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Golden Gap Debriefing

An die Einsatzgruppe

Sehr geehrte Herren,
Sehr geehrte Frau Miller,

lassen Sie mich zuallererst meine Bestürzung über die erlittenen und erheblichen Verletzungen sowie den heftigen Ausgang von Operation Golden Gap zum Ausdruck bringen. Auch SPC Lance, die Ihre Evakuierung aus Yunnan wesentlich koordinierte, wünscht Ihnen rasche und vollständige Genesung.

Erst vor wenigen Stunden haben wir Ihre Berichte und Materialien erhalten. Auch wenn Sie sich zurzeit noch in Yangon City, Avar, befinden, möchte ich Sie dennoch über erste Ergebnisse und auch weitere Schritte informieren.

Zu ihrer Lage: Corporal Svenson wird noch heute mit einem AIM Flug von Yangon über Java nach Tokio gebracht, wo seine schweren Verletzungen behandelt werden. Sein Zustand ist nach wie vor lebensbedrohlich. Mrs. Miller und Mr. Morellè werden nach Rücksprache mit Behörden in Avar vor Ort, in Yangon, behandelt. Ein Sicherheitsteam wird den Krankenhausaufenthalt begleiten und für Ihre persönliche Sicherheit sorgen. Corporal Milestone wird übermorgen zum Dienst auf die AIMS Cassiopeia zurückbeordert.

Zu den Ergebnissen der Datenauswertung: Ausgehend von Ihren rudimentären Bild- und Tonaufzeichnungen, den Aufzeichnungen des Operative 84 sowie den sichergestellten Datenträgern aus zwei Büros des örtlichen Leitungspersonals fügt sich ein begrenztes Bild zusammen. Den aktuellen Stand will ich Ihnen mitteilen. Alles weitere wird wahrscheinlich Verschlusssache werden.

Die Anlage scheint tatsächlich eine Einrichtung des Cantonesischen Ministeriums für Staatssicherheit, Büro 8, zu sein. Die Bunkeranlage selbst wurde möglicherweise schon in den 2020er Jahren errichtet, aber nie für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Der Grundriss der „ARena“ sowie die von ihnen sichergestellte Liste von „Layers“ gab uns einen sehr wichtigen Hinweis. Die Anlage scheint ein Horchposten beziehungsweise eine Überwachung bestimmter Matrix-Hosts zu sein, die mit mehreren illegalen Gruppierungen und dem sogenannten „Shadowland“, eine Art illegales Matrix-Netzwerk, in Zusammenhang steht. Wir haben leider nicht genug Informationen um es voll zu verstehen. Es scheint so, als werden von der Anlage aus die Matrix-Hosts in der Layer-Liste überwacht. Und nicht nur das. Die „ARena“ arbeitet scheinbar mit Augmented Reality. Das bedeutet, der Grundriss wird dazu genutzt aktiv in den beobachteten Hosts einzugreifen und zu interagieren.

Die von Ihnen gesicherten Daten aus den Büros legen nahe, dass in der Anlage auch mehrere Gefangene untergebracht sind, die man mit verschiedenen Methoden dazu zwingt im Sinne der COC in den überwachten Hosts einzugreifen. Der Grundriss der Anlage und die Befragung eines Gefangenen durch Mrs. Miller geben außerdem Hinweise, dass hierbei massiv SimSense zum Einsatz kommt, um Szenen aus den überwachten Hosts aufzuzeichnen und Gefangene vor Ort gezielt zu manipulieren. Leider fehlt uns sowohl eine Gefangenenliste als auch ein Überblick über die SimSense Datenbank, die dort gepflegt wird. Insgesamt dient die Anlage also vorrangig der digitalen Spionagetätigkeit bei gleichzeitigem Verhör und erzwungenem Einsatz von gefangenen „Agenten“ vor Ort.

Atra
Ma Fan Tau

Die Frau mit dem Namen Atra scheint ebenfalls eine Gefangene gewesen zu sein. Allerdings eine sehr spezielle. Sowohl der Bericht von Mr. Morellè als auch ein von CPL Milestone sichergestelltes Datentableu bezeugen, dass diese „Kreatur“ durch einen Pakt an den Stationsleiter Ma Fan Tau gebunden wurde. Bei ihr handelt es sich der Dienstanweisung an den Stationsleiter zufolge um eine gefangene „Sila“. Eine Kreatur, deren übernatürliche Fähigkeit darin liegt, Menschen in Pakte zu binden. Diese Fähigkeit hat sie in den chinesischen Triaden zum Einsatz gebracht, indem sie hochrangige Triadenbosse an sich band und steuerte. Nun wurde sie kürzlich vom Ministerium für Staatssicherheit gefangen und arkan geknechtet. Der Bunker im Dali-Phänomen war scheinbar das optimale Gefängnis, um sie vor einer Flucht oder Kontaktaufnahme abzuschirmen. Von dort aus zwang man sie über die „ARena“ ihren Einfluss auf die Triadenbosse im Sinne der COC weiter auszuüben.

Die Dienstanweisung an den Stationsleiter enthielt neben Erkenntniszielen für den geheimdienstlichen Einsatz dieser Atra auch Codenamen um sie zu zwingen und zu binden. Diese sind nach dem Tod des Stationsleiters leider ungültig geworden. Auch gab es eine Beurteilung ihrer arkanen Natur. Eine Sila geht wohl als mythologisches Wesen zurück auf die Zeit des antiken Assur. Man rechnet sie zu den Efreet. Es sollen Kreaturen sein, die aus rauchlosem Feuer geschaffen wurden und durch deren Hilfe die Könige Assurs ihre Schreckensherrschaft über die Menschen durchsetzten. Dazu nutzten die Sila ihre Fähigkeit, Pakte zu schließen, denen die „Sterblichen“ nicht mehr entkommen konnten. Diese „Atra“ wurde aber erst vor kurzem erschaffen. Als Erschaffungsjahr wird 2060 vermerkt, als Beschwörer ein Magier oder Schamane mit dem Namen „Le Roi“. Inwiefern diese Atra, dieser Magier, die Triaden und das Büro 8 genau zusammen hängen blieb leider unter dem Felsmassiv zurück. Da diese Atra jedoch von der COC gezwungen wurde, nach deren Pfeife zu tanzen, wird ihre Befreiung aus der Gefangenschaft derzeit als positiv aufgefasst. Sie verfolgt nun wahrscheinlich wieder ihre eigene Agenda – oder die ihres Erschaffers.

Wir vermissen also wesentliche Puzzlestücke. Insbesondere die Liste der Gefangenen und eventuelle Metadaten über die SimSense-Datenbank. Unfraglich sind die geborgenen Erkenntnisse jedoch ein herber Schlag gegen Büro 8 und die COC. Man wird eine Cyber-Offensive vorbereiten um die Matrix-Hosts aus der Layer-Liste aufzuspüren und zu infiltrieren. Die ARena kann nach diesem harten Anschlag in bisheriger Form sicherlich nicht mehr weiter betrieben werden.

Weitere Folgen: Der Intelligence Branch wurde bekannt gemacht, dass ihre SIN für die COC und deren alliierten Staaten auf eine „stille Bann-Liste“ gesetzt wurden. Wir gehen davon aus, dass die Bild- und Tonaufzeichnungen vom Einsatzteam erfolgreich nach außen übermittelt werden konnten und in Folge eine rasche Identifizierung möglich war. Von einer Einreise in die COC sowie deren Bündnispartner ist daher stark abzuraten. Für CPL Milestone und CPL Svenson bedeutet dies ein formales Reiseverbot von Seiten der AIM.

Herzliche Grüße,

CPT Katsuo Uzun

Die Befreiung von Kiruna

Heute Abend trat eine ernste und emotionale Jacqueline Walters, CEO der Association Internationale des Mercenaire, vor eine Pressekonferenz des Japanischen Consortiums und nahm zu den jüngsten Entwicklungen der Invasion von Kumamoto Stellung. Channel 9 stellt die Erklärung in voller Länge bereit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am gestrigen Abend führte das Consortium für Wirtschaftsentwicklung und Ressourcenerschließung im Pazifikraum einen Militärschlag zur Befreiung der japanischen Stadt Kinto durch. Stadt und Region, die durch das kantonesische Unternehmen Xunxao Gongsi bewirtschaftet wird, waren Ausgangspunkt eines lange geplanten Invasionsversuchs der südjapanischen Halbinsel durch die Streitkräfte des COC.

Der Militärschlag richtete sich gegen befestigte Stellungen im Stadtgebiet Kinto, mit deren Hilfe die Streitkräfte der COC die örtliche Bevölkerung faktisch als Geiseln in diesem Konflikt zu nehmen gedachten. Die Intention und kühle Kalkulierung dieses verbrecherischen Akts sind durch tragfähige Beweise und Zeugenaussagen beteiligter, führender Personen der Xunxao Gongsi belegt worden. Es wird derzeit die Einrichtung einer Untersuchungskommision des Internationalen Kommerzialrats sowie von Wirtschaftsembargos durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die Cantonese Confederation vorbereitet.

Im Vollbewusstsein der militärisch sehr anspruchsvollen Rückeroberung Kintos, mit der faktischen Geiselhaft eines Teils der Bevölkerung, verlangte die Planung und Durchführung besondere Präzision. Gestern um 1300 Uhr lokaler Ortszeit wurde das Stadtgebiet von allen kantonesischen Kräften befreit. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Beteilgten, die eine erfolgreiche Rückeroberung unter geringstmöglichen, zivilen Verlusten möglich machten. Insbesondere gilt mein Dank den Soldatinnen und Soldaten im engsten Stadtkampf sowie der hervorragenden Planung des Generalstabs des Japanischen Imperiums, Indonesiens und AIM. Unsere Segenswünsche, unsere Dankbarkeit und unsere tiefe Anteilnahme gilt den Gefallenen beider Seiten, sowie deren Angehörigen.

Während der Großteil der Stadtbevölkerung auf erkämpften Rückzugskorridoren – aber auch mit eigener, findiger Selbsthilfe – das umkämpfte Gebiet unbeschadet verlassen konnte, sind zahlreiche Opfer unter den Trümmern der kantonesischen Stellungen noch zu bergen. Die kommenden Tage werden uns Mut und Stärke abverlangen, wenn die schrecklichen Folgen dieser Geiselhaft in Gänze enthüllt worden sind.

Indes ist mit der Befreiung Kintos ein zentraler Sieg im Pazifikkonflikt errungen. Die heimtückische Vorbereitung eines Angriffskrieges gegen Japanisches Territorium kam damit zum erliegen. Der von der COC erhoffte Brückenkopf für eine Invasion Kumamotos kam nicht zustande. Ein langwieriger Bodenkrieg mit zehntausenden Opfern, ein blutiges Würgen und Ringen der benachbarten Völker, ist damit entschlossen und frühzeitig abgwendet worden.

An dieser Stelle möchte ich auf die herausragende Leistung einer kleinen Gruppe von Spezialkräften aus der Task Force Blue Shark verweisen. Unter großem persönlichen Risiko und mit hoher Professionalität gelang es den Männern und Frauen trollischer, orkischer, elfischer, gnomischer und menschlicher Natur, Vortstandsmitglieder der Xunxao Gongsi unter schwerem Beschuss aus dem umkämpften Gebiet zu evakuieren. Chief Financial Officer Mesuko Tari und Chief Investment Officer Helen Brightwater haben ihre dankbare Bereitschaft zur vollständigen Aufklärung der Geschehnisse und Hintergründe erklärt. Beide haben sich als Kronzeugen für Strafverfahren zur Verfügung gestellt und liefern damit einen wichtigen Schlüssel zur rechtsstaatlichen Aufbereitung des Angriffs. Unser Dank gilt auch dem nachrichtendienstlichen Personal, das die Notlage der Geretteten zuerst zur Kenntnis brachte.

Bereits jetzt wurde es durch die mutige Evakuierung der beiden Personen möglich zu verstehen, wie es der COC gelingen konnte, solch massive Kriegsvorbereitungen auf japanischem Boden voranzutreiben. Durch Inpflichtnahme der kantonesisch kontrollierten Xunxao Gongsi wurden seit über 15 Jahren Import, Export und Investitionen des Unternehmens verschleiert und manipuliert, um die Einfuhr von Kriegswaffen und Soldaten in der Region zu verbergen. Während die Verstrickung der obersten Führungsebene sowie des Sicherheitswesens der Xunxao Gonsi noch unklar sind, ist eines offenbar: Misstrauen und Konkurrenz haben diese Eskalation seit über einem Jahrzehnt ausgebrütet. Die gestrigen Ereignisse haben ihre Wurzeln tatsächlich in einer krisenhaften Geschichte, die weit in die alte Welt nationalstaatlicher Politik zurückreicht.

Es ist genau dieser Moment, an dem wir uns zur Besonnenheit ermahnen müssen. Das Eigentum und das Recht auf Selbstbestimmung der Unternehmen und ihrer Völker ist der Garant unserer Freiheit und Zukunft. Wir haben eine Verantwortung mit geschichtlicher Tragweite. Wir müssen uns von den Dämonen vererbter Missgunst endlich befreien. Man darf nicht müde werden, es immer und immer wieder anzumahnen: der Weg der militärischen Konfliktlösung hat schon zu allen Zeiten die Rechnungen aller Beteiligten ins unermessliche getrieben. Man muss unablässig daran arbeiten, sich von diesem Erbe zu befreien.

Im Mittelpunkt des gegenwärtigen Pazifikkonflikts steht die kluge Nutzung dessen, was Mutter Erde Gaia uns mit mahnendem Blick überantwortet hat. In den Tiefen des Pazifiks liegen die Schlüssel verborgen, um die technologische und soziale Zukunft der Menschheit auf eine neue Stufe zu heben. Umso schwerer wiegt es, dass die zukunftsweisenden Hochsee-Plattformen in der Region immer mehr zu Anrgiffszielen hybrider Kriegsführung werden.

Was mit Kappa YC begann, wurde unlängst durch den schockierenden Untergang der Hope2029 einmal mehr bewiesen. Ich darf an dieser Stelle bekannt machen, dass ein Luftlandebattalion von AIM auf Wunsch des Betreibers auf die High Energy Midway Plattform verlegt wurde. Damit soll ein klares Zeichen für unsere Entschlossenheit gesetzt werden. Jeder Art terroristischer Absicht wird resolut entgegen getreten werden. Der drohende Schaden für Umwelt und Metamenschen muss von diesen sensiblen und wichtigen Baustellen unserer Zukunft unbedingt abgewendet werden.

Wir bekräftigen an dieser Stelle erneut, dass wir die Ressourcenerschließung und den Einsatz neuer Technologien im Pazifikraum mit offenen Armen gegenüber den kantonesischen Unternehmen und Bürgern betreiben wollen. Grundbedingung hierfür ist die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen im Pazifikraum, die Rückkehr von Streitkräften der COC und ihrer Allianzpartner in ihre international anerkannten Hoheitsgewässer sowie die Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen auf Augenhöhe.

Ich danke ihnen für die Aufmerksamkeit.

03. Mai 2072, Channel 9 Hong Kong

Der Nauduang-Bericht

„…und so schließt der Aufklärungsbericht mit der Feststellung durch unsere Operatives, dass ein Angriff auf die Instandsetungsgruppe absolut erwartbar ist. Ein Vorrücken in das Tal würde die Hand mit der Lunte an genug Sprengstoff legen, um die ganze Provinz Pi Taak weiter zu destabilisieren.“

Die Anwesenden des Polizeikommissariat Kalimantan bewegen sich durch die virtuelle Repräsentation einer festlichen Zusammenkunft. Goldene Figuren tanzen um das Idol der Freundlichkeit des Alten Chan. Ringsum scheinen alle Gäste eingefroren. Bauern, Handwerker, Dealer, Mörder, ein oder zwei Gesichter aus den Topp Zwanzig der indonesischen Fahndungsliste, alle verharren sie leblos und doch fast zum greifen lebendig. Die Polizisten wandern in dunkle Schatten der Unaufmerksamkeit, dann wieder in dichte Felder höchster Konzentration. Im Zentrum der virtuellen Illusion: eine kleine Gruppe aus Gnomin, Ork, Troll und Mensch.

„Und Ihre Leute sind einfach in diese Gruppe hineinspaziert und haben diese Aufnahmen gemacht? Das ist ja zum anfassen nah. Man kann die biometrischen Daten von den meisten einfach so auslesen. Man riecht sogar die Zigarre vom Ork!“

„Ja, unser Team hat sich den Gegebenheiten angepasst und die Datengewinnung priorisiert.“

„Also eine Familienfehde der Chans, kein politischer Terror.“

„Sie klingen enttäuscht, Commissioner.“

Der Commissioner tritt vor die drei eingefrorenen Chan-Geschwister. Einer der Brüder zieht grade eine transparente Visitenkarte aus seinem teueren Designeranzug.

„So oder so, es ist Krieg. Das macht keinen Unterschied.“

„Die Frage ist, gegen wen ihre Polizei und ihr Land einen Krieg zu führen gedenkt. Das macht sehr wohl einen Unterschied. Wenn sie einen Vorwand suchen, um Militär im Inland einzusetzen, dann erwarten sie bitte nicht, dass AIM den Kopf dafür hinhält.“

„Ach hören sie auf, Colonel. Peter Chan hier, ist etablierter Waffenhändler zwischen Asien und UCAS. Und seine Schwester Claire hängt bis zu den Ellenbogen in den Bandenkriegen in Singapur. Und wenn ein Staat oder Unternehmen von innen heraus fault, dann warten die Hunde außerhalb der Grenzen, um darüber herzufallen. Faktisch fördern feindliche Staaten doch mit Genuss das Verbrechen bei den Nachbarn. Jeder Verbrecher im Land ist eine Bedrohung der nationalen Sicherheit und des äußeren Friedens!“

„Wenn das so ist, warum haben sie überhaupt noch eine Polizei, und tauschen nicht gleich alle Streifenwagen gegen Schützenpanzer aus? Ich verstehe sowieso nicht, welchen Vorteil sich bei dem Ganzen für ihr Kommissariat bietet. Für mich sieht das so aus, als verlieren sie auf jeden Fall. Erst eskalieren ihre Leute den Streit mit der Chan-Familie, dann suspendieren sie die eigenen Leute und am Ende wollen sie der Armee platz machen?“

„Das ist jetzt auch egal. Mit den Aufzeichnungen wird es wohl eine Polizeisache bleiben. Weil ihre Leute nicht den Mumm hatten die Lunte auch zu zünden, wird man jetzt mit den Chans verhandeln müssen, wie mit einem eitlen Königreich. Ich hätte ihnen keinen einzigen NuYen gezahlt.“

Der Commissioner wendet sich dem Colonel des AIM Central Command zu. Der antwortet kühl:

„Die Aufklärungsabteilung der Indonesischen Armee sah das etwas anders, nachdem die Observationsdaten ausgewertet waren. Wenn sie ein Trittbrett suchen, dann bitte nicht im Pazifikkonflikt. Ich kann ihnen versichern, dass wir genug Sorgen haben. Suchen sie sich ein paar der kriminellen Gesichter aus, die sie hier um sich sehen, und montieren sie die auf ein paar altmodische Fahndungsfotos. Allein dieses Standbild könnte eine Kriminalabteilung für organisiertes Verbrechen Monate beschäftigen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum sie sich bei uns beschweren.“

„Schicken sie uns die Biometrischen Daten der ganzen Trauerfeier – und sparen sie sich die halbklugen Belehrungsversuche!“

Der Commissioner und sein Team unterbrechen die Matrix-Verbindung und verschwinden wütend aus der Szene. Nur der Colonel und Captain Uzun bleiben zurück, als sich die eingefrorene Simsense-Repräsentation wieder zu bewegen beginnt. Die Visitenkarte wandert in die Hände von Régicide. Die Gruppe verlässt die Feierlichkeit. Dabei blitzt die Szene kurz auf. Ein kurzer Absatz, die Uhren springen kaum merklich 9 Sekunden auf einen Schlag. Der Captain und der Colonel schweigen eine Weile.

„Ihre Einschätzung, Captain?“

„Wir kratzen hier nur an der Oberfläche. Das stinkt nach Korruption, Sir. Wir haben andere Probleme.“

„Ja. Schneiden sie den Indonesischen Verbündeten und dem Commissioner eine handliche Fassung dieser Aufzeichnungen zusammen. Nur die Eckpunkte. Keine Internas, keine sensiblen Daten unsererseits.“

„Verstanden Sir. – Und wie geht es dann weiter, in Pi Taak?“

„Wenn Indonesien seine Truppen enger an die malayische Grenze verlegen will, müssen sie sich wohl selbst mit den Kartellen rumschlagen – oder sich sonstwie einigen. Ich sehe nicht, dass dieses Flugfeld zeitnah erschlossen werden kann. Da wurde uns zu viel versprochen. Ich denke auch nicht, dass das Central Command Interesse daran hat, den Pazifikkonflikt auch noch auf die Innenpolitik Indonesiens auszuweiten.“

„Klingt gut, Sir.“

„Schicken sie ihre Spezialisten eine Weile in den Urlaub. Und dann verlegen sie das Team mitsamt dem experimentellen Kommunikationswesen zur 2. Trägergruppe vor Japan. Dort soll weiter trainiert werden. Wenn es im Sommer zur Bodenoffensive kommen sollte, werden wir das Special Transport Ground in die Landungsspitze legen – wenn sich ihr Team weiter bewährt.“

„Machen sie sich keine Sorgen, Captain. Das Team macht ständig Fortschritte.“

„Legen Sie mir die Evaluationsergebnisse und die weiteren Verwendungsempfehlungen vor, sobald sie soweit sind.“

„Jawohl, Sir.“

Die nebelverhangene Insel in Hutan Dui verblasst langsam. Die Trauerfeier löst sich auf, im digitalen Strom des virtuellen Raumes. Zurück bleibt ein leerer, grauer Raum aus Stahl und kupferdurchwirkten Plastiksegmenten. Captain Uzun und der Colonel nehmen ihre Datenkappen ab und verlassen den Raum durch ein Wandsegment, das lautlos zur Seite gleitet.

Pacific News and Beyond

POLITIK – Oslo, Norwegen – Die Skandinavische Union hat die Präsidentschaft des Krisenpräventionsrates der Vereinten Nationen übernommen. Damit einhergehend werden der Internationale Strafgerichtshof sowie zahlreiche weitere Gremien der Internationalen Gemeinschaft durch Skandinavische Hand verwaltet.

In der aktuellen Pazifikkrise geht damit ein schweres Erbe an die fünf Mitgliedsstaaten und zahlreichen Unternehmen Nordeuropas über. König Carl Toresson von Norwegen gab bekannt, dass er eine hochrangige Gesandtschaft nach Hong Kong entsenden wird, wo man derzeit versucht die Beteilgten am Kampf um Okinawa an einen Tisch zu bekommen.

KULTUR – London, England – Das Metahuman Pride Street Festival kehrt zum achten Mal nach London zurück. Metamenschenaktivisten aus aller Welt werden zur größten Zusammenkunft dieser Art erwartet. Neben Demonstrationen, Vorträgen und kulturellen Beiträgen werden vor allem Ausgelassenheit und Feierlaune geboten.

Konservativen Lobbygruppen haben zahlreiche Blockaden, Hürden und Hindernisse gegen einen reibungslosen Ablauf angekündigt. Allen Widerständen zum Trotz werden über 4 Millionen Metamenschen erwartet. Norms are welcome!

WIRTSCHAFT – Indonesien – Mit Rumadan Inc. meldete gestern einer der seit Jahrzehnten führenden Produzenten der radioaktiven Elemente Promethium und Lutetium Konkurs an. Ein Gesellschafter gab in Jakarta bekannt, dass mit den acht exklusiven Exporteuren und Zwischenhändlern des Unternehmens eine Übereinkunft getroffen wurde, die Produktion vollständig zurückzubauen. Als Gründe wurden die absehbare Erschöpfung der Lagerstätten sowie eine Umorientierung in der Produktionsweise bekannt gegeben.

Die acht exklusiven Exporteure haben sich darauf verständig in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen High Sea Deep Sea Opening (YC) eine neue Äre der radioaktiven Elementverarbeitung einzuleiten. Dies trifft viele Forschung- und Entwicklungsabteilungen in der Energie- und Umwelttechnik unvorbereitet. Ein Sprecher der High Sea Deep Sea Opening gab bekannt, dass mit einem experimentellen Syntheseelement Etusan III nun eine stabil einsetzbare Alternative zu den radioaktiven und schwer umweltbelastenden Elementen Promethium und Lutetium vorliege.

Man habe sich mit Rumadan Inc. auf eine generöse Abfindung geeinigt und wird nun in den kommenden 10 Jahren den Rückbau der Lagerstätten im indonesischen Raum betreiben. So soll eine rücksichtsvolle Stilllegung dieses Produktionszweiges erfolgen, die sowohl die ökologischen als auch wirtschftlichen Konsequenzen angemessen berücksichtigt.

Ein Bezug zu den neuerlich in der Matrix kursierenden Berichten über Streiks und Unruhen innerhalb der Rumadan Inc. wurde nicht bestätigt. Vielmehr handele es sich um einen lange geplanten Übergang in eine neue Ressourcensparte, von der man sich weltweit positive Effekte für Umwelt und Wirtschaft verspricht.

Für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rumadan Inc. ist eine Ruhestandslösung erarbeitet worden. Die Insel Jaudariruma verbleibt weitere zehn Jahre im Besitz der Rumadan Inc. und wird danach der Indonesischen Regierung übergeben. Zudem ist ein weiteres Bleiberecht für Konzernangehörige auf 25 Jahre festgesetzt.

Erfreulich ist es indessen, dass ein Customer Agent der Yutani Corporation bekannt gab, man werde die weltweiten Bedürfnisse nach Promethium und Lutetium angemessen berücksichtigen. Mit der Freigabe der Lagerbestände und der Aufhebung bisher gültiger Exportbegrenzungen wird daher eine erhebliche Preissenkung in den nächsten Jahren erwartet. Dies soll Unternehmen, die auf Promethium und Lutetium angewiesen sind, die Gelegenheit geben, sich den neuen Technologien anzupassen. High Sea Deep Sea Opening gab weiterhin bekannt, dass die Produktions- und Verarbeitungspatente für Etusan III ab sofort lizensiert werden um eine langsame Anpassung an neue Standards zu ermöglichen.

Diese Ereignisse kommen in einer denkbar ungünstigen Zeit. Experten beurteilen das Timing von Indonesien und der Yutani Corporation als sehr schlecht. Der Preisverfall von Promethium und die Einführung neuer Verarbeitungsprozesse auf dem Weltmarkt, maßgeblich durch die Yutani Corporation kontrolliert, werden den aktuellen Pazifikkonflikt weiter anheizen. Die Cantonese Confederation hatte erst vor drei Tagen angemahnt, dass sie eine kartellartige Ausbreitung neuer, aggressiverer Ressourcengewinnung im Pazifikraum ohne Einbindung chinesischer Interessen nicht tolerieren wird. Unterstrichen wird dies mit einer militärischen Aktion zur Eroberung Okinawas, die derzeit Diplomaten weltweit in Besorgnis stürzt. Insofern erscheint es nicht nachvollziehbar, warum Rumadan Inc. und deren acht exklusiven Exportunternehmen ausgerechnet jetzt den Schritt zu einer Übernahme durch die High Sea Deep Sea Opening gehen.

SPORT – Seattle – Mit dem Finale des Urban Brawl steht DAS Großereignis des panamerikanischen Sports kurz bevor. Vierundzwanzig Teams werden in der Königsdisziplin „Cyborg Battle (no rules)“ gegeneinander Antreten. In der Klasse ohne Begrenzungen für Körpermodifikationen wird der Ausgang hart am Limit erwartet. Favoriten sind das Team „Seattle Troll Stampede“ und die „Mixed Motherfucker League Mexico“. Top-Sponsor ist in diesem Jahr Novatech Inc. mit einem Volumen von 680 Millionen Nuyen für acht Tage Wahnsinn in Seattle. – See you at the Slaughterhouse!

Channel 9 Pacific News, 13. März 2072

Eskalation im Pazifikraum

+++ Channel 9 +++ BREAKING NEWS +++

Schwere militärische Auseinandersetzungen zwischen kantonesischen und japanischen Truppen erschüttern die westliche Pazifikregion. Gewalt bricht unerwartet und heftig los.

Hong Kong, 27. Februar 2072 – Unmittelbar nach einem unerwarteten militärischen Schlagabtausch zwischen Seeverbänden der Canton Confederation (COC) und des Japanese Imperial State (JIS) gaben beide Parteien politische Statements gegenüber der Presse bekannt.

Der Zusammenstoß ereignete sich in den Gewässern um die südlichen Inseln der japanischen Präfektur Okinawa, die auch von der Canton Confederation beansprucht werden. Der Erklärung des Chinesischen Nationalrats zufolge betrachtet die COC das im Januar auf der Konferenz für Rohstoffhandel im Pazifikraum gegründete Consortium zwischen dem JIS und einigen anderen Pazifikstaaten als Angriff auf die Selbstbestimmungsrechte der Cantonese Confederation. Infolge dessen hat die COC einseitig die Anerkennung der 200-Meilenzonen der Inselstaaten im Pazifik aufgekündigt.

Dem nun entflammten Kampf um die Inselgruppe Nohama waren zahlreiche Spannungen voraus gegangen. Zuletzt hatten kantonesische Geleitschiffe eine Anlage der Yutani Corporation im Japanischen Meer bedrängt. Wie bekannt wurde, beabsichtigten die kantonesischen Streitkräfte das Eingreifen in eine Geiselsituation auf der Erdgasanlage um eine Eskalation und Umweltkatastrophe zu verhindern.

Obgleich verschiedene internationale Medien berichteten, die vermeintliche Rettungsaktion sei lediglich ein Vorwand für eine feindliche Übernahme der Anlage gewesen, sahen die Yutani Corporation und der militärische Dienstleister Association Internationale des Mercenaires (AIM) von Vorwürfen dieser Art bisher ab. Es scheint jedoch eindeutig, dass die Yutani Corporation und AIM ein Eingreifen der Kantonesen letztlich unterbanden. Die von den Chinesen befürchtete Umweltkatastrophe blieb zwar aus, die zahlreichen Toten der Geiselsituation lasten hier jedoch als schwere Hypothek auf der Anlage der Yutani Corporation. Ein Großteil der Toten waren chinesische Angestellte und Gäste.

Inwieweit dieses Ereignis unmittelbar mit der nun erfolgten kantonesischen Aberkennung der 200-Meilenzone in Beziehung steht, kann nur gemutmaßt werden. Der Konflikt ist damit in eine neue Phase eingetreten.

Im Mittelpunkt steht der Zugang und die Abbaukontrolle von Naturschätzen in See- und Landgebieten des westlichen Pazifik. Auf der Ressourcenkonferenz im Januar wurde eine Förder- und Ausfuhrkontrolle durch ein Consortium des Japanese Imperial State (JIS), Indonesien (IDS), den United American States (UCAS), Papua, den Salomon-Inseln sowie der Yutani Corporation (YC) beschlossen. Ziel des Zusammenschlusses ist die Erhaltung der ökologischen Stabilität sowie die Erschließung alternativer Ressourcen in der Tiefsee. Die Canton Confederation (COC) sowie deren Unterstützer Henan, Shaanxi, Sichuan und Taiwan sehen darin jedoch einen handelskriegerischen Akt. Auch die Indische Union und die Mongolei haben eine Beachtung der kantonesischen Rechte angemahnt, verbleiben aber bisher neutral.

Der nun erfolgte militärische Schlagabtausch stellt den Auftakt zu einer lange befürchteten Eskalation um die Ressourcenfrage im Pazifik dar. Experten beurteilen die Situation als verheerend für alle Staaten und Unternehmen der Region.

Während die Yutani Corporation gewohnt wortkarg die Angriffe auf Nohama und die Anlage Kappa YC unkommentiert ließ, hat sich AIM deutlicher Positioniert. CEO Jacqueline Walters teilte den Vereinten Nationen in einer Videobotschaft mit, dass ihr Unternehmen dem Tokyoter Consortium den Schutz ihrer Interessen und ihres Eigentums zugesichert habe. Vorrangiges Ziel sei der Schutz oder die Evakuierung von bewohnten Gebieten, die Ziel der kantonesischen Streitkräfte seien. Insbesondere betonte CEO Walters, dass der zweite Schritt unmittelbar in eine Verhandlung und einen diplomatischen Lösungsprozess münden müsse.

Ähnlich gemäßigt zeigte sich auch der japanische Premier, der zur Besonnenheit im Einsatz schwerer Waffen aufrief und den symbolischen Charakter von Gewalt in der Moderne betonte. Der Japanische Kaiser fand hingegen offenere Worte und bedrohte das Chinesische Volk mit umgehender Vergeltung, sollte die COC Gebrauch von geächteten Waffen machen oder Fuß auf japanischen Grund und Boden setzen.

Ob es sich bei diesen Ereignissen um symbolisches Säbelrasseln oder ein ernstes Manöver zur Grenzverschiebung handelt ist noch nicht klar abzusehen. Dass die Ereignisse folgenschwer für die Region sein werden, ist jedoch unbestritten. JIS, AIM und IDS haben die Canton Confederation zum sofortigen Gewaltverzicht aufgerufen und Hong Kong als Ort für eine Krisendelegation beider Staaten vorgeschlagen.

Derweil dauern schwere Seegefechte vor Nohama an.

Channel 9 – straight to you!

Das Kiru-Protokoll

Central Command
AIMS Cassiopeia, 23. Februar 2072.
Protokoll Anhörung CPT Katsuo Uzun.
Vernehmung zum Verdacht auf Vertragsbruch und Verletzung der Führungspflicht im Rahmen der Operation Blue Shark.
Vertraulich.

Major: Kommen wir zum wesentlichen Punkt der Anhörung. Captain Uzun. Wahrscheinlich werden Sie ohnehin die Absicht verfolgen uns so schnell wie möglich den Erfolg des Einsatzes vorzuhalten, also können wir das genausogut direkt hinter uns bringen. Beurteilen Sie also bitte die Missionserfüllung von Operation Blue Shark aus Ihrer Perspektive.

CPT Uzun: Sicher, Sir. Die Einsatzgruppe hatte drei Ziele zu erfüllen. Die Erkundung der Kailinie für ein Landemanöver. Dieses Primärziel wurde erreicht, nachdem eine Abstimmung mit dem Sicherheitsdienst erfolgt und die Kooperation der Anlagenaufsicht sicher war. Brände, Schäden und die Präsenz möglicher Feindkräfte wurde durch die Einsatzgruppe gemeldet und drei Landungspunkte als Prioritäten festgelegt. Die spätere Landung erfolgte auf Grundlage dieser Aufklärungsdaten.

Major: Ja. Weiter.

CPT Uzun: Die Einrichtung einer Meldestelle erfolgte vorbildlich. Die verschlüsselte Verbindung zum Sicherheitsdienst der Kappa YC wurde 90 Minuten nach Landgang der Einsatzgruppe hergestellt und bildete die Grundlage für die spätere koordinierte Evakuierung. – Das dritte Einsatzziel war die Klärung der Bedrohungslage vor Ort und die Unterstützung der Kameraden von der Security Branch, namentlich Chief of Security Oresson.

Lieutenant Colonel: Bleiben wir mal beim dritten Punkt und kommen zum Wesentlichen. Der Ausgang der Nacht ist ja letztlich erfreulich, angesichts geringer Verlustzahlen und der schnellen Präsenz auf Kappa YC. Das ist hier auch gar kein Thema. Ihnen wird durch die Geschäftsleitung der Yutani Corporation und dem Central Command vorgeworfen, wesentliche Vertragsvereinbarungen zwischen AIM und YC nicht in der Einsatzplanung berücksichtigt zu haben und im Zuge dessen auch der Pflicht der Führungsaufsicht nicht nachgekommen zu sein.

CPT Uzun: Sir…

Lieutenant Colonel: Die strikte Trennung zwischen Sicherheitswesen – repräsentiert durch die AIM Sektion auf der Gasanlage – und der produktiven Anlage war ein Kernelement der Vertragsvereinbarung. Es gibt ganz klare, schriftliche Verpflichtungen über eine Trennung beider Bereiche.

CPT Uzun: Die Vereinbarung erwähnte nicht, dass…

Lieutenant Colonel: Ich bin noch nicht fertig. – Durch die Entkopplung der Anlagensoftware Kiru aus ihrem Habitat haben sie maßgeblich diese Vereinbarung verletzt. Chief Oresson hat zu Protokoll gegeben, dass er über diesen Schritt nicht informiert war und das auch nicht gut geheißen hätte. Nehmen Sie dazu Stellung, Captain.

CPT Uzun: Zuerst möchte ich klarstellen, dass die Präsenz der Person Kiru sowohl Central Command als auch direkt der Einsatzleitung nicht angemessen bekannt gemacht wurde. Der Yutani Customer Agent konnte oder wollte diesen Aspekt der Anlagenarchitektur nicht preisgeben. Insofern konnte es nicht in die Einsatzplanung einbezogen werden.

Major: Ist es korrekt, dass die Teammitglieder, die Sie ausgewählt haben, die Anlagenintelligenz eigenmächtig vom Habitat getrennt haben?

CPT Uzun: Ja.

Major: Würden Sie das als eine Verletzung Ihrer Führungsaufsichtspflicht ansehen?

CPT Uzun: Nein.

Major: Sie sind also der Ansicht, dass sie jederzeit die Befehlskette aufrecht erhalten hatten und über alle Schritte informiert waren?

CPT Uzun: Nein…

Lieutenant Colonel: Dem Briefingprotokoll entnehme ich, dass sie die operative Teamleitung im Feld einem Specialist Milestone übertragen haben. Der Rang des Specialist ist kein Unteroffiziersrang, insofern können Sie hier nicht für sich reklamieren, eine angemessene Befehlskette etabliert zu haben…

CPT Uzun: Sir, die Sondereinsatzgruppe baut auf taktischen Erwägungen, die zivile und militärische Aspekte von Krisenfällen integriert. Der Specialist hatte zwei Empfehlungen zur Beförderung zum Corporal durch direkte Vorgesetzte sowie eine Bewährung im Sondereinsatz vor Norwegen. Als einer der besten Kampfschwimmer der zehnten AEF war die Entscheidung für ihn eine Sachentscheidung. Im Falle besonderer Kompetenz ist Führungsverantwortung zu begrenzten Zwecken auch Rängen ohne Führungsauftrag zu übertragen.

Major: Und die Gnomin aus der Touristikbranche, die einen Sachschaden von einer halben Millionen Nuyen verursacht hat? Ist das auch eine Kompetenzentscheidung?

CPT Uzun: Ich stehe voll und ganz zu unserer Unternehmensphilosophie, externe Kompetenzen in hybriden Krisenszenarien voll auszuschöpfen. Als Fahrzeugspezialistin und vielsprachige Übersetzerin war sie genau die Richtige. Der verlustfreie Einsatzerfolg spricht hier für meine Auswahl des Teams. An der Einbeziehung des Sprengstoffexperten Negative und des kampferfahrenen Sanitäters können Sie ablesen, dass mir der Kern des Bedrohungszenarios durchaus bewusst war.

Major: Zurück zum Thema. Ihr Kompetenzteam hat die Anlagenintelligenz eigenmächtig vom Habitat getrennt.

CPT Uzun: Wie sie dem Protokoll entnehmen können hatte der Specialist – der im Übrigen bereits zum Corporal befördert wurde – keine Chance die Trennung der Kiru vom Habitat zu verhindern. Da die freien Kontraktnehmer eigenmächtig handelten, wurden sie mit Vertragsbruch sanktioniert. Ihnen wurden Ersatzansprüche und die Honorarzahlungen gestrichen.

Major: Das ist mir zu einfach. Sie haben ihre Einsatzrichtlinien nicht durchsetzen können!

CPT Uzun: Major, bei allem Respekt: die Komplexität des Szenarios erlaubt es nicht, nach traditionellen Mustern zu handeln. Sie brauchen flexible Spezialisten mit Spielraum für Selbstverantwortung, um in solchen dynamischen Szenarien reagieren zu können. Wenn Sie den Einsatzverlauf rekonstruieren werden sie sehen, dass Innovation und unkonventionelles Handeln maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben. Das sehen sie beispielsweise an der Auswertung der Personaldatenbank oder die Betäubung und Gefangennahme der kantonesischen Angreifer. Und ebenso darf ich darauf hinweisen, dass diese Kiru im Habitat ihre Entkopplung selbst als Wunsch geäußert hat und damit möglicherweise eine Willenserklärung im juristischen Sinne abgab. Diesem Wunsch kam Teammitglied Negative dann nach und zog den Stecker, ohne dass der Specialist hier eingreifen konnte.

Major: Sie winden sich heraus mit Spitzfindigkeiten. Wir haben den Operative 84 auswerten lassen. Er bestätigt Teile der Aussagen und straft andere Lügen. Insbesondere alles was im Habitat geschah ist ziemlich unklar. Es besteht Manipulationsverdacht.

CPT Uzun: Operative 84 wurde durch Kiru manipuliert, das hat sie selbst eingeräumt. Die Softwarestruktur ist beeinträchigt. Die Cybertechniker sagen, Operative 84 hätte parallele Realitäten über die Ereignisse generiert. Der Arbeitsspeicher war mit 99,8% völlig überlastet. Es scheint, als hätte der Operative nicht nur aufgezeichnet was geschehen ist, sondern auch was hätte sein können. Kiru hat die Prozessstruktur des Operative 84 damit völlig demontiert. Er ist für keine Datenauswertung zu gebrauchen.

Major: Was ihnen zufällig sehr gelegen kommt.

CPT Uzun: Sir, diese Anhörung ist eine Farce. Erstens, die Präsenz von Kiru als mögliche Person mit weitreichenden Administratorrechten für die gesamte Anlage war der Einsatzleitung nicht bekannt gemacht worden. Zweitens, die Richtlinien für hybride Kriegsführung und die Arbeit zwischen zivilen und militärischen Szenarien decken meine Teamzusammenstellung und Vorgehensweise. Sie ist effizient und stimmt mit den Werten und Zielen von AIM überein, unkonventionelle Szenarien unkonventionell zu lösen wenn es Gewalt vermindert. Und drittens, haben die drei freien Kontraktnehmer eingeräumt einen Vertragsbruch einseitig verschuldet zu haben. Hieraus wurden bereits vertragsrechtliche Konsequenzen gezogen. Ich erachte das als einen Beweis für deren absloute Professionalität im Umgang mit Erfolgen und Fehlern. Wir verdanken den Dreien vor Ort letztlich auch die Oberhand auf der Anlage und das Überleben aller Gefangenen.

YC Customer Agent: Mir kommt da noch eine Frage, wenn ich darf, Colonel? – Denken Sie, es bestand persönlicher Austausch zwischen Kiru und Ihrem Einsatzteam, Captain Uzun?

CPT Uzun: Nein, ich denke, das kann man aufgrund der Umstände ausschließen. Die Situation war hektisch, stressig und die KI scheinbar sehr orientierungslos. Sie schaltete das Licht an und aus, war aber weiter nicht zu gebrauchen.

YC Customer Agent: [nickt]

Lieutenant Colonel: Das war ihr achter Sondereinsatz in weniger als zwei Jahren, Captain. Ihnen ist schon klar, dass sie mit ihrer Auffassung von militärischer Führung und dem Zirkus, mit dem Sie in das Gefecht gehen, früher oder später vor einem Gericht landen, nicht nur in einer Anhörung?

CPT Uzun: Vielleicht ändert sich ja auch die gängige Auffassung, bevor das passiert, Sir.

Lieutenant Colonel: Ist das ein persönlicher Angriff, Captain?

Operation Ursus beendet

Heute Morgen erklärten das Sameting und das Innenministerium der Skandinavischen Union den Polizeieinsatz der Association Internationale des Mercenaires (AIM) für beendet. Vier Tage zuvor war es zu einem gewaltsamen und dreisten Diebstahl wertvoller kontrollierter Naturgüter aus Belljenborg gekommen. Russischsprachige Kriminelle hatten einen Road Train entführt und sich auf den Weg zur Russischen Föderation begeben. Das Sameting hatte in einer Eilentscheidung den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstleisters verfügt. Die Entscheidung war von der Skandinavischen Union bewilligt, aber auch scharf verurteilt worden. Der Sameting begründete die Entscheidung damit, dass „ein privater Dienstleister den besonderen Bedürfnissen und Vorstellungen der Sami besser entsprechen kann und den Betroffenen selbst mehr Mitsprache in der Durchsetzung ihrer Rechte bietet.“

Lange Zeit hatte sich der gestohlene Konvoi unbehelligt durch die nördlichen Regionen Norwegens, Schwedens und Finnlands bewegen können. In den Medien wurde dies zuerst mit großer Verwunderung und Empörung zur Kenntnis genommen. Das Sameting und auch das Innenministerium der Skandinavischen Union lobten heute Morgen aber die Besonnenheit und Geduld von AIM. Eine kleine Polizeieinheit wurde mit der Sicherung des Eigentums betraut. Ein Pressesprecher für AIM, Christoph Fink, betont: „Da die Kriminellen bewaffnet waren und eine ständige Überwachung durchgeführt wurde, war es unser wichtigstes Anliegen keine Bürgerinnen und Bürger zu gefährden. Sie sollten in vermeintlicher Sicherheit und unbehelligt von Polizeipräsenz einen Weg in abgelegenere Regionen finden.“

In der Gemarkung Björnsholm fand dann gestern Morgen der Zugriff statt. Die Polizeikräfte von AIM konnten den gestohlenen Konvoi verlangsamen, ohne dass es zuerst von den Kriminellen bemerkt wurde. Ein Bewohner aus Gundstöre berichtet: „Der Helikopter landete auf unserem Weidegrund, gleich hier hinterm Haus. Mein Nachbar und ich sind hin, dann stand da ein riesiger Troll, der hat den Helikopter bewacht. Er hat gesagt, das wäre hier ein Polizeieinsatz und dass wir einfach so tun sollten, als wäre alles normal. Wir hatten zuerst richtig schiss, als wir den sahen. Aber eigentlich war er total ruhig.“ In Gundstöre konnte ein Elektrofahrzeug der Kriminellen durch AIM unbemerkt außer Kraft gesetzt werden, wodurch der Konvoi verlangsamt wurde. Ein weiterer Anwohner erinnert sich: „Ich habe gesehen, wie sie die Batteristation geplündert haben – also die von AIM. ich dachte zuerst, das wären Einbrecher. Und dann tauchte ein Ork von der Polizei auf, mit Warnweste, und hat uns wieder rein geschickt. Der war Norweger, da bin ich sicher! Dann haben wir’s von drinnen gesehen: der Konvoi ist durchgerauscht und musste zehn Russen aufladen, die nun keinen Bus mehr hatten!“

Einige Meilen hinter Gundstöre erfolgte dann der finale Zugriff. Durch hohe Präzision und gute Planung konnten über zwanzig Bandenmitglieder entwaffnet werden. Die erstaunliche Gegenwehr der Diebe und Schmuggler machte den Einsatz tödlicher Gewalt nötig. Es kam zu mindestens zehn Todesfällen. Zahlreiche Kriminelle konnten verhaftet werden, einige befinden sich zu Fuß auf der Flucht durch den Björnsholmer Fjell. Man rechnet mit einer baldigen Ergreifung.

Dass die Kriminellen zum Teil Kriegswaffen und verbotene Elektronik mit sich führten bestätigt die Entscheidung der taktischen Leitung von AIM. Captain Katsuo Uzun, verantwortlich für die Operation, gab ein kurzes Statement aus Ivalvo: „Der Diebstahl warf viele Fragezeichen auf, die uns misstrauisch machten, deshalb haben wir abgewartet und die Lage eingeschätzt. Der Zugriff musste kurz und hart erfolgen, da bandenmäßige Kriminalität ein hohes Risiko zur Eskalation birgt. Das bestätigte sich, als die Kriminellen versuchten mit heraneilenden Helikoptern in die Russische Föderation zu fliehen. Die Norwegische Luftraumkontrolle und das Energieministerium haben hier hervorragend reagiert: für kurze Zeit wurden die Fernkommunikation und Luftraumkontrolle in Björnsholm abgeschaltet. Die Desorientierung haben wir genutzt.“ Zwei illegale, zum Teil schwer bewaffnete Helikopter wurden abgeschossen.

Die Bergungsarbeiten in Björnsholm dauern gegenwärtig noch an. Es wurde jedoch bestätigt, dass alle gestohlenen Güter gesichert werden konnten. Zivile Verluste gab es keine, allerdings Sachbeschädigungen im Wert von ca. 200.000 =Y=. Harald Karlsund aus Ivalvo verlor etwa seinen Miethelikopter, den er den Polizeikräften von AIM zur Verfügung gestellt hatte. Er zieht Resüme: „Der Helikopter ist völlig zerstört, ich habe die Reste in einer Halle eben gesehen. Wahnsinn, aber die Pilotin kam raus. Es war eine Gnomin! Die Polizei hat gesagt, sie hätte mit dem Helikopter einen Troll-Magier angegriffen, der schädliche Geister aus der Erde beschwört hat! Unglaublich! Ich werde eine Weile auf den Ersatz warten müssen, aber das ist schon in Ordnung. Ich bin selbst Same. Und jetzt auch AIM-Partner hier an der Grenze. Ich helfe als Pilot aus und wir suchen die Flüchtenden.“

Insbesondere wird derzeit nach dem Hintermann und Anführer gefandet, Dimitri Poitriov. Aus Sicherheitskreisen heisst es, es handele sich hierbei um einen international gesuchten Straftäter.

Wie üblich gibt AIM keine Informationen über die Polizeieinsatzkräfte vor Ort bekannt. Beobachtungen zufolge waren es mindestens vier Personen, darunter ein Troll, ein Ork, ein Mensch und eine Gnomin. Eine wahrhaft bunte Truppe! Auf Nachfrage bezüglich arkaner Ereignisse wurde bestätigt, dass sich ein hermetischer Magier im Polizeiteam befand und die schädlichen Geister gebannt werden konnten. Das Sameting wird einen Schamanen entsenden, um die Unversehrtheit des Landes um Gundstöre sicherzustellen.

Die Sami richten ihren Dank an das Sameting, AIM und jeden der mitgeholfen hat. Insbesondere auch an die Familien in Belljenborg, die sich zuerst den russischen Dieben in den Weg stellten. Ein starkes Signal, dass wir Sami durchaus in der Lage sind souverän für unsere Rechte einzutreten und keinen Vormund brauchen.

Oddasat News – Ivalvo

28. November 2071

Ako Tameo

Ako Tameo

Ako Tameo ist Customer Agent und Unterhändler der Yutani Corporation. Sein ganzes Leben hat er in der Yutani Familie verbracht. Er begann als Sachbearbeiter für Abfallpläne – ein Posten, den er von seinem Vater geerbt hatte – und arbeitete sich kontinuierlich nach oben. Nach einem Aktionsplan für Plastikmüllbeseitigung auf der Schifffahrtsstraße zwischen Japan und China berief man ihn schließlich 2065 zum Customer Agent.

Der Arbeitsbereich der Müllbeseitigung hatte seit jeher einen seltsamen Beigeschmack. Da sich im Müll sowohl die meisten geheimdienstlichen Informationen als auch kopflosen Leichen finden lassen, weiß man nie so genau, was man von einem Müllmann erwarten darf.

Die SFG 77 begegnete dem Customer Agent vor allem im Rahmen des Pazifikkonflikts. Die wilde Operation Kimono, die das Team auf Abwegen nach Kapstadt führte, brachte Ako Tameo zum ersten Mal in Kontakt. Er war einer der drei Unterhändler, die mit Frederic Denton (Operation Whiplash) Kontakt aufnehmen sollten.

Unvergessen sicherlich der Abstieg in die Unterwasser-Arkologie im Rahmen der Operation Ground Zero, als Miru den Customer Agent im Fahrstuhl als willfährigen Proxy verwendete. Doch auch während der Task Force Landfall, in Nakatombe, als es um den Abschluss von Operation Good Neighbor ging, wurde Ako Tameo kurz vor Ort gesehen. Warum er in Nakatombe war, blieb ungeklärt.

Schließlich war Ako Tameo am Tag des Todes von Katsuo Uzun in Finistère anwesend, als Unterhändler für die geplante Expedition nach Yakutien. Operation Réunion führte den Agent dann wieder zurück in direkten Kontakt mit der SFG 77. Man hatte ihn vertrauensvoll kontaktiert, um das falsche Spiel aufzulösen, das Richard Owen und Kara Lance eingefädelt hatten.

Hoshin Kenjiro

Hoshin Kenjiro ist Abgänger der Kaiserlichen Verwaltungsschule und nach vielen Dienstjahren nun Jurist in der Kaiserlichen Staatsanwaltschaft. Als Staatsanwalt arbeitet er in der Präfektur Kagoshima, Japan.

Die Stadt Kinto, die Schauplatz der Operation Whiplash im Pazifikkonflikt war, fiehl in seinen Zuständigkeitsbereich. Er war auf auf einen juristisch korrekten Weg versessen und sah eine enorme Beweislast gegen Xunxao Gongsi und Denton. Rechtsstaatlichkeit und Rechenschaft gegenüber Opfer und Öffentlichkeit sind ihm enorm wichtig. Bei diesem Hochverratsfall arbeitete er eng mit dem Yutani Customer Agent Ako Tameo und der indonesischen Ministerialbeamtin Susila Tambusai zusammen – und mit der SFG 77.

Als Elf hat es Kenjiro in Japans Verwaltungsapparat nicht leicht. Sein Erwachen fällt in die Zeit der Deportationspolitik. Dem entging man nicht grundlos. Angeblich gab es nebulöse Prüfungen, mit denen sich Staatsbeamte rehabilitieren konnten.

Kenjiro kennt sich im Rechtssystem Japans, der Justiz und Staatsanwaltschaft hervorragend aus. Dazu zählt auch der schwierige Kampf gegen die dominanten japanischen Konzerne und deren Praktiken im ewigen Ringkampf zwischen dem Kaiserlichen Hof, den Zaibatsu und der Yakuza.

Positive hat sich einen offenen Kanal zu Kenjiro bewahrt.

Marun

Marun ist der Anführer der „Scrapper“, einer kleinen, eingeschworenen Gruppe von nomadischen Überlebenskünstlern, die sich die entlegensten und unwirtlichsten Gegenden Nordafrikas als Wandergebiete erkoren haben.

Christie, Wasotu, Lomo, Boston, Lia, Kate, alle folgen sie Marun wohin immer er sie führt. Sie alle haben sehr gute Gründe, ein Leben im Exil zu führen, doch sprechen sie nicht gerne darüber.

Die SFG 77 konnte die Begegnung mit Marun und seinen Freunden im Zuge von Operation Primordial Prophet positiv wenden. Glücklich war es, denn so schlicht und herzlich sie als Freunde sind, so unerbittlich können sie als Feinde sein. Zum Teil engagierten sich die Scrapper im Kampf um das Sandorakel und gegen die Agooji.

Marun und seine Begleiter leben vom plündern der Überreste, die Großkonzerne in der Wildnis Afrikas zum sterben und rosten zurücklassen. Sie sind begabte Technik-Experten und besitzen Schieber- und Schmugglerkontakte weit über Afrika hinaus.

Der Kontakt zwischen Marun und Régicide ist lose, aber er besteht. Marun gehört zu denen, die man zwanzig Jahre nicht trifft aber dann das Gefühl hat, als wäre man erst gestern auseinander gegangen. Vielleicht liegt es daran, dass der Nigerianer als Elf in seinem langen Leben viele(s) hat kommen und gehen sehen.