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Hard Talk

Auszug aus der Sondersendung von HARD TALK, welche Live aus dem londoner Studie von BBC Four übertragen wurde. Das Expertenpanel besteht, neben der Moderatoren Lisa Perssons, aus Erwin Heidegrass, Professor für hermetische Genetik an der Universität Maburg, Markus Dawkins, Biologe und Philosoph, Helena Ham, Leiterin des Humanity Institutes, Erik Shloan, Amnestie International und Pater Algenan Brown, Georgetown University. Neben der Diskussion werden mehrer Gäste zum Thema Meta-Menschen eingeladen und zu speziellen Bereichen befragt.

(Werbpause)

Moderatorin: Willkommen zurück meine Damen & Herren. Unsere nächster Studiogast ist ein Mitarbeiter der Association Internationale des Mercenaires, kurz AIM und kann eine außergewöhnliche Perspektive aus den Erfahrungen seines Alltag beitragen. Es ist die Praxis der AIM, aus Gründen seiner eigenen Sicherheit und der seiner Kollegen, die Identität seiner aktiven Mitarbeiter zu verbergen. Der Alias, den die AIM stehts benutzt ist Capatin Blanc. Cpt. Blanc, herzlich Willkommen!

Blanc: (Stimme unkenntlich gemacht) Guten Tag, Mademoiselle Perssons

Moderatorin: Cpt, wollen sie uns kurz etwas über sich erzählen, das was wir erfahren dürfen, damit unsere Zuschauer verstehen mit wem sie es zu tun haben.

Blanc: Sie haben in ihrer Einleitung mich sehr Diplomatisch als „aktiven Mitarbeiter“ bezeichnet. Ich bin Soldat, ein Mercenary wenn sie unhöflich sein wollen, Privat Military Contractor wenn sie höflich sind. Ich übe diesen Beruf seit über 10 Jahren aus, meine Aufgaben reichen von Ausbildung, über Polizeidienst, SWAT Operationen bis hin zu militärischen Kriegseinsätzen. Ich und meine Kameraden begeben uns Regelmäßig in akute Gefahr und da ich weiß das diese Frage in allen Köpfen ist: Ja, ich habe bereits das Feuer auf feindliche Personen eröffnet…mit tödlichen Folgen. Was ich an meiner Arbeit bei der AIM hingegen besonders Schätze ist die Pro-Deeskalation, Pro-Frieden, Pro-Debate Politik, die ein wichtiger Teil der Firma ist.

Moderatorin: Vielen Dank, Cpt. Kommen wir nun zum Thema: Mr. Blanc, sie haben den Kern der Debatte gehört die hier und heute im Mittelpunkt steht: Spezies gegen Spezies oder die Grundlage unseres zyklisch-hermetischen Weltsystems. Ihre Perspektive ist hier eine fast Einzigartige. Die meisten von uns haben eine Arbeitskollegen, einen Bekannten, vielleicht einen Verwandten der Meta-Mensch ist. Aber auch heutzutage sind die Metas die, welche in der Unterzahl sind. Würden sie uns darstellen in welcher Situation sie sich wiedergefunden haben seit dem sie für die AIM arbeiten.

Blanc: In meinen aktiven Kampfeinsätzen war ich der einzige Sapiens Sapiens. Aus Gründen der Geheimhaltung darf ich nicht auf Details eingehen, aber bei letzter Gelegenheit waren wir ein fünf Personen Team.

Moderatorin: Berichten sie uns, wie sie sich damit fühlten.

Blanc: Überrascht! Auch wenn ich im Laufe meiner Dienstzeit mit vielen Meta-Menschen zusammengetroffen bin, so ist was sie sagen Grundsätzlich korrekt, die Sapiens Sapiens sind nie in der Unterzahl. Anfangs habe ich gedacht, das es vielleicht einen speziellen Grund für die Zusammensetzung gibt…wie sich heraus gestellt hat, war es aber nur eine statistischen Anomalie. Nachdem ich meine Überraschung überwunden hatte war schnell klar, welche Vorteile es mit sich bringt.

Moderatorin: Vorteile?

Blanc: In einen gutem Einsatzteam…wahrscheinlich gilt das für alle Teams…ist es von Vorteil, wenn sich die relevanten Fähigkeiten einen möglichst großen Bereich abdecken. Sechs unterschiedliche Subspezies ist unter Soldaten nicht mehr als mehr sechs zusätzliche Werkzeuge im Koffer.

Moderatorin: Und sie der einzige Mensch?

Blanc: Ich war der einzige Sapiens Sapiens, Menschen sind wir alle.

(Applaus)

Markus Dawkins: Das war sehr gut ausgedrückt, ihrer Arbeit hat sie auf jedenfall Feinfüllgig gemacht. Gleichzeitig sehen sie aber auch die Unterschiede zwischen den Subspezies und eine Notwendigkeit der Unterscheidung?

Blanc: Natürlich gibt es Unterschiede, wir sind aber alle Menschen, wir haben bisher nur versäumt unsere Subspezies einen Namen zu geben.

Pater Algenan Brown: Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt verschieden Begrifflichkeiten die von unterschiedlichen Meta-Verbänden vorgeschlagen werden.

Blanc: Das ist schon Teil des Problems. Verschiedene Namen, unterschiedliche Verbände. Ich habe diese Labels vorher man nachgeschlagen keines Gefunden das mich überzeugt. In allen ist die Agenda des jeweiligen Verbandes raus zu lesen. Die weniger politisch Aufgeladenen, z.B. „Double S“ sind mir zu salopp, wenn auch wenigstens Neutral. „Norm“, wie es sich bei vielen Meta-Menschen eingeschliffen hat, ist genau das Gegenteil von dem was man Aussagen will, es bedeute ja, das alles andere „Nicht-Norm“ sind. Und „Pure Strain“, mag ja Biologisch korrekt sein, ist aber noch Rassistischer als Mensch.

Helena Ham: Warum schämen sie sich den so sich selber als Menschen zu bezeichnen!

(Zustimmendes Murmmel aus dem rechten Teil des Publikum)

Blanc: Ist ihnen klar das ich auf tausend Meter schon Menschen erschossen habe die mich nicht zuvor beleidigt haben?

(Still)

Was ich ihnen damit Voraugen führen will ist, was es bedeutet wenn man rhetorisch unbeantwortbare Fragen stellt, welche mit einer implizierten Drohung einhergehen um eine Argumentation zu unterbrechen.

(Applaus und Lachen)

Um ihre Frage aber vernünftig zu beantworten: Wir befinden uns nicht in einer Fantasy Welt in der unterschiedliche Götter unterschiedliche Rassen geschaffen haben die nichts miteinander zu tun haben. Wir sind alle Menschen, nur ist die Welt wieder an einem Punkt angelangt an dem sich unser volles Genom zu seinem Recht kommt. Aber die zyklische Natur der cosmischen Magie kann Monsieur Heidegrass bestimmt besser erkläre als ich.

Moderatorin: Mr Morelle, ist es richtig das sie früher ebenfalls kein gutes Verhältnisse​ zu Metamenschen gehabt haben.

Blanc: Wenn die damit meinen ob ich mit 17 ein rassistischer Gewalttäter war, der wegen schwere Körperverletzung an einem Meta-Menschen vor die Wahl zwischen Armee oder Gefängnis gestellt wurde? Dann ja!

Moderatorin: Sie erzählen das sehr selbstverständlich.

Blanc: Das ist über 10 Jahre her und seit dieser Zeit ist viel passiert. Mein Rassismus war ein Anerzogener, aus dem Kontext gerissen und mit der Wirklichkeit konfrontiert bröselte er und brach bald in sich zusammen.

Moderatorin: Und das Entschuldigt was sie damals getan haben

Blanc: Nein, was es Entschuldigt ist die Entschuldigung die ich meinem damaligen Opfer angeboten und dieser angenommen hat.

Moderatorin: Wie ist ihr Rassismus ausgelöscht worden?

Blanc: Mein erster Ausbilder war ein Ork und wir alle, Rassist oder nicht, habe in gehasst… mit Passion…das ist sein Job. Nach 12 Monaten Drill gibt es nur zwei Dinge die du möchtest, seinen grausamen Tod…oder das er dir ein Kompliment macht.

(Tiefe Stimme) Blanc, ihr Fieldcraft ist hervorragend und ich habe selten eine so sauberes, präzises Schießen gesehen. Schon mal über eine Bewerbung bei den Sch..pezialisten nachgedacht!

Das muss der stolzeste Moment meines Lebens gewesen sein. Seit dieser Zeit hatte ich Kameraden, Lehrer und Partner und Mittlerweile auch Familienangehörige die Meta-Menschen sind. Das ist einfach die Welt in der wir Leben…eine ihrer besseren Seiten, wie ich finde!

(Applaus)

Moderatorin: Vielen Dank Cpt. Blanc

Erwin Heidegrass: Herr Blanc ist ein perfektes Beispiel für die kosmopolitische Welt in der wir leben. Wer davor die Augen verschießt versucht die Wirklichkeit zu verändern in dem er sie sich anders wünscht

Erik Shloan: Genau, Rassismus ist so was von 30siger Jahre. Schlimm das es die PMC und Soldaten dieser Welt und Firmen wie die AIM, Teil des Kommerziellen Militär-Komplexes, es scheinbar früher begreifen als ein großer Teil der Double S‘es!

(Jubel und Applaus, einzelne Buhrufe, Werbepause)

Ifrit

Der Ifrit ist ein magisches, exospärisches Wesen, welches permanent in der realen Welt manifestiert wird. Der Ifrit wurde 2049 von den Hermetikern Jesse Ben Jakob und Areef Amrr Bahin entdeckt und astral-theoretisch beschrieben. Bis zum Ausbruch der Ifrit-Krise 2060 waren alle Beobachtungen jedoch nur über die Meta-Astral-Ebenen gemacht worden.

Das Wesen eines Ifrit ist das eines psychotischen Massenmörders, welcher durch Gewalt und Tod maximale Befriedigung seiner Bedürfnisse erfährt. Hierbei legen sie genug Intelligenz an den Tag einfache Taktiken auszuführen und in Gruppen zu kooperieren. Mächtigere Ifrits erlagen eine Mindestmaß an Selbstbewusstsein, allerdings hat sich die Theorie erhärtet, dass es nicht in ihrer Natur liegt, eine Form von Gedanken zu entwickeln welche echte Kommunikation möglich macht.

Die Natur des Ifrits ist die eines permanent manifesten magischen Wesens. Mit dem übertreten in die materielle Welt und der Entstehung ihres Körpers verlieren sie ihrer duale Natur. Sie können nicht mehr in den Astralraum eintreten, aber weiterhin in ihn einsehen und auch astrale Wesenheiten angreifen. Ihr Körper ist durch physische Gewalt zu zerstören, allerdings sind sie sehr widerstandsfähig. Gleichzeitig macht sie ihrer Verankerung in der materiellen Welt resistenter gegen Magie als andere Geister.

Anders als bei anderen Geistern steht ihrer physische Größe in direktem Zusammenhang mit ihrem magischen Potenzial. Je größer der Ifrit, desto gefährlicher ist er. Ein Ifrit kann nicht im eigentlichen Sinne abgeschworen werden, Abschwörungsriten zerstören jedoch ihre physische Form und sind einer der effektivsten Waffen gegen sie.

NTS Special Report 06’2072

Plattform-Krieg geht weiter: Raketenangriff abgewehrt

Die vor wenigen Wochen unter unter schweren Militärschutz gestellten HES würde heute Nacht das Ziel eines Angriffes mit Langstreckenwaffen. Ein Firmensprecher erklärte auf einer Pressekonferenz das sich Marschflugkörper im Anflug auf die Plattform befunden habe. Auf anraten der AIM sei jedoch ein modernes Luftverteidigungssystem auf der Anlage etabliert wurde, obwohl die Aktionärsversammlung sich gegen eine solche Einrichtung ausgesprochen hatte. Die CEO der Plattform, Rubin Hafay hatte die Maßnahme jedoch in einer exekutive Anordnung durchgesetzt.

Der Liaisonoffizier der AIM erklärte:

„Um 0347h Ortszeit erkannte unser Frühwarnsystem eine unbekanntes Flugjobjet, das sich im Tiefflug und mit hoher Geschwindigkeit nähert. Sechs Minuten später wurde es als Cruise Missle identifiziert und der Befehl zu Abschuss gegeben. 0359 wurde die Rakete getroffen und zerstört.“

Bei dem Verteidigungssystem soll es sich um eine mobile Rail-Gun handeln, welche auch jegliche anderen Ziele attackieren könnte, von Schiffen über Flugzeuge bis hin zu Objekten im niederen Orbit. Es könnte somit sein das die Pazifik Krise der erste Konflikt ist in der die Kinetic Rail-Guns eine Rolle als Kriegswaffen spielen. Seit mehr als 50 Jahren wird an dieser Technologie geforscht, bisher galt das System noch immer als Ineffizient und nur in spezialisierten Einzellfällen sinnvoll.

Ungeklärt ist bisher von wo aus der Angriff durchgeführt wurde und wer der Aggressor ist. Die COC weißt jegliche Beteiligung von sich. Ein Angriff auf ein ziviles Ziel außerhalb der direkten Konfliktzone und ohne Provokation widerspricht den COC Militärrecht, heißt es in einer Verlautbarung

Wyrm Talk Special

Zusätzlich zu seinen vierteljährigen Gesprächsrunden, hat Dunkelzahn eine zusätzliche Sondersendung angekündigt. Das Programm Wyrm-Talk, welches der nordamerikanische Drache seit seinem Rückzug aus dem politischen Leben hosted, beschäftigt sich zumeist mit der philosophischen Betrachtung brisanter Themen sowohl Politischer, als auch ethischer oder magisch-historischer Natur.

John Timmons, der langjährige Dolmetscher des Drachen, kündigte auf der Matrixplattform von Wyrm-Talk die Sondersendung an:

„Wir wurden von verschiedenen Seiten angesprochen, ob Dunkelzahn sich zu den aktuellen Vorkommnissen im Pazifik äußern möchte, der Tatsache zum trotz, dass weder er, noch ich einer solchen Aufforderung in den letzten Jahren nachgekommen sind. Er sieht sich heute als Privatwesen und spricht daher nur noch als solches, selbst wenn er mit seiner Stimme mehr Wesen erreicht als viele mächtige Politiker. Für meine Person gilt leider weiterhin, dass auch heute noch genug Leute gibt die alles was ich sage als seine Meinung aufnehmen. Weiterhin werde ich mich öffentlich nur äußern wenn auch er sich geäußert hat und auch nur dann wenn ich andere Meinung bin…so selten das sein mag.

Doch wie schon einige Male zuvor gibt es etwas was ihn besorgt. Er hat mich gebeten diese Sorge in eine Form zu übersetzen die wir, als Sapiens verstehen können. Die Sondersendung wird dazu dienen, ebenso werden wir wie immer einige Personen einladen, die bei dieser Übersetzung helfen können. Unser Thema dieses Mal lautet“

„Der lange Blick und warum wir uns die Kurzsichtigkeit nicht mehr leisten können.“

Die meisten Drachen sind entweder als Eremiten oder Reklusiarchen bekannt. Sie leben zurückgezogen von der menschlichen Welt und kümmer sich nicht um unsere Angelegenheiten. Oder sie sind Teil der Gesellschaft, aber abgeschirmt von wirklichem Kontakt. Nur wenige von ihnen sind Teil des wirklichen, öffentlichen Lebens. Dunkelzahn, der viele Jahre eine politische Karriere verfolgt hat und nun mit Wyrm-Talk einen weltweiten Matrixcast betreibt, Qutemoch, der Pressesprecher von Atztechnologie und persönlicher Abgesandter von Quexaltotle. Schilbung der an der Universität von Maburg, als berufener Professor, Geschichte des Altertums und Magietheorie unterrichtet, so wie Zunan, Beherrscher des Drachenkönigreiches Avar.

Meta-Human Pride Parade schließt mit großer Abschlussfeier

Mit der großen Parade ging die MPP gestern zu ende. Sie zog sich durch die ganze Green City von London und wurde somit direkt zu einem Einweihung des wiederaufgebauten Stadtkerns. Schätzungsweise haben über 1mil Besucher die Metropole an der Themse aufgesucht. Damit hat die MPP endgültig ihren Status als eine Plattform der Randgruppen verloren und reiht sich in die großen Festivals der Moderne ein, als der Event der wie kein andere für Gemeinschaft und Toleranz steht. Begleitet wurde das Ereignis von diversen politischen Veranstaltungen, Talk-Shows und Dokumentationen, in dem sich auch die Gegner der Meta-Pride Bewegung Gehör verschafften.

Alle Erwartungen zum trotz gab es keine großen Zwischenfälle, zumindest nichts was den Rahmen eines vier tägiges Straßenfestival sprengen würde. Scotland Yard gab heute einen ausführlichen Bericht über ihrer Aktivitäten kurz vor und während des Festivals. Der Direktor faste die Ergebnisse zusammen in dem er bemerkte, das die Fandungs- und Festnahmeerfolge eine Meisterleistung seiner Behörden, aller beteiligten Behörden und der angeheuerten Kontraktern gewesen sein, gleichzeitig sei es erschreckend was hätte alles passieren sollen, wenn Verbrecher und Terroristen ihre Plane hätten durchführen können.

HARD TALK (Ausschnitt aus der Live Sondesendung anlässlich der MHPP)

Jahrestag der 100 Stunden von Īlām

In dieser Woche Gedenken viele der Überlebenden den جنود من الضوء (junud min aldaw’/Soldaten des Lichts)  so wie die Menschen der Region, den Opfern des erbittertsten Gefechts der Ifrit-Krise.

Irans Ministerpräsidentin Ava Sumbri gedachte in ihrer Rede den tapferen Soldaten, welche sich dem Ansturm der grotesken Horden und ihren apokalyptischen Anführern entgegen warfen und zu tausenden ihre leben ließen, damit die Zivilbevölkerung fliehen konnte. Sumbries Tochter, Halima Sumbri, heute Colonel in der internationalen Īlām-Brigarde, damals ein junge Soldatin frisch nach der Grundausbildung, führte die Parade persönlich an.

Premier Sumbri führte die Tradition ihres Vorgängers fort und verlas 200 zufällig ausgewählte Namen von gefallen Soldaten. Sie bezeichnete das Opfer dieser Männer und Frauen als eine Tat welche einem antiken Epos angemessen wirkt und versicherte das die Tradition der Verlesung vorgeführt werden wird, bis alle Name genannt sind. Die Zahl der bestätigten gefallene Koallitionstruppen beträgt 4690, ohne zivile Opfer. Dann legte sie an dem Kriegerdenkmal sechs Krummsäbel nieder, Geschmückt mit den Einheits- und Truppenabzeichen der Beteiligten und Symbolisch für die Nationen welche neben ihren iranischen und irakischen Landsleuten an dem Gefecht beteiligt gewesen sind. Die nationalen Flaggen der UCAS, Frankreich, Norwegen, Schweden, Deutschland und Israel wehen am Gedenktag an allen iranischen und irakischen Botschaften.

Die Efreet-Krise gilt zusammen mit dem Detroit Event, als die schwerste magische Verwerfung, welche in der Fachsprache einfach nur als „Shift“ bekannt sind.

Zum Weiterlesen für Charaktere mit entsprechenden Fähigkeiten

Zu Ifrits (Magietheorie oder Erfahrung im Kampf gegen magische Wesen)

Zur Ifrit-Krise (Jede Fertigkeit zu Geschichte, Politik oder Magietheorie oder jeder Charakter der direkt oder indirekt mit diesem Vorfall in Berührung gekommen ist)

 

Die Befreiung von Kiruna

Heute Abend trat eine ernste und emotionale Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaire, vor eine Pressekonferenz des Japanischen Consortiums und nahm zu den jüngsten Entwicklungen der Invasion von Kumamoto Stellung. Channel 9 stellt die Erklärung in voller Länge bereit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am gestrigen Abend führte das Consortium für Wirtschaftsentwicklung und Ressourcenerschließung im Pazifikraum einen Militärschlag zur Befreiung der japanischen Stadt Kinto durch. Stadt und Region, die durch das kantonesische Unternehmen Xunxao Gongsi bewirtschaftet wird, waren Ausgangspunkt eines lange geplanten Invasionsversuchs der südjapanischen Halbinsel durch die Streitkräfte des COC.

Der Militärschlag richtete sich gegen befestigte Stellungen im Stadtgebiet Kinto, mit deren Hilfe die Streitkräfte der COC die örtliche Bevölkerung faktisch als Geiseln in diesem Konflikt zu nehmen gedachten. Die Intention und kühle Kalkulierung dieses verbrecherischen Akts sind durch tragfähige Beweise und Zeugenaussagen beteiligter, führender Personen der Xunxao Gongsi belegt worden. Es wird derzeit die Einrichtung einer Untersuchungskommision des Internationalen Kommerzialrats sowie von Wirtschaftsembargos durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die Cantonese Confederation vorbereitet.

Im Vollbewusstsein der militärisch sehr anspruchsvollen Rückeroberung Kintos, mit der faktischen Geiselhaft eines Teils der Bevölkerung, verlangte die Planung und Durchführung besondere Präzision. Gestern um 1300 Uhr lokaler Ortszeit wurde das Stadtgebiet von allen kantonesischen Kräften befreit. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Beteilgten, die eine erfolgreiche Rückeroberung unter geringstmöglichen, zivilen Verlusten möglich machten. Insbesondere gilt mein Dank den Soldatinnen und Soldaten im engsten Stadtkampf sowie der hervorragenden Planung des Generalstabs des Japanischen Imperiums, Indonesiens und AIM. Unsere Segenswünsche, unsere Dankbarkeit und unsere tiefe Anteilnahme gilt den Gefallenen beider Seiten, sowie deren Angehörigen.

Während der Großteil der Stadtbevölkerung auf erkämpften Rückzugskorridoren – aber auch mit eigener, findiger Selbsthilfe – das umkämpfte Gebiet unbeschadet verlassen konnte, sind zahlreiche Opfer unter den Trümmern der kantonesischen Stellungen noch zu bergen. Die kommenden Tage werden uns Mut und Stärke abverlangen, wenn die schrecklichen Folgen dieser Geiselhaft in Gänze enthüllt worden sind.

Indes ist mit der Befreiung Kintos ein zentraler Sieg im Pazifikkonflikt errungen. Die heimtückische Vorbereitung eines Angriffskrieges gegen Japanisches Territorium kam damit zum erliegen. Der von der COC erhoffte Brückenkopf für eine Invasion Kumamotos kam nicht zustande. Ein langwieriger Bodenkrieg mit zehntausenden Opfern, ein blutiges Würgen und Ringen der benachbarten Völker, ist damit entschlossen und frühzeitig abgwendet worden.

An dieser Stelle möchte ich auf die herausragende Leistung einer kleinen Gruppe von Spezialkräften aus der Task Force Blue Shark verweisen. Unter großem persönlichen Risiko und mit hoher Professionalität gelang es den Männern und Frauen trollischer, orkischer, elfischer, gnomischer und menschlicher Natur, Vortstandsmitglieder der Xunxao Gongsi unter schwerem Beschuss aus dem umkämpften Gebiet zu evakuieren. Chief Financial Officer Mesuko Tari und Chief Investment Officer Helen Brightwater haben ihre dankbare Bereitschaft zur vollständigen Aufklärung der Geschehnisse und Hintergründe erklärt. Beide haben sich als Kronzeugen für Strafverfahren zur Verfügung gestellt und liefern damit einen wichtigen Schlüssel zur rechtsstaatlichen Aufbereitung des Angriffs. Unser Dank gilt auch dem nachrichtendienstlichen Personal, das die Notlage der Geretteten zuerst zur Kenntnis brachte.

Bereits jetzt wurde es durch die mutige Evakuierung der beiden Personen möglich zu verstehen, wie es der COC gelingen konnte, solch massive Kriegsvorbereitungen auf japanischem Boden voranzutreiben. Durch Inpflichtnahme der kantonesisch kontrollierten Xunxao Gongsi wurden seit über 15 Jahren Import, Export und Investitionen des Unternehmens verschleiert und manipuliert, um die Einfuhr von Kriegswaffen und Soldaten in der Region zu verbergen. Während die Verstrickung der obersten Führungsebene sowie des Sicherheitswesens der Xunxao Gonsi noch unklar sind, ist eines offenbar: Misstrauen und Konkurrenz haben diese Eskalation seit über einem Jahrzehnt ausgebrütet. Die gestrigen Ereignisse haben ihre Wurzeln tatsächlich in einer krisenhaften Geschichte, die weit in die alte Welt nationalstaatlicher Politik zurückreicht.

Es ist genau dieser Moment, an dem wir uns zur Besonnenheit ermahnen müssen. Das Eigentum und das Recht auf Selbstbestimmung der Unternehmen und ihrer Völker ist der Garant unserer Freiheit und Zukunft. Wir haben eine Verantwortung mit geschichtlicher Tragweite. Wir müssen uns von den Dämonen vererbter Missgunst endlich befreien. Man darf nicht müde werden, es immer und immer wieder anzumahnen: der Weg der militärischen Konfliktlösung hat schon zu allen Zeiten die Rechnungen aller Beteiligten ins unermessliche getrieben. Man muss unablässig daran arbeiten, sich von diesem Erbe zu befreien.

Im Mittelpunkt des gegenwärtigen Pazifikkonflikts steht die kluge Nutzung dessen, was Mutter Erde Gaia uns mit mahnendem Blick überantwortet hat. In den Tiefen des Pazifiks liegen die Schlüssel verborgen, um die technologische und soziale Zukunft der Menschheit auf eine neue Stufe zu heben. Umso schwerer wiegt es, dass die zukunftsweisenden Hochsee-Plattformen in der Region immer mehr zu Anrgiffszielen hybrider Kriegsführung werden.

Was mit Kappa YC begann, wurde unlängst durch den schockierenden Untergang der Hope2029 einmal mehr bewiesen. Ich darf an dieser Stelle bekannt machen, dass ein Luftlandebattalion von AIM auf Wunsch des Betreibers auf die High Energy Midway Plattform verlegt wurde. Damit soll ein klares Zeichen für unsere Entschlossenheit gesetzt werden. Jeder Art terroristischer Absicht wird resolut entgegen getreten werden. Der drohende Schaden für Umwelt und Metamenschen muss von diesen sensiblen und wichtigen Baustellen unserer Zukunft unbedingt abgewendet werden.

Wir bekräftigen an dieser Stelle erneut, dass wir die Ressourcenerschließung und den Einsatz neuer Technologien im Pazifikraum mit offenen Armen gegenüber den kantonesischen Unternehmen und Bürgern betreiben wollen. Grundbedingung hierfür ist die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen im Pazifikraum, die Rückkehr von Streitkräften der COC und ihrer Allianzpartner in ihre international anerkannten Hoheitsgewässer sowie die Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen auf Augenhöhe.

Ich danke ihnen für die Aufmerksamkeit.

03. Mai 2072, Channel 9 Hong Kong

NTS Special Report 04’2072

Hope in Flames

Die Hope2029 Plattform, die älteste der P.A.S.S (Permanent Above Surface Strukture) erleidete heute ein tragisches Schicksal.

Um 5:40h Ortszeit kam es zu einer Explosion, welche eine der drei primären Strukturen der Anlage einstürzen ließ. Die Evakuierungsmaßnahmen dauern an, ebenso die Löscharbeiten. Auf der Station befanden sich zum Zeitpunkt des Unglück ca. 13.000 Menschen, die Zahl der Opfer ist noch unbekannt.

Strategisch ist die Anlage von geringerer Bedeutung als andere potenzielle Ziele. Bisher sind die Ursachen der Explosion unbekannt. Oceanic-Technologies, der Hauptbetreiber der Hope2029, spricht in seiner offiziellen Pressemitteilung von einem tragischen Unfall. Eine Beteuerung, die in der internationalen Informationswelt mit großer Skepsis aufgenommen wird.

Hope2029 ist die älteste PASS im Pazifik und einer der ersten permanenten Großbauten auf Carbon-Nano Basis. Ihre Konstruktion und die daraus gesammelten Erfahrungen legte die Grundlage für den Bau der großen Arcologies in den fünziger und sechziger Jahren.

Seit der Inbetriebnahme der Anlage 2030 haben sich 17 kleine und große Firmen auf der Plattform angesiedelt. Im laufe der Jahre, nachdem die lokalen Rohstoffe abgebaut waren, haben die Tourismusbranche, die Meeresbiologie und aquatische Forschung, sowie eine kleine Community von Aussteigern die Station für sich erobert.

Der Plattform-Konflikt

Der in den letzten Wochen eskalierende Konflikt im Pazifik wird mit zunehmender Häufigkeit als der Konflikt der Plattformen bezeichnet. Die Zerstörung der Hope 2029, auch wenn dieser Zwischenfall bisher noch als Unfall geführt wird, setzt einen Trend fort der mit dem Anschlag auf die Kappa YC seinen Anfang genommen hat.

Heute morgen steht eine weitere P.A.S.S. im Mittelpunkt des Interesses. HEM (Hight Energie Midway), eine moderne Raffinerie-Anlage, welches in einem unbewohnten Atoll der Midway Inselgruppe eingebettet liegt, wurde durch ein anonymes Luftlandebatalion besetzt.

Der Aufsichtsrat der Plattform versichert, dass es sich hierbei um eine vorbereitete und genehmigte Aktion handelt um: „Die Sicherheit dieser Milliarden teuren Einrichtung zu garantieren“

Gerüchten das es zu Auseinandersetzungen und vereinzelten Schusswechseln gekommen sein soll, wurden nicht kommentiert, ebensowenig die Verhaftungen ganzer Teile der Belegschaft, vor allem mit taiwanesischer und chinesischer Abstammung oder Verbindung.

Es wird spekuliert das es sich bei den Sicherheitskräften um einen Teil der im Pazifik Operierenden Streitkräfte der Association Internationale des Mercenaires handelt könnte. Die AIM scheint ihrer Aktionen im Pazifik, so wie ihrer Mannstärke, weiter auszubauen.

HEM betreibt den fünft größten Teilchenbeschleuniger der Welt und ist der Weltweit führende Hersteller für Anti-Protonen. Ebenso ist es einer der produktivsten Raffinerien für das experimentellen Syntheseelement Etusan III.

Durchbruch in der hermetischen Forschung

Einem internationalem Team von Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen die Existenz von konzeptionellen Geistern nachzuweisen. Diese Wesen sind die Manifestation einzelner Konzepte des Lebens, der Zivilisation und der erwachten Welt. In nahezu allen Kulturen gibt es die Idee der „lebenden Welt“, diese Geister stellen die Verfestigung solcher Traditionen dar.

Dem Team, welches unter der Führung von Forschern der NTNU in Trondheim, dem Hermetischen Konzil von Köln und dem Trinity College of Wizardry in Dublin operierte, konnte sowohl die Existenz eines solchen Geistes astral bestätigt, als auch seine Wirken auf die materielle Welt mit Hilfe von Messinstrumenten nachgewiesen werden.

Bei dem besagten Geist oder Geistern, welche die hohen Berge Norwegens und Schwedens zu durchstreifen scheinen, handelt es sich um einen sogenannten „großen Wanderer“.

In der Welt der magisch Gelehrten löste diese Nachricht nicht nur positive Reaktionen aus. Wenn auch die meisten Arkanen die Arbeit des Forschungsteams lobte, sorgt die Bestätigung, dass ein „Großer Wanderer“ aktiv sei, für gemischte Gefühle.

Pavlof Piontkosky, der Weltbekannte hermetische Theoretiker und Philosoph, veröffentlichte wenige Stunden nach der Nachricht ein Thesenpapier in dem er die Bedeutung dieser Tatsache zusammenfasst.

Die „Großen Wanderer“ sind Vorzeichen eines Umschwungs in der Welt, Omen für die Zyklen die unser Planet durchläuft und deren folgen das Erwachen oder die Goblinisierung sind.

Das Papier von Herrn Piontkosky endet mit: „Die Frage, die nun im Raum steht ist, ob wir am Ende diese Umschwungs angekommen sind, ob wir in der Mitte stehen oder gerade erst begonnen haben?“

Der Nauduang-Bericht

„…und so schließt der Aufklärungsbericht mit der Feststellung durch unsere Operatives, dass ein Angriff auf die Instandsetungsgruppe absolut erwartbar ist. Ein Vorrücken in das Tal würde die Hand mit der Lunte an genug Sprengstoff legen, um die ganze Provinz Pi Taak weiter zu destabilisieren.“

Die Anwesenden des Polizeikommissariat Kalimantan bewegen sich durch die virtuelle Repräsentation einer festlichen Zusammenkunft. Goldene Figuren tanzen um das Idol der Freundlichkeit des Alten Chan. Ringsum scheinen alle Gäste eingefroren. Bauern, Handwerker, Dealer, Mörder, ein oder zwei Gesichter aus den Topp Zwanzig der indonesischen Fahndungsliste, alle verharren sie leblos und doch fast zum greifen lebendig. Die Polizisten wandern in dunkle Schatten der Unaufmerksamkeit, dann wieder in dichte Felder höchster Konzentration. Im Zentrum der virtuellen Illusion: eine kleine Gruppe aus Gnomin, Ork, Troll und Mensch.

„Und Ihre Leute sind einfach in diese Gruppe hineinspaziert und haben diese Aufnahmen gemacht? Das ist ja zum anfassen nah. Man kann die biometrischen Daten von den meisten einfach so auslesen. Man riecht sogar die Zigarre vom Ork!“

„Ja, unser Team hat sich den Gegebenheiten angepasst und die Datengewinnung priorisiert.“

„Also eine Familienfehde der Chans, kein politischer Terror.“

„Sie klingen enttäuscht, Commissioner.“

Der Commissioner tritt vor die drei eingefrorenen Chan-Geschwister. Einer der Brüder zieht grade eine transparente Visitenkarte aus seinem teueren Designeranzug.

„So oder so, es ist Krieg. Das macht keinen Unterschied.“

„Die Frage ist, gegen wen ihre Polizei und ihr Land einen Krieg zu führen gedenkt. Das macht sehr wohl einen Unterschied. Wenn sie einen Vorwand suchen, um Militär im Inland einzusetzen, dann erwarten sie bitte nicht, dass AIM den Kopf dafür hinhält.“

„Ach hören sie auf, Colonel. Peter Chan hier, ist etablierter Waffenhändler zwischen Asien und UCAS. Und seine Schwester Claire hängt bis zu den Ellenbogen in den Bandenkriegen in Singapur. Und wenn ein Staat oder Unternehmen von innen heraus fault, dann warten die Hunde außerhalb der Grenzen, um darüber herzufallen. Faktisch fördern feindliche Staaten doch mit Genuss das Verbrechen bei den Nachbarn. Jeder Verbrecher im Land ist eine Bedrohung der nationalen Sicherheit und des äußeren Friedens!“

„Wenn das so ist, warum haben sie überhaupt noch eine Polizei, und tauschen nicht gleich alle Streifenwagen gegen Schützenpanzer aus? Ich verstehe sowieso nicht, welchen Vorteil sich bei dem Ganzen für ihr Kommissariat bietet. Für mich sieht das so aus, als verlieren sie auf jeden Fall. Erst eskalieren ihre Leute den Streit mit der Chan-Familie, dann suspendieren sie die eigenen Leute und am Ende wollen sie der Armee platz machen?“

„Das ist jetzt auch egal. Mit den Aufzeichnungen wird es wohl eine Polizeisache bleiben. Weil ihre Leute nicht den Mumm hatten die Lunte auch zu zünden, wird man jetzt mit den Chans verhandeln müssen, wie mit einem eitlen Königreich. Ich hätte ihnen keinen einzigen NuYen gezahlt.“

Der Commissioner wendet sich dem Colonel des AIM Central Command zu. Der antwortet kühl:

„Die Aufklärungsabteilung der Indonesischen Armee sah das etwas anders, nachdem die Observationsdaten ausgewertet waren. Wenn sie ein Trittbrett suchen, dann bitte nicht im Pazifikkonflikt. Ich kann ihnen versichern, dass wir genug Sorgen haben. Suchen sie sich ein paar der kriminellen Gesichter aus, die sie hier um sich sehen, und montieren sie die auf ein paar altmodische Fahndungsfotos. Allein dieses Standbild könnte eine Kriminalabteilung für organisiertes Verbrechen Monate beschäftigen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum sie sich bei uns beschweren.“

„Schicken sie uns die Biometrischen Daten der ganzen Trauerfeier – und sparen sie sich die halbklugen Belehrungsversuche!“

Der Commissioner und sein Team unterbrechen die Matrix-Verbindung und verschwinden wütend aus der Szene. Nur der Colonel und Captain Uzun bleiben zurück, als sich die eingefrorene Simsense-Repräsentation wieder zu bewegen beginnt. Die Visitenkarte wandert in die Hände von Régicide. Die Gruppe verlässt die Feierlichkeit. Dabei blitzt die Szene kurz auf. Ein kurzer Absatz, die Uhren springen kaum merklich 9 Sekunden auf einen Schlag. Der Captain und der Colonel schweigen eine Weile.

„Ihre Einschätzung, Captain?“

„Wir kratzen hier nur an der Oberfläche. Das stinkt nach Korruption, Sir. Wir haben andere Probleme.“

„Ja. Schneiden sie den Indonesischen Verbündeten und dem Commissioner eine handliche Fassung dieser Aufzeichnungen zusammen. Nur die Eckpunkte. Keine Internas, keine sensiblen Daten unsererseits.“

„Verstanden Sir. – Und wie geht es dann weiter, in Pi Taak?“

„Wenn Indonesien seine Truppen enger an die malayische Grenze verlegen will, müssen sie sich wohl selbst mit den Kartellen rumschlagen – oder sich sonstwie einigen. Ich sehe nicht, dass dieses Flugfeld zeitnah erschlossen werden kann. Da wurde uns zu viel versprochen. Ich denke auch nicht, dass das Central Command Interesse daran hat, den Pazifikkonflikt auch noch auf die Innenpolitik Indonesiens auszuweiten.“

„Klingt gut, Sir.“

„Schicken sie ihre Spezialisten eine Weile in den Urlaub. Und dann verlegen sie das Team mitsamt dem experimentellen Kommunikationswesen zur 2. Trägergruppe vor Japan. Dort soll weiter trainiert werden. Wenn es im Sommer zur Bodenoffensive kommen sollte, werden wir das Special Transport Ground in die Landungsspitze legen – wenn sich ihr Team weiter bewährt.“

„Machen sie sich keine Sorgen, Captain. Das Team macht ständig Fortschritte.“

„Legen Sie mir die Evaluationsergebnisse und die weiteren Verwendungsempfehlungen vor, sobald sie soweit sind.“

„Jawohl, Sir.“

Die nebelverhangene Insel in Hutan Dui verblasst langsam. Die Trauerfeier löst sich auf, im digitalen Strom des virtuellen Raumes. Zurück bleibt ein leerer, grauer Raum aus Stahl und kupferdurchwirkten Plastiksegmenten. Captain Uzun und der Colonel nehmen ihre Datenkappen ab und verlassen den Raum durch ein Wandsegment, das lautlos zur Seite gleitet.

Pacific News and Beyond

POLITIK – Oslo, Norwegen – Die Skandinavische Union hat die Präsidentschaft des Krisenpräventionsrates der Vereinten Nationen übernommen. Damit einhergehend werden der Internationale Strafgerichtshof sowie zahlreiche weitere Gremien der Internationalen Gemeinschaft durch Skandinavische Hand verwaltet.

In der aktuellen Pazifikkrise geht damit ein schweres Erbe an die fünf Mitgliedsstaaten und zahlreichen Unternehmen Nordeuropas über. König Carl Toresson von Norwegen gab bekannt, dass er eine hochrangige Gesandtschaft nach Hong Kong entsenden wird, wo man derzeit versucht die Beteilgten am Kampf um Okinawa an einen Tisch zu bekommen.

KULTUR – London, England – Das Metahuman Pride Street Festival kehrt zum achten Mal nach London zurück. Metamenschenaktivisten aus aller Welt werden zur größten Zusammenkunft dieser Art erwartet. Neben Demonstrationen, Vorträgen und kulturellen Beiträgen werden vor allem Ausgelassenheit und Feierlaune geboten.

Konservativen Lobbygruppen haben zahlreiche Blockaden, Hürden und Hindernisse gegen einen reibungslosen Ablauf angekündigt. Allen Widerständen zum Trotz werden über 4 Millionen Metamenschen erwartet. Norms are welcome!

WIRTSCHAFT – Indonesien – Mit Rumadan Inc. meldete gestern einer der seit Jahrzehnten führenden Produzenten der radioaktiven Elemente Promethium und Lutetium Konkurs an. Ein Gesellschafter gab in Jakarta bekannt, dass mit den acht exklusiven Exporteuren und Zwischenhändlern des Unternehmens eine Übereinkunft getroffen wurde, die Produktion vollständig zurückzubauen. Als Gründe wurden die absehbare Erschöpfung der Lagerstätten sowie eine Umorientierung in der Produktionsweise bekannt gegeben.

Die acht exklusiven Exporteure haben sich darauf verständig in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen High Sea Deep Sea Opening (YC) eine neue Äre der radioaktiven Elementverarbeitung einzuleiten. Dies trifft viele Forschung- und Entwicklungsabteilungen in der Energie- und Umwelttechnik unvorbereitet. Ein Sprecher der High Sea Deep Sea Opening gab bekannt, dass mit einem experimentellen Syntheseelement Etusan III nun eine stabil einsetzbare Alternative zu den radioaktiven und schwer umweltbelastenden Elementen Promethium und Lutetium vorliege.

Man habe sich mit Rumadan Inc. auf eine generöse Abfindung geeinigt und wird nun in den kommenden 10 Jahren den Rückbau der Lagerstätten im indonesischen Raum betreiben. So soll eine rücksichtsvolle Stilllegung dieses Produktionszweiges erfolgen, die sowohl die ökologischen als auch wirtschftlichen Konsequenzen angemessen berücksichtigt.

Ein Bezug zu den neuerlich in der Matrix kursierenden Berichten über Streiks und Unruhen innerhalb der Rumadan Inc. wurde nicht bestätigt. Vielmehr handele es sich um einen lange geplanten Übergang in eine neue Ressourcensparte, von der man sich weltweit positive Effekte für Umwelt und Wirtschaft verspricht.

Für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rumadan Inc. ist eine Ruhestandslösung erarbeitet worden. Die Insel Jaudariruma verbleibt weitere zehn Jahre im Besitz der Rumadan Inc. und wird danach der Indonesischen Regierung übergeben. Zudem ist ein weiteres Bleiberecht für Konzernangehörige auf 25 Jahre festgesetzt.

Erfreulich ist es indessen, dass ein Customer Agent der Yutani Corporation bekannt gab, man werde die weltweiten Bedürfnisse nach Promethium und Lutetium angemessen berücksichtigen. Mit der Freigabe der Lagerbestände und der Aufhebung bisher gültiger Exportbegrenzungen wird daher eine erhebliche Preissenkung in den nächsten Jahren erwartet. Dies soll Unternehmen, die auf Promethium und Lutetium angewiesen sind, die Gelegenheit geben, sich den neuen Technologien anzupassen. High Sea Deep Sea Opening gab weiterhin bekannt, dass die Produktions- und Verarbeitungspatente für Etusan III ab sofort lizensiert werden um eine langsame Anpassung an neue Standards zu ermöglichen.

Diese Ereignisse kommen in einer denkbar ungünstigen Zeit. Experten beurteilen das Timing von Indonesien und der Yutani Corporation als sehr schlecht. Der Preisverfall von Promethium und die Einführung neuer Verarbeitungsprozesse auf dem Weltmarkt, maßgeblich durch die Yutani Corporation kontrolliert, werden den aktuellen Pazifikkonflikt weiter anheizen. Die Cantonese Confederation hatte erst vor drei Tagen angemahnt, dass sie eine kartellartige Ausbreitung neuer, aggressiverer Ressourcengewinnung im Pazifikraum ohne Einbindung chinesischer Interessen nicht tolerieren wird. Unterstrichen wird dies mit einer militärischen Aktion zur Eroberung Okinawas, die derzeit Diplomaten weltweit in Besorgnis stürzt. Insofern erscheint es nicht nachvollziehbar, warum Rumadan Inc. und deren acht exklusiven Exportunternehmen ausgerechnet jetzt den Schritt zu einer Übernahme durch die High Sea Deep Sea Opening gehen.

SPORT – Seattle – Mit dem Finale des Urban Brawl steht DAS Großereignis des panamerikanischen Sports kurz bevor. Vierundzwanzig Teams werden in der Königsdisziplin „Cyborg Battle (no rules)“ gegeneinander Antreten. In der Klasse ohne Begrenzungen für Körpermodifikationen wird der Ausgang hart am Limit erwartet. Favoriten sind das Team „Seattle Troll Stampede“ und die „Mixed Motherfucker League Mexico“. Top-Sponsor ist in diesem Jahr Novatech Inc. mit einem Volumen von 680 Millionen Nuyen für acht Tage Wahnsinn in Seattle. – See you at the Slaughterhouse!

Channel 9 Pacific News, 13. März 2072

Eskalation im Pazifikraum

+++ Channel 9 +++ BREAKING NEWS +++

Schwere militärische Auseinandersetzungen zwischen kantonesischen und japanischen Truppen erschüttern die westliche Pazifikregion. Gewalt bricht unerwartet und heftig los.

Hong Kong, 27. Februar 2072 – Unmittelbar nach einem unerwarteten militärischen Schlagabtausch zwischen Seeverbänden der Canton Confederation (COC) und des Japanese Imperial State (JIS) gaben beide Parteien politische Statements gegenüber der Presse bekannt.

Der Zusammenstoß ereignete sich in den Gewässern um die südlichen Inseln der japanischen Präfektur Okinawa, die auch von der Canton Confederation beansprucht werden. Der Erklärung des Chinesischen Nationalrats zufolge betrachtet die COC das im Januar auf der Konferenz für Rohstoffhandel im Pazifikraum gegründete Consortium zwischen dem JIS und einigen anderen Pazifikstaaten als Angriff auf die Selbstbestimmungsrechte der Cantonese Confederation. Infolge dessen hat die COC einseitig die Anerkennung der 200-Meilenzonen der Inselstaaten im Pazifik aufgekündigt.

Dem nun entflammten Kampf um die Inselgruppe Nohama waren zahlreiche Spannungen voraus gegangen. Zuletzt hatten kantonesische Geleitschiffe eine Anlage der Yutani Corporation im Japanischen Meer bedrängt. Wie bekannt wurde, beabsichtigten die kantonesischen Streitkräfte das Eingreifen in eine Geiselsituation auf der Erdgasanlage um eine Eskalation und Umweltkatastrophe zu verhindern.

Obgleich verschiedene internationale Medien berichteten, die vermeintliche Rettungsaktion sei lediglich ein Vorwand für eine feindliche Übernahme der Anlage gewesen, sahen die Yutani Corporation und der militärische Dienstleister Association Internationale des Mercenaires (AIM) von Vorwürfen dieser Art bisher ab. Es scheint jedoch eindeutig, dass die Yutani Corporation und AIM ein Eingreifen der Kantonesen letztlich unterbanden. Die von den Chinesen befürchtete Umweltkatastrophe blieb zwar aus, die zahlreichen Toten der Geiselsituation lasten hier jedoch als schwere Hypothek auf der Anlage der Yutani Corporation. Ein Großteil der Toten waren chinesische Angestellte und Gäste.

Inwieweit dieses Ereignis unmittelbar mit der nun erfolgten kantonesischen Aberkennung der 200-Meilenzone in Beziehung steht, kann nur gemutmaßt werden. Der Konflikt ist damit in eine neue Phase eingetreten.

Im Mittelpunkt steht der Zugang und die Abbaukontrolle von Naturschätzen in See- und Landgebieten des westlichen Pazifik. Auf der Ressourcenkonferenz im Januar wurde eine Förder- und Ausfuhrkontrolle durch ein Consortium des Japanese Imperial State (JIS), Indonesien (IDS), den United American States (UCAS), Papua, den Salomon-Inseln sowie der Yutani Corporation (YC) beschlossen. Ziel des Zusammenschlusses ist die Erhaltung der ökologischen Stabilität sowie die Erschließung alternativer Ressourcen in der Tiefsee. Die Canton Confederation (COC) sowie deren Unterstützer Henan, Shaanxi, Sichuan und Taiwan sehen darin jedoch einen handelskriegerischen Akt. Auch die Indische Union und die Mongolei haben eine Beachtung der kantonesischen Rechte angemahnt, verbleiben aber bisher neutral.

Der nun erfolgte militärische Schlagabtausch stellt den Auftakt zu einer lange befürchteten Eskalation um die Ressourcenfrage im Pazifik dar. Experten beurteilen die Situation als verheerend für alle Staaten und Unternehmen der Region.

Während die Yutani Corporation gewohnt wortkarg die Angriffe auf Nohama und die Anlage Kappa YC unkommentiert ließ, hat sich AIM deutlicher Positioniert. CEO Jacqueline Walters teilte den Vereinten Nationen in einer Videobotschaft mit, dass ihr Unternehmen dem Tokyoter Consortium den Schutz ihrer Interessen und ihres Eigentums zugesichert habe. Vorrangiges Ziel sei der Schutz oder die Evakuierung von bewohnten Gebieten, die Ziel der kantonesischen Streitkräfte seien. Insbesondere betonte CEO Walters, dass der zweite Schritt unmittelbar in eine Verhandlung und einen diplomatischen Lösungsprozess münden müsse.

Ähnlich gemäßigt zeigte sich auch der japanische Premier, der zur Besonnenheit im Einsatz schwerer Waffen aufrief und den symbolischen Charakter von Gewalt in der Moderne betonte. Der Japanische Kaiser fand hingegen offenere Worte und bedrohte das Chinesische Volk mit umgehender Vergeltung, sollte die COC Gebrauch von geächteten Waffen machen oder Fuß auf japanischen Grund und Boden setzen.

Ob es sich bei diesen Ereignissen um symbolisches Säbelrasseln oder ein ernstes Manöver zur Grenzverschiebung handelt ist noch nicht klar abzusehen. Dass die Ereignisse folgenschwer für die Region sein werden, ist jedoch unbestritten. JIS, AIM und IDS haben die Canton Confederation zum sofortigen Gewaltverzicht aufgerufen und Hong Kong als Ort für eine Krisendelegation beider Staaten vorgeschlagen.

Derweil dauern schwere Seegefechte vor Nohama an.

Channel 9 – straight to you!

Operation Ursus beendet

Heute Morgen erklärten das Sameting und das Innenministerium der Skandinavischen Union den Polizeieinsatz der Association Internationale des Mercenaires (AIM) für beendet. Vier Tage zuvor war es zu einem gewaltsamen und dreisten Diebstahl wertvoller kontrollierter Naturgüter aus Belljenborg gekommen. Russischsprachige Kriminelle hatten einen Road Train entführt und sich auf den Weg zur Russischen Föderation begeben. Das Sameting hatte in einer Eilentscheidung den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstleisters verfügt. Die Entscheidung war von der Skandinavischen Union bewilligt, aber auch scharf verurteilt worden. Der Sameting begründete die Entscheidung damit, dass „ein privater Dienstleister den besonderen Bedürfnissen und Vorstellungen der Sami besser entsprechen kann und den Betroffenen selbst mehr Mitsprache in der Durchsetzung ihrer Rechte bietet.“

Lange Zeit hatte sich der gestohlene Konvoi unbehelligt durch die nördlichen Regionen Norwegens, Schwedens und Finnlands bewegen können. In den Medien wurde dies zuerst mit großer Verwunderung und Empörung zur Kenntnis genommen. Das Sameting und auch das Innenministerium der Skandinavischen Union lobten heute Morgen aber die Besonnenheit und Geduld von AIM. Eine kleine Polizeieinheit wurde mit der Sicherung des Eigentums betraut. Ein Pressesprecher für AIM, Christoph Fink, betont: „Da die Kriminellen bewaffnet waren und eine ständige Überwachung durchgeführt wurde, war es unser wichtigstes Anliegen keine Bürgerinnen und Bürger zu gefährden. Sie sollten in vermeintlicher Sicherheit und unbehelligt von Polizeipräsenz einen Weg in abgelegenere Regionen finden.“

In der Gemarkung Björnsholm fand dann gestern Morgen der Zugriff statt. Die Polizeikräfte von AIM konnten den gestohlenen Konvoi verlangsamen, ohne dass es zuerst von den Kriminellen bemerkt wurde. Ein Bewohner aus Gundstöre berichtet: „Der Helikopter landete auf unserem Weidegrund, gleich hier hinterm Haus. Mein Nachbar und ich sind hin, dann stand da ein riesiger Troll, der hat den Helikopter bewacht. Er hat gesagt, das wäre hier ein Polizeieinsatz und dass wir einfach so tun sollten, als wäre alles normal. Wir hatten zuerst richtig schiss, als wir den sahen. Aber eigentlich war er total ruhig.“ In Gundstöre konnte ein Elektrofahrzeug der Kriminellen durch AIM unbemerkt außer Kraft gesetzt werden, wodurch der Konvoi verlangsamt wurde. Ein weiterer Anwohner erinnert sich: „Ich habe gesehen, wie sie die Batteristation geplündert haben – also die von AIM. ich dachte zuerst, das wären Einbrecher. Und dann tauchte ein Ork von der Polizei auf, mit Warnweste, und hat uns wieder rein geschickt. Der war Norweger, da bin ich sicher! Dann haben wir’s von drinnen gesehen: der Konvoi ist durchgerauscht und musste zehn Russen aufladen, die nun keinen Bus mehr hatten!“

Einige Meilen hinter Gundstöre erfolgte dann der finale Zugriff. Durch hohe Präzision und gute Planung konnten über zwanzig Bandenmitglieder entwaffnet werden. Die erstaunliche Gegenwehr der Diebe und Schmuggler machte den Einsatz tödlicher Gewalt nötig. Es kam zu mindestens zehn Todesfällen. Zahlreiche Kriminelle konnten verhaftet werden, einige befinden sich zu Fuß auf der Flucht durch den Björnsholmer Fjell. Man rechnet mit einer baldigen Ergreifung.

Dass die Kriminellen zum Teil Kriegswaffen und verbotene Elektronik mit sich führten bestätigt die Entscheidung der taktischen Leitung von AIM. Captain Katsuo Uzun, verantwortlich für die Operation, gab ein kurzes Statement aus Ivalvo: „Der Diebstahl warf viele Fragezeichen auf, die uns misstrauisch machten, deshalb haben wir abgewartet und die Lage eingeschätzt. Der Zugriff musste kurz und hart erfolgen, da bandenmäßige Kriminalität ein hohes Risiko zur Eskalation birgt. Das bestätigte sich, als die Kriminellen versuchten mit heraneilenden Helikoptern in die Russische Föderation zu fliehen. Die Norwegische Luftraumkontrolle und das Energieministerium haben hier hervorragend reagiert: für kurze Zeit wurden die Fernkommunikation und Luftraumkontrolle in Björnsholm abgeschaltet. Die Desorientierung haben wir genutzt.“ Zwei illegale, zum Teil schwer bewaffnete Helikopter wurden abgeschossen.

Die Bergungsarbeiten in Björnsholm dauern gegenwärtig noch an. Es wurde jedoch bestätigt, dass alle gestohlenen Güter gesichert werden konnten. Zivile Verluste gab es keine, allerdings Sachbeschädigungen im Wert von ca. 200.000 =Y=. Harald Karlsund aus Ivalvo verlor etwa seinen Miethelikopter, den er den Polizeikräften von AIM zur Verfügung gestellt hatte. Er zieht Resüme: „Der Helikopter ist völlig zerstört, ich habe die Reste in einer Halle eben gesehen. Wahnsinn, aber die Pilotin kam raus. Es war eine Gnomin! Die Polizei hat gesagt, sie hätte mit dem Helikopter einen Troll-Magier angegriffen, der schädliche Geister aus der Erde beschwört hat! Unglaublich! Ich werde eine Weile auf den Ersatz warten müssen, aber das ist schon in Ordnung. Ich bin selbst Same. Und jetzt auch AIM-Partner hier an der Grenze. Ich helfe als Pilot aus und wir suchen die Flüchtenden.“

Insbesondere wird derzeit nach dem Hintermann und Anführer gefandet, Dimitri Poitriov. Aus Sicherheitskreisen heisst es, es handele sich hierbei um einen international gesuchten Straftäter.

Wie üblich gibt AIM keine Informationen über die Polizeieinsatzkräfte vor Ort bekannt. Beobachtungen zufolge waren es mindestens vier Personen, darunter ein Troll, ein Ork, ein Mensch und eine Gnomin. Eine wahrhaft bunte Truppe! Auf Nachfrage bezüglich arkaner Ereignisse wurde bestätigt, dass sich ein hermetischer Magier im Polizeiteam befand und die schädlichen Geister gebannt werden konnten. Das Sameting wird einen Schamanen entsenden, um die Unversehrtheit des Landes um Gundstöre sicherzustellen.

Die Sami richten ihren Dank an das Sameting, AIM und jeden der mitgeholfen hat. Insbesondere auch an die Familien in Belljenborg, die sich zuerst den russischen Dieben in den Weg stellten. Ein starkes Signal, dass wir Sami durchaus in der Lage sind souverän für unsere Rechte einzutreten und keinen Vormund brauchen.

Oddasat News – Ivalvo

28. November 2071

Der Krieg der anderen

Anlässlich der grade in Tokyo stattfindenden Konferenz für Rohstoffhandel im Pazifikraum hatte Perry Anderson (Washington Post) Gelegenheit zu einem persönlichen Interview mit Ms. Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaires. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir Ausschnitte daraus an dieser Stelle bereits veröffentlichen.

Perry Anderson (PA): Miss Walters, vielen Dank für das spontane Gespräch. Die Konferenz erleben Sie als fordernd?

Jacqueline Walters (JW): Sehr gerne. – Die Konferenz ist groß und stellt wichtige Weichen, ja, aber eine kleine Auszeit für ein Gespräch ohne Trubel ist eine Erholung.

PA: Schön. Dann komme ich auch gleich mit den großen Geschützen: Ihre Anwesenheit wird von vielen nach wie vor mit Krieg und Konflikt in Verbindung gebracht. AIM steht wie kaum jemand sonst für die Privatisierung von Krieg. Was sagen Sie den Konferenzteilnehmern hier, wenn man Ihnen erklärt, dass man AIMs Dienste hier ganz und gar nicht braucht?

JQ: (lacht) Ja, also das sagt so eigentlich niemand. Aber ich greife Ihren Richtungswink gerne auf. Ich denke den meisten hier ist sehr wohl bewusst, dass sich die Aufgaben und Arbeitsweisen privater Sicherheits- und Militärdienstleister gewandelt haben und das unsere Anwesenheit hier keine Drohung ist, sondern eine Stütze für die komplexen Verhandlungen zwischen so vielen Parteien.

PA: Wie stützen Sie da?

JW: Sehen Sie, moderne Sicherheits- und Militärunternehmen werden durch den Begriff „Söldner“ nicht mehr hinreichend beschrieben. Das Motiv individuell orientierter, persönlicher Bereicherung durch unmittelbare Beteiligung an Kriegshandlungen wurde schon vor fast 70 Jahren durch zunehmend unternehmerische Strukturen ersetzt.Unser typischer Mitarbeiter ist kein geldgieriger Gewaltmensch mehr. Er ist Teil eines Unternehmens, Teil einer Organisation die ihn stützt, und Teil einer klaren Verpflichtung auf konstruktive Konfliktlösung. Wenn Sie mich also fragen, was AIM hier auf der Ressourcenkonferenz stützt, dann ist es die Aussicht mit den Konflikten die kommen werden, gut und produktiv umzugehen. Das private Sicherheitswesen hat sich letztlich auch nur als Reaktion auf gewandelte Sicherheitsbedürfnisse verändert.

PA: Was hat sich da Ihrer Ansicht nach geändert?

JW: Ich bleibe, wenn Sie erlauben, lieber in der aktuellen Zeit und spare mir historische Rückgriffe. Das ist vorbei. Was sehen Sie heute, wenn es irgendwo zu Krisenherden kommt? Ein völliges durcheinander. Kaum jemand kann klare Grenzen ziehen oder Parteien definieren. Zivilisten und Kombatanten wechseln ihre Rollen nach Tageszeit, nach Blickwinkel oder Notlagen. Verantwortliche verstecken sich hinter schwer zu erkennenden, subtilen Angriffsakten und so weiter. – Der letzte große Krieg der Nationen ist dreißig Jahre her. Und auch damals waren die Euro-Wars schon nicht mehr eindeutig klar strukturiert. Ich erinnere an den Nightwraith-Zwischenfall 2033 oder an die merkwürdigen Ereignisse um die CASS Shigeruu im Jahr 2040. Massive Vorfälle, ohne klares Gesicht.

Genausowenig können Sie heute unterscheiden, ob ein Sicherheitsunternehmen zivil oder militärisch arbeitet. Denn das weiß man erst, wenn man sich den Aufgaben stellt und sich ein Szenario entwickelt. Und das liegt nicht an schlechter Planung, sondern an der Natur gegenwärtiger Konflikte und Krisen. Nehmen Sie zum Beispiel einen einfachen Wachschutzdienst, zum Beispiel ein Geleit für einen Konvoi durch ein Kriegsgebiet. Unser Personal trägt Waffen, das parlamentarische Mandat verpflichtet sie aber dazu, diese Waffen nur zum Selbstschutz einzusetzen. Als Kommandat der Klientennation sind sie also vorsichtig und setzen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur für risikogeringe Konvois ein. Nun kann es jederzeit aus der lokalen Bevölkerung heraus zu massiven Angriffen kommen. Wir haben das zuletzt auf Sumatra gesehen. Plötzlich ist die zivile Wachschutzabteilung direkt mit entschlossenen, lokal verwurzelten Kombatanten konfrontiert. Sie ist gezwungen militärisch vorzugehen. Es gab Fälle, in denen hat man solche Konvois absichtlich durch Hochrisikogebiete gelenkt, damit die Selbstschutzklausel unwirksam wurde. Diese Einfalltore für Korruption und Mandatsbruch sind schrecklich. Die Philosophie von AIM ist es, dieser Realität ins Auge zu sehen. Man kann Verantwortung übernehmen, mit sanfter Ruhe und notwendiger Härte zugleich durchgreifen. Die Grundlage dafür ist ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen den Sicherheitsdienstleistern, den Unternehmen und Nationen und der Bevölkerung. Auf dieses Vertrauensverhältnis baut AIM ihre Dienstleistungen auf.

PA: Was bedeutet das für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

JW: Es ist eine Herausforderung, die durch Aufklärung, Ausbildung und Koordination aber zu bewältigen ist. Überwiegend haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen zivilen Status, dürfen sich also nur selbst verteidigen. Sie sind zudem an das Völkerrecht und Interventionsrecht gebunden. Im Falle manifester Gewaltkonflikte die auf AIMs militärischen Arm als regulierende Machtinstanz angewiesen sind ist die Sachlage etwas anders gelagert, aber das Grundproblem bleibt: Sie können zivile und militärische Handlungsfelder heute nicht mehr trennen.

PA: Warum dann AIM? Könnten nicht die Pazifikpartner hier auf der Konferenz selbst für das Problem sorgen?

JW: Sie können! Und sie wollen es auch. Aber es gibt erdrückende Gründe für unsere Unentbehrlichkeit. Wir füllen gezielt die Kapazitätslücken staatlicher Militärapparate, wir gleichen Personalmangel aus, in Zeiten fast verschwundener stehender Heere, und durch die Technisierung der Kriegsführung brauchen Sie heute bei plötzlichem Bedarf sofort Spezialistinnen vor Ort – seien es Magier, Matrix-Operatoren oder Datenanalysten. Außerdem, das kann ich um diese Uhrzeit wohl anfügen, reduziert der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstleisters die „politischen Kosten“ im eigenen Land. Es ist etwas bitter, aber niemand möchte heute eine Gesellschaft militarisieren und niemand möchte seine Bürger mit Ehren begraben müssen. Es gibt niemanden der in dieser Hinsicht effizienter ist als AIM. Keine Armee und kein anderer Sicherheitsdienstleister weltweit schützt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz besser.

PA: Also AIM als rationale Alternative?

JW: Leider ja. Denn ich wiederhole nochmal, – es wird nämlich immer wieder gerne vergessen – dass unsere erste Agenda lautet, Konflikte konstruktiv zu lösen. Wir distanzieren uns ganz klar von Kriegstreiberei, kriegsverlängernden Maßnahmen oder Seilschaften mit der Rüstungsindustrie. Sie werden die großen Rüstungskonzerne bei uns nur als Kunden finden, nicht als Stakeholder.

[…]

 

PA: Was geben Sie den asiatischen und amerikanischen Konferenzteilnehmer hier also mit?

JW: Ressourcenkonflikte der Kragenweite, wie man sie hier verhandelt, sind extrem folgenschwer und es wird nicht ohne Reibereien gehen,  innerstaatliche und zwischenstaatliche. Wenn AIM effektiv helfen können soll, dann müssen die Akteure eine demokratische Kontrolle ihres Konfliktverhaltens sicherstellen. Wir öffnen uns dem, aber jeder Kunde muss einen ehrlichen und offenen Weg finden den gewählten Weg in der politischen Öffentlichkeit seines Unternehmens oder Landes abzustimmen. Korruption, Gewaltexzesse, Menschenrechtsverstöße und unehrliche, kurzsichtige Lösungen sind tödlich für jeden Mediations- oder Friedensprozess. Wir zeigen hier unseren Kunden Wege auf, aber wir können den Exekutivverantwortlichen die eigenen Entscheidungen nicht abnehmen.

PA: Sagen Sie dies den Partnern hier vor Ort dann auch so? (lacht)

JW: Ich versuche es! Auch wenn es oft verlockend ist in Detailfragen zu flüchten. Ich wünsche mir manchmal, dass mehr Partner so unverschämt den Finger auf wunde Punkte legen würden wie Sie, Mr. Anderson. Die großen Fragen da oben spüren die Menschen ganz unten am heftigsten.

PA: Oh, dann bin ich ja froh, dass Sie milde mit mir ins Gericht gehen! Ich bedanke mich jedenfalls sehr herzlich für das Gespräch, Ms. Walters, und wünsche Ihnen eine angenehme Nacht und eine erfolgreiche Konferenz.

JW: Ich habe zu danken.

 

Die ungekürzte Fassung wird am 27. November 2071 in den Medien der Washington Post veröffentlicht.

25. November 2071