es berichtet für Sie Patricia Miles für Channel 9 aus Kapstadt.
Nach zähen Stunden der Ungewissheit wurde nun vom südafrikanischen Ministerium für das Erwachen (MfdE) bestätigt, dass sich am 6. März 2073, 12:00 Uhr Ortszeit, die gefiederte Schlange Mujaji vom Tafelberg erhoben hat und sich auf eine unbekannte Reise begab.
Die mystische Kreatur, die den Beinamen „Regenkönigin“ trägt, gilt als gutmütige Patronin des südlichen Teils des schwarzen Kontinents, stets bemüht um Einklang zwischen Metamenschen und Natur. Zuletzt hatte Mujaji 2050 den Tafelberg verlassen. Kundige Beobachter der afrikanischen Politik berichten, dass Mujaji in diesen dreiundzwanzig Jahren zunehmend durch internationale Konzerne, rivalisierende Extremistengruppen und politische Fraktionen unter Druck geriet. Wie lange wird Mujajis Reise dauern? Wohin wird es sie führen?
Unmittelbar nach ihrer Abreise machte sich ihre fehlende Präsenz im arkanen Raum bemerkbar. Niedere Schutzgeister aber auch höhere Geister von Heim, Herd, Hof und Land, gerieten in Aufruhr. Zahlreich brachen sie aus Pakten und Bannen aus und überwanden viele der lokalen, privaten wie staatlichen Schutzkreise. Es wurde berichtet, dass sich viel Unmut und Aggression entlud, vor allem gegen technische Anlagen und Orte jüngst vergangener Gewalttaten. Das lokale Mobilfunknetz und Satellitentransponder brachen zusammen und beeinträchtigten somit auch die Matrixpräsenz in vielen Bereichen der Stadt. Mehrere Pendelflüge wurden zur Landung gezwungen. Von drei abgestürzten Passagiermaschinen wird berichtet.
Die Regierung von Kapstadt entschied sich nach einer Krisenbeurteilung rasch dazu, die magischen Ressourcen zur Verteidigung der städtischen Sicherheit und Ordnung vor allem auf Castlen und Buisenkant, die beiden reichsten Gebiete der Stadt, zu konzentrieren. Da die Geisterwesen offenbar sehr aggressiv im Umfeld elektrischer Felder auftraten, schaltete man bis zum Abend einen Großteil der armen Randbezirke vom Stromnetz ab. Der Schritt wurde damit begründet, die Sicherheit der Bürger gegen geisterhafte Übergriffe zu verteidigen. Dennoch brachte die Stromabschaltung eine Welle lokaler Unruhen, Gewalt und Plünderungen mit sich. Die Polizeikräfte beschränkten sich auf die Sicherung von Schlüsselpositionen, an denen sie bedrohten Bürgern Schutz garantieren konnte.
Die unangekündigte Reise von Mujaji hat viele Metamenschen schwer erschüttert. Der Ältestenrat der Volksgruppe der Xhosa sprach davon, dass es Anzeichen gegeben hätte, die mit dem anhaltenden, rechten Terror der Zulu-Elfen zu tun haben. Andere Quellen berichten, Mujaji wolle eine Heilung der jüngsten, toxischen Verunreinigung im Gebiet der Großen Seen entgegen treten.
Vorerst bleibt die Losung: Wer hat Mujaji gesehen?
Ein verregneter Tag in Beijing. Die Zahnräder der Welt drehen sich weiter. Die Urbane Brigade patroulliert in manchen Straßen. Die Prostituierten patroullieren wieder in anderen. Der Nudelverkäufer auf dem alten Elektromobil trägt bunte Sandalen, die wie ein Regenbogen auf den öligen Pfützen zu schwimmen scheinen. Die Gesichter sind nach unten gerichtet, die Krägen steil aufgestellt, wie die Häuserfronten ringsum. Auf der Grauen Achse liegen unzählige Kunstblumen von namenlosen Händen sorgsam auf dem Gehsteig aufgereiht. Ein Dutzend für jeden Verletzten, einhundert für jeden Toten. Wie ein Wunder, bleiben sie von Stiefeln und Rädern unversehrt.
Im warmen Keller eines der Wohnhäuser des Weißen Lotus gibt es einen langen Gang, von dem aus die Türen in Regallager, Schlafräume und Heizungsbunker führen. Am Ende des Ganges ist ein großer Tisch mit einem Terminal aus der Blüte der 2030er. Unzählige Hände haben hier Tasten geschunden, Kabel verdrahtet Platinen gelötet. So alt es ist, so anonym ist es auch. Zahlreiche Merkzettel verraten Passwörter zu illegalen Datenparadiesen, Simsense-Kanälen und dem Shadownet. Ein idealer Ort, um an diesem verregneten Tag die nächsten Schritte zu planen, zu recherchieren, ungefährdet die Mailbox zu sichten oder den ein oder anderen Kontakt herzustellen.
Als sich die SFG 77 nach einer ruppigen Diskussion mit Zuhältern, leichten Damen, Dealern und Anarchisten endlich eine volle Stunde am Terminal erobert hat, sitzt und steht man im Kreis beisammen und glotzt auf den Trideoschirm. Gerade als die kritischen Daten über den Bildschirm flattern, die offenen Fenster mit Tagesberichten, Informationen aus Kapstadt, Flugpläne nach Jakarta, der geheimen Mailbox, da tritt ein älterer Mann neben die SFG 77. Wie konnte der sich so leise anschleichen!?
Kurz bevor der sprungbereite Negative in den Monitor – oder den Mann – schießen kann, entspannt sich die Lage. Der Alte ignoriert die Gruppe völlig und knieht sich direkt neben Brick vor dem Terminal auf ein Kissen am Boden. Dort entzündet er mit einem Benzinfeuerzeug drei Räucherkegel und platziert sie in einen alten, verrosteten Aschenbecher, der vor einer goldenen Statue des Buddha Siddhartha steht. Eine schmucklose, kalte LED grellt auf und erhellt die kindsgroße Figur. Wo kommt die Statue plötzlich her? Stand die tatsächlich die ganze Zeit im Schatten des Terminals? Niemand hatte sie bis eben bemerkt.
Der alte Mann senkt dreimal den Kopf auf den Boden, dann platziert er ein eingeschweißtes Sandwich und eine Dose Soja-Kaffee zwischen unzähligen anderen Kleinigkeiten, die sich zu Füßen der Statue stapeln. Behutsam rückt er ein paar Sachen zurecht und berührt kurz die Füße des Buddha, bevor er wieder im dunklen Kellergang verschwindet. Zehn Augen schauen dem Mann hinterher.
Atra steht einige Meter hinten im Gang und beobachtet die Szene. Als der Mann vorrüber gegangen ist, spricht sie etwas amüsiert aber auch flapsig zu den fünf Gesichtern, die sie mit Fragezeichen über den Köpfen etwas irritiert ansehen:
Was? Beides gibt Hoffnung. Beides bestimmt das Schicksal. Der Unterschied ist nur, dass der User am rechten Terminal weiss, dass er einer höheren Macht gegenübertritt. Der User am linken Terminal schaut nur auf den Bildschirm, nicht dahinter. Er glaubt bloß, er wäre der große Manipulator. Am Ende des Tages, sind beide nur Spielbälle auf einem großen Meer.
Als sie realisiert, dass die Gruppe sie immer noch anglotzt und gerade eigentlich wichtige Dinge tun wollte, schnaufft sie kurz verächtlich, wirft ihre Zigarette auf den Boden und folgt dem alten Mann zurück ins Dunkel.
Zahlreiche Meldungen, Trideos und Bilder umgehen derzeit die Nachrichtensperre über Beijing. Sie enthüllen eine beispiellose Eskalation von Gewalt.
Am 26. Februar 2073, 13:30 Uhr Ortszeit, erschütterte ein Sprengstoffanschlag den belebten Stadtteil Boyang. Unbekannte Attentäter brachten ein Parkdeck einer Tochterfirma von Novatech Inc. gezielt und professionell zum Einsturz. Der gesamte Verkehr auf der zentralen Verkehrsachse sowie den öffentlichen Bodenverkehrssystemen kam dadurch zum erliegen. Zeitgleich brach eine Orgie der Gewalt gegen Polizeikräfte entlang der gesamten Stadtteilgrenze zwischen Boyang und Xsunchan los.
Glaubhafte Zeugenberichte belegen, dass sich Angreifer zum Teil schwerer Waffen bedienten, gut organisiert waren und im allgemeinen Chaos ziviler Unruhen, Panik und anarchistischer und staatsfeindlicher Gewalttaten scheinbar ungehindert agieren konnten. Die Polizeikräfte griffen hart durch und mussten Stellungen in vormals „befriedeten“ Straßenzügen aufgeben. Ein Oberst der Urbanen Brigade Beijing trat vor laufenden Kameras zurück. Dies hing auch damit zusammen, dass im Zuge der Straßenschlachten die bereits zuvor scharf kritisierte schwere Infanterie der Urbanen Brigade gegen Zivilisten eingesetzt wurde. Trideoaufnahmen belegen, dass sich kleine Einheiten mit militärischer Ausrüstung und kaltblütigem Vorgehen durch öffentliche Straßen und Gebäude bewegten.
Während die Schuldzuweisungen für das Desaster vielseitig und zahlreich sind, scheint der Auslöser für die Gewalt diesmal vordergründig nicht bei den Sicherheitskräften gelegen zu haben. Erst mit dem Sprengstoffanschlag auf das Parkhaus, in dem sich zu diesem Zeitpunkt ein Einsatzposten der Urbanen Brigade befand, erfolgten die zahlreichen Angriffe. Insbesondere auf der Grauen Achse waren die Sicherheitskräfte zuerst deutlich unterlegen. Über dreißig Geschäfte wurden geplündert und achtzig Bodenfahrzeuge durch Randalierer und deren Brandsätze zerstört. Die Urbane Brigade bündelte die Einsatzkräfte an strategischen Rückfallpositionen und befriedete dann weite Teile des in Bürgerkrieg verfallenen Stadtteils. Über zweitausend Metamenschen wurden festgenommen. Die Zahl der Verletzten und Toten wird auf mehrere Hundert geschätzt. Allein zwanzig Menschen verbrannten in Fahrzeugen auf der Grauen Achse. Die Explosion des Parkhauses forderte siebzehn Metamenschenleben.
Aufgrund der Ausrüstung, Präzision und dem hohen Anteil von verhafteten Straftätern aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität wird eine maßgebliche Beteiligung der Triaden nicht ausgeschlossen. Während intime Kenner der hiesigen Kriminalität einen Territorialkampf nicht ausschließen, geht man derzeit nicht davon aus, dass es sich um klassische Rivalitäten zwischen Triaden und der Polizei handelte. Vielmehr scheint sich die Empörung und Wut über das Willkürhandeln der Polizeikräfte explosiv entladen zu haben.
Shadangshaihaishuang
Einer linksorientierten Künstler- und Transhumanismusbewegung aus dem Shadang-Zentrum, Xsunchang, gelang es als erstes, Bilder und Berichte aus der Matrixsperre Beijing hinaus zu schmuggeln. Demnach war es am Vorabend der Eskalation zu einem brutalen Polizistenmord gekommen, dem eine grundlose Hinrichtung eines jugendlichen Zivilisten durch die Beamten voraus gegangen sein soll. Beamte der Stadtpolizei sollen vier Mitglieder einer beliebten Jugendband, Shadangshaihaishuang, in eine Seitenstraße gepresst, geschlagen und einen von ihnen durch einen Kopfschuss hingerichtet haben. Eine Tonbandaufnahme wurde veröffentlicht, die den Hergang bis zum tötlichen Schuss darstellen soll. Wie es anschließend dazu kam, dass die Polizeibeamten selbst durch Schüsse, Schläge und Bisse überwältigt werden konnten, geht aus dem Tondokument nicht hervor. Die Polizei dementiert entschieden die Darstellung und liefert eine alternative Version, wonach die Jugendlichen die Beamten in eine Falle gelockt hätten. Wie dem auch wirklich sei, Tatsache ist, dass das Portrait des getöteten Jugendlichen von zahlreichen Demonstranten und Aufständischen als Banner getragen wurde. Öffentliche Gebäude in Boyang sind mit Graffitis des Jungen übersäht.
BEIJING – Was gestern Nachmittag mit vereinzelten Sitzblockaden am Bahnhof Beijing Central Station begonnen hatte, entwickelte sich im Verlauf des Tages zu massiven Demonstrationen und Konfrontationen zwischen Zivilisten und kantonesischen Sicherheitskräften.
Die Lage verschärfte sich nach einem Brandsatz in einer öffentlichen Toilette und einem Abfallcontainer im Beijing Central Business District (CBD). Informanten vor Ort zufolge, entschied sich die Urbane Brigade Beijing kurz vor Sonnenuntergang zur Ausrufung und Durchsetzung einer Sperrmeile über dem CBD, da es immer wieder zu punktuellen Zwischenfällen und Sabotageversuchen am Verkehrssystem kam.
Örtliche Konzerne und private Sicherheitsdienstleister wurden angewisen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aus den Konzernanwesen zu entlassen, bis man diese geordnet und unter Wachschutz zu den öffentlichen Transporteinrichtungen eskortieren würde.
Die Sperrmeile und das sehr harte Durchgreifen der Urbanen Brigade provozierte bis ca. 22 Uhr Ortzeit zahlreiche unerlaubte Versammlungen und Barrikaden entlang der Nord-Süd Hauptachse durch den CBD bis hinein in die Arbeiterquartiere der nördlichen D-Gebiete. Ein angebliches Selbstmordattentat brachte unmittelbar darauf den öffentlichen Personenverkehr im zentralen Cluster von Beijing zum Erliegen.
Den lokalen Staatsmedien zufolge, richtete sich der Selbstmordangriff gezielt gegen Verkehrsleitknotenpunkte nahe der Central Station. Die Zahl der Opfer ist bisher unbekannt.
Als Reaktion auf den Angriff wurde in zwei Stadtquartieren der Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre über die Arbeiterquartiere verhängt. Gleichzeitig verhängte die COC eine umfassende Nachrichtensperre über das gesamte Stadtgebiet. Die schrecklichen Bilder und Augenzeugenberichte der nun aufziehenden Nacht, waren Ergebnisse der verzweifelten Versuche, einen Einblick in die weiteren Geschehnisse zu erhalten.
Kantonesische Sicherheitskräfte
Beixin-Viertel, nahe der Beixin-Brücke
Resolutes Einschreiten an der Beijing Central Station
Brandbombenangriff auf Sicherheitskräfte, Friedensbrunnen
Lokale Aufständische
Massives Aufgebot an der Westgrenze des Central Business District (CBD)
Chaos in den Trümmern einer vorübergezogenen Demonstration
Bis um ca. 24 Uhr Ortszeit konnte die Urbane Brigade die Hauptachse zwischen dem Arbeiterquartier Xsunchan und dem CBD sichern und Durchgangskontrollen einrichten. Währenddessen wurde inoffiziellen Quellen zufolge von einem Großbrand im CBD sowie zwei ungeleiteten, bewaffneten Großgruppen in Xsunchan und Baoche berichtet. Es kam zum Schusswaffeneinsatz. Auf dem künstlichen Kanal des Einkaufszentrums entstand ein Ölbrand, der die gesamte Flaniermeile in schwarzen Rauch tauchen soll. Verstärkungen aus den Polizeikasernen der Stadtränder sollen mit gepanzerten Fahrzeugen und militärischen Drohnen in die Stadt verlegt worden sein.
Aus regimekritischen Kreisen dringen immer wieder Trideos, Bilder, Funk- und Tonmitschnitte aus Beijing heraus. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich nach Mitternacht die anfänglichen, ungemeldeten Demonstrationen zu Konfrontationen mit bewaffneten Gruppen gewandelt hatten. Die Stadtregierung Beijing spricht von vorbereiteten Angriffen regierungsfeindlicher Untergrundorganisationen.
Dem gegenüber lassen sich nur wenige Beweise für ein koordiniertes Vorgehen der zahlreichen Angreifergruppen und Brandstiftungen finden. Stimmen von der Straße berichten davon, dass sich viele Straßenzüge und Quartiere mit Barrikaden und spontanen Milizen gegen das Eindringen von Sicherheitskräften und vermummten Gewalttätern gleichermaßen schützen wollen.
Die unübersichtliche Lage wird durch die Stadtregierung und der Urbanen Brigade nun seit mehr als 12 Stunden aktiv aufrecht erhalten. Diese Strategie der Desorientierung soll das koordinierte Vorgehen gegen Demonstranten und Gewalttäter begünstigen. Für Außenstehende ist es dadurch fast unmöglich, die Lage neutral zu beurteilen.
Heute, am frühen Nachmittag, hatten sich Feuer und Angriffe dann gemildert. Trotz Ausgangssperre in zahlreichen Distrikten versammelten sich vielerorts friedliche Demonstranten, die eine Mäßigung der Situation anmahnten. Dazu mischten sich Kriegsgegner, die im Zuge der jüngsten Enthüllungen über einen Kurswechsel der Yutani Corporation einen überfälligen Schritt zum Frieden im Pazifikkonflikt und ein sofortiges Ende jeglicher Gewalt einforderten. Laut Innenministerium handelt es sich dabei jedoch um regierungsfeindliche Propaganda. Die Demonstranten seien als registrierte Kriminelle bekannt.
In dieser Abendstunde des 23. Februar bleibt uns nur ein banges Abwarten. Ob die kommende Nacht und die folgenden Tage eine Entspannung bringen, ist ungewiss. Die Stadtregierung, aber auch die Regierung der COC, sind im Zugzwang. Zahlreiche Mega-Konzerne haben ernste Sorge angemeldet und auf eine rasche Befriedung gedrängt.
Ähnliche, wenn auch wesentlich weniger eskalierte, gewaltsame Ausschreitungen und Friedensdemonstrationen hatten am frühen Morgen des 23. Februar auch weitere Großstädte im Pazifikraum ereilt. So etwa in Tokyo und Java.
Eine Kette unglaublicher Zwischenfälle hat heute am frühen Morgen (UTC+10) den weltweiten Aktienmarkt und insbesondere die führende Konzernwelt des Pazifikraums erschüttert. Yutani Corporation Headquarter Tokio veröffentlichte zeitgleich mit dem Yutani Corporation Customer Service and Marketing Office in Denver FTZ, UCAS-Sektor, eine Presseerklärung zur Umstrukturierung des Großkonzerns. Unmittelbar davor kam es zu Entlassungen und Personalumbauten in über zweihundert Bereichen des mittleren Managements und der Produktionsleitungen in fast allen Tochterunternehmen und Holdings der Yutani Corporation. Zudem wurden die wichtigsten Kundenportale und Matrixpräsenzen weltweit für 20 Minuten vom Netz genommen und neu organisiert. Der asiatische und nordamerikanische Aktienmarkt ist um 12% gefallen.
In der Presseerklärung heisst es unter anderem zur neu verkündeten Unternehmensphilosophie:
„Der heute in Gang gesetzte Plan zur Restrukturierung der Teilorganisationen und Geschäftspläne der Yutani Corporation verfolgt konsequent den in der letzten Dekade eingeschlagenen Weg. Nach der Entdeckung und Beherrschung immer weitreichenderer, revolutionärer Technologien kann eine nach vorwärts gerichtete Vision nicht mehr im bestehenden status quo operieren.
Dies ist der Anfang einer neuen Idee, ein Schritt in eine neue Dimension einer gemeinwohlorientierten Weltgestaltung und eines neu entfachten Aufbruchssinn. Ein Schritt der ethischen Vision, in Zeiten ökonomischer Sinn- wie Finanzkrisen. Gemeinsam eine bessere Welt zu bauen, ist ein zu lange gehegter, aber unvollendeter Plan geblieben. Die Rechte auf Selbstbestimmung der vernunftbegabten, erwachten Welt sind formuliert, aber nicht eingelöst.
Die Yutani Corporation beginnt daher ein Programm zur Überwindung des Menschen durch den Menschen selbst. Als eine Bewegung, die sich ihrer ökonomischen und moralischen Integrität und Stärke bewusst ist, formuliert sie gegen die Missstände der Zeit:
* Der Sinn globaler Wirtschaftsmacht und Prosperität ist die Überwindung der Nationalstaatlichkeit. Die Zeit, in der die liberale Wirtschaftsordnung auf den Schutz und die Zwangsgewalt der Nationalstaaten angewiesen war, muss überwunden werden.
* Ethische Integrität und Identifikation aller Konzernangehörigen mit den Visionen einer gestaltbaren Welt hat Vorrang vor rein ökonomischen Erwägungen.
* Jede Tätigkeit der Yutani Corporation soll ein Beitrag zur wertegeleiteten Gestaltung der Zukunft sein.
* Die Gestaltung einer besseren Welt betrifft das internationale Wirtschaftssystem, es betrifft aber auch die Welt jedes einzelnen Mitarbeiters. Jedes Mitglied der Yutani-Familie ist ein unschätzbarer Teil des Reichtums der Yutani Corporation; auf ihnen gründet die Macht, die Zukunft zu gestalten.
* Die Fähigkeit, sich eines Verstandes bedienen zu können, ist Quell von Würde. Der Mut, sich dessen zu bedienen, ist Quell von Recht auf Mitbestimmung. Die Erwachte Welt und ihre neuen Bewohner haben die letzten Zweifel beseitigt, dass das alte Menschenbild nicht mehr gilt. Die Brücke zwischen dem Geist der Maschine und dem Geist der Natur muss geschlagen werden.
* Nicht das Reden und Politisieren (talk and debate) ist der Leitspruch der Zukunft, sondern die Visionen und das Handeln (visionize and act). Durch das Mitwirken allein, erwerben sich Mensch und Unternehmen das Recht auf Gestaltung der Zukunft.
Zu diesem Zweck hat die Yutani Corporation einen Fond zur Nutzbarmachung des Etusan III eingerichtet. Es wird ein weltweiter Wettbewerb ausgeschrieben, der den Zugang zu Etusan III regulieren soll. Ziel des Wettbewerbs ist die Gründung alternativer und zukunftsfähiger Visionen des Zusammenlebens in Städten auf und jenseits unserer Erde.“
Nähere Details wurden nicht bekannt gemacht. Im Zuge der Presserklärung wurde ebenfalls enthüllt, dass die „Kriegstaube“ Miss Yutani, Konzerneigentümerin und CEO der Yutani Corporation, ihre leibliche Tochter als Rechtsnachfolge eingesetzt hat und diese nun in die Firmengeschäfte einführen wird. Die Tochter, deren Verbleib nach einer schweren Krankheitsdiagnose 2060 unbekannt war, ist Schätzungen zufolge gerade einmal vierzehn oder fünfzehn Jahre alt. Wie bei allen Erben der Yutani Familie, sind Details über die Person streng gehütete Geheimnisse. Kaum etwas dringt nach außen. Nun trat die Tochter von Miss Yutani vor die Kameras in Denver und verkündete, dass sie unter Vormund der Mutter die Leitung der beiden Tochtergesellschaften High Sea Deep Sea Opening und YSM – Advanced Space Mining ab sofort übernehmen wird. Dies sind die zwei bedeutendsten Tochtergesellschaften für Ressourcenabbau der Yutani Corporation. Zusätzlich nimmt sie die Arbeitsgeschäfte als Executive Officer des Tokio Hauptquartiers auf. Begleitet und unterstützt wird sie dabei durch einen eigens zusammengestellten Beraterstab, der die Minderjährige als Quasi-Praktikantin begleitet.
Miss Yutani selbst, trat nicht an die Öffentlichkeit, um sich zu diesen markanten Umbrüchen zu äußern.
Es ist heute nicht absehbar, woher diese Ereignisse rühren, welche Auswirkungen sie auf den Finanz- und Wirtschaftssektor haben werden oder inwieweit dies den Pazifikkonflikt beeinflussen wird.
Auf dem Aqua Agra Complex Harvester Bay, einem Verbund von Hochseeplattformen im Pazifik, ist ein Aufstand ausgebrochen. Unbestätigten Berichten zufolge befindet sich ein Teil der ansässigen Bevölkerung in offener Revolution. Die Zustände sind chaotisch, genaue Informationen spärlich. Es scheint keine klare Agenda des Aufruhrs zu geben, keine Begründung und auch keine Gruppierung der er zugeordnet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine offizielle Verlautbarung, außer das man dabei ist die Lage zu kontrollieren. Seit den ersten Notrufen in den frühen Morgenstunden ist dies jedoch noch nicht gelungen.
Harvester Bay ist eine exterritoriales Gebiet unter Konzernhoheit. Es enthält vier P.A.S.S und acht schwimmende Plattformen und ist nach den Arcologies die größte Hochseeeinrichtung des Pazifiks. Über 19.000 dauerhafte Einwohnern sind dort nach Angaben der Verantwortlichen gemeldet.
Ozanic Techonolgies (OT) ist der Erbauer und Verwalter der Einrichtung und gilt als der führende Experte für Hochseebauwerke. OT ist jedoch nur zu zehn Prozent Anteilseigner. Ansonsten verteilt sich das Eigentum zu vierzig Prozent auf Atztechnologie Inc. und zu je zwanzig Prozent auf ChengCheng Oil (CCO) und California Deep Mining (CDM). Atztechnologie betreibt in den Anlagen ihre produktivste Mikroprotein-Fabirk. CCO, ein in Singapur ansässiger chinesischer Treibstoff-Erzeuger, raffiniert auf der Harvester Bay ein hochenergetisches Multifuel. Die Produktionen beider Firmen basieren auf in riesigen Unterwassergärten kultivierten Meeresalgen. CDM baut verschiedene seltene Erden und Methan-Hydrat ab.
Die Arbeiterschaft kommt aus dem gesamten südasiatischen Raum, so wie aus Mittelamerika. Chinesen und Atzlani bilden jedoch die Mehrzahl. Die Crew der Anlage besteht zu 90% aus nordamerikanischen, meist kalifornischen, Staatsbürgern.
Den spärlichen Berichten panischer Augenzeugen vor Ort zufolge, sind unter den Aufständischen Mitglieder aller Firmen, Nationen und anderen Gruppen, sowie allen Gesellschaftsschichten. Verglichen mit dem ersten Angriff auf die Kappa YC der Yutani Corporation vor einigen Monaten und den Terror- und Piratenangriffen auf Plattformen in den letzten Wochen, besitzt der Angriff auf die Harvester Bay also eine neue Qualität.
Pazifikkonflikt eskaliert: Attentat auf japanischen Premier
Vor wenigen Stunden wurde ein Attentat auf den Premierminister von Japan, Kenturo Goto, verübt. Ein schwer bewaffneter und körpermodifizierter Attentäter attackierte die Prozession anlässlich der Hochzeit von Gotos Neffen. Der Attentäter feuerte aus mehren Waffen in die Gruppe um Goto und kämpfte sich durch Sicherheitspersonal und Leibwächter bis zum Premier vor. Goto selber wurde durch die Schädelimplantat-Waffen des Attentäters getroffen, doch seinem Bodyguard gelang es, ihn von dem Täter abzuschirmen. Das Feuergefecht entwickelte sich zu einem blutigen Nahkampf, in dem zwei Adepten der Tennogarde den Cyborg förmlich in seine Einzelteile zertrümmern mussten, bevor dieser den Kampf aufgab. Die Selbstzerstörungsbombe richtete nur geringen Schaden an, da sie durch einen der taoistischen Geistlichen eingedämmt werden könnte.
Der Premierminister und sieben andere Verletzte wurden in eine Notfallklinik eingeliefert und sofort operiert; alle schweben im Moment noch in Lebensgefahr. Auf dem Tempelplatz blieben vierundzwanzig leicht verletzten und zwölf Tote zurück.
Hintergründe und Identität des Attentäters sind noch unbekannt. Die ersten Anschuldigungen und Dementis machen aber bereits die Runde durch die Matrix
Piraterie auf Sealab
Die P.A.S.S Sealab, eine Anlage der Celcius Corp Gruppe (u.a. Bayer, Greendale Pharma und Biomed), wurde gestern Abend Ziel eines Überfalls. Kriminelle Elemente, vorwiegend aus Indonesien, verschafften sich gewaltsam Zugang zur Station, wohl mit dem Ziel Beute zu machen und eine Bombe als Erpressungsmittel einzusetzen.
Sealab unterhält seit kurzen einen Vertrag mit der deutschen Sicherheitsfirma Preussen & Schutzmann (P&S), eine Anbieter ähnlich der AIM, jedoch spezialisiert auf Sicherheit & Verteidigungsmaßnahmen. Die vierzig „Schutzmänner“ hatten kein Problem die 300 Piraten in vorbereiteten Verteidigungspositionen und unterstützt durch Dronen zurückzutreiben. P&S hat Sealab so gut besetzt und ausgebaut, dass einhundert Angreifer in einen Sperrfeuerzone eingedrungen waren, ohne es zu merken. Achtzig Piraten kamen bei dem Angriff ums Leben, 130 weitere wurden gefangen genommen. Die verbliebenen Piraten flohen auf ihren Schiffen, von denen eines durch Beschuss von der Plattform und Dronenangriffe direkt versenkt wurde. Die verbleibenden Schiffe wurden wenige Stunden später von der AIMS Shadow, einem Jagd-U-Boot, torpediert und aufgebracht.
Die beiden Militärdienstleister scheinen eine enge Zusammenarbeit anzustreben. Sie verbinden eine starke Logitik der AIM mit der Expertise einer großen Zahl von Sicherheitsspezialisten im Personalbestand von P&S.
Kommentar: Wirtschaftliches Desaster und Arbeiterflucht im Pazifik
Special Correspondent Corrian Nidal
Als folge der andauernden Zwischenfälle auf den P.A.S.S im Pazifischen Ozean beginnt eine Flucht der Arbeitskräfte, besonders der spezialisierten Facharbeiter. Gute Bezahlung, Abenteuer und gute Weiterbildungsmöglichkeiten waren nur drei der guten Gründe, warum es bisher für die pazifischen Konzerne nie ein Problem gewesen war, ihre Plattformen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Doch nun verlassen die Angestellten ihrer Arbeitsplätze und kehren zum Festland zurück. Sogar Angestellte in Vertägen mit Befristungen und Vertragsstrafen nehmen Geldstrafen und Strafverfahren in Kauf, so groß ist die wahrgenommen Angst. Es gab schon vereinzelte Zwischenfälle, bei denen sich Personal gewaltsam Zugang zu Transportmitteln verschafft hat, als der Arbeitgeber sich weigerte den Transferwünschen nachzukommen. Der Corporate Court hat beteiligte Konzerne angemahnt, der Sicherheitsverantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsse nachgekommen werden.
Die Spannung in den drei Hochsee-Arcologies und den anderen extraterritorialen Anlagen, deren Bewohner Staatsbürger des jeweiligen Konzerns sind, steigt dauerhaft an. Eine stetige Verbesserung der Sicherheitsstandards wird – nach Aussagen der Verantwortlichen – vorangetrieben.
Die pazifischen P.A.S.S sind zuständig für 4,9% der weltweiten Nahrungsmiteilgewinnung sowie für 3,2% essentieller Rohstoffe. Ein Wegbruch dieses Wirtschaftsfaktors wird schwerwiegende Folgen haben.
Nur 18% der pazifischen Spitzenindustrie befindet sich unter der Hoheit der Cantonese Confederation (COC) und deren Verbündeten. Somit gibt es für die Vorwürfe, die COC würde einen wirtschaftlichen, mit terroristischen Mitteln geführten Krieg anstreben, zumindest reichlich Indizienbeweisen. Auch ein Teil des zu erwarteten Produktionsverlustes könnten die Konzerne unter chinesischem Einfluss auffangen. Auf der anderen Seite betreibt die COC die größte Containerschiffflotte der Welt, für dessen hohe ökologische Verträglichkeit, mit ihren Walzen, Solar und segelgestützten Brennstoffzellenantrieben, in der Vergangenheit viele Lorbeeren vergeben wurden. Ein Teil dieser Schiffe steht im Moment still, andere müssen große Umwege in Kauf nehmen, um ihrer Zielhäfen zu erreichen. Atzlan hat fünf Schiffe im Panamakanal unter Hausarrest gesetzt, nachdem die COC sich weigerte ihre Speerzone in japanischen Gewässern für Schiffe unter Atzlani Flagge zu öffnen. Mehrer Schiffe wurden von der AIM mit dem Verdacht aufgebracht, dass die zivielen Frachter Kriegsmaterial transportieren. In einigen Fällen traf dies scheinbar zu. Seit dieser Zeit sind alle Schiffe unter Flagge der Cantonesischen Allianz aus dem von dem Japanischen Consortium kontrollierten Breichen verbannt.
Wirtschaftlich kann es hier keine Gewinner geben, solange der Konflikt nicht beigelegt wird oder eine Eskalation eine einseitige Entscheidung erzwingt. Nach dem schrecklichen Kampf um Kinto scheinen die Parteien zögerlicher mit militärischen Gesten geworden zu sein. Die seit Wochen in Hong Kong andauernden Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien haben jedoch auch keine nennenswerten Fortschritte hervorgebracht. Es bleibt also zu befürchten, dass wie so oft andere Lösungen hinter den Kulissen angestrebt werden. Lösungen mit wenig Rücksicht auf internationales Recht oder internationale Diplomatie. Hoffen wir, dass es wenigstens Lösungen von ökonomischer Klugheit sein werden.
Zweihundert Kameradinnen und Kameraden der Amphibious Squadron 11 kamen heute auf dem Flugdeck der AIMS Cassiopeia zusammen, wo LTG Sharmer im Zusammenhang mit einer Jahresansprache eine Reihe von Dekorationen vornahm.
Der Kommandant der 10th AIM Expeditionary Force überreichte eine Reihe von Auszeichnungen an CPT Katsuo Uzun, mit der die Special Forces Group 77 geehrt wurde. Unsere Truppenreporterin Nathanial berichtet:
Nathanial: Der Captain hat nun die Ehrung seiner Special Forces Group 77 vom General entgegen genommen. Die „Unit Citation Award for Exceptional Merits and Valor“ wird an alle Mitglieder der Einheit verliehen: Miss Miller, Corporal Milestone, Corporal Svenson, Operative „Negative“ – er ist wirklich eine herausstechende Erscheinung – und Operative Morellè. Zudem hat der General die Pflicht, einige persönliche Verdienstmedaillien anzuheften. – Jetzt bewegt sich aber zuerst der Captain zu den angetretenen vier Männern und der Gnomin, die auf einem ordentlichen Podest thront! Während CPT Uzun nun die Einheitsauszeichnung ansteckt und den fünf Geehrten die Hand reicht, wird der General einige Worte zu der Einheitsehrung verlieren.
General: Die Einheitsauszeichnung für Special Forces Group 77 wird für herausragende Verdienste und Heldenmut ihrer Mitglieder verliehen. Die hohe Hürde dieser Auszeichnung besteht in einem gefechtsentscheidenden Beitrag unter Kampfbedingungen, in dessen Verlauf Vorgesetzte, Mannschaften, Unteroffiziere und auch externe Kontraktoren gemeinschaftlich Außerordentliches vollbracht haben. Aus ersichtlichen Umständen muss über die Details der gefechtsentscheidenden Beiträge an dieser Stelle geschwiegen werden. Ich möchte jedoch einige Worte zu den herausragenden Heldentaten verlieren.
General: Die Soldaten und Operatives von Special Forces Group 77 haben wiederholt unter Gefechtsbedingungen mit hohem Risiko autark und ohne Nachschub die Ziele der Task Force Blue Shark sowie die Unternehmensziele von AIM vertreten und unbeirrt vorangetrieben. Sie haben nicht davor zurückgeschreckt, feindliche Panzerfahrzeuge im Nahkampf mit primitiven Sprengmitteln anzugreifen. Sie haben Nahkampfmanöver mit zivilen Luftfahrzeugen zur Rettung eingekesselter Kameraden geflogen. Sie haben schwer verletzte Kameradinnen und Kameraden unter widrigen Umständen aus feindlichen Bunkeranlagen geborgen. Hunderte von Zivilisten befreundeter Unternehmen konnten durch ihr beherztes Eingreifen vor einem Sprengstoffanschlag bewahrt werden. Nicht zuletzt waren sie maßgeblich an der Verhaftung verantwortlicher Krimineller bei der Befreiung der Stadt Kinto beteiligt. Dabei gelang es ihnen, hinter den feindlichen Panzerstellungen erfolgreich im Häuserkampf zu operieren.
Mit Fug und Recht sage ich also, dass jedes Mitglied der SFG 77 diese Einheitsauszeichnung redlich verdient hat. Das ist eine Besonderheit. Gleichzeitig ist es natürlich auch eine Hypothek. Sowohl für zukünftige Einsätze als auch von zukünftigen Mitgliedern der SFG 77 wird man nichts Geringeres als das Bestmögliche erwarten dürfen. – Und ein bißchen mehr. Das gilt natürlich auch für den Kommandierenden Offizier der Gruppe.
Der General verlor noch weitere Worte zur Besonderheit der gemischten Zusammensetzung der SFG 77, bevor er die drei persönlichen Verdienstmedaillien für Verwundungen im Gefechtseinsatz anheftete. Zuerst dem schwer verwundeten Corporal Svenson, der trotz Gehhilfe die Auszeichnung aufrecht entgegen nahm.
General: Corporal Svenson. In Verachtung ihres eigenen Lebens haben Sie das ihrer Kameraden weit über sich gestellt und waren bereit, den höchsten Preis zu zahlen. Ich weiß, dass die Umstände ihrer Verwundung schwierig waren und dass wir alle glücklich sein dürfen, dass Sie heute diese Verdienstmedaillie vom „Blutenden Herz“ persönlich entgegen nehmen können. – Corporal, ich danke Ihnen im Namen des Central Command und AIM.
General: Miss Zoé Miller. Als Operative und treue Kontraktorin zeugt der Preis des eigenen Blutes von einer Sache ganz besonders: dem Willen zur unbedingten Kameradschaft. Als externe Spezialistin im Vertragsverhältnis mit AIM erhalten Sie für ihr Opfer und persönlichen Einsatz die „Opfermedaillie“, die an zivile und externe Mitarbeiterinnen für Verwundung im Dienst verliehen wird. Ich danke Ihnen im Namen der Association.
Monsieur Morellè. Auch Sie haben als externer Operative Verwundung erdulden müssen. Die „Opfermedaillie“ soll nicht vergessen lassen, dass im Gefecht die Frage des Dienstverhältnisses keine Bedeutung hat. Wir verdanken Ihnen sehr viel. Ich danke Ihnen im Namen der Association.
Abschließend trat der General zurück zum Stab. Für den letzten Teil der Ehrung von SFG 77 trat CPT Uzun an den trollischen CPL Milestone heran, der sich gehörig nach vorne zu beugen hatte.
Corporal Frank Milestone. Nach mehr als 36 Monaten engagierten und tadellosen Dienstes bei der Marineinfanterie werden Sie hiermit in den Rang eines Sergeanten befördert. Ich wünsche Ihnen alles Gute als Unteroffizier.
Mit den etwas knappen aber herzlichen Worten salutierte der Captain und ließ den offenbar etwas überraschten Sergeanten bei seinen Kameraden zurück. Die fünf Geehrten – Svenson, Milestone, Boucard, Miller, Morellè – badeten zum Abschluss im Beifall und Jubel der Kameraden und präsentierten ihre Urkunden den Kameras.
Die Ehrenformation schloss dann mit einem Gesangsteil des Amphibious Squadron 11 Choir. Damit endete die Jahresansprache von LTG Sharmer enthusiastisch und mit positivem Richtungswink: Über Wochen und Monate leisten unsere Truppen Herausragendes! Wir warten gespannt, ob die laut Gerüchten ausstehende Ehrung der Flugstaffeln wirklich im kommenden August stattfinden wird. Die aktuellen Feuerpausen wären die richtige Zeit für eine zünftige Kunstflugformation!
Es berichtete AIM Forces Daily News, 28. Juli 2072
lassen Sie mich zuallererst meine Bestürzung über die erlittenen und erheblichen Verletzungen sowie den heftigen Ausgang von Operation Golden Gap zum Ausdruck bringen. Auch SPC Lance, die Ihre Evakuierung aus Yunnan wesentlich koordinierte, wünscht Ihnen rasche und vollständige Genesung.
Erst vor wenigen Stunden haben wir Ihre Berichte und Materialien erhalten. Auch wenn Sie sich zurzeit noch in Yangon City, Avar, befinden, möchte ich Sie dennoch über erste Ergebnisse und auch weitere Schritte informieren.
Zu ihrer Lage: Corporal Svenson wird noch heute mit einem AIM Flug von Yangon über Java nach Tokio gebracht, wo seine schweren Verletzungen behandelt werden. Sein Zustand ist nach wie vor lebensbedrohlich. Mrs. Miller und Mr. Morellè werden nach Rücksprache mit Behörden in Avar vor Ort, in Yangon, behandelt. Ein Sicherheitsteam wird den Krankenhausaufenthalt begleiten und für Ihre persönliche Sicherheit sorgen. Corporal Milestone wird übermorgen zum Dienst auf die AIMS Cassiopeia zurückbeordert.
Zu den Ergebnissen der Datenauswertung: Ausgehend von Ihren rudimentären Bild- und Tonaufzeichnungen, den Aufzeichnungen des Operative 84 sowie den sichergestellten Datenträgern aus zwei Büros des örtlichen Leitungspersonals fügt sich ein begrenztes Bild zusammen. Den aktuellen Stand will ich Ihnen mitteilen. Alles weitere wird wahrscheinlich Verschlusssache werden.
Die Anlage scheint tatsächlich eine Einrichtung des Cantonesischen Ministeriums für Staatssicherheit, Büro 8, zu sein. Die Bunkeranlage selbst wurde möglicherweise schon in den 2020er Jahren errichtet, aber nie für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Der Grundriss der „ARena“ sowie die von ihnen sichergestellte Liste von „Layers“ gab uns einen sehr wichtigen Hinweis. Die Anlage scheint ein Horchposten beziehungsweise eine Überwachung bestimmter Matrix-Hosts zu sein, die mit mehreren illegalen Gruppierungen und dem sogenannten „Shadowland“, eine Art illegales Matrix-Netzwerk, in Zusammenhang steht. Wir haben leider nicht genug Informationen um es voll zu verstehen. Es scheint so, als werden von der Anlage aus die Matrix-Hosts in der Layer-Liste überwacht. Und nicht nur das. Die „ARena“ arbeitet scheinbar mit Augmented Reality. Das bedeutet, der Grundriss wird dazu genutzt aktiv in den beobachteten Hosts einzugreifen und zu interagieren.
Die von Ihnen gesicherten Daten aus den Büros legen nahe, dass in der Anlage auch mehrere Gefangene untergebracht sind, die man mit verschiedenen Methoden dazu zwingt im Sinne der COC in den überwachten Hosts einzugreifen. Der Grundriss der Anlage und die Befragung eines Gefangenen durch Mrs. Miller geben außerdem Hinweise, dass hierbei massiv SimSense zum Einsatz kommt, um Szenen aus den überwachten Hosts aufzuzeichnen und Gefangene vor Ort gezielt zu manipulieren. Leider fehlt uns sowohl eine Gefangenenliste als auch ein Überblick über die SimSense Datenbank, die dort gepflegt wird. Insgesamt dient die Anlage also vorrangig der digitalen Spionagetätigkeit bei gleichzeitigem Verhör und erzwungenem Einsatz von gefangenen „Agenten“ vor Ort.
AtraMa Fan Tau
Die Frau mit dem Namen Atra scheint ebenfalls eine Gefangene gewesen zu sein. Allerdings eine sehr spezielle. Sowohl der Bericht von Mr. Morellè als auch ein von CPL Milestone sichergestelltes Datentableu bezeugen, dass diese „Kreatur“ durch einen Pakt an den Stationsleiter Ma Fan Tau gebunden wurde. Bei ihr handelt es sich der Dienstanweisung an den Stationsleiter zufolge um eine gefangene „Sila“. Eine Kreatur, deren übernatürliche Fähigkeit darin liegt, Menschen in Pakte zu binden. Diese Fähigkeit hat sie in den chinesischen Triaden zum Einsatz gebracht, indem sie hochrangige Triadenbosse an sich band und steuerte. Nun wurde sie kürzlich vom Ministerium für Staatssicherheit gefangen und arkan geknechtet. Der Bunker im Dali-Phänomen war scheinbar das optimale Gefängnis, um sie vor einer Flucht oder Kontaktaufnahme abzuschirmen. Von dort aus zwang man sie über die „ARena“ ihren Einfluss auf die Triadenbosse im Sinne der COC weiter auszuüben.
Die Dienstanweisung an den Stationsleiter enthielt neben Erkenntniszielen für den geheimdienstlichen Einsatz dieser Atra auch Codenamen um sie zu zwingen und zu binden. Diese sind nach dem Tod des Stationsleiters leider ungültig geworden. Auch gab es eine Beurteilung ihrer arkanen Natur. Eine Sila geht wohl als mythologisches Wesen zurück auf die Zeit des antiken Assur. Man rechnet sie zu den Efreet. Es sollen Kreaturen sein, die aus rauchlosem Feuer geschaffen wurden und durch deren Hilfe die Könige Assurs ihre Schreckensherrschaft über die Menschen durchsetzten. Dazu nutzten die Sila ihre Fähigkeit, Pakte zu schließen, denen die „Sterblichen“ nicht mehr entkommen konnten. Diese „Atra“ wurde aber erst vor kurzem erschaffen. Als Erschaffungsjahr wird 2060 vermerkt, als Beschwörer ein Magier oder Schamane mit dem Namen „Le Roi“. Inwiefern diese Atra, dieser Magier, die Triaden und das Büro 8 genau zusammen hängen blieb leider unter dem Felsmassiv zurück. Da diese Atra jedoch von der COC gezwungen wurde, nach deren Pfeife zu tanzen, wird ihre Befreiung aus der Gefangenschaft derzeit als positiv aufgefasst. Sie verfolgt nun wahrscheinlich wieder ihre eigene Agenda – oder die ihres Erschaffers.
Wir vermissen also wesentliche Puzzlestücke. Insbesondere die Liste der Gefangenen und eventuelle Metadaten über die SimSense-Datenbank. Unfraglich sind die geborgenen Erkenntnisse jedoch ein herber Schlag gegen Büro 8 und die COC. Man wird eine Cyber-Offensive vorbereiten um die Matrix-Hosts aus der Layer-Liste aufzuspüren und zu infiltrieren. Die ARena kann nach diesem harten Anschlag in bisheriger Form sicherlich nicht mehr weiter betrieben werden.
Weitere Folgen: Der Intelligence Branch wurde bekannt gemacht, dass ihre SIN für die COC und deren alliierten Staaten auf eine „stille Bann-Liste“ gesetzt wurden. Wir gehen davon aus, dass die Bild- und Tonaufzeichnungen vom Einsatzteam erfolgreich nach außen übermittelt werden konnten und in Folge eine rasche Identifizierung möglich war. Von einer Einreise in die COC sowie deren Bündnispartner ist daher stark abzuraten. Für CPL Milestone und CPL Svenson bedeutet dies ein formales Reiseverbot von Seiten der AIM.
Plattform-Krieg geht weiter: Raketenangriff abgewehrt
Die vor wenigen Wochen unter unter schweren Militärschutz gestellten HES würde heute Nacht das Ziel eines Angriffes mit Langstreckenwaffen. Ein Firmensprecher erklärte auf einer Pressekonferenz das sich Marschflugkörper im Anflug auf die Plattform befunden habe. Auf anraten der AIM sei jedoch ein modernes Luftverteidigungssystem auf der Anlage etabliert wurde, obwohl die Aktionärsversammlung sich gegen eine solche Einrichtung ausgesprochen hatte. Die CEO der Plattform, Rubin Hafay hatte die Maßnahme jedoch in einer exekutive Anordnung durchgesetzt.
Der Liaisonoffizier der AIM erklärte:
„Um 0347h Ortszeit erkannte unser Frühwarnsystem eine unbekanntes Flugjobjet, das sich im Tiefflug und mit hoher Geschwindigkeit nähert. Sechs Minuten später wurde es als Cruise Missle identifiziert und der Befehl zu Abschuss gegeben. 0359 wurde die Rakete getroffen und zerstört.“
Bei dem Verteidigungssystem soll es sich um eine mobile Rail-Gun handeln, welche auch jegliche anderen Ziele attackieren könnte, von Schiffen über Flugzeuge bis hin zu Objekten im niederen Orbit. Es könnte somit sein das die Pazifik Krise der erste Konflikt ist in der die Kinetic Rail-Guns eine Rolle als Kriegswaffen spielen. Seit mehr als 50 Jahren wird an dieser Technologie geforscht, bisher galt das System noch immer als Ineffizient und nur in spezialisierten Einzellfällen sinnvoll.
Ungeklärt ist bisher von wo aus der Angriff durchgeführt wurde und wer der Aggressor ist. Die COC weißt jegliche Beteiligung von sich. Ein Angriff auf ein ziviles Ziel außerhalb der direkten Konfliktzone und ohne Provokation widerspricht den COC Militärrecht, heißt es in einer Verlautbarung
Wyrm Talk Special
Zusätzlich zu seinen vierteljährigen Gesprächsrunden, hat Dunkelzahn eine zusätzliche Sondersendung angekündigt. Das Programm Wyrm-Talk, welches der nordamerikanische Drache seit seinem Rückzug aus dem politischen Leben hosted, beschäftigt sich zumeist mit der philosophischen Betrachtung brisanter Themen sowohl Politischer, als auch ethischer oder magisch-historischer Natur.
John Timmons, der langjährige Dolmetscher des Drachen, kündigte auf der Matrixplattform von Wyrm-Talk die Sondersendung an:
„Wir wurden von verschiedenen Seiten angesprochen, ob Dunkelzahn sich zu den aktuellen Vorkommnissen im Pazifik äußern möchte, der Tatsache zum trotz, dass weder er, noch ich einer solchen Aufforderung in den letzten Jahren nachgekommen sind. Er sieht sich heute als Privatwesen und spricht daher nur noch als solches, selbst wenn er mit seiner Stimme mehr Wesen erreicht als viele mächtige Politiker. Für meine Person gilt leider weiterhin, dass auch heute noch genug Leute gibt die alles was ich sage als seine Meinung aufnehmen. Weiterhin werde ich mich öffentlich nur äußern wenn auch er sich geäußert hat und auch nur dann wenn ich andere Meinung bin…so selten das sein mag.
Doch wie schon einige Male zuvor gibt es etwas was ihn besorgt. Er hat mich gebeten diese Sorge in eine Form zu übersetzen die wir, als Sapiens verstehen können. Die Sondersendung wird dazu dienen, ebenso werden wir wie immer einige Personen einladen, die bei dieser Übersetzung helfen können. Unser Thema dieses Mal lautet“
„Der lange Blick und warum wir uns die Kurzsichtigkeit nicht mehr leisten können.“
Die meisten Drachen sind entweder als Eremiten oder Reklusiarchen bekannt. Sie leben zurückgezogen von der menschlichen Welt und kümmer sich nicht um unsere Angelegenheiten. Oder sie sind Teil der Gesellschaft, aber abgeschirmt von wirklichem Kontakt. Nur wenige von ihnen sind Teil des wirklichen, öffentlichen Lebens. Dunkelzahn, der viele Jahre eine politische Karriere verfolgt hat und nun mit Wyrm-Talk einen weltweiten Matrixcast betreibt, Qutemoch, der Pressesprecher von Atztechnologie und persönlicher Abgesandter von Quexaltotle. Schilbung der an der Universität von Maburg, als berufener Professor, Geschichte des Altertums und Magietheorie unterrichtet, so wie Zunan, Beherrscher des Drachenkönigreiches Avar.
Meta-Human Pride Parade schließt mit großer Abschlussfeier
Mit der großen Parade ging die MPP gestern zu ende. Sie zog sich durch die ganze Green City von London und wurde somit direkt zu einem Einweihung des wiederaufgebauten Stadtkerns. Schätzungsweise haben über 1mil Besucher die Metropole an der Themse aufgesucht. Damit hat die MPP endgültig ihren Status als eine Plattform der Randgruppen verloren und reiht sich in die großen Festivals der Moderne ein, als der Event der wie kein andere für Gemeinschaft und Toleranz steht. Begleitet wurde das Ereignis von diversen politischen Veranstaltungen, Talk-Shows und Dokumentationen, in dem sich auch die Gegner der Meta-Pride Bewegung Gehör verschafften.
Alle Erwartungen zum trotz gab es keine großen Zwischenfälle, zumindest nichts was den Rahmen eines vier tägiges Straßenfestival sprengen würde. Scotland Yard gab heute einen ausführlichen Bericht über ihrer Aktivitäten kurz vor und während des Festivals. Der Direktor faste die Ergebnisse zusammen in dem er bemerkte, das die Fandungs- und Festnahmeerfolge eine Meisterleistung seiner Behörden, aller beteiligten Behörden und der angeheuerten Kontraktern gewesen sein, gleichzeitig sei es erschreckend was hätte alles passieren sollen, wenn Verbrecher und Terroristen ihre Plane hätten durchführen können.
HARD TALK (Ausschnitt aus der Live Sondesendung anlässlich der MHPP)
Jahrestag der 100 Stunden von Īlām
In dieser Woche Gedenken viele der Überlebenden den جنود من الضوء (junud min aldaw’/Soldaten des Lichts) so wie die Menschen der Region, den Opfern des erbittertsten Gefechts der Ifrit-Krise.
Irans Ministerpräsidentin Ava Sumbri gedachte in ihrer Rede den tapferen Soldaten, welche sich dem Ansturm der grotesken Horden und ihren apokalyptischen Anführern entgegen warfen und zu tausenden ihre leben ließen, damit die Zivilbevölkerung fliehen konnte. Sumbries Tochter, Halima Sumbri, heute Colonel in der internationalen Īlām-Brigarde, damals ein junge Soldatin frisch nach der Grundausbildung, führte die Parade persönlich an.
Premier Sumbri führte die Tradition ihres Vorgängers fort und verlas 200 zufällig ausgewählte Namen von gefallen Soldaten. Sie bezeichnete das Opfer dieser Männer und Frauen als eine Tat welche einem antiken Epos angemessen wirkt und versicherte das die Tradition der Verlesung vorgeführt werden wird, bis alle Name genannt sind. Die Zahl der bestätigten gefallene Koallitionstruppen beträgt 4690, ohne zivile Opfer. Dann legte sie an dem Kriegerdenkmal sechs Krummsäbel nieder, Geschmückt mit den Einheits- und Truppenabzeichen der Beteiligten und Symbolisch für die Nationen welche neben ihren iranischen und irakischen Landsleuten an dem Gefecht beteiligt gewesen sind. Die nationalen Flaggen der UCAS, Frankreich, Norwegen, Schweden, Deutschland und Israel wehen am Gedenktag an allen iranischen und irakischen Botschaften.
Die Efreet-Krise gilt zusammen mit dem Detroit Event, als die schwerste magische Verwerfung, welche in der Fachsprache einfach nur als „Shift“ bekannt sind.
Zum Weiterlesen für Charaktere mit entsprechenden Fähigkeiten
Zu Ifrits (Magietheorie oder Erfahrung im Kampf gegen magische Wesen)
Zur Ifrit-Krise (Jede Fertigkeit zu Geschichte, Politik oder Magietheorie oder jeder Charakter der direkt oder indirekt mit diesem Vorfall in Berührung gekommen ist)
Heute Abend trat eine ernste und emotionale Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaire, vor eine Pressekonferenz des Japanischen Consortiums und nahm zu den jüngsten Entwicklungen der Invasion von Kumamoto Stellung. Channel 9 stellt die Erklärung in voller Länge bereit:
Sehr geehrte Damen und Herren,
am gestrigen Abend führte das Consortium für Wirtschaftsentwicklung und Ressourcenerschließung im Pazifikraum einen Militärschlag zur Befreiung der japanischen Stadt Kinto durch. Stadt und Region, die durch das kantonesische Unternehmen Xunxao Gongsi bewirtschaftet wird, waren Ausgangspunkt eines lange geplanten Invasionsversuchs der südjapanischen Halbinsel durch die Streitkräfte des COC.
Der Militärschlag richtete sich gegen befestigte Stellungen im Stadtgebiet Kinto, mit deren Hilfe die Streitkräfte der COC die örtliche Bevölkerung faktisch als Geiseln in diesem Konflikt zu nehmen gedachten. Die Intention und kühle Kalkulierung dieses verbrecherischen Akts sind durch tragfähige Beweise und Zeugenaussagen beteiligter, führender Personen der Xunxao Gongsi belegt worden. Es wird derzeit die Einrichtung einer Untersuchungskommision des Internationalen Kommerzialrats sowie von Wirtschaftsembargos durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die Cantonese Confederation vorbereitet.
Im Vollbewusstsein der militärisch sehr anspruchsvollen Rückeroberung Kintos, mit der faktischen Geiselhaft eines Teils der Bevölkerung, verlangte die Planung und Durchführung besondere Präzision. Gestern um 1300 Uhr lokaler Ortszeit wurde das Stadtgebiet von allen kantonesischen Kräften befreit. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Beteilgten, die eine erfolgreiche Rückeroberung unter geringstmöglichen, zivilen Verlusten möglich machten. Insbesondere gilt mein Dank den Soldatinnen und Soldaten im engsten Stadtkampf sowie der hervorragenden Planung des Generalstabs des Japanischen Imperiums, Indonesiens und AIM. Unsere Segenswünsche, unsere Dankbarkeit und unsere tiefe Anteilnahme gilt den Gefallenen beider Seiten, sowie deren Angehörigen.
Während der Großteil der Stadtbevölkerung auf erkämpften Rückzugskorridoren – aber auch mit eigener, findiger Selbsthilfe – das umkämpfte Gebiet unbeschadet verlassen konnte, sind zahlreiche Opfer unter den Trümmern der kantonesischen Stellungen noch zu bergen. Die kommenden Tage werden uns Mut und Stärke abverlangen, wenn die schrecklichen Folgen dieser Geiselhaft in Gänze enthüllt worden sind.
Indes ist mit der Befreiung Kintos ein zentraler Sieg im Pazifikkonflikt errungen. Die heimtückische Vorbereitung eines Angriffskrieges gegen Japanisches Territorium kam damit zum erliegen. Der von der COC erhoffte Brückenkopf für eine Invasion Kumamotos kam nicht zustande. Ein langwieriger Bodenkrieg mit zehntausenden Opfern, ein blutiges Würgen und Ringen der benachbarten Völker, ist damit entschlossen und frühzeitig abgwendet worden.
An dieser Stelle möchte ich auf die herausragende Leistung einer kleinen Gruppe von Spezialkräften aus der Task Force Blue Shark verweisen. Unter großem persönlichen Risiko und mit hoher Professionalität gelang es den Männern und Frauen trollischer, orkischer, elfischer, gnomischer und menschlicher Natur, Vortstandsmitglieder der Xunxao Gongsi unter schwerem Beschuss aus dem umkämpften Gebiet zu evakuieren. Chief Financial Officer Mesuko Tari und Chief Investment Officer Helen Brightwater haben ihre dankbare Bereitschaft zur vollständigen Aufklärung der Geschehnisse und Hintergründe erklärt. Beide haben sich als Kronzeugen für Strafverfahren zur Verfügung gestellt und liefern damit einen wichtigen Schlüssel zur rechtsstaatlichen Aufbereitung des Angriffs. Unser Dank gilt auch dem nachrichtendienstlichen Personal, das die Notlage der Geretteten zuerst zur Kenntnis brachte.
Bereits jetzt wurde es durch die mutige Evakuierung der beiden Personen möglich zu verstehen, wie es der COC gelingen konnte, solch massive Kriegsvorbereitungen auf japanischem Boden voranzutreiben. Durch Inpflichtnahme der kantonesisch kontrollierten Xunxao Gongsi wurden seit über 15 Jahren Import, Export und Investitionen des Unternehmens verschleiert und manipuliert, um die Einfuhr von Kriegswaffen und Soldaten in der Region zu verbergen. Während die Verstrickung der obersten Führungsebene sowie des Sicherheitswesens der Xunxao Gonsi noch unklar sind, ist eines offenbar: Misstrauen und Konkurrenz haben diese Eskalation seit über einem Jahrzehnt ausgebrütet. Die gestrigen Ereignisse haben ihre Wurzeln tatsächlich in einer krisenhaften Geschichte, die weit in die alte Welt nationalstaatlicher Politik zurückreicht.
Es ist genau dieser Moment, an dem wir uns zur Besonnenheit ermahnen müssen. Das Eigentum und das Recht auf Selbstbestimmung der Unternehmen und ihrer Völker ist der Garant unserer Freiheit und Zukunft. Wir haben eine Verantwortung mit geschichtlicher Tragweite. Wir müssen uns von den Dämonen vererbter Missgunst endlich befreien. Man darf nicht müde werden, es immer und immer wieder anzumahnen: der Weg der militärischen Konfliktlösung hat schon zu allen Zeiten die Rechnungen aller Beteiligten ins unermessliche getrieben. Man muss unablässig daran arbeiten, sich von diesem Erbe zu befreien.
Im Mittelpunkt des gegenwärtigen Pazifikkonflikts steht die kluge Nutzung dessen, was Mutter Erde Gaia uns mit mahnendem Blick überantwortet hat. In den Tiefen des Pazifiks liegen die Schlüssel verborgen, um die technologische und soziale Zukunft der Menschheit auf eine neue Stufe zu heben. Umso schwerer wiegt es, dass die zukunftsweisenden Hochsee-Plattformen in der Region immer mehr zu Anrgiffszielen hybrider Kriegsführung werden.
Was mit Kappa YC begann, wurde unlängst durch den schockierenden Untergang der Hope2029 einmal mehr bewiesen. Ich darf an dieser Stelle bekannt machen, dass ein Luftlandebattalion von AIM auf Wunsch des Betreibers auf die High Energy Midway Plattform verlegt wurde. Damit soll ein klares Zeichen für unsere Entschlossenheit gesetzt werden. Jeder Art terroristischer Absicht wird resolut entgegen getreten werden. Der drohende Schaden für Umwelt und Metamenschen muss von diesen sensiblen und wichtigen Baustellen unserer Zukunft unbedingt abgewendet werden.
Wir bekräftigen an dieser Stelle erneut, dass wir die Ressourcenerschließung und den Einsatz neuer Technologien im Pazifikraum mit offenen Armen gegenüber den kantonesischen Unternehmen und Bürgern betreiben wollen. Grundbedingung hierfür ist die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen im Pazifikraum, die Rückkehr von Streitkräften der COC und ihrer Allianzpartner in ihre international anerkannten Hoheitsgewässer sowie die Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen auf Augenhöhe.