Norge zögert nicht lange. Kurz nach der Besprechung verabschiedet er sich schon von Regicide, Brick und Zoe. Da Regicide klar gemacht hat das er anderes zu tun hat als Skifahren, wirft Norge kurzerhand seine Pläne um. Er bohrte nicht lange nach, sie alle waren arg überlastet auf die ein oder andere Weise. Er selbst wollte nach den 4 Morden nur noch weg und ausschalten. Und zwar gründlich ausschalten. Sankta Dominga sollte es schließlich werden. 2 Wochen easy Living und Dolche Vita. Alkohol, Zigarren, Sonne, Strand und exotische Mädchen. Was will man mehr.

Erreichbar ist er nicht für zwei Wochen hat er noch gesagt zum Abschied. Vielleicht schaut er mal in die internen Kanäle rein, aber verlaßt euch nicht drauf. In 2 Wochen gehts dann in gleicher Weise weiter mit der selben Scheiße……..

Nur einen Tag nach der Operation um den russischen Frachter klopft es an der Kajüte von Negative… ein Mann von einem Präsentlieferdienst steht vor der Tür. ‚TROLL-SIZE-GOODIES‘ steht in großen Lettern auf seiner Arbeitskleidung, was dem kräftig gebauten Robustus ein groteskes Aussehen verleiht… selbst wenn man davon absieht, dass die Aufschrift offensichtlich aus Tape auf einen Blaumann aufgebracht ist. Wüsste es Negative nicht besser würde er sagen, es könnte einer von Bricks Sicherheitsleuten sein, dem hastig der Vollbart abrasiert wurde.

Er hält Negative ein großes Paket hin, mit einer Schleife aus Absperrband drum herum. 

Eine Lieferung für sie, Sir!  Mit offensichtlichem Widerwillen faltet er eine Karte auf und liest vor: Alles Gute, schöne Grüße, komm bald wieder auf die Füße. Zur Genesung send ich dies, dir, dem schwarzen Nobi-lies. Brick! 

Der Ork starrt noch ein paar Sekunden sichtlich verwirrt und ratlos auf die Karte und das Paket. Dann dreht er sich auf dem Absatz rum und marschiert den Gang hinunter… dem aufmerksamen Zuhörer entgehen nicht die gemurmelten Worte… kürzestes Stöckchen… könnte die umbringen… wäre der Chief ein Norm wär er schon tot…

Im Päckchen liegen liebevoll drapiert, auf einem Bett aus Baumrinde, ein Strauß Bananen.

 

 

Broken, but still strong

Blut, Blut, Blut….
Stille…
Vogelstimmen, warmer Wind, das Röhren eines Wasserbüffels….Frieden
Philippe blickt über die die Landschaft der erwachten Kalahari, vor im ragen die Wêreldbome, die Weltbäume, in dem Himmel. Diese Ansammlung der gigantischen Baobabs erheben sich majestätisch aus einer Landschaft die noch vor 50 Jahren eine meist trockene Wüste war, nun eines der artenreichsten Gegenden der erwachten Welt. Hierher zu kommen ist einer von Philippes unerfüllten Vorsätze seines Lebens…warum eigentlich unerfüllt?…
Als die dunklen Gedanken heraufziehen wollen wird er daran erinnert das die Sonne angenehme scheint, die Luft angefühlt ist mit dem Gerüchen wilder Kräuter und dem Ruf der Tiere. Warum er noch nicht hier gekommen ist?…das ist Thema für einen anderen Zeitpunkt!
Philippe leht sich zurück, an seinen Baobab. Dieser ist viel kleiner als ein Wêreldboom, trotzdem hat er das Gefühl das er immer noch viel zu groß ist, sollte der nicht auf seinem Tisch stehen?…egal!
Die große, weiße Antilope die neben im Sitz und ihn beobachtet, scheint sehr zufrieden, das er den unnützen Gedanken abgeschüttelt hat ohne das sie ihn erinnern muss. Sie schüttelt ihrer rote Mähne und lächelt ihn an. Ihm ist, als wollte sie ihn fragen ob er es so bequem hätte. Phil nimmt einen tiefen Schluck von seinem kalten Choukachou, nickt ihr zu, lehnt dann den Kopf nach hinten, schiebt den Sonnenhut zurecht und und beobachtet die idyllische Landschaft vor sich…. rote Mähne?…Schulterzucken, gähnen und noch einen Schluck nehmen!….

DeVries sieht auf die Diagnosedaten welche sich auf Monitoren seines Labors verteilen. Abgesehen davon das er seinen Patienten nicht anfassen kann, ist er genau so gut informiert als wäre er vor Ort:
„Erstaunlich… Dach dem sich die halluzinogenen Anfälle von Herrn Bucard so stark verschlechtert haben hat mir sein Zustand wirklich Sorgen bereitet, einen medikamentöse Behandlung schien unvermeidlich, auch wenn ich nur ungern durchgeführt hätte.“
Er blick erneut auf seine Monitore:
„Doch alle Gehirnströme zeigen nun wieder normale Werte, EKG ist gut und die chemische Imblance löst sich stetig auf. Wie lange haben sie gesagt, können sie diese Zustand aufrecht erhalten.“

In der Krankenstation der Shigeruu wendet sich Sigrid Johannsdottier dem Triedobildshirm zu, auf dem der Arzt zu sehen ist:
„24 Std. ohne Probleme, doch wenn sie es für medizinisch Nötig halten kann ich einen Kollegen einfliegen lassen, einen spezialisierte Medizinischen Hermetiker. Er kann ein Heilkoma über Wochen aufrecht erhalten.“

DeVries ist erneut erstaunt über die scheinbar grenzenlose Aufwand der für diesen Patienten aufgewendet wird. Das Neuronal-Spectrometer, welches ihm seinen diagnostischen Daten liefert, ist um Längen genauer aus das in seiner Praxix, abgesehen von der Tatsache das einen renommierte Professoren ihrer gesamte Aufmerksamkeit drauf gewendet hat, Mr. Bucrad vor einer Psychose zu bewahren. Es unklar ob der Patient wirklich Schäden erlitten hätte, DeVries sieht die Möglichkeit als gegeben aber nicht extrem hoch, 20% vielleicht. Sicher ist nun dass, sollte der Patient ohne halluzinogene Anwandlung erwachen, ein Schaden mehr als unwahrscheinlich ist:
„Ich glaube nicht das das nötig sein wird, ich würde eine solche Maßnahme auch nicht ohne die Einverständnis des Patienten oder ihm Ernstfall die seiner nächsten Angehörigen durchführen. Solange der Patient gut beaufsichtige wird und sie mich wieder zuschalten wenn er auf wacht, sollten wir erst an dieser Stelle fortfahren.“

Johannsdottiers Hand ruht auf der Brust von Negative, ihre schneeweiße, matte Haut in hartem Kontrast zu seiner, welche wie poliertes Ebenholz wirkt. Sie fühlt in seinen Traum, sieht die Antilope die Mähne schütteln, als sie sich mit der anderen Hand die roten Haare zwischen den Hörner zurecht streicht. Sie muss schmunzeln, fühlt sich durch den Aniliopenvergleich in Negatives Kopf aber durchaus geschmeichelt.
„Ich werde persönlich für Mr.Bucard sorgen, melde mich aber bei ihnen sobald er sich dem aufwachen nähert. Vielen Dank Her Docteer“
Auf dem Bildschirm nickt DeVries, dann verwindet er. Sigrid ist klar das der Mann sich einige Fragen stellt, Fragen auf die er keine Antworten bekommen wird. Wahrscheinlich ist das nicht das erste Mal das ihm das passiert, wie dem auch sei, die Umstände welche dafür gesorgt haben das Negative solche Aufmerksamkeit verdient, sind immer noch streng geheim. Für Sigrid ist die Sache einfach. Wenn deine Tochter entführt und von dämonischen Zaubern festgehalten wird, gravieren sich die Namen der Leute die sie retten, ziemlich permanent in deine „beliebte Personen“-Liste.

Philippe vor den Folgen seines Zusammenbruches zu beschützen war jedoch nur ein erster Schritt. Sie hatte erkannt das in dem dunkelhäutigen Elfen ein tieferes Geheimnis schlummert. Etwas was er verdrängt und sicher selber noch nicht erkannt hat. Nun, wenn er bereit ist, sich diesem Problem zu stellen würde sie ihm helfen so gut sie es konnte. Für den Augenblick gab es jedoch noch andere Dinge zu bedenken.

Bei Lloyds of London liegt eine riesige Versicherungssumme, bis zu 25mil bereit, es gibt jedoch keinen Abnehmer. Kein offizieller AIM-Einsatz, kein Polizeieinsatz, die Individuuen geheim. Der Schaden an ihrem Haus wurde bereits behoben und war durch die Police voll abgedeckt. In solchen fällen war es üblich, einen Teil der Versicherungssumme einer gemeinnützigen Einrichtung zukommne zu lassen, von der die Beteiligten indirekt profitieren, zB. dem Hinterbliebenfont der Polizeibehörde. Die NTNU müssten also ein Konzept vorlegen, welches dem Umständen angemessen ist.
Sie vergewissert sich ein letzten Mal das Philippe zufrieden träumt, dann clipt sie ihr Headset ans linke Horn und spricht eine Com-Code, es klingelt:
„NTNU, Institut für Medizinische Forschung“
„Hier ist Professor Johansdottier, würden sie mich bitte mit dem Leiter der Kybernetik verbinden“
„Selbstverständlich Professor, einen Moment….“
„Ødegård!“
„Remund hier ist Sigrid“
„Sigrid! Gut von dir zu hören, hier auf dem Kampus gibt es die wildesten Gerüchte und immer noch kein öffentliches Statement, Geht es euch gut?!“
„Den Umständen entsprechend geht es hervorragend! Eine Verlautbarung wird es auch geben, die Lage ist nur kompliziert. Das ist aber nicht der Grund meines Anrufes. Ich wollte dich Fragen in welchem Stadium die Neuronale Soldatenhilfe Initative ist“
„Uff, da stößt du was an….

 

Kantinengespräch

AIMS Juno, Freie Kantine

Die Freie Kantine auf der AIMS Juno, der einzige Ort des Schiffes, an dem sich zu Friedenszeiten die Besatzung frei von Rang und Position begegnen kann, um gemeinsam dem schweren, und oft auch eintönigen, Dienst zu entfliehen. Trideos, runde Gruppentische, eine ordentliche Bar, das alles wurde traditionell von der Crew der Maschinenbediener mit einer geopferten Freischicht betrieben und am Laufen gehalten. Schummrig genug, um den grellen Neonlichtern der Arbeitsbereiche zu entfliehen. Hell genug, um nicht den Eindruck von Gefechtsbeleuchtung zu erwecken. Und vor allem: bunt.

Captain Uzun ließ, wie üblich, seine weiße Dienstmütze am Eingang zur Freien Kantine zrück, als er drei Tage nach Operation Ancient Mariner endlich eine kleine Auszeit nehmen konnte. Männer und Frauen unter seinem Kommando hatten allerdings noch hektischere Tage und Wochen hinter sich als ihr Captain.

Die Besatzung der Juno schielte dem jungen Captain über ihren Bier- und Cockailgläsern hinterher. Auf seiner Navy-Uniform prangte das goldene Abzeichen des Special Operations Command. Es war nicht verborgen geblieben, dass eine verdeckte Operation stattgefunden hatte. Captain Uzun nickte einigen bekannten Gesichtern mit einem müden Lächeln zu und setzte sich mit seinem gesalzenen Gin an einen leeren Tisch.

Zoé war auch in der Kantine. Natürlich überwiegend unbemerkt. Auch von Captain Uzun. Sie erwog für einen Moment, sich an den Tisch des Captains zu setzen. Irgendetwas sagte ihr, dass er Gesellschaft nicht abgeneigt war. Doch bevor sie sich entschließen konnte, kam ihr jemand zuvor. So konnte Zoé, mehr oder weniger freiwillig, das folgende Gespräch mithören, das sie später auch den Kameraden berichten würde.

CPT Katsuo Uzun
SPC Kara Lance

 „Captain, schön sie hier zu sehen.“

Uzun sah auf, rückte die Brille zurecht und lächelte matt: „Specialist Lance. Wie ich sehe, ohne Datentableau sondern mit einem russischen Starkbier.“

„Darf ich?“

„Sicher, bitte. Setzen sie sich frei.“

„Danke, Sir.“

Die heute gar nicht mehr so jung erscheinende Blondine setzte sich. Und das fiehl ihr gar nicht so leicht. Ihre Bewegungsfreiheit am rechten Oberschenkel oder der rechten Hüfte war sehr eingeschränkt. Fast wirkte es, als habe sie ein steifes Hüftgelenk. Beim gehen oder stehen blieb es jedoch unbemerkt. Ihr Umgang damit war routiniert. Es plagte sie wohl nicht erst seit vorgestern. Als sie saß, blickte sie sich ein wenig in der Lounge um, dann beäugte sie ihren Captain genauer. Der starrte auf einen Trideo mit Sportnachrichten aus dem Kaukasus, sichtlich gedankenverloren.

„Waren ein paar harte Tage, “ sprach Lance und warf vorsichtig einen Köder ins Wasser. Der Captain riss sich los vom Trideo und gab sich einen Ruck zur Konversation.

„Für manche mehr, für manche weniger. Sie haben wieder gute Arbeit geleistet, Specialist. Sie haben mir den Kopf vom Kleinkram freigehalten, bei dieser ganzen Hau-Ruck-Operation. Wie immer.“ Ein herzlicheres Lächeln von ihm folgte, wenn auch nur kurz.

„Danke Sir,“ Lance rutschte etwas legerer in den Sessel hinein und trank recht zwanglos am Starkbier. Scheinbar hatte sie deutlich weniger Probleme formlos zu sprechen als der Captain. Das machte ihm aber offenbar nichts aus.

„Da lässt sie was nicht los, hm? Oder sind sie schon bei Operation Follow-Up?“, falls Lance damit auflockern wollte, gelang es ihr nicht wirklich.

„Es ist diese Helena, Lance,“ ein tiefes Durchatmen von Uzun, „ich kriege sie nicht aus dem Kopf. Ich glaube, das war der größte Fehler, den ich jemals in meiner Dienstzeit gemacht habe.“

Lance starrte ihn einen Moment an. Dann begriff sie, dass das vielleicht ernster war, als sie zuerst gedacht hatte. „Die Freundin von der Zielperson?“

„Ja.“

„Sie war ein drastischer Risikoposten, vielleicht noch mehr als die gesamte P-Gruppe,“ gab Lance zu bedenken.

„Nicht nachdem wir die Zielperson einfach so zurückgelassen haben. Das macht den Vermisstenstatus der Frau so sinnlos. Nicht nur ein Verbrechen, sondern auch sinnlos.“

„Warum haben sie den Befehl dann gegeben?“

Captain Uzun schwenkte den Gin abwesend und horchte tief in sich hinein bevor er antwortete.

„Man kann einer Einsatzgruppe nicht alles aufbüren. Meine Einschätzung war, dass die Gefahrenabwehr und Sicherheit der Mission diesen Schritt nötig machen würde. Und ich denke, der Sergeant wäre auch zu dem Schluss gekommen. Schließlich verlange ich vom Team, dass sie Entscheidungen zu treffen bereit sind. … Deshalb wollte ich das auf meine Rechnung nehmen. Aber jetzt… Wenn ich die Uhr zurück drehen könnte, würde ich es tun.“

„Denken sie, es gibt ein Disziplinarverfahren?“

Captain Uzun schüttelte den Kopf und sprach weiter: „Die Sache ist zu groß, der Tod zu unbedeutend, die Umstände zu dunkel.“

Lance schnaubte kurz mit einem halben Grinsen: „Hrm, willkommen in einer Welt aus Scheiße.“

„Gott, ja. Ich komm schon damit klar, Lance. Kommt gerade nur,… hart rein.“

„Das Team hat den Befehl doch ohne zu zögern ausgeführt. Haben sie nicht selbst gesagt, mit Operative Z gibt es ein gutes Korrektiv im Team? Und mit Operative R eine professionelle Meinung mit Offizierserfahrung vor Ort?“

„In einer Führungsposition können sie den Ball nicht einfach so zurückspielen, Lance. Die Operative ist nicht mehr die, die sie bei Knock and Talk oder davor war. Wir verlangen Anpassung und Engagement, das weit über das übliche hinaus geht. Auch für militärisches Personal und erst recht für halb-ziviles. – Egal, es ändert nichts. Eine Fehlentscheidung, mit der ich klarkommen muss. Und je schwerer es mir fällt, desto leichter fällt es hoffenlich dem Team.“

„Ich glaube, die Sache ist es wert gewesen, Sir. Ich habe keinen Zweifel an ihrer Führungskraft.“

Captain Uzun nickte knapp.

„Wie geht es jetzt weiter, Captain?“

„Drei Einsatzkräfte begleiten mich nach Tokio. Operative R wird die Adjutanz von der Landevorbereitung in Kiruna wieder aufnehmen. Das ist sehr gut. Ich nehme an, das Central Command wird mich weiter als Liaison für den Kunden behalten wollen. Was immer passiert, es muss in das Pazifikszenario eingepasst werden. Wir können ja nicht alles auf einen Joker setzen, den wir gezogen haben. Die Japanische Allianz braucht Reaktionspläne für alle möglichen Ausgänge. Das muss mit CCOM und den Partnern entwickelt werden. Ich möchte, dass sie, Lance, sich soweit möglich den Schreibtisch frei halten für taktische Planung und nachrichtendienstliche Verwertung, sobald wir wissen wohin wir uns entwickeln wollen. Patrickson habe ich zugesagt, dass wir die zehnte AEF nicht außen vor lassen wenn es heiß wird. Sobald wir die Freigabe für einen Planungsstab für den Folgeeinsatz der SFG 77 haben, richten sie die Einsatzzentrale auf der Cassiopeia ein. In meiner Stellvertretung, wenn ich noch in Tokio gebunden sein sollte.“

„Danke Sir. Selbstverständlich. Was ist eigentlich mit Operative N?“

„Unklar. Diese Simsense-Technologie ist ein Teufelszeug. Wir können froh sein, dass wir Operative Z nicht in diesem nicht genehmigten ‚Brain Dive‘ verloren haben. Ich hoffe mal, Operative N landet schneller wieder auf den Füßen als sie. Auf seine Kompetenz können wir nur schwer verzichten. Das haben wir gerade eben wieder erlebt. Elektronische Kriegsführung und intime Kenntnisse von Sicherheitstechnik hätte noch weitere Optionen eröffnet.“

„Und der Corporal?“

Uzun seufzte und hob die Augenbrauen: „Sankta Dominga.“

„Die Fake-Inseln für Superreiche?“

Der Captain schwenkt das Glas zu einer leeren Geste: „Manche brauchen einen Psychiater, andere eine Mini-Bar. Wie er seinen Urlaub nimmt, geht mich nichts an, solange er die Einsatzbereitschaft erhält.“

Lance schüttelt mit einem fetten Grinsen den Kopf: „Sankta Dominga. Die geleckten Sternchen werden ja jubeln, wenn er sein Handtuch am Strand ausrollt.“

Der Captain brachte nur ein schwaches Nicken zustande.

Erklärung zur Diensttauglichkeit von Z. Miller und P. Boucard – SFG 77

Nach eingehender Untersuchung komme ich hier zu folgender Einschätzung: bedingt durch den Einsatz einer neuen SimSense-Technologie lösten sich bei P. Boucard durch BTL extrem verstärkte Eindrücke und führten zu einer schweren Synkope mit anschließenden schwere Halluzinationen. Diese beziehen sich auf offenbar traumatisch empfundene Geschehnisse vor etwa sieben Jahren.
…
Deshalb erkläre ich hiermit P. Boucard für vorläufig nicht diensttauglich. Eine Einschätzung zum Outcome kann zum derzeit nicht getroffen werden. Eine medikamentöse Behandlung ist möglich, wird aber nicht empfohlen, stattdessen könnte der Patient per Fernbehandlung am Dienstort betreut werden. Nächste Abschätzung erfolgt in 7 Tagen.

Für Z. Miller sind nach überstandener Synkope keine weiteren Einschränkungen zu erwarten.

MfG
Dr. med Dr. rer nat DeVries
Psychologe – AIM medical section

ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 5

… Eine Garbe aus einer automatischen Waffe verwandelt die Frontscheibe in Millionen Splitter. Hinter einem der beigen Felsbrocken in dieser Wüste flackern unregelmäßig zwei Mündungsfeuer. Im Rückspiegel tauchen mehrere Jeeps auf. Aus den Seitenfenstern fallen Schüsse auf das hintere Begleitfahrzeug. Der Blick zuckt rüber zum Fahrer, aber sein Kopf besteht nur noch aus Unterkiefer, der Rest verteilt sich auf der blau-rot-grünen Flagge hinter dem Sitz. Negative reißt eine MP hoch und erwidert das Feuer, die vertraute Optik einer SmartGun-Verbindung wischt über mehrere uniformierte Gegner, die mit Motorrädern durch die Steinwüste fegen. Langsam neigt sich aber die Sicht in einem unnatürlichen Winkel, und der Straßengraben erscheint von oben ins Bild… Als die Schwärze weicht, fällt der Blick in 4 Mündungen. Ein Gewehrkolben beendet die Szene erneut.

Die Ansicht zerfällt plötzlich in ein Zucken aus brennender Autoreifen, blutigem Fleisch, Schreien… Zoe bricht der Schweiß aus, und sie versucht sich zu bewegen… aber die Darstellung fällt direkt in eine grellbunte Welt aus wirbelnden Farben, Klängen, Schreien. Eine Horde finstere, blutiger Gestallten wirft sich auf Negative, schwarze, verkohlte Leiber, gelb glühende Augen, so viele Augen…Dann schwingt er seinen Knobkierie und die Kreaturen fliegen auseinander wie ein haufen Laub, Blut spritz, fetzen von Haut und Knochen verglühen, die nächste Welle kommt, wieder schwingt er den Knüppel, mehr Blut, mehr… BLUT… BLUT…BLUT…

 

Zoe zuckt auf den roten Ausschalter, aber offenbar zu spät. Sowohl sie als auch Negative fallen bewußtlos von den Sesseln.

 

ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 4

Der Raum im Vorschiff war mit allen nötigen Equipment ausgestattet, darunter auch einer Sitzecke (woher Negative die hatte auftreiben können, war einmal mehr unklar) um einen Trideo-Schirm inkl. Lautsprecher. Daneben die SimSense-Einrichtung mit bequemen Sesseln für Negative und Zoe.

Eine kurze Diskussion entbrennt um die Vorgehensweise, aber man einigt sich darauf, dass das Experiment den größten Sinn hat, wenn Zoe versucht, Erlebnisse von vor sieben Jahren zu erkennen. Negative an Zoe: „Ich hab Dir ja erzählt, wo ich vor der AIM war. Finde doch raus, wo und für wen ich gearbeitet habe. Das passt von der Zeit sehr gut. Einen Aufhänger habe ich nicht, aber jetzt, da ich weiß, was Du sehen willst, ist es sicher nicht zu tief vergraben“

Die Prozedur beginnt – und ist zunächst reichlich unspektakulär. Auf dem Bildschirm sind zuerst undeutlich, dann immer klarer zuerst einzelne unzusammenhängende, dann immer flüssigere Szenen zu sehen. Ganz offensichtlich spielt sich alles in Afrika ab.

… die erste Szene spielt sich an einem Strand ab. Etwa 10 ausschließlich dunkelhäutige Menschen und Metamenschen auf ihren Surfbretten zeichnen sich gut gegen den Sonnenuntergang ab, während die Perspektive auf eine kleine Bar am Strand schwenkt, wo einige trainierte Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft gesellig beisammen sitzen. Zoe wird später von den deutlich erinnerten Gerüchen von Lagerfeuer, Rum und Marihuana berichten, aber auch von einer Grundanspannung, die Negative damals gefühlt hat…

… ein starkes Ruckeln und Beben bestimmt die nächste Szene. Draußen gleist die Sonne, Negative gegenüber sitzen vier Bewaffnete in beiger Kampfmontur ohne Abzeichen und kontrollieren ihre Ausrüstung. Man sitzt auf der Landefläche eines PickUps, die karge Landschaft rauscht vorbei. An einer Weggabelung ist ein Schild zu erkennen, aber erst, als sich Zoe sichtlich anstrengt, wird die Aufschrift sichtbar: „DeBeers Omnitech – Mining Range – 15 miles“. Der Staub brennt in den Augen…

… die Dunkelheit ist undurchdringlich, Negatives Gefühl aber ist absolute Langeweile. Offenbar auf Kontrollgang passiert er mehrere Baracken, dann Unterstände, wo im Scheinwerferlicht Maschinen und LKW gewartet werden. Im Hintergrund werden Gegenstände verladen. Auch hier strengt sich Zoe sichtlich an und kann ein Gespräch erlauschen. „Die Vorkommen sind offenbar bald erschöpft. Ich gebe das nach oben weiter.“ erklärt eine weibliche Stimme nüchtern. Eine männliche Stimme gibt zurück:“ die magische Analyse bestätigt das. Kein Orichalkum mehr hier. Es wird Zeit, aus dieser verdammten Wüste rauszukommen. Am besten mit dem Zeug“. Ein kurzer Gruß auf Afrikaans geht zu seiner Ablöse, der ihm neben einer Flasche auch einen kleinen Datenchip zusteckt…

… wieder in einem Fahrzeug, jetzt aber im Führerhaus eines schweren Lastwagens. Aus dem Radio tönt laut Reggae, der schwarze Fahrer wiegt sich im Rhythmus und ignoriert die Hinweise von Negative, er solle auf die verdammte Strasse achten…

 

tbc…

 

Bazut macht nur einen kurzen Abstecher nach hause. Nach seiner Ankunft auf der Shigeruu, sobald die ersten Grundzüge des Einsatzes festgelegt wurden, wirft er sich in die Vorbereitungen.

Für diesen Auftrag hat Régicit einen eigenen, permanenten Link zur Bildübertagung der SpyEye beantragt. Sobald die Drone in Position ist, wird er die Übertragung dauerhaft offen halten und entweder in seiner Smartbrille, auf einem Monitor oder einem Handgelenkbildschirm beobachten. So macht er sich mit dem üblichen Crew verhalten und den Aktivitäten auf dem Oberdeck vertraut.

Die Aufsteige-Stange kann nicht kurzfristig improvisiert werden, weil die zu überbrückende Höhe recht beeindruckend ist, zudem muss der Aufstieg geübt werden. Wenn diese Aktion bei der Shigeruu, unter guten Bedingungen, schon nicht funktioniert muss der Plan adaptiert werden.
Also werden geeignete Stangen (Glasfaser mit minimaler Flexibilität) besorgt und entsprechende Verbindungsteil konstruiert, an denen man sich zusätzlich einhacken kann. Ebenso wird eine Schlauchboot benötigt:
„Wenn wir vor haben Zoe an einer 15m Stange anzuheben, muss sie auch 15m entfernt von uns sein. Wir vertrauen also ein kleines Schlauchoot, so können wir die länge beliebig festlegen. Wieder runter ist natürlich viel einfacher, das kann sie rutschen. Für den Aufstieg und die Fixierung an der Bordwand, etwas was wir auch vorher trainieren werden, brauchen wir starke Saugnäpfe. Hier sollten wir mit einigen Modellen experimentieren. So etwas brauche ich auch, für einen möglichen Sniper-Perch auf dem Oberdeck.“

Das wichtigste Training das Régicit durchführt ist das er sich mit Hilfe der SimSense Anlage mit dem Schiff selber vertraut macht. Er wird die Gänge und Räume (abgesehen von den umgebauten Bereichen versteht sich) so lange durchlaufen, bis er sich auswendig kennt. Das wichtigste für ihn sind hierbei die versteckten Bereiche, besonders die Zwischenwände in denen Röhren und Leitungen verlegt sind. Er scoutet Wege in den Maschinenraum, zum Dieseltank und in die Wäscherei, auf die Brücke und die Oberdeckkräne.


Régicit konstruiert, zusammen mit Negative, die zwei Sprengladungen welche für den Tank und den Verdichter gebraucht werden um Plan Z durchzuführen. Er hofft, das er Brick davon überzeugen kann die Ladungen auf der JUNO zu lassen. Ebenso konstruieren sie drei Pyrotechnik-Geräte, fernsteuerbare Ladungen mit Brandbeschleunigern, für Plan B.
Wenn noch genug Zeit bleibt wird Régicit sich in die Funktionen des Tauchbootes einweisen lassen und seine Tauchausbildung auffrischen. Mehr als die Grundlagen der Steuerung sind nicht möglich, aber es sollte eine zweite Person geben die die Lucken schließen und das Boot abtauchen lassen kann.

Negatvis „freiwillige“ Meldung, als zweite Testperson herzuhalten hat ihn sichtlich überascht, er macht aber keinen Hehl daraus das er von der Entscheidung des Elfen ausgesprochen possitiv angetan ist. 


ZOE LÄSST NICHT LOCKER – TEIL 3

Nachdenklich sieht Negative die Türe ins Schloss fallen. Er wendet sich hinüber zu seinem kleinen Schrein, wo über dem sorgsam gepflegten Bonsai-Baobab der Anhänger von Kakuve liegt. „Das hätte Dir auch gefallen, was!? Aber wenn schon jemand in meinen Kopf steigt, dann doch besser jemand, der nicht im Sinn hat, mich zu belehren und zu bevormunden, oder?!“  murmelt er leise zu dem alten Schmuckstück.

 

Am nächsten Morgen in der Bordkantine sitzt die SFG 77 zusammen an einem der Hartplast-Tische. Der Soykaff dampft und es herrscht betriebsame Atmosphäre, sowohl im Schiff als auch in der Runde, wo verschieden Details des in Kürze anstehenden Einsatzes diskutiert werden.

Zoe blickt des Öfteren verstohlen in die Runde; aber erst, als sich Norge und Brick schon zum Aufbruch wenden, bricht Negative das Schweigen: „Ich habs mir überlegt! Ich stell mich zur Verfügung; Zoe kann mich als Versuchskaninchen haben. Auch wenn mich der Pathos anwidert, der so ne Aussage unweigerlich mitbringt: wenn schon, dann mit euch! Heute Abend 2200. Ich mach nen Raum im Vorschiff klar, da haben wir unsere Ruhe.“ Er blickt in teils ernste, teils erstaunte Augen; schließlich wußte keiner so recht, wie der undurchsichtige Elf zu bitten oder gar drängen sei. Regicide bricht das Schweigen: „Wenn Du das von Dir aus anbietest, ist das sicher interessant, oder Zoe? Sollen wir dabei sein?“

Zoe lässt nicht locker – Teil 2

Zoe zögert einen Moment und sagt dann fast abwesend: „Wollen? Ein Teil von mir schreit förmlich nach dem Nervenkitzel in eine andere Welt abzutauchen. Gerade hier auf der Shigeruu. So sehr, dass ich hoffe mein Versprechen an mich selbst danach halten zu können.“

Sie blickt ihm wieder in die Augen und findet zu der Energie und Entschlossenheit zurück die sie für ihr Anliegen braucht. „Ja ich kenne das Gefühl und ich kann dich gut verstehen. Der Job für die AIM verlangt mir viele Dinge ab und ich habe schon versucht dem einen oder anderen Gefühl zu entfliehen. Ich denke wir wissen beide, dass das eine Illusion ist, die ihren Preis hat – aber wenn ich uns nicht alle auf hoher See in Gefahr bringen will, sollte ich das was von mir erwartet wird im Griff haben. Und da kannst im Moment nur du uns – mir helfen! Negative, wenn es nicht wirklich wichtig wäre würde ich dich sofort in Ruhe lassen, das weißt du!“

Entschlossen sagt sie dann mit einen ermutigenden Zwinkern „melde Dich wenn Du bereit bist!“

tbc

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