Mensch und Unternehmen das Recht auf Gestaltung der Zukunft.

Zu diesem Zweck hat die Yutani Corporation einen Fond zur Nutzbarmachung des Etusan III eingerichtet. Es wird ein weltweiter Wettbewerb ausgeschrieben, der den Zugang zu Etusan III regulieren soll. Ziel des Wettbewerbs ist die Gründung alternativer und zukunftsfähiger Visionen des Zusammenlebens in Städten auf und jenseits unserer Erde.“

Nähere Details wurden nicht bekannt gemacht. Im Zuge der Presserklärung wurde ebenfalls enthüllt, dass die „Kriegstaube“ Miss Yutani, Konzerneigentümerin und CEO der Yutani Corporation, ihre leibliche Tochter als Rechtsnachfolge eingesetzt hat und diese nun in die Firmengeschäfte einführen wird. Die Tochter, deren Verbleib nach einer schweren Krankheitsdiagnose 2060 unbekannt war, ist Schätzungen zufolge gerade einmal vierzehn oder fünfzehn Jahre alt. Wie bei allen Erben der Yutani Familie, sind Details über die Person streng gehütete Geheimnisse. Kaum etwas dringt nach außen. Nun trat die Tochter von Miss Yutani vor die Kameras in Denver und verkündete, dass sie unter Vormund der Mutter die Leitung der beiden Tochtergesellschaften High Sea Deep Sea Opening und YSM – Advanced Space Mining ab sofort übernehmen wird. Dies sind die zwei bedeutendsten Tochtergesellschaften für Ressourcenabbau der Yutani Corporation. Zusätzlich nimmt sie die Arbeitsgeschäfte als Executive Officer des Tokio Hauptquartiers auf. Begleitet und unterstützt wird sie dabei durch einen eigens zusammengestellten Beraterstab, der die Minderjährige als Quasi-Praktikantin begleitet.

Miss Yutani selbst, trat nicht an die Öffentlichkeit, um sich zu diesen markanten Umbrüchen zu äußern.

Es ist heute nicht absehbar, woher diese Ereignisse rühren, welche Auswirkungen sie auf den Finanz- und Wirtschaftssektor haben werden oder inwieweit dies den Pazifikkonflikt beeinflussen wird.

NTS Special Report 09’2072

Harvester Bay im Ausnahmezustand

Auf dem Aqua Agra Complex Harvester Bay, einem Verbund von Hochseeplattformen im Pazifik, ist ein Aufstand ausgebrochen. Unbestätigten Berichten zufolge befindet sich ein Teil der ansässigen Bevölkerung in offener Revolution. Die Zustände sind chaotisch, genaue Informationen spärlich. Es scheint keine klare Agenda des Aufruhrs zu geben, keine Begründung und auch keine Gruppierung der er zugeordnet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine offizielle Verlautbarung, außer das man dabei ist die Lage zu kontrollieren. Seit den ersten Notrufen in den frühen Morgenstunden ist dies jedoch noch nicht gelungen.

Harvester Bay ist eine exterritoriales Gebiet unter Konzernhoheit. Es enthält vier P.A.S.S und acht schwimmende Plattformen und ist nach den Arcologies die größte Hochseeeinrichtung des Pazifiks. Über 19.000 dauerhafte Einwohnern sind dort nach Angaben der Verantwortlichen gemeldet.

Ozanic Techonolgies (OT) ist der Erbauer und Verwalter der Einrichtung und gilt als der führende Experte für Hochseebauwerke. OT ist jedoch nur zu zehn Prozent Anteilseigner. Ansonsten verteilt sich das Eigentum zu vierzig Prozent auf Atztechnologie Inc. und zu je zwanzig Prozent auf ChengCheng Oil (CCO) und California Deep Mining (CDM). Atztechnologie betreibt in den Anlagen ihre produktivste Mikroprotein-Fabirk. CCO, ein in Singapur ansässiger chinesischer Treibstoff-Erzeuger, raffiniert auf der Harvester Bay ein hochenergetisches Multifuel. Die Produktionen beider Firmen basieren auf in riesigen Unterwassergärten kultivierten Meeresalgen. CDM baut verschiedene seltene Erden und Methan-Hydrat ab.

Die Arbeiterschaft kommt aus dem gesamten südasiatischen Raum, so wie aus Mittelamerika. Chinesen und Atzlani bilden jedoch die Mehrzahl. Die Crew der Anlage besteht zu 90% aus nordamerikanischen, meist kalifornischen, Staatsbürgern.

Den spärlichen Berichten panischer Augenzeugen vor Ort zufolge, sind unter den Aufständischen Mitglieder aller Firmen, Nationen und anderen Gruppen, sowie allen Gesellschaftsschichten. Verglichen mit dem ersten Angriff auf die Kappa YC der Yutani Corporation vor einigen Monaten und den Terror- und Piratenangriffen auf Plattformen in den letzten Wochen, besitzt der Angriff auf die Harvester Bay also eine neue Qualität.

Pazifikkonflikt eskaliert: Attentat auf japanischen Premier

Vor wenigen Stunden wurde ein Attentat auf den Premierminister von Japan, Kenturo Goto, verübt. Ein schwer bewaffneter und körpermodifizierter Attentäter attackierte die Prozession anlässlich der Hochzeit von Gotos Neffen. Der Attentäter feuerte aus mehren Waffen in die Gruppe um Goto und kämpfte sich durch Sicherheitspersonal und Leibwächter bis zum Premier vor. Goto selber wurde durch die Schädelimplantat-Waffen des Attentäters getroffen, doch seinem Bodyguard gelang es, ihn von dem Täter abzuschirmen. Das Feuergefecht entwickelte sich zu einem blutigen Nahkampf, in dem zwei Adepten der Tennogarde den Cyborg förmlich in seine Einzelteile zertrümmern mussten, bevor dieser den Kampf aufgab. Die Selbstzerstörungsbombe richtete nur geringen Schaden an, da sie durch einen der taoistischen Geistlichen eingedämmt werden könnte.

Der Premierminister und sieben andere Verletzte wurden in eine Notfallklinik eingeliefert und sofort operiert; alle schweben im Moment noch in Lebensgefahr. Auf dem Tempelplatz blieben vierundzwanzig leicht verletzten und zwölf Tote zurück.

Hintergründe und Identität des Attentäters sind noch unbekannt. Die ersten Anschuldigungen und Dementis machen aber bereits die Runde durch die Matrix

Piraterie auf Sealab

Die P.A.S.S Sealab, eine Anlage der Celcius Corp Gruppe (u.a. Bayer, Greendale Pharma und Biomed), wurde gestern Abend Ziel eines Überfalls. Kriminelle Elemente, vorwiegend aus Indonesien, verschafften sich gewaltsam Zugang zur Station, wohl mit dem Ziel Beute zu machen und eine Bombe als Erpressungsmittel einzusetzen.

Sealab unterhält seit kurzen einen Vertrag mit der deutschen Sicherheitsfirma Preussen & Schutzmann (P&S), eine Anbieter ähnlich der AIM, jedoch spezialisiert auf Sicherheit & Verteidigungsmaßnahmen. Die vierzig „Schutzmänner“ hatten kein Problem die 300 Piraten in vorbereiteten Verteidigungspositionen und unterstützt durch Dronen zurückzutreiben. P&S hat Sealab so gut besetzt und ausgebaut, dass einhundert Angreifer in einen Sperrfeuerzone eingedrungen waren, ohne es zu merken. Achtzig Piraten kamen bei dem Angriff ums Leben, 130 weitere wurden gefangen genommen. Die verbliebenen Piraten flohen auf ihren Schiffen, von denen eines durch Beschuss von der Plattform und Dronenangriffe direkt versenkt wurde. Die verbleibenden Schiffe wurden wenige Stunden später von der AIMS Shadow, einem Jagd-U-Boot, torpediert und aufgebracht.

Die beiden Militärdienstleister scheinen eine enge Zusammenarbeit anzustreben. Sie verbinden eine starke Logitik der AIM mit der Expertise einer großen Zahl von Sicherheitsspezialisten im Personalbestand von P&S.

Kommentar: Wirtschaftliches Desaster und Arbeiterflucht im Pazifik

Special Correspondent Corrian Nidal

Als folge der andauernden Zwischenfälle auf den P.A.S.S im Pazifischen Ozean beginnt eine Flucht der Arbeitskräfte, besonders der spezialisierten Facharbeiter. Gute Bezahlung, Abenteuer und gute Weiterbildungsmöglichkeiten waren nur drei der guten Gründe, warum es bisher für die pazifischen Konzerne nie ein Problem gewesen war, ihre Plattformen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Doch nun verlassen die Angestellten ihrer Arbeitsplätze und kehren zum Festland zurück. Sogar Angestellte in Vertägen mit Befristungen und Vertragsstrafen nehmen Geldstrafen und Strafverfahren in Kauf, so groß ist die wahrgenommen Angst. Es gab schon vereinzelte Zwischenfälle, bei denen sich Personal gewaltsam Zugang zu Transportmitteln verschafft hat, als der Arbeitgeber sich weigerte den Transferwünschen nachzukommen. Der Corporate Court hat beteiligte Konzerne angemahnt, der Sicherheitsverantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsse nachgekommen werden.

Die Spannung in den drei Hochsee-Arcologies und den anderen extraterritorialen Anlagen, deren Bewohner Staatsbürger des jeweiligen Konzerns sind, steigt dauerhaft an. Eine stetige Verbesserung der Sicherheitsstandards wird – nach Aussagen der Verantwortlichen – vorangetrieben.

Die pazifischen P.A.S.S sind zuständig für 4,9% der weltweiten Nahrungsmiteilgewinnung sowie für 3,2% essentieller Rohstoffe. Ein Wegbruch dieses Wirtschaftsfaktors wird schwerwiegende Folgen haben.

Nur 18% der pazifischen Spitzenindustrie befindet sich unter der Hoheit der Cantonese Confederation (COC) und deren Verbündeten. Somit gibt es für die Vorwürfe, die COC würde einen wirtschaftlichen, mit terroristischen Mitteln geführten Krieg anstreben, zumindest reichlich Indizienbeweisen. Auch ein Teil des zu erwarteten Produktionsverlustes könnten die Konzerne unter chinesischem Einfluss auffangen. Auf der anderen Seite betreibt die COC die größte Containerschiffflotte der Welt, für dessen hohe ökologische Verträglichkeit, mit ihren Walzen, Solar und segelgestützten Brennstoffzellenantrieben, in der Vergangenheit viele Lorbeeren vergeben wurden. Ein Teil dieser Schiffe steht im Moment still, andere müssen große Umwege in Kauf nehmen, um ihrer Zielhäfen zu erreichen. Atzlan hat fünf Schiffe im Panamakanal unter Hausarrest gesetzt, nachdem die COC sich weigerte ihre Speerzone in japanischen Gewässern für Schiffe unter Atzlani Flagge zu öffnen. Mehrer Schiffe wurden von der AIM mit dem Verdacht aufgebracht, dass die zivielen Frachter Kriegsmaterial transportieren. In einigen Fällen traf dies scheinbar zu. Seit dieser Zeit sind alle Schiffe unter Flagge der Cantonesischen Allianz aus dem von dem Japanischen Consortium kontrollierten Breichen verbannt.

Wirtschaftlich kann es hier keine Gewinner geben, solange der Konflikt nicht beigelegt wird oder eine Eskalation eine einseitige Entscheidung erzwingt. Nach dem schrecklichen Kampf um Kinto scheinen die Parteien zögerlicher mit militärischen Gesten geworden zu sein. Die seit Wochen in Hong Kong andauernden Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien haben jedoch auch keine nennenswerten Fortschritte hervorgebracht. Es bleibt also zu befürchten, dass wie so oft andere Lösungen hinter den Kulissen angestrebt werden. Lösungen mit wenig Rücksicht auf internationales Recht oder internationale Diplomatie. Hoffen wir, dass es wenigstens Lösungen von ökonomischer Klugheit sein werden.

Ehrenformation auf der AIMS Cassiopeia

AIM Forces Daily News

Zweihundert Kameradinnen und Kameraden der Amphibious Squadron 11 kamen heute auf dem Flugdeck der AIMS Cassiopeia zusammen, wo LTG Sharmer im Zusammenhang mit einer Jahresansprache eine Reihe von Dekorationen vornahm.

Der Kommandant der 10th AIM Expeditionary Force überreichte eine Reihe von Auszeichnungen an CPT Katsuo Uzun, mit der die Special Forces Group 77 geehrt wurde. Unsere Truppenreporterin Nathanial berichtet:

Nathanial: Der Captain hat nun die Ehrung seiner Special Forces Group 77 vom General entgegen genommen. Die „Unit Citation Award for Exceptional Merits and Valor“ wird an alle Mitglieder der Einheit verliehen: Miss Miller, Corporal Milestone, Corporal Svenson, Operative „Negative“ – er ist wirklich eine herausstechende Erscheinung – und Operative Morellè. Zudem hat der General die Pflicht, einige persönliche Verdienstmedaillien anzuheften. – Jetzt bewegt sich aber zuerst der Captain zu den angetretenen vier Männern und der Gnomin, die auf einem ordentlichen Podest thront! Während CPT Uzun nun die Einheitsauszeichnung ansteckt und den fünf Geehrten die Hand reicht, wird der General einige Worte zu der Einheitsehrung verlieren.

General: Die Einheitsauszeichnung für Special Forces Group 77 wird für herausragende Verdienste und Heldenmut ihrer Mitglieder verliehen. Die hohe Hürde dieser Auszeichnung besteht in einem gefechtsentscheidenden Beitrag unter Kampfbedingungen, in dessen Verlauf Vorgesetzte, Mannschaften, Unteroffiziere und auch externe Kontraktoren gemeinschaftlich Außerordentliches vollbracht haben. Aus ersichtlichen Umständen muss über die Details der gefechtsentscheidenden Beiträge an dieser Stelle geschwiegen werden. Ich möchte jedoch einige Worte zu den herausragenden Heldentaten verlieren.

General: Die Soldaten und Operatives von Special Forces Group 77 haben wiederholt unter Gefechtsbedingungen mit hohem Risiko autark und ohne Nachschub die Ziele der Task Force Blue Shark sowie die Unternehmensziele von AIM vertreten und unbeirrt vorangetrieben. Sie haben nicht davor zurückgeschreckt, feindliche Panzerfahrzeuge im Nahkampf mit primitiven Sprengmitteln anzugreifen. Sie haben Nahkampfmanöver mit zivilen Luftfahrzeugen zur Rettung eingekesselter Kameraden geflogen. Sie haben schwer verletzte Kameradinnen und Kameraden unter widrigen Umständen aus feindlichen Bunkeranlagen geborgen. Hunderte von Zivilisten befreundeter Unternehmen konnten durch ihr beherztes Eingreifen vor einem Sprengstoffanschlag bewahrt werden. Nicht zuletzt waren sie maßgeblich an der Verhaftung verantwortlicher Krimineller bei der Befreiung der Stadt Kinto beteiligt. Dabei gelang es ihnen, hinter den feindlichen Panzerstellungen erfolgreich im Häuserkampf zu operieren.

Mit Fug und Recht sage ich also, dass jedes Mitglied der SFG 77 diese Einheitsauszeichnung redlich verdient hat. Das ist eine Besonderheit. Gleichzeitig ist es natürlich auch eine Hypothek. Sowohl für zukünftige Einsätze als auch von zukünftigen Mitgliedern der SFG 77 wird man nichts Geringeres als das Bestmögliche erwarten dürfen. – Und ein bißchen mehr. Das gilt natürlich auch für den Kommandierenden Offizier der Gruppe.

Der General verlor noch weitere Worte zur Besonderheit der gemischten Zusammensetzung der SFG 77, bevor er die drei persönlichen Verdienstmedaillien für Verwundungen im Gefechtseinsatz anheftete. Zuerst dem schwer verwundeten Corporal Svenson, der trotz Gehhilfe die Auszeichnung aufrecht entgegen nahm.

General: Corporal Svenson. In Verachtung ihres eigenen Lebens haben Sie das ihrer Kameraden weit über sich gestellt und waren bereit, den höchsten Preis zu zahlen. Ich weiß, dass die Umstände ihrer Verwundung schwierig waren und dass wir alle glücklich sein dürfen, dass Sie heute diese Verdienstmedaillie vom „Blutenden Herz“ persönlich entgegen nehmen können. – Corporal, ich danke Ihnen im Namen des Central Command und AIM.

General: Miss Zoé Miller. Als Operative und treue Kontraktorin zeugt der Preis des eigenen Blutes von einer Sache ganz besonders: dem Willen zur unbedingten Kameradschaft. Als externe Spezialistin im Vertragsverhältnis mit AIM erhalten Sie für ihr Opfer und persönlichen Einsatz die „Opfermedaillie“, die an zivile und externe Mitarbeiterinnen für Verwundung im Dienst verliehen wird. Ich danke Ihnen im Namen der Association.

Monsieur Morellè. Auch Sie haben als externer Operative Verwundung erdulden müssen. Die „Opfermedaillie“ soll nicht vergessen lassen, dass im Gefecht die Frage des Dienstverhältnisses keine Bedeutung hat. Wir verdanken Ihnen sehr viel. Ich danke Ihnen im Namen der Association.

Abschließend trat der General zurück zum Stab. Für den letzten Teil der Ehrung von SFG 77 trat CPT Uzun an den trollischen CPL Milestone heran, der sich gehörig nach vorne zu beugen hatte.

Corporal Frank Milestone. Nach mehr als 36 Monaten engagierten und tadellosen Dienstes bei der Marineinfanterie werden Sie hiermit in den Rang eines Sergeanten befördert. Ich wünsche Ihnen alles Gute als Unteroffizier.

Mit den etwas knappen aber herzlichen Worten salutierte der Captain und ließ den offenbar etwas überraschten Sergeanten bei seinen Kameraden zurück. Die fünf Geehrten – Svenson, Milestone, Boucard, Miller, Morellè – badeten zum Abschluss im Beifall und Jubel der Kameraden und präsentierten ihre Urkunden den Kameras.

Die Ehrenformation schloss dann mit einem Gesangsteil des Amphibious Squadron 11 Choir. Damit endete die Jahresansprache von LTG Sharmer enthusiastisch und mit positivem Richtungswink: Über Wochen und Monate leisten unsere Truppen Herausragendes! Wir warten gespannt, ob die laut Gerüchten ausstehende Ehrung der Flugstaffeln wirklich im kommenden August stattfinden wird. Die aktuellen Feuerpausen wären die richtige Zeit für eine zünftige Kunstflugformation!

Es berichtete AIM Forces Daily News, 28. Juli 2072